Schlaganfall vorbeugen durch gesunden Lebensstil

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Schlaganfall vorbeugen durch gesunden Lebensstil

Beitrag von Presse » 29.08.2013, 06:30

Gemeinsame Presseinformation der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) vom 28.08.2013

Schlaganfall vorbeugen durch gesunden Lebensstil
Drei von sieben Lebensregeln reduzieren bereits deutlich das Schlaganfallrisiko


Berlin – Ein gesunder Lebensstil mit einem normalen Blutdruck, guten Blutzuckerwerten und Nichtrauchen kann einen Schlaganfall verhindern. Wer diese drei der insgesamt sieben Lebensregeln, die die Amerikanische Herzgesellschaft zum Schutz vor einem Herzinfarkt aufgestellt hat, beachtet, senkt damit einer aktuellen Studie zufolge auch das Schlaganfall-Risiko. Vor allem gute Blutdruckwerte können das Risiko um 60 Prozent senken, erklären die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Für einen optimalen Schutz vor Herzkreislauferkrankungen dürfen Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker nicht erhöht sein. Außerdem sollte man körperlich aktiv sein, Übergewicht vermeiden, sich gesund ernähren und nicht rauchen. „Diese sieben Lebensregeln, die die Amerikanische Herzgesellschaft unter dem Motto Life’s Simple 7 zusammengestellt hat, sind wissenschaftlich gut belegt“, sagt DSG-Pressesprecher Professor Dr. med. Joachim Röther von der Asklepios Klinik in Hamburg-Altona: „Wer von diesen Regeln mindestens drei einhält, kann neben dem Herzinfarkt auch sein Schlaganfallrisiko deutlich senken.“

Das ist das Ergebnis einer in der Fachzeitschrift Stroke veröffentlichten Studie. Mehr als 22.000 Amerikaner im Alter über 45 Jahre wurden über fast fünf Jahre begleitet. Die Teilnehmer füllten zu Beginn der Studie Fragebögen zu ihren Lebensgewohnheiten aus. So konnten die Forscher den Einfluss jeder einzelnen Lebensregel auf die Schlaganfallhäufigkeit untersuchen. „Die Teilnehmer mit einem optimalen Lebensstil erlitten nur halb so häufig einen Schlaganfall wie Teilnehmer, die gegen viele Regeln verstießen“, berichtet Professor Röther.

Die Studie dokumentiert erstmals, dass auch die Einhaltung einzelner Lebensregeln das Schlaganfallrisiko günstig beeinflusst. Die größte Wirkung hat der Blutdruck. Optimale Werte senkten das Schlaganfallrisiko um 60 Prozent. „Der Bluthochdruck kann heute mit Medikamenten ohne Einschränkung der Lebensqualität wirksam behandelt werden“, sagt Professor Hans-Christoph Diener, Pressesprecher der DGN und Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen: „Alle betroffenen Erwachsenen sollten diese Möglichkeit nutzen.“ Einen deutlichen Einfluss hatte auch der Verzicht auf das Rauchen. „Studienteilnehmer, die seit mindestens einem Jahr nicht mehr geraucht hatten, erlitten um 40 Prozent seltener einen Schlaganfall“, berichtet Professor Diener. Gleich groß war der Einfluss des Blutzuckers. „Ein Diabetes gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für den Schlaganfall“, stellt Professor Diener fest.

Bei den anderen Lebensstilfaktoren war die Schutzwirkung vor einem Schlaganfall geringer und statistisch nicht sicher nachweisbar. Niedriges Cholesterin, körperliche Bewegung, gesunde Ernährung und Normalgewicht schützen jedoch definitiv vor einem Herzinfarkt und sind deshalb wichtige Gesundheitsziele.

