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BeitragVerfasst: 11.06.2013, 10:19 
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phpBB God

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Pressemitteilung der BARMER GEK vom 11. Juni 2013

BARMER GEK Arzneimittelreport 2013
Ein Drittel der über 65-Jährigen nimmt mehr als fünf Arzneimittelwirkstoffe täglich


Berlin - Zu viele Psychopillen für Kinder, zu viele Beruhigungsmittel für demente Senioren und viele Wirkstoffe gleichzeitig für ältere Menschen – zu diesen Feststellungen kommt der Arzneimittelreport 2013 der BARMER GEK, der heute in Berlin vorgestellt wurde.

„Gerade die Ergebnisse zur Polypharmazie zeigen, dass wir dringend mehr Vernetzung und Transparenz im Gesundheitswesen brauchen“, resümiert Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der BARMER GEK. „Hätten wir die elektronische Gesundheitskarte, das elektronische Rezept und die elektronische Patientenakte, hätten behandelnde Ärzte und auch Apotheker einen viel besseren Überblick über die Arzneimitteltherapie." Die riskante Multimedikation ließe sich durch elektronische Vernetzung viel besser steuern. Es müsse endlich Schluss sein mit der Blockadepolitik namhafter Ärztefunktionäre gegen eine moderne Telematikinfrastruktur.

Basierend auf Daten von 2,1 Millionen Versicherten über 65 Jahre haben die Autoren des Arzneimittelreports um den Bremer Versorgungsforscher Prof. Dr. Gerd Glaeske analysiert, wie häufig Patienten mehrere Arzneimittelwirkstoffe parallel verordnet bekommen. Dabei zeigte sich, dass ein Drittel der Versicherten von Polypharmazie betroffen ist, also täglich mehr als fünf Arzneimittelwirkstoffe einnimmt. Bei den Hochbetagten zwischen 80 und 94 Jahren ist fast jeder Zweite betroffen. Im Durchschnitt nehmen Männer über 65 Jahre täglich 7,3 Wirkstoffe ein, bei Frauen dieser Altersgruppe sind es 7,2. Glaeske: „Darunter leidet vor allem auch die Therapietreue.“

Besorgniserregend hoch stufen die Bremer Forscher die Verordnungszahlen von Antipsychotika für Kinder und Jugendliche ein. Von 2005 bis 2012 sind die Verschreibungen um 41 Prozent gestiegen. Verursacht werden die Zuwächse vor allem durch neuere Präparate (+ 129 Prozent), während die Verschreibungen älterer Medikamente leicht rückläufig sind. Ein differenziertes Bild zeigt der Blick auf einzelne Altersgruppen. Bei Kleinkindern bis vier Jahren verschreiben Ärzte kaum noch Antipsychotika. Bei allen anderen steigen die Verordnungszahlen, am stärksten bei den 10- bis 14-Jährigen. „Eine medizinische Erklärung dafür lässt sich nicht direkt herleiten“, betont Glaeske. Weder zeigten Studien einen Anstieg psychiatrischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen, noch hätten sich die relevanten Therapieempfehlungen geändert. Zudem dürfe man nicht ausblenden, dass Antipsychotika zum Teil gravierende unerwünschte Wirkungen haben.

Kritisch bewertet das Autorenteam vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen den Einsatz von so genannten Benzodiazepinen bei Menschen mit einer Demenzerkrankung. Diese Schlaf- und Beruhigungsmittel wurden 2010 rund 23.500 Versicherten der BARMER GEK verschrieben, zu 70 Prozent an Frauen. „Das Risiko, Benzodiazepine verordnet zu bekommen, ist bei Menschen mit Demenz um das 1,5-fache erhöht“, so Glaeske. Mit dem Wirkstoff verbunden sei ein Verlust kognitiver Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Erinnerung oder Lernen. Glaeske: „Ohne Zweifel sind viele ältere Menschen von Benzodiazepin-haltigen Arzneimitteln abhängig. Sie bekommen sie vermutlich oft nur, um quälende Entzugssymptome zu vermeiden.“ Denkbar sei jedoch, dass sich nach langen Jahren der Abhängigkeit eher eine Demenz entwickle als bei Menschen, die deutlich seltener solche Mittel eingenommen haben.

