Arzneimitteltherapiesicherheit in den Pflegeeinrichtungen

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Arzneimitteltherapiesicherheit in den Pflegeeinrichtungen

Beitrag von WernerSchell » 15.11.2016, 07:20

Arzneimitteltherapiesicherheit. Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung
Stationäre Pflegeeinrichtungen können sich gezielt vorbereiten


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Berlin (scp) – Was Prof. Dr. med. Petra Thürmann von der Universität Witten/Herdecke bei der Pressekonferenz des Aktionsbündnisses Patientensicherheit im Rahmen des 2. Internationalen Tages der Patientensicherheit vorgestellt hat, war beeindruckend. Es ging um das Projekt Arzneimitteltherapiesicherheit, in der Abkürzung „AMTS" genannt. Dessen Ziel ist es, die medikamentöse Behandlung von Bewohnern in Alten- und Pflegeheimen zu verbessern.

Nebenwirkungen: Die Hälfte ist vermeidbar

Thürmann geht davon aus, dass bei rund 10 bis 12 Prozent der Bewohner von stationären Pflegeeinrichtungen deutliche bis schwerwiegende Nebenwirkungen aufgrund der Medikamentengabe auftreten. „Mehr als die Hälfte davon ist vermeidbar", sagt die Wissenschaftlerin und hat dies in einer Studie mit 15 Pflegeeinrichtungen und 1.000 Heimbewohnern in Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen erfasst.
„Es sind kleine Maßnahmen, die eine große Wirkung für die Arzneimitteltherapiesicherheit haben", sagt Thürmann. Zum einen müsse das Pflegepersonal viel stärker als bisher über die Nebenwirkungen von Medikamenten geschult werden. „Wir müssen das Personal ermächtigen, die wichtigsten Symptome der Nebenwirkungen von Medikamenten zu erkennen."

Schulung, gute Zusammenarbeit und Information

Zum anderen komme es vor allem auch auf eine gute Zusammenarbeit des Pflegepersonals mit den Apotheken und Hausärzten an, „die als Team strukturiert zusammenarbeiten müssen". Alle Beteiligten, so die Expertin weiter, „müssen endlich lernen, besser miteinander zu kommunizieren und zu informieren. Es geht um die gegenseitige Akzeptanz".
Vor allem komme es dabei darauf an, vermeidbare Nebenwirkungen der Medikamente überhaupt erst als solche zu erkennen. Hierbei handele es sich u. a. um Symptome oder allgemeine Veränderungen beim Patienten, die zum Beispiel einen Einfluss auf das Wohlbefinden oder die Selbstständigkeit dieser Person haben können.

Arzneimittelsicherheitsteams als Modell

„Manche dieser Ereignisse könnten vermieden oder in ihrer Auswirkung zumindest vermindert werden", betont Thürmann. Die Wissenschaftlerin plädiert für eine Therapiebeobachtung und für die Einführung von sogenannten Arzneimittelsicherheitsteams als Modell für eine verbesserte Arzneimittelsicherheit in Deutschland.
„Die Arzneimittelsicherheit muss Bestandteil der Qualitätsprüfungen in der Pflege werden", forderte Thürmann abschließend.
Artikel lesen: http://pharmazeutische-zeitung.de/index ... t[1]=Ampel

„Medikationssicherheit" im Mittelpunkt

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Berlin (scp) – „Etwa 5 Prozent aller Einweisungen in Krankenhäuser sind die Folge einer inkorrekten Medikamenteneinnahme", mahnt Hedwig Francois-Kettner, Erste Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS). Bei etwa 2 Prozent dieser Patienten verlaufen die sogenannten unerwünschten Arzneimittelwirkungen tödlich, so Kettner weiter. Hierbei treten gerade bei älteren Menschen, die oft krankheitsbedingt mehrere Medikamente parallel einnehmen, Fehler häufiger auf.

