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IW-Pflegeatlas: Wo die Pflege in Deutschland am teuersten ist

Verfasst: 29.11.2025, 07:24
von WernerSchell
Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.


IW-Pflegeatlas: Wo die Pflege in Deutschland am teuersten ist

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(Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.)

Bei den Pflegekosten in Deutschland gibt es große regionale Unterschiede. Am teuersten ist die vollstationäre Pflege in Coburg, am günstigsten in Wilhelmshaven, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Im Bundesdurchschnitt zahlen Heimbewohner im ersten Jahr ihres Aufenthalts monatlich 2.948 Euro für Pflege, Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten aus eigener Tasche. Wie hoch die Selbstkosten für Pflegebedürftige ausfallen, variiert jedoch stark innerhalb und zwischen den Bundesländern: Am niedrigsten ist die durchschnittliche Eigenbeteiligung in Sachsen-Anhalt (2.456 Euro), am höchsten in Nordrhein-Westfalen (3.314 Euro). Das zeigt eine neue IW-Auswertung auf Basis von Daten zu fast 11.000 Pflegeheimen bundesweit.

Großes Stadt-Land-Gefälle
Mit 4.079 Euro pro Monat liegt Coburg auf Kreisebene an der Spitze, der Wert wird jedoch durch eine einzelne Einrichtung verzerrt – im Median fällt die Stadt deshalb deutlich zurück. Auf dem zweiten Platz folgt Solingen mit 3.737 Euro, dahinter Düsseldorf mit 3.712 Euro. Am wenigsten zahlen Heimbewohner in Wilhelmshaven: Hier sind es nur 2.288 Euro monatlich. Insbesondere in Niedersachsen gibt es viele Kreise mit niedrigen Pflegekosten– etwa in den Landkreisen Wittmund (2.346 Euro) oder im Schaumburg (2.372 Euro).

Auffällig ist ein deutliches Stadt-Land-Gefälle: So ist ein Heimplatz in Ballungsräumen wie München (3.375 Euro), Stuttgart (3.427 Euro), oder Köln (3.597 Euro) überdurchschnittlich teuer. Ländliche Regionen Ostdeutschlands – wie das Jerichower Land in Sachsen-Anhalt (2.321 Euro) – schneiden deutlich günstiger ab. Die hohen Wohnkosten in Metropolregionen sind hierfür ein wesentlicher Faktor: In Regionen mit hohen Mieten fallen auch die Preise für vollstationäre Pflege höher aus.

Löhne sind Kostentreiber
Neben den Mieten spielen auch die Löhne eine wichtige Rolle. „Die seit 2022 geltende Tarifpflicht hat die Löhne deutlich steigen lassen – das hat sich auch in den Pflegeheimkosten niedergeschlagen“, sagt IW-Experte Maximilian Stockhausen. Die Politik müsse prüfen, ob Mindestentgelte und Leistungszuschläge zielgerichtet wirken oder nur zusätzliche Kosten verursachen.

Zur Methodik: Grundlage der Analyse sind Preisdaten der Plattform pflegelotse.de des Verbands der Ersatzkassen (vdek). Anfang Oktober 2024 wurden die Angaben zu 10.820 vollstationären Pflegeheimen automatisiert erhoben. Fehlende Investitionskosten wurden durch den jeweiligen Kreisdurchschnitt ersetzt. Betrachtet wurden die Pflegegrade 2 bis 5 sowie alle vier Kostenkomponenten – Pflege, Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten. Dargestellt werden die Kosten im ersten Aufenthaltsjahr. Der Leistungszuschlag gemäß §43c SGB XI wird bereits kostenmindernd berücksichtigt.


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Zur Studie > https://newsletter.iwkoeln.de/c/5951208 ... 065-t5v2ob
Studie als pdf-Datei > https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_u ... eatlas.pdf


Quelle: Pressemitteilung vom 17.11.2026
Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.
Postfach 10 19 42 50459 Köln
Besucheranschrift:
Konrad-Adenauer-Ufer 21
50668 Köln
Telefon: 0221 4981-0
Telefax: 0221 4981-533
Ruth Schüler / Maximilian Stockhausen / Jan Wendt / Hendrik Böhmer | 17. November 2025
Quelle und weitere Informationen > https://www.iwkoeln.de/studien/ruth-mar ... flege.html


Siehe auch unter > viewtopic.php?p=15707#p15707

Zum Thema wurde u.a. bei Facebook gepostet:
IW-Pflegeatlas: Wo die Pflege in Deutschland am teuersten ist (Presseinfo vom 17.11.2025) … > viewtopic.php?f=5&t=1464 – Bereits am 22.07.2025 wurde vom Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) mitgeteilt, dass die monatliche Eigenbeteiligung in der stationären Pflege weiter steigt. Die Forderung bereits damals: Politik muss endlich wirksam handeln > viewtopic.php?p=15707#p15707 ). – Leider ist nicht erkennbar, dass die Bundesregierung wirklich verstanden hat, wie das Problem der steigenden Belastungen der pflegebedürftigen Menschen und der Angehörigen zu lösen ist. Es ist im Übrigen so, dass neben den immensen Zuzahlungspflichten in der Heimpflege andere Kosten weiter fortbestehen können und in kurzer Zeit eine ruinöse Situation annehmen können. – Während in anderen Zusammenhängen eine verhängnisvolle Schuldenorgie gestaltet wird, bahnt sich im sozialen Netz eine katastrophale Unterversorgung an. - Werner Schell

Pflegekosten laufen davon ...

