Ernährungsreport 2019: Verbraucher wollen differenzierte Information und Orientierung

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Ernährungsreport 2019: Verbraucher wollen differenzierte Information und Orientierung

Beitrag von WernerSchell » 10.01.2019, 07:07

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Quelle: BMEL

Klöckner: "Verbraucher wollen differenzierte Information und Orientierung. Sie achten auf bewusste und gesunde Ernährung, die schmecken muss."
"Deutschland, wie es isst" - Bundesministerin präsentiert den Ernährungsreport 2019.


Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat heute (9.01.2019) in Berlin den Ernährungsreport 2019 vorgestellt. Mit dieser jährlichen, repräsentativen Umfrage unter 1.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern werden Vorlieben, Ess- und Einkaufsgewohnheiten erfragt.

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Quelle: BMEL

"Der Report liefert eine gute und wichtige Datengrundlage. Er zeigt auf, was bei uns auf den Tisch kommt, was den Bürgerinnen und Bürgern bei Lebensmitteln und Ernährung wichtig ist, wie sich Prioritäten im Laufe der Zeit gegebenenfalls ändern, welche Rolle Preise und Kalorien spielen. Die Haupterkenntnis: Lecker und gesund soll es sein. Neun von zehn Verbrauchern ist gesundes Essen wichtig. Und so gut wie allen – 99 Prozent – muss das Essen schmecken."

Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass sich eine große Mehrheit immer bewusster ernährt: "71 Prozent ist es wichtig, dass Fertigprodukte weniger Zucker enthalten, 68 Prozent wollen weniger ungesunde Transfette und 38 Prozent weniger Salz. Über allem steht aber der Geschmack, als Staat sollten wir daher auch keine Produktrezepte vorschreiben, die im Alltag zu Ladenhütern werden. Insofern sind die genannten Zahlen eine Bestätigung, dass wir hinsichtlich unseres grundsätzlichen Ansatzes und der bereits ergriffenen Maßnahmen im Rahmen der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz den richtigen Weg eingeschlagen haben. Gerade der Aspekt der Innovation ist für die Verbraucher dabei wesentlich, durch starre Vorgaben würde diese gebremst werden. Konkret wollen nur sieben Prozent, dass die erwähnte Zuckerreduzierung durch künstliche Süßstoffe ausgeglichen wird. Mein Ministerium fördert deshalb ein Projekt, das aus der Zuckerrübe kalorienarmen Zucker gewinnt."

Julia Klöckner weiter: „Der Ernährungsreport unterstützt auch unser Vorhaben, ein staatliches Tierwohlkennzeichen einzuführen, das über ein reines Haltungskennzeichen hinausgeht. 81 Prozent der Befragten befürworten ein offizielles Siegel, das sicherstellt, dass Nutztiere besser gehalten werden als gesetzlich vorgeschrieben ist. Deutlich gestiegen im Vergleich zum Vorjahr ist zudem die Zahl der Befragten, die es wichtig oder sehr wichtig finden, Nährwertangaben auf Lebensmittelverpackungen vorzufinden. Den Verbrauchern geht es also um transparente und differenzierte Informationen, nicht nur um eine grafische Simplifizierung.

Zugenommen – das zeigen die Zahlen – hat die Außer-Haus-Verpflegung, die wir des-halb bereits stärker in den Blick genommen haben. Das gilt für Kantinen und insbesondere die Verpflegung in den Schulen. Zur Verbreitung der Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für leckeres und gesundes Essen trägt mein Ministerium mit dem Ausbau und der Stärkung der Schulvernetzungsstellen bei. Damit entsprechen wir dem Anliegen von 95 Prozent der Befragten, dass Kinder die Grundlagen der gesunden Ernährung schon in der Schule lernen sollten.

Schließlich bekräftigt der Report unsere Maßnahmen zur Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung. 84 Prozent sehen die Reduzierung des Lebensmittelabfalls als einen geeigneten Weg an, die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. 44 Prozent sprechen sich in diesem Zusammenhang zudem für eine Steigerung der Produktivität der Landwirtschaft aus. Das verdeutlicht, dass die Bevölkerung für diesen Zielkonflikt ein immer stärkeres Bewusstsein entwickelt."

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Quelle: BMEL

Die wesentlichen Erkenntnisse des Ernährungsreports 2019:

Für 99 Prozent der Befragten kommt es beim Essen auf den Geschmack an.
91 Prozent der Befragten ist gesundes Essen wichtig: 71 Prozent essen täglich Obst und Gemüse, 64 Prozent nehmen täglich Milchprodukte zu sich, Fleisch- und Wurstwaren kommen bei 28 Prozent jeden Tag auf den Tisch, 6 Prozent der Befragten ernähren sich vegan oder vegetarisch.
Wir essen und kaufen immer bewusster. Mehr als die Hälfte der Verbraucher achtet beim Einkauf auf Zuckermenge und Fettanteil.
84 Prozent der Befragten sind daher dafür, Fertigprodukten weniger Zucker zu-zusetzen – auch wenn sie dann nicht so süß schmecken.
Den Befragten ist es sehr wichtig, dass verarbeitete Lebensmittel wenig Zucker und wenig ungesunde Transfette enthalten. Das sagen 71 bzw. 68 Prozent der Befragten.
86 Prozent der Befragten gaben an, dass sie bei den freiwilligen Angaben auf Verpackungen die Angaben zur artgerechten Tierhaltung interessieren.
81 Prozent der Befragten wünschen sich ein staatliches Tierwohlkennzeichen.
84 Prozent der Befragten sehen die Verringerung der Lebensmittelverschwendung als eine geeignete Maßnahme, um eine ausreichende Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung sicherzustellen.
48 Prozent präferieren eine einfache Zubereitung, 36 Prozent achten auf die Kalorien, für 32 Prozent ist der Preis am wichtigsten.


