Ernährungsreport 2019: Verbraucher wollen differenzierte Information und Orientierung

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Ernährungsreport 2019: Verbraucher wollen differenzierte Information und Orientierung

Beitrag von WernerSchell » 11.02.2019, 19:08

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Lebensmittelindustrie muss mehr Verantwortung für gesunde Ernährung übernehmen

Berlin – Der AOK-Bundesverband und die Deutsche Diabetes Gesellschaft verlangen von der Lebensmittelindustrie mehr gesellschaftliche Verantwortung.

Vor der Sitzung des Begleitgremiums zur weiteren Festlegung einer bundesweiten Reduktionsstrategie von Zucker, Fetten und Salz am morgigen Dienstag (12. Februar 2019), bei der wichtige Wirtschaftsverbände der Bundesernährungs-ministerin Julia Klöckner konkrete Vorschläge präsentieren sollen, stellt AOK-Vorstandsvorsitzender Martin Litsch klar: „Die Erwartungen an dieses Treffen sind hoch. Wir sind gespannt, wie ernst die Branche ihren Auftrag nimmt. Mit der freiwilligen Selbstverpflichtung der Lebensmittelindustrie geht Deutschland weiterhin einen Sonderweg. Falls dies aber auch weiter bedeutet, dass wir bei der Absenkung von Zucker, Fetten und Salz unseren Nachbarländern hinterherhinken, wäre das mit einem Glaubwürdigkeitsverlust der Bundesregierung verbunden.“

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) lehnt Vereinbarungen auf freiwilliger Basis ab und fordert stattdessen eine verbindliche Zuckerreduktion von 50 Prozent. „Alles andere ist fahrlässig vor dem Hintergrund stark zunehmenden Übergewichts und steigender Diabetes-Erkrankungszahlen“, kritisiert Barbara Bitzer, Geschäftsführerin der DDG. Das Bundesernährungsministerium hatte sich Ende 2018 mit der Lebensmittelindustrie auf ein Grundsatzpapier für eine nationale Reduktions- und Innovationsstrategie verständigt. Entgegen vieler Erwartungen sehen die darin angestrebten Vereinbarungen keine Verbindlichkeit vor.

Kritisch sehen AOK-Bundesverband und DDG zudem die seitens des Ministeriums eingeräumte Zeitschiene bis zum Jahr 2025. Medienberichten zufolge planen beispielsweise die großen Müslihersteller bis dahin, den Zucker in ihren Produkten lediglich um ein Fünftel zu reduzieren. „Für diesen langen Zeitraum ist das eindeutig zu wenig. Wir brauchen hier schnellere Ergebnisse“, betont Barbara Bitzer. „Es ist den Verbrauchern außerdem nicht zu vermitteln, warum international bereits zahlreiche Produkte mit hohen Reduktionswerten verfügbar sind, und die gleichen Konzerne hierzulande nicht kurzfristig die gleichen Waren in die Regale bekommen. Die Menschen in Deutschland haben ein Recht auf gesunde Lebensmittel.“ Die Gesundheit der Menschen dürfe nicht den Interessen einzelner Wirtschaftsverbände geopfert werden.

Einigkeit herrscht beim AOK-Bundesverband und der DDG auch über das Verbot für Lebensmittelwerbung, die sich an Kinder richtet. Hier fordern beide Parteien eine möglichst rasche Umsetzung. „Wenn wir wollen, dass sich vor allem auch Kinder und Jugendliche gesünder ernähren, dann kommen wir nicht um ein Verbot für Kindermarketing von stark zucker-, fett- und salzhaltigen Produkten herum“, so Verbandsvorstand Litsch. Die Bereitschaft des Zentralverbands der Werbewirtschaft, sich hier zu bewegen, schätzt er allerdings eher gering ein: „Es gibt bereits seit Jahren auf EU-Ebene eine freiwillige Selbstverpflichtung der Industrie, auf an Kinder gerichtete Lebensmittelwerbung zu verzichten. Studien zeigen jedoch, dass diese bisher wirkungslos bleibt. Diese Erfahrungen machen deutlich, dass unverbindliche Absprachen bereits heute schon von der Industrie unterlaufen werden. Daher erwarten wir hier klare Ansagen von der Ministerin.“

Auch was die verbraucherfreundliche Kennzeichnung von Lebensmitteln angeht, tut sich die Branche weiter schwer und wehrt sich vehement gegen ein einheitliches Vorgehen. „Es reicht nicht nur, die Zutaten anzupassen, wir müssen Menschen befähigen, kompetente Entscheidungen für ihre Gesundheit zu treffen. Ein erster und längst überfälliger Schritt ist die laienverständliche Produktkennzeichnung mit Hilfe von Ampel oder Nutriscore. Jeder Verbraucher muss auf den ersten Blick erkennen können, was seine gesunde Ernährung unterstützt“, erklärt AOK-Vorstand Litsch. Die bisher am Widerstand der Industrie gescheiterte Ampellösung sei nach wie vor die einfachste Variante.