BARMER GEK Vize Schlenker forderte die Bundesregierung auf, die Ende 2013 auslaufenden Kostenbremsen um fünf Jahre zu verlängern. „Noch müssen wir auf die Einspareffekte durch das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz AMNOG von rund zwei Milliarden Euro warten. Bis das Gesetz richtig wirkt, brauchen wir flankierende Maßnahmen, nämlich eine Verlängerung des erhöhten Herstellerrabatts und des Preismoratoriums“, so Schlenker. Ein solcher Schritt sei umso dringlicher, als die Bundesregierung überraschend beschlossen habe, die Kriterien für die Nutzenbewertung neuer Arzneimittel wieder aufzuweichen. Damit würden sich auch die Preise für neue Arzneimittel erhöhen.

Ergebnisse aus dem BARMER GEK Arzneimittelreport 2013

Ausgabenentwicklung: Der Report weist gegenüber dem Vorjahr leicht sinkende Ausgaben bei der BARMER GEK aus, von 3,934 Milliarden Euro 2011 auf 3,892 Milliarden Euro 2012 (- 1,07 Prozent). Allerdings differiert die Datengrundlage des Reports gegenüber dem endgültigen Jahresabschluss 2012, der geringfügig höhere Ausgaben von 4,003 Milliarden Euro ausweist und damit einen Zuwachs von 0,7 Prozent.
Mengenentwicklung: Gesunken ist die Zahl der verordneten Packungen: 76,7 Millionen Packungen 2012 entsprechen einem Rückgang um 2,16 Prozent zu 2011, als 78,4 Millionen Packungen verordnet worden waren. Reduziert haben sich auch die verordneten Tagesdosierungen je 100 Versicherte. Sie sanken um 0,47 Prozent.
Regionale Unterschiede: Die Ausgaben je 100 Versicherte differieren regional deutlich. Betragen sie im Bundesschnitt 42.750 Euro, so liegen sie bei einer alters- und geschlechtsstandardisierten Analyse je nach Region zwischen 31.900 und 47.500 Euro – ein Unterschied von 49 Prozent. Glaeske: „Am meisten wird für Arzneimittel in den neuen Bundesländern ausgegeben, vergleichsweise wenig in Bayern und Baden-Württemberg.“
Marktsegmente: Unbestritten dominieren Generika in Hinblick auf die Verordnungsmenge, sie machen inzwischen 75,2 Prozent aller verordneten Tagesdosierungen aus (2011: 72,1 Prozent). Der Anteil nicht generikafähiger Präparate liegt lediglich bei 15,4 Prozent. Der Rest von 9,5 Prozent entfällt auf patentfreie Originalpräparate. Schlenker: „Wir werden weiter darauf hinwirken, dass die Rabattquote steigt. Ohne Einschränkungen der Therapiequalität sind hier noch gut 150 Millionen Euro Einsparungen möglich.“
Rheumatoide Arthritis (RA): Diese häufigste Form chronisch entzündlicher Gelenkerkrankungen traf 2011 rund 110.000 Versicherte der BARMER GEK, Frauen deutlich häufiger. Besonders in den neuen Bundesländern werden mehr so genannte Biologika verordnet. Sind es im Durchschnitt 6 Prozent der Patienten, steigen die Werte im Osten der Republik auf bis zu 10,7 Prozent. Glaeske: „Gerade bei älteren Patienten ist Vorsicht geboten, denn es gibt Hinweise auf häufigere Infektionen bei einer Biologikatherapie.“ Biologika sind etwa 40-mal teurer als das Basistherapeutikum Methotrexat.
________________________________________
BARMER GEK Pressestelle
Tel.: 0800 33 20 60 99 1420
presse@barmer-gek.de
Athanasios Drougias (Ltg.), Tel.: 0800 33 20 60 99 1421
Dr. Kai Behrens, Tel.: 0800 33 20 60 44 3020


Zuletzt geändert von Presse am 12.06.2013, 05:45, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 12.06.2013, 05:44 
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phpBB God

