Schwer verlaufende Durchfallerkrankungen nehmen zu

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Schwer verlaufende Durchfallerkrankungen nehmen zu

Beitrag von Presse » 09.07.2014, 10:46

Ältere Menschen besonders gefährdet
DGVS-Studie: Schwer verlaufende Durchfallerkrankungen nehmen zu


Berlin – In Deutschland steigt die Zahl schwerer Darminfektionen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen und tödlich enden können. So wurden im Jahr 2000 etwa 128 000 Menschen wegen einer Durchfallerkrankung stationär aufgenommen, 2011 waren es mit rund 282 000 Patienten mehr als doppelt so viele. Dies berichtet die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in der in der aktuellen Ausgabe der „Zeitschrift für Gastroenterologie“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart). Besonders stark zugenommen haben demnach Infektionen mit dem Erreger Clostridium difficile, der sich nach der Einnahme von Antibiotika im Darm ausbreiten kann. Vor allem ältere Menschen seien hiervon betroffen, so die Experten.

„Clostridium difficile-Bakterien sind in der Umwelt weit verbreitet und kommen auch bei vielen Gesunden im Darm vor“, erklärt Studienautor Professor Dr. med. Markus Lerch, Direktor der Klinik für Innere Medizin A an der Universitätsmedizin Greifswald und Präsident der DGVS. Stören Antibiotika das Gleichgewicht der gesunden Darmflora, also die Besiedlung der Darmschleimhaut mit schützenden Mikroorganismen, kann sich der Erreger ungehindert vermehren. Gefährlich sind die Bakterien durch ihre Gifte: Die Toxine lähmen die Darmwand und führen im schlimmsten Fall zu einer ballonartigen Ausweitung des Dickdarms, einem „toxischen Megacolon“.

Wie die Forscher der DGVS unter Federführung von Frau Privatdozentin Dr. med. Petra Lynen Jansen anhand von Daten des Statistischen Bundesamtes ermittelten, ist die Zahl der Patienten, die wegen einer Clostridium difficile-Infektion in die Klinik kamen, deutlich gestiegen. Während es im Jahr 2000 noch rund 1 300 waren, nahmen deutsche Kliniken 2011 knapp 28 200 Erkrankte auf. „Diese Daten sind alarmierend und ermahnen uns einmal mehr dazu, Antibiotika sehr gezielt einzusetzen“, sagt Professor Dr. med Ansgar Lohse, Direktor der 1. Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf. 15 bis 20 Prozent der Antibiotika-assoziierten Durchfallerkrankung würden durch Clostridium difficile verursacht.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein Großteil der Sterbefälle, die Kliniken im Zusammenhang mit Magen-Darm-Infektionen registrieren, auf Infektionen mit diesem Bakterium zurückgehen. „2011 verstarben insgesamt 4 152 Patienten im Krankenhaus im Zusammenhang mit gastrointestinalen Infektionen“, so Lerch. „Ausgehend von Mortalitätsraten aus den USA gehen wir davon aus, dass in Deutschland jährlich mindestens 2 000 Menschen mit Clostridium difficile-Infektionen sterben“.

Doch nicht allein Erkrankungen mit Clostridium difficile nehmen zu. Wie die Analyse – unter anderem auch von Daten des Robert Koch-Instituts – ergab, steigt auch die Zahl der Infektionen mit Noroviren, Rotaviren, Campylobacter- und E. coli-Bakterien. „Durch Infektionen im Magen-Darmtrakt sind vor allem ältere Menschen gefährdet“, berichtet Mitautor Professor Dr. med. Andreas Stallmach, Direktor der Klinik für Innere Medizin IV am Universitätsklinikum Jena. So waren etwa bei den Clostridium difficile-Infektionen mehr als 80 Prozent der Patienten über 65 Jahre. Aber auch bei den virusbedingten Darminfekten, bei denen Kinder noch die größte Patientengruppe ausmachen, nimmt der Anteil älterer Patienten zu. „Wir gehen davon aus, dass sich mit der demographischen Entwicklung die Problematik von Darminfektionen weiter verschärfen wird“, meint Stallmach.