„Erhebungen in deutschen Pflegeeinrichtungen weisen darauf hin, dass jeder Heimbewohner eine unerwünschte Arzneimittelwirkung pro Jahr erleidet. Davon sind 60 Prozent vermeidbar."
Aktionsbündnis Patientensicherheit, Pressemappe


Ziel des 2. Internationalen Tags der Patientensicherheit war es deswegen, darauf aufmerksam zu machen, wie man „gemeinsam Medikationsfehler vermeidet". Seien etwa Ärzte oder Pfleger nicht ausreichend für Arzneimittelrisiken sensibilisiert oder hätten zu wenig Zeit für eine adäquate Patientenversorgung, könne dies zu Fehlern bei der Medikamentenversorgung führen.

„Von 13 Gesundheitsfachberufen haben lediglich zwei in ausreichendem Maße das Thema Patientensicherheit im Lehrplan aufgenommen."
Aktionsbündnis Patientensicherheit, Pressemappe


Risiken sieht Francois-Kettner auch im Informationsverlust zwischen verschiedenen Berufsgruppen oder Institutionen sowie bei Fehlern in der Dokumentation.
Das Aktionsbündnis Patientensicherheit hat eine Reihe von Handlungsempfehlungen erarbeitet, so u. a. zur Arzneimitteltherapiesicherheit im Krankenhaus und zum häuslichen Umgang mit Arzneimitteln.

Artikel lesen:
Pressemappe APS zum 2. Internationalen Tag der Patientensicherheit > http://www.aps-ev.de/fileadmin/fuerReda ... 9.2016.pdf
Download „Handlungsempfehlung Arzneimitteltherapiesicherheit im Krankenhaus" > http://www.aps-ev.de/fileadmin/fuerReda ... inweis.pdf
Download „Tipps des APS zum häuslichen Umgang mit Arzneimitteln" > http://www.tag-der-patientensicherheit. ... (2016).pdf |
Presse Bundesgesundheitsministerium „Sicheren Umgang mit Arzneimitteln fördern" > http://bmg.bund.de/presse/pressemitteil ... rheit.html
Presse Deutscher Pflegerat „Gutes und ausreichend vorhandenes Personal gewährleistet die Medikationssicherheit" > http://deutscher-pflegerat.de/presse/Pr ... n/1658.php
Presse DBfK „Zeitdruck gefährdet Medikationssicherheit" > https://www.dbfk.de/de/presse/meldungen ... erheit.php
Presse Bundesregierung "Vor Risiken und Nebenwirkungen schützen" > https://www.bundesregierung.de/Content/ ... rheit.html

Quelle: Newsletter vom 09.11.2016 - Social Company für soziales Handeln UG (haftungsbeschränkt), Auf der Breite 1A, D - 14532 Kleinmachnow,
Internet: http://www.social-company.de, E-Mail info[at]social-company.de , vertreten durch die Geschäftsführer Michael Schulz, Nicole Schulz

+++

Ein Statement von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk, vorgestellt beim Pflegetreff am 27.04.2016, informiert
zur Arzneimittelversorgung, v.a. der älteren Menschen: Die Ärzte sind vorrangig gefordert!
>>> http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... tement.pdf
Eine Filmdokumentation vom Pflegetreff am 27.04.2016 informiert ergänzend:
>>> https://youtu.be/BtVjGv00e6U

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Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Medikation - Aufklärung und Dokumentation zwingend

