Pflege- bzw. Seniorenpolitik - Was ist nach der Bundestagwahl 2021 zu erwarten?

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe
WernerSchell
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Fortschritt!? Pflege und Gesundheit im Koalitionsvertrag

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Fortschritt!? Pflege und Gesundheit im Koalitionsvertrag
DBfK zu den Plänen der Ampelkoalition


Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) sieht viele seiner Forderungen im gestern vorgestellten Koalitionsvertrag aufgenommen. Nun kommt es dem Verband zufolge auf die entschlossene und fundierte Umsetzung an, damit die Pflege als Beruf wieder attraktiv wird und die Gesundheitsversorgung in Deutschland zukunftsfähig werden kann.

Eine der wichtigsten Forderungen des DBfK war die Umsetzung der Personalbemessung in den Krankenhäusern, der sogenannten PPR 2.0, um die beruflich Pflegenden schnell zu entlasten. „Wir sind sehr froh, dass diese Forderung im Koalitionsvertrag aufgenommen wurde und auch die Personalbemessung in der Langzeitpflege beschleunigt umgesetzt werden soll. Unsere Beharrlichkeit in diesem und weiteren Punkten hat sich gelohnt“, bewertet DBfK-Präsidentin Christel Bienstein den Passus des Koalitionsvertrags.

„Außerdem stehen mit den Plänen, die Gehälter in der Langzeitpflege anzuheben, Assistenzausbildungen zu vereinheitlichen und die Eigenanteile für Menschen mit Pflegebedarf zu deckeln weitere wichtige Punkte im Vertrag, die auch wir schon lange fordern.“ Der DBfK hätte sich noch weitreichendere Reformen in der Finanzierung von Pflege und eine klare Botschaft, dass die Gehälter deutlich angehoben werden müssen, gewünscht. Die Selbstverwaltung der professionellen Pflege zu fördern, ist dem DBfK zufolge ein erster und wichtiger Schritt, der mit dem notwendigen politischen Willen gegangen werden muss, damit echte Mitbestimmung der Pflegefachpersonen erfolgt.

„Das wirklich Fortschrittliche für die Pflegeberufe wird in der Erweiterung der pflegerischen Rollen, der Übertragung heilkundlicher Aufgaben und der Förderung der hochschulischen Ausbildung liegen“, sagt Bienstein. „Insbesondere die Community Health Nurses mit Masterabschluss sind ein echter Fortschritt – nicht nur für die Profession, sondern sie können die Gesundheitsversorgung in unserem Land grundlegend verbessern. Die Menschen vor allem in den ländlichen Regionen werden das deutlich spüren.“

Zu Beginn der Pressekonferenz der Koalitionspartner:innen wurde ein wissenschaftliches Gremium zur Pandemiebekämpfung angekündigt. „Das ist ein notwendiger und richtiger Schritt“, so Bienstein. „In diesem wissenschaftlichen Gremium muss unbedingt ein:e Pflegewissenschaftler:in eingesetzt werden! Uns geht sonst eine enorm wichtige Expertise verloren, die wir für eine effektive Bekämpfung der Pandemie brauchen.“


Weitere Informationen zu Community Health Nursing finden Sie hier: https://www.dbfk.de/de/themen/Community ... ursing.php
Community Health Nursing - DBfK www.dbfk.de
Pflegefachpersonen wirken maßgeblich in der primären Gesundheitsversorgung: Der DBfK führt ein Projekt durch, mit dem Communty Health Nurses in Deutschland etabliert werden können.

Quelle: Pressemitteilung vom 25.11.2021
Anja Kathrin Hild

Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
presse@dbfk.de| www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-30 | Fax 030-219157-77
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Pflege soll aufgewertet werden: Ankündigung von Pflegebonus

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Pflege soll aufgewertet werden: Ankündigung von Pflegebonus
Großer Stellenwert von Pflege und Gesundheit im neuen Koalitionsvertrag. Auch Stiftung Humor Hilft Heilen stärkt Pflegekräfte


Pflegekräfte haben einen gesellschaftlich wichtigen, belastenden und anspruchsvollen Beruf. Dafür verdienen sie den Respekt der gesamten Gesellschaft. Der Koalitionsvertrag 2021 von SPD, Grünen und FDP steht. Die Themen Pflege und Gesundheit haben im Vertrag einen vielversprechend hohen Stellenwert – die künftige Ampel-Regierung plant Gesundheits- und Pflegereformen.

Der Respekt gegenüber dieser großen und wichtigen Berufsgruppe soll zunächst durch eine finanzielle Anerkennung und nachhaltig bessere Arbeitsbedingungen unterstrichen werden. Dazu gehören eine angemessene Personalausstattung und adäquate Löhne, insbesondere jene von Altenpfleger:innen sollen angehoben werden.

