
Quelle: Bildquelle GKV-Spitzenverband
Auch der Verband der Ersatzkassen (vdek) und der AOK-Bundesverband fordern, das Pflegebudget in Krankenhäusern abzuschaffen. Die Verbände teilen die Vorwürfe der Betriebskrankenkassen, dass viele Kliniken ihre Pflegekosten falsch abrechneten. Dass diese seit Einführung des Pflegebudgets alle Kosten für Personalzuwachs und Tarifsteigerung eins zu eins an die Kassen durchreichen können, führe zu erheblichen Fehlanreizen, beklagt vdek-Chefin Ulrike Elsner. Zudem gebe es keine klare Definition für die "Pflege am Bett", für die das Budget eigentlich gedacht sei. Trotz weniger betreuter Fälle habe es 2024 rund 12 Prozent mehr Pflegekräfte gegeben als vier Jahre zuvor. Gleichzeitig seien die Kosten auf 22,2 Mrd. Euro gestiegen - das entspreche etwa einem Fünftel der gesamten Klinikausgaben der Krankenkassen.
Laut AOK-Bundesverband muss der GKV-Beitragssatz jedes Jahr um 0,1 Prozentpunkte steigen, um das höhere Pflegebudget zu finanzieren. AOK-Chefin Carola Reimann fordert "kurzfristig eine Begrenzung der Pflegekräfte, die über das Pflegebudget zu finanzieren sind", sowie langfristig eine gänzliche Abschaffung des Pflegebudgets.
Die Abwanderung von Pflegekräften erhöht die Sterblichkeit von Patientinnen und Patienten messbar. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des Ifo-Instituts, für die die Forschenden Daten von Krankenhäusern in der Grenzregion zur Schweiz auswerteten. Viele in Grenznähe lebende deutsche Pflegekräfte arbeiten seit einigen Jahren in der Schweiz - als Gründe nennen sie stagnierende Tariflöhne in Deutschland und einen konstant starken Schweizer Franken. Laut der Studie erhöht die Abwanderung die Wahrscheinlichkeit, in deutschen Krankenhäusern nahe der Schweizer Grenze zu versterben, um 4,4 Prozent. Insbesondere bei älteren Patientinnen und Patienten und bei Notfällen habe sich die Sterberate erhöht. Die Lebenserwartung in der Grenzregion sank um etwa 0,3 statistische Lebensjahre im Vergleich zu ähnlichen Kreisen im Landesinneren.
Quelle: PKV-Newsletter vom 13.01.2026