Pflegebedürftigkeit - was nun? - Vortrag in der VHS Neuss am 29.10.2018

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Pflegebedürftigkeit - was nun? - Vortrag in der VHS Neuss am 29.10.2018

Beitrag von WernerSchell » 29.10.2018, 07:08

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Pflegebedürftigkeit - was nun?
Vortrag mit Diskussion in der Volkshochschule Neuss am 29.10.2018, 17.30 – 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Romaneum, Brückstr. 1 (voraussichtlich Raum 127) - Der Eintritt ist frei!

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Der Referent, Werner Schell, ist Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de / http://www.wernerschell.de

Thema:
Pflegebedürftigkeit - was nun?

Was gilt es in gesunden Tagen - zeitgerecht - zu bedenken und welche Hilfen bietet das SGB XI bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit?
Was bedeutet in diesem Zusammenhang "ambulant vor stationär"? Was ist zu bedenken, wenn ein Heimaufenthalt nicht vermeidbar erscheint?

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In den 90er Jahren wurde deutlich, dass die Pflegebedürftigkeit zu einem Lebensrisiko vieler Menschen geworden ist. Da eine soziale Absicherung geboten erschien, kam es zur Einführung der Pflegeversicherung, und zwar durch Schaffung des SGB XI. Dieser Versicherungszweig hat aufgrund der demografischen Entwicklung immer mehr Bedeutung erlangt. Gesetzeskorrekturen wurden 2008, 2012 und 2014/2015 (Pflegestärkungsgesetze I, II und III) beschlossen, ohne damit die Pflege der pflegebedürftigen Menschen auf Dauer zukunftsfest gemacht zu haben. Beklagt wird aktuell vor allem, dass die Rahmenbedingungen für die stationäre Pflege keine ausreichenden Stellenschlüssel für das Pflegepersonal vorsehen und die häusliche Pflege - trotz einiger Leistungsverbesserungen - mangels kommunaler Quartiershilfen ebenfalls notleidend ist. Zu beklagen sind aber besonders die Unzulänglichkeiten, die aufgrund fehlenden Pflegepersonals mehr als begründet sind. Letztlich ist auch zu bedenken, dass die Pflegeversicherung nur als eine Art "Teilkaskoversicherung" ausgestaltet ist und Eigenvorsorge angeraten erscheinen lässt. Es wurden daher grundlegende Reformen gefordert. Dem wurde nur eingeschränkt Rechnung getragen.
Zu bedenken ist im Übrigen:
Einmal wird die Zahl der älteren und pflegebedürftigen Menschen deutlich zunehmen. Andererseits wird es immer weniger Kinder geben, so dass sich die sog. Alterspyramide demnächst komplett anders darstellen wird. Dies alles wird beträchtliche Folgen im gesellschaftlichen Miteinander haben und veränderte Anforderungen an die Sozialleistungssysteme stellen. Die Individualvorsorge wird möglicherweise eine noch größere Bedeutung erlangen.
Gute Regelungen zu finden, wird aber nicht einfach sein, weil angesichts der ökonomischen Gegebenheiten u.U. nur unzureichende finanzielle Absicherungen gestaltet werden können. Zum anderen werden die familiären Strukturen nur noch selten als Betreuungsmöglichkeit zur Verfügung stehen. Eine exakte Voraussicht ist aber nicht möglich, weil viele Faktoren, die das zukünftige Miteinander bestimmen werden, nicht vorhersehbar sind. Es wird z.B. entscheidend sein, ob es irgendwann gelingt, die Demenz zu therapieren bzw. zu verhüten. Anhand statistischer Daten ist es wahrscheinlich, dass es im Jahr 2020 voraussichtlich rd. 3 Millionen pflegebedürftige Menschen geben wird. Im Jahr 2050 wird die Zahl der pflegebedürftigen Menschen bei rd. 5 Millionen liegen (davon fast 3 Millionen mit einer Demenz). Die Gesellschaft wird dann völlig anders strukturiert sein. Im Jahre 2050 werden z.B. über 10 Millionen Menschen in Deutschland leben, die das 80. Lebensjahr überschritten haben.


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Die bisherigen drei Pflegestufen der Pflegeversicherung wurden mit Wirkung vom 01.01.2017 durch fünf Pflegegrade ersetzt. Damit soll dem Pflegebedarf der Menschen mit Demenz besser Rechnung getragen werden. Beim Neusser Pflegetreff am 21.10.2015 hat Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS, über das neue Begutachtungsverfahren informiert. Der Film über den Treff ist komplett anschaubar unter https://www.youtube.com/watch?v=4cy5Ey-cBNg (= Kurzfassung mit Statement Werner Schell unter https://www.youtube.com/watch?v=qbyHRxX9ikk ). - Dr. Pick hat auch beim Niederrheinischen Pflegekongress am 17.09.2015 zum Thema referiert. Dazu sind wie folgt Beiträge anschaubar: https://www.youtube.com/watch?v=n9n3v4u62fs --- https://www.youtube.com/watch?v=BXazOFt2glU ). Beim Pflegetreff am 26.10.2016 wurden die neuen Pflegegrade nochmals näher erläutert: > viewtopic.php?f=7&t=21512
Zu beklagen ist, dass der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff den Pflegenotstand und die damit einher gehenden systemischen Mängel nicht aufgelöst hat wird. Die personelle Unterversorgung wird durch die ab 2017 größer werdende Zahl der pflegebedürftigen Menschen zweifelsfrei zunehmen. Unabhängig davon wird die Zahl der pflegebedürftigen Menschen stärker steigen als bisher erwartet. Siehe unter viewtopic.php?f=4&t=21367 Daher ist die Forderung von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk nach einer deutlichen Verbesserung der Stellenpläne für Pflegepersonal mehr als begründet!


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Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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WernerSchell
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Pflegebedürftigkeit - was nun? - Vortrag in der VHS Neuss am 29.10.2018

Beitrag von WernerSchell » 30.10.2018, 06:58

Die Vortragsveranstaltung konnte am 29.10.2018 erfolgreich durchgeführt werden. Aufgrund von Fragen der ZuhörerInnen konnten vielfältige Problemlagen im Zusammenhang mit Pflegebedürftigkeit erörtert und abgeklärt werden. - Werner Schell
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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