Sucht im Alter – Altenpfleger können helfen

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Sucht im Alter – Altenpfleger können helfen

Beitrag von Presse » 03.05.2013, 06:35

Pressemitteilung von BARMER GEK und DHS vom 2. Mai 2013

Sucht im Alter – Altenpfleger können helfen

Berlin - Medikamente, Alkohol und Tabak sind unter alten Menschen in Deutschland weit verbreitet. Vor allem der Gebrauch von Medikamenten ist bei der Generation 60 plus oft problematisch. Häufig passiert dies in Alten- und Pflegeheimen, in denen bis zu einem Viertel der über 70-Jährigen von Psychopharmaka abhängig sein soll. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen bietet gemeinsam mit der BARMER GEK jetzt verstärkt Pflegekräften und Pflegedienstleitungen in den stationären Einrichtungen und der ambulanten Pflege Unterstützung beim Thema „Sucht im Alter“ an.

„Pflegerinnen und Pflegern kommt eine Schlüsselrolle zu im Kampf gegen Sucht im Alter. Sie können oft als Erste Veränderungen und gesundheitliche Probleme erkennen“, erläutert Andrea Jakob-Pannier, Präventionsexpertin bei der BARMER GEK. Den alten Menschen aus ihrer Sucht zu helfen lohne sich zu jedem Zeitpunkt und sei immer dann am erfolgreichsten, wenn Pflegende, Ärzte und Angehörige gemeinsam aktiv werden. „Der Umgang mit Medikamenten und der Konsum von Alkohol oder Tabak birgt bei alten Menschen schon weit vor einer Sucht hohe Risiken“, betont DHS-Geschäftsführer Dr. Raphael Gaßmann. Diese könnten oft beseitigt werden, zum Beispiel wenn in Absprache mit den behandelnden Ärzten Medikationen verändert werden.

Einen Einstieg in das Thema bietet die Broschüre „Medikamente, Alkohol, Tabak: Informationen für die Altenpflege“. Sie widmet sich vor allem dem Medikamenten- und Alkoholmissbrauch, streift aber auch die Tabakabhängigkeit. Sie wendet sich sowohl an Pflege- und Einrichtungsleitungen wie an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der ambulanten und stationären Altenpflege. Kurzgefasste wissenschaftliche Informationen werden durch Erfahrungen ausgewiesener Praktiker und Handlungsempfehlungen ergänzt. Die Broschüre kann kostenlos unter info@dhs.de oder in allen Geschäftsstellen der BARMER GEK angefordert werden. Weitere Informationen gibt es unter http://www.unabhaengig-im-alter.de
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BARMER GEK Pressestelle
Tel.: 0800 33 20 60 99 1420
presse@barmer-gek.de
Athanasios Drougias (Ltg.), Tel.: 0800 33 20 60 99 1421
Dr. Kai Behrens, Tel.: 0800 33 20 60 44 3020

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Alkohol, Medikamente, Tabak: Informationen ...

Beitrag von WernerSchell » 19.05.2013, 06:31

Buchtipp!

Deutche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. / Barmer GEK:

Alkohol, Medikamente, Tabak: Informationen für die Altenpflege

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Diese Broschüre wendet sich an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Altenpflege. Sie bietet Unterstützung an, Substanzprobleme zu erkennen und anzusprechen:
•Abhängigkeit im Alter: Ursachen und Symptome
•Alkohol- und Tabakkonsum
•Medikamentengebrauch
•Was können Pflegekräfte tun?
•Was sollten Einrichtungs- und Pflegedienstleistungen oder Träger der Altenpflegeeinrichtungen beachten?

