Deprescribing = unnötige, potenziell schädliche oder nicht mehr benötigte Arzneimittel bei älteren Menschen reduzieren

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WernerSchell
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Deprescribing = unnötige, potenziell schädliche oder nicht mehr benötigte Arzneimittel bei älteren Menschen reduzieren

Beitrag von WernerSchell »

Deprescribing bezeichnet die kontrollierte Anpassung von Medikamenten, um unnötige, potenziell schädliche oder nicht mehr benötigte Arzneimittel bei älteren Menschen zu reduzieren.

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Isabell Waltering:

Ältere Patienten wenden zumeist mehrere Arzneimittel zur Behandlung ihrer Erkrankungen an. Auch wenn diese Medikamente zur Therapie von Beschwerden und Symptomen verordnet werden, so können ihre Nebenwirkungen, speziell für ältere Patienten mit vielen Arzneimitteln, schädlich sein. Solche unangemessenen Medikamente sind für 11% der Krankenhauseinweisungen verantwortlich. Obwohl dieser Umstand bekannt ist, sind Daten, wie man diese Medikation für diese verletzliche Population beendet, nur spärlich vorhanden. Forschungsdaten belegen, dass eine präzise Struktur und sorgfältige Planung für einen erfolgreichen Deprescribing-Prozess unabdingbar sind, was auch bedeutet, verschiedene Beteiligte in diesen Prozess miteinzubeziehen, um für Patienten ein optimales Ergebnis zu erzielen. Bislang existiert keine Vorgabe, wie Phytopharmaka in diesen Prozess eingebunden werden können. Dieser Artikel liefert eine Definition für Deprescribing im deutschsprachigen Raum, eine Beschreibung der strukturierten Vorgehensweise und bietet einen Ansatz zur Einbeziehung von Phytotherapeutika in den Deprescribing-Prozess.

… (weiter lesen unter) … > https://natuerlich.thieme.de/therapieve ... alter-4015


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Die Ärzte Zeitung hat in ihrer Ausgabe vom 12.01.2026 das Thema aufgegriffen und getitelt: „ASS-Medikation: Bei gestürzten Senioren die Chance zum Deprescribing nutzen.“ Es wird u.a. ausgeführt: „Sind ältere Menschen gestürzt, sollten Ärztinnen und Ärzte dies zum Anlass nehmen, zu überprüfen, ob antithrombotisch wirksame Medikamente wie ASS nicht besser abgesetzt werden sollten. Darauf weist ein US-Team hin“.
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