Kampf dem Vergessen --- Demenz-Prävention

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Kampf dem Vergessen --- Demenz-Prävention

Beitrag von WernerSchell » 01.10.2017, 06:48

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Kampf dem Vergessen

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Ein Forscherteam am Uniklinikum Homburg untersucht Methoden zur Vorbeugung von Demenz

Ständig vergisst du alles – du hast doch Alzheimer!« Ein Satz, der im Scherz schnell dahergesagt ist. Doch damit ist oft nicht zu spaßen: In Deutschland leiden über zwei Millionen Menschen an Alzheimer und ähnlichen unheilbaren Formen der Demenz.

Der Mensch muss sein Leben lang mit einer bestimmten Anzahl an Nervenzellen auskommen. Verkümmern diese Zellen, hat das beispielsweise zur Folge, dass das Kurzzeit- Gedächtnis versagt – man spricht von Demenz. Ausgelöst wird die Krankheit durch ein Übermaß eines bestimmten Moleküls. Zum Ausbruch der Krankheit tragen Risikofaktoren wie ein hohes Alter, ein hoher Cholesterin-Spiegel, Bluthochdruck, ungesunde Ernährung, Depressionen und zu wenig geistige und körperliche Aktivität bei. Eine Demenz- Erkrankung ist ein schleichender Prozess. Der Ausbruch der Krankheit kann bis zu 30 Jahre dauern. Heutzutage wird Demenz mit Medikamenten behandelt, allerdings mit mäßigem Erfolg: Maximal ein Drittel der Patienten profitiert zumindest eine Zeit lang von den Medikamenten, die zur Zeit für die Behandlung der Alzheimer-Krankheit zur Verfügung stehen. Neben Alzheimer gehört auch Parkinson zu den bekannten Formen von Demenz.

Wissenschaftler der Saar-Uni beschäftigen sich schon seit längerem mit dieser Krankheit. Vor einem Jahr wurde am Universitätsklinikum in Homburg das Deutsche Institut für Demenz-Prävention (DIDP) eröffnet. Tobias Hartmann, Professor für Neurodegeneration und Neurobiologie, und sein Forscherteam am DIDP wollen herausfinden, wie man die Hirnleistung im Alter erhalten kann. »Das Gehirn kann nicht alles speichern. Gedächtnis bedeutet, man muss vergessen können. Dann muss die Grenze zwischen ›gesundem‹ Vergessen und Krankheit gezogen werden.«, so Hartmann. Er und sein Team forschen an dieser Grenze, wo das Vergessen zur Erkrankung wird.

Das Augenmerk des Teams richtet sich besonders auf die Alzheimer-Krankheit. Diese Form von Demenz tritt am häufigsten auf. Weltweit leiden etwa 24 Millionen Menschen an Alzheimer. In Deutschland werden über 200.000 Demenz -Neuerkrankungen pro Jahr verzeichnet. Bis jetzt ist es zwar nicht möglich, Alzheimer zu heilen. Wird die Krankheit aber rechtzeitig entdeckt, können die Betroffenen besser versorgt werden. Daher testet das Forscherteam am DIDP neue Methoden, mit denen Alzheimer früher erkannt werden soll. Dabei wird dem Menschen Hirnwasser entnommen, in dem Eiweißfragmente, sogenannte »molekulare Marker«, enthalten sind. Hiermit lässt sich besser erkennen, ob der Mensch von der Krankheit betroffen ist. Eine andere Möglichkeit, eine Diagnose zu erstellen, ist beispielsweise eine Kernspintomographie. Neben Diagnoseverfahren untersuchen die Forscher um Tobias Hartmann außerdem im Projekt »Lipi- DiDiet«, ob die im Fisch enthaltenen Omega-3-Fette einer Alzheimer-Erkrankung vorbeugen können.

Natürlich wäre es auch den Wissenschaftlern lieber, wenn die Menschen erst gar nicht an Alzheimer erkrankten. Sie setzen daher auf Prävention. »Gesunde Ernährung sowie die körperliche und geistige Fitness auch im fortgeschrittenen Lebensalter sind wichtig, um der Krankheit vorzubeugen«, betont Professor Hartmann. Auch Patienten, bei denen eine Demenz im frühen Stadium erkannt wurde, könnten vermutlich den Krankheitsverlauf hinauszögern, wenn sie Risikofaktoren wie Übergewicht oder Bluthochdruck rechtzeitig bekämpften.

