Aktionstag gegen den Schmerz am 06.06.2017

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Aktionstag gegen den Schmerz am 06.06.2017

Beitrag von WernerSchell » 05.06.2017, 16:57

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Am 6. Juni 2017: Expertentelefon Schmerz

Am 6. Juni findet in diesem Jahr der bundesweite ‚Aktionstag gegen den Schmerz‘ statt. Bereits zum dritten Mal beteiligen sich die ‚Pflegeexperten Schmerz‘ des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) mit einer eigenen Beratungs-Hotline. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800 – 18 18 129 können sich zwischen 9:00 und 18:00 Uhr SchmerzpatientInnen und ihre Angehörigen von pflegerischen SchmerzexpertInnen über Schmerz und Schmerzbehandlung informieren und beraten lassen. Und das Themenspektrum ist vielfältig, wie die Erfahrungen aus den Vorjahren gezeigt haben.

Das Beratungsangebot richtet sich ausdrücklich aber auch an stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen. Wir bieten kollegiale Beratung, z.B. zur Umsetzung der Expertenstandards, zum Umgang mit Nebenwirkungen, zu Fragen der Compliance, nichtmedikamentöser Schmerzbehandlung, Qualifikationswegen und Kompetenzanforderungen im Bereich Schmerzmanagement usw. Rufen Sie an – wir unterstützen Sie gern!

Den Flyer zur Pflege-Hotline am Aktionstag gibt es als Download hier: https://www.dbfk.de/media/docs/experten ... z-2017.pdf Er darf ggfs. gern zur Illustration eines redaktionellen Hinweises verwendet werden.


Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
http://www.dbfk.de


Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege
und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied
des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der
Homepage http://www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen
Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 08.05.2017
Johanna Knüppel | Referentin | Redaktion DBfK Aktuell | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
http://www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-0 | Fax 030-219157-77 | Umsatzsteuer Id.Nr. DE 114235140
> https://www.dbfk.de/media/img/experteng ... fde939.jpg
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6. Juni ist "Aktionstag gegen Schmerz

Beitrag von WernerSchell » 05.06.2017, 17:02

6. Juni ist "Aktionstag gegen Schmerz"
+++ Service: Patientenhotline (0800-18 18 120)


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Am Dienstag (6. Juni 2017) ist bundesweiter "Aktionstag gegen den Schmerz"

++ Service: kostenlose Patientenhotline (0800-18 18 120) in der Zeit von 9 - 18
++ Zeitgleich 10 Telefonleitungen geschaltet. 100 Experten geben telefonisch Tipps
++ Vorträge, Aktionen etc. an über 230 Standorten Kliniken, Praxen, Pflegeeinrichtungen und Apotheken, viele Patienteninformationen.
Deutsche Schmerzgesellschaft: "Die Versorgung von Schmerzpatienten ist lückenhaft. Patienten irren lange im Dschungel des Gesundheitswesens umher, bevor Sie gute Hilfe finden". „Das Patientenrecht auf gute Schmerzbehandlung muss gestärkt werden“, so Thomas Isenberg, Geschäftsführer der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.

Etwa 23 Mio. Deutsche (28 %) berichten über chronische Schmerzen, 95 % davon über chronische Schmerzen, die nicht durch Tumorerkrankungen bedingt sind. Legt man die „Messlatte“ der Beeinträchtigung durch die Schmerzen zugrunde, so erfüllen 6 Mio. Deutsche die Kriterien eines chronischen, nicht tumorbedingten, beeinträchtigenden Schmerzes. Die Zahl chronischer, nicht tumorbedingter Schmerzen mit starker Beeinträchtigung und assoziierten psychischen Beeinträchtigungen (Schmerzkrankheit) liegt bei 2,2 Mio. Deutschen.

Oftmals dauert es 3 - 6 Jahre, bevor chronische Schmerzpatienten einen geeignete Behandlung finden.

Großes Problem auch: Neben der Therapie von chronischen Krankheiten (vgl. oben) gibt es massive Probleme der Schmerzbehandlung im Krankenhaus, bspw. im Umfeld von Operationen. Der offizielle HTA-Bericht der Bundesregierung zeigt: In fast der Hälfte der Fälle haben Patienten im Krankenhaus vermeidbare Schmerzen, der Akutschmerzdienst muss verbessert werden.

Auch die Gesundheitsministerkonferenz der Länder empfiehlt den Bund bzw. den G-BA hier zu Fortschritten zu kommen.

Schmerz muss Top-Thema der Gesundheit-, Versorgungsforschung- und Wissenschaftspolitik werden !

Quelle: Pressemitteilung vom 05.06.2017
Thomas Isenberg Bundesgeschäftsstelle
Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.
https://idw-online.de/de/news675809
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Mehr Achtsamkeit beim Überleiten!

Beitrag von WernerSchell » 06.06.2017, 10:56

Mehr Achtsamkeit beim Überleiten!