Hinweis für die Redaktionen:
Sowohl der AOK-Bundesverband als auch die DDG sind zur Sitzung des Begleitgremiums zur weiteren Festlegung einer bundesweiten Reduktionsstrategie von Zucker, Fetten und Salz eingeladen. Beide Partner engagieren sich zudem in der Initiative „Aktion Weniger Zucker“, die im Rahmen des 2. Zuckerreduktionsgipfels am 17. Oktober 2018 in Berlin gegründet wurde. Neben dem AOK-Bundesverband und der DDG haben sich die Deutsche Allianz Nicht-übertragbare Krankheiten, das Ethnomedizinische Zentrum e.V. sowie die Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V. dem Bündnis angeschlossen. Zusammen wollen alle Partner die politischen Rahmenbedingungen verändern, um eine gesunde Ernährung für alle Bevölkerungsschichten zu erleichtern, heißt es im gemeinsamen Grundsatzpapier. Zentrale Ziele sind ein Verbot des Kindermarketings für stark zuckerhaltige sowie hochkalorische Lebensmittel, eine verständliche Lebensmittelkennzeichnung, steuerliche Anreize für die Industrie, gesündere Rezepturen sowie verbindliche Standards für die Kita- und Schulverpflegung. Mehr Informationen unter:
https://www.aok-bv.de/engagement/wenigerzucker/

Kontakt für Journalisten:
Pressestelle Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
Kerstin Ullrich
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-641, Fax: 0711 8931-167
ullrich@medizinkommunikation.org

Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
Geschäftsstelle
Daniela Erdtmann
Albrechtstraße 9, 10117 Berlin
Tel.: 030 3116937-24, Fax: 030 3116937-20
erdtmann@ddg.info
http://www.ddg.info

Quelle: Pressemitteilung vom 11.02.2019
Kerstin Ullrich Pressestelle
Deutsche Diabetes Gesellschaft
>>> https://idw-online.de/de/news710387
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Zuckeranteil um 520 Tonnen reduziert

Beitrag von WernerSchell » 12.02.2019, 09:00

Ärzte Zeitung vom 12.02.2019:
Lebensmittelindustrie
Zuckeranteil um 520 Tonnen reduziert

Nachdem sich die Lebensmittelwirtschaft vor Kurzem Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) gegenüber selbstverpflichtet hat, den Zucker-, Fett- und Salzge mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=98 ... efpuryykqr
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Zwist um Zucker-Reduktionsstrategie

Beitrag von WernerSchell » 12.02.2019, 12:35

Ärzte Zeitung vom 12.02.2019:
Deutsche Diabetes Gesellschaft
Zwist um Zucker-Reduktionsstrategie

Der Deutschen Diabetes Gesellschaft gehen die Maßnahmen der Nationalen Reduktionsstrategie für Zucker, Fett und Salz nicht weit genug. Jetzt zieht sie die Konsequenzen.
BERLIN. Die Unzufriedenheit schwelt schon länger. Nun sagt die Deutsche Diabetes Gesellschaft DDG eine Teilnahme am Begleitgremium zur Nationalen Reduktionsstrategie für Zucker, Fett und Salz ab. Das gab die Fachgesellschaft anlässlich der ersten Sitzung des Gremiums heute im Ernährungsministerium bekannt.
... (weiter lesen unter) ... https://www.aerztezeitung.de/medizin/kr ... 6DB2F70YI4
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Bis zu 30 % weniger Fett in Lebensmitteln – zwei europaweite Forschungsprojekte gestarte

Beitrag von WernerSchell » 13.02.2019, 16:57

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Bis zu 30 % weniger Fett in Lebensmitteln – zwei europaweite Forschungsprojekte gestartet

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Foto: Fraunhofer IVV

Eine gesunde Ernährung mit weniger Fett und ohne chemische Zusatzstoffe wünschen sich viele Konsumenten. Auch die Politik erkennt die Notwendigkeit und stellt derzeit die Weichen dafür. Sogenannte Light-Produkte stehen oftmals in der Kritik. Denn die Reduktion von Fett wird häufig durch den Einsatz von Zusatzstoffen und Verdickungsmitteln erzielt. Anfang 2019 sind am Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV zwei Forschungsprojekte gestartet, die neue technologische Ansätze verfolgen, um die ernährungsphysiologischen Eigenschaften verarbeiteter Lebensmittel zu verbessern.

Die Fraunhofer-Lebensmitteltechnologen streben mit ihren Projektpartnern eine Reduktion der gesättigten Fettsäuren von 30 % an. Das umstrittene Palmfett soll dabei durch gesündere und nachhaltigere Öle, wie beispielsweise Rapsöl, ersetzt werden. Ebenso sollen pflanzliche Proteine als Fettersatz dienen. Damit werden ernährungsphysiologisch verbesserte Cremefüllungen für Backwaren, Brotaufstriche und herzhafte Produkte wie etwa Soßen entwickelt.

Um den steigenden Ansprüchen an eine gesundheitsbewusste Ernährung gerecht zu werden, entwickelt und optimiert das Fraunhofer IVV Verfahren zur Reformulierung verarbeiteter Lebensmittel. Damit gelingt es, schmackhafte Produkte auch mit weniger Zucker, Salz oder Fett herzustellen oder mit Ballaststoffen oder pflanzlichen Proteinen anzureichern. Das Weglassen oder Hinzufügen von Lebensmittelbestandteilen hat jedoch immer Auswirkungen auf den Geschmack, die Haltbarkeit und die für die Wahrnehmung eines Produktes alles entscheidende Textur. »Ein besonderer Schwerpunkt unserer Entwicklungen liegt deshalb auf der Texturgebung im Lebensmittel«, erläutert Christian Zacherl, Leiter der neu gestarteten Projekte am Fraunhofer IVV. »Bei Rezepturänderungen oder neuen Produktentwicklungen kombinieren wir traditionelle Herstellungsverfahren mit innovativen Technologien und maßgeschneiderten funktionellen Food Ingredients, dabei spielen insbesondere pflanzliche Proteine eine entscheidende Rolle«, so Zacherl weiter.