Download der Broschüre (PDF, 2MB)
http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload ... einzel.pdf

Weitere Informationen:
http://www.unabhaengig-im-alter.de/index.php?id=27
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Presse
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Sucht im Alter: Das große Schweigen

Beitrag von Presse » 28.06.2013, 17:18

Leitartikel zu Sucht im Alter: Das große Schweigen
Einsame Witwen nehmen gern mal eine "Seelenpille" mehr oder schwören auf den Schluck Melissengeist.
Auch männliche Ruheständler ertränken ihre Untätigkeit nicht selten in Alkohol. Suchtprobleme alter Menschen wurden lange unterschätzt.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=841 ... ten&n=2804

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Psychopharmaka in der Altenpflege

Beitrag von Gaby Modig » 28.06.2014, 09:07

Die "Süddeutsche" berichtet am 27.06.2014:

Psychopharmaka in der Altenpflege
Spaziergang statt Pille


Jeder zweite Bewohner von Münchner Alten- und Pflegeheimen wird mit Medikamenten ruhiggestellt. Das Münchner Amtsgericht vergleicht das mit Freiheitsentzug. Es will den Einsatz von Psychopharmaka in Seniorenheimen eindämmen - und dafür vor allem die Betreuer aufrütteln.
Von Ekkehard Müller-Jentsch
...
Jeder zweite Bewohner von Münchner Alten- und Pflegeheimen wird mit Medikamenten ruhiggestellt. Vor allem zur Nachtruhe, wenn sich wenige Pflegekräfte um viele Schützlinge kümmern müssen, werden die Dämmerschlaf-Pillen verabreicht. Die Münchner Heimaufsicht spricht bereits von einem bedenklichen Umgang mit Psychopharmaka.
...
(weiter unter) ... http://www.sueddeutsche.de/muenchen/psy ... -1.2020753
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

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Mehr Personal und weniger Pillen - die einfache Botschaft

Beitrag von WernerSchell » 28.06.2014, 10:34

Mehr Pflegepersonal in den Pflegeeinrichtungen – weniger Psychopharmaka

"Psychopharmaka in der Altenpflege - Spaziergang statt Pille." - So lautet der Titel eines Beitrages in der "Süddeutschen" - > viewtopic.php?f=6&t=20477 Dazu ergibt sich u.a.:
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk spricht die Arzneimittelversorgung der älteren Menschen, u.a. auch die Gabe von Psychopharmaka in den Pflegeeinrichtungen, seit Jahren kritisch an und hat erreicht, dass sich u.a. die Gesundheitskonferenz des Rhein-Kreises Neuss mit dem Thema befasst und am 04.06.2014 Handlungsempfehlungen beschlossen hat. Unabhängig von vielfältigen Bemühungen, die Gabe von Psychopharmaka einzuschränken, wird auch an dieser Stelle noch einmal auf die "Anforderungen an die von der Großen Koalition (GroKO) in Aussicht gestellte Pflegereform 2014" - nachlesbar unter > http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... se2014.pdf / viewtopic.php?f=3&t=20429 - verwiesen. Darin sind die Hauptursachen für zahlreiche Fehlentwicklungen in den Pflegesystemen näher ausgeführt. Es wird vor allem die Auflösung des Pflegenotstandes eingefordert. Die einfache Botschaft lautet: Ohne mehr Pflegepersonal wird es keine bessere Pflege geben können! Es muss nicht - wieder einmal - nach irgendwelchen Projekten und Verfahrenswegen gesucht werden. Der Pflegenotstand ist die Hauptursache. Es fragt sich, wann endlich die Verantwortlichen dies kapieren! - Bei der Arzneimittelversorgung tragen im Übrigen die Ärzte eine große Verantwortung. Denn die Verordnung der Arzneimittel erfolgt allein durch Ärzte. Sie haben es daher auch vorrangig in der Hand, die Gabe von Psychopharmaka durch die Zurückführung entsprechender Verordnungen einzuschränken. - Werner Schell - http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de
Dazu ein passender Text: "Pflegekräfte wollen eine gute Pflege abliefern, werden aber permanent daran gehindert, weil ihnen die Zeit dafür fehlt. Das Pflegepersonal, das kann man drehen und wenden wie man will, ist überall zu knapp bemessen. Und das hat Folgen. Wer als Pflegekraft seine Pflichten ordentlich erledigen will, muss immer Abstriche machen und sich im Zweifel auf das Notwendigste beschränken. Das führt aber schnell zu Beanstandungen bzw. zu dem, was viele Neunmalkluge als Mängel bezeichnen. Pflegekräfte werden auch gerne von solchen Leuten für diejenigen HeimbewohnerInnen verantwortlich gemacht, die scheinbar unbeachtet oder unversorgt herumsitzen. Dann wird auch noch behauptet, die Pflege würde diese Personen mit Pillen voll dröhnen. Eine völlige Verkennung der Situation. Wie schon gesagt, es fehlt die Zuwendungszeit an allen Ecken und Enden. Und Pillen können / dürfen nur vom Pflegepersonal verabreicht werden, wenn sie ärztlich verordnet sind. Wer sich also über zu viele Pillen für ältere Menschen aufregt, muss die Ärzte in die Pflicht nehmen. - Das musste so noch einmal in aller Deutlichkeit gesagt werden." (Texteinstellung von Cornelia unter folgender Adresse: > viewtopic.php?f=6&t=17490&p=80891#p80891 )