_Jana Burnikel

Hintergrund:
Das Deutsche Institut für Demenz-Prävention wurde erst jüngst zu einem der 365 Orte im »Land der Ideen 2010« ernannt. Finanziert wird das DIDP vom Land, der Universität des Saarlandes und aus Drittmitteln. Mittlerweile ist das Institut für Demenzforschung bundes- und weltweit vernetzt: Als federführendes Institut der größten europäischen Alzheimerstudie erhält es Fördergelder aus der EU. Insgesamt arbeitet das Institut mit 18 Partnern aus der ganzen Welt zusammen.

Quelle und Kontakt
Presse und Kommunikation
Campus Saarbrücken
Gebäude A2 3, Raum 2.01
66123 Saarbrücken
Tel.: +49 681 302-2601
presse(at)uni-saarland.de
http://www.uni-saarland.de/presse

http://www.uni-saarland.de/aktuelles/pr ... eimer.html

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Kenntnisstand Präventionsmaßnahmen Von verschiedenen Einzelmaßnahmen ist bekannt, dass diese das Erkrankungsrisiko verringern können. Allerdings ist bis heute unbekannt wie groß dieser schützende Effekt ist. Deswegen wird mittlerweile oft ein verbesserter Weg verfolgt. Allgemein wird davon ausgegangen, dass ebenso wie bei vielen anderen präventiven Ansätzen, Einzelmaßnahmen zwar die oben erwähnten messbare Gruppeneffekte erzielen können, in ihrer Wirksamkeit aber kombinatorischen Ansätzen klar unterliegen könnten. Das sekundärpräventive Konzept des DIDP beruht auf einer multidimensionalen Prävention. Dies kann einerseits zu der Kombination verschiedener Wirkstoffe oder der Kombination ganz unterschiedlicher Maßnahmen führen. Beispiele sind hier aufgeführt: • Kontrolle der vaskulären Risikofaktoren (Hypercholesterolämie mit engen Grenzwerten, Bluthochdruck, Diabetes • Ernährungseinstellung und Supplementation (Langkettige Omega-3 Fettsäuren, Reduzierung bestimmter Risikostoffe, Folsäure und B6/B12 in individuell angepasster Dosierung) • Altersangepasstes körperliches Fitness Programm mit de-finierter Trainingsleistung • Kognitive Aktivierung und soziales Integrationsprogramm • Therapie depressiver Symptome • Optimierung und Anpassung/Ersatz der aktuellen Medikation in Hinsicht auf kognitive Wechselwirkung Bei dem heutigen Stand der Wissenschaft ist für die Sekundär-prävention immer eine individuelle Beratung und Betreuung notwendig. Am DIDP selber geschieht dies im Rahmen wissenschaftlicher Studien, außerhalb der reinen Forschungstätigkeit engagiert sich das DIDP stark dafür, dass diese Maßnahmen zukünftig auch der breiten Bevölkerung zur Verfügung stehen.
Quelle: http://www.didp.org/demenzpaevention.htm

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Die Gesundheit managen - u.a. das Gehirn auf Trab halten, egal mit welchen Mitteln ...

"Die simple Überlegung, die Reichen könnten es sich richten und sich Gesundheit und Lebenszeit kaufen, stimmt, jedenfalls in Ländern mit gut funktionierenden sozialen Gesundheitssystemen, so nicht oder nur zu einem verschwindend kleinen Teil. Vielmehr sind es die Umstände, die mit einem höheren sozioökonomischen Status einhergehen, die zu mehr Gesundheit führen.
In der westlichen Welt beeinflusst die Lebensführung die Lebenserwartung viel stärker als die ökonomische Situation. Gruppen mit besserer finanzieller Ausstattung profitieren in gesundheitlicher Hinsicht davon, dass sie eher in der Lage sind, sich umfassend zu informieren, Probleme und Situationen zu analysieren, Lösungen zu diskutieren, Angebote abzuwägen und Verantwortung zu übernehmen, indem sie Entscheidungen treffen.
Anders ausgedrückt: Menschen sind nicht deshalb gesünder und leben nicht deshalb länger, weil sie reicher sind, sondern weil sie eher dazu neigen, sich aktiv um ihre Gesundheit zu bemühen und dabei ihr Wissen und ihre Erfahrung zu nutzen."