Fett reduzieren mit pflanzlichen Proteinen

Der Ersatz von Fett durch pflanzliche Proteine soll bei Soßen und Cremefüllungen für Backwaren den Fettgehalt um 30 % reduzieren. Als Fettaustauschstoffe kommen Micellenproteine aus Lupine oder anderen Hülsenfrüchte in Frage. Die kugelartigen Micellenproteine haben fettähnliche Struktureigenschaften und ermöglichen zudem eine Erhöhung des Proteingehalts unter Reduktion der Gesamtenergiedichte. Gemeinsam mit einer neuen Ultrahochdruck-Technologie, die beim spanischen Projektpartner AZTI getestet wird, soll dieses Ziel erreicht werden. Dieser neue Prozess ist während der Herstellung oder am finalen Produkt zur Texturverbesserung sowie Haltbarkeitsverlängerung einsetzbar. Das Fraunhofer IVV wird die Funktionalität der Zutaten aus Pflanzenproteinen verbessern und an den Prozess anpassen. Eine Fettreduktion bringt oftmals eine begrenzte Haltbarkeit der Produkte mit sich. Durch die Herstellung mit dem neuen Hochdruckverfahren wird gleichzeitig eine mikrobiologische Stabilität erzeugt. Das Verfahren ermöglicht deshalb auch die Reduktion oder den Verzicht auf konservierende Zusatzstoffe.

Palmfett durch ungesättigte Fettsäuren ersetzen

Brotaufstriche werden häufig mit Palmfett hergestellt und enthalten deshalb einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren. Ernährungsphysiologisch zählen diese zu den ungesunden Fetten. Sie können Blutfette und LDL-Cholesterin erhöhen und sich negativ auf die Herz-Kreislaufgesundheit auswirken. Dadurch steigt das Risiko koronarer Herzerkrankungen. Das Fraunhofer IVV entwickelt deshalb Zutaten auf Basis von hochwertigen, mehrfach ungesättigten Ölen, die in der Lage sind, Palmfett komplett zu ersetzen. In Frage kommen dafür Raps oder Sonnenblume. Bevor sie als Fettaustauschstoff einsetzbar sind, muss allerdings ihre Funktionalität wie etwa das Schmelzverhalten oder die Viskosität, die das Mundgefühl maßgeblich beeinflussen, angepasst werden. Das Entwicklungsteam im Fraunhofer IVV setzt dabei auf die gezielte Kristallisation der Öle. Die Textur des Öls soll so verändert werden, dass es beispielsweise als Aufstrich geeignet ist. Auf diese Weise kann der Anteil an gesättigtem und weniger gesundem Fett deutlich reduziert werden. Der Gesamtfettgehalt ändert sich in diesen Produkten nicht. Sie weisen aber eine günstigere Zusammensetzung der Fettsäure auf. Mit dem Ersatz von Palmfett wird gleichzeitig die Nachhaltigkeit der Produkte verbessert, da Palmölplantagen aus ökologischer Sicht kritisch gesehen werden.

Projekte der Innovationsgemeinschaft EIT Food

Beide Projekte laufen im Rahmen von EIT Food, einem Bündnis für die Zukunft der Lebensmittel. Die Fraunhofer-Gesellschaft ist Partner dieser im Frühjahr 2017 gestarteten Wissens- und Innovationsgemeinschaft des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts (EIT). In diesem einzigartigen Zusammenschluss von 50 führenden Unternehmen, Universitäten und wissenschaftlichen Partnern trägt die Fraunhofer-Gesellschaft dazu bei, ein gesundes und nachhaltiges Lebensmittelsystem in Europa und darüber hinaus neu aufzubauen. Mit einem „Wissensdreieck“ aus Forschung, Bildung und Unternehmerschaft soll ein Wandel in der gesamten Lebensmittel-Wertschöpfungskette unter Einbezug der Konsumenten vorangebracht werden.

Quelle: Pressemitteilung vom 13.02.2019
Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV Kommunikation
Fraunhofer-Gesellschaft
https://idw-online.de/de/news710532
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Was Kinder im Sitzen tun, hat laut neuer Studie aus Australien großen Einfluss auf Fettleibigkeit

Beitrag von WernerSchell » 13.02.2019, 17:07

Fernsehen macht eher dick als Gaming
Was Kinder im Sitzen tun, hat laut neuer Studie aus Australien großen Einfluss auf Fettleibigkeit

Adelaide (pte004/13.02.2019/06:15) - Fernsehen hat einen größeren Einfluss auf Fettleibigkeit bei Kindern als Videospiele. Das besagt eine Studie der University of Southern Australia http://unisa.edu.au . Die Untersuchung beschäftigt sich vor allem mit dem Zusammenhang zwischen Sitzverhalten und Übergewicht. "Adipositas ist multifaktoriell bedingt. Es gibt eine genetische Veranlagung und ein ungünstiges Essverhalten; jedoch sind auch Sitzzeiten ein entscheidender Faktor für die Entstehung von Übergewicht und Adipositas", sagt Stefanie Gerlach, Vorstand der Deutschen Adipositas-Gesellschaft http://adipositas-gesellschaft.de , gegenüber pressetext.
... (weiter lesen unter) ... https://www.pressetext.com/news/20190213004
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Frühe Adipositas vervierfacht das Risiko für Pankreaskrebs

Beitrag von WernerSchell » 14.02.2019, 07:59

Ärzte Zeitung vom 14.02.2019:
Epidemiologie
Frühe Adipositas vervierfacht das Risiko für Pankreaskrebs

