Mordkommission ermittelt nach Tod eines Intensiv-Patienten in einem Neusser Krankenhaus

Rechtsbeziehung Patient – Therapeut / Krankenhaus / Pflegeeinrichtung, Patientenselbstbestimmung, Heilkunde (z.B. Sterbehilfe usw.), Patienten-Datenschutz (Schweigepflicht), Krankendokumentation, Haftung (z.B. bei Pflichtwidrigkeiten), Betreuungs- und Unterbringungsrecht
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WernerSchell
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Mordkommission ermittelt nach Tod eines Intensiv-Patienten in einem Neusser Krankenhaus

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POL-NE: Pressemitteilung vom 08.02.2021

Mordkommission ermittelt nach Tod eines Intensiv-Patienten

Neuss (ots) - Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Düsseldorf und der Polizei:

Derzeit ermittelt eine Mordkommission unter Leitung des Polizeipräsidiums Düsseldorf wegen des Verdachts eines Tötungsdeliktes gegen eine medizinische Angestellte eines Neusser Krankenhauses.
Nach derzeitigen Erkenntnissen könnte die Frau im Zuge der Medikamentenverabreichung vorsätzlich den Tod eines schwerstkranken Patienten verursacht haben.
Die Tatverdächtige wurde vom betroffenen Krankenhaus freigestellt und durch Polizeibeamte am Freitag (05.02.) festgenommen. Der Haftbefehl wurde durch einen Richter erlassen und unter Auflagen außer Vollzug gesetzt.
Die Ermittlungen der Mordkommission dauern an.

Presseanfragen zum Ermittlungsverfahren sind an die Staatsanwaltschaft Düsseldorf zu richten.
Rückfragen von Pressevertretern bitte an:

Der Landrat des
Rhein-Kreises Neuss als
Kreispolizeibehörde
-Pressestelle-
Jülicher Landstraße 178
41464 Neuss
Telefon: 02131/300-14000
02131/300-14011
02131/300-14013
02131/300-14014
Telefax: 02131/300-14009
Mail: pressestelle.neuss@polizei.nrw.de
Web: https://rhein-kreis-neuss.polizei.nrw

Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/65851/4833403
OTS: Kreispolizeibehörde Rhein-Kreis Neuss


+++
Die Neuss-Grevenbroicher Zeitung hat die Mitteilung der Polizei in ihrer Ausgabe vom 09.02.2021 aufgegriffen und im Neusser Lokalteil ausgeführt, dass es sich bei dem Neusser Krankenhaus um das Lukaskrankenhaus handelt.
WernerSchell
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Nach dem Tod eines Intensivpatienten im Neusser Lukaskrankenhaus wird wegen des bestehenden Mordverdachts ermittelt

Beitrag von WernerSchell »

Nach dem Tod eines Intensivpatienten im Neusser Lukaskrankenhaus wird wegen des bestehenden Mordverdachts umfänglich ermittelt …


Bild
Foto: RP


Der Newsletter der Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 09.02.2021 hat sich mit dem Tod eines Patienten im Neusser Lukaskrankenhaus befasst und einleitend bemerkt:

Nach dem Tod eines Intensivpatienten im Neusser Lukaskrankenhaus laufen die Ermittlungen der Mordkommission auf Hochtouren. Neue Erkenntnisse soll eine Obduktion des Opfers bringen. Zudem stehen Befragungen im Lukaskrankenhaus an. Die Mitarbeiterin, die am vergangenen Freitag festgenommen worden war, schweigt bislang. Mein Kollege Simon Janßen berichtet.

In dem Zeitungsbericht der NGZ vom 10.02.2021 wird u.a. ausgeführt:

Mordkommission ermittelt im Neusser Lukaskrankenhaus
Obduktion soll Todesursache des Intensivpatienten klären


Neuss Nach dem Tod eines Intensivpatienten laufen die Ermittlungen der Mordkommission auf Hochtouren. Neue Erkenntnisse soll eine Obduktion des Opfers bringen. Zudem stehen Befragungen im Lukaskrankenhaus an. Die Verdächtige schweigt.
Von Simon Janßen
Mit diesem grauenvollen Szenario muss sich das Neusser Lukaskrankenhaus in diesen Tagen auseinandersetzen. Eine Mitarbeiterin der Einrichtung war am vergangenen Freitag festgenommen worden. Nach derzeitigen Erkenntnissen könnte die Frau im Zuge einer Medikamentenverabreichung am 2. Februar vorsätzlich den Tod eines schwerstkranken Patienten auf der Intensivstation verursacht haben.
.... (weiter lesen unter) ... > https://rp-online.de/nrw/staedte/neuss/ ... rheinkreis


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Der Autor des Beitrages, Herr Janßen, hat mit mir gestern telefoniert und meine Einschätzung erfragt. Daraufhin habe ich im Wesentlichen erklärt, dass die Umstände des Falles erst einmal aufgeklärt werden müssen. Erst dann könne eine Bewertung erfolgen. Die Arbeit der Pflegekräfte müsse man grundsätzlich sehr positiv einschätzen. ... Auf der Basis dieses Gespräches wurde in dem o.a. NGZ-Beitrag ausgeführt:

"Der Neusser Werner Schell, der unter anderem das Netzwerk „Pro Pflege“ initiiert und Bücher zum Thema Pflege- und Patientenrecht verfasst hat, kennt die Drucksituation gut, in der sich viele Pflegekräfte befinden. Er fordert eine lückenlose Aufklärung des Falls – solche Taten sind seiner Meinung nach aber nur schwer zu verhindern. „Ein Schutzmechanismus ist nur begrenzt möglich“, sagt der Experte. Man könne lediglich dafür plädieren, dass nur Pflegekräfte Zugang zu Medikamenten haben, die eine „vernünftige Ausbildung“ absolviert haben und in der Vergangenheit „noch nicht mit „Nachlässigkeiten aufgefallen sind“. Von härteren juristischen Konsequenzen halte er wiederum nichts.
Schell warnt zudem davor, wegen des jüngsten Falls aus Neuss Pflegepersonal unter Generalverdacht zu stellen. „Ich kenne die Klientel. Das sind meist hochmotivierte Frauen, die Menschen zugewandt arbeiten wollen und denen es Freude macht, anderen zu helfen.“

Werner Schell
WernerSchell
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Tötungsdelikt im Neusser Lukaskrankenhaus - Mordkommission ermittelt gegen Krankenschwester

Beitrag von WernerSchell »

POL-NE: Fortschreibung: Mordkommission ermittelt nach Tod eines Intensiv-Patienten

Neuss (ots) - Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Düsseldorf und der Polizei:

Mit Pressemitteilung vom 08.02.2021 - 17:57 Uhr gaben die ermittelnden Behörden bekannt, dass aufgrund des Verdachts eines Tötungsdeliktes eine Mordkommission unter Leitung des Polizeipräsidiums Düsseldorf eingerichtet wurde.

Der Tatverdacht richtet sich gegen eine 39-jährige Krankenschwester.

Nach derzeitigen Erkenntnissen könnte sie durch eine weisungswidrige Reduzierung der ärztlich angeordneten Dosierung eines lebensnotwendigen Medikamentes den Tod eines lebensbedrohlich erkrankten 52-jährigen Patienten verursacht haben. Sie soll den Tatvorwurf gegenüber Angestellten des Krankenhauses eingeräumt haben.

Der Patient verstarb am 2. Februar. Derzeit ist ungeklärt, ob der 52-Jährige bei einer Medikamentenverabreichung gemäß der ärztlichen Anweisung überlebt oder einen messbaren Zeitraum länger gelebt hätte.

Die Tatverdächtige wurde vom betroffenen Krankenhaus freigestellt und durch Polizeibeamte am 5. Februar festgenommen. Noch am selben Tag erließ der Ermittlungsrichter Haftbefehl wegen versuchten Totschlags durch Unterlassen gegen die Beschuldigte, den er durch Beschluss vom selben Tag unter Auflagen außer Vollzug setzte.

Derzeit schweigt die Tatverdächtige gegenüber den Strafverfolgungsbehörden zu den Vorwürfen.

Die Ermittlungen der Mordkommission dauern an.

Überprüft wird zudem ein Fall aus dem Jahr 2019, bei dem ein schwer vorerkrankter Patient auf der Intensivstation desselben Krankenhauses in einen lebensbedrohlichen Zustand geriet, nachdem ihm mutmaßlich durch eine bis dato unbekannte Person ein nicht benötigtes Medikament verabreicht wurde. Die Krankenschwester war auch in diesem Verfahren eine der Tatverdächtigen. Durch die Ermittlungen konnte der Tatverdacht gegen sie seinerzeit nicht erhärtet werden. Das Verfahren wurde eingestellt. Es wird nun geprüft, ob die Ermittlungen gegen die Beschuldigte in diesem Verfahren aufgrund der neuen Erkenntnisse aus dem aktuellen Verfahren wieder aufgenommen werden.

Presseanfragen zum Ermittlungsverfahren sind an die Staatsanwaltschaft Düsseldorf zu richten.

Rückfragen von Pressevertretern bitte an:

Der Landrat des
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Jülicher Landstraße 178
41464 Neuss
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02131/300-14014
Telefax: 02131/300-14009
Mail: pressestelle.neuss@polizei.nrw.de
Web: https://rhein-kreis-neuss.polizei.nrw

Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/65851/4839021
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Mordkommission ermittelt nach Tod eines Intensiv-Patienten in einem Neusser Krankenhaus

Beitrag von WernerSchell »

Die Neuss-Grevenbroicher Zeitung hat das Thema am 16.02.2021 in großer Aufmachung erneut aufgegriffen und dazu im Newsletter folgende Hinweise gegeben:

Nach dem Tod eines Intensivpatienten im Lukaskrankenhaus in Neuss beschäftigen sich Polizei und Staatsanwaltschaft nun auch mit einem Fall aus dem Jahr 2019, bei dem ein Patient in einen lebensbedrohlichen Zustand geriet. Die Verdächtige (39) soll sich anderen Angestellten anvertraut haben. Mein Kollege Simon Janßen berichtet über den neuesten Stand der Ermittlungen. ... > https://rp-online.de/nrw/staedte/neuss/ ... rheinkreis

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Anmerkung:
Es ist aktuell wohl so, dass es einige Anhaltspunkte für pflichtwidriges - und damit ggf. strafwürdiges - Verhalten einer Krankenschwester im Lukaskrankenhaus gibt. Aber die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft müssen insoweit abgewartet werden. Es ist weiter so, wie ich bereits bemerkt habe: Erst sorgsam aufklären und dann urteilen! - Werner Schell
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