Quelle: Universitätsprofessor Dr. Heinz Ludwig in "Richtig leben, länger leben", Edition a, 2017, Seite 159)

"Gesundheitsbewahrung geht vor Krankheitsbewältigung"
Alenos von Pergamon (129 - 216 n. Chr.)

Der Neusser Pflegetreff wird am 22.11.2017 interessierte BürgerInnen darüber gezielt informieren und aufzeigen, wie eine gesunde Lebensführung bis ins hohe Alter gelingen kann. Es wird dann vorrangig um Eigenverantwortung und nicht um eine Beteiligung am "Gesundheitsmarkt" gehen. - Näheres > viewtopic.php?f=7&t=22212

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Alzheimer kann im Frühstadium stabilisiert werden

Beitrag von WernerSchell » 31.10.2017, 08:20

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Europäische Studie:
Alzheimer im Frühstadium kann mit Nährstoffkombination stabilisiert werden


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Professor Tobias Hartmann - UKS

Das europäische Forscherkonsortium LipiDiDiet unter Leitung von Professor Tobias Hartmann von der Universität des Saarlandes wird am 31. Oktober 2017 im Fachmagazin „The Lancet Neurology“ die Ergebnisse einer klinischen Langzeitstudie mit Alzheimer-Patienten veröffentlichen. Die Personen mit so genanntem prodromalem Alzheimer, also dem vordementiellen Stadium der Krankheit, wurden mit einem Nährstoffgemisch behandelt. Sie zeigten in neuropsychologischer Hinsicht im Vergleich zu einer Testgruppe keine Veränderung. Jedoch verbesserten sich ihre kognitiven und funktionellen Leistungen im Alltag signifikant. Auch das Gehirn schrumpfte im Vergleich weniger.

Das für die Behandlung der Alzheimer-Patienten eingesetzte Nährstoffgemisch enthält „Fortasyn Connect“, eine spezielle Kombination aus essentiellen Fettsäuren, Vitaminen und anderen Nährstoffen. Mehrere Forscher der Universität des Saarlandes und weiterer deutscher und internationaler Institutionen waren an der klinischen Studie beteiligt, die Teil eines großen durch die Europäische Union finanzierten Forschungsprojektes ist. An der Studie nahmen 311 Patienten an elf Kliniken in Europa für zwei Jahre teil. Zum Studienbeginn hatten alle Patienten eine durch Biomarker nachgewiesene, leichte kognitive Beeinträchtigung des Alzheimer-Typs, dem Vorstadium der Alzheimer-Demenz. Die Hälfte der Patienten nahm die Nährstoffkombination täglich in Form eines Trinkjoghurts zu sich, die Kontrollgruppe erhielt ein Getränk, das im Geschmack sowie in der Konsistenz und Farbe identisch war, aber keine Wirkstoffe erhielt.

Ein ursprünglich als Hauptergebnis vorgesehener neuropsychologischer Test mit beiden Patientengruppen (primärer Endpunkt) bestand aus den folgenden Einzeltests: Lernen, Erinnern und Erkennen von zehn Wörtern, möglichst viele Wörter der Kategorie ‘Tier’ innerhalb einer vorgegebenen Zeit aufsagen sowie der Aufgabe, Buchstaben und Zahlen zu vertauschen. Hierbei zeigten die Patienten mit Nährstoffbehandlung keine statistisch signifikanten Unterschiede zu der Kontrollgruppe. Deutlich positive Wirkungen hatte die Behandlung aber mit Blick auf die täglichen Herausforderungen von Alzheimer-Personen. Die Forscher beobachteten über zwei Jahre eine 44-prozentige geringere Verschlechterung bei der klinischen Einschätzung des Schweregrades der Demenz (Clinical Dementia Rating-Sum of Boxes).

Diese Untersuchung ist besonders bedeutend, weil sie den Krankheitsverlauf des Patienten an Hand seiner Leistungen bewertet, die er zeigt, wenn er Aufgaben des täglichen Lebens bewältigen muss. Beispiele hierfür sind die Fähigkeit, mit Notfällen im Haushalt umzugehen, finanzielle oder geschäftliche Vorgänge zu bewältigen oder wichtige Ereignisse nicht zu vergessen. Darüber hinaus wurden Veränderungen in der Hirnschrumpfung beobachtet, im Hippocampus ein Unterschied von 26 Prozent. Zunehmender Hirnzerfall ist typisch für eine Alzheimer-Erkrankung, der Abbau des Hippocampus ist die Ursache für viele der Gedächtnisprobleme bei Alzheimer. Das Auftreten von Nebenwirkungen war bei der Kontrollgruppe, die mit Nährstoffen behandelt wurde, gleich.

