Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/fi ... n-100.html
Die Pflegekassen haben im ersten Halbjahr 2026 ein Minus von 770 Millionen Euro eingefahren. Die Politik müsse nun schnell handeln, denn bis Jahresende fehlten weitere 500 Millionen Euro, sagte Oliver Blatt, Chef des GKV-Spitzenverbands. Insgesamt sei für dieses Jahr mit 1,2 Milliarden Euro Defizit zu rechnen – allerdings sei dabei das Darlehen des Bundes in Höhe von 3,2 Milliarden Euro schon eingerechnet. Sonst läge das "ehrliche Ergebnis" bei minus 4,4 Milliarden Euro. 2027 entstehe sogar eine Lücke von zehn Milliarden Euro. Haupttreiber sei die steigende Zahl von Menschen, die Leistungen in Anspruch nähmen. Der GKV-SV fordert für die kurzfristige Stabilisierung der Finanzen die Rückzahlung der Corona-Schulden durch den Bund sowie die Zahlung der Rentenbeiträge für pflegende Angehörige. Zudem sollen die Länder ihrer gesetzlichen Pflicht bei den Investitionskosten nachkommen. Weiter fordert der Verband strukturelle Reformen: Es müsse wieder schwieriger werden, einen Pflegegrad zu bekommen als heute. Nötig sei auch eine "Bundesgarantie", die bei finanziellen Ausnahmesituationen helfe. Langfristig liege der Schlüssel aber in der Prävention.
Das BMG verwies auf die sich in Ausarbeitung befindliche Pflegereform. Zu den neuen Zahlen und der Forderung nach einer Finanzspitze äußerte es sich nicht. Der PKV-Verband unterstützt die kurzfristigen Forderungen der GKV; eine langfristig tragfähige Pflegereform müsse aber die ergänzende Eigenvorsorge und kapitalgedeckte Elemente stärken, so Verbandschef Florian Reuther. "Die umlagefinanzierte Pflegeversicherung ist für die demografischen Herausforderungen nicht gewappnet".
Die Sozialverbände VdK und SoVD warnten angesichts der vorliegenden Zahlen vor steigenden Beiträgen und Kürzungen. Auch sie sehen den Bund und die Länder in der Pflicht, verlangen jedoch auch einen Umbau der Finanzierung hin zu einer solidarischen Pflegeversicherung. Die aktuellen Zahlen seien „ein Weckruf“, so die pflegepolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Simone Fischer. Sie fordert einen vollständigen Finanzausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung sowie eine Finanzierung der gesamtgesellschaftlichen Aufgaben aus Steuern. Auch die Linkspartei fordert, Gutverdienende und Privatversicherte wie den Rest der Gesellschaft "in die Solidarität" miteinzubeziehen.
Es war nicht das erste Mal, dass die Regierung in finanziell guten Zeiten aus dem Vollen schöpfte, ohne für die Zukunft vorzusorgen. Das räche sich heute, kommentiert der RND die Lage. Die schwarz-rote Koalition müsse ihre angekündigte Pflegereform jetzt endlich liefern, kommentiert die Welt. Minister Linnemann werde dabei auch unpopuläre Maßnahmen ergreifen müssen. Laut der Passauer Neuen Presse sind die Handlungsoptionen "alle mies". Die Ausgaben könnten kaum eingeschränkt und die Einnahmen nur über die Beitragszahler erhöht werden.
Quelle: PKV-Newsletter vom 01.09.2026 - siehe auch unter > https://www.tagesschau.de/wirtschaft/fi ... n-100.html
Auch die NGZ hat in ihrer Ausgabe vom 01.09.2026 das Thema aufgegriffen und getitelt: "Riesige Finanzlücke ab Oktober bei Pflegekassen" - Bericht ist angefügt:
Im Übrigen: Die seit 2017 explosionsartig gestiegene Zahl der pflegebedürftigen Menschen darf hinterfragt werden!
Von hier wurde seinerzeit eingefordert, die Leistungen für die schwer pflegebedürftigen Menschen anzuheben und nicht eine Ausweitung vorzunehmen, die auch leichteste Einschränkungen ohne jeglichen Hilfebedarf finanziell honoriert. Insoweit muss Korrekturbedarf gesehen werden. - Näheres siehe "Pflegereport 2026'" der DAK ... > viewtopic.php?f=4&t=1601 - Im „Pflegereport 2026“ wird hinsichtlich der Zahl der pflegebedürftigen Menschen u.a. ausgeführt (Seite 32): „Die Zahl der Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, ist im zurückliegenden Jahrzehnt deutlich gestiegen. Ende 2016 waren in Deutschland erst 3,3 Millionen im Sinne des SGB XI pflegebedürftig. Bis Ende 2024 hatte sich die Zahl auf 6,0 Millionen erhöht. Nach der bloßen demografischen Entwicklung wäre ein weitaus geringerer Anstieg zu erwarten gewesen. Ungleich stärker wirkte sich die erweiterte Anerkennung von Pflege- und Unterstützungsbedarf seit 2017 aus. Besonders durch die erweiterte Anerkennung wuchs vor allem der Kreis der Menschen an, die für ihre häusliche Pflege auch Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung erhalten. Diese Gruppe vergrößerte sich zwischen Ende 2016 und Ende 2024 von 2,0 auf 4,8 Millionen, während die Zahl der stationär Gepflegten weitaus weniger zunahm.“ – In ähnlicher Weise informiert auch das Statistische Bundesamt (> https://www.destatis.de/DE/Themen/Quers ... flege.html ). Aktuelle Vorausberechnungen gehen von einem weiteren Anstieg auf 6,8 bis 7,6 Millionen bis 2055 aus. Außerdem nimmt die durchschnittliche Pflegedauer zu.
Es gibt vielfältige Mängel im System der pflegerischen Versorgung und leider ist nicht zu erkennen, dass schwarz-rote Politiker insoweit geeignete Lösungen anzubieten haben. Ich habe mehrfach das Bundesgesundheitsministerium angeschrieben und Handlungsempfehlungen vorgestellt (siehe unter > viewforum.php?f=4 ). Es geht nicht nur darum, einen Pflegenotstand aufzulösen. Wir stehen vor einer Pflegekatastrophe!
Eigentlich ist der Bundeskanzler gefordert, die Probleme der älter werdenden Gesellschaft gestaltend in den Blick zu nehmen. Stattdessen gibt es Zurechtweisungen und Fehlbeurteilungen!
Bundeskanzler Merz liegt mit vielen seiner Aussagen keine Zustimmung. Er warnte vor Nörglern und Verdrießlich und ignoriert völlig, dass die Bundesregierung politisch so agiert, dass die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung dem nicht zuzustimmen vermag. Bei der Kabinettsklausur betonte Bundeskanzler Merz im August 2026 wörtlich, dass Deutschland ein sicheres Land sei und bleibe. Wer sich nur ein wenig über die Lebenswirklichkeit in unserem Land informiert, kann über eine solche Fehleinschätzung nur den Kopf schütteln.
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Das machen zu viele schlechte Nachrichten mit deinem Gehirn - Quarks-Beitrag. - Der Dalai Lama rät: "Entscheide dich dafür, optimistisch zu sein. Es fühlt sich besser an." … "Optimismus ist die Fähigkeit, den blauen Himmel hinter den Wolken zu sehen" (Madeleine Robinson). … Optimisten leben länger (durch Studien belegt) … >>> https://www.facebook.com/reel/539578790616694
Siehe auch unter > viewtopic.php?f=4&t=1634