Bei einer Pressekonferenz heute in Berlin anlässlich des bundesweiten ‚Aktionstags gegen den Schmerz‘ hat der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) erste Ergebnisse einer Online-Umfrage zu „Schnittstellenmanagement bei chronischen Schmerzen“ vorgestellt. Im März und April 2017 hatten sich mehr als 600 Pflegefachpersonen daran beteiligt. Obwohl die Auswertung erst begonnen hat, zeichnen sich bereits jetzt erhebliche Informationsmängel bei der Überleitung bzw. Verlegung von PatientInnen/BewohnerInnen mit chronischen Schmerzen ab. Und sie sind häufig mit unangenehmen Konsequenzen für die Betroffenen verknüpft. „Was sich sehr deutlich zeigt ist ein dringender Handlungsbedarf, um die Patientensicherheit und die Versorgungskontinuität an Schnittstellen zu verbessern. 86% der antwortenden Kolleginnen und Kollegen beschreiben die Situation als unbefriedigend“, berichtete DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein den versammelten Medienvertretern. „Es werden gerade in Bezug auf chronische Schmerzpatienten große Informationsdefizite geschildert, die häufig zu Missverständnissen, Versorgungsbrüchen oder auch Wiedereinweisungen (dem sog. Drehtüreffekt) führen. Selbst gut eingestellte Schmerzpatienten werden dadurch in ihrem Befinden oft wieder weit zurückgeworfen, müssen unnötig Leiden und Schmerzen ertragen. Oft sind es Unwissenheit, Gedankenlosigkeit, Zeitdruck, Pflegefachkräftemangel, schlechte Planung, lückenhafte Berichte und Dokumentationen, Fehleinschätzungen oder Inkompetenz, manchmal auch Vorurteile, die dem zugrunde liegen. Aber damit dürfen wir uns nicht abfinden“, so Bienstein weiter.

Sie verwies darauf, dass die Erkenntnis über die Relevanz einer guten und individuellen Schmerzbehandlung sich zunehmend durchsetze. Moderne Medizin kombiniert mit fundiertem Pflegewissen könnten in den meisten Fällen Schmerzen wirksam lindern und für eine gute Lebensqualität sorgen. Gerade bei Patienten mit chronischen Schmerzen komme es dabei sehr darauf an, eine gut eingestellte Schmerzbehandlung kontinuierlich fortzuführen. Daher beschäftige sich eine Expertengruppe des DBfK mit diesem Thema und habe die Online-Umfrage initiiert. „Schnittstellen“ – also Übergänge bzw. Überleitungen in der Versorgung (gemeint sind beispielsweise Verlegungen von einer Abteilung in eine andere, aus dem Krankenhaus ins Heim und umgekehrt, aber auch die Aufnahme in die Klinik von zu Hause oder die Entlassung nach Hause) bergen grundsätzlich immer das Risiko eines Versorgungsbruchs mit buchstäblich „schmerzhaften“ Folgen für Betroffene.

Was könnte helfen, um eine bessere Kommunikation an Schnittstellen und damit mehr Patientensicherheit herzustellen? Einige Vorschläge haben die Teilnehmenden an der Umfrage bereits genannt, z.B. eine höhere Sensibilisierung für den chronischen Schmerz, Änderungen in der Dokumentation und den begleitenden Berichten – sowohl des Arztes wie der Pflegefachperson. In jedem Fall gilt es, professionsübergreifend zu planen und zu handeln, denn das erwarten Patienten zu Recht, das minimiert Risiken. Die DBfK-Expertengruppe wird – ausgehend von den Ergebnissen der Umfrage – weiter am Thema bleiben und Empfehlungen erarbeiten. Die Pflegeexperten Schmerz stehen auch in einer eigenen Hotline am heutigen Aktionstag noch bis 18:00 Uhr unter der kostenlosen Rufnummer 0800 – 18 18 129 für Fragen und Beratung zur Verfügung.

Mehr Informationen über die DBfK-Expertengruppe: https://www.dbfk.de/de/expertengruppen/ ... /index.php

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Fax: 030-21915777
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Quelle: Pressemitteilung vom 06.06.2017
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Lücken der Schmerzversorgung schließen

Beitrag von WernerSchell » 06.06.2017, 11:24

„Schmerz-Indikator einführen und Lücken der Schmerzversorgung schließen!
Schmerzpräsident Prof. Dr. Martin Schmelz: „Jeder Mensch hat das Recht auf eine angemessene Schmerzbehandlung.“


Berlin, 6. Juni 2017„Jeder Mensch hat das Recht auf eine angemessene Schmerzlinderung“, so Schmerzpräsident Prof. Dr. Martin Schmelz. Ähnlich wie im Bereich der Hygiene müsse die Gesundheitspolitik einen „Schmerz-Indikator“ zur Sicherstellung der Qualität in der Schmerztherapie einführen. „Die Krankenhausqualität muss auch bei der Schmerzbehandlung besser und vergleichbar werden“, fordert Schmerzpräsident Prof. Schmelz. Anlässlich des diesjährigen „Aktionstags gegen den Schmerz“ fordert die Deutsche Schmerzgesellschaft, Krankenhäuser so aufzustellen, dass Patienten beispielsweise nach Operationen keine unnötigen Schmerzen erleiden. „Studien zeigen: In rund der Hälfte der Kliniken ist das derzeit nicht gut geregelt, und deshalb erleiden Patienten unnötige Schmerzen“, so Schmerzpräsident Prof. Dr. Martin Schmelz.

„Doch auch bei der Versorgung mehrerer Millionen Patienten mit chronischen Schmerzen gibt es enorme Probleme“, so Prof. Schmelz. „Bei chronischen Schmerzen, wenn also der Schmerz über Monate anhält und lebensbestimmend wird und die Patienten erheblich leiden, brauchen wir einen besseren Zugang zu Schmerzspezialisten, beispielsweise im Rahmen einer Therapie, die auch Physiotherapeuten und Schmerzpsychologen in die Behandlung eng einbezieht“, so der Experte. Doch derzeit dauert es oftmals Jahre, bis Patienten den Weg zu einer guten Therapie im Dschungel des Gesundheitswesens finden. „Hier müssen die Akteure der Gesundheitspolitik, wie z. B. Krankenkassen, Kassenärztliche Vereinigungen sowie Landes- und Bundesregierung wirksamer als bisher handeln, um die angemessene Schmerzbehandlung der Patienten, aber auch den Nachwuchs an Schmerzspezialisten sicherzustellen“, fordert der Schmerzpräsident. Das aktuelle vollständige Papier mit Detailempfehlungen an die Gesundheitspolitik finden Sie im Anhang sowie auf der Homepage http://www.dgss.org sowie http://www.aktionstag-gegen-den-schmerz.de