„Die diagnostische Möglichkeiten bei Alzheimer-Patienten haben sich in den letzten Jahren wesentlich verbessert, leider befinden sich aber die zur Verfügung stehenden pharmakologischen Therapieoptionen für die prodomale Alzheimer-Krankheit noch im Entwicklungsstadium. Vor diesem Hintergrund ist das mit dieser Studie verbesserte Verständnis um die Bedeutung ernährungsbezogener Interventionen sehr wichtig. Die LipiDiDiet Studie zeigt, dass die Nährstoffbehandlung helfen kann, sowohl die Gehirnsubstanz und das Gedächtnis zu bewahren als auch den Anforderungen des täglichen Lebens gerecht zu werden – wohl der bedrückendste Aspekt der Alzheimer-Krankheit“, sagt die Professorin Hilkka Soininen, Neurologin und Leiterin des klinischen Teils der Studie (Universität Ostfinnland). In vorhergehende Studien wurden bereits Effekte auf das Gedächtnis bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz beobachtet.

Professor Tobias Hartmann, Leiter der Gesamtstudie, erklärt: „Eine Heilung wird durch diese Behandlung noch nicht erreicht, aber es zeigt sich, dass je früher diese Intervention eingesetzt wird, desto größer ist der Nutzen für den Patienten. Ein weiterer bemerkenswerter Meilenstein ist, dass zusammen mit dem kognitiv-funktionellen Gewinn eine verringerte Hirnschrumpfung festgestellt wurde, also ein Ergebnis, das über eine symptomatische Wirkung hinausgeht. Dies wurde bei den bisher zur Verfügung stehenden Therapien nie erzielt.“

Die Nährstoffkombination „Fortasyn Connect“ wurde als 125ml Getränk über zwei Jahre kontinuierlich verabreicht. Diese Nährstoffkombination geht auf präklinische Forschung von Professorin Kiliaan (Radboud Universität, Niederlande) sowie den LipiDiet- und LipiDiDiet-Projekten, koordiniert von Professor Hartmann (Universität des Saarlandes) und Professor Wurtman (ehemals Massachusetts Institute of Technology, USA), zurück. Fortasyn Connect ist der Wirkbestandteil von Souvenaid und fällt innerhalb der Europäischen Union in die Kategorie ‚medical food’. Die Forschungsarbeiten der LipiDiet- und LipiDiDiet-Konsortien wurden aus öffentlichen Forschungsmitteln des fünften und siebten Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Kommission gefördert

Weitere Informationen: http://www.lipididiet.eu

Wissenschaftlicher Artikel in „The Lancet Neurology“:
Soininen H, Solomon A, Visser PJ, Hendrix SB, Blennow K, Kivipelto M, and Hartmann T on behalf of the LipiDiDiet clinical study group (2017). 24-month intervention with a specific multinutrient in patients with prodromal Alzheimer’s disease (LipiDiDiet): a randomised, double-blind, controlled trial. Der Artikel kann nach Ende der Sperrfrist (open access ab 31.10.2017 0:30) unter folgender Adresse bezogen werden:
http://www.thelancet.com/journals/lance ... sca1=tlxpr

Fragen beantwortet:
Prof. Dr. Tobias Hartmann
Tel.: (06841) 1647918
E-Mail: tobias.hartmann@mx.uni-saarland.de

LipiDiDiet-Mitglieder

• Karolinska Institutet, Schweden
• Universität Bonn
• European Research and Project Office GmbH, Deutschland
• Universität Heidelberg
• University Tübingen
• Universität des Saarlandes
• University of Eastern Finnland
• University of Szeged, Ungarn
• Stichting Katholieke Universiteit - Radboud University Nijmegen Medical Center, Niederlande
• University of Gothenburg, Schweden
• VU University Medical Center, Niederlande
• Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
• Universität Regensburg
• Academy of Sciences of the Czech Republic - Institute of Physiology, Czech republic
• Nutricia Research
• Tel Aviv University, Israel
• Weitergehende Informationen: http://www.lipididiet.eu

Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-Codec (IP-Verbindung mit Direktanwahl oder über ARD-Sternpunkt 106813020001). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610).

