F O R T A - Liste - “Fit for The Aged“

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F O R T A - Liste - “Fit for The Aged“

Beitrag von WernerSchell » 27.04.2016, 06:36

Die F O R T A - Liste - “Fit for The Aged“
Expert Consensus Validation 2015

.... Klassifizierung der häufigsten, chronisch verwendeten Pharmaka nach Indikationsgebiet und nach der Alterstauglichkeit ...
>>> http://www.umm.uni-heidelberg.de/ag/for ... ersion.pdf

+++
Ärzte Zeitung vom 22.04.2016:
Arzneien für Ältere: FORTA-Liste aktualisiert
Eine Positiv-Negativ-Liste zu nutzen führt zu einer erheblichen Verbesserung der Pharmakotherapie bei älteren Patienten.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=909 ... ent&n=4936

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk wird sich am 27.04.2016 beim 24. Neusser Pflegetreff mit dem Thema Arzneimittelversorgung
der älteren Menschen befassen und in diesem Zusammenhang vielfältige Medikationsprobleme erörtern bzw. Lösungen einfordern.
Näheres (stets aktuell) unter folgender Adresse: viewtopic.php?f=7&t=21371
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Bessere Versorgung mit neuer Medikamenten-App

Beitrag von WernerSchell » 15.06.2017, 08:13

Bessere Versorgung mit neuer Medikamenten-App

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Prof. Dr. med. Martin Wehling - privat

Die schnelle Hilfe für ältere Patienten kommt jetzt per App. Unerwünschte Effekte von Medikamenten sind ein großes Problem bei der Behandlung alter Menschen. Falsch dosierte oder falsch angewendete Arzneimittel können zu Komplikationen führen. Damit soll jetzt Schluss sein. „Die sogenannte FORTA-App gibt den behandelnden Medizinern erstmals eine digitale Liste an die Hand, die sowohl untaugliche als auch nachweislich nützliche Arzneimittel für ältere Patienten benennt“, sagt Professor Martin Wehling, Direktor der Klinischen Pharmakologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Er hat die App mit seinem Team entwickelt.

Die grundlegenden Daten dafür haben Mediziner der geriatrischen Kliniken in Mannheim und Essen in einer Studie zusammengetragen. „Mit unserer Entwicklung lässt sich die Fehlerquote bei der Medikamentenversorgung verringern. Zudem können Nebenwirkungen vermieden werden und nebenbei steigt die Lebensqualität der Patienten.“ Die kostenlose Android-App ist ab sofort in deutscher und englischer Version im Google-Play-Store erhältlich. Die Anwendung für Apple-Geräte soll in wenigen Monaten erscheinen.

FORTA steht für Fit fOR The Aged. Die App soll vor allem Ärzte unterstützen, die alte Menschen unter Zeitdruck behandeln müssen. „Bei Hausärzten liegt die durchschnittliche Behandlungszeit bei acht Minuten pro Patient. Da muss die Sichtung der zahlreichen Arzneimittel schnell gehen und genau auf den Patienten abgestimmt sein“, sagt Wehling, der zugleich Leiter der Arbeitsgruppe Arzneimitteltherapie der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) ist.

Nach Anwendung der FORTA-Liste: Medikationsqualität signifikant verbessert

Wissenschaftliche Grundlage der App-Entwicklung ist die VALFORTA-Studie, die im vergangenen Jahr unter Wehlings Leitung veröffentlicht wurde. Ziel der Wissenschaftler war, die Über- und Unterversorgung mit Medikamenten jeweils deutlich zu verringern. „Die Ergebnisse sind aus meiner Sicht phänomenal. Wir konnten nachweisen, dass sich nach Anwendung der FORTA-Liste die Qualität der Medikamentenversorgung gegenüber der Kontrollgruppe um das 2,7-fache verbessert hat“, sagt Wehling. Sprich: Bei den Studienpatienten mit anfangs über drei nachgewiesenen Medikationsfehlern konnten diese durch Anwendung der FORTA-Regeln hochsignifikant auf unter eins reduziert werden. Untersucht wurden im Rahmen der Studie über 400 Patienten über 60 Jahre.

