Streit um Pflege-Bericht im "Vorwärts" (SPD)

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

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Gaby Modig
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Streit um Pflege-Bericht im "Vorwärts" (SPD)

Beitrag von Gaby Modig » 08.05.2008, 07:33

Aktuelle Informationen zur Pflege ------> http://www.wernerschell.de/ProPflege/index.htm

Zur Zeit tobt ein Streit um einen Pflege-Bericht der SPD-Zeitung Vorwärts - Der AWO-Chef Schmidt kritisiert diese Berichterstattung und kündigt daraufhin Mitarbeit bei Pflegereform auf

Der Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Wilhelm Schmidt (SPD), hat nach Informationen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" und der "Rheinischen Post" seine Mitarbeit bei der Reform der Pflegeversicherung aufgekündigt. Schmidt sehe sich, so die Zeitungen, durch die SPD-Zeitung "Vorwärts" beleidigt. Die Medien berufen sich auf einen Protestbrief des AWO-Chefs an den SPD-Vorsitzenden Kurt Beck. "Vorwärts"-Beiträge unter dem Titel "Der Altenpflege-Skandal" seien schlecht recherchiert, total einseitig und strotzten vor pauschalen Verunglimpfungen, heißt es in dem der Zeitung vorliegenden Schreiben.
"Durch dieses Blatt lasse ich mich und meine AWO-Freund/innen nicht beleidigen. Wir arbeiten nicht für die "Pflege-Mafia" und ich bin als AWO-Vorsitzender nicht einer der Mafia-Bosse", teilt Schmidt seinem Parteivorsitzenden mit. Er werde Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) mit sofortiger Wirkung den Rücktritt vom Amt des Vorsitzenden in dem Beirat mitteilen, der die grundlegende Reform der Pflegeversicherung vorantreiben soll.

Dass es Pflegemissstände, strukturelle Unzulänglichkeiten, gibt, ist ernstlich nicht streitig. Allerdings kann und muss darüber gestritten werden, wie diese Mängel im System öffentlich beschrieben werden. Ausdrücke wie "Pflege-Mafia" usw. halte ich auch nicht für gerechtfertigt. Daher kann man für Herrn Schmidt durchaus Verständnis aufbringen.

Gaby Modig

R. Hiefinger

Pflege in AWO-Heimen usw.

Beitrag von R. Hiefinger » 08.05.2008, 07:39

Leserbrief vom 7.5.2008:

Es grenzt schon an Unverschämtheit von Herrn Wilhelm Schmidt (SPD) wie Herr Schmidt gegen die Redakteure von „vorwärts“ vorgeht. Den Recherchen der Redakteure, denen scheinbar ein Maulkorb oder „fliegende Stühle“ verpasst werden sollen, liegen B E W E I S E vor, die Herr Wilhelm Schmidt – falls er Zweifel hat - jederzeit bei uns einsehen kann.

Scheinbar hat Herr Wilhelm Schmidt immer noch nicht begriffen, was in seinen „AWO-Läden“ - unten bei den Pflegebedürftigen und bei den überforderten, ausgepowerten und seelisch ausgebrannten Pflegekräften überhaupt abgeht! Hier tragen Sie die Verantwortung – sehr geehrter Herr Schmidt! Je höher „man“ oben sitzt, desto mehr hat „man“ die Realität zu seinen „Untergebenen“ verloren!

Herr Schmidt wäre gut beraten, sich seine Heime zuerst anzuschauen und vielleicht auch mal mitzuarbeiten, damit er sieht, wie die Pflege bei der AWO überhaupt aussieht, wieviele Heimbewohner unterernährt sind, wie seine Heime oft nach Urin und Kot stinken, wie seine Pflegebedürftigen ernährt werden, wie oft sie an die frische Luft kommen, wie lange Heimbewohner in ihren 3,8 l – Windeln liegen müssen, da keine Pflegekraft Zeit hat, die Heimbewohner in die Toilette zu führen.

Nach Besichtigung eines AWO-Heimes in München ging ich heulend raus und frage mich, ob so das Ende des Lebens aussehen soll?

Erst vor ein paar Tagen hatten wir wieder in einem AWO Heim in Markt Schwaben einen Skandal mit Todesfolge! Hier ermittelt bereits der Staatsanwalt! Dieses Heim stand vor 2 Jahren schon in den Schlagzeilen!

