"Ausbildungsoffensive Pflege" - Kampagne „Pflege kann was“

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe
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WernerSchell
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"Ausbildungsoffensive Pflege" - Kampagne „Pflege kann was“

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Berufsfeld Pflege bietet vielfältige Beschäftigungs- und Aufstiegschancen
Bundesseniorenministerium startet Kampagne zur Stärkung der Pflegeausbildung

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Während die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Zukunft weiter steigen wird, besteht bereits heute ein erheblicher Mangel an Pflegefachkräften. Um auch zukünftig eine gute und professionelle Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege gewährleisten zu können, muss die Ausbildung gestärkt werden. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) startet deshalb heute im Rahmen der „Ausbildungsoffensive Pflege“ die bundesweite Informations- und Öffentlichkeitskampagne „Pflege kann was“.

Bundesministerin Lisa Paus:„Wenn wir mehr Menschen für das Berufsfeld Pflege gewinnen wollen, müssen wir den Beruf attraktiver machen. Es gelingt, immer mehr Menschen für diese wichtige Arbeit zu begeistern. Die immense Bedeutung, die dieser Beruf hat, spiegelt sich endlich auch auf dem Ausbildungsmarkt wider. 2021 haben 7 Prozent mehr Menschen eine Ausbildung begonnen als im Jahr zuvor. Allerdings sind noch immer nur rund ein Viertel der Auszubildenden männlich und in der neuen hochschulischen Pflegeausbildung bleiben trotz hervorragender Berufsperspektiven viele Studienplätze unbesetzt. Das zeigt: Wir müssen besser über den Pflegeberuf informieren und die Möglichkeiten, die er bietet, aufzeigen.“

Die Kampagne „Pflege kann was“ soll über die vielfältigen Beschäftigungs- und Aufstiegschancen in der Pflege informieren und Vorurteilen gegenüber der Ausbildung und dem Beruf entgegenwirken. Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler mit und ohne Hochschulzugangsberechtigung sowie Erwachsene, die sich beruflich neu orientieren wollen. Die Kampagne setzt dabei nicht auf kurzfristige Effekte, sondern auf kontinuierliche Information und soll bis zum Jahr 2025 laufen.


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Weitere Informationen zur Pflegeausbildung und der Kampagne „Pflege kann was“ finden Sie unter www.pflegeausbildung.net.

Quelle: Pressemitteilung vom 08.11.2022
Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Glinkastraße 24
10117 Berlin
Telefon: 03018/ 555 - 0
Telefax: 03018/ 555 - 1145
E-Mail: poststelle@bmfsfj.bund.de
> https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/ ... cen-203924


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Zur Kampagne ergibt sich folgende Beurteilung:

• Während die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Zukunft weiter steigen wird, besteht bereits heute ein erheblicher Mangel an Pflegefachkräften. Folgerichtig hat das BMFSFJ am 08.11.2022 im Rahmen der „Ausbildungsoffensive Pflege“ die bundesweite Informations- und Öffentlichkeitskampagne „Pflege kann was“ gestartet … > viewtopic.php?f=4&t=605&p=7044#p7044
• Diese Kampagne, so gut sie gemeint sein mag, wird den Pflegenotstand aber nicht auflösen helfen. Es bedarf einer grundlegenden Pflegereform, die v.a. die Arbeitsbedingungen in der Pflege entscheidend verbessert (z.B. deutlich verbesserte Stellenschlüssel, angemessene Vergütungen in allen Pflegebereichen). Dazu gab es bereits zahlreiche Statements (siehe z.B. > viewtopic.php?f=5&t=242 ).
• Wie prekär die Lage ist, ergibt sich u.a. daraus, dass bis zum Jahr 2030 500.000 zusätzliche Pflegekräfte fehlen. Und dabei sind die Überlegungen vieler Pflegekräfte, aus dem Beruf auszusteigen, noch nicht einmal berücksichtigt. - Der Pflegenotstand wird daher vielfach als Pflege-Tsunami beschrieben (> viewtopic.php?f=4&t=579 ).


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WernerSchell
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DBfK zur Kampagne „Pflege kann was“ des BMFSFJ

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Pflege kann sogar noch mehr
DBfK zur Kampagne „Pflege kann was“ des BMFSFJ


Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) begrüßt die neue Kampagne „Pflege kann was“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Insbesondere eine Stärkung der hochschulischen Ausbildung ist dem DBfK zufolge dringend notwendig, wie auch der aktuelle Bericht zur Ausbildungsoffensive Pflege zeige.

