Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss
02.07.2026
An den
Rhein-Kreis Neuss
Heimaufsicht
Nachrichtlich:
An die NGZ / RP und Kreispolizeibehörde
Hitzeschutz für die pflegebedürftigen Menschen, v.a. in den Pflegeeinrichtungen
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe bereits vor einigen Jahren auf den gebotenen Hitzeschutz für die pflegebedürftigen Menschen, v.a. in den Pflegeeinrichtungen, aufmerksam gemacht. Angesichts der zunehmenden Tage / Wochen mit hohen Temperaturen besteht Veranlassung, erneut auf die Schutzerfordernisse hinzuweisen und geeignete Maßnahmen einzufordern. Das Hitze-Desaster im Alloheim in Dormagen wurde folgerichtig von den Medien aufgegriffen und die gegebenen Lücken aufgezeigt (NGZ am 01.07.2026: „Keine Protokolle zu Temperaturen“ und „SPD fordert Hitzeschutz für Pflegeeinrichtungen“). Offensichtlich gibt es auch polizeiliche Ermittlungen.
Ich halte es für erforderlich, angesichts der gegebenen Klimaentwicklung darauf hinzuwirken, dass sämtliche Pflegeeinrichtungen kurzfristig ein nachvollziehbares Hitzekonzept entwickeln und so gewährleisten, dass die Bewohnerinnen und Bewohner, meist hochaltrige Menschen mit mehreren Gesundheitsbeeinträchtigungen (u.a. Demenz), möglichst umfänglich vor Hitzeschäden geschützt werden. Das wird Investitionen nicht ausschließen. Insofern macht es u.U. Sinn, das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Düsseldorf einzubeziehen.
Um die Handlungserfordernisse zu verdeutlichen, habe ich im Netz einige Informationen aufgerufen und dieser Zuschrift angefügt. Es sind offensichtlich zahlreiche Anregungen / Empfehlungen dabei, die auch für den Rhein-Kreis Neuss bzw. die Pflegeeinrichtungen hilfreich sein können.
Bitte teilen Sie mir mit, wie Sie nun verfahren wollen.
Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell
Diplom-Verwaltungswirt - Oberamtsrat a.D. - Buchautor/Journalist - Dozent für Pflegerecht
Mitglied im Verband der Medizin- und Wissenschaftsjournalisten e. V.- https://www.vmwj.de
https://www.wernerschell.de - Pflegerecht und Gesundheitswesen
Infos auch bei https://www.facebook.com/werner.schell.7
Anregungen und Empfehlungen:
Hitzeaktionstag am 11. Juni: Interessierte können sich im Kreishaus >>> https://www.rhein-kreis-neuss.de/de/ver ... formieren/
News aus Dormagens Politik & Stadtleben . Junggeburth fordert Klima-Sonderprogramm für Altenheime >>> https://dormago.de/dormagen-nachrichten ... Altenheime
Längere und intensivere Hitzeperioden belasten vor allem auch ältere und vorerkrankte Menschen – Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen und zu Hause gepflegte Menschen sind hier besonders betroffen, aber auch das Pflegepersonal. Um die Belastung so gering wie möglich zu halten und besser auf Hitzeperioden vorbereitet zu sein, hat das Pflegenetzwerk Deutschland wichtige Hinweise zum Hitzeschutz zusammengestellt. >>>> https://pflegenetzwerk-deutschland.de/thema-hitzeschutz
Immer häufiger auftretende Hitzeperioden stellen eine zunehmende Herausforderung für die Pflege dar – insbesondere für ältere, pflegebedürftige Menschen. Um Einrichtungen dabei zu unterstützen, wirksame Maßnahmen zum Schutz vor Hitze zu etablieren, hat der Qualitätsausschuss Pflege auf Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) eine bundesweit einheitliche Empfehlung erarbeitet. Diese wurde am 24. Mai 2024 veröffentlicht und im Dezember 2024 noch einmal leicht überarbeitet.
Die „Bundeseinheitliche Empfehlung zum Einsatz von Hitzeschutzplänen in Pflegeeinrichtungen und -diensten“ richtet sich an vollstationäre Pflegeeinrichtungen sowie auch ambulante Pflege- und Betreuungsdienste und Einrichtungen der Tages- und Kurzzeitpflege. Ziel ist es, pflegerische Einrichtungen bei der Vorbereitung auf die wachsenden klimatischen Belastungen und bei der Entwicklung individueller Hitzeschutzpläne vor Ort zu unterstützen.
Die Empfehlung gibt dabei nicht nur fachliche Orientierung, sondern enthält konkrete Handlungshilfen zur Erstellung, Umsetzung und Evaluation hitzebezogener Schutzmaßnahmen. Dabei werden sowohl organisatorische als auch pflegefachliche Aspekte berücksichtigt – von der Sensibilisierung des Personals über die Kommunikation mit Angehörigen bis hin zur praktischen Versorgung der Pflegebedürftigen an Hitzetagen. - Die bundeseinheitliche Empfehlung können Sie hier herunterladen. >>> https://www.gs-qsa-pflege.de/wp-content ... SGB-XI.pdf
Im Rahmen eines digitalen Praxisdialogs stellten Dr. Heidi Oschmiansky vom Deutschen Roten Kreuz und Jörg Schemann vom GKV-Spitzenverband am 3. Juni 2025 die Inhalte der Empfehlung vor und erläuterten, wie Einrichtungen das Thema systematisch angehen können. - Hier gelangen Sie zur Aufzeichnung des Praxisdialogs. >>> https://pflegenetzwerk-deutschland.de/p ... itzeschutz
Bereits aus dem Jahr 2024 gibt es die Aufzeichnung eines Praxisdialogs zum Thema. Diese steht ebenfalls auf der Webseite des Pflegenetzwerk Deutschland zur Verfügung. Hier gelangen Sie zur Aufzeichnung des Praxisdialogs von 2024. >>> https://pflegenetzwerk-deutschland.de/p ... zeitpflege
Neben der „Bundeseinheitlichen Empfehlung zum Einsatz von Hitzeschutzplänen in Pflegeeinrichtungen und -diensten“ gibt es mittlerweile eine Fülle an weiteren Informationen, Empfehlungen und Materialien. Ein Überblick hier >>> https://pflegenetzwerk-deutschland.de/t ... egedienste
Was tut die Politik für den Hitzeschutz? Dies hat die Tagesschau untersucht und über den Sachstand am 26.06.2026 informiert >>> https://www.tagesschau.de/inland/innenp ... n-100.html
Empfehlungen zum Hitzeschutz in Alten- und Pflegeheimen in Kleve (Modell?) >>> https://www.kreis-kleve.de/system/files ... tungen.pdf
Musterhitzeschutzplan für stationäre Pflegeeinrichtungen, Tages- und Kurzzeitpflegeeinrichtungen und Pflege-Wohngemeinschaften >>> https://hitzeschutz-berlin.de/wp-conten ... ionaer.pdf
Verbände: Hitzeschutz in Heimen gesetzlich verankern >>> https://www.epd.de/fachdienst/epd-sozia ... -verankern