Je dicker jemand beim Übergang ins Erwachsenenalter ist, umso eher wird er später ein Pankreaskarzinom entwickeln. Jeder achte dieser Tumoren lässt sich auf Übergewicht zurückführen, so eine Studie. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=98 ... efpuryykqr
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Gesättigte Fettsäuren werden ersetzt

Beitrag von WernerSchell » 15.02.2019, 07:38

Ärzte Zeitung vom 15.02.2019:
Fraunhofer-Institut
Gesättigte Fettsäuren werden ersetzt

Das Fraunhofer-Institut strebt in zwei Projekten eine Reduktion der gesättigten Fettsäuren in Lebensmitteln von bis zu 30 Prozent an. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=98 ... efpuryykqr
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Ernährungskompetenz schafft Lebensqualität – vor allem auch im Alter“

Beitrag von WernerSchell » 26.02.2019, 13:49

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Klöckner: „Ernährungskompetenz schafft Lebensqualität – vor allem auch im Alter“
Vernetzungsstellen sollen Wissen vermitteln und beraten – Fachtagung der BAGSO bringt Multiplikatoren aus den Kommunen zusammen


Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, eröffnete heute gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), Franz Müntefering, die Auftaktveranstaltung der BAGSO zum Thema „Die Gesundheit älterer Menschen in Kommunen kreativ gestalten – genussvoll essen, Körper und Geist bewegen, Gemeinschaft und Freude erleben“.
Julia Klöckner: „Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und soziale Teilhabe – das sind wesentliche Bausteine für ein gutes und gesundes Leben, gerade auch im Alter. Und die spezifischen Bedürfnisse dieser Generation müssen wir im Blick haben: Im Jahr 2050 wird jeder Dritte in Deutschland über 60 Jahre alt sein. Gestartet habe ich daher meine Ernährungsinitiative für Seniorinnen und Senioren. Mit ihr verbessern wir die Ernährungskompetenz von älteren Menschen, arbeiten daran, dass in Einrichtungen und bei Essen auf Rädern die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung flächendeckend umgesetzt werden. Gemeinsam mit den Ländern richten wir dafür Vernetzungsstellen für Seniorenernährung ein, dieses Jahr noch nehmen die ersten ihre Tätigkeit auf. Um Wissensvermittlung und Beratung geht es.

Im Rahmen der Strategie ist das Projekt der BAGSO eine wichtige Säule – mein Ministerium fördert es mit 1,65 Millionen Euro. Gerade, da wir damit die Personen aus der Praxis erreichen, die – oftmals ehrenamtlich – ihren Beitrag in der Seniorenarbeit in den Gemeinden leisten. Mit eben diesen Multiplikatoren wollen wir den Informationsaustausch vorantreiben, wollen sie beraten und qualifizieren. Sie sind
Botschafter für gesunde Ernährung, tragen wichtiges Ernährungswissen in die Kommune.“
Franz Müntefering: „Den Verantwortlichen der Seniorenarbeit in Kommunen kommt bei der Gestaltung von Angeboten im Wohnumfeld der älteren Menschen eine besondere Verantwortung zu. Das BAGSO Im Alter IN FORM Projekt bietet dazu bundesweit fachliche Unterstützung. Diese Arbeit ist erfolgreich und wir setzen sie gern fort.“

Im Anschluss an die Veranstaltung besuchte die Bundesernährungsministerin zusammen mit Franz Müntefering eine kommunale Senioreneinrichtung in Bonn, um dort persönlich mit den Bewohnern und Bewohnerinnen ins Gespräch zu kommen.

Hintergrund:
Die Veranstaltung der BAGSO ist Teil des vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten Projektes „Im Alter IN FORM – Gesunde Ernährung, mehr Bewegung, aktive Teilnahme in Kommunen fördern“.
Auf der Fachtagung zeigen Expertinnen und Experten Zusammenhänge und Beispiele guter Praxis im Bereich der Gesundheitsförderung älterer Menschen auf. Am Ende der Veranstaltung stehen praktische und hilfreiche Empfehlungen und Schlussfolgerungen für die Verbesserung der Verpflegungssituation von Seniorinnen und Senioren durch sinnvolle Strategien und Synergien auf kommunaler Ebene. Zu den interessierten Zuhörern gehörten Verantwortliche und Akteure in der Seniorenarbeit, Haupt- und ehrenamtliche Akteure der Kommunalpolitik, zuständige Fachkräfte für Gesundheit der Kommunalverwaltung und Verantwortliche und Akteure der Zivilgesellschaft aus dem gesamten Bundesgebiet

Quelle: Pressemitteilung vom 26.02.2019
Pressekontakt:
Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO)
Barbara Stupp
Telefon: 0228 / 24 99 93 12
E-Mail: stupp@bagso.de
Zur BAGSO
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen vertritt über ihre 119
Mitgliedsorganisationen viele Millionen ältere Menschen in Deutschland. Mit ihren
Publikationen und Veranstaltungen – dazu gehören auch die alle drei Jahre stattfindenden Deutschen Seniorentage – wirbt die BAGSO für ein möglichst
gesundes, aktives und engagiertes Älterwerden
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Lebensjahre in Gesundheit – was leistet die Ernährung?

Beitrag von WernerSchell » 19.03.2019, 17:36

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Lebensjahre in Gesundheit – was leistet die Ernährung?