Verfasst: 06.02.2026, 08:02
von WernerSchell
Pflegekosten laufen davon ...


Die hohen Pflegekosten in Nordrhein-Westfalen waren bei der NGZ / RP schon neulich Thema. Durchschnittlich 3582 Euro werden im ersten Jahr des Heimaufenthalts an Rhein und Ruhr fällig. Was diese finanzielle Belastung für viele Familien bedeutet, muss ich hier nicht umständlich ausbreiten. Einer repräsentativen Umfrage zufolge, die die Krankenkasse DAK NRW in Auftrag gegeben hatte, macht das Thema den Menschen im Land große Sorgen. „59 Prozent der Menschen bewerten die Pflegesituation derzeit als nicht oder gar nicht gut. 46 Prozent gehen davon aus, dass sich die Situation in den kommenden zehn Jahren weiter verschlechtert“, heißt es in dem Report. Als ein weiteres drängendes Problem geben Befragte den Fachkräftemangel in der Pflege an. – So berichtet die NGZ / RP in ihrem Newsletter vom 06.02.2026.

Angesichts dieser Informationen muss aber festgestellt werden, dass in einigen Neusser Pflegeeinrichtungen bereits Eigenanteile von rd. 4.000 Euro / Monat verlangt werden. Wie es scheint, sind weitere Kostensteigerungen absehbar. – Unter diesen Gesichtspunkten ist das, was die amtierende Bundesgesundheitsministerin als Reform in Aussicht genommen hat, völlig unzureichend. Eine Reform an Haupt und Gliedern muss gestaltet werden. Dabei ist nicht etwa ausreichend, weitere Kostensteigerungen zu vermeiden. Die Kosten für die Pflegebedürftigen müssen deutlich gesenkt werden. Und dazu muss u.a. viel Geld in Hand genommen werden. Dies erscheint unvermeidlich, weil sämtliche Bundesregierung seit Einführung der Pflegeversicherung zwar immer wieder von Pflegereformen gesprochen, aber letztlich nie einen großen „Wurf“ zustande gebracht haben. Die Pflegenot hat sich über die Jahrzehnte stetig verschlimmert und eine Pflegekatastrophe ist absehbar.

Pflegenotstand auflösen - Pflegekatastrophe vermeiden! – Mit diesem Tenor habe ich mich am 06.01.2026 in einem umfänglichen Schreiben an das Bundesgesundheitsministerium, die Pflegebevollmächtige der Bundesregierung, den Patientenbeauftragten der Bundesregierung und zahlreiche weitere Adressaten gewandt und nochmals eindringlich auf die seit vielen Jahren bestehenden pflegerischen Versorgungsdefizite aufmerksam gemacht und erneut Handlungsempfehlungen vorgestellt. … > viewtopic.php?f=5&t=1515 - Mit Sprechblasen und den bislang bekannten politischen Planungen wird es keine hilfreichen Verbesserungen geben können.

Pflegenotstand auflösen - Pflegekatastrophe vermeiden!

Verfasst: 13.02.2026, 08:05
von WernerSchell
NRW-Gesundheitsminister Laumann lehnt eine Deckelung des Eigenanteils in der Pflege ab. Damit "würde man auch Menschen entlasten, die sich die Zuzahlung leisten können - und alle, auch Geringverdiener, müssten dies über höhere Beiträge oder Steuern mittragen." Laumann verweist zudem darauf, dass sich die Mehrheit die Zuzahlung leisten kann und neben der Rente noch andere Einkommensarten hat: "Zwei Drittel der Menschen, die im Heim leben, bekommen keine finanzielle Unterstützung, Hilfe zur Pflege, durch die Kommunen." - Quelle: Rheinische Post vom 13.02.2026 - Mit dieser Äußerung liegt der NRW-Gesundheitsminister Laumann völlig daneben. Um den Pflegenotstand aufzulösen bzw. eine Pflegekatastrophe zu vermeiden, sind umfängliche Reformanstrengungen geboten. Dazu habe ich mich in einem längeren Brief an das Bundesgesundheitsministerium geäußert und einige Handlungserfordernisse aufgezeigt. Dieser Brief wurde auch dem NRW-Gesundheitsministerium übermittelt. ... > viewtopic.php?f=5&t=1515 Leider ist bislang nicht zu erkennen, dass die gegebenen Hinweise aufgegriffen werden. - Werner Schell