Quelle: https://www.facebook.com/werner.schell.7
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Gaby Modig
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Eine Millition Ältere sind tablettensüchtig

Beitrag von Gaby Modig » 29.07.2014, 06:58

Die in Düsseldorf erscheinende Rheinische Post berichtet am 29.07.2014 über
"Eine Millition Ältere sind tablettensüchtig ".
In diesem Beitrag wird erneut verdeutlicht, dass viele ältere Menschen tablettensüchtig, abhängig, sind.
Anscheinend will das Bundesgesundheitsministerium dem entgegen wirken. Das ist gut so.
Allerdings ist auch Ursachenforschung angesagt. Dazu gehört dann festzustellen, dass offensichtlich
seitens der Ärzteschaft zuviel und die falschen Arzneimittel veordnet werden. Sie folgen damit dem
Druck der Pharmaindustrie.
Die Politik wäre demnach gut beraten, dem Verschreibungsverhalten der Ärzte und dem Wachstums-
streben der Pharmaindustrie entgegen zu wirken.
Gaby Modig
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Sucht im Alter – Medikamentenabhängigkeit

Beitrag von WernerSchell » 28.11.2014, 10:18

Verordnet süchtig
Tablettenabhängige Senioren gelten oft als dement: Mehr als eine Million deutsche Rentner sind nach offiziellen Schätzungen süchtig nach Medikamenten.
Die Dunkelziffer liegt wohl höher, denn Sucht ist bei Senioren ein Tabuthema.
>>>> http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=47650
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Arzneimittelversorgung älterer Menschen - mehr Sorgfalt

Beitrag von WernerSchell » 26.12.2014, 09:39

Arzneimittelversorgung älterer Menschen - mehr Sorgfalt geboten!

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"Das wichtigste Medikament in der Gerontopsychiatrie ist Wasser.
Ein wesentlicher Anteil der unklaren Verwirrtheitszustände im Alter
ist auf einen Flüssigkeitsmangel zurückzuführen."

Ältere Menschen sind nicht einfach nur alte Erwachsene. Sie haben andere Erkrankungen, andere Stoffwechselgeschwindigkeiten
und andere Bedürfnisse.
Quelle: Dr. med. Jan Dreher in "Psychopharmakotherapie griffbereit", Schattauer Verlag, 2015
> viewtopic.php?f=4&t=20833

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Gute Informationen bzw. Handlungsempfehlungen sind im übrigen zu entnehmen:

Gesundheitsamt Bremen:
Flüssigkeitsversorgung älterer Menschen - aktueller Kenntnisstand
Quelle: Internethinweise
> http://www.gesundheitsamt.bremen.de/det ... .c.7978.de

Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V.
Zu viele und inadäquate Medikamente für ältere Patienten – und die fatalen Folgen
Quelle: Pressemitteilung vom 13.09.2013
> viewtopic.php?f=6&t=19582&hilit=Arbeitskreis

Cornelia Stolze:
"Krank durch Medikamente", Piper Verlag, 2014
> viewtopic.php?f=4&t=20774

Hilko J. Meyer / Stefanie Kortekamp (Herausgeber):
Medikationsmananagement in stationären Pflegeeinrichtungen: Teamarbeit der Solisten
> viewtopic.php?f=4&t=20735