56. DGE-Kongress vom 19. bis 21. März 2019 an der Justus-Liebig-Universität Gießen –
Prävention altersbedingter Erkrankungen rückt stärker in den Fokus der Wissenschaft


In einer immer älter werdenden Gesellschaft gewinnen altersabhängige Erkrankungen zunehmend an Bedeutung. Mit welchen Strategien man ihnen begegnen und vorbeugen kann, diskutieren Ernährungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, Ökotrophologinnen und Ökotrophologen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler angrenzender Fachgebiete vom 19. bis 21. März 2019 auf dem 56. Wissenschaftlichen DGE-Kongress an der Justus-Liebig-Universität in Gießen (JLU).

An der JLU blickt man auf eine lange Tradition der Ernährungswissenschaften zurück. Während es in den Zeiten von Liebigs Fleischextrakt und auch zur Zeit der Gründung des ersten Instituts für Ernährungswissenschaften vor rund 60 Jahren vor allem darum ging, Mangelkrankheiten vorzubeugen, stehen heute eher die Fehlernährung im Nahrungsüberfluss und ihre Folgen im Fokus. „In einer Gesellschaft, die dem demographischen Wandel unterworfenen ist, rückt die Prävention altersbedingter Erkrankungen immer stärker in den Fokus der Wissenschaft. Hierbei kann die richtige Ernährung einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie altersbedingte Veränderungen positiv beeinflusst“, sagt Prof. Gunter Eckert, Institut für Ernährungswissenschaft (IfE) der JLU. Gemeinsam mit Prof. Dr. Uwe Wenzel, ebenfalls IfE, hat er die wissenschaftliche Leitung des Kongresses inne.

Über 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer informieren sich an den zweieinhalb Veranstaltungstagen über aktuelle Forschungsergebnisse u. a. zur Analytik und biologischen Wirkung verschiedener Lebensmittelinhaltsstoffe und Lebensmittel, zur Ernährung spezifischer Bevölkerungsgruppen, zur Ernährungsbildung, Gesundheitsförderung und zum Ernährungsverhalten sowie zu Herausforderungen in der Gemeinschaftsverpflegung.

Insbesondere die Vortragsreihe „Ernährung und chronische Krankheiten“ sowie die Postersession „Chemoprävention“ vertiefen das Kongressthema. In den Minisymposien geht es beispielsweise um den Einfluss Sozialer Medien auf unsere Ernährung, die Vermeidung von Mangelernährung in der Gemeinschaftsverpflegung, die Chronobiologie der Nahrungsaufnahme und Mahlzeitenmuster mit Bezug zu metabolischen Erkrankungen sowie funktionelle Lebensmittel. Die drei Plenarvorträge greifen das Leitthema „Lebensjahre in Gesundheit – Was leistet die Ernährung?“ am Beispiel von Alzheimer-Krankheit, Parkinson und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf.

Energiestoffwechsel des Gehirns im Alter – Können Ketone das Fortschreiten von Alzheimer verlangsamen?

Prof. Dr. Stephen Cunnane, Universität Sherbrooke, Kanada, spricht über den Keton- und Hirnenergiestoffwechsel während des Alterns und Auswirkungen auf die Alzheimer-Krankheit. Ein chronisches Energiedefizit des Gehirns ist ein wichtiges Präsymptom dieser Krankheit, dem bei der Entwicklung von Medikamenten gegen Alzheimer und andere neurodegenerative Erkrankungen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Um das Energiedefizit des Gehirns zu überwinden, sind derzeit Ketone als Nahrungsergänzungsmittel das vielversprechendste Mittel, fasst Cunnane den aktuellen Forschungsstand zusammen.

Hypothese Hormesis – warum ist das für Biogerontologen ein Thema?

Inwieweit geringe Dosen schädlicher oder giftiger Substanzen positive Wirkungen auf Organismen haben können, betrachtet Prof. Dr. Vittorio Calabrese von der Universität Catania, Italien. Die Hormesis beinhaltet die Anpassungsfähigkeit, endogene und umweltbedingte Einwirkungen durch toxische Substanzen zu neutralisieren und damit das Überleben zu steigern. Lebensmittelinhaltsstoffe wie Polyphenole wirken ebenfalls über hormetische Prozesse auf den Körper ein. Anhand hormetischer Ansätze stellt Calabrese Perspektiven und Möglichkeiten zur Einflussnahme auf die Qualität des Alterungsprozesses und die Lebensdauer sowie die Behandlung der Parkinson-Krankheit und anderer neurodegenerativer Krankheiten wie Demenzen vor.

Wie lassen sich kardiovaskuläre Alterserkrankungen vorbeugen?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland, und ihre Entstehung kann durch Faktoren wie Lebensstil einschließlich Ernährung beeinflusst werden. Einen kritischen Blick auf Ernährungsstrategien zur Prävention kardiovaskulärer Alterserkrankungen wirft daher Prof. Dr. Andreas Simm von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie weist darauf hin, dass eine ausgewogene Ernährung, wie sie beispielsweise in einer mediterranen Ernährungsweise umgesetzt wird, zur Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen empfohlen werden kann. Studien zu Nahrungsergänzungsmitteln lassen hingegen momentan keinen Nutzen erkennen. Grundsätzlich können Ernährungsempfehlungen nur dann erfolgreich umgesetzt werden, wenn neben der medizinischen auch die soziale Bedeutung der Ernährung beachtet wird, betont Simm.

