Immer mehr Übergewichtige

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Ernährungsberatung als Kassenleistung

Beitrag von WernerSchell » 23.10.2019, 06:37

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Ernährungsberatung als Kassenleistung

Studierende und AbsolventInnen des Bachelorstudiengangs Ernährungstherapie und -beratung können ohne Auflagen zu Weiterbildungen der Zertifikatsanbieter zugelassen werden.

Gesunde Ernährung rückt immer mehr in den persönlichen Fokus vieler Menschen. Entsprechend steigt der Bedarf an Fachkräften, um Menschen kompetent beraten oder therapieren zu können. Damit die SRH Hochschule für Gesundheit diesem Trend gerecht werden kann, bietet sie den NC-freien Bachelorstudiengang Ernährungstherapie und -beratung an. Viele Studierende und AbsolventInnen haben als Berufsziel das des Ernährungsberaters ins Auge gefasst.

Da der Titel „ErnährungsberaterIn“ in Deutschland nicht gesetzlich geschützt ist, kann im Grund jeder, auf privater Abrechnungsbasis, Ernährungsberatung anbieten. Um jedoch die Qualität dieses Berufsbildes zu sichern, werden eine Reihe von Zertifikaten angeboten, die es ermöglichen, eine Bezuschussung von Präventionsmaßnahmen durch gesetzliche Krankenkassen zu erhalten. Bisher war die Zulassung zu den entsprechenden Weiterbildungen nur bestimmten Studiengängen, wie etwa Ernährungswissenschaft, oder Ausbildungen wie Diätassistenten, vorbehalten.

Um Studierenden des Bachelorstudiengangs Ernährungstherapie und -beratung den Zugang zu möglichen Zertifiksweiterbildungen, die zur Abrechnung bei gesetzlichen Krankenkassen ermächtigen, anbieten zu können, hat die SRH Hochschule für Gesundheit nun durch die Registrierung bei verschiedenen Gesellschaften diese Möglichkeit geschaffen.

Die inhaltliche Ausrichtung des Bachelorstudiengangs Ernährungstherapie und -beratung deckt die Zulassungskriterien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in vollem Umfang ab. Die DGE-Zulassungskriterien wurden gemeinsam von der DGE, dem Berufsverband Oecotrophologie e. V. (VDOE), dem Verband für Ernährung und Diätetik e. V. (VFED) und der Deutschen Gesellschaft der qualifizierten Ernährungstherapeuten und Ernährungsberater e. V. (QUETHEB) entwickelt und gelten für Zertifizierungen bzw. Registrierungen. Somit haben die AbsolventInnen der Ernährungstherapie und -beratung (B. Sc.) die Sicherheit, bei den Zertifikatsanbietern ohne Auflagen zugelassen zu werden.

Die Anmeldung zu den entsprechenden Lehrgängen ist bereits während des Studiums möglich.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Wolfgang Büser
Studiengangsleiter Ernährungstherapie und -beratung, B. Sc.,
Professor für Ernährungstherapie und -beratung
E-Mail: wolfgang.bueser@srh.de

Carolin Thiel
Wissenschaftliche Referentin der Hochschulleitung
E-Mail: carolin.thiel@srh.de
Telefon: +49 365 773407-46

Quelle: Pressemitteilung vom 22.10.2019
Christoph Möckel Marketing / PR
SRH Hochschule für Gesundheit
https://idw-online.de/de/news725686
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Prävention von Adipositas bei Kindern erfordert gesündere Lebensbedingungen

Beitrag von WernerSchell » 13.11.2019, 07:35

Deutsches Ärzteblatt vom 12.11.2019:
Prävention von Adipositas bei Kindern erfordert gesündere Lebensbedingungen
Berlin – Verhaltenspräventive Ansätze reichen nicht aus, um unter den heutigen adipogenen Lebensbedingungen etwas gegen Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen auszurichten. Für eine erfolgreiche Prävention der Adipositas sind vor allem... [mehr] > http://170770.eu1.cleverreach.com//c/31 ... 975-q0v89o
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Übergewicht und Adipositas: Leopoldina veröffentlicht Diskussionspapier zu Ursachen und Folgen