Beitrag von WernerSchell » 11.12.2016, 08:07

Aus Forum:
viewtopic.php?f=2&t=21899

Medikation - Aufklärung und Dokumentation zwingend

Der Behandelnde ist nach § 630e BGB grundsätzlich verpflichtet, wichtige Vorgänge aufzuzeichnen, also schriftlich zu dokumentieren.
Dazu gehört die Aufklärung, natürlich auch bezüglich einer Medikation
.
"… (2) Der Behandelnde ist verpflichtet, in der Patientenakte sämtliche aus fachlicher Sicht für die derzeitige und künftige Behandlung wesentlichen Maßnahmen und deren Ergebnisse aufzuzeichnen,
insbesondere die Anamnese, Diagnosen, Untersuchungen, Untersuchungsergebnisse, Befunde, Therapien und ihre Wirkungen, Eingriffe und ihre Wirkungen, Einwilligungen und Aufklärungen.
Arztbriefe sind in die Patientenakte aufzunehmen. …" - Quelle: https://dejure.org/gesetze/BGB/630f.html
Mangelt es an einer solchen Dokumentation, tritt die Umkehr der Beweislast ein (§ 630 h BGB):
"… (2) Der Behandelnde hat zu beweisen, dass er eine Einwilligung gemäß § 630d eingeholt und entsprechend den Anforderungen des § 630e aufgeklärt hat. Genügt die Aufklärung nicht den Anforderungen des § 630e,
kann der Behandelnde sich darauf berufen, dass der Patient auch im Fall einer ordnungsgemäßen Aufklärung in die Maßnahme eingewilligt hätte. …" - Quelle: https://dejure.org/gesetze/BGB/630h.html

+++
Weitere Informationen:

Arzthaftung - Die ärztlichen Aufklärungspflichten bei der Arzneimitteltherapie
von Prof. Dr. Dr. R. Dettmeyer, Institut für Rechtsmedizin, Gießen E-Mail: Reinhard.Dettmeyer@forens.med.uni-giessen.de
Der ärztliche Heileingriff wird tatbestandlich als Körperverletzungsdelikt angesehen, der eines Rechtfertigungsgrundes bedarf – im Regelfall der rechtfertigenden Einwilligung des Patienten nach vorheriger ordnungsgemäßer Aufklärung.
Dies gilt auch für die Abgabe eines Arzneimittels bzw. einer medikamentösen Therapie, das die häufigste Form einer Therapie darstellt. Zugleich ist die Aufklärung vertragliche Pflicht. Doch welche Aufklärungspflichten treffen den
Chefarzt und sein Team bei der Arzneimitteltherapie? Der nachfolgende Beitrag nennt die wichtigsten Punkte.
Über was muss aufgeklärt werden?
… (weiter lesen unter) … http://www.iww.de/index.cfm?pid=1314&pk ... id=1290&am

Juristische Risiken der Pharmakotherapie oder Im Zweifel haftet der Arzt
Relevanz der ärztlichen Aufklärung aus rechtlicher Sicht insbesondere bei der Pharmakotherapie

Rechtsanwalt Dr. A. Wienke
Wienke & Becker - Köln

Pharmakotherapeutische Aufklärung
„Handbuch des Arztrechts“
:
„Die Medikation verpflichtet den Arzt dazu, den Kranken über Dosis, Unverträglichkeit und Nebenfolgen ins Bild zu setzen. Die Instruktionspflicht reicht umso weiter, je gefährlicher das Präparat ist.
Verschreibt der Arzt seinem Patienten ein in der Anwendung nicht ungefährliches Arzneimittel, so hat er ihn darüber aufzuklären und durch geeignete Maßnahmen, ggf. Überwachung, die schonende Applikation sicherzustellen.“
„Flüchtige Hinweise auf Begleitdrucksachen entlasten den Arzt nicht. Auf den Beipackzettel darf der Arzt sich nicht verlassen. Vielfach genügt das Lesen des Beipackzettels durch den Patienten nicht, so dass er im Interesse seines
Selbstbestimmungsrechts – nämlich auch etwas Unvernünftiges zu tun – auf ergänzende mündliche Informationen des behandelnden Arztes angewiesen bleibt.“
… (weiter lesen unter ) … https://www.mh-hannover.de/fileadmin/or ... Wienke.pdf

Ärztekammer Berlin informiert - Stand Juni 2015:
Die ärztliche Aufklärungspflicht

