Unabhängige Patientenberatung mit neuer Struktur

Rechtsbeziehung Patient – Therapeut / Krankenhaus / Pflegeeinrichtung, Patientenselbstbestimmung, Heilkunde (z.B. Sterbehilfe usw.), Patienten-Datenschutz (Schweigepflicht), Krankendokumentation, Haftung (z.B. bei Pflichtwidrigkeiten), Betreuungs- und Unterbringungsrecht

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Experten für Reform der Patientenberatung

Beitrag von WernerSchell » 24.02.2016, 17:38

Experten für Reform der Patientenberatung
Gesundheit/Anhörung

Berlin: (hib/PK) Gesundheitsexperten sehen Konstruktionsfehler in der Struktur und Finanzierung der Unabhängigen Patientenberatung (UPD) und fordern Änderungen. Anlässlich einer öffentlichen Anhörung des Gesundheitsausschusses am Mittwoch über einen Antrag der Linksfraktion (18/7042 http://dip.bundestag.de/btd/18/070/1807042.pdf ) sprachen sich Sachverständige auch in ihren schriftlichen Stellungnahmen dafür aus, eine Finanzierung aus Steuermitteln zu prüfen. Bisher wird die UPD vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gefördert sowie anteilig durch die Private Krankenversicherung (PKV). Die Experten plädieren auch für mehr Transparenz bei der Vergabe des Beratungsauftrags.
Der GKV-Spitzenverband hatte sich im vergangenen Jahr im Einvernehmen mit dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung nach einer europaweiten Ausschreibung gegen die bisherige UPD-Bietergemeinschaft aus Sozialverband VdK, Verbraucherzentrale Bundesverband und Verbund unabhängige Patientenberatung (VuP) und für das Angebot von Sanvartis GmbH entschieden. Das hatte heftigen Widerspruch ausgelöst, weil das Duisburger Callcenter-Unternehmen Sanvartis auch für Krankenkassen und Pharmafirmen aktiv ist und dessen Unabhängigkeit angezweifelt wird.
Der Sachverständige Raimund Geene, der auch im wissenschaftlichen Beirat der UPD aktiv ist, schilderte in der Anhörung sein "Entsetzen", als er von der Auftragsvergabe an Sanvartis erfahren habe. Die Vergabe der UPD an einen gewerblichen Anbieter sei aus seiner Sicht eigentlich ausgeschlossen gewesen. Das Angebot der Firma habe etliche "Luftnummern" enthalten, fehlende Regionalität und Hinweise auf Gewinnentnahmen. Hinzu kämen einige eklatante Schreibfehler in dem Angebotstext. "Ich kam mir vor wie im falschen Film", sagte Geene und sprach in Anwesenheit des Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), von "offensichtlichen Ungereimtheiten" und einem "schwer hinnehmbaren Zustand".
Der Sachverständige Stefan Etgeton erklärte, die Vergabeverantwortung des GKV-Spitzenverbandes für eine zur Neutralität verpflichtete Einrichtung wie die UPD sei "wenig sachgemäß". Ein solcher "struktureller Mangel" hätte spätestens mit der Überführung der UPD in ein Regelangebot bereinigt werden müssen. Problematisch sei auch, die UPD aus der "zivilgesellschaftlichen Einbettung" zu holen und mit der Ausschreibung in ein gewöhnliches Geschäftsmodell zu überführen. Es wäre sinnvoll, den Kreis der Anbieter auf Institutionen zu beschränken, die eine Interessenbindung glaubwürdig darstellten. So finde eine "Verortung der UPD im Sinne der Vertrautheit mit lokalen Strukturen praktisch nicht mehr statt". Was die Finanzierung angeht, kämen Mittel aus dem Steuerzuschuss an den Gesundheitsfonds in Betracht.
Auch die PKV befürwortet eine Finanzierung aus Steuer- statt Versicherungsgeldern. Die unabhängige Beratung der Verbraucher sei eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Eine Steuerfinanzierung der UPD sei somit sachlich geboten. Die Bedenken gegenüber dem neuen UPD-Träger teilt die PKV aber nicht.