Anlässlich der aktuellen Debatte um die Umsetzung des Gesetzes „Cannabis als Medizin“ fordert die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. ganz klar: Auch wenn Cannabis keineswegs als Wundermedizin zu betrachten ist, so kann es nicht sein, dass gerade die Patienten, die bisher schon eine Ausnahmegenehmigung vom bisher zuständigen Bundesamt hatten oder bei denen im Einzelfall die Verordnung von Cannabis als Medizin eine Hilfe sein kann, nach der erfolgten Gesetzesänderung schlecht gestellt werden und oftmals keinen Zugang zur Kostenübernahme durch die Krankenkassen haben. „Ich fordere Politik und Kassen auf, diese Umsetzungshürden unverzüglich zu beseitigen“ so Schmerz-Präsident Prof. Dr. Martin Schmelz.

Hinweise für die Medien: http://www.aktionstag-gegen-den-schmerz.de
Das Aktionstag-Logo können Sie bei Meldungen nutzen, insbesondere freuen wir uns auf Hinweise auf die für Patienten kostenlose Patientenhotline-Tel.nr: 0800-18 18 120 (6. Juni 2017, 9:00 Uhr–18:00 Uhr). Die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. ist mit rund 3.500 Mitgliedern die größte wissenschaftliche Schmerzgesellschaft Europas und ruft seit 2012 immer am ersten Dienstag im Juni in Kooperation mit weiteren Schmerzorganisationen den Aktionstag gegen den Schmerz aus.

Quelle: Pressemitteilung vom 06.06.2017
Ansprechpartner für die Presse:
Thomas Isenberg, Geschäftsführer der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V.
presse@dgss.org , http://www.dgss.org sowie Tel.: 030-39409689-1, Handy: 0171-7831155, Fax: 030-39409689-9
Deutsche Schmerzgesellschaft e. V., Bundesgeschäftsstelle, Alt-Moabit 101b, 10559 Berlin
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Kanada legalisiert Cannabis

Beitrag von WernerSchell » 21.06.2018, 06:23

Ärzte Zeitung vom 21.06.2018:
"Wir sind bereit"
Kanada legalisiert Cannabis

Jetzt ist die letzte parlamentarische Hürde genommen: Cannabis ist in Kanada legal. Kritiker und Befürworter reagieren unterschiedlich: Im Kern geht es um die Wirtschaft - und die Kinder. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=96 ... efpuryykqr
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Neue BZgA-Daten zum Cannabiskonsum zeigen deutlichen Anstieg bei jungen Männern

Beitrag von WernerSchell » 21.06.2018, 09:17

Neue BZgA-Daten zum Cannabiskonsum zeigen deutlichen Anstieg bei jungen Männern

Cannabis ist weit verbreitet - und in seinen Auswirkungen nicht ungefährlich. Zum Weltdrogentag am 26. Juni 2018 warnen die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vor den Risiken des Cannabiskonsums. Wie aktuelle Studienergebnisse der BZgA zeigen, ist der Konsum von Cannabis bei 12- bis 25-Jährigen in Deutschland in den vergangenen Jahren angestiegen.

Zum Weltdrogentag am 26. Juni 2018 warnen die Drogenbeauftragte der Bundesregierung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vor den Risiken des Cannabiskonsums. Wie neue Studienergebnisse der BZgA zeigen, ist der Konsum von Cannabis bei 12- bis 25-Jährigen in Deutschland in den vergangenen Jahren angestiegen. So gaben 16,8 Prozent der 18- bis 25-Jährigen an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben. Im Jahr 2008 waren es noch 11,6 Prozent. Besonders deutlich ist der Anstieg bei jungen Männern in dieser Altersgruppe. Aktuell gibt etwa jeder Vierte (22,9 Prozent) an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis zu sich genommen zu haben (2008: 14,8 Prozent). Dazu erklärt Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung: „Dieser Anstieg ist keine gute Nachricht und verdeutlicht mal wieder, dass Cannabis nicht weiter verharmlost werden darf. Gerade mit Blick auf diese Droge brauchen wir mehr Prävention. Die ständige Debatte um die Legalisierung führt in die falsche Richtung. Sie suggeriert gerade den Jüngeren, Cannabis sei eine ungefährliche Substanz – das ist schlicht und einfach falsch! Das Cannabis von heute hat mit der vergleichsweise schwachen Droge von vor 20 Jahren wenig gemein. Unser Ziel muss weiterhin sein, die Menschen davon zu überzeugen gar nicht zu kiffen, anstatt ihnen den Weg zum nächsten Joint so leicht wie möglich zu machen.“ Auch bei den 12- bis 17-jährigen männlichen Jugendlichen hat sich der Cannabiskonsum erhöht. Aktuell geben 9,5 Prozent an, in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis konsumiert zu haben. Im Jahr 2011 waren es 6,2 Prozent. Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, betont: „Die Risiken des Cannabiskonsums werden nach wie vor unterschätzt – insbesondere von jungen Menschen. Als psychoaktive Substanz kann Cannabis die Gehirnentwicklung beeinträchtigen und zu Persönlichkeitsstörungen führen, insbesondere, wenn bereits in jungen Jahren regelmäßig konsumiert wird. Hinzu kommt die Gefahr, dass viele Cannabissorten heutzutage sehr hohe THC-Konzentrationen aufweisen und die schädigende Wirkung dadurch potenziert wird.“ Die BZgA informiert im Rahmen der Cannabisprävention junge Menschen über die Risiken des Konsums. Hierzu bietet das Internetportal www.drugcom.de aktuelle und wissenschaftlich fundierte Informationen rund um das Thema Cannabis. Außerdem kann im Online-Selbsttest „Cannabis-Check“ der eigene Umgang überprüft werden. Zur Konsumreduzierung gibt es zudem im Internet das individualisierte Verhaltensänderungsprogramm „Quit the nuts“. Es kann kostenfrei und anonym genutzt werden und hat in verschiedenen Studien seine Wirksamkeit bestätigt. Das BZgA-Suchtberatungstelefon ist erreichbar unter Tel. 0221 – 89 20 31. Beratungszeiten: Montag bis Donnerstag von 10 bis 22 Uhr und Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Es bietet persönliche Beratung bei Suchtproblemen mit dem Ziel, an geeignete lokale Hilfs- und Beratungsangebote zu vermitteln. Im Rahmen der BZgA-Studie „Alkoholsurvey“ wurden für den Teilband „Der Cannabiskonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2016“ im Zeitraum März bis Juni 2016 insgesamt 7.003 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 25 Jahren befragt. Der vollständige Bericht der BZgA-Befragung „Der Cannabiskonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2016“ steht bereit unter: https://www.bzga.de/forschung/studien-u ... aevention/. Ein Infoblatt mit zentralen Studienergebnissen finden Sie unter: https://www.bzga.de/presse/daten-und-fa ... aevention/

