Der DKV-Report 2018 - Wie gesund lebt Deutschland?

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Der DKV-Report 2018 - Wie gesund lebt Deutschland?

Beitrag von WernerSchell » 05.09.2018, 13:31

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Der DKV-Report 2018
Wie gesund lebt Deutschland?

DKV Zum fünften Mal untersucht die DKV Deutsche Krankenversicherung gemeinsam mit Professor Ingo Froböse, dem Leiter des Zentrums für Gesundheit durch Sport und Bewegung an der Deutschen Sporthochschule Köln, wie gesund Deutschland lebt. Seit 2010 fragen wir nach körperlicher Aktivität, Sitzen, Ernährung, Rauchen, Alkoholkonsum und Stressverhalten – in diesem Jahr haben wir erstmals nach dem Umgang mit Lärm, Einsamkeit und Regeneration gefragt.

Deutschland geht die Puste aus
Das Erreichen des Richtwerts für gesundes Leben ist deutschlandweit erstmals unter die Zehn-Prozent-Marke gerutscht. Das ist ein neuer Negativrekord: Nur noch 9 Prozent der Befragten leben tatsächlich rundum gesund. Bei unserer ersten Umfrage 2010 waren es noch 14 Prozent.
Auch Bewegungsmangel wird zu einem immer größeren Problem in Deutschland. Waren es laut DKV-Report 2010 noch 60 Prozent, die den Richtwert für körperliche Aktivität erreichten, können sich mit aktuell 43 Prozent nicht einmal mehr die Hälfte aller Deutschen für ausreichend Bewegung begeistern.

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DKV-Report
Sind Sie neugierig geworden? Dann laden Sie sich den kompletten DKV-Report 2018 hier als PDF-Datei herunter. > https://www.ergo.com/-/media/ergocom/pd ... 99B0CED4FA


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Presseinformation, 30.07.2018
DKV-Report 2018 - Deutschland geht die Puste aus
Ein neuer Negativrekord lässt das Erreichen des Richtwertes für gesundes Leben deutschlandweit erstmals unter die Zehn-Prozent-Marke rutschen. Der Anteil der befragten Personen, die bewusst auf Bewegung, Ernährung, Nikotin- und Alkoholkonsum sowie auf einen gesunden Umgang mit Stress achten, sinkt im Vergleich zum DKV-Report 2016 erneut.
Mehr lesen > https://www.ergo.com/de/Media-Relations ... deslaender

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Presseinformation, 30.07.2018
DKV-Report 2018 - Frauen und Erwachsene ab Mitte 40 mit ausgeprägter Lärmempfindlichkeit; Großstädter besonders von Lärmbelästigung betroffen
So verschieden die Geschmäcker sind, so verschieden ist auch das Lärmempfinden. Was für den einen die reinste Klangoffenbarung ist, bedeutet für den anderen die ultimative Zerreißprobe für Trommelfell und Nerven. Lärm ist also subjektiv. Und Lärm kann krankmachen.
Mehr lesen > https://www.ergo.com/de/Media-Relations ... port-Laerm

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Presseinformation, 30.07.2018
DKV-Report 2018 - Deutsche bleiben Bewegungsmuffel
Bewegungsmangel wird zu einem immer größeren Problem in Deutschland. Waren es laut DKV-Report 2010 noch 60 Prozent, die den Richtwert für körperliche Aktivität erreichten, können sich mit aktuell 43 Prozent nicht einmal mehr die Hälfte aller Deutschen für ausreichend Bewegung begeistern. Damit ebnen sie den Weg für viele zivilisationsbedingte Erkrankungen wie Rückenschmerzen, Übergewicht, Bluthochdruck, verschiedene Krebsarten und Diabetes Typ II.
Mehr lesen > https://www.ergo.com/de/Media-Relations ... aet-Sitzen

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Presseinformation, 10.07.2018
DKV-Report 2018 - Deutsche und Pflege: Pflegeroboter kein Ersatz für professionelles Pflegepersonal
Das deutsche Pflegesystem steht vor großen Herausforderungen. Ein Ausweg könnten Robotersysteme sein, die mittelfristig einfache, wiederkehrende und körperlich anstrengende Tätigkeiten erledigen.
Mehr lesen > https://www.ergo.com/de/Media-Relations ... egeroboter

