Miteinander und nicht allein! - Gegen die Einsamkeit: Pflegeeinrichtungen zu Ankerpunkten im Quartier machen

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung
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WernerSchell
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Miteinander und nicht allein! - Gegen die Einsamkeit: Pflegeeinrichtungen zu Ankerpunkten im Quartier machen

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Miteinander und nicht allein!
Gegen die Einsamkeit: Pflegeeinrichtungen zu Ankerpunkten im Quartier machen


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Quelle: https://broschuerenservice.mags.nrw/fil ... s_3136.pdf


„Miteinander und nicht allein!“ – unter diesem Titel hat das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) im Juli 2019 ein neues Förderprogramm für Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen. Ziel des Programms ist es, bestehende Pflegeeinrichtungen zu hilfreichen Anlaufpunkten für ältere Menschen in der direkten Nachbarschaft zu entwickeln.

Das Förderprogramm „Miteinander und nicht allein“ hat sehr großen Zuspruch erfahren, wie unter anderem die Zahl der Interessensbekundungen zeigt: Knapp 100 Träger haben sich um Mittel aus dem Förderprogramm bemüht und Anträge eingereicht. Nach einer nunmehr rund 1,5-jährigen Bewerbungsphase und 50 Bewilligungen können ab 01.01.2021 keine weiteren Anträge mehr berücksichtigt werden.

Gefördert werden Projekte und Maßnahmen von Pflegeeinrichtungen, die einen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe älterer Menschen leisten. Trägerübergreifend sollen die neuen Ankerpunkte der Altersisolation vorbeugen. Dafür stellt die Landesregierung jährlich rund 2,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Einrichtungen können über drei Jahre gefördert werden. Jede der ausgewählten Einrichtungen erhält dabei einen Förderbetrag von jährlich bis zu 50.000 Euro für Personal- und Sachausgaben. Förderfähig sind Projekte zur Etablierung von Beratungs- und Informationsstrukturen, zur systematischen Kontaktaufnahme zu Menschen außerhalb der Pflegeeinrichtung oder zur Entwicklung von Teilhabeangeboten.


Förderprogramm "Miteinander und nicht allein" (PDF)https://www.mags.nrw/sites/default/file ... ine_bf.pdf

Quelle und weitere Informationen:
Ministerium für Arbeit,
Gesundheit und Soziales
des Landes Nordrhein-Westfalen
Fürstenwall 25
40219 Düsseldorf
> https://www.mags.nrw/miteinander
WernerSchell
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Quartiersarbeit fortentwickeln ...

Beitrag von WernerSchell »

Textübernahme aus Forum > https://www.wernerschell.de/forum/neu/p ... 4&p=110076


Anmerkung:
Dass sich die Pflegeeinrichtungen für die Senioren / Nachbarschaft öffnen sollen, ist eine seit Jahren vorhandene Erkenntnis im Zusammenhang mit der Gestaltung von kommunalen Quartiershilfen. So gesehen kann die Aktion des MAGS NRW begrüßt werden. Es wäre aber vorrangig wichtiger, die Gestaltung von Quartierskonzepten entsprechend den bereits gemachten Vorschlägen voran zu bringen. Eine intensivere Seniorenbetreuung muss nämlich auch dort stattfinden, wo es überhaupt keine Pflegeeinrichtung gibt. - Werner Schell

Der Brief zum Thema:

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Initiative

Vorstand: Werner Schell – Harffer Straße 59 – 41469 Neuss
Tel.: 02131 / 150779 – Fax: 02131 / 167289
E-Mail: ProPflege@wernerschell.de
Internet: http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

21.08.2019


An das
Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales
des Landes Nordrhein-Westfalen
z.Hd. von Herrn Minister Karl-Josef Laumann
Fürstenwall 25
40219 Düsseldorf

Nachrichtlich:

• An den Ministerpräsidenten des Landes NRW - Herrn Armin Laschet - Staatskanzlei - Düsseldorf
• An das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung - Referat 514 - Düsseldorf
• Medien


Sehr geehrter Herr Laumann,

Sie haben durch Presseerklärung vom 19.07.2019 mitteilen lassen, dass Sie die Pflegeeinrichtungen zu Ankerpunkten im Quartier machen wollen. Dazu will die Landesregierung Teilhabe-Angebote von Pflegeeinrichtungen mit rund 3 Mio Euro jährlich fördern. Ihre Pressemitteilung habe ich in das hiesige Forum unter der nachfolgenden Adresse vorgestellt > http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... 6&p=110076

Dazu teile ich mit:

Es ist richtig, wenn sich die Pflegeeinrichtungen zum Quartier / zu den Nachbarschaften öffnen und dazu vielfältige Angebote machen. Solche Vorstellungen sind seit vielen Jahren Gegenstand von Erörterungen und werden auch von einigen Einrichtungen schon praktiziert (sicherlich auch aus werblichen Gründen). Erst kürzlich hat ein neuer Heimleiter in einer Einrichtung in Kaarst über die Medien erklärt, dass er angetreten sei, um das Quartier in seine Aktivitäten einzubeziehen. Dies ohne finanzielle Förderung. Und so sollte das grundsätzlich auch bleiben.

Zu fördern wären allerdings kommunale Quartiershilfen, die unabhängig von Pflegeeinrichtungen gestaltet werden. Solche Quartiershilfen allein an bestehende Pflegeeinrichtungen anzubinden, ist der falsche Weg und zu kurz gesprungen. Gerade dort, wie es keine Pflegeeinrichtungen gibt, sollte sogar vorrangig an Quartiershilfen gedacht werden.