Herr Wilhelm Schmidt, Sie können nur Gutes den Pflegebedürftigen angedeihen lassen, wenn Sie mit sofortiger Wirkung den Rücktritt vom Amt des Vorsitzenden, der die grundlegende Reform der Pflegeversicherung vorantreiben soll - wie Sie bereits angekündigt haben - abgeben, denn mit der AWO oder sonstigen Heimbetreibern im Rücken, kann nur Flickwerk zu Gunsten der Heimbetreiber und Träger entstehen und nicht zu Gunsten der Pflegebedürftigen!!!

ZU REFORMEN GEHÖRT DIE BASIS AN DEN TISCH, D.H. Pflegekräfte, Angehörige, Heimbeiräte, sowie Heimbewohner, die noch geschäftsfähig sind und keine Verbände, die nur den Kommerz im Auge haben und die die Menschenwürde und die damit verbundene Verantwortung mit Füssen treten.
Roswitha Hiefinger
Gründerin des Pflegestammtisches in München „IN WÜRDE ALT WERDEN – WIR KÄMPFEN DAFÜR!“
(was nachhaltig auch bekannt wurde – 1. Pflegestammtisch in der BRD, der auf Grund von Missständen in den Heimen gegründet wurde!)
FORUM ZUR VERBESSERUNG DER SITUATION PFLEGEBEDÜRFTIGER E.V.
Berengariastr. 5, 82131 Gauting, Tel. 089-893 11 054 – Fax 089 -893 98 446, email: forum@verhungern-im-heim.de
Ich bin auch Mitarbeiterin im „Arbeitskreis gegen Menschenrechtsverletzungen an Pflegebedürftigen“ im
FORUM PFLEGE AKTUELL.
Meine Privat-Adresse: Am Brunnhölzl 4, 84106 Volkenschwand,
Tek. 08754-969 269, Fax 08754-969 362, email: pflege@hiefinger.de

bdt0106 4 pl 213 dpa 4067
Soziales/Pflege/
(Medien-Info)
AWO-Chef Schmidt kritisiert SPD - Mitarbeit bei Pflege aufgekündigt
Osnabrück (dpa) - Der Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt

(AWO), Wilhelm Schmidt (SPD), hat nach Informationen der «Neuen
Osnabrücker Zeitung» seine Mitarbeit bei der Reform der
Pflegeversicherung aufgekündigt. Schmidt sehe sich durch die SPD-
Zeitung «Vorwärts» beleidigt, schreibt die Zeitung unter Berufung auf
einen Protestbrief des AWO-Chefs an den SPD-Vorsitzenden Kurt Beck.
«Vorwärts»-Beiträge unter dem Titel «Der Altenpflege-Skandal» seien
schlecht recherchiert, total einseitig und strotzten vor pauschalen
Verunglimpfungen, heißt es in dem der Zeitung vorliegenden Schreiben.
«Durch dieses Blatt lasse ich mich und meine AWO-Freund/innen
nicht beleidigen. Wir arbeiten nicht für die "Pflege-Mafia" und ich
bin als AWO-Vorsitzender nicht einer der Mafia-Bosse», teilt Schmidt
seinem Parteivorsitzenden mit. Er werde Bundesgesundheitsministerin
Ulla Schmidt (SPD) mit sofortiger Wirkung den Rücktritt vom Amt des
Vorsitzenden in dem Beirat mitteilen, der die grundlegende Reform der
Pflegeversicherung vorantreiben soll. «Denn ein "Pflege-Mafioso" als
Vorsitzender dieses Reformgremiums scheint mir eine zu große
Belastung für beide Seiten zu sein», schreibt Schmidt.
Die AWO werde auch ihren Sitz mit Gaststatus im SPD-Parteirat
niederlegen und an den Treffen der sogenannten befreundeten
Organisationen bei Beck nicht mehr teilnehmen. Schmidt ist seit 1964
Mitglied der SPD. Bis 2005 war er parlamentarischer Geschäftsführer
der sozialdemokratischen Bundestagsfraktion.

(Der Beitrag lag dpa in redaktioneller Fassung vor.)
dpa bk yyzz n1 bk

Anja Jansen
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Pflegemissstände - Politiker verantwortlich machen !

