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Bluthochdruck und Herzgesundheit – großes Event zum Welthypertonietag
Am 19. Mai informiert die medizinischwissenschaftliche Fachgesellschaft Deutsche Hochdruckliga e.V. gemeinsam mit der Deutschen Herzstiftung e.V. anlässlich des Welthypertonietags in einer kostenfreien Online-Veranstaltung der „Bluthochdruck Universität“ über den Zusammenhang von Bluthochdruck und Herzgesundheit.
„Bluthochdruck und Herzgesundheit – großes Event zum Welthypertonietag“ lautet das Thema des Online-Vortrags der Kardiologen Prof. Dr. med. Heribert Schunkert und Prof. Dr. med. Peter Schwimmbeck am 19. Mai 2026 um 18:30 Uhr. Den Einwahllink zum Vortrag finden Sie unter www.bluthochdruck-uni.de
Im Mittelpunkt stehen die Zusammenhänge zwischen dauerhaft erhöhtem Blutdruck und verschiedenen Herzerkrankungen. Bluthochdruck zwingt das Herz, gegen einen größeren Widerstand zu arbeiten. Auf Dauer kann dies zu strukturellen Veränderungen des Herzmuskels führen und eine Herzschwäche begünstigen. Gleichzeitig fördert der hohe Blutdruck Gefäßverengungen und damit die Entstehung einer koronaren Herzkrankheit. Auch Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern treten häufiger auf. „Wenn Sie Ihren Lebensmotor jung halten wollen, dann nehmen Sie die unnötige Last von Ihrem Herzen“, sagt Schunkert.
In Kurzvorträgen geben Prof. Schunkert und Prof. Schwimmbeck Einblick in Krankheitsmechanismen, moderne Therapieansätze und alltagstaugliche Strategien zur Blutdruckkontrolle. Die gute Nachricht: „Eine rechtzeitige und gute Einstellung des Blutdruckes erhöht die Chancen auf gute Lebensqualität und Gesundheit bis ins hohe Lebensalter beträchtlich“, betont Schwimmbeck.
Nach dem Vortrag beantworten die Experten per Chat Fragen der Teilnehmenden. Wer im Anschluss einen optionalen Wissenstest besteht, erhält eine Teilnahmeurkunde. Bei der Erreichung von drei Teilnahmeurkunden wird das Zertifikat der Bluthochdruck Universität verliehen. Eine Anmeldung oder die Einrichtung eines Benutzerkontos ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenfrei und offen für alle Interessierten.
Bluthochdruck Universität der Deutschen Hochdruckliga
Die „Bluthochdruck Universität“ ist ein kostenfreies, digitales Angebot der Deutschen Hochdruckliga e. V. Die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft leistet damit einen aktiven Beitrag zur Stärkung der Gesundheitskompetenz in Deutschland und vermittelt medizinisches Wissen barrierefrei, verständlich und lebensnah. Die Veranstaltung am 19. Mai 2026 erfolgt zusammen mit der Deutschen Herzstiftung und ist Teil einer Reihe von Fachvorträgen zu Herz-Kreislauf-Themen.
Termin: Dienstag, 19. Mai 2026, 18:30–19:30 Uhr
Zur Person
Prof. Dr. med. Heribert Schunkert ist Kardiologe und Direktor der Klinik für Erwachsenenkardiologie am Deutschen Herzzentrum München. Seine klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in der interventionellen Kardiologie, der Hypertensiologie sowie in der Erforschung genetischer Ursachen von Herzerkrankungen. Seit 2021 ist er stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.
Prof. Dr. med. Peter Schwimmbeck ist Kardiologe und war mehr als zwei Jahrzehnte Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Klinikum Leverkusen mit den Schwerpunkten Kardiologie, internistische Intensivmedizin und Hochdruckkrankheiten. Seit 2026 ist er in der kardiologischen Praxis Dr. Klünsch & Partner in Leverkusen tätig und engagiert sich als Regionalbeauftragter der Deutschen Hochdruckliga.