Wie das funktioniert, hat Ihre Vorgängerin im Amt, Frau Barbara Steffens, aufgezeigt. Sie hat sich bekanntlich für eine flächendeckende Quartiersarbeit - in Anbindung an das Pflegeversicherungssystem - stark gemacht und dazu viele Initiativen angestoßen (sie war auch mehrfach Podiumsgast beim Neusser Pflegetreff). Diese Politikrichtung haben Sie aber offensichtlich verlassen. Und das ist mehr als bedauerlich.

Es gibt von hier seit vielen Jahren intensive Bemühungen, flächendeckend Quartiershilfen zu gestalten. Insoweit habe ich Anfang 2012 den hiesigen Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) e.V. gewinnen können mit dem Ergebnis, dass wir in Neuss-Erfttal einfach damit begonnen haben, ohne jegliche Förderung mit der Ausgestaltung von Quartiershilfen zu beginnen (zuvor gab es wegen der Einführung von präventiven Hausbesuchen jahrelang Diskussionen in einem Arbeitskreis der Gesundheitskonferenz des Rhein-Kreises Neuss). Mittlerweile sind wir durch ergänzende Leistungen, z.B. Betreutes Wohnen, Tagespflegeeinrichtung, Angebote im Bürgerhaus, weiter gekommen. Die Stadt Neuss hat dann auch im Bürgerhaus Erfttal mit bescheidenen Finanzmitteln einen Lotsenpunkt eingerichtet. Dieser Lotsenpunkt ermöglicht u.a. vielfältige Angebote mit dem Ziel, dem Grundsatz "ambulant vor stationär" mehr Geltung zu verschaffen. Dabei bin ich auf ehrenamtlicher Basis stark eingebunden und kann daher die Wirksamkeit der Quartiershilfenarbeit gut beurteilen.

Es wäre nach den gemachten Erfahrungen mehr als wünschenswert, wenn die verfügbaren Finanzmittel für die kommunale Quartiersarbeit, auch unabhängig von Pflegeeinrichtungen, Verwendung finden könnten. Es wäre einfach an das anzuknüpfen und weiter auszubauen, was Frau Steffens begonnen hat.

Ich hatte im September 2016 Gelegenheit, Herrn Armin Laschet anlässlich einer Tagung der Landes-Alzheimergesellschaft im Landtag zu sprechen und auf die Sinnhaftigkeit von Quartierskonzepten aufmerksam zu machen. Es ging mir darum, die CDU für eine schnellstmögliche Gestaltung und Förderung von altengerechten Quartiershilfen zu gewinnen. Dies natürlich auch mit Blick auf die Landtagswahl NRW am 14.05.2017. - In dem erwähnten Gespräch wurde grundsätzlich Bereitschaft signalisiert, meine Vorschläge aufzugreifen. Leider ist es nun anders gekommen. Daher nehme ich noch einmal Gelegenheit, auf die m.E. dringend notwendige Gestaltung von Quartiershilfen - unabhängig von Pflegeeinrichtungen - aufmerksam zu machen.

Hier im Rhein-Kreis Neuss hat es übrigens mehrfach Fachtagungen zum Thema gegeben mit dem Ergebnis, dass ich dazu auch ein Statement verfasst habe. Dieses Statement ist unter folgender Internetadresse abrufbar > http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 082015.pdf

Die Zuständigkeit für die Quartiersarbeit ist nach Mitteilung des MAGS im Übrigen auf das MHKBG übergegangen. Was dort aber unter Quartiersarbeit verstanden wird, hat offensichtlich mit den bisherigen Vorstellungen zu diesem Thema weniger zu tun. Es geht wohl u.a. um bauliche Maßnahmen mit Blick auf die demografische Entwicklung. Mehrere Zuschriften meinerseits an das MHKBG haben leider zu keinerlei Verständigung über irgendeinen Gedankenaustausch geführt.

Nach all dem würde ich begrüßen, wenn die hiesigen Vorstellungen von Quartiersarbeit aufgegriffen werden könnten. Es versteht sich, dass ich gerne zu weiteren Erläuterungen und Gesprächen bereit bin. - Bedauerlicherweise konnte mir auf eine zeitgerecht übermittelte Anfrage keine Teilnahme an einem Neusser Pflegetreff mitgeteilt werden. Eine solche Veranstaltung könnte - abweichend von den bisher genannten Terminen - auch am 20.11 oder 27.11.2019 stattfinden. Vielleicht kann insoweit nochmals eine Ministerbeteiligung geprüft werden.