Beitrag von WernerSchell » 14.11.2019, 08:40

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Übergewicht und Adipositas: Leopoldina veröffentlicht Diskussionspapier zu Ursachen und Folgen

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> https://www.leopoldina.org/presse-1/nac ... dipositas/

In Deutschland sind 60 Prozent der Bevölkerung übergewichtig, ein Viertel ist bereits adipös, leidet also an starkem Übergewicht. Dies hat vielfältige Folgen für die Gesundheit der Betroffenen. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina heute das Diskussionspapier „Übergewicht und Adipositas: Thesen zur Eindämmung der Epidemie“ veröffentlicht. Darin stellen die Autorinnen und Autoren basierend auf dem aktuellen Forschungsstand Ursachen und Folgen von Übergewicht und Adipositas dar und zeigen Handlungsoptionen zur Verbesserung der Situation auf.

Die Ursachen für Übergewicht und Adipositas sind den Autorinnen und Autoren zufolge vielfältig und komplex. Dazu gehören genetische Veranlagungen und epigenetische Veränderungen ebenso wie individuelles Verhalten, zum Beispiel Lebensstile oder ein Mangel an Bewegung. Hinzu kommen Rahmenbedingungen, die zum Beispiel zu einem Überangebot und einer ständigen Verfügbarkeit von Nahrung führen. Der aktuelle Forschungsstand lasse den Schluss zu, dass genetische Veranlagungen allein die Häufigkeit und das Ausmaß von Übergewicht und Adipositas nicht erklären können, so die Autorinnen und Autoren. Daher sollten individuelle Verhaltensweisen, soziale Normen sowie kulturelle und ökonomi-sche Rahmenbedingungen in den Blick genommen werden. Zu den empfohlenen Maßnahmen gehören sowohl Prävention und die Änderung des individuellen Lebensstils als auch gesetzliche Regelungen wie gezielte Werbeverbote oder die Besteuerung einzelner Nahrungsmittel.

Ziel müsse es dabei sein, die Entstehung von starkem Übergewicht und Adipositas insbesondere bei Kindern und Jugendlichen zu verhindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Die Autorinnen und Autoren weisen darauf hin, dass einzelne Ansätze für sich kaum erfolgversprechend sind, sondern ein Bündel von Maßnahmen initiiert werden sollte. Kurzfristig könne die Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas allerdings nicht verringert werden. Alle erwähnten Schritte setzten auf mittel- und langfristige Effekte.

Zu den in dem Diskussionspapier empfohlenen Maßnahmen gehört die Prävention von Übergewicht durch Informatio-nen über gesunde Ernährungsgewohnheiten und regelmäßige Bewegung, die in den Alltag eingebaut werden kann. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen sollten diejenigen Vorlieben und Gewohnheiten gefestigt werden, die Übergewicht vorbeugen. Die Autorinnen und Autoren empfehlen zudem politische Maßnahmen wie eine Besteuerung einzelner Nahrungsmittel und gezielte Werbeverbote. Im Hinblick auf die von Adipositas betroffenen Menschen fordern die Expertinnen und Experten adäquate und evidenzbasierte medizinische Versorgung. Zudem müsse durch Aufklärung und Wissensvermittlung zu Adipositas der Stigmatisierung Betroffener entgegengewirkt werden, da diese die Lebensqualität übergewichtiger und adipöser Menschen weiter verschlechtere.

Publikationen in der Reihe „Leopoldina-Diskussion“ sind Beiträge der jeweiligen Autorinnen und Autoren. Mit den Diskussionspapieren bietet die Akademie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, flexibel und ohne einen formellen Arbeitsgruppen-Prozess Denkanstöße zu geben oder Diskurse anzuregen und hierfür auch Empfehlungen zu formulieren.