Nutzwert von Medikamenten: 273 Bewertungen in vier Kategorien

Die FORTA-Klassifizierung ist ein Vorschlag für die Bewertung der Alterstauglichkeit von Arzneimitteln , die erstmals sowohl Positiv- als auch Negativbewertungen beinhaltet und 2008 von Wehling publiziert wurde. Hieraus wurde in mehreren Schritten, an denen insgesamt 25 Mediziner als Gutachter beteiligt waren, die FORTA-Liste entwickelt, die nun 273 Bewertungen für 29 Indikationen, also Heilverfahren für bestimmte Krankheitsbilder, enthält. Anders als Negativ-Listen von Medikamenten, die nur beschreiben, welche Medikamente nicht verwendet werden sollen, beleuchtet die FORTA-Liste auch die positiven Seiten. Konkret werden die Arzneien in vier Kategorien einsortiert: In die A-Kategorien fallen Medikamente, deren Nutzen eindeutig positiv aufgefallen ist und die mit großem Effekt verabreicht werden können. In die B-Kategorie fallen Arzneimittel, die zwar einen Nutzen haben, aber in punkto Sicherheit und Wirksamkeit doch einige Einschränkungen aufweisen. Dem folgt die C-Kategorie mit Medikamenten, deren Nutzen-Risiko-Verhältnis eher ungünstig ist. Patienten müssten bei der Behandlung ganz genau beobachtet werden, um bei Nebenwirkungen direkt reagieren zu können. In der D-Kategorie fallen dann alle Arzneimittel, die fast immer vermieden werden sollten.

Medikamenten-App und FORTA-Liste: Ein Muss für Geriater und Hausärzte

Für Martin Wehling ist die FORTA-Liste eine Pflichtlektüre für alle Mediziner, die sich mit älteren Menschen beschäftigen. „Und die App gehört auf jedes Smartphone von Geriatern und niedergelassenen Hausärzten“, so der Mediziner. Damit ließen sich viele Beeinträchtigungen bei alten Patienten vermeiden, die aktuell gar nicht ins Krankenhaus kommen.

Mehr Informationen:
FORTA-App: https://play.google.com/store/apps/deta ... orta&hl=de
FORTA-Liste: http://www.umm.uni-heidelberg.de/ag/forta/
VALFORTA-Studie: http://ageing.oxfordjournals.org/content/45/2/262.long

Anhang
attachment icon PM: Bessere Versorgung mit neuer Medikamenten-App Prof. Dr. med. Martin Wehling Fotocredit Privat
> https://idw-online.de/de/attachment57747

Quelle: Pressemitteilung vom 14.06.2017
Torben Brinkema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
https://idw-online.de/de/news676387
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FORTA hilft beim Aussortieren von Arzneien

Beitrag von WernerSchell » 09.10.2017, 06:35

Ärzte Zeitung vom 09.10.2017:
Altersmedizin
FORTA hilft beim Aussortieren von Arzneien

Altersmedizin gewinnt im Alltag zunehmend an Bedeutung. Bei der Priorisierung von Krankheiten und der Medikamentenauswahl hilft das FORTA-Konzept.
mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=94 ... efpuryykqr
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Was tun gegen ein Zuviel an Medikamenten?

Beitrag von WernerSchell » 06.11.2017, 07:26

Ärzte Zeitung vom 06.11.2017:
Pharmakotherapie
Was tun gegen ein Zuviel an Medikamenten?

Wie grenzt man umfangreiche Medikationslisten bei hochbetagten Patienten ein?
Geriater Dr. Andrej Zeyfang und seine Kollegen wenden das FORTA-Konzept an.
mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=94 ... efpuryykqr
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FORTA-Liste - Mehr als schematische Substanzbewertung

Beitrag von WernerSchell » 06.12.2017, 07:28

Ärzte Zeitung vom 06.12.2017:
Pharmakotherapie
FORTA-Liste - Mehr als schematische Substanzbewertung