Es sollte im Übrigen bedacht werden, die Gestaltung von kommunalen Quartiershilfen im Zusammenwirken mit dem Bund vorzunehmen. Dieserhalb habe ich mich am 25.07.2018 an das Bundesgesundheitsministerium gewandt und u.a. ausgeführt:
Der Bund will verstärkt auf präventive Hausbesuche setzen, das steht im Koalitionsvertrag (= Koalitionsvertrag Kapitel VII, Seite 97). Dem Vernehmen nach wird zur Zeit im Zusammenhang mit dem Projekt "Gemeindeschwester Plus" in Rheinland-Pfalz über die Umsetzung der Koalitionsvereinbarung diskutiert. Da ich mich seit vielen Jahren im Rhein-Kreis Neuss für die Gestaltung von präventiven Hausbesuchen (als Teil von kommunalen Quartiershilfen) einsetze, wäre ich für eine Mitteilung dankbar, wie nun konkret Ihre Umsetzungspläne aussehen. Mittlerweile gibt es hier in Neuss-Erfttal altengerechte Quartiershilfen, generationenübergreifend gestaltet, denen auch eine Lotsenpunktunterstützung (eigentlich nur eine andere Bezeichnung für präventive Hausbesuche) angebunden werden konnte. Diese Lotsenpunktarbeit ist sehr erfolgreich gestartet, sollte aber schnellstmöglich ausgebaut und in alle Stadtteile übertragen werden. Im Übrigen darf daran gedacht werden, solche Projekte im gesamten Gebiet des Rhein-Kreises Neuss und darüber hinaus zu installieren. Da ich mich diesbezüglich weiter engagieren möchte, wäre ich für eine Mitteilung dankbar, wie eine Gestaltung von präventiven Hausbesuchen mit Hilfe der Vereinbarungen im Koalitionsvertrag ohne zeitliche Verzögerung möglich gemacht werden kann. Wie ich in meiner Stellungnahme vom 06.07.2018 zum Referentenentwurf für ein "Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz" bereits ausgeführt habe, sind kommunal gestaltete Quartiershilfen, durch präventive Hausbesuche bzw. Lotsen komplettiert, bestens geeignet, im Rahmen der Pflegeversicherung den Grundsatz "ambulant vor stationär" umzusetzen.
Auf diese Zuschrift vom 25.07.2018 hat es bislang keine Rückmeldung gegeben. Jens Spahn greift viele Themen auf, sieht aber bei den präventiven Hausbesuchen offensichtlich keine für ihn werbewirksame Thematik. Mehr als bedauerlich. Vielleicht kann das Land NRW den Bund mit Hinweis auf den Koalitionsvertrag in die Pflicht nehmen?

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell
Diplom-Verwaltungswirt - Oberamtsrat a.D. - Buchautor/Journalist - Dozent für Pflegerecht
Mitglied im Verband der Medizin- und Wissenschaftsjournalisten e. V.- http://www.medizinjournalisten.de/
http://www.wernerschell.de - Pflegerecht und Gesundheitswesen
Infos auch bei https://www.facebook.com/werner.schell.7 bzw. https://twitter.com/SchellWerner


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Die "Konzertierte Aktion Pflege" (KAP) hat einen Maßnahmenkatalog ohne Finanzierungsbasis präsentiert. So lassen sich der Pflegenotstand - ambulant und stationär - nicht auflösen. "Ohne Moos nichts los!" Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat am 17.07.2019 Stellung genommen! - Näheres unter > http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... 98#p109698

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
ist Initiator bzw. Mitbegründer des Quartierkonzeptes Neuss-Erfttal.
ist Unterstützer von "Bündnis für GUTE PFLEGE".
ist Unterstützer der "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen".
tritt für wirksame Patientenrechte und deren Durchsetzung ein.
unterstützt im Rahmen der Selbsthilfe auch Patienten mit Schlaganfall einschließlich deren Angehörige.
ist Mitgründer und Mitglied bei "Runder Tisch Demenz" (Neuss).


+++
In der vorstehenden Angelegenheit wurde heute, 13.06.2021, das MAGS mit dem nachfolgenden Text erneut angeschrieben und an eine Rückmeldung erinnert:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich befasse mich seit über 10 Jahren intensiv mit dem Thema Quartiersarbeit (auch als präventive Hausbesuche oder Lotsenpunkte bezeichnet). Diese Thematik hat das MAGS 2019 unter der Bezeichnung "Miteinander und nicht allein" (mit Blick auf Vereinsamungen) aufgegriffen. Damit wurden allerdings die Unterstützungsstrukturen verengt, weil sie die Förderung auf sog. Ankerpunkte (= Anbindung an Pflegeeinrichtungen) konzentrieren wollen.

Dazu habe ich Ihnen am 21.08.2019 geschrieben (siehe unten) und leider bislang keine verwertbare Antwort erhalten. Die Corona-Pandemie hat aber gezeigt, dass in den Kommunen nahe bei den (älteren bzw. pflegebedürftigen) Menschen Unterstützungsstrukturen gegeben sein müssen, um gezielt Hilfen, Gespräche usw. anbieten zu können (weit über das Thema Einsamkeit hinaus). Solche Hilfen hat es zwar teilweise seit 2020 wegen der Corona-Pandemie in bescheidener Form gegeben. Allerdings erfolgten die Hilfen weitgehend unkoordiniert und sind dann auch wieder schnell zerbröselt.

Dies alles gibt mir Veranlassung, die von hier für erforderlich erachteten Quartiershilfen, auch ohne Heimanbindung erneut aufzugreifen und diesbezüglich entsprechende Initiativen einzufordern. Das erst vor wenigen Tagen im Dt. Bundestag beschlossene Pflegereförmchen, ist völlig unzureichend und hat die in der Groko-Koalitionsvereinbung angesprochenen präventiven Hausbesuche nicht einmal angesprochen, geschweige denn, Regelungen getroffen. Ich sehe daher die Länder in der Pflicht und würde es begrüßen, wenn im Land NRW dieses Thema schnellstmöglich im Sinne meiner Anregungen aufgegriffen werden könnte.