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Quelle: BMEL

Hintergrund:
Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat das Meinungsforschungsinstitut forsa im Oktober und November 2018 rund 1.000 Bundesbürgerinnen und -bürger ab 14 Jahren zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten befragt – die 4. Untersuchung seit 2015. Die wichtigsten Ergebnisse über Deutschland, wie es isst, sind im Ernährungsreport 2019 zusammengefasst.

Download
Deutschland, wie es isst - Der BMEL-Ernährungsreport 2019 (PDF, 697 KB, barrierefrei) > https://www.bmel.de/SharedDocs/Download ... cationFile
Weitere Informationen
Ernährungsgewohnheiten in Deutschland: Ernährungsreport 2019 veröffentlicht > https://www.bmel.de/DE/Ernaehrung/_Text ... t2019.html

Quelle: Pressemitteilung vom 09.01.2019
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
Besucheranschrift: Rochusstraße 1, 53123 Bonn
Postanschrift: Postfach 14 02 70, 53107 Bonn
Telefon: 02 28 / 9 95 29 - 0
Telefax: 02 28 / 9 95 29 - 42 62
poststelle@bmel.bund.de
https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemi ... eport.html

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Ärzte Zeitung vom 09.01.2019:
Ernährungsreport
Wie und was Deutschland isst

Was kommt bei den Bundesbürgern auf den Tisch? Welche Nahrungsmittel werden besonders gerne verputzt – und welche oft weggeworfen? Antworten darauf liefert der Ernährungsreport der Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner.
... (weiter lesen unter) ... http://ods-mailing.springer-sbm.com/red ... 8DE9A64687
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Ernährungsreport 2019: Ministerin Klöckner stellt sich gegen die Verbraucher

Beitrag von WernerSchell » 10.01.2019, 15:38

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Ernährungsreport 2019: Ministerin Klöckner stellt sich gegen die Verbraucher

Berlin – Zum Ernährungsreport 2019 des Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft erklärt Barbara Bitzer, Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft DDG:

„Der Report enthält eine klare Handlungsaufforderung an die Ernährungsministerin: 91 Prozent der Befragten wollen, dass Lebensmittel gesund sind. Doch zurzeit ist in Deutschland das Gegenteil Realität: Viele Fertiglebensmittel sind zu süß, zu fett, zu salzig. Daran wird auch die Nationale Reduktionsstrategie von Frau Klöckner nicht viel ändern, denn die darin bisher vereinbarten Ziele sind viel zu gering - und sie sind nur freiwillig. Damit ignoriert Frau Klöckner ganz klar den Befund, dass 84 Prozent der Befragten den Zuckeranteil in Fertiggerichten reduzieren möchten.

An mehreren anderen Stellen erscheint die Interpretation des Ministeriums deutlich zu positiv. So sollte der Befund, dass fast 30 Prozent der Bevölkerung nicht täglich Obst und Gemüse essen, eigentlich ein Weckruf für eine Ernährungsministerin sein. Frau Klöckner sieht darin offenbar kein Problem. Dabei fordern Wissenschaftler schon länger, die Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse abzuschaffen und im Gegenzug ungesunde Lebensmittel stärker zu besteuern.

Viele kritische Punkte fragt der Bericht auch gar nicht ab, etwa die Frage, ob die Verbraucher die derzeitige Lebensmittelkennzeichnung verstehen.“

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Über die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG):
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist mit mehr als 9.000 Mitgliedern eine der großen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und entwickelt Leitlinien. Ziel ist eine wirksamere Prävention und Behandlung der Volkskrankheit Diabetes, von der mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Zu diesem Zweck unternimmt sie auch umfangreiche gesundheitspolitische Aktivitäten.

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Kontakt für Journalisten:
Pressestelle Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
Kerstin Ullrich
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-641, Fax: 0711 8931-167
ullrich@medizinkommunikation.org

Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
Geschäftsstelle
Daniela Erdtmann
Albrechtstraße 9, 10117 Berlin
Tel.: 030 3116937-24, Fax: 030 3116937-20
erdtmann@ddg.info
http://www.ddg.info

Weitere Informationen:
http://www.ddg.info

Quelle: Pressemitteilung vom 10.01.2019
Kerstin Ullrich Pressestelle
Deutsche Diabetes Gesellschaft
https://idw-online.de/de/news708727
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Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Ernährung in Europa: Jeder zweite bis dritte Todesfall vermeidbar

Beitrag von WernerSchell » 11.01.2019, 08:02

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Ernährung in Europa: Jeder zweite bis dritte Todesfall vermeidbar

Von insgesamt 4,3 Millionen kardiovaskulären Todesfällen im Jahr 2016 in Europa gehen 2,1 Millionen auf eine unzureichende Ernährung zurück. Auf die 28 Mitgliedstaaten der EU entfallen davon rund 900.000, auf Russland 600.000 und auf die Ukraine 250.000 Todesfälle. Jeder zweite bis dritte vorzeitige Todesfall könnte durch eine bessere Ernährung vermieden werden. Das berichtet ein internationales Forscherteam unter Leitung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), der Friedrich-Schiller-Universität Jena, des Kompetenzclusters nutriCARD und der University of Washington in den USA in der aktuellen Ausgabe des "European Journal of Epidemiology".

