TK-Gesund­heits­re­port 2019: Fehl­zeiten errei­chen Rekord­ni­veau

Arbeits- und Arbeitsschutzrecht, Allgemeine Rechtskunde (einschließlich Staatsrecht), Zivilrecht (z.B. Erbrecht)

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TK-Gesund­heits­re­port 2019: Fehl­zeiten errei­chen Rekord­ni­veau

Beitrag von WernerSchell » 26.06.2019, 12:01

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TK-Gesund­heits­re­port 2019: Fehl­zeiten errei­chen Rekord­ni­veau

Hamburg, 18. April 2019. Nach einem leichten Rückgang der Krankenstände in den Jahren 2016 und 2017, erreichten die krankheitsbedingten Fehlzeiten Erwerbstätiger 2018 ein Rekordhoch. Dies zeigen die aktuellen Auswertungen des Gesundheitsreports 2019 der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach stiegen die gemeldeten Fehltage im vergangenen Jahr bundesweit um 2,5 Prozent auf durchschnittlich 15,5 Fehltage pro Erwerbsperson an. Spitzenreiter im Vergleich der Bundesländer ist weiterhin Mecklenburg-Vorpommern mit 20,1 Fehltagen pro Kopf, dicht gefolgt von Sachsen-Anhalt und Brandenburg mit jeweils 19,6 krankheitsbedingten Fehltagen. Lediglich in Bremen lässt sich ein leichter Rückgang der Fehlzeiten um 0,05 Tage pro Erwerbsperson verzeichnen. Die durchschnittliche Anzahl der Fehltage pro Fall blieb dabei bundesweit nahezu unverändert.

Zahl der psychisch bedingten Fehlzeiten steigt weiter an
Erkrankungen der Psyche gewinnen weiter an Bedeutung, wenn es um die Fehlzeiten am Arbeitsplatz geht. Auch dies zeigt der aktuelle Gesundheitsreport 2019. Demnach war 2018, wie auch im Vorjahr, fast jeder fünfte Fehltag (18 Prozent) psychisch bedingt. Bereits seit 2016 ist ein bundesweiter Anstieg der Werte für Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen zu beobachten. Besonders betroffen sind dabei weiterhin Frauen, die mit durchschnittlich 3,5 Fehltagen weit häufiger als Männer (durchschnittlich 2,2 Fehltage) aufgrund psychischer Erkrankungen krankgeschrieben werden. Insgesamt konnte im Zeitraum von 2006 bis 2018 ein geschlechterübergreifender Anstieg der Diagnosen von rund 92 Prozent nachgewiesen werden.

"Lange Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen sind bei Erwerbstätigen schon längst keine Ausnahme mehr und müssen zukünftig noch viel mehr Aufmerksamkeit, auch von Arbeitgeberseite, erfahren", sagt Albrecht Wehner, Experte für Gesundheitsberichterstattung bei der TK. Hierbei sei für Wehner auch das betriebliche Gesundheitsmanagement von enormer Bedeutung.

Erkrankungen der Atemwege besonders häufig
Die Erwerbstätigen in Deutschland blieben von den Erkältungs- und Grippewellen im November und Februar des vergangenen Jahres nicht verschont. So lag der Krankenstand mit Grippe- oder Erkältungsdiagnosen im Frühjahr 2018 höher als in allen betrachteten vorangegangenen Jahren im Zeitraum von 2000 bis 2017. Erkältungskrankheiten hatten zu diesem Zeitpunkt einen Anteil von knapp 39 Prozent am Gesamtkrankenstand.

Daher sind gerade vorbeugende Maßnahmen in Zeiten mit erhöhter Ansteckungsgefahr wichtig. "Das betrifft nicht nur das private Umfeld. Auch im Unternehmen kann der Entstehung und Verbreitung von Erkältungskrankheiten, beispielsweise durch die Einhaltung von betrieblichen Hygiene-Standards, präventiv entgegengewirkt werden", so Wehner.