Mit über einer halben Million in Kliniken behandelten Erkrankungsfällen im Jahr gehören Magen-Darm-Infektionen schon heute zu den häufigsten Infektionen in Deutschland. „Um der wachsenden Aufgabe zu begegnen, müssen wir die Aus- und Weiterbildung von Gastroenterologen auf dem Gebiet der Infektiologie verbessern“, betont DGVS-Präsident Lerch.

Quelle:
Entwicklung infektiöser Durchfallerkrankungen zwischen den Jahren 2000 und 2012
P. Lynen Jansen, A. Stallmach, A. W. Lohse, M. M. Lerch
Z Gastroenterol 2014; 52: 549–557

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wurde 1913 als wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. Heute vereint sie mehr als 5.000 Ärzte und Wissenschaftler aus der Gastroenterologie unter einem Dach. Die DGVS fördert sehr erfolgreich wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und Fortbildungen und unterstützt aktiv den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ein besonderes Anliegen ist der DGVS die Entwicklung von Standards und Behandlungsleitlinien für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Verdauungsorgane – zum Wohle des Patienten.

Quelle: Pressemitteilung vom 09.07.2014
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Korschenbroich - Virus in Seniorenheim

Beitrag von WernerSchell » 09.12.2015, 17:55

Korschenbroich - Virus in Seniorenheim

In einem Korschenbroicher Seniorenheim herrscht Virus-Alarm: Mittlerweise sind dort 26 Virus-Fälle bekannt - Bewohner wie auch Personal sind erkrankt. Ob es sich um den Noro-Virus handelt prüft das Kreisgesundheitsamt gerade. Allerdings deute alles darauf hin. Das Noro-Virus ist ein hoch-ansteckender Magen-Darm-Erreger. In dem Seniorenhaus an der Friedensstraße sind darum sämtliche Veranstaltungen abgesagt. Besuche sollten im Moment vermieden werden.

Quelle: news894.de/aktuell/newsletter/ vom 09.12.2015
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Wie sich Bauch und Psyche beeinflussen

Beitrag von WernerSchell » 21.02.2016, 08:08

Wie sich Bauch und Psyche beeinflussen
Wer an einem Reizdarm leidet, fühlt sich oft nicht ernst genommen. Doch es gibt Therapien, die helfen können
von Barbara Kandler-Schmitt, aktualisiert am 18.02.2016

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Reizdarm ist kein Wehwehchen. Betroffene leiden mitunter sehr
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Stress, Ärger, Angst? Da geht es auf der Daten-Autobahn zwischen Kopf und Bauch heiß her: Stresshormone aktivieren die Nerven- und Immunzellen in der Darmwand.
Die Muskulatur verkrampft sich. Die Darmnerven funken Schmerz- und Dehnungsreize an das Gehirn. Dieses registriert ein allgemeines Unwohlsein und entscheidet,
dass es wohl besser wäre, eine Toilette aufzusuchen.
Überaktives Bauchhirn kann zu Reizdarm führen
... (weiter lesen unter) ... http://www.apotheken-umschau.de/Reizdar ... 11651.html
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Reizdarm: Brotbacken gegen Blähungen

Beitrag von WernerSchell » 30.08.2016, 06:31

Ärzte Zeitung vom 30.08.2016:
Reizdarm: Brotbacken gegen Blähungen
Bei Menschen mit Reizdarm-Syndrom lassen sich Blähungen durch unverdaubare Zucker durch längere Gehzeit beim Teig verringern.
Dabei könnten Backtechniken helfen, wie sie unsere Ahnen verwendet haben.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=918 ... arm&n=5192
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Aktuelle Studie zeigt: Darm und Psyche sind eng verbunden

Beitrag von WernerSchell » 10.09.2016, 06:53

Pressemitteilung Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, Medizin - Kommunikation, 09.09.2016

Aktuelle Studie zeigt: Darm und Psyche sind eng verbunden

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Reizdarm ist kein Wehwehchen. Betroffene leiden mitunter sehr
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Rund elf Prozent der Weltbevölkerung leiden unter dem Reizdarmsyndrom.

