Positionspapier: "Mehr Pflegekraft für eine gute und verlässliche Pflege" ...

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Positionspapier: "Mehr Pflegekraft für eine gute und verlässliche Pflege" ...

Beitrag von WernerSchell » 17.05.2018, 06:50

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Flugblatt Februar 2018: Halbherzige Pläne für die Altenpflege

Rheinische Post vom 17.05.2018:

Pflegebranche:
5000 Euro Prämie sollen Pfleger locken

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Berlin Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung geht angesichts des Personalmangels in die Offensive: Er will Pflegern, die in den Beruf zurückkehren, Geld anbieten. Auch Teilzeitmodelle sind vorgesehen.

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Von Eva Quadbeck

Für ein Ende des Pflegenotstands in Deutschland muss aus Sicht des Pflegebeauftragten der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, schneller und konkreter gehandelt werden, als der Koalitionsvertrag das bisher vorsieht. "Ich will die Vertrauenskrise in der Pflege beenden. Die Pflegekräfte müssen spüren, dass wirklich etwas geschieht, um die dramatische Personalsituation in Pflegeeinrichtungen und Kliniken zu verbessern", sagte Westerfellhaus unserer Redaktion.

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Auszubildende in Pflegeberufen leiden unter Zeitdruck - dpa Bildfunk
Notleidendes Pflegesystem = zielgerichtet verbessern!
viewtopic.php?f=4&t=22085

Dafür hat er ein Positionspapier "Mehr Pflegekraft für eine gute und verlässliche Pflege" vorgelegt, das im ersten Jahr rund 570 Millionen Euro und in den Folgejahren rund 345 Millionen Euro kosten würde. Das Papier des Pflegebeauftragten, das unserer Redaktion vorliegt, sieht vor, Prämien für Pflegefachkräfte in Pflegeeinrichtungen und Kliniken zu zahlen, die in ihren Beruf zurückkehren oder bei Teilzeit ihre Arbeitszeit spürbar erhöhen. "Sie sollen einmalig bis zu 5000 Euro steuerfrei erhalten. Pflegefachkräfte, die direkt nach ihrer Ausbildung in eine Festanstellung gehen, sollen eine Prämie von 3000 Euro erhalten", sagte Westerfellhaus.
…(weiter lesen unter) … https://rp-online.de/politik/deutschlan ... d-22692799

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Kommentar:
Ein mutiges Signal für die Pflege
Im Regierungsviertel ist mittlerweile angekommen, dass es in Pflegeheimen und Kliniken einen dramatischen Mangel an Fachpersonal für die Pflege gibt. Die Gegenmaßnahmen, die der Koalitionsvertrag vorsieht, sind aber halbherzig.
Von Eva Quadbeck
Wo sollen denn die geplanten 8000 neuen Pflegekräfte herkommen, wenn die Heime heute schon ihre vorhandenen Stellen nicht besetzen können?
Mit seinem Vorschlag, Pflegekräfte mit attraktiven Geldprämien zurück in den Job zu locken oder zur Aufstockung der Arbeitszeit zu bewegen, zieht der Pflegebeauftragte der Bundesregierung quasi die Notbremse. Denn aktuell ist beim Personal eine Abwärtsspirale im Gang: Wegen der hohen Arbeitsbelastung und des psychischen Drucks verlassen zunehmend ausgebildete Fachkräfte den Job, reduzieren die Arbeitszeit oder müssen sich krankschreiben lassen. Dies wiederum erhöht den Druck auf das verbleibende Pflegepersonal.
Quelle: https://rp-online.de/politik/ein-mutige ... d-22691747

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"Mehr Pflegekraft für eine gute und verlässliche Pflege" - Ein Masterplan muss her !

Beitrag von WernerSchell » 17.05.2018, 08:08

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Wir brauchen einen Masterplan Pflege, der alle Aspekte erfasst, die für eine Auflösung des Pflegenotstandes, ambulant und stationär, geboten sind.
Siehe u.a. unter > viewtopic.php?f=4&t=22618

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• Der 28. Neusser Pflegetreff hatte die Themen"Pflegebedürftigkeit - was nun? … Vorsorgeplanungen und Pflegenotstand … Leistungsansprüche und Quartiershilfen (Lotsen) … " in den Blick genommen und konnte am 09.05.2018 erfolgreich gestaltet werden. Über die Veranstaltung wird umfänglich informiert (> http://www.wernerschell.de/aktuelles.php ), z.B.:
• Einladung und einführende Bemerkungen hier viewtopic.php?f=7&t=22589
• Ankündigung der Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 03.05.2018 hier viewtopic.php?f=4&t=22618
• Bericht der Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 12.05.2018 hier viewtopic.php?f=4&t=22599&p=103551#p103551
• Filmdokumentation (Youtube) Langfassung (rd. 2 Stunden) hier https://youtu.be/qZsQezd7sWE
• Bilderschau (Auswahl) hier viewtopic.php?f=4&t=22631
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Pflegebeauftragter will Personal mit Prämie anlocken