Stiftung Humor Hilft Heilen stärkt die Pflege

„Die im Koalitionsvertrag vorgestellten Ziele klingen vielversprechend, denn wenn wir weiter so ignorant mit der größten und wichtigsten Gruppe im Gesundheitswesen umgehen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn sie uns jetzt und erst recht in Zukunft überall fehlt“, unterstreicht Dr. Eckart von Hirschhausen, Gründer und Geschäftsführer der Stiftung Humor Hilft Heilen. „Wir haben die Pflegefachkräfte in der Corona-Krise zweimal im Stich gelassen: In der ersten Welle haben sich viele im Dienst am Menschen infiziert, weil Masken, Schutzkleidung und Konzepte fehlten. Viele von ihnen leiden bis heute unter Long Covid, was nicht als Berufskrankheit anerkannt ist.“

„Die Stiftung Humor Hilft Heilen bietet Workshops für Pflegeteams, in denen nicht erst seit der Corona-Pandemie Perspektivwechsel, die Stärkung der eigenen Ressourcen und Perspektivwechsel vermittelt werden“, sagt Maria Bley, Leiterin von Humor Hilft Heilen. „Es bräuchte in jedem Krankenhaus und in jedem Pflegeheim verpflichtende Angebote für Trainings, die dazu beitragen, dass die Pflegekräfte weiter brennen können ohne auszubrennen.“

Quelle: Pressemitteilung vom 25.11.2021
Pressekontakt:
Stiftung Humor Hilft Heilen gGmbH
Verena Breitbach
Mail: v.breitbach@humorhilftheilen.de
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Für die Profession Pflege ist der Koalitionsvertrag ein Meilenstein

Beitrag von WernerSchell »

PRESSEMELDUNG
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen:
Berlin (25. November 2021, Nr. 48/2021)


Für die Profession Pflege ist der Koalitionsvertrag ein Meilenstein
Christine Vogler: Die schnelle Umsetzung guter Arbeitsbedingungen entscheidet über die Zukunft


„Das ist ein echter Fortschritt, den die Ampel-Koalition aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP auf Bundesebene wagt, wie es der Titel des Koalitionsvertrages ´Mehr Fortschritt wagen´ verspricht. Der Koalitionsvertrag ist ein Meilenstein für die Profession Pflege“, sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR), heute in Berlin.

„Die Themen der Pflege und vor allem der Profession Pflege werden im Bereich ´Pflege und Gesundheit´ an erster Stelle gesetzt. Die künftige Koalition hat somit erkannt, dass es die Verbesserungen der Arbeitsbedingungen sind, die entscheidend dafür sind, ob es künftig die nötige Zahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege gibt. Der Deutsche Pflegerat wird diese und weitere Verbesserungen für die Profession Pflege beobachten, konsequent einfordern und mitgestalten.

Richtig ist es gleichfalls, dass die künftige Bundesregierung die Pflegeassistenzausbildung bundesweit harmonisieren und die akademische Pflegeausbildung bis hin zu einer Ausbildungsvergütung stärken will.

Ein deutliches Signal wird auch in der Frage der Organisation der Selbstverwaltung der Pflege gesetzt. Hier geht es nicht um das ´Ob´, sondern um das ´Wie´. Die geplante Befragung zu einer Selbstverwaltung lehnt der Deutsche Pflegerat ab, da die Entscheidung zu einer Selbstverwaltung in den Parlamenten getroffen werden muss.

Die Stärkung des Deutschen Pflegerats als Stimme der Pflege im Gemeinsamen Bundesausschuss und anderen Gremien ist eine echte Stärkung der Profession und eine Zeichensetzung für die Zukunft.

Viele der jetzt im Koalitionsvertrag festgehaltenen Punkte sind langjährige Forderungen des Deutschen Pflegerats. Wichtige fehlende Themen müssen ergänzt werden, zum Beispiel Häusliche Pflege, Stärkung der sektorenübergreifenden Versorgung, Vereinfachungen im Leistungsgeschehen und dessen Finanzierung, viele Fragen zu einer besseren Work-Life-Balance, eine bessere Refinanzierung von Leistungen sowie innovative Projekte für neue Tarifverträge in der Pflege.

Der jetzige Koalitionsvertrag verspricht Zuversicht. Die künftige Bundesregierung hat deutlich gemacht, dass sie entscheidende Fragen angehen will. Es bleibt zu hoffen, dass aus den Ankündigungen ein tatsächlich starkes Signal für die Profession wird. Und vor allem, dass deren Umsetzung im ersten Jahr des Regierungsgeschehens vollzogen wird. Denn mehr Zeit gilt es nicht mehr zu verlieren.“

Weitere Informationen:
Der Koalitionsvertrag zu den Themen Arbeitsbedingungen und Bezahlung der Profession Pflege

„Der Dramatik der Situation in der Pflege begegnen wir mit Maßnahmen, die schnell und spürbar die Arbeitsbedingungen verbessern.“ (Auszug aus dem Koalitionsvertrag)

- Kurzfristig soll zur verbindlichen Personalbemessung im Krankenhaus die Pflegepersonalregelung 2.0. (PPR 2.0) als Übergangsinstrument mit dem Ziel eines bedarfsgerechten Qualifikationsmixes eingeführt werden.
- In der stationären Langzeitpflege soll der Ausbau der Personalbemessungsverfahren beschleunigt werden.
- Insbesondere in der Langzeitpflege sollen die Löhne und Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte mit dem Ziel verbessert werden, die Gehaltslücke zwischen Kranken- und Altenpflege zu schließen.
- Der Pflegeberuf soll attraktiver gemacht werden, etwa
- mit Steuerbefreiung von Zuschlägen,
- durch die Abschaffung geteilter Dienste,
- die Einführung trägereigener Springerpools und
- einem Anspruch auf familienfreundliche Arbeitszeiten für Menschen mit betreuungspflichtigen Kindern.

Ansprechpartnerin:
Christine Vogler
Präsidentin des Deutschen Pflegerats

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin

Telefon: (0 30) 398 77 303
Telefax: (0 30) 398 77 304
E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de
Internet: www.deutscher-pflegerat.de

Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):
Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 16 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.
Präsidentin des Deutschen Pflegerats ist Christine Vogler. Vize-Präsidentinnen sind Irene Maier und Annemarie Fajardo.
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