Es war von hier für den 06.05.2020 ein Pflegetreff mit Herr Karl-Josef Laumann (siehe die Abstimmungen mit dem Ministerbüro) fest geplant. Wegen der Corona-Pandemie musste die Veranstaltung aber abgesagt werden. Es war vorgesehen, bei diesem Treff auch das Thema Quartiershilfen zu behandeln > https://www.wernerschell.de/forum/neu/v ... =7&t=23481 - Möglicherweise kann darüber befunden werden, ob in einigen Monaten eine neue Treffplanung erfolgen kann. Zunächst würde ich eine Rückmeldung sehr begrüßen.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell
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Fast 6 Millionen ältere Menschen leben allein

Beitrag von WernerSchell »

PRESSEMITTEILUNG des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) Nr. N057 vom 29.09.2021

Fast 6 Millionen ältere Menschen leben allein

- Zahl der über 65-Jährigen in Ein-Personen-Haushalten binnen 20 Jahren um 17 % gestiegen
- 96 % der über 65-Jährigen leben im eigenen Zuhause, 4 % in Heimen
- 55 % der Pflegebedürftigen sind 80 Jahre und älter55 % der Pflegebedürftigen sind 80 Jahre und älter

WIESBADEN – Die meisten Menschen in Deutschland leben im Alter im eigenen Zuhause. Für eine wachsende Zahl von ihnen bedeutet dies allerdings ein Leben allein. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Internationalen Tag der älteren Menschen am 1. Oktober mitteilt, lebten im Jahr 2020 rund 5,9 Millionen Menschen ab 65 Jahren allein – das war jede dritte Person (34 %) in dieser Altersgruppe. 20 Jahre zuvor waren es noch 5,1 Millionen. Wenn Partner oder Partnerin sterben, bleiben viele ältere Menschen allein zurück. Das ist der Hauptgrund dafür, dass mit zunehmendem Alter der Anteil der Alleinlebenden steigt: So lebte von den über 85-Jährigen 2020 bereits deutlich mehr als die Hälfte (58 %) allein. Gaben in der Altersgruppe 65plus noch fast zwei Drittel (62 %) an, einen Partner oder eine Partnerin zu haben, so war es in der Altersgruppe 85plus nur noch gut ein Drittel (34 %).

+++
Die vollständige Pressemitteilung sowie weitere Informationen und Funktionen sind im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter https://www.destatis.de/pressemitteilungen zu finden.

Herausgeber:
DESTATIS | Statistisches Bundesamt
Gustav-Stresemann-Ring 11
65189 Wiesbaden
Telefon: +49 611 75 3444
www.destatis.de/kontakt

Erreichbarkeit: montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr.
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Hochaltrige Menschen leiden unter Kontaktbeschränkungen, empfinden aber höhere gesellschaftliche Wertschätzung

Beitrag von WernerSchell »

Bundesfamilienministerium

Hochaltrige Menschen leiden unter Kontaktbeschränkungen, empfinden aber höhere gesellschaftliche Wertschätzung
Bericht zu wahrgenommenen Auswirkungen der Pandemie auf die Lebenssituation von Menschen über 80 Jahren


Hochaltrige Menschen über 80 Jahren erleben die durch die Corona-Pandemie bedingten Veränderungen zumeist als Belastung – aber machen auch positive Erfahrungen. So haben viele ältere Frauen und Männer Angst oder fühlen sich hilflos. Es gibt aber auch diejenigen, die in der Pandemie aktiv durch individuelle Bewältigungsmechanismen ihr Wohlbefinden aufrechterhalten. Das ist eines der Ergebnisse der vom Bundesseniorenministerium geförderten Studie „Hohes Alter in Deutschland“ (D80+).
Der nun vorliegende erste Bericht „Wahrgenommene Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Lebenssituation älterer Menschen“ der Studie zeigt, dass die Erfahrungen Hochbetagter sehr unterschiedlich sind. Während manche Ältere zu Corona-Zeiten weniger soziale Unterstützung erhalten, bekommen andere mehr Hilfe als sonst. Die Kontaktbeschränkungen wurden überwiegend als Belastung wahrgenommen. Daneben gibt es aber auch positive Veränderungen, beispielsweise in der wahrgenommenen gesellschaftlichen Wertschätzung.
Immer mehr Menschen erreichen in Deutschland ein sehr hohes Alter, aktuell sind es 5,9 Millionen Menschen über 80 Jahren. Dennoch ist über die Lebensqualität der Hochaltrigen wenig bekannt. Insbesondere in Zeiten von Covid-19 ist es notwendig, ein aktuelles Bild der Lebensqualität hochaltriger Menschen zu erhalten. Der erste Bericht des D80+-Projektes beschreibt die von sehr alten Menschen selbst wahrgenommenen Veränderungen während der Pandemie. Er basiert auf Angaben von mehr als 10.000 zufällig ausgewählten Personen im Alter von 80 Jahren oder älter im gesamten Bundesgebiet, die zwischen November 2020 und April 2021 befragt wurden.
Die wichtigsten Ergebnisse des Berichts im Überblick:
Insgesamt 5 Prozent der Über-80-Jährigen berichten von einer eigenen Corona-Erkrankung. Insbesondere Frauen, Personen in älteren Altersgruppen und Heimbewohnerinnen und -bewohner sind häufiger erkrankt als andere.
Abstandsregelungen und Kontaktbeschränkungen sind das wichtigste Thema. Sozialen Kontakten und Zusammenhalt kommt immer größere Bedeutung zu. Erfreulich ist: Das Vertrauen in die eigene Nachbarschaft ist für einen erheblichen Teil der sehr alten Menschen in der Pandemie noch gestiegen.
Die meisten hochaltrigen Menschen geben an, dass sich ihre Lebenssituation in wichtigen Lebensbereichen durch die Pandemie nur wenig verändert hat.
Lange Lebenserfahrung und biographische Ereignisse wie Kriegs- und Nachkriegszeit helfen Hochbetagten, Erkrankungen und Einschränkungen zu bewältigen.
Viele sehr alte Menschen konnten von der pandemiebedingten Ausweitung digitaler Angebote nicht profitieren. Nur ein Viertel der hochaltrigen Menschen, die online sind, berichten über Veränderungen in der eigenen Nutzung des Internets durch die Corona-Pandemie.
Die Studie „Hohes Alter in Deutschland“ (D80+) wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und vom Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres) sowie dem Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) durchgeführt.
Bis Herbst 2022 sollen neun weitere Kurzberichte folgen, die die Themen soziale Ungleichheit und Einkommensungleichheit, Digitale Teilhabe, Gesundheits- und Krankheitserleben, Versorgung von Menschen mit Demenz, Einsamkeit, Soziale Unterstützung, Wohnumfeld und Alltagskompetenz, Präferenzen und Wünsche, sowie Zufriedenheit und Wohlbefinden in den Blick nehmen.
Die Berichte und weitere Informationen finden sich unter https://ceres.uni-koeln.de/forschung/d80 und https://www.dza.de/forschung/aktuelle-p ... chland-d80