Weitere Informationen: > https://www.leopoldina.org/publikatione ... emie-2019/

Quelle: Pressemitteilung vom 13.11.2019
Caroline Wichmann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
https://idw-online.de/de/news726971
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Übergewicht bei Kindern behandeln und vorbeugen

Beitrag von WernerSchell » 19.11.2019, 18:35

Übergewicht bei Kindern behandeln und vorbeugen

Dicke Kinder werden oft gehänselt. Und sie werden oft schon als Jugendliche krank. In Deutschland haben etwa 1,9 Millionen Kinder und Jugendliche Übergewicht, etwa 800.000 von ihnen sind adipös – fettleibig. Eine neue Behandlungsleitlinie sagt nun: langfristige Erfolge bei einer Behandlung von Adipositas stellen sich nur ein, wenn drei Dinge zusammen umgesetzt werden: Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie. Und: Es muss sich auch an der Umwelt etwas ändern. Das heißt "Verhältnisprävention". Zum Beispiel müssten Lebensmittel und Getränke weniger Zucker enthalten. Hier ist die Politik aufgefordert zu handeln. Quarks-Reporterin Christina Sartori berichtet über die Leitlinie | audio > https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr ... n-100.html

Mehr:
"Übergewichtige Kinder: Stoffwechselerkrankungen drohen" – ein WDR 5 Quarks-Beitrag vom 22.07.2019 | audio > https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr ... n-100.html
"Dicke Eltern – dicke Kinder" – ein WDR 5 Quarks-Beitrag vom 29.04.2019 | audio > https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr ... r-100.html
"Warum "fat shaming" krank machen kann " – ein Quarks-Beitrag vom 17.05.2019 | quarks.de > https://www.quarks.de/gesundheit/ernaeh ... chen-kann/

++++
Quelle: Mitteilung vom 19.011.2019
Quarks-Team - quarks@wdr.de
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Leitlinie "Therapie und Prävention der Adipositas im Kindes- und Jugendalter"

Beitrag von WernerSchell » 21.11.2019, 08:32

Leitlinie "Therapie und Prävention der Adipositas im Kindes- und Jugendalter"
Klassifikation S3 - Stand: 31.08.2019 , gültig bis 30.08.2024

Verfügbare Dokumente
Langfassung der Leitlinie "Therapie und Prävention der Adipositas im Kindes- und Jugendalter" - Download PDF 5,71 MB > https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitl ... 019-11.pdf
Leitlinienreport - Download PDF - 6,20 MB > https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitl ... 019-11.pdf

Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen
Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) e.V.
- Geschäftsstelle -
Birkenstr. 67
10559 Berlin
Telefon: (+49 30) 2009 7777
>>> https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/050-002.html


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Siehe auch unter:
- In Deutschland sind 60 Prozent der Bevölkerung übergewichtig, ein Viertel ist bereits adipös, leidet also an starkem Übergewicht. Dies hat vielfältige Folgen für die Gesundheit der Betroffenen. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina am 13.11.2019 das Diskussionspapier „Übergewicht und Adipositas: Thesen zur Eindämmung der Epidemie“ veröffentlicht. Darin stellen die Autorinnen und Autoren basierend auf dem aktuellen Forschungsstand Ursachen und Folgen von Übergewicht und Adipositas dar und zeigen Handlungsoptionen zur Verbesserung der Situation auf. > viewtopic.php?f=6&t=4657&p=111208#p111208
- In Deutschland gibt es mehr als sieben Millionen Menschen, die an Diabetes Typ 2 leiden. Damit sind 8,6 Prozent der Gesamtbevölkerung von dieser Volkskrankheit betroffen. Der "Gesundheitsatlas Diabetes" des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt erstmals deutliche regionale Unterschiede zwischen den mehr als 400 Kreisen Deutschlands. - Die Krankheit ist durch gesunde Lebensführung (richtige Ernährung und ausreichende Bewegung) gut therapierbar! Der Neusser Pflegetreff wird das Thema voraussichtlich 2020 aufgreifen und gezielt informieren! > viewtopic.php?f=6&t=23442
- Immer mehr Übergewichtige (dort 124 einschlägige Beiträge - Stand: 15.11.2019) >>> viewtopic.php?f=6&t=4657