MDS:
"Grundsatzstellungnahme Essen und Trinken im Alter Ernährung und Flüssigkeitsversorgung älterer Menschen"
> viewtopic.php?f=3&t=20533

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk:
Seit Jahren wird in Pflegetreffs und Veröffentlichungen auf die Notwendigkeit, die Arzneimittelversorgung
älterer Menschen zu verbessern, aufmerksam gemacht. Auf Drängen von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
hat sich der Rhein-Kreis Neuss in der Gesundheitkonferenz durch Einrichtung eines Arbeitskreises mit der
Thematik befasst und am 04.06.2014 Handlungsempfehlungen für die Pflegeeinrichtungen beschlossen.
Quelle. Zahlreiche Informationen im Forum von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
> index.php
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Suchtkrank im Alter: Handlungsempfehlungen für Pflegepersona

Beitrag von WernerSchell » 11.08.2015, 15:35

Suchtkrank im Alter: Handlungsempfehlungen für Pflegepersonal

Wie verhalte ich mich als Pflegekraft, wenn ich den Eindruck habe, dass eine Bewohnerin oder ein Bewohner in meiner Altenpflegeeinrichtung ein Suchtproblem hat? In zahlreichen Pflegeeinrichtungen müssen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese Frage stellen. Aber nur in wenigen Einrichtungen gibt es festgelegte Konzepte, wie sie mit diesem Personenkreis umgehen sollen.

In einem Forschungsprojekt haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW) nun Handlungsempfehlungen erarbeitet, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Altenpflegeeinrichtungen unterstützen sollen: Wie sie zum Beispiel Anzeichen für eine Suchterkrankung erkennen können oder welche Bedeutung eine Suchterkrankung für die Pflege der Bewohner und Bewohnerinnen hat.

„Es ist oft nicht leicht, bei älteren Personen eine Suchtproblematik zu erkennen“, sagt Projektleiterin Prof. Dr. Tanja Hoff, „da bei ihnen zum Beispiel Trinkexzesse oder impulsive, aggressive Äußerungen seltener vorkommen. Darüber hinaus ist es oft schwierig, zwischen altersbedingten Veränderungen und Folgen von Suchtmittelkonsum zu unterscheiden. Ein Beispiel sind zittrige Hände.“ Für die Bewohner sei es aber zum Teil lebenswichtig, dass die Pflegekräfte Entzugserscheinungen oder eine mögliche Vergiftung rechtzeitig erkennen und richtig reagieren.

Die Handlungsempfehlungen enthalten auch Listen-Vordrucke, Frage- und Dokumentationsbögen sowie Checklisten, die den Pflegekräften den Umgang mit suchtkranken oder -gefährdeten Bewohnern erleichtern sollen. Das Dokument kann auf der Internetseite http://www.sanopsa.de/internet/projektergebnisse/ kostenlos heruntergeladen werden.

Gefördert wurde das Forschungsprojekt „Sucht im Alter – Netz- und netzwerkbasierte Optimierung der ambulanten und stationären Pflege“ (SANOPSA) vom Bundesforschungsministerium im Rahmen der Förderlinie „SILQUA-FH“ des Programms „Forschung an Fachhochschulen“.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Tanja Hoff (Projektleitung), t.hoff@katho-nrw.de, Telefon: 0221/7757-137
Redaktion: Julia Uehren, presse@katho-nrw.de

Weitere Informationen:
http://www.sanopsa.de/internet/projektergebnisse/

Quelle: Pressemitteilung vom 11.08.2015
Julia Uehren Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen
https://idw-online.de/de/news635911
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Volksdroge Valium - TV-Tipp für den 20.04.2016