Der Wille von Patientinnen und Patienten ist für Ärztinnen und Ärzte grundsätzlich bindend. Nach dem Behandlungsvertrag sollen Ärztinnen und Ärzte Patientinnen und Patienten als selbstverantwortliche Partnerinnen und Partner
in Respekt vor deren persönlichen Rechten annehmen, um ihnen Rat und Hilfe zu geben. Eine Patientin oder ein Patient kann jedoch das Recht auf Selbstbestimmung nur dann wahr-nehmen, wenn sie oder er von der Ärztin oder dem Arzt
vor der Behandlung umfassend über Diagnose, Therapiemöglichkeiten und mögliche Komplikationen aufgeklärt worden ist.
… (weiter lesen unter) … https://www.aerztekammer-berlin.de/10ar ... flicht.pdf

Aufklärungspflicht des Arztes über Nebenwirkungen von Medikamenten
Urteil des Bundesgerichtshofes vom 15. März 2005 - VI ZR 289/03 -

… Die Beklagte sei verpflichtet gewesen, die Klägerin über die mit der Einnahme des Medikaments verbundenen Nebenwirkungen und Risiken zu informieren. Unter den hier gegebenen Umständen reiche der Warnhinweis in der Packungsbeilage
des Pharmaherstellers nicht aus. In Anbetracht der möglichen schweren Folgen, die sich für die Lebensführung der Klägerin bei Einnahme des Medikaments ergeben konnten und auch später verwirklicht haben, habe auch die Beklagte als das
Medikament verordnende Ärztin darüber aufklären müssen, daß das Medikament in Verbindung mit dem Rauchen das erhebliche Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls in sich barg. Nur dann hätte die Klägerin ihr Selbstbestimmungsrecht ausüben
und sich entweder dafür entscheiden können, das Medikament einzunehmen und das Rauchen einzustellen, oder wenn sie sich als Raucherin nicht in der Lage sah, das Rauchen aufzugeben, auf die Einnahme des Medikaments wegen des bestehenden
Risikos zu verzichten.
… (weiter lesen unter) … http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-b ... &linked=pm

+++
Über die Rechte der Patienten wird regelmäßig in Vorträgen informiert. Die nächste Vortragsveranstaltung
findet am 23.01.2017, 17.30 Uhr, in der Volkshochschule Neuss statt. Der Eintritt ist, wie immer frei.

Sie die weiteren Hinweise in diesem Forum unter folgender Adresse: viewtopic.php?f=7&t=21734
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Arzneitherapie der älteren Menschen ...

Beitrag von WernerSchell » 31.01.2017, 17:57

Am 31.01.2017 bei Facebook gepostet:
Arzneitherapie der älteren Menschen. Prof. Dr. A. Wehling zeigt die Fehlversorgung auf! > https://www.youtube.com/watch?v=3mJh4hPqLjw - Der Film wurde zur Einstimmung beim Neusser Pflegetreff am 27.04.2016 vorgestellt > viewtopic.php?f=7&t=21371
"Verwirrtheit verschwindet, wenn die Medikamente verringert werden." Quarks & Co informiert: > https://www.youtube.com/watch?v=B54kQ-abnXQ&t=88s - Hausärzte sind aufgefordert, Polypharmazie zu vermeiden. Mehr Sorgfalt ist patientenfreundlich. - Pro Pflege … hat 2016 in einem Statement die Problematik beschrieben und sorgsame Arzneitherapien gefordert. > http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... tement.pdf
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Medikamente richtig anwenden

Beitrag von WernerSchell » 20.02.2017, 17:27

Deutsches Ärzteblatt, 20.02.2017:

Pflegebefragung: Zwei Drittel würden Heime weiterempfehlen
Als erstes Bundesland hat Hamburg eine Umfrage unter Angehörigen von Heimbewohnern zur Qualität der Pflege und Betreuung vorgenommen.
Demnach würden zwei Drittel der Befragten ... > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... rempfehlen
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Medikamente: Versorgung in jedem zweiten Pflegeheim nicht korrekt > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... ht-korrekt
Pflege-TÜV-Daten: neue Auswertung zeigt Unterschiede > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... richtungen
Betreuung in profitorientierten Pflegeheimen oft schlechter > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... schlechter
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Arzneimitteltherapiesicherheit in den Pflegeeinrichtungen

