Menschen in NRW verlieren das Vertrauen in die Pflegeversorgung

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WernerSchell
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Menschen in NRW verlieren das Vertrauen in die Pflegeversorgung

Beitrag von WernerSchell »

Presseteam der DAK-Gesundheit Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen gibt es einen großen Vertrauensverlust der Bevölkerung in die Pflegeversorgung: 59 Prozent der Menschen bewerten die Pflegesituation derzeit als nicht oder gar nicht gut. Fast jeder Zweite rechnet mit einer Verschlechterung innerhalb der nächsten zehn Jahre. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Umfrage durch das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag der DAK-Gesundheit hervor. Diese zeigt die Erwartungen der Menschen in NRW an Politik und Pflegereform auf: 88 Prozent der Befragten fordern, dass die Pflege in Deutschland „für alle bezahlbar“ werden müsse. Hohe Kosten für die Pflege im Heim werden als eines der zentralen Probleme benannt. Ende 2025 hatte die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eingesetzte Bund-Länder-Kommission „Zukunftspakt Pflege“ ihre „Roadmap“ für die angekündigte große Pflegereform vorgelegt. Lesen Sie mehr in unserer aktuellen Pressemeldung.


DAK-Report: Menschen in NRW verlieren das Vertrauen in die Pflegeversorgung
• Aktuelle Allensbach-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit zeigt Erwartungen an große Pflegereform
• Fast 50 Prozent der Befragten in NRW rechnen in Zukunft mit schlechterer Versorgung
• DAK-Landeschef Klaus Overdiek fordert strukturelle Neuausrichtung der Pflegeversicherung


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In Nordrhein-Westfalen gibt es einen großen Vertrauensverlust der Bevölkerung in die Pflegeversorgung: 59 Prozent der Menschen bewerten die Pflegesituation derzeit als nicht oder gar nicht gut. Fast jeder Zweite rechnet mit einer Verschlechterung innerhalb der nächsten zehn Jahre. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Umfrage durch das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag der DAK-Gesundheit hervor. Diese zeigt die Erwartungen der Menschen in NRW an Politik und Pflegereform auf: 88 Prozent der Befragten fordern, dass die Pflege in Deutschland „für alle bezahlbar“ werden müsse. Hohe Kosten für die Pflege im Heim werden als eines der zentralen Probleme benannt. Ende 2025 hatte die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eingesetzte Bund-Länder-Kommission „Zukunftspakt Pflege“ ihre „Roadmap“ für die angekündigte große Pflegereform vorgelegt.

„Unser DAK-Pflegereport zeigt eine große Verunsicherung der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen“, sagt Klaus Overdiek, Landeschef der DAK-Gesundheit. „Die Ergebnisse der Allensbach-Befragung sind ein Weckruf an die Politik in Bund und Ländern. Das Vertrauen der Menschen in die Pflege muss gestärkt und die bekannten Probleme in der Finanzierung und Versorgung müssen gelöst werden. Wir brauchen jetzt eine Reform mit einer strukturelle Neuausrichtung der Pflegeversicherung, die die Menschen in NRW ausreichend, verlässlich und bezahlbar absichert.“
Für den DAK-Pflegereport hatte das Institut für Demoskopie Allensbach gemeinsam mit Studienleiter Prof. Dr. Thomas Klie bundesweit rund 4.400 Menschen zwischen 16 und 75 Jahren befragt, davon knapp 700 in NRW. Die Ergebnisse zeigen die Erwartungen, Ängste und Herausforderungen der Bevölkerung auf. Demnach sehen 74 Prozent der Befragten in NRW die Finanzierung der Pflegeversicherung als nicht gesichert an.