Beitrag von WernerSchell » 20.04.2016, 06:26

Am 20.04.2016 bei Facebook gepostet:
Volksdroge Valium - TV-Tipp für den 20.04.2016, 21:00 - 21:45 - RBB Fernsehen: > viewtopic.php?f=7&t=21595 10,4 Millionen Packungen gehen heute jährlich in Deutschlands Apotheken über den Ladentisch. Ohne es zu ahnen, geraten Menschen in einen Teufelskreis aus Abhängigkeit und Entzug. Rund 1,4 Millionen Deutsche sind nach Schätzungen tablettenabhängig. Die Nebenwirkungen sind fatal, der Entzug ist hart. Viele wurden abhängig auf Rezept. Wie sieht die Verschreibungspraxis dieser hochwirksamen Medikamente aus? Ist die Aufklärung über das Suchtpotential ausreichend? Der Film "Deutschland auf Droge" geht diesen Fragen nach und erzählt den Leidensweg von Menschen, deren Leben durch die Tablettensucht aus den Fugen geriet.
Dies und vieles mehr ist Grund genug, beim Pflegetreff am 27.04.2016 über die Arzneimittelversorgung zu sprechen: > viewtopic.php?f=7&t=21371
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Medikamentenabhängigkeit ist eine stille Sucht

Beitrag von WernerSchell » 23.06.2016, 12:44

Medikamentenabhängigkeit ist eine stille Sucht

23. Juni 2016 Anlässlich des Weltdrogentages am 26. Juni macht die Diakonie Deutschland auf die etwa 1,5 Millionen Menschen in Deutschland aufmerksam, die medikamentenabhängig sind. "Vor allem Frauen und ältere Menschen nehmen Schlaf- und Beruhigungsmittel missbräuchlich ein - also ohne klare Indikation, in unangemessen hoher Dosis oder länger als notwendig", sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland.

"Vielen Betroffenen ist gar nicht bewusst, dass sie abhängig sind, da ihnen die Mittel oft seit Jahren von ihrem Hausarzt verschrieben wurden", erklärt Loheide.
Da sie im Alltag zunächst weiterhin gut "funktionierten" und die eigene Abhängigkeit und mögliche Entzugssymptome nicht als solche erkennen würden, vergingen oft Jahre bis die Suchtproblematik wahrgenommen werde. Nur ein ganz geringer Prozentsatz suche Hilfe und wende sich an die Suchtberatungsstellen.
"Wir brauchen eine kritische Diskussion über die Verordnungspraxis von Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Außerdem müssen wir uns fragen, wie wir mit Schmerz und Leid, Überforderung und Einsamkeit umgehen. Wie können Nachbarschaft, Freunde und Familie erkennen, dass jemand das Gefühl hat, in der Leistungsgesellschaft nicht mehr mithalten zu können, oder dass ihn Ängste und Unsicherheiten um den Schlaf bringen. Neben professioneller Hilfe brauchen wir mehr Aufmerksamkeit und Verantwortung füreinander", betont Loheide.

Die Diakonie Deutschland unterstützt eine Präventionskampagne der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, mit der Apotheker, Ärzte und Patienten auf die Risiken von Benzodiazepinen aufmerksam gemacht werden sollen. Die "4-K-Regel"
zur richtigen Anwendung dieser am häufigsten verordneten Schlaf- und Beruhigungsmittel lautet: klare Indikation, kleinste notwendige Dosis, kurze Anwendung und kein schlagartiges Absetzen.

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

******************************
Quelle: Pressemitteilung vom 23.06.2016
Ute Burbach-Tasso, Pressesprecherin
Pressestelle, Zentrum Kommunikation
Telefon +49 30 65211-1780 | Fax +49 30 65211-3780
E-Mail: pressestelle@diakonie.de

Diakonie Deutschland - Evangelischer Bundesverband Caroline-Michaelis-Str. 1 | 10115 Berlin Telefon +49 30 65211-0 | Fax +49 30 65211-3333
E-Mail: diakonie@diakonie.de | http://www.diakonie.de
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Online-Hilfe gegen Pillensucht

Beitrag von WernerSchell » 10.09.2016, 06:29

Aus Forum:
viewtopic.php?f=6&t=13964&p=94121#p94121

Pressemitteilung vom 8. September 2016

Online-Hilfe gegen Pillensucht

Berlin - In Deutschland sind rund 1,5 Millionen Menschen abhängig von Medikamenten. Die größte Suchtgefahr geht von Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmitteln aus. „Einige Medikamente können schnell abhängig machen, bei manchen geschieht dies binnen drei bis vier Wochen“, erklärt Andrea Jakob-Pannier, Psychologin bei der BARMER GEK. Wie Ärzte, Patienten und Angehörige problematischen Medikamentenkonsum erkennen und frühzeitig gegensteuern können, darüber informieren jetzt die BARMER GEK und die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. mit einem gemeinsam entwickelten Online-Angebot.