Web-Ansicht: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/ ... ung-187176

Quelle: Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums 080 Veröffentlicht am 22.11.2021
Kontakt
Telefon: 030 201 791 30
E-Mail: poststelle@bmfsfj.bund.de (mailto:poststelle@bmfsfj.bund.de)
Glinkastraße 24
10117 Berlin
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Sorgende Gemeinschaften brauchen verlässliche Strukturen

Beitrag von WernerSchell »

Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW e.V.

"Sorgende Gemeinschaften brauchen verlässliche Strukturen"

Düsseldorf, 22. November 2021. Unter dem Titel „Demenz – Herausforderungen für die Kommunen“ hat der Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW am Mittwoch auf seinem Symposium im Düsseldorfer Landtag mit Experten und politisch Verantwortlichen diskutiert, wie Kommunen sicherstellen können, dass Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen in ihren Heimatgemeinden Halt und Entlastung finden.

Prof. Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg definierte die Kommune als sorgende Gemeinschaft, die Strukturen ausbilden müsse, um professionelle Angebote und bürgerschaftliches Engagement zum Nutzen der Betroffenen zusammenzuführen. Der international anerkannte Altersforscher mahnte angesichts der demografischen Entwicklung zur Eile. Schon jetzt sei familiäre Unterstützung häufig nicht mehr in dem Maße möglich, wie sie gebraucht werde. Pflegende Angehörige seien körperlich und seelisch tief erschöpft. Kommunen müssten sich fragen: „Wie können wir den pflegenden Angehörigen Arbeit abnehmen?“

Netzwerke zum Nachmachen
Martin Polenz von der Fachstelle Zukunft Alter der Stadt Arnsberg und Katja von den Benken, Koordinatorin Quartiersarbeit vom Arbeiter-Samariter-Bund Region Düsseldorf e.V. berichteten in je eigenen Vorträgen, wie es in Arnsberg bzw. dem Krefelder Stadtteil Fischeln gelungen sei, die Gemeinschaft incl. Vereine, Kirchen, Leistungsanbieter und Verwaltungen für die Unterstützung und Einbindung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu begeistern. Die Netzwerk-Koordinatoren führten eine Vielzahl an vorbildlichen inklusiven und fördernden Angeboten auf, die hauptsächlich durch ehrenamtliches Engagement entstanden sind: von der Freiwilligenagentur über den Zirkus der Generationen, gemeinsame Karnevalsfeiern, Koch-Aktionen und Ausflüge bis hin zum Mehrgenerationen-Wohnen. Beide Netzwerke bzw. ihre Koordinationsstellen sind über längere Zeiträume von Stiftungen finanziert worden, profitieren mittlerweile aber auch von kommunalen Mitteln.
In der von „Doc Esser“ moderierten Podiumsdiskussion nahmen die gesundheitspolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Landtagsfraktionen CDU, FDP, SPD und Grüne kontroverse Positionen zu der Frage ein, ob die Ausbildung von kommunalen Netzwerken für die Unterstützung von zuhause lebenden Menschen mit Demenz eine freiwillige Aufgabe der Kommunen mit unsicherer finanzieller Ausstattung bleiben könne oder ob dies nicht im Gegenteil eine auch finanziell hinterlegte Pflichtaufgabe werden müsse. Weitgehend einig war man sich immerhin, dass eine wirksame Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen Kontinuität brauche.

„Wir brennen für dieses Thema. Unterstützen Sie uns!“
Auf die Aussage auf dem Podium, ohne „Menschen vor Ort, die für die Sache brennen“, gehe es nicht, wandte sich der stellvertretende Vorsitzende von Alzheimer NRW, Prof. Dr. Ralf Ihl, in eindringlichem Ton an die Landtagsfraktionen: „Alzheimer NRW brennt für dieses Thema. Von Ihnen erhoffe ich, dass Sie uns unterstützen. Und zwar in dem Sinne, dass Sie uns in einem Projekt ermöglichen, alle Kommunen zu coachen, eine vernünftige Struktur aufzubauen.“