Chronische Bauchschmerzen, Unwohlsein, Blähungen, Verstopfungen und Durchfall schränken die Betroffenen im Alltag stark ein und senken ihre Lebensqualität. Eine aktuelle Studie einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe zeigt nun, dass Stress und Angstleiden die Entstehung eines Reizdarmsyndroms begünstigen. Die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) rät daher dazu, bei einem Reizdarmsyndrom immer auch eine psychosomatische Beratung in Betracht zu ziehen.

Im Rahmen einer durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Kohortenstudie, also eine rein beobachtende Studie ohne Eingriffe in das Geschehen, befragten die Experten knapp 2000 Fernreisende. „Ziel der Studie war es, die individuelle Einwirkung psychologischer und demografischer Faktoren wie Alter und Geschlecht, körperlicher Symptome, sowie von Magen- und Darm-Infektionen auf die Entwicklung des Reizdarmsyndroms zu untersuchen“, erklärt Professor Bernd Löwe, Chefarzt der Universitären Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und an der Schön Klinik Hamburg Eilbek, der die Studie geleitet hat. Er ergänzt: „Insbesondere wurde die Hypothese überprüft, inwieweit psychologische Faktoren wie Ängste oder Stress vorhersagen können, ob ein Reizdarmsyndrom neuentsteht und wie es sich entwickelt.“

Das Ergebnis der Studie: Sowohl das Geschlecht, als auch die Anfälligkeit für Durchfallerkrankungen, aber ebenfalls Stress und seelische Belastungen wie übermäßige Ängste spielen eine Rolle für die Entstehung eines Reizdarmsyndroms. Eine akute Infektion des Magen- und Darmtrakts löst dann in vielen Fällen den Beginn des Reizdarmsyndroms aus. Erhöht wird das Risiko einer Erkrankung durch die Wechselwirkung dieser Faktoren. Zudem waren Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer. Auch bei Menschen, die zu Durchfall unter Stress neigten sowie unter Angststörungen litten, trat das Reizdarmsyndrom eher auf.

Für die Experten, die an der Studie mitgewirkt haben, geht hieraus ein ganz klarer Handlungsbedarf hervor: „Die Studie zeigt einmal mehr, dass Psyche und körperliche Beschwerden eng zusammenhängen“, sagt Professor Harald Gündel, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Psychosomatik des Universitätsklinikums Ulm und Mediensprecher der DGPM. „Für die Betroffenen geht das Reizdarmsyndrom mit einem hohen Leidensdruck einher.
Um eine schnelle, ganzheitliche und nachhaltige Hilfe gewährleisten zu können, ist es wichtig, dass die Betroffenen neben körperlichen eben auch seelische Ursachen in Betracht ziehen und sich frühzeitig psychologische Beratung suchen“, so Gündel. Das gelte insbesondere dann, wenn das Reizdarmsyndrom beispielsweise während oder nach einer seelisch belastenden oder „stressigen“ Lebensphase, oder im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen auftritt. Ist eine unterstützende psychotherapeutische Behandlung zur Behandlung des Reizdarmsyndroms angebracht, lernen die Patientinnen und Patienten dort beispielsweise, mit möglichen Stressoren wie belastenden inneren oder äußeren Einflüssen umzugehen, diese zu bekämpfen und dadurch gezielt die Ursachen des Reizdarmsyndroms einzudämmen.“

Quelle: Löwe B, Lohse A, Andresen V, Vettorazzi E, Rose M, Broicher W. The Development of Irritable Bowel Syndrome: A Prospective Community-Based Cohort Study. Am J Gastroenterol. 2016;111(9):1320-9.

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Pressekontakt für Rückfragen:
Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) Pressestelle Janina Wetzstein Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
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Darm und Psyche sind eng verbunden

Beitrag von WernerSchell » 19.09.2016, 06:33

Am 18.09.2016 bei Facebook gepostet:
Darm und Psyche sind eng verbunden. Nach einer aktuellen Studie leiden rund elf Prozent der Weltbevölkerung leiden unter dem Reizdarmsyndrom.
Für eine schnelle, ganzheitliche und nachhaltige Hilfe wird es für wichtig erachtet, dass die Betroffenen neben körperlichen auch seelische Ursachen
in Betracht ziehen und sich frühzeitig psychologische Beratung suchen.
viewtopic.php?f=6&t=20504&p=94125#p94125
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