Beitrag von WernerSchell » 17.05.2018, 17:15

Ärzte Zeitung vom 17.05.2018:
Mehr Geld für Pfleger
Pflegebeauftragter will Personal mit Prämie anlocken

Pflegekräfte sollen vierstellige Prämien erhalten, wenn sie eine Ausbildung absolvieren oder in den Beruf zurückkehren, so der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung. Eine Finanzierungsquelle hat er bereits ausgemacht. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=96 ... efpuryykqr
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Prämien für Pflegekräfte sollen Versagen der Regierung vertuschen

Beitrag von WernerSchell » 17.05.2018, 17:16

0437 / 17. Mai 2018
Pressemitteilung von Pia Zimmermann


Prämien für Pflegekräfte sollen Versagen der Regierung vertuschen

„Mit Prämien für Berufsrückkehrer werden wir das Problem des gravierenden Personalmangels in der Pflege nicht lösen, sondern bestenfalls etwas mildern. Was wir wirklich brauchen, sind gesetzliche Personalschlüssel für alle Bereiche der Pflege, harte Sanktionen, damit diese auch wirklich umgesetzt werden, und vor allem bessere Arbeitsbedingungen“, erklärt Pia Zimmermann, Sprecherin der Fraktion DIE LINKE für Pflegepolitik, zum Vorschlag des Pflegebeauftragten der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, Pflegekräften Prämien für ihre Rückkehr in den Beruf zu zahlen. Zimmermann weiter:

„Mit diesem Vorstoß will die Bundesregierung in erster Linie das eigene Versagen vertuschen. Seit Jahren wird die Pflege systematisch kaputt gespart. Alle sogenannten Reformen gingen zu Lasten der Pflegekräfte. Internationale Pflegeunternehmen verdienen auf dem Rücken ihrer Beschäftigten Milliarden. Auch vom Positionspapier des Herrn Westerfellhaus wird am Ende nur ein butterweiches Symbolreförmchen übrig bleiben. Denn die Regierung hat gezeigt, dass ihr die Profite der Pflegeunternehmen wichtiger sind als die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte.“

F.d.R. Christian Posselt
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Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Pressesprecher: Michael Schlick, Tel. 030/227-50016, Mobil 0172/373 13 55 Stellv. Pressesprecher: Hanno Harnisch, Tel. 030/227-51092, Mobil 0171/643 55 24 Stellv. Pressesprecher: Jan-Philipp Vatthauer Tel. 030/227-52801, Mobil 0151/282 02 708 Stellv. Pressesprecherin: Caroline Heptner Tel. 030/227-52810, Mobil 0151/576 92 455 Telefax 030/227-56801, pressesprecher@linksfraktion.de, www.linksfraktion.de
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Positionspapier: "Mehr Pflegekraft für eine gute und verlässliche Pflege" ...

Beitrag von WernerSchell » 17.05.2018, 17:43

Ein wichtiger erster Schritt, dem schnell weitere folgen müssen

Heute wurde bekannt, dass der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung eine Reihe von Vorschlägen macht, wie der Verbleib im und die Rückkehr in den Pflegeberuf verbessert und der Beruf wieder attraktiver werden kann. Dabei geht es beispielsweise um ein Prämiensystem als Anreiz, aber auch um die Übertragung eines schwedischen Modells zur Arbeitszeitverkürzung auf 80 Prozent bei vollem Lohnausgleich.

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) sieht in diesem Vorstoß grundsätzlich einen wichtigen ersten Schritt, um dem Pflegenotstand zu begegnen. „Der DBfK begrüßt diese Initiative zur Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufs“, sagt DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein. „In Verbindung mit den weiteren Vorschlägen für ein umfassendes Ausbildungskonzept, Förderung von Best-Practice bei der Arbeitsgestaltung und mehr Verantwortung – also Autonomie – kann dies ein wichtiger Baustein für eine Kehrtwende beim Exodus aus den Pflegeberufen sein. Um, wie Herr Westerfellhaus betont, die ‚Vertrauenskrise‘ in der Pflege zu beenden, braucht es aber erheblich mehr. Solange die professionell Pflegenden nicht in ihrem Alltag eine spürbare positive Veränderung und Entlastung erleben, werden sie politischen Ankündigungen nicht vertrauen. Nur für Geld kommen sie nicht zurück an die Arbeitsplätze, aus denen sie wegen der chronischen Überlastung und dem geringen Stellenwert von Pflege im Gesundheitssystem geflüchtet sind. Da muss deutlich mehr getan werden.“