Für die Studie wertete das Team repräsentative Daten der globalen Krankheitslastenstudie (Global Burden of Disease Study) von 1990 bis 2016 aus. Sie analysierten, wie häufig Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zum Beispiel Herzinfarkte oder Schlaganfälle, in den 51 Ländern vorkamen, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als "europäische Region" zusammengefasst werden. Hierzu gehören neben den EU-Mitgliedsstaaten und weiteren europäischen Ländern auch mehrere Staaten Vorder- und Zentralasiens, wie Armenien, Aserbaidschan, Israel, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Türkei, Turkmenistan und Usbekistan. Auf Basis des Lebensmittelkonsums und weiterer Risikofaktoren der jeweiligen Staaten errechneten die Forscher den Anteil der Todesfälle, der auf eine unausgewogene Ernährung zurückzuführen ist. Dazu zählen die Wissenschaftler etwa einen zu geringen Verzehr von Vollkornprodukten, von Nüssen und Samen sowie von Gemüse und einen zu hohen Salzkonsum.

Der Ländervergleich zeigt deutliche Unterschiede: 2016 waren in Deutschland 160.000 Todesfälle (46 Prozent aller kardiovaskulären Todesfälle), in Italien 97.000 (41 Prozent), in Großbritannien 75.000 (41 Prozent) und in Frankreich 67.000 (40 Prozent) mit einer unausgewogenen Ernährung assoziiert. In Israel und Spanien war dagegen nur jeder dritte vorzeitige kardiovaskuläre Todesfall ernährungsbedingt. Im Rahmen der Studie wurden spezifische Länderprofile erstellt: "Während in Schweden und Norwegen ein zu geringer Verzehr von Nüssen und Samen zu den meisten ernährungsbedingten Herz-Kreislauf-Erkrankungen beiträgt, ist in vielen zentral- und osteuropäischen sowie zentralasiatischen Ländern der zu geringe Verzehr von Vollkornprodukten der Hauptrisikofaktor. Oder anders formuliert: Ein vermehrter Verzehr von ballaststoffarmen Weißmehlprodukten hat in den letzten Jahren zu einer Zunahme von Herzkreislauf-Erkrankungen geführt. In Albanien, Aserbaidschan und Usbekistan haben sich entsprechende Fallzahlen im betrachteten Zeitraum sogar mehr als verdoppelt", sagt der Studienleiter Dr. Toni Meier von der MLU.

"Unsere Ergebnisse sind von entscheidender gesundheitspolitischer Relevanz und sollten unbedingt bei der Entwicklung zukünftiger Präventionsstrategien berücksichtigt werden", ergänzt Prof. Dr. Stefan Lorkowski von der Universität Jena, Koautor der Studie und Sprecher des Kompetenzclusters nutriCARD. "Wir müssen das Potenzial einer ausgewogenen und gesundheitsfördernden Ernährung besser nutzen, sonst werden kardiometabolische Erkrankungen zukünftig noch mehr vermeidbare Todesfälle verursachen."

Große Unterschiede fand das Team auch in Bezug auf Alter und Geschlecht: Männer waren tendenziell bereits in jüngeren Jahren betroffen, Frauen dagegen erst ab dem 50. Lebensjahr. 2016 starben rund 601.000 Menschen unter 70 Jahren an den Folgen einer ernährungsbedingten Herz-Kreislauf-Erkrankung; davon 420.000 Männer und 181.000 Frauen. Der höchste Anteil an ernährungsbedingten Todesfällen bei den unter 70-Jährigen wurde in Zentralasien beobachtet, hier waren es 42,5 Prozent. In den EU-Mitgliedsstaaten konnten die Forscher 178.000 vorzeitige ernährungsbedingte Todesfälle - 132.000 bei Männern und 46.000 bei Frauen - aufzeigen, was einem Anteil von knapp 20 Prozent bei kardiovaskulären Todesfällen entspricht.

Mit Hilfe des verwendeten Rechenmodells gelang es den Forschern zudem, die Effekte anderer Risikofaktoren, wie Übergewicht, Bluthochdruck, Bewegungsmangel und Rauchen, herauszurechnen und nur den spezifischen Anteil einer falschen Ernährungsweise an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bestimmen. "Zu betonen ist außerdem, dass der allseits bekannte Risikofaktor Alkohol in unserer Studie nicht berücksichtigt wurde. In Ländern mit einem hohen Alkoholkonsum könnte somit das Ausmaß ernährungsbedingter kardiovaskulärer Erkrankungen noch größer sein", kommentiert die Ernährungswissenschaftlerin Prof. Dr. Gabriele Stangl von der MLU.

Der Kompetenzcluster für Ernährung und kardiovaskuläre Gesundheit (nutriCARD) bündelt die Aktivitäten im Bereich der grundlagennahen und der angewandten Ernährungsforschung der im mitteldeutschen Universitätsbund kooperierenden Universitäten Jena, Leipzig und Halle-Wittenberg. Dieser wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ziel ist, effiziente Konzepte für eine nachhaltige Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln und diese über Ernährungskommunikation und -bildung in die Bevölkerung zu tragen.

Originalpublikation:
Meier T. et al. Cardiovascular mortality attributable to dietary risk factors in 51 countries in the WHO European Region from 1990 to 2016: a systematic analysis of the Global Burden of Disease Study. European Journal of Epidemiology (2019). doi: 10.1007/s10654-018-0473-x

Quelle: Pressemitteilung vom 10.01.2019
Tom Leonhardt Pressestelle
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
https://idw-online.de/de/news708706
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Gute Vorsätze durchhalten – Ihr Blutdruck wird es Ihnen danken!