Die Deutsche Hochdruckliga e.V. (DHL)® I Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention ist eine gemeinnützige, unabhängige medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft. Sie setzt sich seit 1974 für die Förderung der Wissenschaft und eine wissenschaftlich fundierte Aufklärung der Öffentlichkeit auf dem Gebiet der Hypertonie ein. Sie bündelt die Expertise aus allen relevanten Fachgruppen und stellt diese allen Beteiligten zur Verfügung. Wissenschaftliche Sektionen und der jährliche wissenschaftliche Kongress sichern aktuelles Fachwissen und den fachlichen Austausch. Stipendien und Wissenschaftspreise fördern den wissenschaftlichen Nachwuchs. Durch die Zertifizierung von Fachärztinnen und -ärzten sowie interdisziplinären Hypertonie-Zentren sichert die Deutsche Hochdruckliga eine qualitativ hochwertige, umfassende Versorgung von Hypertonikerinnen und Hypertonikern im deutschsprachigen Raum. www.hochdruckliga.de
Die Deutsche Herzstiftung e.V. wurde 1979 gegründet und ist heute die größte gemeinnützige und unabhängige Anlaufstelle für Patienten und Interessierte im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zu den Hauptaufgaben der Herzstiftung gehört es, Patienten in unabhängiger Weise über Herz-Kreislauf-Erkrankungen, deren Vorbeugung sowie über aktuelle Diagnose- und Therapiemöglichkeiten aufzuklären. Bekannt ist die Herzstiftung außerdem durch ihre bundesweiten Aufklärungskampagnen und als wichtige Förderinstitution in der Herz-Kreislauf-Forschung. Die hohe Qualität ihrer Informationsangebote beruht nicht zuletzt auf der Expertise der rund 500 Herzspezialisten im Wissenschaftlichen Beirat der Herzstiftung. Vorstandsvorsitzender ist der Kardiologe Prof. Dr. Thomas Voigtländer (Frankfurt/Main), Schirmherrin ist Barbara Genscher. Weitere Informationen: www.herzstiftung.de
Bluthochdruck: kostenlose, bundesweite Telefonsprechstunde am Mittwoch, 13 Mai, zum Welthypertoniet
Bluthochdruck ist – unerkannt oder unbehandelt – der gesundheitliche Risikofaktor Nummer eins für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aus diesem Grund organisiert die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® anlässlich des Welthypertonietags 2026 eine Telefon-Sprechstunde mit Bluthochdruck-Spezialisten aus dem gesamten Bundesgebiet. Die Telefonberatung steht am Mittwoch, 13. Mai, von 16 bis 19 Uhr unter der Rufnummer 0800 – 0 90 92 90 allen kostenlos offen. .... (weiter lesen unter > https://idw-online.de/de/event81452 )
Leise Gefahr Bluthochdruck: Mit Blutdruck-Check vor Risiken schützen
Herzschwäche, Vorhofflimmern, Schlaganfall: Ursache ist häufig ein über Jahre unbemerkter Bluthochdruck. Wer früh seinen Blutdruck misst und handelt, kann Herz und Hirn vor Komplikationen schützen – Infopaket zum Welthypertonietag (17. Mai)
Über 20 Millionen Menschen haben in Deutschland einen hohen Blutdruck, das ist etwa jeder dritte Erwachsene. Und die Dunkelziffer ist hoch: Jeder Fünfte weiß nichts von seiner Erkrankung. Und zehn Prozent derer, die von ihrem hohen Blutdruck wissen, lassen ihn nicht behandeln. Dabei ist Bluthochdruck keineswegs eine Bagatelle, sondern weltweit der häufigste und relevanteste Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (1). Ein dauerhaft unzureichend oder nicht behandelter Bluthochdruck kann zu Herzerkrankungen wie Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und Vorhofflimmern oder zu schweren Komplikationen wie Schlaganfall (Hirnblutung/Hirninfarkt), Herzinfarkt oder Nierenversagen führen. „Hinzu kommt: Der hohe Blutdruck macht sich nicht unbedingt mit Beschwerden bemerkbar, obwohl Organe möglicherweise bereits geschädigt sind. Das macht ihn so tückisch“, warnt der Kardiologe Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Bei Personen mit dauerhaft erhöhtem Blutdruck kann sich der Körper sogar an den hohen Druck gewöhnen: „Man kann sich trotzdem gut fühlen und im Alltag mithalten“, erklärt Prof. Voigtländer. „Wenn sich Beschwerden wie Schwindel, Ohrensausen oder Kopfschmerzen bemerkbar machen, ist es leider meistens zu spät, weil Gefäße und Organe schon geschädigt sind.“
Um möglichst alle Menschen zu motivieren, ihren Blutdruck regelmäßig zu messen und frühzeitig Bluthochdruck zu erkennen, rufen die Deutsche Herzstiftung, der Bundesverband der Niedergelassenen Kardiologen (BNK) und die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände zum Welthypertonietag (17. Mai) zum Blutdruckmessen auf. Unter dem Motto „Lass‘ Dich checken!“ steht unter https://herzstiftung.de/welthypertonietag ein kostenfreies Infopaket rund um den Bluthochdruck zur Verfügung. Das Paket hilft Interessierten wie Betroffenen, selbst aktiv zu werden, ihren Blutdruck richtig zu messen und sich so optimal vor den Folgen der Volkskrankheit zu schützen.