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Polypharmazie: Sieben auf einen Streich
Zu viele Arzneien bei Älteren? Die Barmer GEK schlägt mit ihrem neuen Arzneireport Alarm: Jeder dritte Bürger ab 65 brauche täglich fünf oder mehr Arzneien. Kassen--Vize Schlenker nutzt diese Zahl, um für die E-Card zu werben. mehr »
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=840 ... ung&n=2764


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BeitragVerfasst: 12.06.2013, 11:55 
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phpBB God

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Gefährliche Nebenwirkungen Wenn Medikamenten-Mix krank machen
Allergischer Schock, Schlaganfall oder Nierenversagen: Tabletten und Arzneimittel-Mix können mitunter fatale Nebenwirkungen haben.
Ärzte verschreiben schnell und viel, Verbraucher gehen mit rezeptfreien Schmerzmitteln oft fahrlässig um.
Am Universitätsklinikum Heidelberg gibt ein neuer digitaler Medikamentenplan Ärzten und Patienten optimale Orientierung.
... (weiter lesen) .... http://www.swr.de/swr2/wissen/medikamen ... index.html


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 Betreff des Beitrags: Gefährliche Arznei-Mix im Alter
BeitragVerfasst: 12.06.2013, 11:57 
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phpBB God

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Gefährliche Arznei-Mix im Alter
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 12.06.2013

Berlin (RP). Ein Drittel aller Senioren erhalten von ihren Ärzten zu viele Medikamente gleichzeitig, warnt die Barmer GEK.
Ein Großteil der Senioren in Deutschland bekommt einen Medikamenten-Mix verabreicht, der zu Schäden führen kann. Das ist ein Ergebnis des Arzneimittelreports der Barmer GEK, den die Kasse gestern in Berlin vorstellte. Demnach nehmen 33 Prozent der Über-65-jährigen in Deutschland täglich mindestens fünf verschiedene Arzneimittelwirkstoffe ein. In der Altersgruppe zwischen 80 und 95 Jahren sind es sogar 50 Prozent der Versicherten. Im Schnitt nehmen Männer im Rentenalter täglich 7,3 Wirkstoffe ein, Frauen 7,2 Wirkstoffe. Polypharmazie nennt sich dieses Phänomen, und es ist nicht immer gesund, warnt die Kasse.
... (weiter lesen) ... http://nachrichten.rp-online.de/wissen/ ... -1.3460817


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BeitragVerfasst: 25.06.2013, 08:05 
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Presse hat geschrieben:
Gefährliche Nebenwirkungen Wenn Medikamente krank machen
Allergischer Schock, Schlaganfall oder Nierenversagen: Tabletten und Arzneimittel-thingy können mitunter fatale Nebenwirkungen haben.
Ärzte verschreiben schnell und viel, Verbraucher gehen mit rezeptfreien Schmerzmitteln oft fahrlässig um.
Am Universitätsklinikum Heidelberg gibt ein neuer digitaler Medikamentenplan Ärzten und Patienten optimale Orientierung.
... (weiter lesen) .... http://www.swr.de/swr2/wissen/medikamen ... index.html

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BeitragVerfasst: 22.08.2013, 07:43 
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Gefährliche Nebenwirkungen Wenn Medikamente krank machen

Es gibt seit Jahren in regelmäßigen Abständen Meldungen - vor allem der Krankenkassen - über zuviele und gefährliche Medikamente.
Gleichwohl lese ich auch immer wieder von neuen (Rabatt)Verträgen mit der pharmazeutischen Industrie. Es werden damit immer neue
legale Grundlagen geschaffen, mehr Medikamente ins System einzuspeisen.
Wann endllich treten die Kassen einmal mit konkreten Aktivitäten an, die Medikation mit aller Entschiedenheit deutlich zurückzuführen?
Wir haben rd. 60.000 Arzneimittel in Deutschland. Bei großzügiger Auslegung könnte jeder Arzt mit 500 Medikamenten auskommen - und
kein Patient bliebe unversorgt. Warum schaffen wir keine solche umfassende Verkleinerung der angebotenen Medikamente zu Lasten der GKV?
Da die Kassen als Teil des Sozialsystem alles finanzieren, könnte man aus Gründen der Wirtschaftlichkeit eine entsprechende Regelung doch m.E. durchsetzen.
Es ist doch bekannt: Weniger ist oft mehr.