Weitere Informationen:
https://www.bzga.de/forschung/studien-u ... aevention/

Quelle: Pressemitteilung vom 21.06.2018 Dr. Marita Völker-Albert Pressestelle
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
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Nutzen von Cannabis häufig nicht erwiesen

Beitrag von WernerSchell » 28.08.2018, 17:54

BARMER

6.583 Anträge auf Cannabis¬haltige Medikamente
Nutzen von Cannabis häufig nicht erwiesen


Berlin, 28. August 2018 – Bei der BARMER sind seit Inkrafttreten des Cannabis-Gesetzes am 10. März vergangenen Jahres 6.583 Anträge auf die Kostenübernahme Cannabis-haltiger Arzneimittel eingegangen. Das geht aus einer Auswertung der BARMER hervor. Davon wurden 4.436 Anträge genehmigt und 2.147 abgelehnt. In Anbetracht der Fallzahlen warnt die BARMER aber vor übertriebenen Erwartungen. „Um Cannabis als Medizin ist ein Hype entstanden, der nur im Einzelfall berechtigt ist. Cannabis-haltige Arzneimittel dürfen nun bei vielen Erkrankungen verordnet werden, auch wenn deren Wirkung wissenschaftlich nicht hinlänglich erwiesen ist. Bei Schmerzen etwa sollte Cannabis möglichst nur als Ergänzung zu bewährten Konzepten wie der multimodalen Schmerztherapie zum Einsatz kommen“, so Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der BARMER, mit Blick auf Analysen, wonach im Jahr 2017 mehr als die Hälfte der Cannabis-Verordnungen bei Schmerzen ausgestellt worden sei. Es liege kein klarer Nachweis vor, dass Cannabis bei Tumor-, Skelett- und Muskelschmerzen wirke.

Anträge vor allem aus Bayern und NRW
Die meisten Anträge auf Kostenübernahme von Cannabis-Präparaten wurden in Bayern mit 1.413 und in Nordrhein-Westfalen mit 1.270 gestellt. Die zahlenmäßig geringste Nachfrage gab es in Thüringen, dem Saarland und Bremen mit 147, 98 und 16 Anträgen. Dabei schwankten die Bewilligungsquoten je nach Bundesland zwischen 53 und 76 Prozent.

Cannabis-Blüten kaum dosierbar und unverhältnismäßig teuer
Laut Auswertung betrugen die Gesamtkosten der BARMER für Cannabis-Präparate rund acht Millionen Euro. Dabei gab es große Kostendifferenzen. Während etwa im Mai 2018 die Ausgaben für Fertigarzneimittel und Rezepturen im Schnitt zwischen 350 und 721 Euro je Cannabis-Patienten betrugen, beliefen sie sich bei Cannabis-Blüten auf 1.708 Euro. „Cannabis-Blüten sind nicht nur unverhältnismäßig teuer, sondern in der Praxis auch kaum dosierbar, da es verschiedene Sorten, Stärken und Verabreichungsformen gibt. Blüten sollten nicht zum Einsatz kommen, zumal es alternative Cannabis-Präparate gibt“, sagt Marschall.

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Quelle: https://www.barmer.de/p010144

_______________________________________
Quelle: Pressemitteilung vom 28.08.2018
Presseabteilung der BARMER
Athanasios Drougias (Leitung), Telefon: 0800 333 004 99 14 21
Sunna Gieseke, Telefon: 0800 333 004 99 80 31
E-Mail: presse@barmer.de
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Verordnung von medizinischem Cannabis für schwerstkranke Menschen

Beitrag von WernerSchell » 20.03.2019, 17:58

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PRESSEMITTEILUNG vom 20.03.2019

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin plädiert für Erleichterungen in der Verordnung von medizinischem Cannabis für schwerstkranke Menschen – Forschung muss ausgebaut werden