Literatur:
Kulshreshtha A, et al: Life's Simple 7 and Risk of Incident Stroke: The Reasons for Geographic and Racial Differences in Stroke Study. Stroke. 2013;44:1909-1914. Abstract

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Schlaganfall: Weltweit erkranken immer mehr jüngere Menschen

Beitrag von Presse » 24.02.2014, 17:47

Gemeinsame Presseinformation der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) vom 24.02.2014

Schlaganfall: Weltweit erkranken immer mehr jüngere Menschen
Die Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes kann Schlaganfälle verhindern


Berlin – Einen Schlaganfall, früher eine Erkrankung des höheren Alters, erleiden heute immer häufiger Menschen, die in der Mitte des Lebens stehen. Dies zeigt eine neue Auswertung der weltweit ausgerichteten „Global Burden of Disease“-Studie, die im Januar 2014 in der renommierten Fachzeitschrift „Lancet“ veröffentlicht wurde. So ist in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren die Sterberate deutlich gesunken, wohingegen beispielsweise in Russland besonders viele Menschen am Schlaganfall sterben. Für die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) ist dies Anlass, auf unterschätzte Risikofaktoren der Erkrankung hinzuweisen, zu denen hoher Blutdruck, Rauchen, hohe Blutzuckerwerte, Bewegungsmangel und falsche Ernährung gehören.

In Deutschland ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen bei Erwachsenen. Weltweit haben im Jahr 2010 schätzungsweise 16,9 Millionen Menschen einen Schlaganfall erlitten und 5,9 Millionen von ihnen sind durch den Hirninfarkt gestorben. Die Gesamtzahl der „Lebensjahre mit Behinderung“, oder – anders ausgedrückt – der Verlust der Jahre in unversehrter Gesundheit, disability-adjusted life years (DALY) genannt, berechneten die Experten mit 102 Millionen Lebensjahren. Dies geht aus einer aktuellen Auswertung der Global Burden of Disease-Studie hervor, einem Projekt der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltbank. Das Projekt verfolgt seit dem Jahr 1990 die Entwicklung der häufigsten Erkrankungen. In den untersuchten 20 Jahren ist es weltweit zu einem Anstieg der Schlaganfälle um 68 Prozent gekommen. Die Zahl der Todesfälle nahm um 26 Prozent, die Zahl der Lebensjahre mit Behinderungen um 12 Prozent zu.

„Der Anstieg der Krankheitslast ist nicht allein die Folge der steigenden Lebenserwartung“, erläutert Professor Dr. med. Gerhard F. Hamann, 1. Vorsitzender der DSG und Direktor der Klinik für Neurologie an den Dr. Horst Schmidt Kliniken in Wiesbaden. Erschreckend sei auch, dass immer mehr jüngere Menschen einen Schlaganfall erleiden. Betrug der Anteil der 20- bis 64-Jährigen 1990 noch 25 Prozent, so entfielen 2010 bereits 31 Prozent aller Schlaganfälle auf diese Altersgruppe. Zudem tritt mittlerweile weltweit jeder 20. Schlaganfall bei Jugendlichen und Kindern auf.

„Die aktuelle Studie hat zwar nicht die Gründe für den weltweiten Anstieg untersucht, wir gehen aber davon aus, dass in vielen Ländern mit dem Wohlstand auch die Risikofaktoren gewachsen sind“, ergänzt Professor Dr. med. Hans-Christoph Diener, Direktor der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Essen und Pressesprecher der DGN.

Die häufigsten Ursachen von Schlaganfällen sind ein zu hoher Blutdruck und Vorhofflimmern, die durch eine gesunde Lebensweise vermieden oder durch medizinische Behandlung gebessert werden können. „Auch hohe Cholesterinwerte, Diabetes, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Übergewicht und eine ungesunde Ernährung tragen zum Risiko bei“, fügt der Experte aus Essen hinzu.

Die meisten Schlaganfälle sind Folge einer Durchblutungsstörung im Gehirn. Der Blutfluss stockt, weil die Gefäße durch Verkalkungen verengt sind und durch ein Blutgerinnsel verstopft wurden. In etwa 15 Prozent kommt es zu Massenblutungen im Gehirn, bedingt durch zu hohen Blutdruck. Diese sogenannten hypertensiven Blutungen kommen hauptsächlich in Gehirnabschnitten vor, in denen sich Gefäße mit eher dünnerer Wand befinden. Eine weitere Auswertung der Global Burden of Disease-Studie in Lancet Global Health zeigt, dass mehr als die Hälfte aller Todesfälle (51,7 Prozent) durch Hirnblutungen entstanden sind. Von diesen sind dem Bericht zufolge bevorzugt Menschen im mittleren Lebensalter betroffen.