S.M.

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BeitragVerfasst: 23.08.2013, 07:21 
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phpBB God

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Siehe auch unter
AOK startet bislang größte Arznei-Rabatt-Aktion
viewtopic.php?p=75377#75377

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BeitragVerfasst: 31.08.2013, 07:28 
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Siehe auch:
"test", Zeitschrift der Stiftung Warentest (September 2013):
"Arzneimittel im Alter - Alt, krank, falsch behandelt".

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BeitragVerfasst: 31.12.2013, 07:45 
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phpBB God

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Arzneiverordnung: Viel hilft meist eher weniger
Viele Versicherte werden von mehr als einem Hausarzt und von mehreren Fachärzten behandelt.
Ein Beispiel der Knappschaft-Bahn-See zeigt: Dies führt nicht selten zu Über- und Fehlverordnungen.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=850 ... pte&n=3193


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BeitragVerfasst: 22.01.2014, 07:55 
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phpBB God

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Tabletten-Mix im Alter: Polypharmazie ist nicht per se schädlich
Der Meinung, Polypharmazie sei schädlich, widerspricht eine britische Studie: Erst ab zehn Tabletten täglich stieg
das Risiko einer ungeplanten Klinikeinweisung. Wer trotz zahlreicher Beschwerden kaum Medikamente schluckte,
musste häufig ins Krankenhaus.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=853 ... auf&n=3238


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 Betreff des Beitrags: Polypharmazie - ein Problem ....
BeitragVerfasst: 22.01.2014, 08:19 
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phpBB God

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Beiträge: 542
Presse hat geschrieben:
Tabletten-Mix im Alter: Polypharmazie ist nicht per se schädlich
Der Meinung, Polypharmazie sei schädlich, widerspricht eine britische Studie: Erst ab zehn Tabletten täglich stieg
das Risiko einer ungeplanten Klinikeinweisung. Wer trotz zahlreicher Beschwerden kaum Medikamente schluckte,
musste häufig ins Krankenhaus. ....


Hallo und guten Morgen,
dieser neuen Studie kann man ernstlich nicht zustimmen. Seit Jahren ist - seriös und fachlich abgeklärt, eindeutig belegt,
dass ab fünf Medikamente die gesamten Verordnungen auf den Prüfstand gehören. Bekanntermaßen gibt es bei einer Polypharmazie
zweifelsfrei große Gefahren, dass die Präparate Wechsel- und Nebenwirkungen auslösen. Im Übrigen muss auch immer hinterfragt
werden, ob und inwieweit die Gabe zahlreicher Mittel überhaupt notwendig ist. Auf die Priscusliste darf u.a. verwiesen werden.
Nein, die neue Studie hilft nicht. Ich würde auch einmal gerne wissen, wer sie finanziert hat. Denn nicht selten gibt es sogenannte
Auftragsstudien. Und dann weiß man, was davon zu halten ist.
Es grüßt
Rauel Kombüchen

_________________
Pflegeversicherung - Pflegebegriff erneuern und Finanzierung nachhaltig sichern! BürgerInnen müssen mehr Informationen erhalten - z.B. wg. Individualvorsorge!


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 Betreff des Beitrags: pharmagesponserte Studien
BeitragVerfasst: 22.01.2014, 08:55 
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phpBB God

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Beiträge: 14259
Sollen Fachzeitschriften pharmagesponserte Studien veröffentlichen?
Eine Kontroverse über Studien, welche die Pharmaindustrie gesponsert hat, tragen Publizisten und Redakteure im British Medical Journal aus (BMJ,
http://dx.doi.org/10.1136/bmj.g171). Konkret geht es um die Forderung ... »
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/5 ... fentlichen


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 Betreff des Beitrags: Polypharmazie riskant ....
BeitragVerfasst: 23.01.2014, 08:48 
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phpBB God