Beitrag von WernerSchell » 12.01.2019, 07:25

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Gute Vorsätze durchhalten – Ihr Blutdruck wird es Ihnen danken!


Abnehmen, Sport treiben, sich gesund ernähren – das sind wahrscheinlich die häufigsten Vorsätze, die zum Jahreswechsel gefasst wurden. Warum es sich lohnt, genau diese Vorsätze auch konsequent umzusetzen, erläutert die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® | Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention: Diese Lebensstilmaßnahmen reduzieren Bluthochdruck – und damit auch das Risiko für gefährliche Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen. Jeder kann so für den Erhalt der eigenen Gesundheit bis ins hohe Alter sorgen.

Jeder Dritte ist in Deutschland von Bluthochdruck betroffen, bei den über 60-Jährigen ist es sogar jeder zweite. Die Folgen sind gravierend, denn unbehandelt kann Bluthochdruck zu gefährlichen Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkten und Schlaganfällen sowie zu Nierenversagen, Netzhautveränderungen und wahrscheinlich auch zu Demenz führen. Bekannt ist, dass allein die Hälfte aller Herzinfarkte und Schlaganfälle vermeidbar wäre, wenn Bluthochdruck rechtzeitig erkannt und behandelt würde.

Eine medikamentöse Blutdrucksenkung ist bei Werten ab 140/90 mm Hg erforderlich, aber schon ab einem Blutdruck von 130/80 mm Hg steigt das Risiko für Folgeerkrankungen. Menschen mit hochnormalen Blutdruckwerten (130-139/85-89 mm Hg) werden daher Lebensstilmaßnahmen empfohlen, um den Blutdruck auf natürliche Weise zu senken. „Oft können allein dadurch normale Blutdruckwerte erreicht werden – und zwar ganz ohne Nebenwirkungen“, erklärt Prof. Dr. Bernhard K. Krämer, Mannheim, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® | Deutschen Gesellschaft für Hypertonie und Prävention. „Es lohnt sich also, dranzubleiben und seine Vorsätze umzusetzen. Mit den folgenden drei Maßnahmen kann jeder seinen Blutdruck senken und damit für den Erhalt der eigenen Gesundheit bis ins hohe Alter sorgen.“

Übergewichtige Menschen sollten abnehmen!
Ein Hauptrisikofaktor für Bluthochdruck ist Übergewicht, eine wichtige Maßnahme, um hohe Blutdruckwerte zu korrigieren, ist daher abzunehmen. Der Hausarzt hilft und berät dabei, als besonders erfolgreich haben sich Gruppenprogramme erwiesen. Wie auch immer eine Gewichtsreduktion erreicht wird: Jedes Pfund, das schmilzt, nimmt Druck aus den Gefäßen!

Unbedingt in Bewegung bleiben!
Nicht nur das Körpergewicht ist ausschlaggebend für das Bluthochdruckrisiko, sondern auch das Verhältnis von Muskel- zu Fettmasse. Selbst dünne Menschen, die untrainiert und unsportlich sind, haben ein erhöhtes Bluthochdruck-Risiko. Mediziner sprechen vom „TOFI“-Phänotypen (TOFI für „thin ouside, fat inside“, also außen schlank und innen fett) oder von metabolischer Fettleibigkeit bei Normalgewicht [1]. „Ob dick oder dünn: Sport ist eine wichtige Maßnahme, um Bluthochdruck zu vermeiden und zu behandeln“, erklärt Prof. Dr. med. Burkhard Weisser, Direktor des Instituts für Sportwissenschaft an der Universität Kiel und Mitglied des Vorstands der Deutschen Hochdruckliga.

Gesund essen!
Auch eine gesunde, ausgewogene Kost ist wichtig, um Bluthochdruck vorzubeugen. Doch was versteht man eigentlich darunter? Die Deutsche Hypertonie Akademie steckt gesunde Ernährung mit diesen „10 Geboten“ ab:

1. Wenig gesättigte Fettsäuren (sind in Fleisch- und Milchprodukten enthalten) essen: Sie sollten maximal 10% der Gesamtenergiezufuhr ausmachen und daher so oft wie möglich durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren, besonders Omega-3-Fettsäuren, enthalten in Fisch, pflanzlichen Ölen, Nüssen, ersetzt werden.
2.Trans-Fettsäuren auf ein Minimum beschränken – sie entstehen beim Braten und bei der industriellen Fetthärtung und erhöhen das Gesamtcholesterin.
3. Kochsalz auf 5-6 g pro Tag beschränken.
4. Viele Ballaststoffe zu sich nehmen (30-45 g, vorzugsweise Vollkornprodukte).
5. Zwei Portionen Obst am Tag essen.
6. Drei Portionen Gemüse am Tag essen .
7. Ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche essen.
8. 30 Gramm ungesalzene Nüsse pro Tag essen.
9. Alkoholkonsum stark begrenzen (Frauen: 10 Gramm, entspricht ca. einem achtel Liter Wein; Männer: 20 Gramm, entspricht ca. einem viertel Liter Wein).
10.Gesüßte Softdrinks nach Möglichkeit ganz vermeiden [2].