Rückenbeschwerden besonders in Metall- und Logistikberufen präsent
Auch wenn die aktuellen Daten auf einen leichten Rückgang der Rückenbeschwerden hindeuten, sind Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems mit einem Gesamtanteil von 8,3 Prozent weiterhin Hauptursache für hohe Fehlzeiten. Dies gilt vor allem für Beschäftigte in der Metallerzeugung und -bearbeitung sowie für in Lager- und Logistikberufen tätige Personen. Jeder Beschäftigte aus diesen Branchen war im Jahr 2018 mehr als 2,8 Tage aufgrund von Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens krankgeschrieben.

Regional betrachtet führen Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt auch im Bereich der Rückenbeschwerden das Ranking der Fehlzeiten an. Beide Bundesländer lagen 2018 mit durchschnittlich 1,84 bzw. 1,79 Fehltagen pro Kopf weit über dem Bundesdurchschnitt von insgesamt 1,29 Fehltagen.

Auch und gerade in Berufen mit hoher körperlicher Belastung ist es wichtig, der Entstehung chronischer Erkrankungen im Rücken und der Wirbelsäule präventiv entgegenzuwirken. Wehner betont hierzu, dass "wir als TK uns dabei in der Verantwortung sehen, unseren Versicherten sowie deren Arbeitgebern eine möglichst umfangreiche Unterstützung im Bereich Prävention zukommen zu lassen." Gesetzliche Krankenkassen, wie die TK, bieten daher viele Möglichkeiten, das betriebliche Gesundheitsmanagement bei Unternehmensanalysen, Strukturaufbau sowie der Einführung von Kurs- und Beratungsangeboten zum Thema Rücken und Wirbelsäule zu begleiten.

Hinweis für die Redaktionen
Für den Gesundheitsreport 2019 wertete die TK die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der rund 5,16 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen aus. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Die Daten aller TK-Gesundheitsreporte stehen online unter tk.de (Suchnummer: 2034298) > https://www.tk.de/firmenkunden/gesund-a ... en-2034298 Im TK-Fehlzeiten-Tool lassen sich die Reportdaten beliebig nach Branchen, Bundesländern und Tätigkeiten filtern.

2017 und 2018 Fehlzeiten - Infografiken > https://www.tk.de/presse/mediathek/fehl ... en-2054718

Quelle: Pressemitteilung vom 18.04.2019
Ansprechpartnerin Presse
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TK-Gesund­heits­re­port 2019: Pfle­ge­be­rufe - Pflege geht auf Psyche und Kreuz

Beitrag von WernerSchell » 26.06.2019, 12:07

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TK-Gesund­heits­re­port 2019: Pfle­ge­be­rufe

Berlin, 26. Juni 2019. Pflege geht auf die Gesundheit. Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen sind Menschen in Pflegeberufen überdurchschnittlich oft und auch länger krankgeschrieben. Kranken- und Altenpflegekräfte fallen im Schnitt jährlich für rund 23 Tage krankheitsbedingt aus. Das sind acht Tage - und über 50 Prozent - mehr als in der Vergleichsgruppe aller Beschäftigten (15 Tage). Dabei sind die Berufstätigen speziell in der Altenpflege noch stärker betroffen. Mit einem Krankenstand von 6,94 Prozent haben sie höhere Fehlzeiten als ihre Kolleginnen und Kollegen in der Krankenpflege mit 6,02 Prozent. Beide Ergebnisse liegen deutlich über dem Durchschnitt aller Berufstätigen von 4,09 Prozent. Das zeigt der aktuelle TK-Gesundheitsreport 2019 "Pflegefall Pflegebranche? So geht’s Deutschlands Pflegekräften".

"Dieser Trend ist seit Jahren zu beobachten. Auch wenn die Fehltage generell zugenommen haben, liegen die Werte für Kranken- und Altenpflegeberufe klar über den durchschnittlichen Vergleichszahlen in anderen Berufen", erklärt Dr. Thomas Grobe, aQua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen. "Diese überdurchschnittlichen Werte ziehen sich wie ein roter Faden durch fast alle Kategorien, die wir im Gesundheitsreport beleuchtet haben - von den Fehltagen bis hin zu den Arzneiverordnungen."