Beste Vorsorge: Blutdruckmessen und richtig handeln
„Wer frühzeitig seine Herz-Risiken wie erhöhte Blutdruckwerte kennt, kann noch gut durch Lebensstilmaßnahmen und gegebenenfalls eine medikamentöse Therapie der gefäßschädigenden Wirkung des Bluthochdrucks gegensteuern“, bestätigt der Kardiologe Dr. Norbert Smetak, Bundesvorsitzender des BNK mit eigener kardiologischer Arztpraxis in Kirchheim Teck. „Das gilt genauso für weitere kardiovaskuläre Risikofaktoren wie erhöhte LDL-Cholesterin- und Blutzuckerwerte“, unterstreicht der BNK-Vorsitzende. Erhöhtes LDL-Cholesterin und Diabetes mellitus sind wie Bluthochdruck als leise Gefäßkiller besonders gefährlich und ebenso Hauptrisikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall. Dass es für Präventionsmaßnahmen nie zu spät ist, hat eine internationale Studie (2) jüngst zeigen können: Wer im Alter von 50 Jahren einen normalen Blutdruck, normale Cholesterinwerte und ein gesundes Körpergewicht hat, nicht raucht und nicht an Diabetes erkrankt ist, bleibt im Vergleich zu Personen mit allen fünf Risikofaktoren länger von Herzkrankheiten verschont und lebt insgesamt länger. „Auch im mittleren Alter lohnt es sich noch immer, seine Risikofaktoren anzugehen und zu behandeln: medikamentös und – ebenso wichtig – mit Lebensstilmaßnahmen. Damit lassen sich mehr Lebensqualität und ein Plus an Lebensjahren gewinnen“, so der BNK-Vorsitzende Smetak.
Trotz Behandlung keine guten Werte – was tun?
Je nach Höhe des Blutdrucks, kann zunächst versucht werden, nur durch Änderungen des Lebensstils – Verzicht aufs Rauchen, mehr Bewegung und gegebenenfalls Gewichtsreduktion – die Werte ausreichend zu senken. Vor allem bei Patienten mit erhöhten Werten im Bereich von 120-139/70-89 mmHg ist zunächst eine Änderung des Lebensstils als alleinige Maßnahme angezeigt. Doch häufig ist es nicht möglich, durch eine gesunde Lebensweise auf die Einnahme von Blutdrucksenkern zu verzichten. Dann komme es beim Bluthochdruck – wie auch bei anderen Herz-Risikofaktoren –, so Kardiologe Smetak, auf eine konsequente Therapie an.