Die Situation hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten vor allem in den Entwicklungsländern und den Schwellenländern verschlechtert, auch die Länder Osteuropas gehören dazu. In Russland ist die Zahl der Neuerkrankungen (Inzidenz genannt) am Schlaganfall in den letzten beiden Jahrzehnten von 322 auf 371 pro 100.000 Einwohner gestiegen. In Deutschland ist die Inzidenz im gleichen Zeitraum von 176 auf 141 pro 100.000 Einwohner gesunken. Noch deutlicher sind die Unterschiede bei der Sterblichkeit. In Russland kamen 1990 auf 100.000 Einwohner jährlich 137,7 Schlaganfalltodesfälle, in Deutschland waren es nur 21,1. Dies sind dramatische Unterschiede, die sicherlich auch gesellschaftliche Ursachen haben. „Sicher ist aber auch, dass ein Schlaganfall durch eine gesunde Lebensweise in hohem Maße vermeidbar ist und dass die gute Schlaganfallversorgung in Deutschland erfreulicherweise zu einem Rückgang der Neuerkrankungen geführt hat. Allerdings steigt die Gesamtzahl der Patienten nach einem Schlaganfall an“, sagt Professor Dr. med. Joachim Röther, Chefarzt der Neurologischen Klinik der Asklepios Klinik Altona und Pressesprecher der DSG. „Jeder einzelne Mensch kann hier einen Beitrag leisten und auf gesunde Ernährung, Bewegung und gute Blutdruckwerte achten sowie auf Nikotin und erhöhten Alkoholkonsum verzichten. Durch eine konsequente Beachtung und ggf. Behandlung aller Risikofaktoren könnten etwa 70 Prozent aller Schlaganfälle verhindert werden.

Literatur:
Feigin VL et al: Global Burden of Diseases, Injuries, and Risk Factors Study 2010 (GBD 2010) and the GBD Stroke Experts Group. Global and regional burden of stroke during 1990-2010: findings from the Global Burden of Disease Study 2010. Lancet 2014 Jan 18;383(9913):245-54. Abstract

Krishnamurthi R et al. Global and regional burden of first-ever ischaemic and haemorrhagic stroke during 1990—2010: findings from the Global Burden of Disease Study 2010. Lancet Global Health 2013; 1: e259-e. Abstract

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Mehr Schlaganfälle bei Jüngeren – Risikofaktoren beachten

Beitrag von Presse » 25.02.2014, 08:12

Mehr Schlaganfälle bei Jüngeren – Risikofaktoren beachten
Auf die häufig unterschätzten Risikofaktoren eines Schlaganfalls haben die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hingewiesen. Zu ihnen gehören hoher Blutdruck, Rauchen ... »
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/5 ... n-beachten

Eisenmangel möglicherweise Risikofaktor für Schlaganfall
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/5 ... hlaganfall
Schlaganfall: US-Leitlinie für Frauen
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/5 ... uer-Frauen
Schlaganfallversorgung nach deutschem Vorbild in Dubai
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/5 ... orbild-auf

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Schlaganfall: Vorhofflimmern bei jedem zehnten Patienten

Beitrag von WernerSchell » 02.07.2014, 07:40

Nach dem Schlaganfall: Vorhofflimmern bei jedem zehnten Patienten

Berlin – Die langfristige und lückenlose Überwachung von Patienten nach einem Schlaganfall unbekannter Ursache (kryptogener Schlaganfall) liefert in vielen Fällen Hinweise auf ein zugrunde liegendes Vorhofflimmern. So lautet das Ergebnis einer Untersuchung von 441 Patienten, das heute im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde. Durch einen unter die Haut implantierten Eventrecorder konnte im ersten Halbjahr nach dem Schlaganfall bei sechs Mal mehr Patienten ein Vorhofflimmern nachgewiesen werden als bei der konventionellen Überwachung mit Standard-EKGs.