Weitere Informationen:
http://www.lipididiet.eu

Quelle: Pressemitteilung vom 31.10.2017
Friederike Meyer zu Tittingdorf Pressestelle der Universität des Saarlandes
Universität des Saarlandes
https://idw-online.de/de/news683741

+++
Siehe auch:
Zur Wirksamkeit von Souvenaid® als medizinische Ernährung in der diätetischen Behandlung der Alzheimer Krankheit im Frühstadium
Th. Reinbold
Quelle: http://www.hippocampus.de/media/316/cms ... eacca5.pdf
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WernerSchell
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Alzheimer im Frühstadium mit Nährstoffkombi stabilisieren

Beitrag von WernerSchell » 01.11.2017, 15:59

Ärzte Zeitung vom 01.11.2017:
Europäische Studie
Alzheimer im Frühstadium kann mit Nährstoffkombi stabilisiert werden

Bei Personen mit Alzheimer im vordemenziellen Stadium der Krankheit können durch Verzehr eines Nährstoffgemischs
die kognitiven und funktionellen Leistungen im Alltag sogar signifikant verbessert werden.
mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=94 ... efpuryykqr
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Kann man Demenz vorbeugen? Jein ...

Beitrag von WernerSchell » 12.11.2017, 07:51

Kann man Demenz vorbeugen? Jein - selbst die vorbildlichste Lebensweise kann uns nicht sicher schützen. Aber um das Risiko der Erkrankung zu reduzieren und den Ausbruch zeitlich nach hinten zu verschieben, lässt sich einiges unternehmen. > Filmbeitrag (3,30 Minuten) von "odysso" - Wissen im SWR - veröffentlicht am 19.01.2016, informiert > https://www.youtube.com/watch?v=LsWtvalfLOk
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Prävention muss stärker bei Pflegebedürftigen ansetzen

Beitrag von WernerSchell » 23.11.2017, 09:05

Aus Forum:
viewtopic.php?f=4&t=22147&p=100971#p100971


Prävention muss stärker bei Pflegebedürftigen ansetzen

Berlin, 22. November 2017 - Pflegebedürftige Menschen sollten stärker in den Mittelpunkt der Präventionsbemühungen rücken, als es bisher der Fall ist. Denn ohne geeignete Angebote zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation und zur Stärkung von Ressourcen und Fähigkeiten kann sich der Zustand pflegebedürftiger Menschen unnötig stark verschlechtern. Dieses Fazit haben heute rund 200 Fachleute aus Politik und Gesundheitswesen auf dem Kongress „Zukunft Prävention – Prävention in der Pflege. Luxus oder Notwendigkeit?“ gezogen. Die BARMER, der Kneipp-Bund e.V. und der Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD) führten die Tagung am 22. November in Berlin durch. Seit dem Jahr 2016 ist das Präventionsgesetz in Kraft, das mehr Prävention in den einzelnen Lebenswelten vorsieht, darunter auch in der stationären Pflege. „Das Präventionsgesetz unterstreicht, dass Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheit kein Exklusivthema für vergleichsweise junge und gesunde Menschen sein dürfen. Gerade bei pflegebedürftigen Menschen ist eine ganz gezielte Prävention wichtig. Denn trotz ihrer vorhandenen Beeinträchtigungen verfügen sie über Gesundheitspotenziale, die gefördert werden können und müssen“, sagt Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandvorsitzender der BARMER.

Digitalisierung bringt Prävention in der Pflege voran
Insbesondere der demographische Wandel stellt den Pflegebereich vor immer größere Herausforderungen. „Im Sinne eines jeden Einzelnen wollen wir als Kranken- und Pflegekasse unseren Beitrag leisten, damit eine Pflegebedürftigkeit so spät wie möglich eintritt oder sie zumindest nicht vorschnell zunimmt. Die Digitalisierung bietet hier ein großes Potenzial für eine wirklich Innovative Prävention “, sagt Straub. Seit einem Jahr untersucht die BARMER die präventiven und gesundheitsförderlichen Aspekte von therapeutischen Videospielen im Bereich Bewegung. Im Rahmen einer Pilotstudie in Hamburger und Berliner Pflegeeinrichtungen werden die Beweglichkeit, die mentale Leistungsfähigkeit und die sozialer Interaktion von Senioren gefördert. Die Videospielplattform, die sogenannte MemoreBox, wurde von Experten aus Wissenschaft, pflegerischer Praxis und Spielentwicklung konzipiert, um den Pflegealltag zu bereichern. „Die Digitalisierung kann die Prävention in der stationären Pflege voranbringen, wenn nicht sogar revolutionieren. Was wir nun brauchen, sind weitere, durchaus auch unkonventionelle Ideen für digitale Präventionsprojekte“, fordert Straub.