Der Sachverständige Sebastian Schmidt-Kaehler sieht ebenfalls ein Konstruktionsdefizit mit Blick auf den GKV-Spitzenverband. So ließen sich "strukturell angelegte Berührungspunkte zwischen Fördermittelgeber und der geförderten Einrichtung beschreiben, die das Risiko einer mittelbaren Einflussnahme bergen". Die GKV sei immerhin "selbst Akteur und Interessenträger im System der gesundheitlichen Versorgung". Konflikte mit der Krankenkasse seien in der Vergangenheit ein Schwerpunkt in der Beratungsarbeit der UPD gewesen. Die Berater hätten sich nicht selten rechtfertigen müssen, der GKV-Spitzenverband habe unter dem Verdacht der Einflussnahme gestanden.
Mit der Neuvergabe des Auftrags ist nach Ansicht der Bundesarbeitsgemeinschaft der Patientinnenstellen (BAGP) ein "Systemversagen" deutlich geworden. Statt an den erfahrenen und qualifizierten Mitarbeitern der bisherigen UPD festzuhalten, habe es ohne zwingenden Grund eine intransparente europaweite Ausschreibung gegeben. Der GKV-Spitzenverband sei als Ausschreiber jedoch ungeeignet, "weil er gleichzeitig Player im Gesundheitswesen ist und immer wieder auch kritische Rückmeldungen durch die UPD erhalten hatte". Die Geschäfte des neuen Gesellschafters der UPD mit der GKV und Pharmafirmen bewirkten eine nicht zu unterschätzende Abhängigkeit. Nach Ansicht der BAGP muss klargestellt werden, dass ein Privatunternehmen mit Gewinninteressen nicht Betreiber der UPD sein kann. Zudem sei über den Gesundheitsfonds eine Finanzierung aus Steuergeldern anzustreben.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe forderte, die UPD müsse als qualitativ hochwertiges Angebot aufgebaut werden, dem die Patienten vertrauten. Das bisherige Angebot sei unzureichend. Die Versicherten hätten zwar formal Anspruch auf eine unabhängige Patientenberatung, in den meisten Fällen sei das aber kaum einlösbar. Der Verband kritisierte zudem, die Rolle der Selbsthilfe als Einrichtung der unabhängigen Patientenberatung werde seit Jahren systematisch ausgeblendet.
Der Jurist Robert Francke von der Universität Bremen sieht keinen Grund für eine Reform. Das Gesetz schaffe mit Paragraf 65b SGB V einen "sachgerechten Rahmen, der mit der beschriebenen Organisationsstruktur zweckmäßig ausgefüllt wird". Es gebe keinen Anlass, die Organisationsstruktur zu ändern. Auch die Entscheidungen des GKV-Spitzenverbandes gäben dazu keinen Anlass.
Der GKV-Spitzenverband legte Wert auf die Feststellung, dass der neue Betreiber der UPD den Zuschlag ausschließlich unter fachlichen Gesichtspunkten für das beste Angebot erhalten habe. Das Vergabeverfahren sei auch bei einer Nachprüfung bestätigt worden. Im Übrigen handele es sich bei der UPD um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, "die grundsätzlich aus Steuermitteln zu finanzieren wäre".
Die Fraktion Die Linke fordert in ihrem Antrag eine dauerhafte Finanzierung der unabhängigen Patientenberatung und eine Abkehr von dem Verfahren, alle sieben Jahre die Fördersumme neu zu vergeben. Die Patientenberatung sollte zudem nicht aus Versicherten-, sondern auch Steuergeldern finanziert werden. Der Beirat müsse zu einem unabhängigen Gremium von Wissenschaftlern umgestaltet werden. Mit der Beratung sollten Organisationen beauftragt werden, die mit institutioneller Patientenberatung befasst seien. Die Linke fordert außerdem, ein neues Amt des Patientenbeauftragten des Bundestages einzurichten und dafür die Funktion des Patientenbeauftragten der Bundesregierung abzuschaffen.
Seit 2006 hatte die gemeinnützige Gesellschaft UPD an 21 regionalen Stationen in Deutschland den kostenlosen Beratungsservice angeboten. Die Nachfrage war so groß, dass die UPD an ihre Kapazitätsgrenzen stieß und die Regierung eine Ausweitung der Leistung beschloss. Die Förderphase wurde von fünf auf sieben Jahre verlängert, die Fördermittel von 5,2 auf neun Millionen Euro jährlich erhöht. Die neue Förderphase begann Anfang 2016. Fachleute der UPD beraten Bürger in rechtlichen, medizinischen und psychosozialen Gesundheitsfragen. Thematische Schwerpunkte sind unter anderem Patientenrechte, Behandlungsfehler, psychische Erkrankungen und Leistungen von Kostenträgern.