Beitrag von Anja Jansen » 10.05.2008, 06:56

Gaby Modig hat geschrieben:.... Dass es Pflegemissstände, strukturelle Unzulänglichkeiten, gibt, ist ernstlich nicht streitig. Allerdings kann und muss darüber gestritten werden, wie diese Mängel im System öffentlich beschrieben werden. Ausdrücke wie "Pflege-Mafia" usw. halte ich auch nicht für gerechtfertigt. Daher kann man für Herrn Schmidt durchaus Verständnis aufbringen. ...
Ich trete auch dafür ein, dass die Unzulänglichkeiten im Pflegesystem in aller Klarheit öffentlich gemacht werden. In der Hauptsache müssen aber die Aktionen die Politiker treffen, und nicht die Pflegekräfte. So manche Kritik läuft heute in einer Art und Weise ab, dass sich die Pflegekräfte angegriffen fühlen müssen. Sie sind eigentlich mit die Opfer des schlechten Systems, und bekommen noch Prügel ab und sollen sich auch noch beim KDA-Jammerportal Rat einholen, wenn etwa schief läuft.
Ich kann daher dem Statement von Gaby uneingeschränkt zustimmen.

Anja

fiutare

Beitrag von fiutare » 13.05.2008, 11:02

Aha. Jetzt ist also der Kreis geschlossen. Der "Vorwärts" prangert Pflegeskandale und die Pflegemafia an. Soso.

Betroffenheit und Heuchelei olé.

Man darf doch einmal nachfragen, wer dieses System eingeführt hat, welches ermöglicht, dass mit Pflege Profit gemacht werden kann. Wer hat denn die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Pflichtversicherungsbeiträge in Renditen umgewandelt werden können?

Bitte WER?

Es war die Politik, die mit Einführung der Pflegeversicherung den gnadenlosen Kampf um das billigste Angebot im Wettbewerb eröffnet hat. Es ist heute vor allem die SPD in Gestalt von Frau Schmidt, die dieses System regelrecht pervertiert. Zelebriert wird das Ganze regelmässig von den Pflegekassen und den Sozialversicherungsträgern in einer Veranstaltung, die "Pflegesatzverhandlung" genannt wird.

Ob die Träger nun AWO, Diakonie oder Marseille-Kliniken heissen, spielt keine grosse Rolle: Die Bedingungen sind für alle gleich (schlecht). Und wer bei diesen Bedingungen Profit machen will oder muss, tut das mit Sicherheit zu Lasten des Personals und natürlich auch der Bewohner.

Presse
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Das Gute und die Genossen

Beitrag von Presse » 25.05.2008, 13:02

Parteizeitung Vorwärts
Das Gute und die Genossen

Maulschelle für die SPD-Zeitung Vorwärts: Dass sie in ihrer aktuellen Titelgeschichte die Pflegereform ignoriert, passt SPD-Chef Kurt Beck überhaupt nicht.

Von Hans Leyendecker

Der SPD-Parteivorsitzende Kurt Beck hat in diesen Tagen wenig Grund, sich an Medien zu erfreuen, aber was zu viel ist, ist zu viel. "Völlig inakzeptabel", "in der reißerischen Manier der Sensationspresse" verfasst, "bedaure ich außerordentlich" - so vernichtend fiel sein Urteil nach Lektüre einer Titelgeschichte über Altenpflege in Deutschland ("Im Netz der Pflegemafia") aus.

"Ich distanziere mich von dieser einseitigen Berichterstattung", teilte Leser Beck dem Bundesvorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Wilhelm Schmidt, mit, ...
(weiter lesen unter)
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/619/176089/
- Bericht vom 22.5.2008 -

fiutare

Beitrag von fiutare » 26.05.2008, 07:37

....es wird immer lächerlicher....

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"Der Altenpflegeskandal" - hervorragend recherchie

Beitrag von Service » 26.05.2008, 18:33

Nachfolgender Leserbrief von Frau Findeisen wird mit Erlaubnis der Briefschreiberin hier vorgestellt:

Dass es in der SPD wegen dem Titelthema "Der Altenpflegeskandal" Ärger gibt ist mir nicht ganz klar. Dieser Beitrag ist hervorragend recherchiert und journalistisch einwandfrei aufbereitet. Er zeigt ganz deutlich die schlimmen Zustände in der Pflegelandschaft. Das ist die Pflege in Deutschland und es handelt sich auf keinen Fall um Einzelfälle. Meine Mutter war 7 1/2 Jahre in einem Pflegeheim und ich habe auch meine Erfahrungen gemacht. Jetzt gehe ich ehrenamtlich in die Pflegeheime um die Lebensqualität der Bewohner dort zu verbessern. Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck hat offensichtlich noch nie persönlich einen Pflegebedürftigen Essen eingegeben oder eine 4 l vollgekotete und nasse Einlage (Windel) gewechselt, geschweige denn ein Pflegeheim von innen gesehen. Wenn der AWO Bundesvorsitzende Schmidt wegen diesem Artikel von seinem Amt zurücktritt, wird er schon seinen Grund haben. Ich weiß z.B. von Pflegekräften der AWO, dass sie Schweigepflicht den Angehörigen gegenüber haben, damit nichts an die Öffentlichkeit dringt. Im Wahlkampf sind die Parteien aller Couleur nicht einmal in der Lage, das Thema Altenpflege ins Parteiprogramm mitaufzunehmen. Auch gibt es kein Plakat mit Senioren im Rollstuhl oder mit Gehwagen. Selbst wenn es um Familienpolitik geht, wird dieser Personenkreis ausgeschlossen, obwohl die nächsten Angehörigen auch finanziell vom Staat an den Pflegekosten mit ihrem Privatvermögen beteiligt werden.

Dieser Beitrag ist authentisch und ich kann dies nur bestätigen, was dort veröffentlicht wurde.

Elisabeth Findeisen
Weidenstr. 20
82256 Fürstenfeldbruck

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Aktionsradius rund um die Pflege

Beitrag von Service » 27.05.2008, 13:53

Stellungnahme zum Bericht der Süddeutschen Zeitung:

legen Sie diese E-Mail bitte Ihrem Parteivorsitzenden sowie alle im Betreff genannten Adressaten vor.

Schade, dass Herr Beck nicht auch Schmidt heißt, dann wäre es das "politische Dreigestirn" im Aktionsradius rund um die Pflege.

Es ist unerträglich, wie sich ein Parteivorsitzender artikuliert, ohne je einmal einen alten Menschen über Jahre, rundum die Uhr betreut zuhaben. Das Gleiche gilt für die anderen Adressaten.

Herr Kurt Beck war anscheinend noch nie für zumindest 1 Woche in einem Alten- und Pflegeheim. Er würde schnell erkennen, unter welchen Bedingungen und zu welchen Konditionen Pflegekräfte zu arbeiten haben.

Hat Herr Kurt Beck je einmal mit Pflegekräften gesprochen, die sich über ihre Arbeits- und Pflegebedingungen gegenüber der Heimleitung beschwert haben? Ich kenne eine 20 Jahre tätige Altenpflegerin, die gegen die Methoden im Alten- und Pflegeheim "aufgemuckt" hat; sie erhielt die Kündigung.

Hat Herr Kurt Beck je einmal für einen zu pflegenden Menschen Verantwortung getragen und dann bei Fehlverhalten in der Pflege bei der Heimleitung Kritik geübt? Er würde erleben können, wie dann mit dem Angehörigen und/oder Betreuer umgegangen wird. Ich weiß von was ich rede, ich habe Pflegemängel vorgetragen und nur Arroganz und Ablehnung erfahren, obwohl meine vorgetragenen Pflegemängel in Wort und Bild festgehalten wurden.

Warum hat sich Her Kurt Beck gegen den Artikel im "Vorwärts" gewehrt ohne kritisch zu hinterfragen, ohne gleich der Redaktion einen "Maulkorb" zu verpassen? Es passen kritische Journalisten im Augenblick nicht in die Parteienlandschaft der SPD.

Warum haben bisher die Alten- und Pflegeheim, wenn alles aus der Sicht des Herr Beck "in Butter" ist, die Prüfberichte der Heimaufsichten und des MdK nicht veröffentlich. Gutes würde sich doch auch gut lesen lassen?

Warum haben bisher die Alten- und Pflegeheim, wenn ihnen das Geld, wie immer wieder behauptet wird, hinten und vorne nicht ausreichend zur Verfügung steht, ihre Bilanzen offengelegt ?

Es muß doch einen Grund haben, dies nicht zu tun. Jeder Steuerpflichtige hat im Jahr beim Finanzamt seine Einkommensverhältnisse offenzulegen. Die Steuerzahler, die Bewohnerinnen und Bewohner, die zuzahlenden Angehörigen haben noch mehr Recht zu erfahren, was mit den Pflegekosten in den Pflegeeinrichtungen geschieht und ob sie auch in den Pflegeeinrichtungen verwendet werden. Dies Gruppe finanziert komplett die Pflege; sie sind die Auftraggeber und die Pflegeeinrichtungen die Auftragnehmer. Darüber sollte sich die Politik einen Kopf machen.