Berlin, 20.03.2019. Der Zugang zu medizinischem Cannabis sollte schwerstkranken Menschen nicht unnötig erschwert werden, deshalb sei der im Sozialgesetzbuch im März 2017 festgeschriebene Genehmigungsvorbehalt der Krankenkassen abzuschaffen. Dies wird im Rahmen der heutigen öffentlichen Anhörung zu medizinischem Cannabis im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages gefordert. Den Zugang zu Cannabis und Cannabinoiden für Patienten in der Palliativversorgung unterstützt auch die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). „Cannabis hilft aber nur einigen wenigen Patienten und ist kein genereller Ersatz für andere Medikamente wie zum Beispiel Opioide.“, so Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der DGP.
Mit dem Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften wurde im März 2017 die gesetzliche Grundlage für die Verordnung von Cannabis als Medizin geschaffen. Schwerstkranke Patientinnen und Patienten – Radbruch nennt z.B. Patientinnen mit spastischen Schmerzen bei Multipler Sklerose oder Patienten mit Übelkeit unter einer Chemotherapie – haben nach ärztlicher Indikationsstellung die Möglichkeit, Cannabis zu therapeutischen Zwecken in standardisierter Qualität zu erhalten. Für gesetzlich Versicherte wurde die Erstattungsfähigkeit in der gesetzlichen Krankenversicherung geschaffen. In § 31 Absatz 6 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) ist für die erste Verordnung von medizinischem Cannabis, die ein Patient oder eine Patientin durch eine Ärztin oder einen Arzt erhält, eine Genehmigung der Krankenkassen vorgesehen.
Diesen Genehmigungsvorbehalt aus dem SGB V zu streichen, ist das Anliegen der Anträge der Fraktionen DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, in letzterem heißt es: Der Genehmigungsvorbehalt „kann dazu führen, dass die Linderung der Beschwerden von Patientinnen und Patienten hinausgezögert oder gänzlich verhindert wird. Patientinnen und Patienten mit einer schwerwiegenden Erkrankung haben Anspruch auf die Versorgung mit Cannabis, wenn eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung nicht zur Verfügung steht oder eine solche Leistung nach Einschätzung der Ärztin oder des Arztes unter Abwägung der zu erwartenden Nebenwirkungen und des Krankheitszustands nicht zur Anwendung kommen kann.“
Die DGP weist darauf hin, dass Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit von Cannabis insbesondere im Vergleich zu anderen Behandlungsverfahren fehlen und deshalb dringend Geld für mehr Forschung benötigt wird, um den Stellenwert von Cannabis in der Behandlung von Schwerstkranken bewerten und sicherstellen zu können, damit Cannabis bei den Patientinnen eingesetzt wird, denen es wirklich hilft.
Die Genehmigungspflicht bezieht sich aber nur auf die Übernahme der Behandlungskosten durch die Krankenkasse. Die Erteilung der Genehmigung wiederum schützt den Arzt/die Ärztin vor nachträglichen Überprüfungen, wie sie sonst von den Krankenkassen für andere Behandlungen immer wieder durchgeführt werden, und kann durch die Zusicherung der Kostenübernahme deshalb sogar einen Vorteil für den Arzt oder die Ärztin bieten.
Weiter betonen die Antragsteller: „Ärztinnen und Ärzten wird die Therapie ihrer Patientinnen und Patienten erheblich erschwert. Die Möglichkeit, eine passgenaue Medikation durch das Ausprobieren verschiedener Cannabissorten in niedriger Dosierung zu finden, wird quasi verhindert, da nach Auskunft von Betroffenen für jede neue Erstverordnung ein weiteres Genehmigungsverfahren durchlaufen werden muss. Dabei entsteht für Patientinnen und Patienten eine wochenlange Unsicherheit, oft verbunden mit einer unzumutbaren Verlängerung der zu behandelnden Symptome.“
Auch nach Einschätzung der DGP ist eine solche erneute Genehmigung bei einem Wechsel des Präparats abzulehnen. Die DGP begrüßt deshalb, dass mit dem Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV), das in diesem Jahr in Kraft treten soll, diese Neubeantragung abgeschafft werden soll.

ÖFFENTLICHE ANHÖRUNG AUSSCHUSS FÜR GESUNDHEIT 20.3.19 > https://www.bundestag.de/resource/blob/ ... s-data.pdf

PRESSEMITTEILUNG DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR PALLIATIVMEDIZIN > https://www.dgpalliativmedizin.de/dgp-a ... erden.html


Karin Dlubis-Mertens
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DGP
Tel.: 030/ 30 10 100 13
www.palliativmedizin.de
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Risiko für Ärzte bei Cannabistherapien