Quelle: Mitteilung vom 24.02.2016
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Patientenberatung: Eine Neuorganisation wäre sinnvoll

Beitrag von WernerSchell » 26.02.2016, 07:24

Ärzte Zeitung vom 26.02.2016:
Patientenberatung: Eine Neuorganisation wäre sinnvoll
Die Neuvergabe der Unabhängigen Patientenberatung an Sanvartis hat viele Gemüter erhitzt.
Das eigentliche Kuriose: die Krankenkassen finanzieren eine Einrichtung,
deren Arbeitsschwerpunkt Konflikte mit Krankenkassen sind.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=905 ... sen&n=4822
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Wie gut und unabhängig ist die neue Patientenberatung?

Beitrag von WernerSchell » 11.05.2016, 08:05

Wie gut und unabhängig ist die neue Patientenberatung?
Seit Anfang des Jahres wird die Unabhängige Patientenberatung von einem privaten Anbieter betrieben.Eine erste Zwischenbilanz.
Quelle: WDR.de
http://www1.wdr.de/verbraucher/gesundhe ... z-100.html
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Patientenberatung: 15 Beschwerden seit dem Neustart

Beitrag von WernerSchell » 05.09.2016, 06:26

Ärzte Zeitung vom 05.09.2016:
Patientenberatung: 15 Beschwerden seit dem Neustart
Seit Jahresbeginn läuft die Unabhängige Patientenberatung unter einem neuen Betreiber. Nun zieht die Regierung eine erste Bilanz -
allerdings sehr verhalten. mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=918 ... aft&n=5204
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Ärzte erläutern Medikationspläne zu wenig

Beitrag von WernerSchell » 29.01.2017, 17:20

Ärzte erläutern Medikationspläne zu wenig.
Patienten sollten nachfragen und mitreden!
Fazit muss sein: "Weniger ist oft mehr".

>>> viewtopic.php?f=4&t=21188
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Regierungslob für neue Patientenberatung

Beitrag von WernerSchell » 09.05.2017, 11:55

Regierungslob für neue Patientenberatung
Gesundheit/Antwort

Berlin: (hib/PK) Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) hat sich nach Darstellung der Bundesregierung mit dem neuen Träger Sanvartis ausgesprochen positiv entwickelt. Die Zahl der Beratungen sei in den ersten 16 Monaten gesteigert worden. Zugleich sei die angestrebte Erreichbarkeit von 90 Prozent erzielt worden, heißt es in der Antwort (18/12182 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/121/1812182.pdf ) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (18/11940 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/119/1811940.pdf ) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.
Seit Januar 2016 betreibt eine Tochtergesellschaft der Callcenter-Firma Sanvartis GmbH die UPD. Zuvor wurde der Auftrag von einer Bietergemeinschaft aus Sozialverband VdK, Verbraucherzentrale Bundesverband und Verbund unabhängige Patientenberatung (VuP) wahrgenommen. Der GKV-Spitzenverband hatte sich 2015 im Einvernehmen mit dem Patientenbeauftragten für die Neuvergabe entschieden. Zugleich wurde die Förderphase von fünf auf sieben Jahre verlängert. Die Fördermittel wurden von 5,2 auf neun Millionen Euro jährlich erhöht.
Die Neuvergabe war heftig umstritten, auch weil die Neutralität der Beratung bezweifelt wurde. Die Bundesregierung versicherte nun in ihrer Antwort, die UPD gewährleiste "die unverzichtbare Einhaltung von Neutralität und Unabhängigkeit. Dies werde seit dem 1. September 2016 durch eine Auditorin kontrolliert. Sie habe bislang keine Verstöße festgestellt. Die Beratungsleistungen würden im Übrigen weiterhin überprüft.
Die Beratungen der UPD bezogen sich den Angaben zufolge in den weitaus meisten Fällen (72,5 Prozent) auf rechtliche Fragen. Hinzu kamen medizinische und psychosoziale (17,4 Prozent) sowie allgemeine Anfragen (6,2 Prozent).
Die UPD hatte zum 1. Oktober 2016 etwa 90 Mitarbeiter, die zu rund zwei Dritteln in Vollzeit beschäftigt waren. Der Evaluation zufolge verfügten die UPD-Mitarbeiter im Durchschnitt über mehrjährige Beratungserfahrung. Der Anteil der Akademiker lag bei rund 40 Prozent.
2016 waren nach Erkenntnissen der Bundesregierung 30 Prozent der Ratsuchenden älter als 65 Jahre. Die Beratungen fanden zu rund 90 Prozent telefonisch statt, nur zu rund vier Prozent über das online-Portal oder per E-Mail. Beratungen werden inzwischen auch in russischer, türkischer und arabischer Sprache angeboten.