„Die Studie zeigt eindrucksvoll, dass eine relevante Zahl von Patienten mit kryptogenen Schlaganfällen unter Vorhofflimmern leidet oder dieses später entwickelt. Daher sollte bei Patienten mit einem Embolie-verdächtigen Schlaganfallmuster, bei denen die Quelle der Embolie aber nicht gesichert werden kann, die Implantation eines Aufzeichnungsgerätes erwogen werden“, kommentiert Professor Dr. med. Joachim Röther, Chefarzt der Neurologischen Abteilung der Asklepios Klinik Altona für die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG). Das große Potenzial für die Schlaganfallprävention bestätigt auch Professor Dr. med. Martin Grond, Erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Er weist gleichzeitig darauf hin, dass neue Technologien in Zukunft auch ein nichtinvasives mobiles Langzeit-Monitoring ermöglichen könnten.

Der ischämische Schlaganfall ist weltweit eine der häufigsten Ursachen für Behinderung und Tod – in bis zu 30 Prozent der Fälle bleibt die Ursache ungeklärt, dann wird er als kryptogener Schlaganfall bezeichnet. Ein internationales Team von Neurologen und Kardiologen mit deutscher Beteiligung hat nun erneut dazu beigetragen, die Mechanismen aufzuklären, die diesem kryptogenen Schlaganfall zugrunde liegen. Im Rahmen der klinischen Studie CRYSTAL AF (Cryptogenic Stroke and Underlying Atrial Fibrillation) konnte mit einem implantierbaren Ereignisrekorder (ICM, Insertible Cardiac Monitor) innerhalb eines Jahres bei etwa jedem zehnten Patienten nach solchen Insulten mit a priori unbekannter Ursache Vorhofflimmern nachgewiesen werden. „Diese Informationen stärken nicht nur unsere Vermutung, dass den meisten dieser Schlaganfälle ein embolischer Mechanismus zugrunde liegt, erklärt Professor Dr. med. Hans-Christoph Diener von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, einer der Autoren der neuen Studie und Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen. „Die Studie hat auch therapeutische Implikationen, weil sie nahelegt, dass dieser Patientenkreis besonders von oralen Antikoagulantien profitieren könnte.“

EKG versus Eventrecorder
Gemäß den aktuellen Leitlinien sollte von Patienten nach einem ischämischen Schlaganfall mindestens 24 Stunden lang ein Elektrokardiogramm abgeleitet werden, um ein Vorhofflimmern auszuschließen, erläutern die Mitglieder von CRYSTAL AF in der Publikation ihrer Studie im New England Journal of Medicine. Die optimale Dauer und Art der Überwachung ist aber noch nicht bekannt, daher wurde das Standardverfahren mit einem Ereignisrekorder verglichen, der nach dem Zufallsprinzip bei jedem zweiten Teilnehmer mit einem ambulanten Eingriff eingepflanzt wurde. An der vom Hersteller des Aufzeichnungsgerätes finanzierten Studie hatten 441 Patienten ab 40 Jahren teilgenommen. Voraussetzung war, dass eine Überwachung per EKG in den ersten 24 Stunden keine Hinweise auf Vorhofflimmern ergeben hatte. Erst danach wurde – spätestens 90 Tage nach dem Schlaganfall – der Ereignisrekorder implantiert. Die Auswertung der Ereignisrekorder-Aufzeichnungen wurde sowohl für sechs, als auch für zwölf Monate durchgeführt und mit den Befunden aus der routinemäßigen Überwachung verglichen. Ein Vorhofflimmern von mindestens 30 Sekunden Dauer fand sich dabei im ersten halben Jahr per Ereignisrekorder bei 8,9 Prozent der Patienten, gegenüber nur 1,4 Prozent in der Kontrollgruppe. Auch im zweiten Halbjahr konnten mit dem ICM zusätzliche Fälle von Vorhofflimmern dokumentiert werden: Die Rate betrug nun über 12 Monate 12,4 Prozent, gegenüber nur 2,0 Prozent in der Kontrollgruppe. Dieser Trend setzte sich mit längerer Beobachtungszeit fort. Unter den verbleibenden 48 Patienten, die für die Aufzeichnungen über drei Jahre gewonnen worden waren, wies der ICM ein Vorhofflimmern bei 30 Prozent nach, während es in der Kontrollgruppe lediglich 3 Prozent waren.

