Unterlassene Blutzuckerwertbestimmung bei einem Neugeborenen = grober Behandlungsfehler

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WernerSchell
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Unterlassene Blutzuckerwertbestimmung bei einem Neugeborenen = grober Behandlungsfehler

Beitrag von WernerSchell » 27.04.2019, 06:49

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Leitsätze zum Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm 04.12.2018 - 26 U 9/16 -:

Die unterlassene Blutzuckerbestimmung in einer lebensbedrohlichen Situation am ersten Lebenstag eines Kindes kann als grober Behandlungsfehler zu werten sein.
Die Verantwortung für solch einen groben Behandlungsfehler am ersten Tag nach der Geburt kann auch den Gynäkologen, der als Belegarzt tätig ist, treffen.
Bei einer lebensbedrohlichen Situation eines Säuglings ist die Blutzuckerbestimmung eine absolute Standardmaßnahme.
Bei einer schweren geistigen und körperlichen Beeinträchtigung eines Kindes, die niemals ermöglicht, ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen, kann ein Schmerzensgeld von 500.000,- € angemessen sein.


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Das Urteil des OLG Hamm vom 04.12.2018 ist vollständig nachlesbar unter > https://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/ham ... 81204.html

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Oberlandesgericht Hamm
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Siehe Beitrag:
"kinderkrankenschwester", Ausgabe April 2019:
Schell Werner: "Unterlassene Blutzuckerwertbestimmung bei einem Neugeborenen kann ein grober Behandlungsfehler sein".
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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