Kostenfaktor Oma: Wird Pflege unbezahlbar? – TV-Tipp 05.11.

Wichtige Hinweise zu Veranstaltungen - z.B. >>> "Pro Pflege -Selbsthilfenetzwerk" - Radio- und TV-Sendungen.

Moderator: WernerSchell

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WernerSchell
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Kostenfaktor Oma: Wird Pflege unbezahlbar? – TV-Tipp 05.11.

Beitrag von WernerSchell » 04.11.2012, 07:15

Mitteilung vom 02.11.2012
I & U Information und Unterhaltung TV Produktion GmbH & Co. KG
Hohenzollernring 89-93 50672 Köln
Mail: mail@guenther-jauch.de - © Norddeutscher Rundfunk


Am Sonntagabend, 4. November 2012 um 21:40 Uhr im Ersten, ist das unser Thema:

Kostenfaktor Oma: Wird Pflege unbezahlbar?

Hinweis: Aus aktuellem Anlass kann sich das Thema der Sendung kurzfristig ändern.

Kostenfaktor Oma ? wird Pflege unbezahlbar?
Wohin mit Oma? Wer die eigenen Eltern oder Großeltern nicht selber betreuen kann oder will, muss für einen Heimplatz tief in die Tasche greifen. Das aber können sich immer weniger Menschen leisten. Viele Familien engagieren daher lieber eine preiswerte Pflegekraft aus dem Ausland oder bringen Oma gleich in einem Heim in der Slowakei, Spanien oder Thailand unter.
mehr http://daserste.ndr.de/guentherjauch/ru ... ge249.html

Unsere Gäste
Am Sonntagabend diskutiert Günther Jauch in Berlin mit seinen Gästen Ulla Schmidt, Jens Spahn, Martin Woodtli, Carola Ferstl und Günter Schröder das Thema der Woche.
mehr http://daserste.ndr.de/guentherjauch/ak ... e3517.html

Schreiben Sie uns!
Sind Pflegeheime im Ausland eine gute Alternative oder eine billige Notlösung? Haben Sie Erfahrungen mit hiesigen Pflegeheimen, ausländischen Pflegekräften in Deutschland oder Senioreneinrichtungen im Ausland?
mehr http://daserste.ndr.de/guentherjauch/ak ... en101.html

Hintergrund zum Thema
Wie ist die Pflegeversicherung aufgebaut? Welche Pflegestufen gibt es? Wie viele Menschen werden zu Hause oder in Heimen gepflegt? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema der Woche.
mehr http://daserste.ndr.de/guentherjauch/ak ... es255.html

Tauschen Sie sich im Forum über das Thema der Woche aus
Was halten Sie von der Idee, Angehörige im Ausland pflegen zu lassen? Oder eine Pflegekraft aus dem Ausland zu günstigen Konditionen nach Deutschland zu holen? Wie muss eine gute Pflege aussehen?
mehr http://www.ndr.de/apps/php/forum/showthread.php?t=73164
+++

Wiederholungen
Mo, 05.11.2012 | 02:30 Uhr Das Erste
Mo, 05.11.2012 | 09:45 Uhr Phoenix
Mo, 05.11.2012 | 20:15 Uhr tagesschau24
Di, 06.11.2012 | 00:55 Uhr NDR
Di, 06.11.2012 | 02:05 Uhr MDR
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Pflege und Medienberichte - nicht immer hilfreich
viewtopic.php?t=18052
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Aktuelle Themen der Pflege und sonstigen Versorgung von pflegebedürftigen Menschen werden beim Pflegetreff
am 14.11.2012 in Neuss-Erfttal angesprochen und diskutiert. Hierbei geht es nicht um Skandalisierung, sondern
um Aufzeigen der Probleme und der Verbesserungsmöglichkeiten.

Infos dazu u.a. wie folgt einsehbar:
Förmlicher Einladungstext von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk hier nachlesbar(PDF) http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 141112.pdf
Näheres auch im Forum (mit weiteren Verweisungen) hier viewtopic.php?t=17341
viewtopic.php?t=18036
+++
Zuletzt geändert von WernerSchell am 06.11.2012, 07:19, insgesamt 3-mal geändert.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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WernerSchell
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Pflege-Talk - Quoten im Visier ....

