Demenz: Hilfe für Angehörige - Filme und weitere Informationen zeigen Unterstützungsmöglichkeiten auf

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Demenz: Hilfe für Angehörige - Filme und weitere Informationen zeigen Unterstützungsmöglichkeiten auf

Beitrag von WernerSchell » 28.01.2019, 07:10

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NDR-Visite berichtete am 04.12.2018

Demenz: Hilfe für Angehörige
Wenn Menschen an Demenz erkranken, bedeutet das eine große Herausforderung für die Angehörigen. Mit fortschreitender Krankheit verschlimmern sich Symptome wie Gedächtnisverlust, Wahnvorstellungen und Persönlichkeitsveränderungen. Allein zu wissen, dass es nie wieder besser wird, ist eine große Belastung. Oft übernehmen Ehepartner oder erwachsene Kinder die häusliche Pflege und gelangen dabei an ihre Grenzen.

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Das Leben mit Demenzkranken stellt für Angehörige oft eine große Belastung dar.

Dazu ein Visite - Video (06,20 Min.) - Autoin: Susanne Kluge-Paustian:
Eine Demenz-Erkrankung in der Familie ist eine große Belastung. Wie können Angehörige mit der Herausforderung umgehen? Und wo finden sie Unterstützung? > https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ ... 15518.html

Kommunikation mit Demenzkranken ist schwierig
Eine besondere Herausforderung ist die Kommunikation mit Demenzkranken. Zum Alltag gehören Missverständnisse, Verwirrung, Wut, Ärger und Verzweiflung. Auf verbalem Wege sind Betroffene nicht mehr zu erreichen, der gewohnte Austausch geht verloren. In dieser Phase ist es für Angehörige wichtig zu verstehen, dass Demenzkranke auf rationaler Ebene nicht mehr erreichbar sind und dass sie sich nicht absichtlich oder etwa aus purer Bosheit so verhalten.

Rechtzeitig Informationen einholen
Damit Angehörige von Demenzkranken an ihrer Aufgabe nicht verzweifeln und sich keine Aggressionen aufbauen, sollten sie sich möglichst frühzeitig Informationen und Unterstützung von außen holen. Wichtige Fragen:

Was ist normal, was nicht?
Was kann im Veränderungsprozess passieren?
Wie geht man mit den eigenen Gefühlen und denen des Dementen um?
Was tun bei Aggressionen?
Wie kann man sich noch verständigen, ohne die Geduld zu verlieren?
Wann holt man sich Hilfe und wo?


IM GESPRÄCH - Demenz: Tipps für Angehörige: Eine Demenz-Erkrankung in der Familie ist eine große Belastung. Wie Angehörige damit umgehen können, erklärt Neurologe Prof. Andreas Kastrup.
Visute . Video (03:45 min) > Demenz: Tipps für Angehörige > https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ ... 15516.html

Auf aggressives Verhalten richtig reagieren
Eine Demenzerkrankung beginnt in Bereichen des Gehirns, die das Gedächtnis treffen. Doch im weiteren Verlauf breitet sie sich aus und in der Folge können Betroffene ihre Gefühle nicht mehr kontrollieren. Sie gelangen ungefiltert an die Oberfläche, richten sich aber oft gar nicht an diejenigen, die ihnen gegenüberstehen.
Für Demenzkranke zählt nur der aktuelle Augenblick. Eine Einordnung der Situation in einen größeren Kontext ist nicht mehr möglich. Diese Einschränkung macht Betroffenen Angst, fördert Unsicherheit und kann auch ein Bedrohungsgefühl erzeugen: Mit fortschreitender Erkrankung nehmen Erkrankte auch engste Familienmitglieder als Fremde und damit als Bedrohung wahr. In einer solchen Situation sollten Angehörige gelassen bleiben und nicht in eine Abwehrhaltung verfallen oder verzweifeln, denn die Betroffenen können nichts für ihr Verhalten.


Mit Demenzkranken nicht diskutieren
Angehörige sollten verstehen, dass Menschen mit Demenz unumstößlich von ihrer Wahrheit überzeugt sind. Sie denken, dass alle anderen nur Unsinn erzählen. Deshalb macht es keinen Sinn, Demenzkranke von der eigenen Position überzeugen zu wollen oder gegen ihre Sicht der Dinge zu argumentieren. Stattdessen ist es ratsam, sich mit dem Betroffenen in seine gefühlte Situation zu begeben.

Schöne Momente gemeinsam genießen
An schöne Momente können sich Demenzkranke nicht erinnern. Dennoch empfinden sie den Augenblick genauso wie gesunde Menschen. Deshalb sollten Angehörige versuchen, möglichst viele schöne Momente gemeinsam mit den Betroffenen zu erleben. Denn eine Demenz ist ein langsamer Abschied, der viel Liebe und Geduld erfordert.