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Kontakt Media Relations -
Ihre Ansprechpartner bei ERGO Media Relations > https://www.ergo.com/de/Media-Relations/Ansprechpartner


Quelle und weitere Informationen:
https://www.ergo.com/dkv-report

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In den sozialen Medien hat Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk zum Report wie folgt informiert:
Der aktuelle DKV-Report 2018 bringt es auf den Punkt: "Deutschland geht die Puste aus." - Nur noch 9% der befragten BundesbürgerInnen leben tatsächlich rundum gesund. Bewegungsmangel wird zu einem immer größeren Problem. Nur noch 43% der Deutschen können sich für ausreichend Bewegung begeistern. > viewtopic.php?f=6&t=22762 - Es war daher richtig, dass Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk bereits beim Neusser Pflegetreff am 22.11.2017 "Prävention und Gesundheitsförderung" zum Thema gemacht hat und auch weiter damit befasst ist. > viewtopic.php?f=4&t=22485

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Deutsches Ärzteblatt vom 30.07.2018
Umfrage: Deutsche leben ungesund
Berlin – Unter den Bundesbürgern gibt es immer mehr Bewegungsmuffel. Das zeigte eine Umfrage im Auftrag der DKV Deutsche Kran­ken­ver­siche­rung. Demnach erreichen nur noch 43 Prozent der Befragten das empfohlene Mindestmaß an körperlicher Aktivität. Der Wert sei in den vergangenen Jahren immer weiter gesunken – 2010 lag er noch bei 60 Prozent.
„Es ist ein trauriges Ergebnis“, sagte Studienleiter Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. Für den Report wurden fast 2.900 Deutsche interviewt – nicht nur zum Thema Bewegung, sondern auch zu ihrer Gesundheit, zu Ernährung, Alkohol, Rauchen, Stress, Lärmempfindlichkeit, Einsamkeit und Regeneration. Es ist die fünfte Befragung dieser Art seit 2010. In der Summe ergibt sich das Bild einer Gesellschaft, die sich für gesund hält, in Wahrheit aber träge geworden ist.
.... (weiter lesen unter) ... https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... n-ungesund

Ärzte Zeitung vom 31.07.2018:
Bewegung, Ernährung und Co.
So ungesund leben die Deutschen

Die Deutschen halten sich für gesund, sind es aber einer Studie zufolge gar nicht. Sie sitzen viel herum, und fühlen sich nicht besonders ausgeruht. Eine gute Nachricht gibt es aber. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=96 ... efpuryykqr
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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WHO schlägt Alarm - Deutsche werden immer mehr zu Bewegungsmuffeln

Beitrag von WernerSchell » 05.09.2018, 13:35

Ärzte Zeitung vom 05.09.2018:
WHO schlägt Alarm
Deutsche werden immer mehr zu Bewegungsmuffeln

Die Menschen in Deutschland und in anderen Wohlstandsländern werden immer fauler, warnt die Weltgesundheitsorganisation. Nicht mal jeder zweite Bundesbürger bewegt sich in dem Maße, wie es empfohlen wird. Ein weltweiter Aktionsplan soll den Bewegungsmuffeln jetzt Beine machen.
GENF. Immer mehr Menschen aus reicheren Ländern bewegen sich offenbar nicht genug.
Das berichten Forscher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) – und verweisen auf die Ergebnisse einer im Fachmagazin "The Lancet Global Health" veröffentlichten neuen Studie (DOI: 10.1016/S2214-109X(18)30357-7).
Deutsche werden immer inaktiver
... (weiter lesen unter) ... https://www.aerztezeitung.de/panorama/s ... 05.Sport.x