Beitrag von WernerSchell » 04.11.2012, 07:50

Der Redaktion von "Günther Jauch" wurde am 02.11.2012 folgende Zuschrift übermittelt:

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Kooperationspartner der „Aktion Saubere Hände.“
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Initiator bzw. Mitbegründer des Quartierkonzeptes Neuss-Erfttal.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist Unterstützer von "Bündnis für GUTE PFLEGE".
Pro Pflege - Selbsthilfetzwerk ist Unterstützer der "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen".


02.11.2012

Sehr geehrter Herr Jauch,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe einen Hinweis zu Ihrer Sendung in unser Forum übernommen - siehe unter viewtopic.php?t=18056

Zu Ihrer Ankündigung könnten allerlei Anmerkungen abgeliefert werden. Ich will es auf folgende Aussagen beschränken:
Die Einladung von Frau Schmidt und Herrn Spahn gehen eher in Richtung Fehlbesetzung. Beide sind für mangelhafte Reformen verantwortlich. 2008 war es Frau Schmidt, die trotz entsprechender Vorschläge keinen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff anschieben konnte oder wollte und nur eine kümmerliche Pflegereform präsentierte. Herr Spahn ist maßgeblich mitverantwortlich für die sog. Neuausrichtung der Pflege (PNG), die wiederum, trotz abgeklärter Voraussetzungen, keinen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff beinhaltet. Dieses PGN ist im Übrigen so unzureichend, dass es von allen Seiten Kritik hagelt. Was uns ein Herr Woodtli zu Thailand erzählen möchte, muss uns ernstlich nicht interessieren. Also auch eine Fehlbesetzung, eher nur ein Spektakel? - Besonders erfreut bin ich darüber, dass Sie einen Praktiker, wie Herrn Günter Schröder, in die Diskussion einbinden werden. Es fehlt allerdings (erneut) ein kompetenter Vertreter, der für die Pflegeberufe spricht. Denn der Hauptknackpunkt in einer Pflegereform muss neben der Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes die Auflösung des Pflegenotstandes sein. Wir haben unzureichende Stellenschlüssel in den Heimen und diese lassen eine wirklich gute Pflege überhaupt nicht zu. Angeklagt gehören all diejenigen, die für diese miesen Stellenverhältnisse zuständig sind. Pflege ist nicht auskömmlich finanziert. Statt der jetzt anstehenden Beitragserhöhung von 0,1% wäre das 4- oder 5-fache erforderlich gewesen.

Aus aktuellem Anlass habe ich zu einigen TV-Sendung aus jüngster Zeit ein allgemeines Statement abgegeben und angefügt:

Das bundesdeutsche Pflegesystem ist komplex, geht es doch um die Umsetzung vielfältiger Leistungsansprüche, die in zahlreichen sehr unterschiedlichen Gesetzen geregelt sind. Das Pflegerecht finden u.a. seinen Niederschlag im SGB XI, SGB V, SGB IX, BGB (Vertragsrecht, Betreuungsrecht, Vorsorgliche Verfügungen), Heimgesetzen, Arztrecht, Berufsrecht der Pflegenden, Strafrecht, Richterrecht, … (usw.). Kompliziert wird es zusätzlich, wenn man bedenkt, dass die Vorschriften nach einer vielfach kritisierten Föderalismusreform in Bundes- und Länderrecht gegliedert sind.

Daher ist es bei kritischen Blicken in den Pflegealltag manchmal nicht einfach, die richtigen Einschätzungen vorzunehmen. Nicht alle Erklärungen, die öffentlich abgegeben werden, sind immer wirklich hilfreich. So gibt es auch vielfach Äußerungen, die die Pflegekräfte vorrangig für die Missstände verantwortlich machen und von diesen couragiertes Auftreten verlangen. Dabei wird meist übersehen, dass die Pflegekräfte auch mit dem System nicht zufrieden sind und durch ständiges Hinweisen auf Mangelzustände auch ernstlich nichts verändern können (Pflegekräfte bleiben nur 5 - 7 Jahre im Beruf, die Krankheitsrate ist bei den Pflegekräften höher als bei anderen Berufen). Im Übrigen erfordert das Beschwerdemanagement nicht nur mutiges, sondern auch kluges Vorgehen. Siehe dazu die Buchveröffentlichung "100 Fragen zum Umgang mit Mängeln in Pflegeeinrichtungen" - siehe dazu z.B. die Hinweise unter viewtopic.php?t=15865