Ralf Ihl, Chefarzt der Klinik für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie und Leiter des Demenzforschungszentrums am Alexianer-Krankenhaus Krefeld, hat maßgeblich dazu beigetragen, dass in Krefeld schon seit 2007 ein hoch wirksames Unterstützungs-Netzwerk für Menschen mit Demenz entstanden ist. Dank umfangreicher Kooperationen innerhalb des gesamten Versorgungsnetzes ist es gelungen, dass Menschen mit der Diagnose Demenz und ihre sorgenden Angehörigen in Krefeld ohne große Umwege und nervenaufreibende Recherchen von Anfang an die jeweils passende Unterstützung erhalten. Für Kontinuität sorgt eine unabhängige feste Begleitperson, die in Absprache mit den Betroffenen über den ganzen Verlauf der Erkrankung die jeweils passenden Angebote organisiert, seien es Pflegehilfsmittel, ein ambulanter Pflegedienst, ein Platz in einer Tagesstätte, psychologische Hilfe oder Angebote der Selbsthilfe und Freizeitgestaltung.

Dieser unabhängige begleitende Koordinator ist auch fest mit dem Hausarzt verbunden. Kranken und Angehörigen steht damit das gesamte medizinische und soziale Hilfesystem zur Verfügung. So erhalten sie über den gesamten Krankheitsverlauf konstant alle Informationen und Hilfen, die heutzutage möglich sind.

Eine Begleitforschung zeigte, dass vorher geplante, aber doch unerwünschte Heimaufenthalte über Jahre ohne erhebliche Zusatzkosten vermieden werden können. Das von vielen Gesundheitsministern gelobte Vorbild ist ministeriell allerdings bis heute anderen Kommunen nicht angeboten worden.

Regina Schmidt-Zadel gewürdigt
Das Symposium des Landesverbandes wurde von dem erst kürzlich gewählten neuen Vorsitzenden, Dr. Peter Pick, geleitet. Der promovierte Sozialökonom würdigte seine Vorgängerin Regina Schmidt-Zadel mit warmen Worten als „Kümmererin im besten Sinne“, mit der Fähigkeit, die Menschen zu erreichen, auch solche in hohen Positionen. Mit klarem Kompass, Beharrlichkeit und Charme, immer an der Seite der Betroffenen, habe sie bewirkt, dass der Landesverband heute ein gutes Standing habe und bestens vernetzt sei. Nach 18 Jahren unter ihrem Vorsitz gehe für den Landesverband „eine Ära zu Ende“.
Udo Diehl, Abteilungsleiter im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, überbrachte dem Landesverband und besonders der neuen Ehrenvorsitzenden Regina Schmidt-Zadel herzliche Grüße von Gesundheitsminister Karl- Josef Laumann, der leider verhindert sei. An die Adresse der rund 140 Symposiums-Teilnehmenden, die die Veranstaltung in Präsenz oder online verfolgten, sagte der Ministerialdirigent im weiteren Verlauf seiner Begrüßungsrede, es sei ein Fehler der verantwortlichen Politik gewesen, in der Pandemie die Altenpflegeheime zu schließen, auch wenn dies damals alternativlos erschienen sei.

Die Landtagsfraktion der CDU war in diesem Jahr Gastgeberin des Symposiums und hatte den Tagenden ihren Fraktionssaal zur Verfügung gestellt.

Alzheimer Gesellschaft Kreis Neuss/Nordrhein e.V. ausgezeichnet
Auch in diesem Jahr verlieh der Landesverband gemeinsam mit der neuraxFoundation gGmbH den Preis für Engagement in der Demenzselbsthilfe. Die Auszeichnung stand in diesem Jahr unter dem Motto: „Pflegende Angehörige zwischen Liebe, Pflichtgefühl und Selbstfürsorge“. Preisträgerin 2021 ist die Alzheimer Gesellschaft Kreis Neuss/Nordrhein e.V. Seit mehr als 28 Jahren engagiert sich der gemeinnützige Verein für Betroffene und ihre Angehörigen, bietet Beratung und Selbsthilfe.
Vereinsvorsitzende Heidemarie Marona und Sozialpädagogin Sandra Menge nahmen den Preis stellvertretend für Vorstand, Team und Mitglieder entgegen.

Quelle: Pressemitteilung vom 22.11.2021
V.i.S.d.P. Dr. Peter Pick, Vorsitzender
Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW e.V. Bergische Landstraße 2 * 40629 Düsseldorf
Tel. 0211/240869 – 10* Fax. 0211/240869 - 11
presse@alzheimer-nrw.de * www.alzheimer-nrw.de


Der Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW e.V. wurde 2003 gegründet. Er ist die Interessenvertretung der regionalen Alzheimer Gesellschaften und Alzheimer Angehörigen- Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeinitiativen in NRW. Er führt laufend eigene Projekte durch, z.B. das Projekt "Leben mit Demenz", eine Schulungsreihe für Angehörige. Er ist Veranstalter von Fachtagungen und Herausgeber eigener Publikationen. Er setzt sich für einen würdevollen Umgang mit Menschen mit Demenz ein, insbesondere in der Pflege, und wirkt an der Verbesserung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Gremien, Ausschüssen und auf politischer Ebene mit.

Vorstandsvorsitzender: Dr. Peter Pick., stellv. Vorsitzende: Prof. Dr. Ralf Ihl, Stefanie Oberfeld
WernerSchell
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Gesundheit, Miteinander und Bildung schützen vor Einsamkeit im hohen Alter

Beitrag von WernerSchell »

Bundesfamilienministerium


Gesundheit, Miteinander und Bildung schützen vor Einsamkeit im hohen Alter
Die meisten über 80-Jährigen sind nicht einsam, der Anteil einsamer alter Menschen hat sich während der Pandemie aber verdoppelt.


