Die Überlastungsanzeige im Bereich der Pflege .. Buchtipp

Arbeits- und Arbeitsschutzrecht, Allgemeine Rechtskunde (einschließlich Staatsrecht), Zivilrecht (z.B. Erbrecht)

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WernerSchell
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Die Überlastungsanzeige im Bereich der Pflege .. Buchtipp

Beitrag von WernerSchell » 01.08.2009, 06:50

Buchtipp!
Verd.di b+b - Arbeitsmaterialien (Redaktion RA`in Doreen Lindner):

Anmerkung der Moderation vom 30.06.2013:
Die Veröffentlichung ist möglicherweise vergriffen.
Zuletzt geändert von WernerSchell am 30.06.2013, 06:55, insgesamt 6-mal geändert.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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HorstHessen
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Beitrag von HorstHessen » 02.08.2009, 11:52

- - - - - - - müßten die Pflegerinnen und Pfleger.
Die Zusammensetzung dieses Personenkreises, was ich völlig wertfrei sagen möchte, erschwert m.E. eine organisierte Gegenwehr. Die Angst ist da auch sehr, sehr groß.
Und es fehlt eine lautstarke, mächtige Lobby, wie beispielsweise der Marburger Bund, der Hartmannbund .
Viele der einfachen Menschen, manchmal auch noch mit Sprachproblemen, sind ja nicht einmal gewerkschaftlich organisiert. Und für jene kann und darf die Gewerkschaft nicht handeln als sog. Interessenvertretung.
In der Tat müssen hier besondere, irgendwie andere Wege gegangen werden.
Heimplätze sind in Deutschland wahnsinnig teuer. Und da haben unsere Heimbewohnerinnen und Heimbewohner mehr und besseres verdient.

Mir ist ein Fall bekannt, wonach eine Überlastungsanzeige wegen des enorm ausgeübten Druckes seitens einer Heimleitung zurückgenommen werde.

WernerSchell
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Beitrag von WernerSchell » 02.08.2009, 17:13

HorstHessen hat geschrieben: ... Die Zusammensetzung dieses Personenkreises, was ich völlig wertfrei sagen möchte, erschwert m.E. eine organisierte Gegenwehr. Die Angst ist da auch sehr, sehr groß.
Und es fehlt eine lautstarke, mächtige Lobby, .... Mir ist ein Fall bekannt, wonach eine Überlastungsanzeige wegen des enorm ausgeübten Druckes seitens einer Heimleitung zurückgenommen werde. ....
Sehr geehrter Herr Lucht,
ich habe Ihre Hinweise sehr wohl verstanden. Da ich seit nahezu 40 Jahren in der Pflegeausbildung tätig bin, kenne ich mich einigermaßen aus. Daher kämpfe ich auch im Deutschen Bundestag für eine neugefasste Bestimmung des § 612a BGB, die es ArbeitnehmerInnen, und damit auch Pflegekräften, ermöglichen würde, nachteilsfrei Mangelsituationen anzusprechen. Eine solche neue Vorschrift würde zwar nicht schlagartig alles verändern, aber doch langfristig die Stellung der Pflegekräfte im reformbedürftigen Pflegesystem stärken.
Ich trete im Übrigen seit vielen Jahren dafür ein, dass sich Pflegekräfte organisieren. Es muss damit noch niemand lautstark im Betrieb auf Probleme hinweisen. Niemand muss dadurch Nachteile haben.
Ich lade hier in Neuss seit Jahren zu Pflegetreffs, mache in aller Deutlichkeit auf die Pflegenot und die Probleme der Pflegekräfte aufmerksam. Bin damit auch Lobbyist für das Pflegepersonal.
Pflegekräfte beteiligten sich aber auch an solchen Veranstaltungen nur in geringer Zahl. Es gibt viele Entschuldigungen .... Personen, denen ich eigentlich helfen will, lassen mich zum Teil allein .... Es kommen zwar viele BesucherInnen zu den Treffs, aber die Pflegekräfte müssten zahlreicher vertreten sein, sich einbringen. ...
So kann es auch nicht weitergehen. Pflegekräfte müssen auch endlich selbst etwas unternehmen, zumindest andere unterstützenn, die sich lautstark Pro Pflege bemerkbar machen ... Das erwarte ich einfach!