Beitrag von WernerSchell » 30.05.2017, 07:48

Zum Thema informiert:

Abschlussbericht zum Projekt
ArzneiMitteltherapiesicherheit
bei Patienten in Einrichtungen der Langzeitpflege
(AMTS-AMPEL)

Download
> https://www.bundesgesundheitsministeriu ... -12-16.pdf
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Psychopharmaka in der Pflege

Beitrag von WernerSchell » 03.06.2017, 09:58

Psychopharmaka in der Pflege
Bericht der
"Neue Allgemeine Gesundheitszeitung für Deutschland"
vom 0.1.06.2017, Seite 4!


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Pharma-Crime - Kopiert, gepanscht, verfälscht ... Buchtipp

Beitrag von WernerSchell » 06.06.2017, 12:30

Aus Forum:
Pharma-Crime - Kopiert, gepanscht, verfälscht ... Buchtipp
viewtopic.php?f=6&t=22153


Buchtipp!

Daniel Harrich, Danuta Harrich-Zandberg

Pharma-Crime
Kopiert, gepanscht, verfälscht –
Warum unsere Medikamente nicht mehr sicher sind


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Verlag: Heyne - 15.05.2017
Paperback, Klappenbroschur, 272 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-20148-4
€ 16,99 [D] | € 17,50 [A] | CHF 22,90* (* empfohlener Verkaufspreis)


Die Pharmaindustrie hat die Kontrolle über ihre Produkte verloren: Bereits jedes hundertste Medikament in unseren Apotheken
und Krankenhäusern ist gefälscht – und das ist nicht zu erkennen, denn äußerlich handelt es sich um Originalprodukte. Jedes Jahr
sterben mindestens eine Million Menschen weltweit an gepanschten Arzneien, weil diese entweder gar keinen oder zu viel Wirkstoff
oder giftige Trägerstoffe enthalten. Vor allem lebenserhaltende und stark nachgefragte Arzneimittel sind betroffen.
Danuta Harrich-Zandberg und Daniel Harrich decken auf, wie es zu den Manipulationen kommt und welche Rolle die Pharmaunternehmen
dabei spielen. Ein spannender und erschütternder Bericht über Profitgier, die selbst vor unserer Gesundheit nicht haltmacht.


Quelle und weitere Informationen:
https://www.randomhouse.de/Paperback/Ph ... 6.rhd#info

Anmerkung der Moderation:
Im Buchabschnitt "Recherchen in Indien" (Seite 173ff) wird u.a. der Arztsohn eines ehemaligen Beamtenkollegen
erwähnt und zitiert. Der Arztsohn ist seit rd. 15 Jahren ständig als Mediziner für die German Doctors (früher
"Ärzte für die Dritte Welt) in Kalkutta in Hilfsprojekte eingebunden. Er kennt sich bestens aus und kann bestätigen,
dass es Probleme mit der Qualität von Medikamenten gibt. Medikamentenfälschungen seien ein allgegenwärtiges
Phänomen (Seite 177). - Beeindruckend, dass auch von dieser Seite die beklagten Missstände Bestätigung erfahren.
- Werner Schell


+++
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Die Zeitschrift "GONG" hat in ihrer Ausgabe 23/2017 das Thema
aufgegriffen und getitelt:
"Vorsicht, Fälschung!
Das Milliarden-Geschäft mit gefälschten Medikamenten"
Dort wird u.a. ausgeführt:
"Allein in Deutschland werden jährlich offiziell rund 1,4 Milliarden Präparatepackungen verkauft, hinzu
kommen der Grau- und der Schwarzmarkt. Insgesamt ist laut Schätzung der Weltgesundheitsorganisation
rund ein Prozent der Medikamente in Deutschland gefälscht. Diese schatzungsweise 14 Millionen
Medikamente sind minderwertig, gepanscht, gestreckt und mitunter sogar gefährlich".