Was Angehörige für sich tun können
auf sich und seine eigenen Bedürfnisse achten
eigenes Leben führen
Sport für Ausgleich und Aggressionsabbau
offen mit der Erkrankung umgehen
Sozialkontakte aufrecht erhalten und pflegen
Angebote der Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen
Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen nutzen


Quelle und weitere Informationen:
https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/ ... nz726.html

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In Neuss wurde am am 17.04.2013 der Runde Tisch Demenz gegründet. Es wird in vielfältiger Weise Hilfestellung für Menschen mit Demenz bzw. Angehörige geboten. U.a. steht ein "Demenz-Wegweiser" mit Anlaufstellen für Hilfe und Beratung zur Verfügung. - Weitere Informationen u.a. unter > viewtopic.php?f=4&t=19577&p=97971
Ergänzend: Neusser Lotsenpunkte und Taschengeldbörse mit vielfältigen Hilfsangeboten!
viewtopic.php?f=4&t=22966
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Gesetzliche Unfallversicherung veröffentlicht Wegweiser für pflegende Angehörige

Beitrag von WernerSchell » 28.01.2019, 07:11

Gesetzliche Unfallversicherung veröffentlicht Wegweiser für pflegende Angehörige

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(Quelle: DGUV) Wer die Pflege eines oder einer Angehörigen übernimmt, dessen Leben verändert sich. Besonders zu Beginn einer Pflege gibt es viele Unsicherheiten und offene Fragen. Der neue Wegweiser der gesetzlichen Unfallversicherung "Zu Hause pflegen - so kann es gelingen" gibt anhand von konkreten Beispielen einen ausführlichen Überblick über Handlungsmöglichkeiten, Hilfen und den Schutz der Unfallversicherung für Pflegepersonen.
Die Pflege eines Angehörigen kann eine erfüllende Aufgabe sein. Sie ist aber auch mit vielen Herausforderungen verbunden: Der Alltag und eventuell auch die Berufstätigkeit müssen neu organisiert werden, manchmal treten finanzielle Probleme auf oder es fehlen Ansprechpartner. Im Mittelpunkt des Wegweisers steht deshalb die Frage, wie Angehörige die Pflege so organisieren können, dass sie selbst dabei gesund bleiben.
Ein Schlüssel dazu ist die Selbstsorge. Selbstsorge bedeutet, dass jemand für seine geistige und körperliche Gesundheit sorgt. Das kann auf vielerlei Weise geschehen. Zum Beispiel indem Pflegepersonen
• regelmäßig Zeit für sich selbst einplanen
• Sport- oder Entspannungskurse besuchen
• weiter ihrem Hobby nachgehen
• Freundschaften pflegen
• längerfristige Auszeiten (Urlaub) einplanen
Ein wichtiger Aspekt der Selbstsorge ist es, Unterstützung zu finden. Das kann zum Beispiel eine Schulung oder Beratung sein. Kranken-, Pflegekassen und andere Organisationen bieten Pflegekurse an. Die Kosten werden in der Regel von den Pflegekassen übernommen. Eine individuelle Pflegeberatung kann helfen, den Alltag zu gestalten und ein Netzwerk aus Hilfsdiensten aufzubauen. Das schafft Freiraum für die Pflegepersonen. In Städten und Gemeinden sowie bei Kranken- und Pflegekassen gibt es Pflegestützpunkte, die gerne weiterhelfen.
Darüber hinaus gibt es konkrete Gesundheitsgefahren, mit denen pflegende Angehörige sich auseinandersetzen sollten. Ein Beispiel sind Rücken- oder Gelenkschmerzen, die durch häufiges oder falsches Heben hervorgerufen werden können. Die Broschüre gibt deshalb auch Tipps zum Thema Rückengesundheit und informiert über Hilfsmittel, die den Pflegealltag erleichtern können. Unabdingbar sind häufig auch Umbauten im Wohnbereich. Hierzu werden ebenfalls Hinweise und Ansprechpartner vorgestellt.
Abschließend informiert der Wegweiser über rechtliche Fragen, die mit der Pflege verbunden sind und erläutert noch einmal ausführlich den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.
Weitere Informationen unter: Zu Hause pflegen – so kann es gelingen (DGUV Information 207-026) >>> http://www.dguv.de/cmsbs-restproxy/t/nl ... h=&i=7120g

Quelle: Mitteilung vom 28.01.2019
Verband Kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rheinland-Westfalen-Lippe
Beratgerstraße 36
44149 Dortmund
Tel.: 0231/ 579743
Fax: 0231/ 579754
E-Mail: info@vkm-rwl.de
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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