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell
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HorstHessen
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Organisierte Strucktur der Pflegenden - - - - -

Beitrag von HorstHessen » 02.08.2009, 18:38

- - - - - - ist m.E. nicht vorhanden oder, wie Sie, sehr geehrter Herr Schell, ja selbst sagen, nicht oder kaum gegeben. Das hat Ursachen.
Schlimm ist nur, daß es da Menschen gibt in Heimen, die sich leider selbst nicht mehr helfen können. Insofern MUSS die Pflege gestärkt werden. In den Medien gab es darüber immer wieder Beiträge, geändert hat sich bis zum heutigen Tage nichts. Das Grundübel ist, daß Pflege den grausamen Gesetzen des Marktes unterliegt. Und das ist von der Politik so gewollt.

Cornelia Süstersell
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Beitrag von Cornelia Süstersell » 06.09.2009, 07:12

WernerSchell hat geschrieben: ... Ich trete im Übrigen seit vielen Jahren dafür ein, dass sich Pflegekräfte organisieren. Es muss damit noch niemand lautstark im Betrieb auf Probleme hinweisen. Niemand muss dadurch Nachteile haben..... Bin damit auch Lobbyist für das Pflegepersonal.
... So kann es auch nicht weitergehen. Pflegekräfte müssen auch endlich selbst etwas unternehmen, zumindest andere unterstützenn, die sich lautstark Pro Pflege bemerkbar machen ... Das erwarte ich einfach! ....
Hallo Herr Schell,
ich sage einfach einmal danke für all Ihre Aktivitäten im Sinne von Pro Pflege ! Sie unterscheiden sich mit Ihrer sachlichen, aber gleichwohl präsisen Kritik, von anderen "kritischen" Personen mehr als wohltuend.
Sie haben Recht, wenn Sie auch anmahnen, dass die Pflegekräfte selbst "lauter" werden, sie auch unterstützen, müssen.
Ich selbst helfe gerne, wo ich kann und werbe auch an anderen Stelle im Sinne von Pro Pflege.
Schönen Sonntag
Cornelia Süstersell

Siehe auch unter
viewtopic.php?p=46689#46689
Ich trete für eine menschenwürdige Pflege ein und halte für es zwingend, mehr Pflegepersonal einzustellen.

HorstHessen
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Mutlosigkeit

Beitrag von HorstHessen » 06.09.2009, 09:51

Selbsthilfe, Zusammenstehen, Überlastungsanzeigen sind wohl LEIDER bei sehr vielen Pflegerinnen und Pflegern Fehlanzeige.
"Bist du Gottes Sohn, helfe dir selbst."

Pflegejobs degenerierten mehr und mehr zum 400,-- € - Job.
Da arbeiten meistens Ungelernte, Angelernte, "aus dem Osten", was ich bitte ohne Bewertung meine. Die Öffnung nach Osten bescherte auch den
Heimträgern "im goldenen Westen" billige Pflegekräfte bei saftigen Heimplatzpreisen.
Und da ist die Angst um den Arbeitsplatz, Arbeitsplätze werden bekanntlich immer weniger, die Angst vor Mobbing.

Da gibt es in der Pflege keine engagierte Solidarbewegung. Die Ärzte haben eine starke, mächtige, intelligent funktionierende Lobby.

Und die Gewerkschaften, sonst laute Parolen von sich gebend, schweigen, duken sich weg.

Vergessen wir bitte nicht, wer da die Leistungsempfänger sind, Alte, Kranke, Hilfebedürftige. DIESE Menschen dürfen wir dabei nicht aus dem Auge verlieren, was im wesentlichen die Politik, die etablierten Parteien mit ihren Berufspolitikern, die sich zu allererst und vorne an selbst vertreten, leider tun.
Bald ist "Wahl". Gibt es da ein Programm einer Partei, die sich ernsthaft, nachvollziehbar, verbindlich dem drängenden Thema "Pflege in Deutschland" annimmt; DAS dann verbindlich auch nach der "Wahl" !!! ???