Literatur
[1] Ding C, Chan Z, Magkos F. Lean, but not healthy: the 'metabolically obese, normal-weight' phenotype. Curr Opin Clin Nutr Metab Care. 2016 Nov;19(6):408-417.
[2] Nach European Association of Preventive Cardiology (EAPC)

Kontakt/Pressestelle
Dr. Bettina Albers
albers@albersconcept.de
Telefon: 03643/ 776423
Mobile: 0174/ 2165629

Weitere Informationen: http://www.hochdruckliga.de

Quelle: Pressemitteilung vom 11.01.2019
Dr. Bettina Albers Pressestelle Deutsche Hochdruckliga
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Mit besserer Ernährung jeden zweiten Herztod vermeiden

Beitrag von WernerSchell » 14.01.2019, 07:31

Ärzte Zeitung vom 14.01.2019:
Europäische Studie
Mit besserer Ernährung jeden zweiten Herztod vermeiden

Über zwei Millionen Todesfälle in Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gingen 2016 auf eine ungesunde Ernährung zurück, haben Forscher berechnet. In Deutschland war das fast jeder zweite. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=97 ... efpuryykqr
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Deutsche ernähren sich schlecht - Zu viele Infarkte

Beitrag von WernerSchell » 17.01.2019, 07:36

Ärzte Zeitung vom 17.01.2019:
Zu viele Infarkte
Deutsche ernähren sich schlecht

Tödliche Infarkte und Schlaganfälle durch schlechte Ernährung: Deutschland nimmt hier unter den Ländern mit westlichem Lebensstil einen traurigen Spitzenplatz ein. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=97 ... efpuryykqr
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Gesundheitsbewusste Ernährung

Beitrag von WernerSchell » 17.01.2019, 16:49

Gesundheitsbewusste Ernährung
Ernährung und Landwirtschaft/Antrag

Berlin: (hib/EIS) Die AfD-Fraktion setzt sich für die "Förderung einer gesundheitsbewussten Ernährung" ein. Die Abgeordneten legen dazu einen Antrag (19/7033 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/070/1907033.pdf ) vor, der die Bundesregierung unter anderem auffordert, mithilfe eines nationalen Konzepts den Marktakteuren eine freiwillige Lebensmittelkennzeichnung zu ermöglichen, die allgemeinverständlich ist. Ziel müsse es sein, dass die Verbraucher Produkte schnell auf ihre gesundheitsbezogenen Eigenschaften hin einordnen können. Darüber hinaus soll in Ganztagsschulen und Kindertagesstätten eine hochwertige Essensversorgung für Kinder und Jugendliche sichergestellt werden, die regionale und saisonale Lebensmittel berücksichtigt und intensiv mit der Ernährungsbildung verknüpft ist. Auf europäischer Ebene soll sich die Regierung zudem dafür einsetzen, dass die EU-weite Ausschreibungspflicht für die Gemeinschaftsverpflegung in Kitas und Schulen abgeschafft wird.

Quelle: Mitteilung vom 17.01.2019
Deutscher Bundestag
Parlamentsnachrichten, PuK 2
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel.: +49 30 227-35642, Fax +49 30 227-36001
E-Mail: vorzimmer.puk2@bundestag.de
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Diabetesrisiko durch Lebensstil reduzierbar

Beitrag von WernerSchell » 17.01.2019, 17:13

Diabetesrisiko durch Lebensstil reduzierbar
Gesundheitsexperte plädiert für zeitnahe Prävention statt einer nachträglichen Behandlung

Columbus (pte001/17.01.2019/06:00) - Ein Lebensstil und Gesundheitsfaktoren, die gut für das Herz sind, verhindern laut einer Studie von Forschern des Ohio State University College of Medicine http://medicine.osu.edu Diabetes. Laut den Centers for Disease Control http://cdc.gov leidet allein in den USA fast ein Drittel der Bevölkerung an Diabetes oder Prädiabetes.

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Blutzuckermessung: Experte setzt auf Prävention (Foto: pixelio.de, Michael Horn)

Daten von 7.758 Teilnehmern

Der Endokrinologe Joshua J. Joseph hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese hohe Zahl an Betroffenen zu verringern. Der Forscher untersucht daher verschiedene Möglichkeiten zur Prävention von Diabetes. Die neueste Studie hat die Auswirkungen der Herz-Kreislauf-Gesundheit auf das Diabetesrisiko untersucht.

Das Team beurteilte das Risiko bei 7.758 Teilnehmern der Studie "Reasons for Geographic and Racial Differences in Stroke" und benutzte die "Life's Simple 7"-Empfehlungen http://bit.ly/2LMZ0QJ als Orientierung zur Feststellung der Herzgesundheit. Zu diesen sieben Faktoren gehören die körperliche Aktivität, Ernährung, Gewicht, Cholesterin, Blutdruck, Blutzucker und die Rauchgewohnheiten.

Bis zu 80 Prozent weniger Risiko

Jene Studienteilnehmer, die sich innerhalb der empfohlenen idealen Bandbreite bei zumindest vier der sieben Faktoren befanden, verfügten über ein um 70 Prozent niedrigeres Risiko, innerhalb der nächsten zehn Jahre an Diabetes zu erkranken. Der Vergleich von Personen mit normalem Blutzucker mit jenen, die bereits über veränderte Werte verfügten, ermöglicht laut Joseph interessante Erkenntnisse.

"Teilnehmer mit normalen Werten, die vier oder mehr Faktoren erreichten, verfügten über ein um 80 Prozent geringeres Diabetesrisiko", so Joseph. Bei bereits veränderten Blutzuckerwerten führte auch das Erreichen von vier Faktoren zu keiner Reduzierung des Risikos. Laut dem Experten beweisen die in "Diabetologia" veröffentlichten Ergebnisse, dass der Einsatz von Strategien zur Prävention von Diabetes entscheidend für die Verhinderung dieser Krankheit ist. "Gesunde Menschen müssen etwas dafür tun, dass sie gesund bleiben", meint Joseph. Sich erst bei hohem Blutzucker Gedanken zu machen, sei zu spät.

Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Moritz Bergmann
Tel.: +43-1-81140-300
E-Mail: bergmann@pressetext.com
Website: www.pressetext.com
https://www.pressetext.com/news/20190117001
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Gesunde Ernährung ist eines der Mega-Themen in der Gesellschaft

Beitrag von WernerSchell » 19.01.2019, 07:14

Gesunde Ernährung ist eines der Mega-Themen in der Gesellschaft. Aber was ist gesund und was nicht? Ist „Bio“ wirklich bio? Und wie lässt sich artgerechte Tierhaltung mit der modernen Landwirtschaft verbinden, die ein zentraler Wirtschaftsfaktor geworden ist? Die zunehmend polarisierende Diskussion über konventionelle und ökologische Landwirtschaft ist nur ein Beispiel für den Kampf der Ideologien, die gerade zur Grünen Woche ihren Höhepunkt erlebt. Kristina Dunz und Holger Möhle ordnen die Debatten ein. >>> https://rdir.inxmail.com/rponline/d?o0b ... deswestens

Quelle: Mitteilung der Rheinischen Post vom 19.01.2019
Michael Bröcker, Chefredakteur
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foodwatch zum „Ernährungsreport 2019“ von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner ...

Beitrag von WernerSchell » 20.01.2019, 17:16

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foodwatch zum „Ernährungsreport 2019“ von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner
Pressemitteilung vom 09.2019 > https://www.foodwatch.org/de/presse/pre ... kloeckner/


Berlin, 9. Januar 2019. Zu dem heute von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner vorgestellten „Ernährungsreport 2019“ erklärt Martin Rücker, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch:

„Wir sollten die Arbeit des Ernährungsministeriums nicht an der Qualität seiner PR-Aktivitäten messen, sondern an seinem verbraucherschutzpolitischen Handeln. Die Menschen erwarten wirksame Maßnahmen für eine bessere Tierhaltung oder zur Förderung eines gesunden Lebensmittelangebots, aber gewiss keine Scheinpolitik. Frau Klöckner offenbart ein fragwürdiges Verständnis von ihrem Amt als Bundesernährungsministerin. Sie verteidigt wirtschaftliche Interessen gegen Anliegen des Verbraucherschutzes, wenn sie allein auf freiwillige Maßnahmen setzt. Ein freiwilliges Tierwohl-Label wird am katastrophalen Gesundheitszustand zahlreicher Nutztiere kaum etwas ändern. Eine freiwillige Selbstverpflichtung der Lebensmittelindustrie, den Zucker zu reduzieren, ist zum Scheitern verurteilt.

Wir brauchen eine verständliche Lebensmittelampel für Zucker, Fett & Co., ein Verbot für die Vermarktung ungesunder Lebensmittel an Kinder und eine ‚Limo-Steuer‘, damit Hersteller einen Anreiz haben, weniger Zucker in ihre Getränke zu mischen. Bereits vergangenes Jahr haben mehr als 2.000 Ärztinnen und Ärzte in Deutschland Frau Klöckner zum Handeln aufgefordert – aber die Ministerin stellt sich taub. Andere Länder machen längst Ernst im Kampf gegen Fettleibigkeit und führen Ampelkennzeichnungen ein, beschränken die Werbung an Kinder oder besteuern überzuckerte Limonaden. Deutschland hinkt im Kampf gegen Fehlernährung und die massiven Folgeerkrankungen der internationalen Entwicklung meilenweit hinterher – und Frau Klöckner trägt dafür Verantwortung. Es reicht eben nicht, die Hersteller freundlich zu bitten, etwas weniger Zucker in ihre Produkte zu kippen – denn das sind nun einmal die Produkte, die sich am profitabelsten verkaufen lassen.“

Hintergrund:

Der „Ernährungsreport“ ist eine jährliche repräsentative Umfrage des Bundesernährungsministeriums unter 1.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern über Ess- und Einkaufsgewohnheiten – abrufbar hier. > http://t1p.de/xwon

Vergangenes Jahr forderten 2.000 Ärztinnen und Ärzten, Krankenkassen und Fachgesellschaften die Bundesregierung zum Handeln auf. Hier mehr dazu. > ttps://www.foodwatch.org/de/presse/pressemitte ... regierung/

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Siehe auch:
Gesunde Ernährung - zahlreiche Veröffentlichungen informieren
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Diabetiker-Zahl in Kliniken unterschätzt

Beitrag von WernerSchell » 21.01.2019, 07:31

Ärzte Zeitung vom 21.01.2019:
Statistik-Schwächen
Diabetiker-Zahl in Kliniken unterschätzt
Offizielle Statistiken zu Diabetes mellitus in deutschen Krankenhäusern erfassen aufgrund methodischer Schwächen nicht das wirkliche Ausmaß der Erkrankung. Auch Diabetes als Todesursache wird offenbar weitestgehend unterschätzt. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=97 ... efpuryykqr
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Internationale Expertenkommission: Einfluss der Lebensmittellobby verhindert effektive Maßnahmen gegen Fehlernährung