Pflege geht auf Psyche und Kreuz
Besonders viele Fehltage in den Pflegeberufen gehen auf das Konto von psychischen Störungen und Krankheiten des Bewegungsapparats. Während berufsübergreifend jeder Beschäftigte durchschnittlich 2,47 Tage letztes Jahr aufgrund einer psychischen Diagnose krankgeschrieben war, beliefen sich die Fehltage in den Pflegeberufen auf durchschnittlich 4,63 Tage. Das sind rund 87 Prozent mehr. Aufgrund von Muskelskeletterkrankungen fehlte jeder Beschäftigte letztes Jahr 2,61 Tage - bei den Menschen in Pflegeberufen waren es mit 4,78 Tagen 83 Prozent mehr.

Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK): "Der Gesundheitsreport zeigt, dass Pflege deutlich stärker als andere Berufe auf die Gesundheit geht, besonders auf Rücken und Psyche. Das ist eine alarmierende Entwicklung, die zeigt, dass es einen vielschichtigen Ansatz braucht, um die Pflegeberufe attraktiver zu machen. Schon heute fehlt es an Pflegekräften und die Politik hat erste Impulse gesetzt. Wir müssen nun dafür sorgen, dass diejenigen, die pflegen, das möglichst lange und gerne tun. Dafür ist ein gesunder Berufsalltag der Schlüsselfaktor".

Männer und Frauen: unterschiedliche Belastung
Eine weitere Auffälligkeit: Männer und Frauen in Gesundheitsberufen haben unterschiedliche Belastungsschwerpunkte. Männer in Pflegeberufen haben fast 2,5 Mal mehr Fehltage bei den psychischen Erkrankungen, als die männliche Vergleichsgruppe. Auch Frauen haben einen relativ hohen Anteil an Fehltagen aufgrund von psychischen Erkrankungen. Die auffälligsten Ergebnisse im Verhältnis zur Vergleichsgruppe findet man aber bei den Erkrankungen des Bewegungsapparats. Dort haben Frauen in Pflegeberufen doppelt so hohe Werte, wie die Vergleichsgruppe. Das deutet auf die hohen körperlichen Anforderungen in der Pflege hin.

Mehr Blutdrucksenker, mehr Magenmedikamente, mehr Antidepressiva
Auch bei der Verschreibung von Arzneimitteln liegen die Pflegekräfte vorn. So erhalten Altenpflegekräfte mit 314 Tagesdosen pro Kopf 28 Prozent mehr Medikamente als der Durchschnitt der Berufstätigen (244 Tagesdosen). Krankenpflegekräfte erhalten im Schnitt 278 Tagesdosen, das sind 14 Prozent mehr. Thomas Grobe: "Neben Medikamenten gegen Bluthochdruck und Magensäureblockern werden Menschen in Pflegeberufen im Vergleich zu den Berufstätigen insgesamt erheblich größere Mengen an Arzneimitteln zur Behandlung des Nervensystems verschrieben - insbesondere den Männern." So erhalten Männer fast doppelt so viele Antidepressiva (21 Tagesdosen) wie berufstätige Männer insgesamt (11 Tagesdosen). Frauen in Pflegeberufen bekamen letztes Jahr 23 Tagesdosen Antidepressiva pro Kopf verschrieben, das sind 32 Prozent mehr als der Durchschnitt berufstätiger Frauen (17 Tagesdosen).

TK-Chef Baas: "Es kann nicht sein, dass das berufliche Umfeld die Menschen in Pflegeberufen oftmals so fordert, dass es krank macht. Wir als TK setzen uns bereits heute dafür ein, die Gesundheit der Menschen in Pflegeberufen zu unterstützen - und zwar nicht erst dann, wenn es darum geht Therapien für den gesunden Rücken oder die strapazierte Seele zu ermöglichen. Sondern schon im Vorfeld. Zum Beispiel mit professionellem Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM). So fördern wir bundesweit Projekte in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, in denen gesundheitsförderliche Konzepte individuell entwickelt und umgesetzt werden." Das reicht von der Schichtplangestaltung, über optimierte Kommunikationsprozesse bis hin zu Angeboten zur Stressreduzierung und Entspannung. "Aber es liegen auch große Chancen in der Digitalisierung. Zum Beispiel kann eine elektronische Patientenakte künftig die Kommunikation und die Abläufe in den Einrichtungen so erleichtern, dass die Pflegekräfte mehr Zeit für ihre Patienten gewinnen", so Baas weiter.