Große Sorge um verlässliche Pflegeversorgung

Die Mehrheit der Menschen in Nordrhein-Westfalen sieht die Pflegeversorgung gefährdet: 59 Prozent der Befragten empfinden diese als nicht gut oder gar nicht gut. 46 Prozent gehen davon aus, dass sich die Situation in den kommenden zehn Jahren weiter verschlechtert. Wie im Bund sehen die Befragten in NRW die größten Probleme im Bereich der Finanzierung: 70 Prozent der Befragten nennen an erster Stelle die hohen Kosten für Pflegebedürftige und ihre Familien bei stationärer Pflege. Es folgen mit 69 Prozent der Personalmangel und fehlende Pflegekräfte. 61 Prozent bewerten die Finanzierung des gesamten Pflegesystem als größtes Problem.

Bevölkerung fordert bezahlbare Pflege

88 Prozent sehen es als wichtigstes Ziel, die Pflege für alle Menschen bezahlbar zu machen. 78 Prozent erwarten eine langfristige Sicherung der Finanzierung. Für 73 Prozent ist eine Vereinfachung des Leistungssystems wichtig, während sich 71 Prozent die Deckelung der Pflegeheimplatzkosten wünschen. Die große Mehrheit (83 Prozent) der Befragten in NRW erlebt es als ungerecht, nach langjähriger Einzahlung in die Pflegeversicherung bei Pflegebedarf nicht ausreichend abgesichert zu sein. Beinahe genauso viele (82 Prozent) sind überzeugt, dass die Pflege für viele Menschen schlicht nicht mehr bezahlbar ist. Knapp drei Viertel fürchten durch die Kosten überfordert zu werden, sollten sie selbst pflegedürftig werden. Genauso viele Menschen setzen Pflege mit einem Armutsrisiko für Pflegebedürftige und ihre Familien gleich.

Mehrheit fordert staatliche Zuschüsse zur finanziellen Absicherung

Um die Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung auf ein zukunftssicheres Fundament zu stellen, sieht die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in NRW den Staat in der Pflicht: Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) findet, es sei ausschließlich Sache des Staates und der gesetzlichen Pflegeversicherung, einen Pflegebedarf abzusichern. 59 Prozent finden, es sollten staatliche Zuschüsse oder Steuermittel eingesetzt werden, um die Absicherung von Pflegebedürftigen sicherzustellen. 49 Prozent halten eine Beitragserhöhung für vermögende oder gutverdienende Menschen für den richtigen Weg. Fast ebenso viele (45 Prozent) finden, Vermögende sollten im Pflegefall stärker an den Pflegekosten beteiligt werden. Ein klares Meinungsbild gibt es auch zur Überlegung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe, eine private Pflegezusatzversicherung einzuführen: Nur eine Minderheit (21 Prozent) befürwortet dies.

Die DAK-Gesundheit hat in NRW rund eine Million Versicherte. Bundesweit sind rund 5,4 Millionen Menschen bei der DAK-Gesundheit versichert. Aktuell beziehen rund 560.000 davon Leistungen der Pflegekasse. Angebote zum Thema Pflege unter Pflege: Tipps und Leistungen (dak.de)


Pressemeldung als Download >>> https://www.dak.de/presse/landesthemen/ ... hten_49798

Quelle: Pressemitteilung vom 06.02.2026
Arno Prähler
DAK-Gesundheit
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Pflegenotstand auflösen - Pflegekatastrophe vermeiden! – Mit diesem Tenor habe ich mich am 06.01.2026 in einem umfänglichen Schreiben an das Bundesgesundheitsministerium, die Pflegebevollmächtige der Bundesregierung, den Patientenbeauftragten der Bundesregierung und zahlreiche weitere Adressaten gewandt und nochmals eindringlich auf die seit vielen Jahren bestehenden pflegerischen Versorgungsdefizite aufmerksam gemacht und erneut Handlungsempfehlungen vorgestellt. … > viewtopic.php?f=5&t=1515 - Mit Sprechblasen und den bislang bekannten politischen Planungen wird es keine hilfreichen Verbesserungen geben können. - Werner Schell
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Die Pflegeversicherung bedarf einer grundlegenden Reform

Beitrag von WernerSchell »