Beitrag von WernerSchell » 20.03.2019, 18:14

Risiko für Ärzte bei Cannabistherapien
Gesundheit/Anhörung

Berlin: (hib/PK) Gesundheitsexperten halten den Genehmigungsvorbehalt der Krankenkassen bei Therapien mit Medizinalcannabis für sinnvoll. Anlässlich einer Expertenanhörung des Gesundheitsausschusses des Bundestages zu dem Thema am Mittwoch machten Mediziner wie auch der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) deutlich, dass ein Verzicht auf diese Regelung für die Ärzte mit zusätzlichen Risiken verbunden wäre.
Zugleich plädierten einige Sachverständige dafür, rund zwei Jahre nach der Verabschiedung des Cannabisgesetzes die Regelungen für die Ausgabe von Cannabis zu medizinischen Zwecken in einigen Punkten anzupassen. Die Sachverständigen äußerten sich auch in schriftlichen Stellungnahmen.
Gegenstand der Anhörung waren Gesetzentwürfe der Fraktion Die Linke (19/6196 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/061/1906196.pdf ) und von Bündnis 90/Die Grünen (19/5862 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/058/1905862.pdf ), in denen gefordert wird, den Genehmigungsvorbehalt der Krankenkassen zu streichen. Ferner verlangt die FDP-Fraktion in einem Antrag (19/4835 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/048/1904835.pdf ), die Möglichkeit zu schaffen, Medizinalcannabis in Deutschland gezielt zum Export anzubauen. Die AfD-Fraktion fordert in einem Antrag (19/8278 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/082/1908278.pdf ) eine wissenschaftliche Nutzenbewertung für Medizinalcannabis analog dem Arzneimittelrecht.
Die Bundesärztekammer (BÄK) wandte sich gegen eine Streichung des Genehmigungsvorbehaltes. Cannabis in Form von Blüten und Extrakten sei nicht mit anderen Arzneimitteln zu vergleichen. So mangele es den Cannabisarzneien weiterhin an den nötigen wissenschaftlichen Wirkungsnachweisen sowie an dem Nachweis eines über bereits verfügbare Therapien liegenden Nutzens. Es handele sich auch angesichts der gebotenen Wirtschaftlichkeit um eine Ausnahmeverordnung, die eine Einzelfallgenehmigung durch die Krankenkassen rechtfertige.
Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) lehnte eine Aufhebung des Genehmigungsvorbehalts ab. Die jetzige Regelung erhöhe die Sicherheit für die Ärzte, da sich diese dann nicht gegenüber den Krankenkassen in Wirtschaftlichkeitsprüfungen rechtfertigen müssten, Cannabispräparate verordnet zu haben. Nachvollziehbar sei die Forderung, dass bei einem Wechsel der Cannabissorte zur optimalen Einstellung der Patienten keine erneute Genehmigung der Kassen erforderlich sei. Eine solche Neuregelung sei in einem kommenden Gesetzentwurf vorgesehen.
Der GKV-Spitzenverband erklärte, angesichts der "enttäuschenden Evidenzlage" diene die nachrangige Versorgung mit Cannabisarzneimitteln dem Schutz der Patienten vor nicht ausreichenden Therapien. Mit der Vorabprüfung durch die Kassen könne auch sichergestellt werden, "dass die Indikationsstellung des Vertragsarztes den gesetzlichen, medizinischen und im weiteren Sinn wirtschaftlichen Anforderungen gerecht" werde.
Mehrere Sachverständige befürworteten, in Deutschland produzierten Cannabis auch für den Export vorzusehen. Dies würde die Versorgungssicherheit erhöhen, argumentierte der Mediziner Jan P. Witte. Es sei absehbar, dass die zur Produktion ausgeschriebenen Mengen nicht ausreichten, um den inländischen Bedarf zu decken.
Wie der Sachverständige Werner Sipp in der Anhörung mit aktuellen Zahlen belegte, ist die Produktion von Medizinalcannabis international in den vergangenen Jahren sprunghaft gestiegen. Hauptproduzenten seien das Vereinigte Königreich, Kanada und Israel.
Nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM) sind viele der gewünschten Veränderungen nicht in der Praxis angekommen. So erhielten immer noch zahlreiche Patienten keine Behandlung mit Cannabis, etwa, weil sie keinen Arzt fänden, der ihnen solche Medikamente verschreibe oder Lieferengpässe für Cannabisblüten eine konstante Therapie verhinderten. Auch lehnten Krankenkassen immer wieder eine Kostenübernahme ab, weil Erkrankungen nicht als schwerwiegend eingestuft würden. Dabei werde übersehen, dass nahezu alle Erkrankungen, bei denen Cannabismedizin nützlich sein könne, von leicht bis schwerwiegend eingeschätzt würden. Dieser Umstand sollte gesetzlich berücksichtigt werden.
Die Forderung, Medizinalcannabis wie andere Arzneimittel zu behandeln, sei im Ansatz richtig, aber rechtlich schwer umsetzbar, erklärte die ACM, denn Cannabis sei keine Heilpflanze wie jede andere.

Quelle: Mitteilung vom 20.03.2019
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Cannabis: Stärker und gefährlicher?

Beitrag von WernerSchell » 21.03.2019, 17:50

Cannabis: Stärker und gefährlicher?
Cannabis polarisiert: Befürworter verweisen auf die positiven Eigenschaften der Droge. Die andere Seite warnt vor den gesundheitlichen Gefahren. In diesen Kontext passt das Ergebnis einer aktuellen Studie: Wer Cannabis täglich konsumiert, leidet dreimal häufiger an einer Psychose. Sogar bis zu fünfmal häufiger, wenn die Droge auch noch besonders viel THC enthält. Das ist der Hauptwirkstoff in Cannabis – und er hat sich in den letzen zehn bis 15 Jahren mehr als verdoppelt. Lag der THC-Gehalt im Jahr 2006 noch bei acht Prozent, waren es im Jahr 2017 bereits im Schnitt 17 Prozent – je nach Sorte sogar bis zu 67 Prozent. Und mehr THC bedeutet in der Regel auch: weniger Cannabidiol, das ist der zweite Hauptwirkstoff. Er sorgt für Entspannung, wirkt angstlösend und wird deswegen auch als Medikament eingesetzt. Quarks-Reporterin Alexandra Rank mit Einzelheiten | audio >>>

Mehr: "Kiffen – 7 Dinge, die Sie wissen sollten" eine Quarks-Sendung vom 12.04.2016 | video >>> https://www1.wdr.de/mediathek/video/sen ... n-100.html

Quelle: Mitteilung vom 21.03.2019
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Schmerzen optimal behandeln: Patienten profitieren von Pflegenden mit Schmerzbehandlungskompetenz

Beitrag von WernerSchell » 10.10.2019, 08:41

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Schmerzen optimal behandeln: Patienten profitieren von Pflegenden mit Schmerzbehandlungskompetenz

Schmerzen, die nach Operationen auftreten oder durch chronische Erkrankungen hervorgerufen werden, sind für Patienten eine starke Belastung. Gleichzeitig stellen sie Mediziner und Pflegekräfte in der Klinik, der ambulanten und stationären Langzeitversorgung oder in Hospizen vor eine große Herausforderung. Um zu vermeiden, dass die Schmerzen anhalten und/oder chronisch werden, ist ein umfassendes Schmerzmanagement notwendig. Sogenannte pflegerische Schmerzexperten haben diese Expertise. Sie tragen entscheidend zu einer individuellen Schmerztherapie und damit zu einer besseren Behandlungsqualität bei.