Gesunde Strukturen: Betriebliches Gesundheitsmanagement
Ein Beispiel für Betriebliches Gesundheitsmanagement ist das Modell-Projekt PROCARE , das die TK seit 2017 im Rahmen des BGM unterstützt. Unter der Leitung von Privatdozentin Dr. Bettina Wollesen von der Universität Hamburg entwickeln Wissenschaftler aus ganz Deutschland in enger Kooperation mit Pflegeinrichtungen Präventionsprogramme, die sich an Pflegekräfte und Heimbewohner richten. Bettina Wollesen: "Erste Ergebnisse zeigen, dass der PROCARE-Prozess von den Pflegeeinrichtungen sehr positiv aufgenommen wird. Viele möchten die neu aufgebauten Strukturen beibehalten und ausbauen. Bei den Mitarbeitern stehen ganz oben auf der Wunschliste Ergonomie-Schulungen, Rückenfitness sowie Maßnahmen zu Stressreduzierung und Entspannung. Hierbei zeigte sich, dass Pflegekräfte, die an diesen Maßnahmen teilnahmen, trotz steigender Anforderungen im Alltag, ihr Belastungsempfinden reduzieren konnten. Auf Seiten der Heimbewohner gibt es sehr positive Ergebnisse in den Bereichen Bewegung, Kognition und psychosoziales Wohlbefinden. Die hierdurch erweiterte Teilhabe am normalen Alltag erhöht zudem die psychische und körperliche Gesundheit."

PROCARE: Präven­tion für Pfle­ge­kräfte und Bewohner

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Ein Präventionsprogramm für Pflegeeinrichtungen, das sich an Pflegekräfte und Pflegebedürftige richtet.

Elektronische Patientenakte für zufriedene Mitarbeiter
Wie digitale pflegerische Versorgung der Zukunft aussehen kann, weiß Dr. Irmgard Landgraf aus Berlin. Die Internistin wurde bereits mehrfach für ihre digitale Arbeit in einem Berliner Pflegeheim ausgezeichnet. Dort betreut sie als niedergelassene Ärztin rund 150 Pflegeheimbewohner. Schon heute nutzen sie und die Pflegekräfte eine elektronische Pflegeakte, auf die alle Beteiligten Zugriff haben. "In der elektronischen Pflegeheimakte ist jeder mit wenigen Klicks über Gesundheitszustand und Behandlungen der einzelnen Pflegeheimbewohner gut informiert. Das erhöht die Patientensicherheit sehr", so Dr. Irmgard Landgraf. "Durch unsere zeitnahe digitale Kommunikation bin ich außerdem als Ärztin immer frühzeitig über alle Beschwerden meiner Patienten informiert und kann sehr schnell intervenieren, auch ohne Hausbesuch. Dadurch können wir Krankenhauseinweisungen deutlich reduzieren. Diese Art der Zusammenarbeit ist für Pflegekräfte sehr befriedigend. Sie arbeiten mit mir auf Augenhöhe zusammen, wissen, wie sehr ich ihre Arbeit wertschätze und können sicher sein, dass alle ihre Informationen nicht nur bei mir ankommen, sondern ich darauf auch umgehend reagiere. Ein schöner Nebeneffekt: Der Krankenstand bei Pflegekräften in unserer Einrichtung ist unterdurchschnittlich niedrig, die Fluktuation extrem gering."

Hinweis an die Redaktionen
Für den Gesundheitsreport 2019 wertete die TK die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der rund 5,2 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen aus. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Die Daten der TK-Gesundheitsreporte https://www.tk.de/firmenkunden/gesund-a ... en-2034298 stehen online unter tk.de (Suchnummer 2034298). Im TK-Fehlzeitentool https://www.tk.de/service/app/2030888/f ... zahlen.app lassen sich die Reportdaten beliebig nach Branchen, Bundesländern und Tätigkeiten filtern.