Registriert: 10.11.2006, 12:44
Beiträge: 14259
Und noch ein Medikament / Je älter ein Patient, desto mehr Arzneien nimmt er - das kann riskant sein

Baierbrunn (ots) - Bis zu 300000 ältere Menschen landen aufgrund von Neben- und Wechselwirkungen ihrer Arznei jährlich im Krankenhaus.
Wer 60 ist, nimmt im Schnitt drei rezeptpflichtige Medikamente ein, 80-Jährige bereits acht oder mehr. Besonders wichtig: Dem Hausarzt ehrlich angeben, wenn man zusätzlich rezeptfreie Mittel nimmt, auch wenn sie rein pflanzlich sind. Eine gute Hilfe ist eine Stammapotheke, die alle Präparate elektronisch speichert und bei Bedarf eine Liste ausdrucken kann. Für Ärzte hat die Universität Witten/Herdecke zudem 83 Arzneistoffe aufgelistet, die für ältere Menschen eher ungeeignet sind. Sie spreche aber kein Verbot für bestimmte Mittel aus, sagt Wilhelm Niebling, Hausarzt und Professor für Allgemeinmedizin an der Uni Freiburg, im Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber". "Ziel ist es, den Arzt zu sensibilisieren: `Hier musst du genauer hinsehen.´" Er rät Hausärzten zu entsprechenden Fortbildungen und zum Erfahrungsaustausch in Pharmakotherapie-Zirkeln, wie er es aus Baden-Württemberg kennt.
Niebling: "Da gab es manches Aha-Erlebnis."

Dieser Beitrag ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei.

Das Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber" 1/2014 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Quelle: Pressemitteilung vom 23.01.2014 Wort und Bild - Senioren Ratgeber
Pressekontakt: Ruth Pirhalla
Tel. 089 / 744 33 123
Fax 089 / 744 33 459
E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de
http://www.wortundbildverlag.de
http://www.senioren-ratgeber.de


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BeitragVerfasst: 27.05.2014, 09:20 
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Registriert: 18.05.2003, 23:13
Beiträge: 17761
Medikamentenabhängigkeit: Checkliste für Senioren
Dtsch Arztebl 2014; 111(21): A-953
http://www.aerzteblatt.de/archiv/160301 ... r-Senioren

Medikamentenabhängigkeit im Alter
Leitfaden für Angehörige und Betreuer älterer Menschen

http://www.berlin.de/imperia/md/content ... alter_.pdf

Hilfeangebote für ältere Medikamentenabhängige Stand: Februar 2014
Diese Übersicht wurde anhand der Meldungen aus den Bezirken, des Suchthilfesystems bzw. Betroffener selbst erstellt. Sie erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.
Die Einrichtungen sind barrierefrei bzw. über Fahrstühle erreichbar und haben ihre Beratungs- und Betreuungsarbeit u.a. auch auf ältere Suchtkranke bzw. ältere Medikamentenabhängige ausgerichtet bzw. wurden für ältere Medikamentenabhängige empfohlen.
... weiter ....
http://www.berlin.de/imperia/md/content ... _ngige.pdf

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BeitragVerfasst: 29.07.2014, 06:54 
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Registriert: 13.11.2005, 13:58
Beiträge: 1292
Die in Düsseldorf erscheinende Rheinische Post berichtet am 29.07.2014 über
"Eine Millition Ältere sind tablettensüchtig ".
In diesem Beitrag wird erneut verdeutlicht, dass viele ältere Menschen tablettensüchtig, abhängig, sind.
Anscheinend will das Bundesgesundheitsministerium dem entgegen wirken. Das ist gut so.
Allerdings ist auch Ursachenforschung angesagt. Dazu gehört dann festzustellen, dass offensichtlich
seitens der Ärzteschaft zuviel und die falschen Arzneimittel veordnet werden. Sie folgen damit dem
Druck der Pharmaindustrie.
Die Politik wäre demnach gut beraten, dem Verschreibungsverhalten der Ärzte und dem Wachstums-
streben der Pharmaindustrie entgegen zu wirken.
Gaby Modig

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