Hinweise des Arztes oder Apothekers beachten
Damit es nicht zu einer Abhängigkeit kommt, erklärt das neue Online-Angebot, welche Warnzeichen auf einen riskanten Medikamentenkonsum hindeuten. So werde mit der Zeit häufig die Dosis erhöht, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Versuchten die Patientinnen und Patienten die Mittel hingegen schlagartig abzusetzen, litten sie unter Entzugserscheinungen. Das sei ein Teufelskreis in die Abhängigkeit. Es stehe aber außer Frage, dass viele Medikamente sinnvoll und notwendig seien. Allerdings sollte eine sorgfältige Diagnose vorausgehen. „Medikamente sollten exakt nach den Hinweisen des Arztes oder Apothekers eingenommen werden”, so Jakob-Pannier.

Portal liefert Adressen von Anlaufstellen
Das Portal informiert übersichtlich über Hintergründe, Risiken, Vorbeugung und Behandlung einer Medikamentenabhängigkeit. „Wenn Patienten mit einem Medikament nicht klarkommen, sind der verordnende Arzt, der Hausarzt oder ein niedergelassener Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie erste Ansprechpartner“, rät Jakob-Pannier. Das Onlineportal bietet zusätzlich Adressen von Beratungsstellen, Therapieeinrichtungen und Selbsthilfegruppen. Es enthält außerdem vielfältiges Infomaterial für verschiedene Zielgruppen, zum Beispiel für Interessierte und Betroffene oder für Behandler und Fachleute sowie für Medienschaffende.

Weitere Informationen unter www.medikamente-und-sucht.de.

______________________________________________
Presseabteilung der BARMER GEK
Athanasios Drougias (Leitung), Telefon: 0800 33 20 60 99 1421
Sunna Gieseke, Telefon: 0800 33 20 60 44-30 20
E-Mail: presse@barmer-gek.de
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Medikamente und Sucht: Neue Internetplattform ...

Beitrag von WernerSchell » 21.09.2016, 17:23

Medikamente und Sucht: Neue Internetplattform zu Risiken beim Arzneimittelkonsum

In Deutschland sind etwa 1,4 bis 1,5 Millionen Menschen abhängig von Medikamenten. Manche Schätzungen sprechen sogar von 1,9 Millionen Betroffenen. Damit sind ebenso viele Menschen von Arzneimitteln abhängig wie von Alkohol. Spitzenreiter der Medikamente mit Suchtpotenzial sind Schlaf- und Beruhigungsmittel. Die Internetplattform http://www.medikamente-und-sucht.de der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) und der BARMER GEK klärt über die Risiken beim Medikamentenkonsum auf, erläutert Hintergründe und weist auf die Unterstützungsangebote hin.

Wir sind es gewohnt, für fast alle Leiden sofort ein Mittel zur Hand zu haben. Wenn wir nicht schlafen können, an Kopfschmerzen leiden, erschöpft oder schlechter Stimmung sind, gehen wir zum Arzt oder in die Apotheke. Ein geeignetes Medikament soll die Beschwerden lindern oder verschwinden lassen. Neben den erwünschten Wirkungen bergen viele Medikamente jedoch auch die Gefahr einer Abhängigkeit in sich. Von allen verordneten Arzneimitteln können bis zu fünf Prozent zu Missbrauch und Abhängigkeit führen. Allein unter den 20 meistverkauften Präparaten in deutschen Apotheken befinden sich 11 mit Missbrauchspotenzial. An erster Stelle stehen dabei Schlaf- und Beruhigungsmittel (Benzodiazepine), die zur kurzfristigen Behandlung von Spannungs- und Erregungszuständen, bei Ängsten, Schlafstörungen und Depressionen verschrieben werden. Oft bleibt es aber nicht bei der zeitlich begrenzten Einnahme dieser Medikamente. Viele Menschen, die von Benzodiazepinen abhängig sind, nehmen über eine lange Zeit hinweg das Medikament in der gleichen niedrigen Dosierung ein. Davon jedoch sind sie abhängig, oftmals ohne dies zu wissen oder zu erkennen.