Neue Entwicklungen beim Langzeit-Monitoring
„Erstaunlich ist, dass in dieser Studie vier von fünf (79 Prozent) Patienten die jeweils erste Episode des Vorhofflimmerns nicht bemerkt haben“, erläutert Professor Dr. med. Martin Grond, Chefarzt der Neurologischen Klinik am Kreisklinikum Siegen, der vor Kurzem auf dem Gebiet der Erkennung von kryptogenen Schlaganfällen durch Langzeit-EKG eine Studie durchgeführt hat. „Die neue CRYSTAL AF-Studie zeigt, dass das Monitoring von Patienten mit kryptogenen Schlaganfällen noch viel Potenzial für die Schlaganfallprävention hat“. Gleichzeitig weist er aber darauf hin, dass neue Technologien künftig auch ein effektives nichtinvasives Langzeit-Monitoring ermöglichen könnten. „Hier dürfen wir in den nächsten Jahren sicher weitere Fortschritte erwarten“, blickt der Neurologe in die Zukunft.

Quelle:
Sanna T. et al. Cryptogenic Stroke and Underlying Atrial Fibrillation. N Engl J Med 2014;370:2478-86
(http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1313600)

Weitere Informationen:
Studie: unklare Schlaganfälle oft durch Embolie verursacht – neue Optionen für die Sekundärprävention (Pressemitteilung der DGN und der DSG vom 7.5.2014)

Schlaganfall: Langzeit-EKG identifiziert mehr Hochrisikopatienten mit Vorhofflimmern
(Pressemitteilung der DGN und der DSG vom 20.12.2013)

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Gemeinsame Presseinformation der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) vom 26.06.2014

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Gesunde Lebensweise kann Demenz verhindern

Beitrag von WernerSchell » 28.07.2015, 17:58

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Die Medien berichten (28.07.2015):
Gesunde Lebensweise kann Demenz verhindern
Rotterdam. Forscher des Erasmus-Krankenhauses in Rotterdam haben eine Verbindung zwischen gesundem Lebensstil und Demenz nachgewiesen. Ein Drittel der Fälle von Altersdemenz könnten laut Studie durch eine gesunde Lebensweise verhindert werden,… (weiter lesen unter) …
http://www.rp-online.de/leben/gesundhei ... -1.5268411
http://www.wissen.de/alzheimer-wie-kann ... -vorbeugen

Siehe auch Forum unter:
viewtopic.php?f=6&t=20986
viewtopic.php?f=4&t=21004
viewtopic.php?f=6&t=20461
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So viele Herz-Kreislauf-Tote ließen sich vermeiden

Beitrag von WernerSchell » 28.09.2015, 06:58

Ärzte Zeitung vom 28.09.2015:
US-Studie: So viele Herz-Kreislauf-Tote ließen sich vermeiden
Rauchen, Hypertonie, Adipositas, Diabetes und erhöhtes Cholesterin: Dieses Quintett ist verantwortlich für jeden
zweiten Herz-Kreislauf-Todesfall in den USA. Welcher dieser Risikofaktoren besonders ins Kontor schlägt, haben
US- Forscher analysiert.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=893 ... auf&n=4509
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Folgen eines ungesunden Lebens werden unterschätzt

Beitrag von WernerSchell » 08.10.2015, 07:24

Ärzte Zeitung vom 08.10.2015

Krankheitsrisiken: Die Folgen eines ungesunden Lebens werden unterschätzt
Fettiges Essen, zu viel Alkohol und Zigaretten: Wer einem ungesunden Lebensstil frönt, erhöht das Risiko,
krank zu werden. Viele Bundesbürger unterschätzen die Gefahr, zeigt eine Umfrage.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=893 ... ama&n=4534

Anmerkung der Moderation:
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk macht seit Jahren darauf aufmerksam, dass einer gesunden Lebensführung
mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. § 1 SGB V animiert dazu! Werner Schell


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Hypertonie: Neue Ära in der Blutdrucksenkung?