Wie und in welchem Umfang sie bislang in deutschen Kliniken tätig sind, diskutieren Experten der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. auf der Pressekonferenz am 10. Oktober 2019 auf dem Deutschen Schmerzkongress (9. bis 12. Oktober) in Mannheim.

In der Medizin gibt es heute viele Möglichkeiten, Schmerzen gut und sicher zu behandeln. Experten sehen es daher kritisch, dass rund ein Viertel der Patienten unter starken postoperativen Schmerzen leidet und etwa die Hälfte über mäßig starke bis leichte Beschwerden klagt. „Eine unzureichende Behandlung akuter Schmerzen ist nicht nur qualvoll für den Patienten, es steigt auch die Gefahr, dass seine Beschwerden chronisch werden“, sagt Professor Dr. med. Claudia Sommer, Präsidentin der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. und Leitende Oberärztin und Schmerzforscherin an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg. Das Ziel, chronische Schmerzen zu verhindern und damit die Genesung zu fördern und die Lebensqualität des Patienten zu steigern, werde im Klinikalltag und auch in Pflegeeinrichtungen nicht immer erreicht, so die Expertin. Wenn Pflegende über eine entsprechende Schmerzbehandlungskompetenz verfügten, könne die Versorgung der Patienten entscheidend verbessert werden, ist sie überzeugt. Seit fast 15 Jahren gibt es speziell auf das Thema Schmerz ausgerichtete Weiterbildungen für examinierte Pflegekräfte. Pain Nurse, Pain Care Manager oder Algesiologische Fachassistenz in der Pflege sind die Bezeichnungen, unter denen schmerzbehandlungserfahrene Pflegende tätig sind. Ihre Zahl beträgt derzeit etwa 25 000.

„Schmerzbehandlung ist eine interprofessionelle Aufgabe. In der Schmerztherapie geschulte Pflegekräfte tragen maßgeblich dazu bei, dass Patienten weniger unter Schmerzen leiden“, betont Sommer. Ihre Nähe zum Patienten und der kontinuierliche Kontakt prädestiniere Pflegende für diese Aufgabe. Die Pain Nurse erlernt in der Weiterbildung, im Gespräch mit dem Patienten dessen Schmerzen einzuschätzen und zu dokumentieren. Auch die Erfassung schmerzbezogener Verhaltensweisen bei Patienten, die sich sprachlich nicht konkret äußern können (beispielsweise Menschen mit Demenz), stellen eine wichtige Aufgabe der pflegerischen Experten dar. Wird deutlich, dass die Schmerzmedikation nicht adäquat ist, kann die Pain Nurse entsprechend des hausinternen Schmerzstandards oder in Absprache mit dem Arzt die Medikation anpassen. Das ist eine wichtige Voraussetzung, damit der Patient zeitnah eine angemessene Schmerztherapie erhält. Pain Nurses kennen die Wirkungen und Nebenwirkungen einer medikamentösen Schmerzbehandlung und sind auch mit nicht medikamentösen Maßnahmen vertraut.

In wie vielen Kliniken pflegerische Schmerzexperten (PSE) tätig sind, welche Aufgaben sie haben und in welchen klinischen Versorgungsbereichen sie tätig sind, zeigt eine in der Fachzeitschrift Der Schmerz veröffentlichte Untersuchung. An einer Online-Befragung in Deutschland nahmen 374 Pflegedirektoren und Pflegedienstleitungen teil. Für die Auswertung wurden die Krankenhäuser nach Größe eingeteilt: klein mit bis zu 199 Betten, mittel mit 200 bis 699 Betten und groß mit 700 und mehr Betten. Ihre Auskünfte zum Einsatz pflegerischer Schmerzexperten und zu deren Aufgabenprofil haben folgendes Bild ergeben: In 70,6 Prozent der Häuser werden PSE eingesetzt. Alle großen Krankenhäuser beschäftigen pflegerische Schmerzexperten, kleine Häuser bis zu gut 50 Prozent. Eingesetzt werden sie bei Letzteren häufiger auf allgemeinen Pflegestationen, in großen Krankenhäusern in Akutschmerzdiensten oder auf Intensivstationen.
Schriftliche Aufgabenbeschreibungen liegen in 42,2 Prozent der Häuser vor. Zu den Hauptaufgaben der pflegerischen Schmerzexperten gehört die Versorgung von Patienten mit invasiven Schmerztherapieverfahren (37,1 Prozent) und mit komplexen Schmerzproblemen in operativen Abteilungen (33,2 Prozent). Als weitere Tätigkeiten wurden genannt: die Beratung von Patienten und Angehörigen, die Schulung der pflegerischen Kollegen und die Teilnahme an Qualitätszirkeln zum Thema Schmerz. „Die Studie gibt uns einen ersten Einblick in die Thematik. Die Verbreitung der pflegerischen Schmerzexperten legt nahe, dass die Bedeutung dieser Qualifikationen in den Kliniken als hoch eingestuft wird“, ordnet Sommer die Ergebnisse ein.