Quelle: Mitteilung vom 09.05.2017
Deutscher Bundestag
Parlamentsnachrichten, PuK 2
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Kritik an neuer Patientenberatung

Beitrag von WernerSchell » 15.08.2017, 08:07

Kritik an Unabhängiger Patientenberatung: Höhere Kosten, geringere Qualität
Seit Anfang 2016 wird die Unabhängige Patientenberatung von einer Privatfirma organisiert. Aus Sicht der Linkspartei hat sich dadurch für Ratsuchende vieles verschlechtert.
Quelle: Tagesspiegel
http://www.tagesspiegel.de/politik/krit ... 86752.html
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Patientenberatung entwickelt sich positiv

Beitrag von WernerSchell » 17.08.2017, 07:47

Patientenberatung entwickelt sich positiv
Gesundheit/Antwort

Berlin: (hib/JOH) Die Patientenberatung durch die UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH (UPD) hat sich nach Angaben der Bundesregierung seit 2016 positiv entwickelt. So sei die Zahl der Beratungen deutlich gestiegen und die angestrebte Erreichbarkeit von 90 Prozent erreicht worden, schreibt sie in einer Antwort (18/13223 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/132/1813223.pdf ) auf eine Kleine Anfrage (18/13130 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/131/1813130.pdf ) der Fraktion Die Linke.
Die UPD sei vor Ort durch persönliche Beratungsangebote, aber auch telefonisch, schriftlich und online erreichbar, heißt es darin. Nachdem sich eine deutliche Präferenz der Ratsuchenden für die telefonische Beratung gezeigt habe, solle nach dem Willen des Gesetzgebers insbesondere die telefonische Erreichbarkeit verbessert werden.
Das Beratungsangebot der UPD werde auch in der gegenwärtigen Förderphase durch einen Beirat begleitet, führt die Bundesregierung aus. Zudem werde im Rahmen einer Evaluation geprüft, ob das Angebot die Ziele der unabhängigen Patientenberatung erreiche. Dabei gehe es insbesondere darum, eine bundesweit einheitliche Beratungsqualität sicherzustellen und die Qualitätskriterien einzuhalten. Zusätzlich sei in der aktuellen Förderphase die Position einer Auditorin geschaffen worden. Ihre Aufgabe sei es, die Einhaltung von Neutralität und Unabhängigkeit in der Praxis zu kontrollieren.

Quelle: Pressemitteilung vom 17.08.2017
Deutscher Bundestag
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Einfluss der Pharmalobby bei der "Unabhängigen Patientenberatung" beenden