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Adipositas, nicht aber Bewegungsmangel erhöht Demenzrisiko im Alter

Beitrag von WernerSchell » 20.12.2019, 17:24

Deutsches Ärzteblatt vom 20.12.2019:
Million Women Study: Adipositas, nicht aber Bewegungsmangel erhöht Demenzrisiko im Alter
Oxford – Frauen, die im Alter von Mitte 50 adipös sind, erkranken im Alter häufiger an einer Demenz. Dies kam in einer Analyse der Million Women Study in Neurology (2019; doi: 10.1212/WNL.0000000000008779) heraus. Körperliche Inaktivität und eine geringe Kalorienzufuhr zeigten dagegen kein erhöhtes Risiko an.
Die Adipositas wird seit längerem als Risikofaktor für Demenzerkrankungen diskutiert. Sie ist eine Komponente des metabolischen Syndroms, das die Entwicklung einer Athero­sklerose fördert. Die Verkalkung der zerebralen Arterien verschlechtert die Hirndurchblutung, was wiederum die Entwicklung von degenerativen Hirnerkrankungen fördert, zu deren Symptomen häufig eine Demenz gehört.
Quelle: http://170770.eu1.cleverreach.com//c/31 ... 975-q2tib9
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Risiken bei starkem Übergewicht

Beitrag von WernerSchell » 28.01.2020, 09:31

Risiken bei starkem Übergewicht
Gesundheit/Kleine Anfrage

Berlin: (hib/PK) Mit den Gesundheitsrisiken bei starkem Übergewicht (Adipositas) befasst sich die FDP-Fraktion in einer Kleinen Anfrage (19/16570 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/165/1916570.pdf ). Die Abgeordneten wollen von der Bundesregierung wissen, wie viele Menschen in Deutschland adipös sind und wie sie versorgt werden.

Quelle: Mitteilung vom 28.01.2020
Deutscher Bundestag
Parlamentsnachrichten
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel.: +49 30 227-35642, Fax +49 30 227-36001
E-Mail: vorzimmer.ik5@bundestag.de


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Anmerkung:
Man hätte ergänzend fragen sollen, wie man Übergewicht vermeiden kann und was seitens der Bundesregierung insoweit unternommen wird. Es ist vielfach ausgeführt worden, dass Übergewicht mit nicht artgerechter Ernährung bzw. ungesundem Lebensstil in Verbindung steht und wohl überwiegend vermieden werden kann.
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Gewichtszunahme im Alter: Was sind die Gründe?

Beitrag von WernerSchell » 11.03.2020, 07:39

Bericht NDR-Visite am 10.03.2020:

Gewichtszunahme im Alter: Was sind die Gründe?

Ab einem Alter von 40 Jahren nehmen viele Menschen an Gewicht zu. Die Gewichtszunahme liegt oft bei einem halben bis ganzen Kilogramm pro Jahr. Als Ursachen nennen Mediziner vielfältige Veränderungen im Körper, zum Beispiel beim Muskelgewicht, im Hormonhaushalt und veränderte Lebensgewohnheiten in der sogenannten Lebensmitte. Vielen fällt es schwer, die Pfunde wieder loszuwerden. Wichtig sind dabei regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung. ... (weiter lesen unter) ... > https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/ ... me100.html Video (voraussichtlich vorübergehend) anschaubar!
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WHO-Studie: Jeder fünfte Jugendliche in Deutschland ist zu dick