Beitrag von WernerSchell » 02.12.2015, 07:28

Ärzte Zeitung vom 02.12.2015:
Hypertonie: Neue Ära in der Blutdrucksenkung?
Die jüngst vorgestellte SPRINT-Studie zeigt: Wird bei Hochdruck-Patienten der Blutdruck auf den Zielwert von 120 mmHg gesenkt,
lassen sich dadurch tödliche Herzinfarkte und Schlaganfälle effektiver verhindern. Doch vorschnell sollten Ärzte ihr therapeutisches Handeln nicht umstellen.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=900 ... uck&n=4652
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Fragmentierter Schlaf könnte Schlaganfallrisiko erhöhen

Beitrag von WernerSchell » 20.01.2016, 07:54

Deutsches Ärzteblatt, 19.01.2016:
Fragmentierter Schlaf könnte Schlaganfallrisiko erhöhen
Toronto – Alte Menschen, die häufig nachts erwachen und einen unregelmäßigen Schlaf haben, könnten ein erhöhtes Schlaganfallrisiko aufweisen.
Dass dieser unregelmäßige Schlaf jedoch eventuell nur ein Symptom und nicht Grund für dieses Risiko ist, berichten Forscher der University of
Toronto um Andrew Lim in Stroke (doi:10.1161/STROKEAHA.115.011608). ...
(weiter lesen unter ) ... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/6 ... o-erhoehen
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Was hilft eigentlich bei einem Schlaganfall?

Beitrag von WernerSchell » 26.01.2016, 18:00

Die Rheinische Post berichtet am 26.01.2016:

Expertenzeit: Der Nächste bitte!
Was hilft eigentlich bei einem Schlaganfall?

Düsseldorf. Der Schlaganfall - wie er auftritt, Vorbeugung und Therapien stehen im Mittelpunkt unserer neuen Videofolge von "Expertenzeit:
Der Nächste bitte!". Studiogast Anke Heinemann, Oberärztin für Neurologie an den Kliniken Maria Hilf, beantwortet Leserfragen.
> http://www.rp-online.de/leben/gesundhei ... -1.5718161

Video Schlaganfall: Alle Infos rund um den Hirnschlag
>  http://www.rp-online.de/leben/gesundhei ... -1.5717037
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Gesunde Lebensführung

Beitrag von WernerSchell » 24.05.2016, 06:56

Patienten haben Mitverantwortung für gesundheitsbewusste Lebensführung (§ 1 SGB V).
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Richtige Lebensweise: ... Schlaganfall vermeidbar

Beitrag von WernerSchell » 15.07.2016, 06:12

Ärzte Zeitung vom 15.07.2016:
Richtige Lebensweise: Fast jeder Schlaganfall vermeidbar
Ein Paukenschlag: 90 Prozent der Schlaganfall-Folgen sind vermeidbar. Aber wie schützt man sich?
Von Robert Bublak
...
Hoher Blutdruck ist Gefahr Nummer eins
...
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=915 ... all&n=5110
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Die meisten Schlaganfälle lassen sich vermeiden

Beitrag von WernerSchell » 18.07.2016, 10:00

UDE/UK Essen:
Die meisten Schlaganfälle lassen sich vermeiden

Die meisten Schlaganfälle lassen sich vermeiden, wenn die Risikofaktoren rechtzeitig behandelt werden. Das ist das Ergebnis einer großen internationalen Studie mit knapp 27.000 Teilnehmern in 32 Ländern weltweit, die jetzt in der Fachzeitschrift Lancet veröffentlicht wurde. Beteiligt ist auch die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Universitätsklinikum Essen.