Beitrag von WernerSchell » 29.08.2018, 16:44

Einfluss der Pharmalobby bei der "Unabhängigen Patientenberatung" beenden

Wie die Berliner Tageszeitung junge Welt heute exklusiv berichtet, soll die Duisburger Sanvartis GmbH und mit ihr die 'Unabhängige Patientenberatung Deutschland' (UPD) klammheimlich an den Pharmadienstleister Careforce mit Sitz in Köln verkauft worden sein. Die gemeinnützige UPD unterstützt in gesetzlichem Auftrag hilfesuchende Privat- und Kassenpatienten bei Konflikten mit Ärzten, Krankenversicherungen und Kliniken. Bis 2015 erledigte sie diese Aufgabe in gemeinsamer Trägerschaft durch den Sozialverband VdK, die Verbraucherzentrale Bundesverband sowie den Verbund unabhängige Patientenberatung (VuP). 2016 wurde die UPD an die Sanvartis übertragen, die für Krankenversicherungen und Pharmafirmen Callcenter betreibt.
Dazu erklärt Inge Höger, Landessprecherin der NRW-Linken: „Es ist wirklich ein Unding, in welchem Ausmaß in dieser Angelegenheit hinter dem Rücken der Öffentlichkeit gemauschelt und getrickst wird. Dass es sich bei der UPD tatsächlich noch um eine unabhängige Beratungsstelle handelt, dürfte mittlerweile doch deutlich bezweifelt werden. Gesundheit darf nicht noch weiter zur Ware verkommen. Insofern muss der Einfluss der Pharmalobby umgehend gestoppt werden.
Die NRW-Linke fordert eine sofortige Aufklärung, wie es tatsächlich um eine Unabhängige Patientenberatung bestellt ist. Dies ist sowohl Aufgabe der Parlamente, als auch des Bundesrechnungshofes und des Finanzamtes. Die Linke wird diese Angelegenheit nicht auf sich beruhen lassen, sondern diesbezüglich im Bundestag aktiv werden.“

Der Exklusivartikel der Jungen Welt:
https://www.jungewelt.de/artikel/338764 ... kauft.html

Quelle: Pressemitteilung vom 29.08.2018
DIE LINKE. Nordrhein-Westfalen
Alt Pempelfort 15
40211 Düsseldorf
www.dielinke-nrw.de
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Unabhängige Patientenberatung im Zwielicht

Beitrag von WernerSchell » 05.11.2018, 09:28

Unabhängige Patientenberatung im Zwielicht
Im August wurde die Unabhängige Patientenberatung (UPD) an ein gewinnorientiertes und pharmanahes Unternehmen verkauft. Wie unabhängig ist die unabhängige Patientenberatung?, fragen sich jetzt viele.
Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung > https://rdir.inxmail.com/vzbv/d?o00clhq ... 2c5mnee7e6
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Unabhängige Patientenberatung: Wie unabhängig ist sie wirklich?

Beitrag von WernerSchell » 16.11.2018, 08:46

Unabhängige Patientenberatung: Wie unabhängig ist sie wirklich?
2016 wurde die Unabhängige Patientenberatung an ein privates Unternehmen vergeben. Dessen Nähe zu den Kranklenkassen soll die Unabhängigkeit und Neutralität beeinflussen.
Quelle: ARD plusminus > https://rdir.inxmail.com/vzbv/d/d.html? ... x5nkxkdeu6
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Kritik an Unabhängiger Patientenberatung