In den sozialen Netzwerken gepostet:
Die Menschen in Deutschland und in anderen Wohlstandsländern werden immer fauler, warnt die Weltgesundheitsorganisation. Nicht mal jeder zweite Bundesbürger bewegt sich in dem Maße, wie es empfohlen wird. Der Ende Juli 2018 vorgestellte DKV-Report 2018 informierte über ähnliche Erkenntnisse und titelte: "Deutschland geht die Puste aus". - Ich habe wiederholt gesundheitsförderliche Aktivitäten mit ausreichender Bewegung (Sport) und gesunder Ernährung angemahnt. Dass solche Maßnahmen nachweislich wirken, ist eindeutig durch zahlreiche Studien belegt. Die Neusser Pflegetreffs am 22.11.2017 und 09.05.2018 haben entsprechende Präventionsmaßnahmen für Jedermann aufgezeigt.
viewtopic.php?f=6&t=22762&p=105325#p105325
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WHO-Kritik: Wir brauchen Bewegung im Alltag

Beitrag von WernerSchell » 05.09.2018, 17:58

WHO-Kritik: Wir brauchen Bewegung im Alltag

Gerade die Deutschen schneiden schlecht ab in der neuen großen Bewegungsstudie der Weltgesundheitsorganisation WHO. Über 40 Prozent aller Deutschen bewegen sich zu wenig! Also fast die Hälfte von uns schafft nicht mal 2-3 Stunden pro Woche spazieren zu gehen oder Rad zu fahren, um das Risiko von Krankheiten zu mindern. Die WHO fordert: Die Politik muss etwas tun. Etwa in Städten und Ballungsräumen. Mit der richtigen Städte- und Verkehrsplanung kann man die Menschen in Bewegung bringen, auch körperlich. Denn wer sich zum Beispiel mit Autos um den Platz auf der Straße streitet, setzt sich nicht so schnell aufs Rad. Quarks-Redakteur Robert Zapp mit Ergebnissen der Studie | audio >>> https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr ... g-100.html

Sport ist gesund, heißt es immer. Doch stimmt das? Tatsächlich entdecken Sportmediziner immer mehr Details, die zeigen: Regelmäßiges Training ist sogar gesünder, als viele bislang dachten. Sport beeinflusst nicht nur Muskeln, Herz und Knochen, sondern auch unser Gehirn– und unsere Gene. - Quarks & Co, WDR, berichtete am 04.04.2017 | 04:40 Min. > https://www1.wdr.de/mediathek/video/sen ... h-100.html
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Es muss nicht immer Sport sein: Täglich 10 Minuten zügig spazieren gehen kann gut fürs Herz sein

Beitrag von WernerSchell » 05.09.2018, 18:17

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Es muss nicht immer Sport sein: Täglich 10 Minuten zügig spazieren gehen kann gut fürs Herz sein

Nach WHO-Studie zu globalem Bewegungsverhalten: Sport- und Präventionsmediziner Prof. Martin Halle warnt vor Bewegungsdefizit bei Kindern und Jugendlichen / Im Herzstiftungs-Interview erläutert er, warum tägliche Bewegung auch in kleineren Dosen viel bewirken kann – auch bei bestehender Herzkrankheit

Die aktuelle WHO-Warnung* vor zu wenig körperlicher Aktivität bei Erwachsenen auch in Deutschland wirft die Frage auf, wie es um die Gesundheit der Menschen hierzulande steht. Präventionsexperten wie Professor Martin Halle vom wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung (www.herzstiftung.de) und ärztlicher Direktor für Präventiv- und Sportmedizin der Technischen Universität München sehen die Lage kritisch: „Die Studie hat gezeigt, dass wir in Deutschland nicht viel aktiver sind als zum Beispiel in den USA, wo die Diabetesrate heute schon höher ist. Was die körperliche Aktivität bei Frauen anbelangt, befindet sich Deutschland bereits bei den inaktivsten Ländern vergleichbar mit Brasilien und Saudi-Arabien.“ Der Kardiologe warnt vor einer zu laxen Haltung nach der Devise „So schlimm ist es bei uns ja gar nicht!“: „Es kann nicht sein, dass Schulbehörden hierzulande Schulsportstunden zu 25 Prozent ausfallen lassen und es erlauben, dass 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen nicht mehr ausreichend schwimmen können. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Die Folgen für das Gesundheitssystem werden laut Prof. Halle in 15 Jahren zu sehen sein: Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden ebenso weiter ansteigen wie einige Krebserkrankungen und Demenz.