Welches sind alterserprobte Antihypertensiva, geeignet für geriatrische Patienten? Bei der Beantwortung dieser Fragen bietet das FORTA-Konzept Orientierung. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=94 ... efpuryykqr
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F O R T A - Liste - Antikoagulation - hohes Alter per se ist keine Kontraindikation

Beitrag von WernerSchell » 20.06.2018, 06:31

Ärzte Zeitung vom 20.06.2018:
Interview
Antikoagulation - hohes Alter per se ist keine Kontraindikation

Eine klare Bewertung geeigneter Medikamente für Ältere bietet die FORTA-Liste. Der medizinische Fortschritt macht dabei regelmäßig Aktualisierungen nötig - wie der Erfinder des Konzepts, Professor Martin Wehling, anhand der Antikoagulation verdeutlicht. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=96 ... efpuryykqr
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Aktuelle Version der FORTA-Liste online

Beitrag von WernerSchell » 20.02.2019, 18:41

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Aktuelle Version der FORTA-Liste online
Dritte überarbeitete Version des Klassifizierungssystem für eine optimierte medikamentöse Therapie älterer Menschen Fit-for-the-Aged

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Im Alter nimmt der Bedarf an Medikamenten zu.

Viele Menschen sind im Alter auf Medikamente angewiesen. Doch mit dem Altern verändert sich der Organismus, was häufig dazu führt, dass Arzneimittel weniger gut vertragen werden oder weniger wirksam oder gar unwirksam sind.

Um die medikamentöse Therapie älterer Menschen zu verbessern, wurde am Institut für Klinische Pharmakologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, unter der Leitung von Professor Dr. Martin Wehling, das Konzept „Fit-fOR-The-Aged“ (FORTA) entwickelt. Die jetzt veröffentlichte FORTA-Liste 2018 teilt die Alterstauglichkeit von insgesamt 296 Substanzen für 30 alterstypische Erkrankungen nach ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit in vier Kategorien ein: A: unverzichtbar, B: vorteilhaft, C: fragwürdig, D: vermeiden.

In die Klassifizierung gehen Daten aus den nur spärlich vorhandenen klinischen Studien zur Eignung der Arzneimittel für ältere Patienten und die Nutzen-Risiko-Analyse in einer zusammenfassenden Expertenbewertung ein.

Die FORTA-Liste ist die derzeit einzige Arzneimittelliste, die sowohl positive (Chancen) als auch negative Empfehlungen (Risiken) für die Behandlung älterer Patienten enthält. Hierdurch werden nicht nur „schlechte“ Arzneimittel, die nicht mehr gegeben werden sollten (Übertherapie), sondern gerade auch „gute“, bei älteren Patienten erprobte Medikamente herausgehoben, die oft nicht gegeben werden (Untertherapie).

Das FORTA-Prinzip ist in mehreren Studien, zuletzt 2016 in einer randomisierten klinischen Studie (VALFORTA), positiv validiert worden. Es zeigte sich, dass aufgrund der verbesserten Pharmakotherapie Nebenwirkungen vermieden und das Befinden der Patienten deutlich verbessert werden konnte.

Die FORTA-Liste wurde als Orientierungshilfe vor allem für Ärzte, aber auch Apotheker mit Kenntnis der Patientendaten (beispielweise Krankenhausapotheker) entwickelt. Patienten kann sie nur zu Informationszwecken dienen. Keinesfalls sollten Patienten aufgrund dieser Liste ohne Rücksprache mit ihrem Arzt oder Apotheker ihre Medikation verändern.

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Informationen zur FORTA-Liste
in englischer Sprache: > https://www.umm.uni-heidelberg.de/klini ... a-projekt/
in deutscher Sprache: > https://www.umm.uni-heidelberg.de/klini ... t-deutsch/


Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Institut für Klinische Pharmakologie
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Tel.: +49 621 383-9631
E-Mail: liesbeth.meyer@medma.uni-heidelberg.de

Quelle: Pressemitteilung vom 20.02.2019
Dr. Eva Maria Wellnitz Wissenschaftskommunikation der Medizinischen Fakultät
Universitätsmedizin Mannheim
https://idw-online.de/de/news710867

Anhang
attachment icon Pressemitteilung > https://idw-online.de/de/attachment71027
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