Beitrag von WernerSchell » 20.02.2019, 17:38

Kritik an Unabhängiger Patientenberatung
Gesundheit/Ausschuss

Berlin: (hib/PK) Der Gesundheitsausschuss des Bundestages hat sich in einem Expertengespräch erneut mit der Entwicklung bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) seit dem Gesellschafterwechsel 2016 befasst. Dabei wurde am Mittwoch neben Zustimmung zu dem neuen Konzept auch grundsätzliche Kritik geäußert.
Nach Ansicht der Patientenbeauftragten Claudia Schmidtke (CDU) gibt es keine Hinweise darauf, dass die Unabhängigkeit und Neutralität der Beratung nicht gewährleistet wäre. Sie habe sich vor Ort von der seriösen Arbeit der Mitarbeiter überzeugt. Zudem werde die UPD fortlaufend evaluiert. Die Kritik an der UPD sei oft nicht gerechtfertigt. Sie sprach sich allerdings für mehr Transparenz aus. Auch müssten die Beratungsangebote der UPD noch bekannter gemacht werden.
Die UPD-Auditorin Gabriele Fellermayer sagte, es würden regelmäßig Beratungsgespräche ausgewertet, um die Qualität zu überprüfen. Bei den Audits werde auch darauf geachtet, ob mehrere Optionen für eine Lösung angeboten und keine Empfehlungen für bestimmte Leistungserbringer ausgesprochen würden. Sie habe nie feststellen können, dass die Gespräche interessengeleitet verliefen, etwa pharmafreundlich.
Scharfe Kritik äußerte hingegen der Gesundheitsexperte Raimund Geene als Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der UPD. Bei aller Wertschätzung für die Arbeit der UPD gebe es eklatante Qualitätsmängel, einen Einbruch bei der Regionalität und eine hohe Diskontinuität des Angebotes.
Die Beratung sei sehr viel schlechter geworden, zudem habe es auf der Homepage der UPD falsche Aussagen etwa über die Vorsorge oder IGEL-Leistungen gegeben. Dies habe auch mit der Qualifikation der Mitarbeiter zu tun. Geene stellte die jetzige UPD-Struktur infrage und erklärte, die Patientenberatung sei ungeeignet für ein Geschäftsmodell.
UPD-Geschäftsführer Thorben Krumwiede wies die Grundsatzkritik zurück, räumte aber Fehler auf der Homepage in der Vergangenheit ein. Die Inhalte seien daraufhin überprüft worden. Die Arbeit der UPD werde sehr gut angenommen. Die telefonische Beratung stehe seit jeher im Vordergrund, jedoch seien auch kurzfristig Beratungstermine vor Ort zu bekommen. Dafür gebe es Berater an diversen Standorten.
Seit Januar 2016 betreibt die Callcenter-Firma Sanvartis die UPD. Zuvor wurde der Auftrag von einer Bietergemeinschaft aus Sozialverband VdK, Verbraucherzentrale Bundesverband und Verbund unabhängige Patientenberatung (VuP) wahrgenommen. Vor einiger Zeit hat es bei dem neuen Träger einen Gesellschafterwechsel auf Holdingebene gegeben.

Quelle: Mitteilung vom 20.02.2019
Deutscher Bundestag
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Patienten offenbar zufrieden mit UPD

Beitrag von WernerSchell » 14.06.2019, 06:34

Patienten offenbar zufrieden mit UPD
Gesundheit/Antwort

Berlin: (hib/PK) Die Arbeit der Unabhängigen Patientenberatung (UPD) wird von den Ratsuchenden offenbar positiv eingeschätzt. Für die aktuelle Förderperiode (2016-2022) zeige eine Nutzerbefragung eine hohe Zufriedenheit mit der Beratung in allen betrachteten Bevölkerungsgruppen und bezogen auf alle abgefragten Qualitätsmerkmale, heißt es in der Antwort (19/10642 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/106/1910642.pdf ) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (19/10361 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/103/1910361.pdf ) der Grünen-Fraktion.
Mehr als 90 Prozent der Ratsuchenden bewerteten die UPD den Angaben zufolge mit sehr gut oder gut und würden sie wieder nutzen oder weiterempfehlen. Die Zufriedenheit mit der Beratungsqualität in der aktuellen Förderperiode sei vergleichbar mit den Werten der vorangegangenen Förderperiode (2011-2015).
Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass die Neutralität und Unabhängigkeit der Patientenberatung infrage gestellt sei. 2018 lag nach Angaben der UPD die Zahl der Beratungen bei rund 129.000.

Quelle: Mitteilung vom 13.06.2019
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Vorstellung des „Monitor Patientenberatung 2018“

Beitrag von WernerSchell » 25.06.2019, 06:06

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Vorstellung des „Monitor Patientenberatung 2018“
Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr. Claudia Schmidtke, und der Geschäftsführer der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD), Thorben Krumwiede, den „Monitor Patientenberatung 2018“ vorgestellt und Bilanz gezogen. >

Ärzte Zeitung vom 25.06.2019:
Monitor Patientenberatung
Ablehnung der Kasse – Widerspruch zwecklos?

2018 gab es bei der Unabhängigen Patientenberatung zwar insgesamt weniger Beratungen. Häufig gaben die Krankenkassen aber dazu einen Anlass. > http://ods-mailing.springer-sbm.com/d-r ... &tags=test
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