Beitrag von WernerSchell » 19.05.2020, 15:36

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg


WHO-Studie: Jeder fünfte Jugendliche in Deutschland ist zu dick

18 Prozent der Mädchen und 14 Prozent der Jungen wurden nach den Selbstangaben der Heranwachsenden als übergewichtig eingestuft. Bei Mädchen stieg dieser Wert im Vergleich des letzten Surveys 2014 um fünf Prozent. Zu diesem Schluss kommt die für die WHO durchgeführten Studie “Health Behaviour in School-aged Children“ (HBSC) zu Gesundheit und Gesundheitsver-halten von Schülerinnen und Schülern zwischen elf bis 15 Jahren in Deutschland. Die deutsche Studie, die vom Institut für Medizinische Soziologie der Universitätsmedizin Halle (Saale) geleitet wird, ist in eine internationale Befragung eingebettet, an der 45 Länder teilgenommen haben.
Insgesamt wurden in Deutschland stichprobenartig 4.347 Kinder und Jugendliche an 146 Schulen im Rahmen der Studie bundesweit befragt. Nur sieben Prozent der Mädchen und 13 Prozent der Jungen sind täglich 60 Minuten körperlich aktiv.

Dabei zeigten verschiedene Studien, dass sich sportliche Aktivitäten bereits bei Kindern und Jugendlichen vorbeugend im Hinblick auf Übergewicht, Herz- Kreislauf-Erkrankungen und psychische Erkrankungen auswirken würden, so der Leiter der und Direktor des Instituts für Medizinische Soziologie der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Prof. Dr. Matthias Richter.

„Im internationalen Vergleich liegt Deutschland in vielen Bereichen der Gesundheit und des Gesundheitsverhaltens von Kindern und Jugendlichen im Mittelfeld“, so Richter. Der Bericht zeige, dass Deutschland im internationalen Vergleich hinsichtlich der psychosozialen Gesundheit deutlich besser abschneide. Dennoch seien die Häufigkeiten mit 21 Prozent der Jungen und 41 Pro-zent der Mädchen, die über zwei oder mehr psychosomatische Beschwerden wöchentlich berichten, sehr hoch und daher besorgniserregend.

Einige Ergebnisse im Vergleich im Einzelnen:

Substanzkonsum

• Alkohol und Tabak: International geht der Alkohol- und Tabakkonsum unter Jugend-lichen zwar weiter zurück, doch der gegenwärtige Alkohol- und Tabakkonsum bei un-ter 15-Jährigen ist nach wie vor hoch. Alkohol ist weiterhin die am häufigsten konsumierte Substanz, insbesondere in Deutschland greifen Jugendliche im Vergleich häu-figer dazu. Aktuell konsumiert über die Hälfte der 15-jährigen Mädchen und Jungen in Deutschland Alkohol; jedes vierte Mädchen und 29 Prozent der Jungen dieses Alters waren schon mindestens zwei Mal betrunken.

• Cannabis: Der Cannabiskonsum bei 15-jährigen Jugendlichen in Deutschland fällt ebenfalls vergleichsweise hoch aus. 16 Prozent der Mädchen und 22 Prozent der Jungen haben schon einmal Cannabis zu sich genommen.

Übergewicht, Bewegung und Ernährung

• Bewegung: Die Ergebnisse aller 45 Länder zeigen, dass weniger als einer von fünf Jugendlichen die Empfehlungen der WHO für körperliche Betätigung erfüllt. Auch in Deutschland halten sich Jugendliche selten an die WHO-Empfehlung von 60 Minuten täglicher körperlicher Betätigung, international schneidet hier Deutschland eher schlechter ab.

• Ernährung: Etwa zwei Drittel der Jugendlichen in allen 45 Ländern verzehren nicht genügend nährstoffreiche Nahrungsmittel, und jeder vierte isst jeden Tag Süßigkeiten. Jeder Sechste konsumiert jeden Tag zuckerhaltige Getränke. Bei Heranwachsenden in Deutschland steht seltener als im internationalen Vergleich täglich Gemüse auf dem Speiseplan.