Hier finden sie die digitale Pressemappe zum TK-Gesundheitsreport 2019 > https://www.tk.de/presse/themen/praeven ... 19-2042098

Quelle: Pressemitteilung vom 26.06.2019
Ansprechpartnerin Presse
Nicole Ramcke
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Blog: https://wirtechniker.tk.de/
https://www.tk.de/presse/themen/praeven ... fe-2064792

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Ärzte Zeitung vom 26.06.2019:
TK Gesundheitsreport
Pflege geht auf die Psyche und den Rücken

Der aktuelle TK-Gesundheitsreport hat die Gesundheit der Menschen in Pflegeberufen untersucht. Das Ergebnis zeigt deutlich: Die Belastung in dieser Branche ist hoch. ... > http://ods-mailing.springer-sbm.com/red ... 83BCECEF2E
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Wirksame und nachhaltige Gesundheitsförderung in der Pflege dringend geboten

Beitrag von WernerSchell » 26.06.2019, 12:32

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Wir fordern wirksame und nachhaltige Gesundheitsförderung in der Pflege

„Die Pflege krankt“ – Dieser Befund des heute veröffentlichten Gesundheitsreport 2019 der TK kann niemanden überraschen, der die Entwicklung in den Pflegeberufen in den vergangenen Jahren verfolgt hat. Beruflich Pflegende weisen weit höhere krankheitsbedingte Fehlzeiten auf als der Durchschnitt anderer Branchen, besonders dramatisch sind die Zahlen bei Rücken- und psychischen Erkrankungen. „Dieser Report reiht sich ein in die Reihe vorangegangener mit ähnlichen Ergebnissen“, stellt Johanna Knüppel, Sprecherin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), dazu heute in Berlin fest. „Wir brauchen wirklich nicht noch mehr Erkenntnisse darüber, was die seit langem anhaltende Überlastung mit den Menschen in den Pflegeberufen macht. Jeder kann das sehen – und viele Verantwortliche sehen seit Jahren nur zu, wie die Zahlen steigen. Wir brauchen auch nicht noch mehr Gesundheitsförderprojekte hier und da, die vorübergehend die Probleme adressieren, allzu oft aber nur als „Feigenblatt“ dienen, weil man an die wirklichen Ursachen nicht rühren will. Echte und nachhaltige Gesundheitsförderung für beruflich Pflegende muss zuallererst ein Gleichgewicht herstellen zwischen Arbeitsaufkommen und verfügbarer Pflegefachpersonalkapazität. Die Stilllegung von Klinikbetten oder Bewohnerplätzen mag unpopulär sein, ist aber vor allem eine Maßnahme zum Schutz von pflegebedürftigen Menschen und der Personen, die sie betreuen. Erst auf dieser Grundlage haben dann auch Fördermittel für Prävention eine echte Chance, die gewünschten Effekte zu erzielen.“

Der DBfK beobachtet seit langem mit großer Sorge, wie sich das Krankheitsgeschehen in den Pflegeberufen verändert und wie stark die stressbedingten Erkrankungen (Depression, Burnout, Suchterkrankungen…) Jahr für Jahr ansteigen. Gleichzeitig wird viel Geld für Betriebliches Gesundheitsmanagement und Gesundheitsförderprojekte ausgegeben – ohne nennenswerten Erfolg. Die steigenden Krankheitsausfälle verschärfen zudem den ohnehin dramatischen Pflegepersonalmangel weiter und schrecken interessierte Bewerber ab. Wer Fachkräfte gewinnen und binden will, sollte wissen, dass er sie nicht verschleißen darf.

Quelle: Pressemitteilung vom 26.06.2019
Johanna Knüppel, Referentin, Sprecherin, Redakteurin
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
presse@dbfk.de
www.dbfk.de
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Pflege geht auf die Psyche und den Rücken

Beitrag von WernerSchell » 27.06.2019, 06:22

Ärzte Zeitung online, 26.06.2019
TK Gesundheitsreport 2019
Pflege geht auf die Psyche und den Rücken