Welche Aktivitäten sind besonders zu empfehlen?
Wie können Menschen trotz Zeitnot und Müdigkeit vor und nach ihren beruflichen und familiären Verpflichtungen zu mehr Bewegung gelangen? In einem aktuellen Interview mit der Redaktion von „Herz Heute“, Zeitschrift der Deutschen Herzstiftung, erläutert Prof. Halle, warum und wie regelmäßige Bewegung auch in kleineren – alltagstauglichen – Einheiten den Schutz vor Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“) und somit vor Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzschwäche effektiv erhöht und wie sich Bewegung positiv auf andere Körper- und Organfunktionen wie Zellerneuerung, Anregung der Hirnaktivität, Stoffwechselprozesse in Leber und anderen Organen auswirkt. Wie viel Zeit für Sport muss man minimal investieren, um die positiven Mechanismen in Gang zu setzen? Dazu der Experte: „Wer beispielsweise täglich rund zehn Minuten zügig spazieren geht, reduziert sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes um 20 Prozent. Schon nach sechs bis acht Wochen ist mit einem deutlich verbesserten Muskelstoffwechsel, einer erhöhten Elastizität der Gefäße und einer verbesserten Herzfunktion zu rechnen.“ Für die Gesundheit wichtig sind immer Regelmäßigkeit und Ausdauer. Zu den besten Ausdauersportarten zählen Prof. Halle zufolge Fahrradfahren, zügiges Gehen, Wandern, Nordic Walking, Joggen und Schwimmen. „Es ist zudem ratsam, ein Ausdauertraining, das Herz und Kreislauf fordert, durch ein leichtes Krafttraining zu unterstützen, das die Muskeln kräftigt. Das Krafttraining sollte dynamisch erfolgen, also mit geringen Gewichten und häufigen Wiederholungen.“

Auch eine bereits bestehende Arteriosklerose lässt sich wie Studien belegen konnten positiv beeinflussen. „Es lohnt sich immer und in jedem Alter, mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren, weil man damit immer etwas für die Gesundheit seiner Gefäße, des Herzens und aller anderen Organe des Körpers tut.“

*Guthold R. et al, Worldwide trends in insufficient physical activity from 2001 to 2016: a pooled analysis of 358 population-based surveys with 1·9 million participants, Lancet Glob Health 2018

Tipp: Die aktuelle Ausgabe von Herz Heute 4/2018 mit dem Interview „Bewegung ist die beste Vorsorge“ von Claudia Eberhard-Metzger mit Prof. Martin Halle (8 Seiten) kann kostenfrei per Telefon unter 069 955128400 oder per Mail unter bestellung@herzstiftung.de angefordert werden.

„Jeder Schritt zählt: Tipps für mehr Bewegung“, eine Informationsbroschüre der Deutschen Herzstiftung, kann kostenlos angefordert werde unter bestellung@herzstiftung.de

Bildmaterial zum Download unter:
www.herzstiftung.de/presse/bildmaterial ... erview.jpg

38/2018
Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle:
Michael Wichert /Pierre König
Tel. 069 955128-114/-140
presse@herzstiftung.de
www.herzstiftung.de

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
www.herzstiftung.de/presse/bildmaterial ... erview.jpg
www.herzstiftung.de

Anhang
attachment icon Herz-Heute_Bewegung_Interview_mit_Martin_Halle_2018 > https://idw-online.de/de/attachment66512

Quelle: Pressemitteilung vom 05.09.2018
Michael Wichert Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung
https://idw-online.de/de/news701667
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Das Glück der zehntausend Schritte

Beitrag von WernerSchell » 27.09.2018, 17:53

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Das Glück der zehntausend Schritte

Wir Deutschen sind Bewegungsmuffel: Das hat eine aktuelle Studie kürzlich wieder einmal belegt. Abhilfe sollen zum Beispiel Schrittzähler schaffen. Mit ihnen lässt sich genau verfolgen, wie viele Schritte man in einer bestimmten Zeitspanne zurücklegt, dazu ermitteln sie die verbrauchten Kalorien und die gelaufene Streckenlänge. Experten empfehlen, durchschnittlich 10.000 Schritte pro Tag zu gehen. Diese griffige Zahl klingt für viele wie ein Versprechen: Laufe 10.000 Schritte täglich, und du bist fit. Ein schöner Marketingsatz, befindet Reporter Benjamin Esche, sagt die Zahl doch nichts darüber aus, wie und mit welcher Intensität man sich gesundheitsbewusst bewegt.