Warum Herr Kurt Beck kann es möglich sein, mit Pflegeeinrichtungen an die Börse zugehen? Aktionäre erwarten sicherlich nicht im 3-Monatsrythmus Pflegeberichte über Pflegebedüftigen das Essen und Trinken zu reichen, sie sauber waschen und anziehen, Inkontinenzkontrollen durchführen, Medikamente eingeben, sie auf den Toilettenstuhl bringen, mit ihnen an die frische Luft zugehen, nein, sie wollen Wachstum und Rendite sehen.

Braucht Herr Wilhelm Schmidt - er hat gleich das "Handtuch" auf den Bericht im "Vorwärts" geworfen - einen passenden Grund aus seiner Beratertätigkeit bei der Pflegereform auszuscheiden, um bei "Evonik" lockerer einsteigen zu können?

Warum scharen sich Politiker immer nur Träger großer Einrichtungen, Verbände und Funktionäre bei ihren Entscheidung zur Pflege um sich und warum meiden sie es, sich mit der Basis auseinanderzusetzen?

Hat sich Frau Ulla Schmidt schon jemals Gedanken gemacht, was durch die Verschiebung der Gestaltung der Heimgesetze auf Länderebene für eine diffenrenzierte Heimgesetzregelung pro Land entsteht? Nur ein Beispiel: Für einen Angehörigen ist es notwendig durch Umzug seinen betreuten Angehörigen von einem Bundesland in ein anderes Bundesland mitzunehmen. Das Heimgesetz im alten Bundesland ist ein anderes als im neuen Bundesland, ja das ist die Praxis. Er muß sich mit völlig veränderten gesetzlichen Regelungen auseinandersetzen.

Zum Thema Pflegereform brauche ich mich nicht zu äußern. Das haben schon klüger Köpfe getan und mit welchem Ergebnis !!!!!!!

Für Herrn Wilhelm Schmidt von der AWO noch einen traurigen Beitrag:

Just zu dem Zeitpunkt, als er sich so vehement zum Beitrag im "Vorwärts" geäußert hat, kam es zum Todessturz einer Bewohnerin im Alten- und Pflegeheim der AWO in Mark Schwaben. Herr Schmidt fragen Sie nach, wieso es dazu kam !!!!

Kleine Vor - Info: Der Vater der betreuten Mutter - auch im Heimbeirat tätig - hat bei der Heimleitung zum wiederholten Male schriftlich wie mündlcih die Sicherung der Haupttreppe verlangt. Was sagen Sie denn dazu ? Oder handelt es sich um einen Einzelfall - ein Einzelschicsal, wie sooft dann von den Verantwortlichen zu hören ist.

Fazit:
Bevor die SPD und die AWO sich weiterhin so vehement zum Thema "Pflege" akustisch hervortun.
Sprechen Sie mit der Basis, Angehörigen, Betreuer und Pflegekräften !!! oder haben Sie vor dem Ergebnis "Angst"

Werner Kirschner
Plattlinger Straße 15
81479 München
Tel.: 0171 333 36 37

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SPD steht auch in Sachen Pflege nicht gut da!

Beitrag von Rob Hüser » 31.05.2008, 13:51

Ich denke, dass die SPD (und ihre Vertretung) zwangsläufig Probleme mit der Pflegebeurteilung haben muss. Einerseits gibt es zweifelsfrei umfangreiche Mängel. Andererseits ist die Gesundheitsministerin U. Schmidt SPD-Mitglied, und letztlich hautpverantwortlich für die Pflegesituation. Sie hatte es doch z.B. in der Hand (gehabt), eine Pflegereform von Format anzuschieben. Herausgekommen ist ein Reförmchen, geradezu lächerlich das Ergebnis.

Rob

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Mehr Zuwendung mit mehr Personal!

Beitrag von conny24 » 01.06.2008, 07:26

Service hat geschrieben: ... Hat sich Frau Ulla Schmidt schon jemals Gedanken gemacht, was durch die Verschiebung der Gestaltung der Heimgesetze auf Länderebene für eine diffenrenzierte Heimgesetzregelung pro Land entsteht? ... Zum Thema Pflegereform brauche ich mich nicht zu äußern. Das haben schon klüger Köpfe getan und mit welchem Ergebnis !!!!!!! ...
Frau Schmidt ist mit den anstehenden Aufgaben der Gesundheits- und Pflegepolitik eigentlich glatt überfordert. Sie wird wohl deshalb nicht ausgetauscht, weil sich ein solcher Personentausch für die SPD negativ auswirken könnte. Der Absturz der SPD ins Bodenlose soll wohl vermieden werden.
Frau Schmidt hat kürzlich zugegeben, dass es allzu viele Pflegemängel gibt, mindestens bei 10% der pflegebedürftigen Menschen. Wo sind die entscheidenden Maßnahmen, diesem Übelstand entgegen zu treten??
Die Lösung ist doch möglich: Mehr Zuwendung mit mehr Personal!