Der aktuelle TK-Gesundheitsreport 2019 hat die Gesundheit der Menschen in Pflegeberufen untersucht. Das Ergebnis zeigt deutlich: Die Belastung in dieser Branche ist hoch.
Von Ruth Ney und Helmut Laschet
BERLIN. Besonders viele Fehltage in den Pflegeberufen gehen auf das Konto von psychischen Störungen und Krankheiten des Bewegungsapparats. ... > http://ods-mailing.springer-sbm.com/d-r ... &tags=test
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Deutscher Pflegerat fordert gesunde Rahmenbedingungen für Deutschlands beruflich Pflegende

Beitrag von WernerSchell » 27.06.2019, 12:48

PRESSEMELDUNG
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen:
Berlin (27. Juni 2019, Nr. 18/2019)


Deutscher Pflegerat fordert gesunde Rahmenbedingungen für Deutschlands beruflich Pflegende
TK-Gesundheitsreport 2019 mit alarmierenden Ergebnissen


Pflege macht krank. Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen sind Menschen in Pflegeberufen überdurchschnittlich oft und auch länger krankgeschrieben. Dabei sind die Berufstätigen speziell in der Altenpflege stärker betroffen als ihre Kolleginnen und Kollegen in der Krankenpflege. Das sind die wesentlichsten Ergebnisse des TK-Gesundheitsreports 2019 „Pflegefall Pflegebranche? So geht’s Deutschlands Pflegekräften“, die gestern (26. Juni 2019) vorgestellt wurden.

„Die Ergebnisse des Reports zeigen deutlich, wir haben keine Zeit mehr zu verlieren. Deutschlands Pflege braucht sofort mehr Kolleginnen und Kollegen, die für Entlastung sorgen“, machte Irene Maier, Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerats e. V. (DPR), heute in Berlin deutlich.

„Weiter benötigen wir eine klügere Verteilung der Arbeit im Pflege- und Gesundheitswesen, über unnötige Grenzen hinweg. Wer ist für was verantwortlich, wer kann wo am besten entlasten und wie können Lösungen für Probleme schnell gefunden werden? Diese und weitere zentrale Fragen zum Care-Mix und Care-Skill wie auch in der Kommunikation zwischen Pflege und Arzt sind schnellstmöglich zu lösen.

Der bessere Weg ist der, dafür zu sorgen, dass Deutschlands beruflich Pflegende erst gar nicht krank werden. Dafür gilt es, die Maßnahmen der Konzertierten Aktion Pflege zum Themenfeld Personalmanagement, Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung umgehend umzusetzen. Eine Sommerpause darf es angesichts der auf dem Spiel stehenden Gesundheit des Pflegepersonals nicht geben.

Es gilt, die Ergebnisse zur Personalbemessung in Pflegeheimen umgehend zu sichten und zu bewerten. Diese sollen noch im Sommer vorgelegt werden. Dabei muss spätestens angesichts der Reportergebnisse klar sein, Entlastungslösungen des Personals in der Pflege müssen an erster Stelle stehen. Ein Vetorecht der Kostenträger, der Kassen und Sozialhilfeträger, darf es hier nicht geben.

Pflegeberufe gehen auf den Rücken und die Nerven – beruflich Pflegende bekommen mehr Medikamente verschrieben, besonders für die Psyche. Der Dauertrend immer höherer Fehlzeiten bei Pflegenden muss endlich gestoppt werden. Diese Ergebnisse des TK-Gesundheitsreports 2019 dürfen sich nicht wiederholen.“

Einige Antworten gibt der Report jedoch nicht. Hierzu gehört z.B., wie das Verhältnis zwischen der ambulanten und stationären Langzeitpflege ist und warum die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern (mit bundesweit den höchsten Personalschlüsseln in der Langzeitpflege) die wenigsten Fehlzeiten aufweisen und es in Brandenburg (mit bis vor kurzem niedrigen Personalschlüsseln) die höchsten Fehlzeiten gibt.

Ansprechpartnerin:
Irene Maier
Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerats

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin

Telefon: (0 30) 398 77 303
Telefax: (0 30) 398 77 304
E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de
Internet: www.deutscher-pflegerat.de

Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):

Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 15 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.

Präsident des Deutschen Pflegerats ist Franz Wagner. Vize-Präsidentinnen sind Irene Maier und Christine Vogler.

Mitgliedsverbände:
Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU).
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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