Beitrag von WernerSchell » 30.01.2019, 09:50

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Internationale Expertenkommission: Einfluss der Lebensmittellobby verhindert effektive Maßnahmen gegen Fehlernährung - foodwatch: "Schallende Ohrfeige für gesundheitsgefährdende Politik von Ernährungsministerin Julia Klöckner"

Berlin, 30. Januar 2019. Um Fettleibigkeit und Fehlernährung in den Griff zu bekommen, muss der Einfluss der Lebensmittelindustrie zurückgedrängt werden, fordern führende internationale Forscherinnen und Forscher in einem neuen Report. Die Lebensmittellobby untergrabe mit Einschüchterung und finanzieller Einflussnahme politische Maßnahmen zur Förderung einer gesunden Ernährung, kritisierte die von der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" einberufene Expertenkommission. Die Verbraucherorganisation foodwatch forderte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner auf, den Empfehlungen des Reports zu folgen und die Zusammenarbeit mit der Ernährungsindustrie umgehend zu beenden. Die Strategie der freiwilligen Selbstverpflichtung sei zum Scheitern verurteilt.

"Der Report ist eine schallende Ohrfeige für die gesundheitsgefährdende Politik von Ernährungsministerin Julia Klöckner", sagte Luise Molling von foodwatch. "Klöckners Klüngelei mit der Lebensmittelindustrie ist nachweislich die falsche Strategie, um die grassierende Fehlernährung in den Griff zu bekommen - das ist jetzt von führenden Expertinnen und Experten bestätigt worden. Statt die Lebensmittelindustrie nur lieb zu bitten, doch etwas weniger Zucker in ihre Produkte zu mischen, braucht es klare Vorgaben wie eine Limo-Steuer, eine Nährwert-Ampel und ein Verbot des Kindermarketings für unausgewogene Lebensmittel. Doch Frau Klöckner traut sich bisher nicht, sich mit der Industrie anzulegen. Sie nimmt Übergewicht, Diabeteserkrankungen und frühzeitige Todesfälle billigend in Kauf. Sie ignoriert die Stimmen von Medizinerinnen und Ernährungsexperten und trägt damit eine wesentliche Mitverantwortung für die Misere."

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bezeichneten Fehlernährung als die "weltweit führende Ursache schlechter Gesundheit". Freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie seien gänzlich "ineffektiv", um gegen Fehlernährung vorzugehen. Auch quasi-regulatorische Ansätze, in denen die Regierungen die Zielsetzung vorgeben und das Monitoring übernehmen, die Teilnahme der Industrie aber freiwillig ist, würden durch den Einfluss der Industrie verzögert und verwässert, heißt es im Report. Die freiwillige "Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten", die Julia Klöckner gemeinsam mit den Lebensmittelkonzernen auf den Weg gebracht hat, sei deshalb zum Scheitern verurteilt, so foodwatch.

Um wirksame Maßnahmen gegen Fehlernährung einzuführen, sollten Regierungen einen globalen Vertrag nach dem Vorbild der Anti-Tabak-Konvention der Weltgesundheitsorganisation errichten, forderte die Expertenkommission. Die Anti-Tabak-Konvention schließt die Tabakindustrie ausdrücklich von der Beteiligung an politischen Maßnahmen aus.

Ärzteverbände, Krankenkassen und Verbraucherorganisationen in Deutschland fordern schon lange wirksame Maßnahmen gegen Fehlernährung und Fettleibigkeit, wie eine verbraucherfreundliche Nährwertkennzeichnung in Ampelfarben, eine Beschränkung der Lebensmittelwerbung an Kinder sowie eine Herstellerabgabe auf gesüßte Getränke. Im vergangenen Jahr hatten mehr als 2.000 Ärztinnen und Ärzte die Bundesregierung zum Handeln aufgefordert. Gegen diese Maßnahmen wehrt sich die Lebensmittelindustrie vehement.

Das Bundeskabinett hat stattdessen Ende 2018 die "Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten" von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner auf den Weg gebracht. Erklärtes Ziel der Strategie ist es, "eine gesunde Lebensweise zu fördern" und "den Anteil der Übergewichtigen und Adipösen in der Bevölkerung zu senken". Das Papier von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner bleibt jedoch meilenweit hinter den Forderungen und Empfehlungen der medizinischen Fachwelt zur Bekämpfung von Übergewicht und Adipositas zurück. Stattdessen setzt das Ministerium auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Ernährungsbranche.

Quellen und weiterführende Informationen:
- Report der Lancet-Kommission (auf Englisch): t1p.de/adpb > http://mailings.foodwatch.de/c/33873022 ... f0f-pm4ygg
- 2.000 Ärzte fordern von Bundesregierung wirksame Maßnahmen gegen Fehlernährung: t1p.de/c85o > http://mailings.foodwatch.de/c/33873023 ... f0f-pm4ygg

Quelle: Pressemitteilung vom 30.01.2019
Pressekontakt:
foodwatch e.V.
Sarah Häuser
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 - 2 90
https://www.foodwatch.org/de/presse/pre ... kloeckner/
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foodwatch zu Klöckner: "Die Ministerin ist gesundheitsgefährdend"

Beitrag von WernerSchell » 31.01.2019, 07:54

Ärzte Zeitung vom 31.01.2019:
foodwatch zu Klöckner
"Die Ministerin ist gesundheitsgefährdend"

Um Fertigprodukte gesünder zu machen, setzt die Regierung auf die Selbstverpflichtung der Industrie. Mit Verweis auf eine Lancet-Studie schießt foodwatch scharf gegen Ernährungsministerin Klöckner (CDU) – und fordert einen Kurswechsel: den Bruch mit der "Lebensmittellobby". mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=98 ... efpuryykqr
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Gesunde Ernährung lindert Depression