Kontakt
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Silke Restemeyer
Telefon: 0228 3776-640
E-Mail: restemeyer@dge.de
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Referat Öffentlichkeitsarbeit
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https://www.dge.de/presse/kontakt/

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Die 1607 gegründete Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist eine traditionsreiche Forschungsuniversität, die rund 28.000 Studierende anzieht. Neben einem breiten Lehrangebot – von den klassischen Naturwissenschaften über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften bis hin zu Sprach- und Kulturwissenschaften – bietet sie ein lebenswissenschaftliches Fächerspektrum, das nicht nur in Hessen einmalig ist: Human- und Veterinärmedizin, Agrar-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften sowie Lebensmittelchemie. Unter den großen Persönlichkeiten, die an der JLU geforscht und gelehrt haben, befindet sich eine Reihe von Nobelpreisträgern, unter anderem Wilhelm Conrad Röntgen (Nobelpreis für Physik 1901) und Wangari Maathai (Friedensnobelpreis 2004). Seit dem Jahr 2006 wird die Forschung an der JLU kontinuierlich in der Exzellenzinitiative bzw. der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Gunter P. Eckert
Institut für Ernährungswissenschaft der JLU
Wilhelmstraße 20
35392 Gießen
Telefon: 0641 99-39048
E-Mail: eckert@uni-giessen.de

Weitere Informationen:
http://www.dge.de/wk56
http://www.dge.de
http://www.uni-giessen.de/fbz/fb09

Quelle: Pressemitteilung vom 19.03.2019
Charlotte Brückner-Ihl Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Justus-Liebig-Universität Gießen
https://idw-online.de/de/news712386
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Klöckner will mehr Gesundes auf die Kinderteller legen lassen ...

Beitrag von WernerSchell » 20.03.2019, 07:25

Klöckner will mehr Gesundes auf die Kinderteller legen lassen ...

Als unsere Kinder noch klein waren, sind wir als Familie gerne in Restaurants gegangen, die noch vor der Speisekarte Papier und Buntstifte für die Kleinen brachten und deren Kellner geübt darin waren, mit rennenden Gästen nicht zu kollidieren. Was dann als Kindermenü angeboten wurde, war meistens bescheiden: viel Fett, viele Kalorien, wenige Nährstoffe. Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) möchte das ändern und mehr Gesundes auf die Kinderteller legen lassen. Welche Chancen sie dafür bei Gastronomen und Kindern hat, haben Merlin Bartel und Lea Hensen ausgelotet. >>> https://rdir.inxmail.com/rponline/d?o0b ... deswestens

Quelle: Mitteilung der Redaktuerin Eva Quadbeck, Rheinischen Post, vom 20.03.2019
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Neue Nährwertkennzeichnung der Industrie ist irreführend

Beitrag von WernerSchell » 11.04.2019, 17:53

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Neue Nährwertkennzeichnung der Industrie ist irreführend - foodwatch fordert: Julia Klöckner muss Kennzeichnungs-Wirrwarr beenden und sich für die Einführung des Nutri-Scores in Deutschland stark machen

Berlin, 11. April 2019. Die Verbraucherorganisation foodwatch hat den Vorschlag der Lebensmittelbranche für eine neue Nährwertkennzeichnung scharf kritisiert. Das am Donnerstag vom Lobbyverband der Lebensmittelwirtschaft vorgestellte Modell sei irreführend und für die Verbraucherinnen und Verbraucher erwiesenermaßen deutlich weniger verständlich als eine Kennzeichnung in Ampelfarben. Die Lösung für eine verbraucherfreundliche Nähwertkennzeichnung liege mit der Nutri-Score-Ampel längst auf dem Tisch. foodwatch forderte Ernährungsministerin Julia Klöckner auf, sich wie ihre Kollegen in Frankreich, Belgien und Spanien endlich für die Kennzeichnung mit dem Nutri-Score stark zu machen.

"Die neue Nährwertkennzeichnung der Industrie ist ein dreister Versuch, eine verbraucherfreundliche Kennzeichnung zu verhindern. Anstatt im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher ein existierendes, von mehreren europäischen Regierungen und der Wissenschaft getragenes Modell wie den Nutri-Score zu unterstützen, versucht die deutsche Lebensmittelindustrie mit einem eigenen Modell Verwirrung zu stiften", sagte Luise Molling von foodwatch. Im Gegensatz dazu hätten sich die französische und seit letzter Woche auch die belgische Lebensmittelwirtschaft klar für den Nutri-Score entschieden.

Das Industrie-Modell sieht fünf Kreise auf der Vorderseite der Verpackung vor, die jeweils die im Lebensmittel enthaltene Kalorienanzahl und die Menge an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz visualisieren sollen. In Form eines Tortendiagramms wird dargestellt, wie viel Prozent der empfohlenen maximalen täglichen Zufuhr dieser Nährstoffe der Verzehr von 100 Gramm beziehungsweise 100 Milliliter des Lebensmittels ausmachen.

foodwatch kritisierte insbesondere folgende Punkte am Vorschlag der Industrie:

- Das Modell ist weniger verständlich als die Lebensmittel-Ampel: Wissenschaftliche Studien belegen, dass eine Kennzeichnung in Ampelfarben die verständlichste Form der Nährwertkennzeichnung ist. Sie kann dazu beitragen, dass Menschen gesünder einkaufen. Eine einfarbige Kennzeichnung hat dagegen praktisch keinen Einfluss auf das Einkaufsverhalten. Das belegt eine groß angelegte Studie der französischen Regierung, die verschiedene Kennzeichnungsmodelle unter realen Einkaufsbedingungen miteinander verglich.

- Zu hoher Referenzwert für Zucker: Die Industriekennzeichnung suggeriert, man müsse täglich eine bestimmte Menge an ungünstigen Nährstoffen konsumieren. Für Zucker etwa liegt der unter Lobbyeinfluss festgelegte Referenzwert bei 90 Gramm pro Tag. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt dagegen, dass eine erwachsene Frau täglich nicht mehr als 50 Gramm, besser noch maximal 25 Gramm an freien Zuckern zu sich nehmen sollte.