Die Pflegeversicherung bedarf einer grundlegenden Reform

NRW-Gesundheitsminister Laumann lehnt eine Deckelung des Eigenanteils in der Pflege ab. Damit "würde man auch Menschen entlasten, die sich die Zuzahlung leisten können - und alle, auch Geringverdiener, müssten dies über höhere Beiträge oder Steuern mittragen." Laumann verweist zudem darauf, dass sich die Mehrheit die Zuzahlung leisten kann und neben der Rente noch andere Einkommensarten hat: "Zwei Drittel der Menschen, die im Heim leben, bekommen keine finanzielle Unterstützung, Hilfe zur Pflege, durch die Kommunen." - Quelle: Rheinische Post vom 13.02.2026 - Mit dieser Äußerung liegt der NRW-Gesundheitsminister Laumann völlig daneben. Um den Pflegenotstand aufzulösen bzw. eine Pflegekatastrophe zu vermeiden, sind umfängliche Reformanstrengungen geboten. Dazu habe ich mich in einem längeren Brief an das Bundesgesundheitsministerium geäußert und einige Handlungserfordernisse aufgezeigt. Dieser Brief wurde auch dem NRW-Gesundheitsministerium übermittelt. ... > viewtopic.php?f=5&t=1515 Leider ist bislang nicht zu erkennen, dass die gegebenen Hinweise aufgegriffen werden. - Werner Schell
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Nur 30 Prozent glauben an sichere Pflege

Beitrag von WernerSchell »

VdK - Pressemitteilung vom 1.3.2026

VdK-Umfrage: Nur 30 Prozent glauben an sichere Pflege
Mehrheit der Befragten sieht den Staat in der Verantwortung


Bentele: Kürzungen bei der Pflege widersprechen den Erwartungen der Menschen

Das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Sozialverbands VdK zeigt alarmierende Unsicherheiten: Nur 30 Prozent der Menschen in Deutschland halten es für wahrscheinlich, dass sie im Alter ausreichend gepflegt werden, falls sie Pflege benötigen. Über die Hälfte (55 Prozent) glaubt hingegen, dass ihre Pflege in Zukunft eher nicht gewährleistet wäre.

Die Befragten sehen den Staat klar in der Verantwortung: 82 Prozent schreiben ihm eine große oder sehr große Rolle bei der Sicherstellung ihrer Pflege zu. Für 72 Prozent liegt die Verantwortung allerdings auch bei jeder Person selbst, 59 Prozent sehen die Familie oder Angehörige in der Pflicht. „Die Menschen erwarten eine starke staatliche Absicherung und vertrauen nicht darauf, dass in erster Linie Familie oder Angehörige die Pflege gewährleisten“, betont VdK-Präsidentin Verena Bentele. „Der Staat muss mehr Verantwortung übernehmen, statt sich zurückzuziehen. Die aktuellen Kürzungsideen widersprechen der Lebensrealität der Menschen völlig.“

Die aktuellen Vorschläge zur Pflegereform zeichnen das Bild von umfangreichen Leistungskürzungen, vor allem in der häuslichen Pflege. Statt Kürzungen braucht es aber gesicherte Pflege vor Ort. Der Sozialverband VdK plädiert dafür, Pflege zur Pflichtaufgabe der Kommunen zu machen. „Diese sind nah am Menschen, kennen lokale Bedürfnisse und können passgenau handeln. So entsteht Handlungsdruck vor Ort, anstatt Abhängigkeit von Leistungserbringern“, so Bentele.

Methodische Hinweise
Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov-Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben.
Für diese Befragung wurden im Zeitraum 6.2.2026 bis 9.2.2026 insgesamt 2.204 Personen befragt.
Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region, Wohnumfeld, Wahlverhalten und politisches Interesse quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet.
Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

Pressekontakt:
Julia Frediani, Pressesprecherin
Telefon: 030 9210580-401
Mobil: 0175 6604730
E-Mail: j.frediani@vdk.de


Quelle: https://www.vdk.de/aktuelles/aktuelle-m ... em-gering/
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