Conny

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Gleichbehandlung der privaten sozialen Dienste

Beitrag von Presse » 20.06.2008, 10:45

Kurt Beck für Gleichbehandlung der privaten sozialen Dienste
"Entscheidend ist die Qualität der sozialen Dienstleistung, die bei den Menschen ankommt"


Soziale Dienste, z.B. für ältere und pflegebedürftige Menschen, für Menschen mit Behinderung oder für Kinder, müssen nach Ansicht des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten und SPD-Vorsitzenden Kurt Beck ebenso von privaten Trägern wie von Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege erbracht werden können. In einem Gespräch mit dem Bundesverband der privaten Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) sagte Kurt Beck:

"Wir wollen eine gute und flächendeckende Versorgung der Menschen mit sozialen Diensten. Dazu tragen heute auch viele private Einrichtungen bei. Angesichts des demographischen Wandels brauchen wir sie und ihr Engagement. Dabei ist es selbstverständlich, auf gute Qualität der Pflegeleistungen zu achten."

Nach den jüngst durch eine Veröffentlichung in "Vorwärts" entstandenen erheblichen Irritationen begrüßte Bernd Meurer, Präsident des bpa, die Äußerungen des SPD-Vorsitzenden: "Leistungen der Pflegeversicherung werden heute bereits zu 40 % von engagierten privaten Einrichtungen erbracht. Die kommenden Herausforderungen können ohne das Engagement der privaten Träger nicht bewältigt werden. Wir begrüßen deshalb die klaren Worte von Kurt Beck, der damit auch die tägliche Arbeit der über 5.700 privaten Pflegeeinrichtungen des bpa und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anerkennt."

Kurt Beck äußerte sich auch zu den Anforderungen an die Träger der sozialen Dienstleistungen. "Wer Pflegeleistungen oder Leistungen der Kinderhilfe bedarf, ist in hohem Maße schutzbedürftig. Deshalb ist es besonders wichtig, hierbei die Qualität sicherzustellen. Entscheidend ist die Qualität der sozialen Dienstleistung, die bei den Menschen ankommt. Nicht entscheidend ist, von welchem Träger die Dienstleistung erbracht wird."

Für Rückfragen:
Herbert Mauel,
Bernd Tews,
030 / 30 87 88 60.

Quelle: Pressemitteilung vom 20.6.2008

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Situation in der Altenpflege wird beschönigt

Beitrag von Service » 09.07.2008, 07:29

Leserbrief - übermittelt am 8.7.2008:

Mit großem Interesse habe ich die Mai- und Juni-Ausgaben der SPD-Zeitung "Vorwärts" verfolgt. Es erstaunt mich sehr, dass sich unsere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, Ministerpräsident Beck und die Freien Wohlfahrtsverbände in der Juni-Ausgabe versuchen, die Situation in der Altenpflege zu beschönigen. Offenbar hat von den sogenannten Experten noch nie einer ein Pflegeheim von innen gesehen. Deshalb schlage ich vor, wir starten ein Musterprojekt und zwar verbringen Frau Ministerin Ulla Schmidt und Herr Beck und die Geschäftsführer der Freien Wohlfahrtsverbände ihren Urlaub während der Sommerpause als Schwerpflegebedürftige/r in einem Pflegeheim, damit sie die Fließbandpflege hautnah miterleben können. Selbstverständlich wird die Grundpflege an ihnen durchgeführt wie bei jedem anderen Bewohner auch, dazu gehört das Wechseln von Einlagen (Windeln). Nachdem sie von den Exkrementen befreit sind, werden aus Kostengründen keine Handschuhe gewechselt sondern anschließend die Mundpflege gemacht. Nach den sechs Wochen Aufenthalt im Pflegeheim können sie dann authentisch über ihr Erlebnis im nächsten Vorwärts berichten. Ich freue mich schon auf diese Ausgabe.

Elisabeth Findeisen
Weidenstr. 20
82256 Fürstenfeldbruck
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