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audio >>> https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr ... e-100.html
„Wir brauchen Bewegung im Alltag“ – Quarks (05.09.2018) | audio >>> https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr ... g-100.html


Quelle: Mitteilung vom 27.09.2018
WDR - Quarks-Team
E-Mail: quarks@wdr.dehttps://www1.wdr.de/resources/img/wdr/logo/wdr_logo.svg
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Herzinfarkt: Emotionaler Stress als Auslöser unterschätzt

Beitrag von WernerSchell » 28.09.2018, 14:31

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Herzinfarkt: Emotionaler Stress als Auslöser unterschätzt

• Psychische Belastungssituationen wie Trauer oder Mobbing lösen auch bei Patienten ohne Vorerkrankung eine das Herz belastende Reaktion aus.
• Das Unterschätzen von emotionalem Stress als Auslöser von Herzinfarkten kann lebensbedrohlich sein.
• Ein bewusster Umgang mit Stress ist wichtig für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.


Düsseldorf, 28.09.2018 – Enorme psychische Belastungssituationen steigern das Herzinfarktrisiko nicht nur bei Patienten mit bereits bestehender koronarer Herzerkrankung, sondern auch bei Patienten ohne nachgewiesene Vorerkrankung an den Herzkranzgefäßen. Das Spektrum solcher extremen Stresssituationen kann von einem Trauerfall in der Familie bis hin zum Mobbing am Arbeitsplatz gehen. Besonders auffallend ist, dass der stressbedingte Herzinfarkt vor allem von emotionaler Belastung ausgelöst wird, die durch zwischenmenschliche Probleme entstanden ist. Prof. Dr. med. Christiane Waller, Sprecherin der DGK-Arbeitsgruppe Psychosoziale Kardiologie, betont: „Der übliche Alltagsstress wie eine verpasste Straßenbahn ist dabei lange nicht so relevant wie zwischenmenschlicher Stress, beispielsweise mit Arbeitskollegen, dem Partner oder der Familie.“

Psychische Faktoren triggern Alarmreaktion im Körper

Emotional aufwühlende Ereignisse führen zu einer Alarmreaktion des Körpers: die Stresshormone und das sympathische Nervensystem werden aktiviert. Dies wirkt sich negativ auf das Herz-Kreislaufsystem aus. Die Herzleistung steigt an, der Herzmuskel benötigt mehr Sauerstoff, der Herzschlag beschleunigt. Herzmuskel und Gefäße werden stark belastet, denn die Gefäße verengen sich als Reaktion auf die Stresssituation und es kommt zu kritischer Blutdrucksteigerung. Weiße Blutkörperchen werden aktiviert und es kommt zu einer vermehrten Verklebung von Blutplättchen. Prof. Dr. med. Hugo Katus, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, erklärt: „All diese Faktoren zusammen und viele andere zelluläre Phänomene erklären gut, warum es bei Stress leichter zu einem Herzinfarkt kommen kann. Das betrifft besonders häufig die Patienten, die schon eine bestehende koronare Herzkrankheit haben, aber es kann auch Menschen betreffen, die keine nennenswerte Erkrankung an den Herzgefäßen haben.“