Der Gesetzgeber war und ist gefordert. Dazu bedarf es konstruktiver Vorschläge.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat daher im vergangenen Jahr den Gesetzgeber aufgefordert, bei der Neuausrichtung der Pflege in vielfältiger Weise Veränderungen zu gestalten. Die hiesige Stellungnahme finden Sie unter folgender Adresse: http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... tz2011.pdf - Leider ist das kürzlich beschlossene Neuausrichtungsgesetz ein Flop geworden! Es reicht hinten und vorne nicht. Vor allem ist der Pflegenotstand wieder geregelt noch irgendwie angesprochen worden. Auch der Pflegebedürftigkeitsbegriff ist nicht neu gestaltet worden.
Petitionen, wie sie zur Zeit zuhauf dem Bundestag vorgelegt werden, sprechen einzelne Probleme nur oberflächlich an und sind daher kaum sinnvoll. Sich vornehmlich auf solche Vorgänge zu konzentrieren, hilft den pflegebedürftigen Menschen nicht weiter. Die Vielfalt der gesetzlichen Regelungen erfordert eine ganzheitliche Betrachtung.

Es wäre eigentlich geboten, dass sich alle, die pflegekritisch unterwegs sind, zusammen schließen und in Form eines Bündnissses für besssere Pflegebedingungen kämpfen. Dazu lädt Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk seit Jahren ein und wird auch den nächsten bundesweit ausgerichteten Pflegetreff am 14.11.2012 in Neuss in diesem Sinne gestalten. Näheres dazu:
• Einladung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk hier (PDF) http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 141112.pdf
• Näheres auch im Forum (mit weiteren Verweisungen) hier viewtopic.php?t=17341
• Brief von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk vom 29.10.2012 an die stationären Pflegeeinrichtungen im Rhein-Kreis Neuss hier (PDF) http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 112012.pdf
Anhand dieser Informationen wird auch deutlich, dass wir uns nicht allein auf den Gesetzgeber verlassen dürfen, sondern selbst vor Ort mit anpacken müssen. Neben den Pflegeeinrichtungen muss es gute Strukturen in Form von Quartierskonzepten geben. Insoweit sind wir hier musterhaft aktiv.
Dazu einige weitere Hinweise:
> JuraHealth Congress am 24.05.2012 in Köln - Interview: Werner Schell, Pflege-Experte
Der Pflege-Experte Werner Schell beantwortet heikle Fragen zum Thema Gewalt in der Pflege und kommt zu dem Schluss, dass vom Staat nichts zu erwarten ist und die Bürger sich nun selbst an die Hand nehmen müssen. Sein Brief an die Bundeskanzlerin Merkel mit der Aufforderung die Pflege zur "Chefsache" zu machen ist auf taube Ohren gestoßen.
>>> Der Filmbeitrag, 4,18 Minuten, ist anschaubar bei Youtube unter folgender Adresse:
http://www.youtube.com/watch?v=XYqs_-kZ ... ure=relmfu
> Gute Pflege - BürgerInnen werden im Stich gelassen
Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages vom 01.06.2012 - >>> viewtopic.php?t=17411

Siehe auch unter viewtopic.php?t=18052

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell -
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Pflege und Medienberichte - nicht immer hilfreich

Beitrag von WernerSchell » 04.11.2012, 10:26

Auf der Internetseite von "Günther Jauch" http://www.ndr.de/apps/php/forum/showth ... 64&page=15 wurde unter lfd. Nr. 145 der nachfolgende Text eingestellt:

Pflege und Medienberichte - nicht immer hilfreich

Die Einladung von Frau Schmidt und Herrn Spahn gehen eher in Richtung Fehlbesetzung. Beide sind für mangelhafte Reformen verantwortlich. 2008 war es Frau Schmidt, die trotz entsprechender Vorschläge keinen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff anschieben konnte oder wollte und nur eine kümmerliche Pflegereform präsentierte. Herr Spahn ist maßgeblich mitverantwortlich für die sog. Neuausrichtung der Pflege (PNG), die wiederum, trotz abgeklärter Voraussetzungen, keinen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff beinhaltet. Dieses PGN ist im Übrigen so unzureichend, dass es von allen Seiten Kritik hagelt.
Es fehlt in der Diskussionsrunde (erneut) ein kompetenter Vertreter, der für die Pflegeberufe spricht. Denn der Hauptknackpunkt in einer Pflegereform muss neben der Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes die Auflösung des Pflegenotstandes sein. Wir haben unzureichende Stellenschlüssel in den Heimen und diese lassen eine wirklich gute Pflege überhaupt nicht zu. Angeklagt gehören all diejenigen, die für diese miesen Stellenverhältnisse zuständig sind. Pflege ist nicht auskömmlich finanziert. Statt der jetzt anstehenden Beitragserhöhung von 0,1% wäre das 4- oder 5-fache erforderlich gewesen.
Mein gesamtes Statement finden Sie unter http://www.wernerschell.de/forum/neu...ic.php?t=18056

Werner Schell - Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
+++
Anmerkung der Moderation:
Diskussion zum Thema in diesem Forum unter
viewtopic.php?t=18062
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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WernerSchell
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Reform und Quartierskonzepte

Beitrag von WernerSchell » 04.11.2012, 13:09

Mit Rücksicht auf zahlreiche Texteinstellung im Forum G.J. wurde noch folgende Ergänzung gepostet:

Ergänzung zu Text lfd. Nr. 145 (Seite 15):
Pflegemängel lassen sich nur durch eine umfassende Pflegereform beheben. Eine solche Reform erfordert vor allem eine Neufassung des Pflegebedürftigkeitsbegriffes (zu Gunsten der Demenzkranken), die Auflösung des Pflegenotstandes (= deutliche Verbesserung der Stellenschlüssel - "Mehr Personal - bessere Pflege") und einen sinnvollen Ausbau der Angehörigenunterstützung. Dazu gibt es von hier eine umfangreiche Stellungnahme – abrufbar unter http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... tz2011.pdf
Der Austausch von Sprechblasen wie "Wertschätzung und Anerkennung" reichen für die Pflegenden nicht. Die Arbeitsbedingungen müssen sich positiv verändern und die Vergütungen sind deutlich anzuheben. Dabei muss klar sein, dass das Pflegesystem zu Lasten aller finanziell erheblich besser dotiert werden muss. Unabhängig davon müssen in den Kommunen Quartierskonzepte entstehen, die dem Grundsatz "ambulant vor stationär" zur Geltung verhelfen. Letztlich sind alle BürgerInnen aufgefordert, sich in das "soziale Netz" durch Mitarbeit einzubringen. Die demografische Entwicklung fordert uns alle.
Werner Schell, Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk - http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

Textübernahme unter lfd. Nr. 171 - allerdings ohne Links!
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Presse
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Jauch scheut die Tiefen der Pflege

Beitrag von Presse » 06.11.2012, 17:02

Ärzte Zeitung, 05.11.2012

Jauch scheut die Tiefen der Pflege
In seiner Sendung am Sonntag hat sich Günther Jauch mit seinen Gästen der Pflege in Deutschland gewidmet. Leider wollte der Moderator auf Details
nicht eingehen - und zeigte stattdessen ein Filmchen über Mängel im Heim, das nur plump war.