Die häufigste Ursache für Tod und schwere Behinderungen weltweit ist heutzutage der Schlaganfall; gefolgt von Krebserkrankungen und Herzinfarkt. Welche Rolle dabei den beeinflussbaren Risikofaktoren zukommt, war bislang noch nicht umfassend datengestützt untersucht worden. Der Neurologe Prof. Dr. Hans-Christoph Diener: „Unsere Studie zeigt auf, dass ca. 90 Prozent dieser Schlaganfälle vermeidbar gewesen wären, hätten die Betroffenen gesünder gelebt - sei es, dass sie weniger Nikotin oder Alkohol zu sich genommen oder auch mehr Sport getrieben hätten.“

Die Interstroke Studie wurde vom Population-Health-Research-Institut der McMaster University in Hamilton/Kanada geleitet. Die Deutschlandkoordination übernahm die Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Fakultät der UDE am UK Essen unter der Leitung von Prof. Dr. Hans-Christoph Diener und Prof. Dr. Christian Weimar. Zwischen 2007 und 2015 wurden 26.919 Teilnehmer aus 32 Ländern untersucht. Erfasst wurden Patienten mit einem akuten Schlaganfall, denen jeweils eine Kontrollperson ohne Schlaganfall desselben Alters und Geschlechts zugeordnet wurde. Dann wurde nach Risikofaktoren für einen Schlaganfall geschaut.

Die Studie identifizierte wichtige behandelbare Risikofaktoren für den Schlaganfall wie Bluthochdruck, mangelnde körperliche Betätigung, erhöhte Blutfette, ungesunde Ernährung, Übergewicht, Rauchen, Herzerkrankungen, übermäßiger Alkoholkonsum und Diabetes mellitus. Prof. Diener: „Behandelt man diese relevanten Faktoren konsequent, gingen die Schlaganfälle drastisch zurück. Wichtig wäre deshalb, dass auch in Deutschland entsprechende Förderungsprogramme initiiert und umgesetzt werden.“

Weitere Informationen:
Global and regional effects of potentially modifiable risk factors associated with acute stroke in 32 countries (INTERSTROKE): a case-control study
Christine Harrell, Tel. 0201/723-1615, christine.harrell@uni-due.de

Weitere Informationen:
http://www.thelancet.com/pdfs/journals/ ... 0506-2.pdf

Quelle: Pressemitteilung vom 18.07.2016
Beate Kostka M.A. Ressort Presse - Stabsstelle des Rektorats
Universität Duisburg-Essen
https://idw-online.de/de/news656409
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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WernerSchell
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Mit gesundheitsbewusster Lebensführung gegen Demenz

Beitrag von WernerSchell » 21.08.2016, 19:53

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss


Pressemitteilung vom 22.08.2016

Gesundheitsbewusste Lebensführung kann Demenz vermeiden helfen
Es muss darum gehen, mehr auf Prävention und größte Sorgfalt bei Diagnostik und Therapie zu setzen

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Demenz – „… mit Schreckensmeldungen werden nicht nur Ängste geschürt und Geschäfte gemacht, sondern auch Millionen von Menschen in die Irre geführt.“ So das Urteil von Cornelia Stolze in ihrem Buch "Verdacht Demenz - Fehldiagnosen verhindern, Ursachen klären und wieder gesund werden" (Herder, 2016).

In einer Pressemitteilung vom 29.01.2016 haben Leipziger Demenzforscher der Öffentlichkeit ähnlich lautende Studienergebnisse zur Prävention vorgestellt.

Nach der Studie sei die breite Öffentlichkeit häufig der Auffassung, die Alzheimer-Erkrankung sei rein genetisch bedingt, so Dr. Tobias Luck, Leiter der ISAP-Arbeitsgruppe „Epidemiologie und Versorgungsforschung“ und Hauptinitiator der Studie. Die angestellten Berechnungen hätten aber ergeben, dass deutschlandweit rund ein Drittel der Alzheimer - Erkrankungen auf Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht oder Diabetes zurückgehen. Die Forscher plädieren daher dafür, sich in der Prävention von Alzheimer verstärkt auf diese Risiken zu konzentrieren. Diese Zahlen, so die Forscher weiter, müssten hoffnungsvoll gesehen werden. Der starke Einfluss dieser äußeren Faktoren auf das Alzheimerrisiko bedeute nämlich ein hohes Potential zur Vorbeugung, da sie im Gegensatz zu den Genen grundsätzlich beeinflussbar seien.