Gaby Modig
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Beitrag von Gaby Modig » 07.09.2009, 06:53

Cornelia Süstersell hat geschrieben: .... ich sage einfach einmal danke für all Ihre Aktivitäten im Sinne von Pro Pflege ! Sie unterscheiden sich mit Ihrer sachlichen, aber gleichwohl präsisen Kritik, von anderen "kritischen" Personen mehr als wohltuend. Sie haben Recht, wenn Sie auch anmahnen, dass die Pflegekräfte selbst "lauter" werden, sie auch unterstützen, müssen. ....
Guten Morgen allerseits!

Ich schließe mich gerne den Dankesworten an ! In der Tat müssen die Pflegekräfte auch selbst auf ihre Probleme aufmerksam machen. Da sehe ich noch große Möglichkeiten. Erst wenn es gelingt, dass die Pflegenden "so richtig auf den Putz hauen", wird sich etwas ändern können.

LB Grüße
Gaby Modig
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

PflegeCologne
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Pflegenotstand in allen Pflegesystemen!

Beitrag von PflegeCologne » 22.10.2009, 07:12

Pflegenotstand in allen Pflegesystemen!

Ich denke, dass der Pflegenotstand seit geraumer Zeit deutlich angesprochen wird:
viewtopic.php?t=13038
viewtopic.php?t=13003
viewtopic.php?t=12359
Ein Pflegetreff von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk wird sich laut Ankündigung speziell diesem Thema widmen:
viewtopic.php?t=12279

Es müssen nur jetzt alle, die etwas zu sagen haben, laut hörbar sein. Diejenigen die wissen, welche ungünstigen Pflege-Rahmenbedingungen bestehen, müssen dies bekunden. Vor allem die Berufsverbände sind gefragt. Wir haben jetzt nach der Bundestagswahl eine gute Chance, die Anliegen der Pflege "einzuspeisen". Wenn dies nicht bis spätestens zur Landtagswahl NRW, Mai 2010, geschieht, ist für lange Zeit keine wirkliche Reform mehr zu erwarten. Das hätte fatale Folgen für uns alle, Pflegende wie pflegebedürftige Menschen.

Als, raus aus den Löchern und Flagge zeigen!

MfG Pflege Cologne
Alzheimer - eine Krankheit, die mehr Aufmerksamkeit erfordert! - Pflegesystem muss dem angepasst werden, auch, wenn es teurer wird! - Ich bin dabei:
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Presse
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Registriert: 10.11.2006, 12:44

Schutz von Fehlermeldern gesetzlich festschreiben

Beitrag von Presse » 07.11.2009, 11:50

Marburger Bund - Bundesverband
Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V.
Pressemitteilung Nr. 67 vom 7. November 2009


Marburger Bund:
Schutz von Fehlermeldern gesetzlich festschreiben

Die Hauptversammlung des Marburger Bundes fordert den Deutschen Bundestag auf, für mehr Informationsfreiheit einzutreten, damit endlich der Schutz von Fehlermeldern (Whistleblowers) für das Gesundheitswesen gesetzlich festgeschrieben wird. Dies sei auch Voraussetzung dafür, dass die Idee des Critical Incident Reporting Systems (CIRS), also der Mitteilung von Beinahe-Schadensfällen, nachhaltig Fuß fassen kann.

„Die Beschäftigten im Gesundheitswesen dürfen keine arbeitsrechtlichen Folgen befürchten müssen, wenn sie Gefahren und Rechtsverstöße in ihrem Arbeitsbereich melden. Eine Novellierung des § 612a BGB zum Informationsschutz für Beschäftigte mit der Aufnahme eines Anzeigerechtes ist erforderlich“, heißt es in dem Beschluss des Ärzteverbandes.
_____________________________________________

Marburger Bund-Bundesverband
Pressestelle
Reinhardtstraße 36 - 10117 Berlin
Tel.: 030 746846-41 - Fax: 030 746846-45
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http://www.marburger-bund.de
Hans-Jörg Freese, Pressesprecher,
Tel.: 030 746846-40
mobil: 0162-2112425

Der Marburger Bund ist der Verband aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland. Mit über 108.000 Mitgliedern ist er die größte

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