Ärzteverbände, Krankenkassen und Verbraucherorganisationen fordern schon seit langem verbindliche Maßnahmen gegen Fehlernährung und Übergewicht, etwa eine verständliche Nährwertkennzeichnung in Ampelfarben oder eine Steuer auf gesüßte Getränke. In Ermangelung einer verbindlichen europäischen Regelung haben mehrere Länder Ampelkennzeichnungen auf freiwilliger Basis eingeführt. Das von französischen Wissenschaftlern entwickelte Modell Nutri-Score findet dabei gegenwärtig immer mehr Unterstützer: Es wurde bereits in Frankreich und Belgien eingeführt, auch Spanien hat seine Einführung angekündigt. Das Modell wurde von unabhängigen Wissenschaftlern entwickelt und nimmt eine Gesamtbewertung des Nährwertprofils eines Produktes vor, indem günstige und ungünstige Nährwertbestandteile mit Punkten bewertet und dann miteinander verrechnet werden. Lebensmittel wie Tiefkühlpizzen, Frühstücksflocken oder Fruchtjoghurts lassen sich mit dem Nutri-Score auf einen Blick vergleichen.

Union und SPD haben im Koalitionsvertrag vereinbart, bis zum Sommer ein eigenes Modell zur Nährwertkennzeichnung zu erarbeiten, das "gegebenenfalls vereinfacht visualisiert wird“. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner hatte sich bisher gegen das Konzept einer Lebensmittelampel gestellt.


Quellen und weiterführende Informationen:
- Presseerklärung des Bunds für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde zum Industrie-Kennzeichnungsmodell: t1p.de/3b9n
- Fragen und Antworten zum Nutri-Score von foodwatch: t1p.de/iu44
- Ergebnisse einer internationalen Vergleichsstudie zur Nährwertkennzeichnung (auf Englisch): www.mdpi.com/2072-6643/10/10/1542/htm
- Ergebnisse des großen Kennzeichnungs-Vergleichstest der französischen Regierung (auf Englisch): solidarites-sante.gouv.fr/IMG/pdf/rapport_etiquetage_nutritionnel_version_anglaise.pdf

Quelle: Pressemitteilung vom 11.04.2019
Pressekontakt:
foodwatch e.V.
Sarah Häuser
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 - 2 90
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WernerSchell
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Chaos bei der Lebensmittelkennzeichnung

Beitrag von WernerSchell » 18.04.2019, 06:13

Ärzte Zeitung vom 18.04.2019:
Ampel, Nutri-Score, Klöckner-System
Chaos bei der Lebensmittelkennzeichnung

Ein Lebensmittelunternehmen macht freiwillige Nährwertangaben. Das geht nicht, urteilt das Landgericht Hamburg – aus Wettbewerbsgründen. Ärzteverbände sehen Ernährungsministerin Klöckner am Zug. ... > http://ods-mailing.springer-sbm.com/d-r ... &tags=test
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Weder Ampel oder Nutri-Score - Der dritte Weg bei der Lebensmittelkennzeichnung?

Beitrag von WernerSchell » 25.04.2019, 05:49

Ärzte Zeitung vom 25.04.2019:
Weder Ampel oder Nutri-Score
Der dritte Weg bei der Lebensmittelkennzeichnung?

Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde präsentiert Ernährungsministerin Klöckner ein in der Branche weitgehend konsentiertes Kennzeichnungssystem. ... > http://ods-mailing.springer-sbm.com/d-r ... &tags=test
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Julia Klöckner verheimlicht Studie zur Nährwertkennzeichnung

Beitrag von WernerSchell » 29.04.2019, 10:05

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Interne E-Mails zeigen: Julia Klöckner verheimlicht Studie zur Nährwertkennzeichnung

- Studie des staatlichen Max-Rubner-Instituts bewertet Nutri-Score-Ampel offenbar positiv
- Bundesernährungsministerium weigert sich, Original-Studie herauszugeben
- Ministerium beantwortet Informationsfreiheitsgesetz-Antrag von foodwatch unvollständig


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Quelle: https://www.foodwatch.org/de/informiere ... entlichen/

Berlin, 29. April 2019. Ernährungsministerin Julia Klöckner hält eine wissenschaftliche Studie zurück, die offenbar der Lebensmittelampel "Nutri-Score" ein positives Zeugnis ausstellt. Das geht aus internen E-Mails aus dem Bundesernährungsministerium hervor, die die Verbraucherorganisation foodwatch am Montag veröffentlicht hat. Frau Klöckner hatte kürzlich eine in ihrem Ministerium redaktionell bearbeitete Einschätzung des staatlichen Max-Rubner-Instituts zur Nährwertkennzeichnung bei Lebensmitteln vorgestellt - die zugrundeliegende Original-Studie mit der rein wissenschaftlichen Bewertung der Experten wurde jedoch nie veröffentlicht, wie foodwatch kritisierte. Auch auf mehrfache Nachfrage hin wollte das Klöckner-Ministerium diese nicht herausgeben.