Und trotzdem erreicht jeder zweite Hochdruckpatient trotz Behandlung keine guten Blutdruckwerte (2). Wie kann das sein? „Wer die Diagnose Bluthochdruck hat, sollte zunächst einmal seine Medikamente auch regelmäßig einnehmen und parallel dazu sein Risikoprofil mit Hilfe von Lebensstiländerungen anpassen. Kommt es zum Beispiel zu unerwünschten Wirkungen der Medikamente, dann sollten Patienten keinesfalls den Blutdrucksenker eigenhändig absetzen, sondern diese mit dem Hausarzt besprechen“, rät der Kardiologe. Die Arzt-Patienten-Kommunikation bei Therapieproblemen sei für den Erfolg der Behandlung besonders wichtig. Ursache von Nebenwirkungen können zum Beispiel Wechselwirkungen mit anderen Arzneien sein. Fehler bei der Medikamenteneinnahme wie die falsche Dosis oder andere lebensstilbedingte Faktoren wie eine zu hohe Salzzufuhr könnten wiederum manchmal erklären, warum der Blutdruck weiterhin zu hoch sei. Infos: https://herzstiftung.de/blutdrucksenker
Blutdruck messen und Herz-Risiko senken
ABDA-Präsident Thomas Preis betont, dass Apotheken „einen wichtigen Beitrag leisten, Patientinnen und Patienten mit erhöhten Blutdruckwerten zu identifizieren und ihnen eine zeitnahe ärztliche Untersuchung anzuraten“. Seiner Ansicht nach sind Apotheken auch eine ideale Brücke hin zum behandelnden Arzt, wenn Betroffene zwar in Behandlung wegen ihres Bluthochdrucks sind, aber nicht merken, dass ihre Werte nicht gut eingestellt sind. Die Überprüfung der Blutdruckeinstellung können Apotheken im Rahmen der pharmazeutischen Dienstleistung ,Standardisierte Risikoerfassung hoher Blutdruck‘ einmal pro Jahr bei Hochdruckpatientinnen und -patienten mit einer Beratung in Abhängigkeit der gemessenen Blutdruckwerte anbieten. Die altersabhängigen Empfehlungen zur Bewertung der gemessenen Blutdruckwerte in der Apotheke wurden gemeinsam von der ABDA, der Bundesapothekerkammer und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) entwickelt. Infos unter: https://www.abda.de/pharmazeutische-die ... hochdruck/
„Bei erhöhten Blutdruckwerten kommt es entscheidend auf eine gute Verzahnung an: Die Apotheke identifiziert auffällige Werte und stößt die weitere ärztliche Abklärung beim Hausarzt oder gegebenenfalls Kardiologen an“, betont der Herzstiftungs-Vorsitzende Prof. Voigtländer.
Blutdruck messen: Wann, wie häufig?
Nach den Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) aus dem Jahr 2024 wird dazu geraten, dass Erwachsene unter 40 Jahren alle drei Jahre ihren Blutdruck checken lassen sollten. Ab 40 Jahren – vor allem bei Vorliegen von Risikofaktoren für Bluthochdruck oder Herzerkrankungen – sollte der Blutdruck einmal pro Jahr überprüft werden. Sollten bei einer Messung bereits leicht erhöhte Werte (120-139/70-89 mmHg) auffallen, ist die regelmäßige Kontrolle umso wichtiger. „Denn mit dem Alter wächst das Risiko für Bluthochdruck. Das trifft zum Beispiel Frauen nach den Wechseljahren oft ganz unbemerkt, obwohl zuvor ihre Werte stets in Ordnung waren“, erklärt der Herzstiftungs-Vorsitzende Prof. Voigtländer. Der Herzspezialist informiert unter https://herzstiftung.de/blutdruck-messen, worauf bei der Blutdruckmessung etwa beim Selbstmessen zu Hause genau zu achten ist.
(Wi)
Zusatzinformationen zum Bluthochdruck
Wie teilt der Arzt die Schwere eines Bluthochdrucks ein?
Für die Blutdruckwerte von Erwachsenen gilt folgende Einteilung der europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC 2024):
Die Höhe des Blutdrucks zeigt an, wie gesund wir sind. Erstrebenswert sind bei Erwachsenen Blutdruckwerte von maximal 120/70 mmHg. Dieser Wert wird nicht in allen Leitlinien so eng gefasst. Doch gerade die aktuellen ESC-Leitlinien (2024) sind besonders streng. Hier werden bereits Werte zwischen 120-139/70-89 mmHg als erhöht eingestuft. Allen Leitlinien gemein ist jedoch: Bluthochdruck liegt definitiv bei Werten über 140/90 mmHg vor. Spätestens hier muss gehandelt werden. Infos: https://herzstiftung.de/was-ist-bluthochdruck
Für mehr Lebensjahre: Mach‘ den Herz-Kreislauf-Gesundheits-Check
Grundsätzlich sollte jeder Mensch den kostenfreien Gesundheits-Check wahrnehmen, der ab dem 18. bis zum 34. Lebensjahr einmalig und ab dem 35. Lebensjahr alle drei Jahre kostenfrei angeboten wird. Durchgeführt wird der Check von Allgemeinmedizinern, praktischen Ärzten und Internisten.
