Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Minderjährigen - Tagung am 15.03.2018

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Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Minderjährigen - Tagung am 15.03.2018

Beitrag von WernerSchell » 14.03.2018, 09:30

Tagung Werdenfelser Weg: Tagung Werdenfelser Weg: Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Minderjährigen
Vom Missstand zum Tatbestand
Katholische Stiftungshochschule München
Do, 15.03.2018, 09.00 - 17.00 Uhr


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Seit dem 01. Oktober 2017 müssen Einrichtungen, wie Kinderstationen in Krankenhäusern, Behinderteneinrichtungen für Minderjährige, Kindergärten, Förderschulen, Werkstätten, soweit Minderjährige sich dort aufhalten oder heilpädagogische Tagesstätten nach § 1631b BGB Absatz 2 BGB für freiheitsentziehende Maßnahmen (z. B. Time-out, Bettgitter, verschlossene Zimmertüren, Gurtfixierungen, Stecktische, sedierende Medikamente) für die wiederholte Anwendung nicht nur die Zustimmung der sorgeberechtigten Eltern einholen, sondern zusätzlich auch dafür Sorge tragen, dass die Eltern eine familiengerichtliche Genehmigung einholen.

Die Neuregelung gilt für alle Kinder, die sich in einem Krankenhaus, einem Heim oder einer sonstigen Einrichtung aufhalten und denen durch mechanische Vorrichtungen, Medikamente oder auf andere Weise über einen längeren Zeitraum oder regelmäßig in nicht altersgerechter Weise die Freiheit entzogen werden soll. Eltern mit höchstem Leidensdruck standen bislang den Vorschlägen aus den Einrichtungen allein gegenüber, zumal wenn sie von der Fremdversorgung abhängig sind. Pauschale Elternzustimmungen genügen nun nicht mehr. Fixierungsmaßnahmen liefen Gefahr, zu erzieherischen Zwecken missbraucht zu werden.

Chronifizierte Fixierungen, also jahrelange Fixierungen, kommen jetzt schon im Jugendalter auf den Prüfstand. In den letzten Jahren ist es gelungen, im Bereich des Erwachsenenrechts eine Kehrtwende bezüglich der freiheitsentziehenden Maßnahmen einzuläuten: Das ist verbunden mit dem Werdenfelser Weg. Der Prozess der gemeinsamen Meinungsbildung steht im Vordergrund. Es geht um ein gemeinsames Erarbeiten und Verantworten von Lösungen, die oft schwierige Abwägungen für alle Beteiligten bedeuten. Beim Fachtag werden verschiedenen Facetten des neu geschaffenen gerichtlichen Genehmigungsverfahren betrachtet. Außerdem werden Vermeidungsmöglichkeiten von Beschränkungen diskutiert. Die multiprofessionelle Informationsveranstaltung soll alle beteiligten Gruppen zur gemeinsamen Erörterung zusammenbringen.

Tagungsprogramm:

9.00 – 9.10 Uhr
Eröffnung

9.10 – 9.20 Uhr
Spiritueller Impuls
Thomas Hoffmann-Broy, KHG München

9.20 – 9.30 Uhr
Begrüßung
Josef Wassermann, Dr. Sebastian Kirsch, die beiden Initiatoren Werdenfelser Weg

9.30 – 10.30 Uhr
Überblick über die Entstehung der Vorschrift und deren Inhalt
Prof. Dr. Isabell Götz, Vorsitzende Richterin OLG München

10.30 – 11.00 Uhr
Eine betroffene Mutter erzählt
Katrin Adler, München

11.00 – 11.30 Uhr
Kaffeepause

11.30 – 12.00 Uhr
Entscheidungsabläufe nach § 1361 b Abs. 2 BGB – einfache Darstellung eines Verfahrensablaufs Schritt für Schritt
Dr. Sebastian Kirsch, Garmisch-Partenkirchen
Andreas Day, Verfahrenspfleger Braunschweig

12.00 – 12.30 Uhr
Freiheitsentziehende Maßnahmen bei jungen Menschen mit Behinderung.
Best practice - Alternativen zu Time-out
Ralph Bärthlein, Pädagogischer Fachdienst Rummelsberger Dienste für Menschen mit Behinderung, Postbauer-Heng
Claudia Singelton, Pädagogischer Fachdienst Auhof in Hilpoltstein

12.30 – 13.30 Uhr
Mittagspause

13.30 – 14.20 Uhr
Freiheitsentziehende Maßnahmen in nicht altersgerechter Weise. Woran erkennt man, dass Medikamente feM sind? Die österreichische Rechtslage
Prof. Dr. Michael Ganner, Institut für Zivilrecht, Universität Innsbruck

14.20 – 15.00 Uhr
Diskussion: Was ist Freiheitsentziehung? Interaktive Diskussion anhand von Fallbeispielen aus dem Kinderkrankenhaus
Dr. Clemens Stockklausner, Chefarzt Fachabteilung Kinder- & Jugendmedizin Garmisch-Partenkirchen

15.00 – 15.30 Uhr
Kaffeepause

15.30 – 16.45 Uhr
Podiumsdiskussion: Freiheitsentziehung aus pädagogischen Gründen?
Prof. Dr. Sabine Pankofer, Professorin für Psychologie in der Sozialen Arbeit, KSH München
Lars Mückner, Familienrichter Amtsgericht Duisburg
Andreas Day, Verfahrenspfleger Braunschweig
Frank Woltmann, Dipl-Psychologe, Therapeutisches Zentrum Mädchenheim Gauting
Stephan Märte, Leiter des Amtes für Kinder, Jugend und Familie, Garmisch-Partenkirchen

Moderation:
Josef Wassermann, Dr. Sebastian Kirsch

16.45 – 17.00 Uhr
Verabschiedung

Zielgruppe:
Einrichtungsleitungen, Fachleute aus Pflegeberufen, Ärzte und Sachverständige, Familienrichter, Jugendamtsmitarbeiter und Verfahrensbeistände

Ort:
Campuskirche der Katholischen Stiftungshochschule München, Preysingstr. 83

Kosten:
90,00 Euro inkl. Tagesverpflegung + Getränke

Anmeldeschluss: 08.03.2018

Quelle: http://www.ksh-muenchen.de/hochschule/i ... etailId=51

Siehe auch unter > viewtopic.php?f=2&t=22019
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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