Mängel bei Pflege-Beratung durch ambulante Pflegedienste

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Mängel bei Pflege-Beratung durch ambulante Pflegedienste

Beitrag von Presse » 25.06.2009, 10:03

Stiftung Warentest:
Mängel bei Pflege-Beratung durch ambulante Pflegedienste

Mülheim. Ambulante Pflegedienste beraten Senioren und Angehörige nach Einschätzung der Stiftung Warentest beim ersten Gespräch nicht besonders gut. Von 21 Diensten, die von der Stiftung in Mülheim an der Ruhr (Nordrhein-Westfalen) getestet wurden, bekamen nur zwei die Note "gut". Die Mehrzahl informierte nur "befriedigend", drei kamen über "ausreichend" nicht hinaus, teilte die Stiftung mit. Die Tester stellten "erstaunliche Defizite" in Erstgesprächen fest. Berater gingen oft nicht auf die Pflegebedürftigen selbst ein und zeigten auch wenig Interesse an der Belastung der Angehörigen.
Gute Ergebnisse gab es hingegen bei der Pflegequalität, die auf Grundlage der Qualitätsprüfungen des MDK Nordrhein bewertet wurde. "Die MDK-Qualitätsprüfungen zeigen, dass die überwiegende Mehrzahl Einrichtungen eine gute bis sehr gute Qualität boten", sagt Wolfgang Machnik, Geschäftsführer des MDK-Nordrhein. Allerdings: 9 von 21 ambulanten Pflegediensten in Mülheim haben ihre Zustimmung zur Veröffentlichung ihrer Qualitätsergebnisse nicht gegeben. "Das ist bedauerlich und unterstreicht noch einmal, dass es auf freiwilliger Basis keine flächendeckende Transparenz geben kann", sagt Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS.

Lesen Sie mehr zum Thema in den Print-Ausgaben von CAREkonkret

Quelle: Mitteilung vom 25.06.2009
Vincentz Network, Hannover, http://www.vincentz.net/

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Stiftung Warentest nimmt Pflegequalität unter die Lupe

Beitrag von Presse » 26.06.2009, 07:21

Stiftung Warentest nimmt Pflegequalität unter die Lupe

Berlin – Die Stiftung Warentest hat erstmals die Qualität ambulanter Pflegedienste geprüft und den Testkandidaten dafür überwiegend gute Noten ausgestellt. Bei Pflegeleistungen wie Waschen, Essen oder Ankleiden, aber auch bei Injektionen und Wundbehandlungen überzeugten fünf von 21 Anbietern mit dem Urteil „sehr gut“, wie die Zeitschrift „test“ in ihrer Juli-Ausgabe berichtet. Fünf Pflegedienste arbeiteten „gut“ und jeweils einer wurde mit „befriedigend“ und „ausreichend“ bewertet. Die 21 getesteten Pflegedienste stehen freilich nur exemplarisch für die bundesweit 11.000 Anbieter.
.... (mehr)
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/3 ... e_Lupe.htm

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Kein valides Verfahren zur Messung der Pflegequalität

Beitrag von Presse » 26.06.2009, 19:10

Pflegeverband LfK zur Prüfung ambulanter Dienste durch die Stiftung Warentest:
"Veraltete Datenbasis, kein valides Verfahren zur Messung der Pflegequalität"


Köln - Die Stiftung Warentest hat die Pflege- und Beratungsleistung von ambulanten Diensten in Mülheim an der Ruhr überprüft. Neben einer verdeckten Untersuchung der Beratungsqualität wurden hierbei auch die Ergebnisse bereits durchgeführter Qualitätsprüfungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) herangezogen. Scharfe Kritik an diesem Vorhaben äußerte heute in Köln der Landesverband freie ambulante Krankenpflege NRW e.V. (LfK).

"Die Stiftung Warentest verfügt nicht über die notwendige Fachkompetenz, die genutzten Daten stammen aus 2008 und das ganze Vorhaben entspricht offensichtlich nicht den Vorgaben, die nach der letzten Änderung des Pflege-Versicherungsgesetzes bundeseinheitlich entwickelt wurden. Das ganze Projekt klingt wie Wilder Westen",
so Christoph Treiß, Geschäftsführer des LfK. "Alle - auch die Stiftung Warentest - wären gut beraten, wenn sie auf die Veröffentlichung von Pflegequalität nach diesen neuen Vorgaben warten würden. Denn diese wurde unter anderem auch deshalb entwickelt, damit Laien die Qualitätsprüfungsberichte verstehen können und damit die erhobenen Prüfungsergebnisse möglichst genau bewertet und dargestellt werden."