Von Pete Smith

BERLIN. Günther Jauch ist das Zugpferd der ARD. Jeden Sonntag spannt man ihm fünf, sechs Pferde ins Geschirr und schickt das Gespann in die Nacht.
Dumm nur, dass das Zugpferd stets Scheuklappen aufhat und stur geradeaus galoppiert. Zucker gibt's offenbar nur, wenn es Umwege meidet.
.... http://www.aerztezeitung.de/politik_ges ... sid=826024

Sabrina Merck
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"Wertschätzung & Anerkennung" - nichts als Wo

Beitrag von Sabrina Merck » 06.11.2012, 18:40

"Wertschätzung & Anerkennung" - nichts als Worte

Es ist mehr als berechtigt, die Medienberichterstattung aufzugreifen und zu kritisieren. Es ist in der Tat so, dass sich die Redaktionen gerne auf Themen stürzen, die in irgendeiner Form reißerisch und skandalisierend wirken. Sie garantieren Aufmerksamkeit und Zuschaltquoten. Es geht bei all dem nicht oder nur am Rande um Informationen für die ZuschauerInnen. Diese sollen einfach nur unterhalten werden. Pflege wird damit zur Show gemacht, obwohl es doch angesichts der demografischen Entwicklung und der unzureichenden Pflege-Rahmenbedingungen viele Familien gewaltig belastet oder belasten wird.
Ich bin auch entsetzt darüber, wie schnell immer wieder der Blick ins Ausland gerichtet wird. Dort ist angeblich "heile Welt". In Thailand stehen drei Pflegekräfte für einen pflegebedürftigen Menschen zur Verfügung. Polinnen und Pflegekräfte aus anderen osteuropäidschen Ländern arbeiten für wenig Geld und werden dieserhalb gelobt. Fatal ist aber doch eigentlich, dass wir die Not der ausländischen Arbeitskräfte ausnutzen. Dies wird m.E. nicht deutlich genug herausgestellt.
Bei Günther Jauch saßen Politiker in der Diskussionsrunde, die wieder nur mit Sprechblasen und "Schönrederrei" ihre Entscheidungen verkaufen wollten. Offensichtlich haben diese Leute keine Ahnung von dem, was im Alltag, sozusagen an der "Pflegefront" los ist. Obwohl Herr Spahn in der vergangenen Diskussionsrunde anmerkte, er habe sich sachkundig gemacht, gingen seine Ausführungen doch meist ins Leere. Er hatte auch wieder die Sprechblase von "Wertschätzung und Anerkennung" im Gepäck. Von solchen Wortungetümen kommt aber in der Praxis nichts an. Unglaublich, dass dies die Verantwortlichen nicht zur Kenntnis nehmen wollen. - Soweit vom Pflege-TÜV die Rede war: Anscheinend ist noch nicht deutlich genug angekommen, dass diese Prüftätigkeit nicht die Ergebnis- und Lebenswirklichkeit widerspiegelt, glatt am Gesetzgebungsauftrag vorbei!
Nach den letzten TV-Sendungen bin ich mehr als gefrustet.

Sabrina Merck
Dem Pflegesystem und den pflegebedürftigen Menschen muss mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden! Daher:
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk!
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

Rita Reinartz
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Registriert: 25.11.2005, 15:01