Die Wissenschaftler rechnen daher vor: Wenn es gelingt, die Häufigkeit der Risikofaktoren in der Bevölkerung zu halbieren, könnten theoretisch 130.000 der aktuellen Alzheimerfälle in Deutschland vermieden werden.

„Diese Chance, die Zahl an Alzheimererkrankungen in der Bevölkerung zu verringern, sollte umso mehr Anreiz geben, diese Risikofaktoren zu bekämpfen“, betont Steffi Riedel- Heller, Professorin für Sozialmedizin und ISAP-Direktorin. „Bisher wurde vor allem in die Behandlung von Demenzerkrankungen investiert. Auch ihrer Prävention muss der entsprechende Stellenwert in Forschung und Praxis eingeräumt werden.“

Die Zeitschrift „MDKforum“, Ausgabe 2/2016, hat die Leipziger Studienergebnisse in einem Beitrag „Lässt sich Alzheimer vermeiden?“ aufgegriffen und die Präventionserfordernisse in einem Interview mit Dr. Tobias Luck erneut wie folgt bekräftigt:

„Bisher wurde vor allem in die Behandlung von Demenzerkrankungen investiert. Jetzt müssen wir versuchen, was auch schon teilweise gemacht wird, die Prävention in Forschung und Praxis zu stärken.“

Der 1. Warsteiner Tag der Alterskunde in den LWL-Kliniken stellte ähnliche Informationen über die Vorbeugung von Demenz vor und bekräftigte damit die Feststellungen und Vorschläge der Leipziger Demenzforscher. Das berichtete die Westfälische Rundschau in ihrer Ausgabe vom 23.06.2016.

Der Chefärztin Helene Unterfenger zufolge ist der „Lifestyle“ ganz wichtig, ein gesundes Leben: Geregelter Alltag, Bewegung, soziale Kontakte, Blutdruck, Blutzucker und Blutfett in Ordnung, viel Gemüse und Salate. Aber nicht nur das. Helene Unterfenger rät auch dazu, Neues zu lernen: Eine Sprache, ein Musikinstrument, Singen, Tanzen, „alle Dinge, die den Menschen in Bewegung bringen“.

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk, das sich seit Jahren für die Menschen mit Demenz besonders einsetzt und insoweit auch als Mitgründer des Runden Tisches Demenz in Neuss Verantwortung übernommen hat, möchte auf die aktuellen Forschungsergebnisse zur Vorbeugung von Demenz mit Nachdruck aufmerksam machen und dazu animieren, die Grundsätze einer gesundheitsbewussten Lebensführung stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

Gesundheitsbewusste Lebensführung ist im Übrigen auch eine gute Vorsorge gegen Herz-, Kreislauf- und Krebserkrankungen. Es geht also letztlich um Maßnahmen, die umfassende gesundheitsförderliche Wirkungen erzielen können
.

Werner Schell, Vorstand von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk und Dozent für Pflegerecht

Weitere Hinweise im Internet unter folgender Adresse:
viewtopic.php?f=6&t=21708
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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WernerSchell
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Registriert: 18.05.2003, 23:13

Demenz - Prävention und verbesserte Versorgung

Beitrag von WernerSchell » 01.10.2016, 06:19

Am 01.10.2016 bei Facebook gepostet:
Tag der älteren Menschen am 01.10.2016: - Damit die Menschen auch im Alter eine möglichst hohe Lebensqualität genießen können, sind spezielle Maßnahmen zur Prävention und verbesserten Versorgung wichtig. - Pro Pflege … ist in vielfältiger Weise für die Interessen der älteren Menschen aktiv. Beim Neusser Pflegetreff am 26.10.2016 wird dies erneut zu verdeutlichen sein.
>>> viewtopic.php?f=6&t=21808
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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