„Patientinnen und Patienten haben ein Recht auf ein bestmögliches Schmerzmanagement, sowohl in Krankenhäusern als auch in Pflegeeinrichtungen“, so Thomas Isenberg, Geschäftsführer der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. Deshalb ist es wichtig, die Rolle und die Expertise der nicht ärztlichen Heilberufe, beispielsweise bei den Pflegeberufen, rund um das Thema Schmerz zu stärken. Die Deutsche Schmerzgesellschaft hat dazu spezielle Curricula erarbeitet, auch im Bereich der Pflege. Grundlage für die schmerzbezogene Weiterbildung für Pflegeexperten ist ein Curriculum der Deutschen Schmerzgesellschaft, das derzeit von einer Ad-hoc-Kommission überarbeitet wird. Es wurde vom Arbeitskreis Krankenpflege und medizinische Assistenzberufe in der Schmerzmedizin entwickelt und gilt als Weiterbildungsstandard zur zertifizierten Algesiologischen Fachassistenz. „Kompetente und qualifiziert weitergebildete pflegerische Schmerzexperten leisten einen wichtigen Beitrag für eine professionelle Versorgung, die Patienten mit Schmerzen in Krankenhäusern oder Pflegebedürftigen in Pflegeeinrichtungen zugutekommt“, fasst Isenberg zusammen.

Auf der Pressekonferenz der Deutschen Schmerzgesellschaft am 10. Oktober 2019 wird es zudem um Sport und Schmerzen, die neue Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Nervenschmerzen, Migräneprophylaxe und das 40-jährige Jubiläum der DMKG gehen.

LITERATUR:
Boche R, Nestler N, Erlenwein J, Pogatzki-Zahn E: Pflegerische Schmerzexperten an
deutschen Kliniken. Eine Erfassung zu Tätigkeitsprofilen und Aufgaben. Der Schmerz 2018; 32(1):48–55. https://doi.org/10.1007/s00482-017-0260-8. Online publiziert: 8. Januar 2018.

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Terminhinweise:

PRESSEKONFERENZ
im Rahmen des Deutschen Schmerzkongresses 2019 (9. bis 12. Oktober)
der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. und der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V.
Termin: Donnerstag, 10. Oktober 2019, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Congress Center Rosengarten Mannheim, Raum „Christian Cannabich“
Anschrift: Rosengartenplatz 2, 68161 Mannheim
Programm der Pressekonferenz: https://schmerzkongress2019.de/pressekonferenz/

Thema: Pain nurse / Schmerzmanagement in der Pflege: Welcher Beitrag kann geleistet werden?
SY19 – Die Rolle der pflegerischen Schmerzexpert*innen – aktuelle und zukünftige Perspektiven
Termin: Freitag, 11. Oktober 2019, 15.30 bis 17.00 Uhr
Vorsitz: N. Nestler (Salzburg, AT)
Ort: Congress Center Rosengarten Mannheim, Raum „Franz Xaver Richter“
Anschrift: Rosengartenplatz 2, 68161 Mannheim

Poster-Session
Termin: Freitag, 11. Oktober 2019, 14.15 bis 15.15 Uhr
Ort: Congress Center Rosengarten Mannheim, Foyer Ebene 1
Anschrift: Rosengartenplatz 2, 68161 Mannheim
P02.06 Pflegerische Schmerzexpert*innen im Krankenhaus – wo sind sie und was sind
ihre Aufgaben?
R. Boche (Münster), N. Nestler (Salzburg, AT)
P02.07 Aufgaben pflegerischer Schmerzexpert*innen in der Altenhilfe
N. Nestler (Salzburg, AT), R. Boche (Münster)

Öffentlicher PATIENTENTAG 2019
Organisation: Ch. Maihöfner (Fürth) und T. Sprenger (Wiesbaden)
Termin: Samstag, 12. Oktober 2018, 11.00 bis 14.00 Uhr
Ort: Dorint Kongresshotel, Raum „Ludwig van Beethoven“
Anschrift: Friedrichsring 6, 68161 Mannheim
Kongressprogramm und Programm des Patiententages: https://schmerzkongress2019.de/programm ... sprogramm/

Zum Deutschen Schmerzkongress:
Der jährlich stattfindende Deutsche Schmerzkongress reflektiert die enorme Bedeutung des Symptoms Schmerz in sämtlichen Bereichen der Medizin und das stetige Bemühen der Schmerzexperten, den Schmerz wirksam(er) zu bekämpfen. Unter dem Kongress-Motto „MitGefühl zum Schmerz“ werden aktuelle Themen der Medizin wie Telemedizin und E-Health sowie schmerzmedizinspezifische Fragestellungen wie Qualität der stationären Akutschmerztherapie, Schmerzregister, Migräneprophylaxe und neue Schmerzkonzepte behandelt.
Mit etwa 60 wissenschaftlichen Symposien und Dutzenden Workshops und Seminaren deckt der Schmerzkongress das gesamte Themenspektrum der Schmerzdiagnostik und -therapie ab. Rund 2000 Teilnehmer – Mediziner verschiedener Fachgebiete, Psychologen, Pflegende, Physiotherapeuten, Apotheker und andere – werden erwartet.

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Ihr Kontakt für Rückfragen:

Kongress-Pressestelle
Deutscher Schmerzkongress 2019
Dagmar Arnold, Michaela Richter
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-380, -516
Telefax: 0711 8931-167
E-Mail: arnold@medizinkommunikation.org; richter@medizinkommunikation.org
https://schmerzkongress2019.de/

sowie

Thomas Isenberg
-Geschäftsführer-
Deutsche Schmerzgesellschaft e.V
Bundesgeschäftsstelle
Alt-Moabit 101 b, 10559 Berlin
Telefon: 030 39409689-0
Telefax: 030 39409689-9
Mobil: 0171 7831155
E-Mail: isenberg@dgss.org
Internet: https://www.dgss.org

Weitere Informationen:
https://www.dgss.org
https://schmerzkongress2019.de/

Quelle: Pressemitteilung vom 10.10.2019:
Thomas Isenberg Bundesgeschäftsstelle
Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.
https://idw-online.de/de/news724980
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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