In der aktuellen Untersuchung wurden 21 ambulante Pflegedienste aus Mülheim an der Ruhr kontrolliert. Veröffentlicht wurden die Resultate in der Zeitschrift "test"- der Stiftung Warentest. Dabei wurden die Ergebnisse der Untersuchung in einer "test"-Bewertung zusammengefasst.

Wichtiger Schwerpunkt der Untersuchung war die Pflegequalität. Um diese zu beurteilen, wurden die Ergebnisse der Qualitätsprüfungen des MDK Nordrhein aus dem Jahr 2008 genutzt.

Die Untersuchung wurde in Kooperation mit dem MDS und dem MDK Nordrhein durchgeführt, die der Stiftung Warentest die Prüfungsergebnisse zur Verfügung gestellt haben. Hierzu sollten die Pflegedienste ihr Einverständnis erklären. Hat ein Pflegedienst der Verwendung der Daten nicht zugestimmt, wurden die Leser im "test"-Artikel explizit darüber informiert.

"Das klingt dann so, als ob der Pflegedienst etwas zu verbergen hat", kritisiert Treiß. "Der Pflegedienst hat aber nichts zu verbergen. Er will nur nicht, dass Daten veröffentlicht werden, die selbst Fachleute nicht immer einheitlich bewerten", so Treiß weiter.

Unabhängig davon, ob der Pflegedienst der Veröffentlichung seiner Prüfergebnisse zugestimmt hat, hat die Stiftung Warentest bei allen 21 Pflegediensten eine Beurteilung der Beratungsqualität durchgeführt. Geschulte Tester haben in verdeckter Beobachtung Kontakt mit den Pflege-Anbietern aufgenommen, um die Qualität des Erstberatungsgesprächs, der übereichten Unterlagen und der Pflegeverträge zu testen. Die Verträge zwischen Patient und Pflegedienst wurden einer rechtlichen Prüfung unterzogen.

"Mit Hinweis auf die neuen Vorgaben zur Veröffentlichung von Qualitätsberichten (§§ 114f. SGB XI), wonach bis Ende 2010 alle Pflegedienste mindestens einmal und ab dem Jahr 2011 regelmäßig im Abstand von höchstens einem Jahr zu prüfen sind, haben wir unseren Mitgliedern von einer Teilnahme abgeraten.
Eine Parallel-Untersuchung durch die Stiftung Warentest zum derzeitigen Zeitpunkt ist unserer Ansicht nach nicht zielführend. Auch bringt die zusätzliche Untersuchung aufgrund von bereits überholten Prüfungs-Richtlinien wenig zur Transparenz der Qualität bei. Vielmehr ist es zu erwarten, dass diese eher zur Verunsicherung der Verbraucher im sensiblen Bereich der Alten- und Krankenpflege führen würde", so der Geschäftsführer des größten ambulanten Pflegeverbandes in NRW Christoph Treiß.

Quelle: Pressemitteilung vom 25.06.2009

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Pflegedienste - Selten gut beraten

Beitrag von Presse » 27.06.2009, 07:12

Pflegedienste - Selten gut beraten

Zeitschrift "test", 07/2009

Zwei Millionen Menschen sind in Deutschland auf Pflege angewiesen. Oft reicht es nicht, wenn Verwandte gelegentlich vorbeischauen. Waschen, Cremen, An- und Ausziehen übernehmen dann professionelle Helfer. Mehr als 11 000 ambulante Pflegedienste gibt es hierzulande. Die Stiftung Warentest hat 21 untersucht.

test sagt, welche Dienste gut beraten und gibt Tipps zur Auswahl von Pflegeangeboten.

Im Test: 21 ambulante Pflegedienste in Mülheim an der Ruhr.