Weiter heißt es:
"50 Prozent der im Internet erhältlichen Medikamente könnten
Experten zufolge gefälscht sein."


+++
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) teilt mit:
Arzneimittelfälschungen
Eine Arzneimittelfälschung ist nach Definition der Weltgesundheitsorganisation ein Arzneimittel, das in betrügerischer Absicht falsch gekennzeichnet wurde.
Das bedeutet, dass zur Identität, zu den Inhaltsstoffen und/oder der Herkunft falsche Angaben gemacht werden.... (weiter lesen unter) ...
> http://www.bfarm.de/SharedDocs/Glossare ... ungen.html
> https://www.bka.de/DE/UnsereAufgaben/De ... _node.html
> https://www.dimdi.de/static/de/amg/vers ... /index.htm
> https://www.pfizer.de/fuer-patienten/ar ... aelschung/
> http://www.avb-brb.de/index.php?id=434
> https://www.msd.de/arzneimittel/arzneim ... lschungen/
> https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... 4lschungen
> http://www.apotheken-umschau.de/Medikam ... 97705.html
> https://www.deutsche-apotheker-zeitung. ... imittel-ab
> http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=5579

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Achtung: gefälschte Arzneimittel!
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass bis zu 50 Prozent aller in Entwicklungsländern vertriebenen Arzneimittel gefälscht sind.
Doch aufgrund des gestiegenen Handelsvolumens von Arzneimitteln über das Internet steigt auch hierzulande das Risiko, an Fälschungen zu geraten.
... (weiter lesen unter) ....
> https://www.aponet.de/wissen/arzneimitt ... ngen0.html

+++
Ein Film zum Thema:
Gefährliche Medikamente - gepanscht, gestreckt, gefälscht
17.05.2017 | 29 Min. | UT | Verfügbar bis 15.08.2017 | Quelle: Das Erste
Die investigative Dokumentation verfolgt den Weg der Medikamente von der Herstellung zum Patienten und zeigt, wo von den Herstellern betrogen wird
- und das immer öfter mit tödlichen Folgen.
>>> http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage ... d=42908766

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

"Statt Betroffene übermäßig mit Medikamenten vollzupumpen,
sollte Musik als Medikament genutzt werden."

Zitat: Dr. Eckart von Hirschhausen in "CAREkonkret" vom 11.11.2016.
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Im Forum von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk wird umfänglich über die Arzneimittelversorgung, v.a. bei älteren Menschen, informiert.
Dabei wird u.a. gefolgert: "Weniger ist oft mehr". Jahrlange Bemühungen von Pro Pflege … der Polypharmazie, Ruhigstellung mit Medikamenten etc.
entgegen zu wirken. haben bislang keinen Erfolg gehabt. U.a. befasste sich der Pflegetreff am 27.04.2016 mit dem Thema. Siehe insoweit das für diese
Veranstaltung verfasste Statement: http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... tement.pdf
Pro Pflege … hat das Thema "Arzneimittelversorgung" Ende Mai 2017 erneut aufgegriffen. Dazu wurde u.a. bei Facebook gepostet:
Mangelhafte Arzneimittelversorgung der älteren Menschen, v.a. in den Stationären Pflegeeinrichtungen ... Es müssen nach jahrelangen Diskussionen
endlich Lösungen gefunden werden .... Briefzuschrift an die AOK Rheinland/Hamburg vom 28.05.2017. Angesichts des "Pflege-Reports 2016" wird
angeregt, das Thema Medikation aufzugreifen und ggf. vorweg in einer Gesprächsrunde zu erörtern, wie kurzfristig vorgegangen werden kann.
> viewtopic.php?f=4&t=22146


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Medikamente auch einmal beherzt absetzen