Auch während der Corona-Pandemie sind sehr alte Menschen durch­schnittlich eher selten von Einsamkeit betroffen: 12,1% im Alter von 80 Jahren oder älter fühlen sich einsam. Eine gute Gesundheit, eine hohe formale Bildung, ein großes Netzwerk und eine Partnerschaft schützen vor Einsamkeit im hohen Alter. Das zeigen die Ergebnisse der vom Bundessenioren­ministerium geförderten Studie „Hohes Alter in Deutschland“ (D80+). Demnach ist das Einsamkeitsrisiko innerhalb der Gruppe der Hochaltrigen jedoch sehr ungleich verteilt. In der Altersgruppe der (über) 90-Jährigen, bei Frauen und bei Personen in Heimen sind deutlich mehr Personen einsam. Zudem sind Frauen im hohen Alter häufiger von Einsamkeit betroffen, insbesondere aufgrund von Partnerlosigkeit.
Anne Spiegel, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:
„Es ist gut, dass die meisten Menschen im hohen Alter nicht per se einsam sind. Aber die Pandemie hat viele einsam gemacht, die es davor nicht waren. Viele ältere Menschen haben sich zurückgezogen und ihre Kontakte eingeschränkt, um sich vor Corona zu schützen. Einsamkeitsgefühle haben dadurch leider zugenommen. Als Gesellschaft dürfen wir hier nicht wegschauen. Im Koalitionsvertrag haben wir daher vereinbart, die Einsamkeit im Alter überwinden zu helfen. Dafür werden wir eine Strategie gegen Einsamkeit erarbeiten. Außerdem wollen wir Verantwortungs­gemeinschaften gezielt fördern. Dazu gehören auch Lebensmodelle im höheren Alter. Wenn verwitwete Menschen zusammenleben, tragen sie nicht nur füreinander Verantwortung, sondern beugen auch der Einsamkeit im Alter vor.“ Das Bundesseniorenministerium fördert bereits gezielte Angebote für die Hochaltrigen. Das Projekt „Miteinander Füreinander“ des Malteser Hilfsdienstes erprobt noch bis 2024 an rund 110 Standorten bundesweit neue Zugangswege zu den besonders schwer erreichbaren Hochaltrigen. Vor Ort werden Angebote wie Besuchs- und Einkaufsdienste geschaffen und viele neue Ehrenamtliche jeden Alters gewonnen.
Im 4. Bericht zu Ergebnissen der D80+-Studie wurde das Einsamkeits­empfinden der Befragten im Alter von 80 Jahren und älter in den Vorder­grund gestellt. Als einsam wurden dabei alle Personen eingestuft, die im Rahmen der schriftlichen Befragung angegeben haben, meistens oder (fast) immer einsam zu sein. Neben Alters- und Geschlechtsunterschieden wurden auch Unterschiede nach Wohnform (Heim oder privat) betrachtet. Auch relevante Schutzfaktoren (Partnerschaft, große soziale Netzwerke, gute Gesundheit und hohe Bildung) wurden berücksichtigt. Insgesamt basieren die Analysen auf den Angaben von mehr als 10.000 zufällig ausgewählten Personen im Alter ab 80 Jahren, die zwischen November 2020 und April 2021 im gesamten Bundesgebiet befragt wurden.
Die zentralen Ergebnisse der Studie sind:
Auch unter dem Eindruck der Coronapandemie sind 87,9% der Hochaltrigen nicht einsam. Der Anteil einsamer sehr alter Menschen liegt zum Befragungszeitpunkt mit 12,1% allerdings doppelt so hoch wie für den Zeitraum vor der Pandemie berichtet.
Einsamkeit nimmt über Altersgruppen in der späten Lebensphase zu. 22,1% der Personen im Alter von 90 Jahren oder älter, aber nur 8,7% der Personen im Alter von 80-84 Jahren, beschreiben sich als einsam.
Frauen sind mehr als doppelt so häufig von Einsamkeit im Alter betroffen wie Männer (15% im Vergleich zu 7,4%). Für die höhere Rate von Einsamkeit ist vor allem der geringere Anteil von Partnerschaften bei hochaltrigen Frauen verantwortlich.
Der Anteil einsamer älterer Menschen in Heimen beträgt 35,2%, während er in Privathaushalten 9,5% beträgt.
Ein großes soziales Netzwerk und eine Partnerschaft schützen vor Einsamkeit im Alter. Partnerlosigkeit stellt insbesondere bei jüngeren Hochaltrigen einen Risikofaktor für Einsamkeit dar.
Eine schlechtere subjektive Gesundheit stellt ein Einsamkeitsrisiko dar. Ältere Menschen mit (sehr) gutem subjektiven Gesundheitsstatus sind deutlich seltener einsam als ältere Menschen mit (sehr) schlechter subjektiver Gesundheit.
Hohe Bildung ist ein Schutzfaktor vor Einsamkeit im sehr hohen Alter, von dem Frauen jedoch in geringerem Ausmaß profitieren.
Die Studie „Hohes Alter in Deutschland“ (D80+) wird vom Bundes­ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und vom Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres) sowie dem Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) durchgeführt. Bis Herbst 2022 folgen weitere Kurzberichte zu den Themen Digitale Teilhabe, Versorgung von Menschen mit Demenz, Soziale Eingebundenheit, Wohnumfeld und Alltagskompetenz, Präferenzen und Wünsche sowie Zufriedenheit und Wohlbefinden. Bereits erschienen sind Kurzberichte zur Lebenssituation Hochaltriger während der Covid19-Pandemie, zu Altersarmut und zur gesundheitlichen Lage im hohen Alter.
Die veröffentlichten Kurzberichte und weiterführende Informationen zum Projekt finden sich auf den Internetseiten der beteiligten Institutionen ceres (https://ceres.uni-koeln.de/forschung/d80) und DZA (https://www.dza.de/forschung/aktuelle-p ... chland-d80).