Quelle: http://www.test.de/themen/gesundheit-ko ... 9/1783003/

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Pflegedienste: Gute Beratung und gute Pflegequalität

Beitrag von Presse » 30.06.2009, 12:09

Pflegedienste: Gute Beratung und gute Pflegequalität trotz verdeckter Prüfung

Berlin (ots) - Stiftung Warentest und MDK beurteilen Pflegedienste überwiegend positiv Überwiegend sehr gute bis gute Qualitätsurteile vergibt die Stiftung Warentest an 21 Mühlheimer Pflegedienste in der Ausgabe der Zeitschrift "test" vom Juli. In nur einem Fall steht am Ende die Note ausreichend.

"Unsere Mitgliedseinrichtungen sehen die Qualitätssicherung als ihre zentrale Aufgabe an, stellen sich einer externen Prüfung durch den MDK und ermöglichen dem Verbraucher, sich auf der Basis bundeseinheitlicher Kriterien über die von ihnen geleistete Pflegequalität zu informieren. Das schafft Transparenz. Allerdings setzt diese Bereitschaft seitens der Pflegedienste ein sachlich korrektes und faires Miteinander auch aller anderen beteiligten Akteure voraus", so Bernd Tews, Geschäftsführer des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) zum Test der Mühlheimer Pflegedienste.

Basis für den "Warentest" waren Qualitätsprüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) in den ambulanten Pflegediensten in Mühlheim an der Ruhr im Herbst des vergangenen Jahres. Offensichtlich wurden diese Prüfungen aber nicht - wie gesetzlich vorgeschrieben - von den Landesverbänden der Pflegekassen initiiert, sondern gehen zurück auf die Stiftung Warentest. Beur-teilt wurden einerseits die Beratungsqualität und andererseits die Pflegequalität durch die Stiftung Warentest. Es wurden nur Pflegedienste ab einer bestimmten Größe - die Daten dafür hat der MDK nach den Kriterien der Stiftung Warentest geliefert - von den Warentestern überprüft; 25 % aller Pflegedienste in Mühlheim blieben außen vor, weil sie nicht in die beabsichtigte Vergleichsstichprobe passten. Bedenklich dabei ist, dass es seit 1. Juli letzten Jahres keine Rechtsgrundlage mehr für eine solche Vergleichsprüfung des MDK gibt. Zudem sind die Daten der MDK-Prüfung nach dem Gesetz aufgrund eines Prüfauftrags der Pflegekassen zu erheben. Sie unterliegen strengen Datenschutzregeln und sind an die Pflegekassen zu übermitteln.

Die mittlerweile bestehenden Transparenzkriterien und Noten zur Veröffentlichung geeigneter Testurteile für ambulante Dienste gab es zum Zeitpunkt der Erhebung noch nicht. Die Stiftung Warentest hat nach einem eigenen System die Prüfergebnisse des MDK aufbereitet und eine Bewertung durchgeführt. Dieses System kannten weder die überprüften Einrichtungen noch ist es vertraglich oder gesetzlich legitimiert. Auch die Bewertung dieses Systems und die Gewichtung der Noten sind im Einzelnen nicht bekannt. Nachvollziehbar ist, dass einige Dienste vor diesem Hintergrund einer pauschalen Veröffentlichung ihrer sowie der bei den Pflegebedürftigen erhobenen Daten nicht zugestimmt haben. Dass diese Pflegedienste aber nichts zu verbergen haben, belegen die Ergebnisse ihrer ausgewiesenen Beratungsqualität.

"Da erfreut es doch umso mehr, dass die Einrichtungen so positiv abgeschnitten haben. Enttäuscht sind wir über das fragwürdige Agieren des MDK, der eigentlich ausschließlich Auftragnehmer der Pflegekassen sein soll", so Bernd Tews.

Bei der Bewertung des Einzelkriteriums der "Beratungsqualität" bewegen sich 90 % der geprüften Dienste in der oberen Hälfte. "Da sind gute Ergebnisse, obwohl weder der Gesetzgeber noch die Versorgungsverträge mit den Pflegekassen 'Beratungsleistungen' als Leistungspakete von Pflegediensten vorsehen", so Bernd Tews. "Geprüft und bewertet wurde mit der Beratung eine Zusatzleistung, die die Pflegedienste in aller Regel kostenlos anbieten."

Quelle: Pressemitteilung vom 30.06.2009
Für Rückfragen:
Bernd Tews, 030 / 30 87 88 60.

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