„Pflege kann was“ – unter diesem Motto hat das BMFSFJ jetzt eine neue Informationskampagne zur Pflegeausbildung gestartet. „Es ist richtig und wichtig, dass die Pflegeausbildung bekanntgemacht und beworben wird“, meint DBfK-Präsidentin Christel Bienstein. „Eine Kampagne allein reicht natürlich nicht, um die Pflegekrise aufzuhalten, sie ist aber ein Baustein auf dem Weg zu einer besseren Personalausstattung durch mehr Kolleg:innen.“

Die Kampagne spricht mit unterschiedlichen Motiven Schüler:innen, Abiturient:innen und Umschüler:innen an, die sich gerade beruflich orientieren wollen. „Uns ist besonders wichtig, dass das Ministerium auch für das Pflegestudium wirbt. Der gerade veröffentlichte Bericht zur Ausbildungsoffensive Pflege hat gezeigt, dass die Ausbildung gut angenommen wird, aber es noch immer viel zu wenige Studierende im Bachelorstudium gibt. Die Studiengänge müssen unbedingt gestärkt werden. Das hat die Ministerin erkannt, nun kommt es auf schnelles Handeln an.“ Der DBfK fordert vor allem eine Bezahlung der Praxiseinsätze, die die Studierenden leisten, und eine Stärkung der öffentlichen Hochschulen, damit dort mehr Studienmöglichkeiten geschaffen werden.

Der Wissenschaftsrat hatte schon vor über zehn Jahren eine Quote von 10 bis 20 Prozent hochschulisch qualifizierter Pflegefachpersonen in der Versorgung empfohlen. Deutschland liege hier und auch im internationalen Vergleich weit zurück, so der DBfK. Mit einer Quote von nur 0,8 Prozent im primärqualifizierenden Studium sei dieses Ziel weiterhin nicht erreichbar. „Die hochschulisch ausgebildeten Kolleg:innen auf den Stationen oder in den Pflegeeinrichtungen bringen neue Forschungserkenntnisse in die Praxis und sorgen insgesamt für eine verbesserte Pflege durch beständiges Reflektieren der Wissensbasis im praktischen Arbeitsfeld. Mehr akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen reduzieren die Sterblichkeit. Das zeigen internationale Studien zur Akademisierungsquote. Pflege kann also sogar noch viel mehr!“, so Bienstein. „Es ist ein Mythos, dass die Kolleg:innen mit Studium nicht mehr ‚am Bett‘ arbeiten würden. Ganz im Gegenteil kann man viele ehrgeizige Pflegefachpersonen gerade mit den Studienmöglichkeiten und entsprechenden Stellenprofilen im Beruf halten.“

Zur Kampagne „Pflege kann was“: www.pflegeausbildung.net
Der zweite Bericht zur Ausbildungsoffensive Pflege steht hier zum Download zur Verfügung.

Quelle: Pressemitteilung vom 21.11.2022
Anja Kathrin Hild | Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe – Bundesverband e. V.
hild@dbfk.de | www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157- 30 | Fax 030-219157-77
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Bildungsgipfel 2023 - Deutscher Pflegerat fordert eigenen Bildungsgipfel für die Pflege- und Gesundheitsfachberufe

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Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Berlin (15. März 2023, Nr. 12/2023)


Bildungsgipfel 2023
Deutscher Pflegerat fordert eigenen Bildungsgipfel für die Pflege- und Gesundheitsfachberufe


Zum Bildungsgipfel 2023 der Bundesregierung weist Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR), hin:

„Bildung ist eines der zentralen Elemente einer guten medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Versorgung und deren Sicherung. Der Deutsche Pflegerat fordert daher für die Pflege- und Gesundheitsfachberufe die Einberufung eines eigenen Bildungsgipfels.

Die Bildungsherausforderungen in der Pflege und in der Gesundheitsversorgung sind enorm. In der Langzeitpflege hat Deutschland den niedrigsten Bildungsstandard der Pflegenden in Europa. Die Bildungsstruktur in der Pflege ist trotz eines bundeseinheitlichen Pflegeberufegesetzes für Pflegefachpersonen stark zersplittert. Dies gilt vor allem für die Pflegeassistenzausbildung. Jedes Bundesland hat hier seine eigenen Regelungen. Und dies obwohl der Anteil an Pflegeassistenten in der stationären Langzeitpflege rund 50 Prozent des Pflegepersonals beträgt.

Der Koalitionsvertrag sieht eine Harmonisierung durch ein bundeseinheitliches Berufsgesetz für Pflegeassistenz vor. Dies wird jetzt aber im Referentenentwurf zum Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz unterlaufen. Die Sicherstellung der Pflege ist damit gefährdet.

Benötigt werden darüber hinaus verbindliche, bedarfsgerechte Akademisierungsquoten und eine Etablierung von Arbeitsfelddefinitionen und Einsatzgebieten hochschulisch ausgebildeter Pflegefachpersonen.