Kneipp-Bund fordert Paradigmenwechsel im Pflegebereich
„Das Thema Pflege ist eine der größten Herausforderungen für unsere Gesellschaft“, so der Präsident des Kneipp-Bundes, Klaus Holetschek MdL. Umso wichtiger ist es, auch im Alter sinnvolle Strategien zur Verbesserung der Lebensqualität und der gesundheitlichen Situation pflegebedürftiger Menschen umzusetzen. „Die Arbeitsbedingungen und Bezahlung der Pflegekräfte, die Situation pflegender Angehöriger und auch die bürokratischen Rahmenbedingungen, es herrscht dringender Handlungsbedarf. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel im Pflegebereich!“ betonte Holetschek. „Prävention in der Pflege lohnt sich ohne jeden Zweifel. Nicht erst durch unsere Kneipp-Pflegestudie wissen wir, Anwendungen sind immer auch Zuwendungen“, so Holetschek weiter. In diesem Kontext seien die „Vom Kneipp-Bund e.V. anerkannten Senioreneinrichtungen“ ein Erfolgsmodell. Das Konzept „Kneipp in der Pflege“ könne niedrigschwellig in den Alltag implementiert werden, mit einer relativ einfachen Handhabe, aber in einer wirkungsvollen Weise. Es müsse künftig auch darum gehen, die Grundbedürfnisse einer menschenwürdigen Pflege besser zu berücksichtigen. „Wenn Pflegende gern zur Arbeit gehen, wirkt sich das auch positiv auf das zwischenmenschliche Verhältnis zu den Bewohnern aus. Unsere Studie hat unter anderem aufgezeigt, dass sich mit Kneipp das persönliche Wohlbefinden und damit die Lebensqualität verbessern lässt, und zwar für Pflegekräfte und Pflegebedürftige gleichermaßen“, unterstrich Holetschek. Der Kneipp-Bund stellt daher hohe Erwartungen an die künftige Bundesregierung und drängt darauf, bewährte Konzepte für die Prävention und Gesundheitsförderung in der Pflege zukünftig stärker zu fördern und in ihrer Umsetzung zu unterstützen.

Gute Pflege ist Prävention
„Die Bedeutung der professionellen Pflege für die Prävention wird im gesundheitspolitischen Diskurs weitgehend unterschätzt. Gute Pflege beginnt am Lebensanfang und ist schon für den Säugling Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung von Körper, Seele und Geist. Auch das Alter braucht professionelle und vorbeugende Pflege. Stürze, Mangel- oder Fehlernährung, Bewegungsmangel oder fehlende Sozialkontakte sind zentrale Risikofaktoren für Gesundheit und Lebensqualität. Prävention und Pflege helfen, Krankenhauseinweisungen zu vermeiden, Behandlungserfolge zu sichern und Lebensstiländerungen nachhaltig zu unterstützen. Was wir dafür brauchen, sind die Aufhebung der Sektoren-Trennung, Mindeststandards bei der Personalausstattung und mehr Pflegeforschung. Sonst bleibt Pflegebedürftigkeit ein für die Betroffenen leidvolles und für die Gesellschaft teures Gesundheitsrisiko. Dagegen macht sich die Anthroposophische Pflege stark“, kommentiert Rolf Heine, Vorstandsmitglied Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD).
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3D-Videospiele halten Senioren geistig fit

Beitrag von WernerSchell » 12.12.2017, 08:23

Ärzte Zeitung online, 11.12.2017
Demenz-Studie
3D-Videospiele halten Senioren geistig fit

Wer sich fast nur noch in seinen eigenen vier Wänden bewegt, trainiert das für räumliche Orientierung zuständige Hirnareal kaum noch. Spezielle Computerspiele könnten Abhilfe schaffen, glauben Forscher.

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Computerspiel-Held "Super Mario" vergnügt nicht nur junge Menschen. Er hilft auch älteren bei der Prävention von Demenz, so Foscher, © Nintendo
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