Parallel dazu muss u.a. dringend die Personalausstattung in allen Versorgungssektoren deutlich verbessert werden, sonst verpuffen die guten Vorschläge des Pflegebevollmächtigten. Mit einer Prämie können keine Gesundheitsgefährdung am Arbeitsplatz, kein Verlust an befriedigendem Privatleben, keine verloren gegangenen sozialen Kontakte kompensiert werden - alles Gründe, warum beruflich Pflegende ihren Beruf verlassen. Und ob die Geldprämie für Arbeitgeber, die zusätzlich Fachpersonal einstellen, der richtige Anreiz ist und den beabsichtigten Zweck erfüllen wird, bleibt abzuwarten.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
www.dbfk.de

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 17.05.2018
Johanna Knüppel | Referentin | Redaktion DBfK Aktuell | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-0 | Fax 030-219157-77 | Umsatzsteuer Id.Nr. DE 114235140
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Westerfellhauś Prämienwahnsinn

Beitrag von WernerSchell » 22.05.2018, 13:43

Westerfellhauś Prämienwahnsinn

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Nachdem es schon der neue Bundesgesundheitsminister in seinen ersten einhundert Tagen geschafft hat der Altenpflegeszene klar zu machen, dass er zwar viel sagt, aber wenig inhaltliches zu erwarten ist, zieht nun der ausgewiesene Pflegepädagoge und neue Bundespflegebeauftragte Andreas Westerfellhaus nach. Dem -unbestrittenen- Pflegeexperten fällt nichts besseres zu Beginn seiner Tätigkeit ein, als auf ein Prämiensystem zu setzen, welches das ganze Dilemma der Altenpflege aufzeigt.
Warum brauchen Berufsanfänger/innen eine Einstiegsprämie, wenn sie -zumindest unter tariflichen Strukturen des Öffentlichen Dienstes- eine durchschnittliche Ausbildungsvergütung von 1100,- Euro bekommen und im ersten Monat nach der Ausbildung mit einer Grundvergütung von 2800,- Euro anfangen?
Warum will er Berufsrückkehrer/innen mit 5000,- Euro locken, wo sich Altenpflege doch leider immer schon viel zu wenig für Lohngerechtigkeit in diesem Frauenberuf interessiert hat. Er sollte lieber Fragen: warum ist jemand aus der Altenpflege ausgestiegen? Wie gestalten wir diesen Beruf gesellschaftlich attraktiver?
„Fangprämien“ anstatt Bewohner/innen und Mitarbeiter/innen freundlicher Konzepte ist der falsche Weg. Kostenlose qualifizierte Rückkehrkurse von neutralen Pflegeschulen mit den Betreuungs- und Pflegekonzepten der Zukunft. Kurse zur beruflichen Gesundheitsförderung und Wissensvermittlung zur Mitarbeiter/innen freundlichen Unternehmensführung sind die Alternative.
Altenpflege ist und bleibt ein toller Beruf. Es gibt die regionalen und örtlichen Beispiele dafür. Die Regierung hat die erste Verantwortung nun einmal die Beispiele transparent zu machen, die zeigen, dass Altenpflege machbar ist, dass sie bei guter Führung Mitarbeitern/Innen Spaß macht, dass es genügend Beispiele gibt, dass sie auch unter den heutigen Bedingungen bezahlbar ist. Dann und nur dann verändert sich das schlechte Image, wird Druck auf die Rendite orientierten Anbieter ausgeübt, weil es ja Beispiele gibt, die zeigen, dass es bei gleichen Rahmenbedingungen auch anders geht.
Auf eine entscheidende Grundvoraussetzung haben aber bis heute weder der Gesundheitsminister noch sein Staatssekretär hingewiesen:
Entscheidender Faktor für das Versagen vieler Heimträger und Pflegeunternehmen ist die freie Marktwirtschaft! Nicht die Anbietervielfalt ist das Problem, die Renditeorientierung, die immer mehr auch ausländische Investoren nach Deutschland führt. Eine Würde volle , fair tariflich entlohnte Betreuung und Pflege sollte uns unsere eigene Zukunft doch noch wert sein. Das es sie gibt, ist bekannt, dass es sie viel, viel mehr geben müsste, wissen wir. Den Auftrag die bekannten und möglichen Voraussetzungen zu schaffen hat nun die Regierung.
Wir brauchen keine Fangprämien, wir brauchen eine sozialwirtschaftlich und nicht marktwirtschaftliche Altenpflege.

Quelle: Pressemitteilung vom 22.05.2018
Geschäftsführer Helmut Wallrafen
Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach GmbH
August-Monforts-Str. 12-16
41065 Mönchengladbach
Tel. 02161-6866 4100
Fax 02161-6866 4119
Internet: https://www.sozial-holding.de/
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