Über diesen Gesundheits-Check hinaus empfiehlt die Deutsche Herzstiftung, ab dem 35. Lebensjahr neben den Werten für Blutdruck, Cholesterin, Blutzucker, Körpergewicht auch einmalig den Lipidwert Lipoprotein (a), kurz Lp(a), bestimmen zu lassen sowie ein EKG (Elektrokardiogramm) in Ruhe und unter Belastung vornehmen zu lassen. Das Aufzeichnen der elektrischen Aktivität des Herzens ermöglicht es, Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern zu erkennen. Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens ergänzt das Untersuchungsspektrum, um strukturelle Veränderungen zu erkennen. Ultraschalluntersuchungen der Halsschlagadern oder der Becken- und Beingefäße erlauben es darüber hinaus, frühzeitig Gefäßverkalkungen zu erkennen, die für die Betroffenen noch ohne Symptome sind, aber darauf hindeuten, dass auch in den Herzkranzgefäßen Ablagerungen vorhanden sind. Von vielen unterschätzt: Ein Rauchstopp schützt das Herz enorm und bringt einige Jahre an Lebensgewinn.
Infos-Service zum Welthypertonietag
Die Herzstiftung bietet anlässlich des Welthypertonietags ein kostenfreies Paket mit einer Vielzahl von Broschüren, die über den Bluthochdruck informieren. Das Infomaterial hilft dabei, selbst aktiv zu werden, den Blutdruck zu regulieren und seine Gesundheit optimal zu schützen. Jetzt Paket bestellen unter https://herzstiftung.de/welthypertonietag
Broschüre zu Bluthochdruck – die stille Gefahr
In der Broschüre „Bluthochdruck: Herz und Gefäße schützen“ informieren Bluthochdruckexperten laienverständlich über Ursachen, Diagnose und Therapie des Bluthochdrucks. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Prävention. Die 128 Seiten umfassende Broschüre kann bei der Herzstiftung kostenfrei angefordert werden unter https://herzstiftung.de/bestellung oder per Mail unter bestellung@herzstiftung.de oder Tel. 069 955128-400.
Literatur
(1) J Am Coll Cardiol. 2025 Dec 2;86(22):2167-2243. doi: 10.1016/j.jacc.2025.08.015. Epub 2025 Sep 24.
(2) World Health Organization (WHO), WHO Global report on hypertension 2025: high stakes: turning evidence into action
(3) Magnussen C. et al. (2025): Global Effect of Cardiovascular Risk Factors on Lifetime Estimates. doi: 10.1056/NEJMoa2415879
Für weiteres Bildmaterial (honorafrei) wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der Deutschen Herzstiftung (presse@herzstiftung.de)
Presse-Kontakt:
Deutsche Herzstiftung e. V., Pressestelle: Michael Wichert (Ltg.), Pierre König, Tel. 069 955128-114/-140, E-Mail: presse@herzstiftung.de, Website: www.herzstiftung.de
ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V., Pressesprecher: Benjamin Rohrer, Tel. 030 4000 4132, E-Mail: presse@abda.de, Webseite: www.abda.de
Quelle: Pressemitteilung vom 14.05.2026
Michael Wichert Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Herzstiftung e.V.
> https://idw-online.de/de/news870880
Blutdrucktherapie bei Hochbetagten neu denken: „Manchmal ist weniger tatsächlich mehr“
Muss Bluthochdruck auch bei hochbetagten, gebrechlichen Menschen konsequent behandelt werden – oder kann gerade im hohen Alter eine Reduktion der Medikamente der bessere Weg sein? Diese Frage beschäftigt die Geriatrie seit Jahren. Neue Antworten liefert jetzt der renommierte Geriater und Kardiologe Prof. Dr. Athanase Benetos. „Bluthochdruck ist bei älteren Menschen etwas anderes als bei jüngeren“, sagt Benetos. Mit zunehmendem Alter veränderten sich nicht nur die Ursachen eines erhöhten Blutdrucks, sondern auch Nutzen und Risiken einer Behandlung.
Seine neuesten Forschungsergebnisse und deren Bedeutung für die Versorgung hochbetagter Menschen präsentiert er auf dem gemeinsamen Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) vom 23. bis 26. September 2026 in Frankfurt am Main.
Bisherige Versorgungslücken schließen
Athanase Benetos beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie sich Herz-Kreislauf-Erkrankungen im hohen Alter von denen jüngerer Menschen unterscheiden. Im Mittelpunkt seiner Forschung stehen hochbetagte, gebrechliche Menschen – eine Patientengruppe, die in klinischen Studien lange kaum berücksichtigt wurde. Genau diese Versorgungslücke schließt die multizentrische französische RETREAT-FRAIL-Studie, deren Ergebnisse Ende 2025 im renommierten New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden. Athanase Benetos leitete die Studie und stellt ihre wichtigsten Erkenntnisse nun auf dem gemeinsamen Kongress von DGG und DGGG vor.