Sprechblasen

Beitrag von Rita Reinartz » 07.11.2012, 07:54

Sabrina Merck hat geschrieben:"Wertschätzung & Anerkennung" - nichts als Worte
Es ist mehr als berechtigt, die Medienberichterstattung aufzugreifen und zu kritisieren. Es ist in der Tat so, dass sich die Redaktionen gerne auf Themen stürzen, die in irgendeiner Form reißerisch und skandalisierend wirken. Sie garantieren Aufmerksamkeit und Zuschaltquoten. Es geht bei all dem nicht oder nur am Rande um Informationen für die ZuschauerInnen. Diese sollen einfach nur unterhalten werden. Pflege wird damit zur Show gemacht, obwohl es doch angesichts der demografischen Entwicklung und der unzureichenden Pflege-Rahmenbedingungen viele Familien gewaltig belastet oder belasten wird.
Ich bin auch entsetzt darüber, wie schnell immer wieder der Blick ins Ausland gerichtet wird. Dort ist angeblich "heile Welt". In Thailand stehen drei Pflegekräfte für einen pflegebedürftigen Menschen zur Verfügung. Polinnen und Pflegekräfte aus anderen osteuropäidschen Ländern arbeiten für wenig Geld und werden dieserhalb gelobt. Fatal ist aber doch eigentlich, dass wir die Not der ausländischen Arbeitskräfte ausnutzen. Dies wird m.E. nicht deutlich genug herausgestellt.
Bei Günther Jauch saßen Politiker in der Diskussionsrunde, die wieder nur mit Sprechblasen und "Schönrederrei" ihre Entscheidungen verkaufen wollten. Offensichtlich haben diese Leute keine Ahnung von dem, was im Alltag, sozusagen an der "Pflegefront" los ist. Obwohl Herr Spahn in der vergangenen Diskussionsrunde anmerkte, er habe sich sachkundig gemacht, gingen seine Ausführungen doch meist ins Leere. Er hatte auch wieder die Sprechblase von "Wertschätzung und Anerkennung" im Gepäck. Von solchen Wortungetümen kommt aber in der Praxis nichts an. Unglaublich, dass dies die Verantwortlichen nicht zur Kenntnis nehmen wollen. - Soweit vom Pflege-TÜV die Rede war: Anscheinend ist noch nicht deutlich genug angekommen, dass diese Prüftätigkeit nicht die Ergebnis- und Lebenswirklichkeit widerspiegelt, glatt am Gesetzgebungsauftrag vorbei!
Nach den letzten TV-Sendungen bin ich mehr als gefrustet.
Hallo Sabrina, mir geht es ähnlich wie Dir. Die zurückliegenden Sendungen konnten nur den bereits vorhandenen Frust verstärken. Die elenden Sprechblasen der Politiker ... ich kann sie nicht mehr hören ....
Lb. Grüße Rita
Menschenwürdegarantie bedarf bei der Umsetzung entsprechender Rahmenbedingungen. Insoweit gibt es aber Optimierungsbedarf!

Rob Hüser
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Registriert: 13.11.2005, 16:47

Pflegesystem - bitte nicht alles schön reden

Beitrag von Rob Hüser » 08.11.2012, 12:41

Die jüngsten Diskussionen bei "Günther Jauch" brachten wieder allerlei Sprechblasen hervor. Vor allem Herr Spahn meinte, dass der Gesetzgeber doch alles gut geregelt habe und nun sei die Wertschätzung für die Pflegekräfte nur noch vor Ort umzusetzen. So einfach sieht das jemand, der als eine Art Jungspunt im Bundestag die pflegerische Lebenswirklichkeit offensichtlich nicht mitbekommt (wie zahlreiche andere Abgeordnete auch). Frau Schmidt wollte als Ex-Gesundheitsministerin in der Sendung den Pflege-TÜV in ein gutes Licht rücken und meinte, es würde doch die Lebens- und Ergebnisqualität bewertet. Weit gefehlt. Das SG Münster hat erst kürzlich erneut bekräftigt, dass der Pflege-TÜV rechtswidrig agiert und damit eindeutig verbraucherfeindlich ausgerichtet ist. Nun wird alles beim BSG weiter diskutiert. Alles kein Grund, die Prüftätigkeit schön zu reden. Herr Schröder, Heimgeschäftsführer, meinte dann auch, dass sich Heimplatzsucher nicht nach den Pflegenoten richten.
Man darf erneut erstaunt und auch ein wenig entsetzt darüber sein, wie oberflächlich und naiv über die Pflege in Deutschland geredet wird. Es sind viele Baustellen vorhanden, die dringend nach "Reparatur" rufen. Es ist daher gut und richtig, zumindest im kleinen Rahmen gegen Missstände anzukämpfen. Und daher begrüße ich die Neusser Initiativen zur Verbesserung der Pflege sehr. Der anstehende Pflegetreff am 14.11.2012 greift mit hervorragenden Experten wichtige Themen auf.

Rob Hüser

Nachsatz:
Wie ein Lückenbüßer den Pflegenotstand weglächelt
Kein Tiefgang, zahme Gäste und Unverbindlichkeiten: Günther Jauch bereitete das schwierige Thema Pflegenotstand in seiner Show sichtlich Mühe. Nur ein Heimleiter gab sich erfrischend ehrlich.
Von Anette Dowideit
....
http://www.welt.de/fernsehen/article110 ... chelt.html
Das Pflegesystem muss dringend zukunftsfest reformiert werden!

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