Beitrag von WernerSchell » 25.07.2017, 06:28

Ärzte Zeitung vom 25.07.2017:
Die Kunst des "Entschreibens"
Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft.
Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=940 ... fpuryyqrde

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Die Botschaft von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk lautet seit Jahren:
Weniger ist oft mehr!
Siehe insoweit das Statement:
> http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... tement.pdf
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Medikamente richtig einnehmen - Dr. Wimmer informiert

Beitrag von WernerSchell » 02.08.2017, 07:09

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Medikamente richtig einnehmen > Dr. Wimmer informiert. …
Sowohl Zeitpunkt und Dosierung als auch die Art der Einnahme spielen eine Rolle.
Nur bei korrekter Einnahme können Arzneimittel richtig wirken. …
Dazu ist ein Film (3,05 Minuten) - vorübergehend anschaubar.
>>> http://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/M ... te218.html
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Das sind die häufigsten Medikations-Fehler

Beitrag von WernerSchell » 14.08.2017, 06:04

Ärzte Zeitung vom 14.08.2017:
Hausarzt-Patienten
Das sind die häufigsten Medikations-Fehler

Überdosierung und Verwechslungen: Was geht bei der Arzneimittelgabe besonders oft schief?
Daten von Hausarztkollegen aus der Schweiz zeigen Tendenzen.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=940 ... fpuryyqrde
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Bei Psychopharmaka lohnt sich ein Absetzversuch

Beitrag von WernerSchell » 17.04.2018, 06:21

Ärzte Zeitung vom 17.04.2018:
Polypharmazie
Bei Psychopharmaka lohnt sich ein Absetzversuch

Psychopharmaka sind oft Teil einer Polypharmazie bei älteren multimorbiden Patienten. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=96 ... efpuryykqr
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Altenheim - Webbasierter Arzneiplan bindet Pflege ein

Beitrag von WernerSchell » 28.05.2018, 06:08

Ärzte Zeitung vom 28.05.2018:
Im Altenheim
Webbasierter Arzneiplan bindet Pflege ein

Der schnelle Austausch zwischen Ärzten, Pflegern und Apotheken kann die Qualität der Arzneitherapie um 25 Prozent verbessern. Das zeigt das Projekt InTherAKT aus Münster. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=96 ... efpuryykqr
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Polypharmazie - Wenn Wirklichkeit auf Leitlinien trifft

Beitrag von WernerSchell » 05.07.2018, 06:16

Ärzte Zeitung vom 05.07.2018:
Polypharmazie
Wenn Wirklichkeit auf Leitlinien trifft

Viele Fälle von Polypharmazie entstehen nicht, weil Ärzte nicht evidenzbasiert handeln, sondern gerade weil sie sich an Leitlinien halten, moniert eine Expertin. Hier gibt es Nachbesserungsbedarf. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=96 ... efpuryykqr
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Gesundheitsrisiko Medikamente?

Beitrag von WernerSchell » 12.08.2018, 06:13

Gesundheitsrisiko Medikamente?
TV-Beitrag vom 07.05.2018 | 59 Min. | UT | Verfügbar bis 07.05.2023 | Quelle: WDR
Wer Medikamente nimmt, möchte gesund werden. Doch neueste Untersuchungen zeigen: Mindestens jeder zehnte Patient, der in der Notaufnahme landet, hat Beschwerden, die durch Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten verursacht worden sind.
https://www.ardmediathek.de/tv/Planet-W ... d=42462940
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Riskanter Psychopharmaka-Einsatz in Altenheimen?

Beitrag von WernerSchell » 18.10.2018, 06:18

Ärzte Zeitung vom 18.10.2018:
Rechtsmedizinkongress
Riskanter Psychopharmaka-Einsatz in Altenheimen?

Wie oft bekommen Bewohner deutscher Altenheime beruhigende Medikamente? Diese Frage widmet sich eine jetzt Studie. Anscheinend liegt manches im Argen. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=97 ... efpuryykqr
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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