Weniger Medikamente ohne Nachteile
An der Studie beteiligten sich mehr als 1.000 Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip zwei Behandlungsstrategien zugeteilt: Während eine Gruppe ihre bisherige Blutdrucktherapie unverändert fortführte, wurde die Medikation in der anderen unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle schrittweise reduziert. Das Ergebnis: Über einen Zeitraum von drei Jahren zeigte sich kein Unterschied bei Sterblichkeit oder schweren Herz-Kreislauf-Komplikationen. „Unter den richtigen Voraussetzungen kann eine schrittweise Reduktion der Therapie sicher sein“, fasst Professor Benetos zusammen. Weniger Medikamente könnten zudem Wechselwirkungen und Belastungen für die Betroffenen verringern.
Deprescribing braucht klare Regeln
Für Benetos sind die Ergebnisse kein Freibrief zum pauschalen Absetzen blutdrucksenkender Medikamente. Vielmehr gehe es darum, Nutzen und Risiken einer Behandlung regelmäßig neu abzuwägen und Therapien konsequent an die individuelle Situation älterer Menschen anzupassen. Ein hoher Grad an Gebrechlichkeit ist einer dieser Zustände, da frühere epidemiologische Studien darauf hindeuten, dass gebrechliche ältere Menschen am anfälligsten für die Nebenwirkungen einer blutdrucksenkenden Behandlung sind. Zudem wies die in der RETREAT-FRAIL-Studie untersuchte Population einen niedrigen systolischen Blutdruck (SBP < 130 mmHg) auf, der bei hochbetagten Menschen ebenfalls mit einer höheren Sterblichkeit assoziiert ist. Schließlich wurden in der RETREAT-FRAIL-Studie nur jene Medikamente reduziert, für die für den jeweiligen Patienten keine andere kardiovaskuläre Indikation vorlag – und zwar nach einem klar definierten Protokoll und unter regelmäßiger ärztlicher Überwachung.
„Die gleichen Regeln, die für das Verordnen von Medikamenten gelten, müssen auch für deren Absetzen gelten“, betont der ehemalige Präsident der Europäischen Gesellschaft für Geriatrie, der European Geriatric Medicine Society (EuGMS). Gerade darin sieht der Geriater einen Paradigmenwechsel: Nicht starre Zielwerte sollten im Mittelpunkt stehen, sondern die individuelle Lebenssituation, die funktionelle Gesundheit und die persönlichen Therapieziele älterer Menschen. „Unsere Studie öffnet ein neues Fenster für die Frage, wie wir hochbetagte und gebrechliche Menschen besser behandeln können“, sagt Benetos. „Sie zeigt, dass manchmal weniger tatsächlich mehr sein kann.“
• Keynote: Advantages and challenges of deprescribing: lessons from recent randomized clinical trials on reducing antihypertensive treatment in older patients
Prof. Dr. med. Athanase Benetos https://www.gerontologie-geriatrie-kong ... n/kn1.html
Gemeinsamer Jahreskongress DGGG & DGG
Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M.
Campus Westend, Hörsaal 3
Mittwoch, 23. September 2026, 15.15 Uhr www.gerontologie-geriatrie-kongress.org
Zur Person
Der Kardiologe und Geriater Prof. Dr. Athanase Benetos ist Professor für Geriatrie und Biologie des Alterns am Universitätsklinikum Nancy-Lorraine. 2023 wurde er in die französische Académie Nationale de Médecine gewählt. Als ehemaliger Präsident der Europäischen Gesellschaft für Geriatrie, der European Geriatric Medicine Society (EuGMS), zählt er zu den prägenden Persönlichkeiten der europäischen Altersmedizin. Seine Forschung konzentriert sich auf die Gefäßalterung, Gebrechlichkeit und die Behandlung von Bluthochdruck im hohen Lebensalter. Mit mehr als 430 wissenschaftlichen Publikationen hat er die internationale Forschung auf diesem Gebiet maßgeblich mitgeprägt.
Quelle: Pressemitteilung vom 11.08.2026
Nina Meckel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
> https://idw-online.de/de/news875720