Eingebunden sein muss dies in ein gestuftes und durchlässiges einheitliches Bildungssystem der gesamten Pflege- und Gesundheitsfachberufe in Deutschland. Bildung kann nur gemeinsam gelingen. Daher benötigen die Pflege- und Gesundheitsfachberufe einen eigenen Bildungsgipfel.“

Ansprechpartnerin:
Christine Vogler
Präsidentin des Deutschen Pflegerats

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin

Telefon: (030) 398 77 303
Telefax: (030) 398 77 304
E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de
Internet: www.deutscher-pflegerat.de

Der Deutsche Pflegerat als Dachverband vertritt die geeinten Interessen der Berufsverbände und nicht die einzelnen Partikularinteressen der Verbände. Unterschiedliche Positionen und Meinungen einzelner Verbände können sichtbar sein und die Vielfalt der pflegerischen Profession widerspiegeln. Dieses berührt nicht die gemeinsamen Ziele und Intentionen des Deutschen Pflegerats.

Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):
Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 18 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.
Präsidentin des Deutschen Pflegerats ist Christine Vogler. Vize-Präsidentinnen sind Irene Maier und Annemarie Fajardo.

Mitgliedsverbände:
Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Endoskopiefachberufe e.V. (DEGEA); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V. (DGP); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Initiative Chronische Wunden e.V. (ICW); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU).
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Re: "Ausbildungsoffensive Pflege" - Kampagne „Pflege kann was“

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Ver.di


Großer Verlust
Immer mehr Altenpflege-Azubis brechen die Ausbildung ab.



Es ist eine erschreckende Zahl: 46 Prozent derjenigen, die 2019 in Nordrhein-Westfalen eine Altenpflege-Ausbildung begannen, hatten diese drei Jahre später nicht abgeschlossen. Es blieb also fast jede*r zweite Azubi ohne Abschluss. Die Abbruchquote in NRW – dem einzigen Land, das diese systematisch erhebt – schwankt. Doch der Trend der vergangenen Dekade ist eindeutig: Immer mehr Auszubildende bleiben auf der Strecke. Diesen Verlust kann sich die Altenpflege nicht leisten. Höchste Zeit gegenzusteuern!

Ein Schlüssel dafür ist eine gute praktische Anleitung der Auszubildenden, meint Martin Janke, der als Wohnbereichsleiter und Praxisanleiter in einer freigemeinnützigen Pflegeeinrichtung in Bernau tätig ist. »Eine intensive Begleitung in der Praxis ist sehr wichtig. Denn wenn sie gleich ins kalte Wasser geschmissen werden, fühlen sich Auszubildende häufig überfordert und allein gelassen – und schmeißen vielleicht gleich wieder das Handtuch.« Doch durch Personalmangel und Dienstplanwechsel falle geplante Praxisanleitung allzu oft aus.


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Häufig würden Auszubildende schon nach wenigen Tagen als »helfende Hände« eingesetzt, statt erstmal nur mitzulaufen und zu lernen. »Es braucht mehr qualifizierte und motivierte Praxisanleiter. Um sie zu gewinnen, muss diese Aufgabe deutlich attraktiver werden«, betont Martin Janke. »Im Moment ist das finanziell überhaupt nicht attraktiv.«

Auch Alexandra Özgül, die in einer diakonischen Einrichtung in Baden-Württemberg für die Organisation der Ausbildung zuständig ist, hält eine gut vorbereitete Anleitung für entscheidend. »Dafür müssen die Anleiter freigestellt werden – das geht nicht nebenher«, betont die erfahrene Altenpflegerin. Sie selbst ist zu 75 Prozent als Praxisanleiterin freigestellt – allerdings als einzige in ihrer Einrichtung mit neun eigenen und weiteren externen Auszubildenden.

»Jeden Donnerstag haben wir Azubi-Tag, an dem die Auszubildenden aller Jahrgänge zusammenkommen. Da lernen sie von mir, aber auch voneinander – das funktioniert richtig gut«, berichtet Alexandra Özgül. Doch insgesamt brauche es mehr Zeit und Unterstützung. Das gelte besonders für im Ausland angeworbene Auszubildende, die sich erst eingewöhnen müssten. »Bei uns wird jetzt eine Kollegin extra dafür eingestellt, die Menschen beim Ankommen zu unterstützen. Das finde ich richtig gut, denn wir dürfen sie nicht allein dabei lassen, sich in einem fremden Land, mit fremder Sprache und Kultur zurechtzufinden.« Durch eine gute Integration könnten womöglich der eine oder andere Ausbildungsabbruch vermieden werden. »Auszubildende sind unsere Zukunft.«

Quelle: Pressemitteilung vom 10.6.2024
KONTAKT
Matthias Gruß
Al­ten­pfle­ge
030/6956-1832
matthias.gruss@verdi.de
>>> https://gesundheit-soziales-bildung.ver ... 9b9d8b1bdc
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