Beitrag von WernerSchell » 07.02.2019, 08:31

Gesunde Ernährung lindert Depression
Wissenschaftler werten in britischer Erhebung Daten von knapp 46.000 Personen aus


Manchester (pte001/06.02.2019/06:00) - Abnehmen erhöht die Nährstoffkonzentration im Körper, reduziert Fett und lindert damit die Symptome einer Depression. Das hat eine Analyse der Daten von fast 46.000 Personen durch Wissenschaftler der University of Manchester http://manchester.ac.uk gezeigt. Laut Forschungsleiter Joseph Firth ist es bisher nicht gelungen, endgültig festzustellen, ob eine verbesserte Ernährung Vorteile für die psychische Gesundheit bringt.

Gute Stimmung, weniger Angst

Für die in "Psychosomatic Medicine" veröffentlichte Studie haben die Experten alle bestehenden Daten aus klinischen Studien zu Ernährung und psychischen Erkrankungen ausgewertet. Es konnte eindeutig nachgewiesen werden, dass eine Verbesserung der Ernährung die Symptome einer Depression verringert. Das gelte auch für Personen, bei denen eine Depression nicht offiziell diagnostiziert wurde.

"Unsere Meta-Analyse hat gezeigt, dass eine gesündere Ernährung sich positiv auf die Stimmung auswirken kann. Klare Auswirkungen auf Angstgefühle konnten jedoch nicht nachgewiesen werden", so Firth. Für die Studie wurden die Daten von 16 randomisierten kontrollierten Studien kombiniert, die die Auswirkungen von Ernährungsinterventionen auf die Symptome von Depression und Angst untersucht hatten.

An den Studien hatten insgesamt 45.826 Personen teilgenommen. Großteils wurden Samples untersucht, bei denen keine klinische Depression vorlag. Alle Arten einer verbesserten Ernährung schienen dabei die gleichen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit zu haben. Laut Firth ist es positiv, dass im Normalfall keine besondere Diät erforderlich ist.

Weniger Fast Food wichtiger Schritt

"Bereits einfache Veränderungen wirken sich positiv aus. Mahlzeiten mit mehr Nährstoffen, die reich an Ballaststoffen und Gemüse sind, und weniger Fast Food und raffinierter Zucker scheinen ausreichend zu sein, um die möglichen negativen psychologischen Auswirkungen einer Ernährung mit Junk Food auszugleichen", unterstreicht Firth.

Mitautor Brendon Stubbs vom Maudsley Biomedical Research Centre zufolge ist damit einmal mehr belegt, dass Veränderungen des Lebensstils ein wichtiger Therapieansatz von Stimmungstiefs und Depressionen sind. "Unsere Studie hat gezeigt, dass die Kombination von Veränderungen der Ernährung mit Sport die Symptome einer Depression weiter verringern kann."

Vor allem Frauen profitieren davon

Bei Studien mit Teilnehmerinnen konnten sogar noch größere Vorteile einer Umstellung der Ernährung nachgewiesen werden. Das galt für die Symptome von Depressionen und Angst. Laut Firth ist noch nicht ganz klar, warum ein Teil der Daten deutlich größere Vorteile für Frauen gezeigt hat. Hier seien weitere Forschungen notwendig. Es müsse auch herausgefunden werden, wie die Vorteile einer gesunden Ernährung mit Verbesserungen der körperlichen Gesundheit in Verbindung stehen.

Mögliche Erklärungen seien eine Verringerung von Fettleibigkeit, Entzündungen oder Müdigkeit, die alle mit der Ernährung und den Auswirkungen auf die psychische Gesundheit in Zusammenhang stehen. Weitere Studien seien auch notwendig, um die Auswirkungen von Ernährungsinterventionen auf Personen mit klinisch diagnostizierten psychischen Erkrankungen zu erforschen.

Quelle: Pressemitteilung vom 06.02.2019
Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Moritz Bergmann
Tel.: +43-1-81140-300
E-Mail: bergmann@pressetext.com
Website: www.pressetext.com
https://www.pressetext.com/news/20190206001
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Appell an Lebensmittelhersteller: Mehr Verantwortung übernehmen

Beitrag von WernerSchell » 11.02.2019, 19:01

Appell an Lebensmittelhersteller: Mehr Verantwortung übernehmen

(11.02.19) In einem gemeinsamen Appell fordern die Deutsche Diabetes Gesellschaft und der AOK-Bundesverband die Lebensmittelindustrie auf, endlich mehr gesellschaftliche Verantwortung für gesunde Ernährung zu übernehmen. Die Hersteller müssten belegen, dass ihre freiwillige Selbstverpflichtung, den Anteil von Zucker, Fetten und Salzen zu reduzieren, zum Erfolg führe, so die beiden Verbände . Gelinge dies nicht, "wäre das mit einem Glaubwürdigkeitsverlust der Bundesregierung verbunden", stellt der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, klar. Am Dienstag (12. Februar) wollen Lebensmittelhersteller der Bundesernährungsministerin Julia Klöckner konkrete Reduktionsvorschläge unterbreiten.

Weitere Informationen:
https://aok-bv.de/presse/pressemitteilu ... 21694.html

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Quelle: Pressemitteilung vom 11.02.2019
Web-Infomail des AOK-Bundesverbandes
Herausgeber:
AOK-Bundesverband
Webredaktion
Tel.: 030/220 11-200
Fax: 030/220 11-105
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