• Übergewicht: Die Zahl der übergewichtigen bzw. adipösen Jugendlichen in der euro-päischen Region ist seit 2014 gestiegen: mittlerweile ist jeder fünfte Jugendliche be-troffen, wobei die Zahlen bei Jungen und jüngeren Jugendlichen höher sind. Zudem nehmen sie sich im internationalen Vergleich auch häufiger als zu dick wahr – fast jedes zweite Mädchen und knapp jeder dritte Junge sind daher mit ihrem Körper häufiger unzufrieden.

Weitere Ergebnisse

• Dem Bericht zufolge werden Heranwachsende in etwa einem Drittel der Länder im Vergleich zu 2014 zunehmend durch Schularbeiten belastet und weniger junge Menschen gehen gerne zur Schule. In den meisten Ländern verschlechtern sich die schulischen Er-fahrungen mit dem Alter: Die Schulzufriedenheit und die von den Jugendlichen wahrge-nommene Unterstützung durch Lehrkräfte und Klassenkameraden sinkt mit der zuneh-menden Belastung durch Schularbeiten. Jugendliche in Deutschland fühlen sich hingegen weniger durch die Aufgaben belastet und nehmen eine hohe Unterstützung in der Schule unter anderem durch ihre Mitschüler/innen wahr.

• Jugendliche in Deutschland üben deutlich seltener Gewalt in Form von Schlägereien aus.

• Riskantes Sexualverhalten gibt nach wie vor Anlass zur Sorge: Jeder vierte sexuell aktive Jugendliche hat ungeschützten Geschlechtsverkehr. Jeder vierte Junge (24 Prozent) und jedes siebte Mädchen (14 Prozent) im Alter von 15 Jahren ist eigenen Angaben zufolge sexuell aktiv.

„Spannend werden die Ergebnisse des nächsten Befragungszeitraumes im Jahr 2022, die zeigen werden, wie sich längerfristige Schulschließungen und Ausgangssperren auf die sozialen Interaktionen junger Menschen sowie ihr körperliches und psychisches Wohlbefinden ausgewirkt haben“, sagt Prof. Matthias Richter.

HBSC-Studie

Die HBSC-Studie (“Health Behaviour in School-aged Children“) erhebt seit mehr als 35 Jahren die Erfahrungen junger Menschen und ist ein wichtiges Instrument, um Fortschritte einer Vielzahl von gesundheitlichen und sozialen Indikatoren zu identifizieren. Sie hilft damit, Problembereiche hervorzuheben, die möglicherweise aufeinander abgestimmte Handlungskonzepte und praktische Interventionen erforderlich machen.

“Spotlight on adolescent health and well-being”: Der im Mai 2020 publizierte Bericht der europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) enthält umfassende Daten über die körperliche Gesundheit, sozialen Beziehungen und das psychische Wohlbefinden von 227.441 Schulkindern im Alter von elf, 13 und 15 Jahren aus 45 Ländern.

Für die Erhebung der HBSC Daten 2017/18 in Deutschland waren neben der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Leitung und Koordination: Prof. Dr. Matthias Richter) die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (Prof. Dr. Ludwig Bilz), die Pädagogische Hochschule Heidelberg (Prof. Dr. Jens Bucksch), die Universität Bielefeld (Prof. Dr. Petra Kolip), die Universität Tübingen (Prof. Dr. Gorden Sudeck MPH) und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Prof. Dr. Ulrike Ravens-Sieberer MPH) beteiligt.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Prof. Dr. Matthias Richter
Telefon: 0345 557 1166
E-Mail: m.richter@medizin.uni-halle.de

Dr. Irene Moor
E-Mail: irene.moor@medizin.uni-halle.de

Weitere Informationen:
http://www.medizin.uni-halle.de/ims
http://www.hbsc-germany.de
http://www.hbsc.org

Quelle: Pressemitteilung vom 19.05.2020
Cornelia Fuhrmann, M.A. Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum Halle (Saale)
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
https://idw-online.de/de/news747694
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