Verschiedene Herzinfarktarten nach Stressreaktion identifiziert

Ein Herzinfarkt kann viele Ursachen haben. Der klassische Herzinfarkt entsteht durch eine vorbestehende Erkrankung der Herzkranzgefäße und einen Verschluss des Herzkranzgefäßes durch eine Gerinnselbildung an einer arterioskleotischen Ablagerung (Typ 1-Herzinfarkt). Bei 20-30% aller Herzinfarkte finden sich aber keine Verschlüsse von Herzkranzgefäßen. Hier entsteht eine kritische Sauerstoffschuld des Herzmuskels durch eine für den Sauerstoffbedarf nicht ausreichende Durchblutung. Die Kardiologie spricht dann von einem Typ 2-Herzinfarkt. Auch bei diesem Infarkt sind die Angina pectoris Beschwerden und viele klinischen Befunde mit einem klassischen Herzinfarkt, der durch einen kompletten Gefäßverschluss bedingt ist, identisch. Rätsel geben allerdings die Patienten auf, deren Herzkranzgefäße trotz Herzinfarkt keinerlei kritische Engstellen aufweisen. Die Ursache für den Infarkt bei diesen Patienten ist noch nicht geklärt, könnte aber in einer Verkrampfung der Gefäße (Spasmus) liegen. Dieses Phänomen wird als MINOCA bezeichnet. Eine besondere Ursache für eine herzinfarktähnliche akute Erkrankung ist das Broken Heart Syndrom. Bei circa 2-3% aller Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt wird diese Erkrankung gefunden, die nicht weniger lebensbedrohlich ist als ein Herzinfarkt. Diese Erkrankung, die besonders häufig bei Frauen in der Post-Menopause zu beobachten ist, wird auch Tako-Tsubo-Syndrom oder Stress-Kardiomyopathie genannt. Als Auslöser finden sich - wie oben erwähnt - häufig extreme emotionale Belastungen aber auch lebensbedrohende Situationen.

Handlungsempfehlungen zum Stressabbau müssen individuell zugeschnitten sein

Während sich die akute Behandlung stressbedingter Herzinfarkte nicht von der typischer Herzinfarkte unterscheidet, sollten Fachärzte die auslösenden psychosomatischen Faktoren insbesondere bei der Nachsorge der Betroffenen nicht außer Acht lassen, damit sie entsprechende Maßnahmen zur Stressreduktion vornehmen können. Welche das sind, hängt von den individuellen Bedürfnissen des Einzelnen ab. So Waller: „Die einen bauen Stress ab, indem sie sich körperlich betätigen. Diesen Patienten raten wir dann zu sportlichen Aktivitäten, während andere Patienten eher Ruhe benötigen. Besonders beliebt sind derzeit Tai Chi, Chi Gong oder achtsamkeitsbasierte Verfahren als Entspannungstechniken. Vielen hilft aber auch einfach das Lesen eines guten Buchs.“

Stressbedingter Herzinfarkt mit mehr Komplikationen verbunden

Auch weniger existenzieller Stress kann das Risiko für Herzinfarkt erhöhen. So konnten Kardiologen aus München zeigen, dass während der Fußball-Weltmeisterschaftsspiele der deutschen Mannschaft die Herzinfarktrate signifikant angestiegen ist. Während die Sterblichkeitsrate bei den unterschiedlichen Herzinfarkttypen im Wesentlichen vergleichbar ist, betont Prof. Dr. Katus „Registerdaten nach Situationen mit hoher Stressbelastung - wie zum Beispiel nach Erdbeben - zeigen, dass die durch Stress getriggerten Herzinfarkte mit mehr Komplikationen und größeren Herzinfarkten einhergehen. Unklar ist bis dato allerdings, ob Herzinfarkte abhängig von der spezifischen Auslösesituation unterschiedliche Sterblichkeitsraten haben.

Generell gilt, dass eine gesunde Lebensweise äußerst wichtig für die Prävention kardiovaskulärer Ereignisse ist. Dazu gehört auch ein möglichst bewusster Umgang mit Stresssituationen. Denn Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind immer noch die Todesursache Nummer eins in Europa.

Medienkontakt:
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie
Pressesprecher: Prof. Dr. Eckart Fleck (Berlin)
Hauptstadtbüro der DGK: Leonie Nawrocki, Tel.: 030 206 444 82
Pressestelle: Kerstin Kacmaz, Tel.: 0211 600 692 43, Melissa Wilke, Tel.: 0211 600 692 13
presse@dgk.org

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine gemeinnützige wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit mehr als 10.000 Mitgliedern. Sie ist die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder und die Erstellung von Leitlinien. Weitere Informationen unter www.dgk.org

Weitere Informationen:
http://www.dgk.org/presse

Quelle: Pressemitteilung vom 28.09.2018
Prof. Dr. Eckart Fleck Pressesprecher
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.
https://idw-online.de/de/news703068
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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