Web-Ansicht: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/ ... ter-192788

Quelle: Pressemitteilung 006 Veröffentlicht am 28.01.2022
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Wer soll uns in Zukunft pflegen? Diskussion beim Deutschlandfunk ...

Beitrag von WernerSchell »

In den sozialen Netzwerken gepostet:

"Wer soll uns in Zukunft pflegen?" - Eine Live-Sendung vom Deutschlandfunk vom 27.02.2015 abhörbar unter http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... pflege.mp3 Die hiesigen Aussagen, v.a. zu den vielfach geforderten kommunalen Unterstützungshilfen (Präventive Hausbesuche), sind weiter zutreffend (> https://www.neuss-erfttal.de/forum/view ... ?f=5&t=518 ). Die notwendigen Reformen stehen immer noch aus! - Im Studio: Werner Schell, Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk. Zugeschaltet Karl-Josef Laumann, 2015 Pflege- und Patientenbeauftragter der Bundesregierung (Berlin) und Alexander Künzel, Vorstandsvorsitzender der Bremer Heimstiftung, Mitglied des Netzwerks Soziales neu gestalten (SONG). Die Fachgespräche wurden durch weitere Zuschaltungen und Anrufer ergänzt.

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WernerSchell
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Die Gesundheitsversorgung in NRW neu denken - „GemeindeschwesterPlus“ als Modell für die Zukunft?

Beitrag von WernerSchell »

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DBfK Nordwest e.V.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit



Die Gesundheitsversorgung in NRW neu denken
Taugt die „GemeindeschwesterPlus“ als Modell für die Zukunft?


Im nordrhein-westfälischen Landtagsausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales wird am 8. Februar 2022 ein Antrag der SPD-Fraktion beraten, dessen Ziel die Stärkung der Prävention und sozialen Teilhabe von Senior:innen ist. Pflegebedürftigkeit und Vereinsamung sollen entgegengewirkt werden durch die Erprobung des „GemeindeschwesterPlus“ Modells in NRW. Der DBfK sieht darin einen Schritt in die richtige Richtung – für eine nachhaltige Verbesserung der primären Gesundheitsversorgung braucht es allerdings mehr.
„Die Etablierung dieses Modells kann der Einstieg in eine dringend notwendige Langzeitstrategie sein“, sagt Martin Dichter, Vorsitzender des DBfK Nordwest. „Wir brauchen aber ein Gesamtkonzept zur zukunftsfähigen Primärversorgung in NRW für 2030. Dafür müssen Landeskrankenhausplanung, Planung der kassenärztlichen Sitze, eine noch zu etablierende Landespflegeplanung und die Planungen für kommunale Prävention, Rehabilitation und Gesundheitskompetenz zusammengedacht werden.“
Der Antrag nimmt Bezug auf eine der größten Herausforderungen unserer Zeit: die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung, besonders für ältere und chronisch kranke Menschen, vor dem Hintergrund einer steigenden Zahl von Ein-Personen-Haushalten im Alter und dem Wegbrechen familialer Unterstützungsstrukturen. Hier setzt das Konzept „GemeindeschwesterPlus“ an, mit dem Blick auf lokale Strukturen in Kommune, Stadtteil oder Quartier.
„Wir sehen darin die Chance, ein attraktives Berufsfeld für akademisch qualifizierte Pflegende auf- und auszubauen. Dazu braucht es allerdings mehr als einzelne Modellversuche in den Bundesländern und die im Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) erwähnte Übertragung heilkundlicher Aufgaben“, betont Martin Dichter. „NRW hat jetzt die Chance, dem auch im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vorgesehenen Community Health Nursing (CHN) den Weg zu bereiten. Für eine bessere Primärversorgung muss in den Auf- und Ausbau hochschulischer Bildung investiert werden, mit einem Masterstudiengang CHN an der Universität Witten/Herdecke ist es nicht getan. Wir als DBfK fordern, dass bis 2030 gut 50 Prozent der Ausbildungskapazitäten an Hochschulen angesiedelt sind. In Anbetracht der komplexen Anforderungen muss die Primärversorgung in NRW grundlegend neu gedacht werden – unter Einbeziehung pflegerischer Kompetenz.“

Die Stellungnahme des DBfK Nordwest zum SPD-Antrag finden Sie hier > https://www.dbfk.de/media/docs/regional ... 2.2022.pdf

Quelle: Pressemitteilung vom 08.02.2022
Katharina von Croy M.A. | Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest e.V.
Geschäftsstelle | Bödekerstr. 56 | D-30161 Hannover
Regionalvertretung Nord | Am Hochkamp 14 | D-23611 Bad Schwartau
Regionalvertretung West | Beethovenstraße 32 | D-45128 Essen
Telefon +49 511 696844-136 | Mobil +151 42228489 | nordwest@dbfk.de
www.dbfk.de

Die Pressemitteilung als PDF
2022_02_08_PK GemeindeschwesterPlus_final.pdf > https://cache.pressmailing.net/content/ ... 2_02_08_PK Gemein~esterPlus_final.pdf
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