Die E-Mails aus dem Bundesernährungsministerium belegen, dass das Max-Rubner-Institut bereits im Herbst 2018 einen Bericht vorgelegt hatte. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass die Nutri-Score-Ampel nach französischem Vorbild "grundsätzlich vorteilhaft für eine ‚Front of Pack‘-Nährwertkennzeichnung" sei - so lautete die klare Einschätzung aus dem Bundesernährungsministerium zu den Forschungsergebnissen. In einem internen Vermerk hieß es allerdings, Ministerin Klöckner habe "ausdrücklich darum gebeten, (…) größte Vertraulichkeit sicherzustellen". Die "Prüfung der MRI-Studie" bedürfe noch "der Abstimmung mit anderen Referaten". Ein halbes Jahr später veröffentlichte das Bundesernährungsministerium dann eine offenbar überarbeitete Fassung der Studie. Bei der Vorstellung Anfang April bewertete Frau Klöckner den Nutri-Score zurückhaltend und betonte, man wolle mit Befragungen und weiteren Untersuchungen ein eigenes Modell zur Nährwertkennzeichnung entwickeln. foodwatch forderte unter Bezugnahme auf das Informationsfreiheitsgesetz die Bundesernährungsministerin auf, die Original-Studienergebnisse des Max-Rubner-Instituts umgehend herauszugeben. Unter www.aktion-ampelstudie.foodwatch.de startete die Verbraucherorganisation eine Online-Protestaktion, über die Bürgerinnen und Bürger sich der Forderung anschließen können.

"Politik auf der Basis von Wissenschaft und Fakten, wie von Frau Klöckner immer wieder betont, braucht keine Geheimhaltung von wissenschaftlichen Studien. Über das Informationsfreiheitsgesetz haben Bürgerinnen und Bürger einen Anspruch auf Informationen von Behörden und Ministerien. Es ist inakzeptabel, dass Frau Klöckner eine von Steuerzahlern bezahlte Studie des staatlichen Max-Rubner-Instituts einfach als 'vertraulich' einstuft und die Veröffentlichung verweigert - und stattdessen nur eine überarbeitete Version herausgibt", sagte Luise Molling von foodwatch.

foodwatch hatte die internen E-Mails aus dem Bundesernährungsministerium (BMEL) aufgrund eines Antrags gemäß Informationsfreiheitsgesetz (IFG) erhalten. In den Schreiben wird unter anderem Bezug genommen auf eine Studie, die das BMEL beim Max-Rubner-Institut in Auftrag gegeben hatte, um verschiedene Systeme zur Kennzeichnung von Zucker, Fett, Salz und anderen Nährwerten zu untersuchen. "Die vorläufigen Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Studie liegen dem BMEL seit kurzem vor und werden derzeit in der zuständigen Fachabteilung ausgewertet. Es [das MRI] kommt in seinem Bericht zu dem Ergebnis, dass der Nutri-Score als [sic!] grundsätzlich vorteilhaft für eine ‚Front of Pack‘-Nähwertkennzeichnung ist", heißt es in einer Mail vom 10. Oktober 2018. Das Max-Rubner-Institut habe die Ampel "lediglich wissenschaftlich bewertet" und sich einer politischen Einschätzung enthalten, heißt es weiter. Ein interner Vermerk stellt klar: "Frau Bundesministerin hat (…) ausdrücklich darum gebeten, zu den vorbereitenden Arbeiten des MRI größte Vertraulichkeit sicherzustellen." Und weiter: "Die Prüfung der MRI-Studie in der Fachabteilung bedarf der Abstimmung mit anderen Referaten und wird daher noch Zeit benötigen."

Diese ursprüngliche Studie des Max-Rubner-Instituts zur Nährwertkennzeichnung wurde bis heute nicht veröffentlicht und wurde foodwatch auch nicht im Rahmen des IFG-Antrages übermittelt. Als foodwatch nachfragte, verwies das Ministerium lediglich auf die von Frau Klöckner im April 2019 vorgestellte Fassung des Berichts. Eine weitere Nachfrage blieb vom Ministerium unbeantwortet.

Link:
- E-Mail-Aktion von foodwatch: www.aktion-ampelstudie.foodwatch.de

Quellen und weiterführende Informationen:
- Interne E-Mails aus dem Bundesernährungsministerium: t1p.de/d8h5 > http://mailings.foodwatch.de/c/34809396 ... f0f-pqpqrf
- E-Mail-Verkehr zwischen BMEL und foodwatch: t1p.de/ocn4 > http://mailings.foodwatch.de/c/34809397 ... f0f-pqpqrf
- Fragen und Antworten zum Nutri-Score: > www.foodwatch.org/de/informieren/ampelk ... tri-score/
- Bundesernährungsministerium zum Nutri-Score: t1p.de/hgly > http://mailings.foodwatch.de/c/34809399 ... f0f-pqpqrf

Quelle: Pressemitteilung vom 29.04.2019
Pressekontakt:
Andreas Winkler
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 290
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Gehärtete Öle und Fette - WHO: Bis 2023 gesündere Lebensmittel

Beitrag von WernerSchell » 09.05.2019, 06:26

Ärzte Zeitung online, 08.05.2019
Gehärtete Öle und Fette
WHO: Bis 2023 gesündere Lebensmittel

Die WHO sagt industriell gefertigten Transfetten den Kampf an. Die Industrie will reformulieren.
BRÜSSEL/GENF. Der globale Kampf gegen industriell gefertigte Transfette wie gehärtete pflanzliche Öle und Fette verschärft sich. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun bekannt gab, hat sich die International Food and Beverage Alliance (IFBA) dazu verpflichtet, bis 2023 die betreffenden Transfette zu eliminieren. Ganz aus den Lebensmitteln werden sie allerdings nicht verschwinden.
Ab 2023 sollen Lebensmittel nicht mehr als zwei Gramm industriell gefertigter Transfette je 100 Gramm Fett oder Öl enthalten –... (wleiter lesen unter) ... http://ods-mailing.springer-sbm.com/d-r ... &tags=test
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