http://www.medikamente-und-sucht.de informiert und klärt auf

Das neue Online-Portal http://www.medikamente-und-sucht.de gibt ausführlich Auskunft über alle Fragen, die mit Medikamenten und einer möglichen Abhängigkeit zusammenhängen. Die Internetseite ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) und der Barmer GEK und wendet sich an Betroffene und Interessierte, an Behandler und Berater, Experten aus der Forschung sowie an Journalisten und Pressevertreter. Basisinformationen und Hintergründe werden gut verständlich aufbereitet, es gibt zahlreiche Hinweise auf ergänzende Literatur, Kontaktdaten von Beratungsstellen, Einrichtungen der Suchthilfe und von Selbsthilfeverbänden.

„Das neue Online-Angebot bietet einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu dem Thema Medikamentenmissbrauch und Abhängigkeit“, erklärt Peter Raiser, Referent für Projekte und Internationales der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen. „Für Gefährdete und deren Angehörige kann es eine Ergänzung zum Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin sein und den Kontakt zu Einrichtungen der Suchthilfe erleichtern“, so Raiser weiter.

Risiken vermeiden, 4-K-Regel beachten

Medikamente sind sinnvoll und unentbehrlich, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen und um die Linderung von Beschwerden geht. Ein kritischer Umgang mit dem Gebrauch von Medikamenten und die Beachtung einiger Regeln für den Konsum können helfen, nicht unbemerkt und ungewollt in eine Abhängigkeit zu geraten. Abhängigkeit lässt sich vermeiden, wenn Arzt und Patient beim Umgang mit Benzodiazepinen (und verwandten Substanzen wie Zolpidem, Zopiclon und Zaleplon) die sogenannte 4-K-Regel beachten:

• Klare Indikation
• Kleinste notwendige Dosis
• Kurze Anwendung
• Kein schlagartiges Absetzen des Medikaments

Wer vermutet, von einem Medikament abhängig zu sein, sollte nicht zögern, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und sich mit seinem Arzt oder seiner Ärztin besprechen, wie der Teufelskreis zu lösen ist. Suchtberatungsstellen halten spezielle Angebote für Menschen mit Medikamentenproblemen bereit. Und auch Selbsthilfegruppen bieten sich für Unterstützung und Erfahrungsaustausch Betroffener und Angehöriger an.

Informationen im Netz:
http://www.medikamente-und-sucht.de
http://www.dhs.de

Quelle: Pressemitteilung vom 21.09.2016
Kontakt: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS)

Peter Raiser
Referent für Projekte und Internationales
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Tel. +49 2381 9015-21
Fax +49 2381 9015-30
Raiser@dhs.de

Barbara Kunz
Referat Öffentlichkeitsarbeit
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Kampagne zur Suchtprävention im Alter

Beitrag von WernerSchell » 11.12.2016, 08:38

„STARK BLEIBEN“– Steffens startet Kampagne zur Suchtprävention im Alter
Düsseldorf, 09.12.2016

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Suchtprobleme werden in der Regel jungen Menschen zugeschrieben. Aber: Etwa 25 % der 60- bis 69-jährigen Männer (17% der 50- bis 59-jährigen Frauen) trinken riskante Mengen Alkohol. Bei geschätzt etwa 5% der über 60-Jährigen besteht die Gefahr, dass sie eine Abhängigkeit von Schlaf- oder Beruhigungsmitteln entwickeln. Die neue Kampagne „STARK BLEIBEN – für ein Leben ohne Sucht“ richtet sich deshalb speziell an Menschen ab 55 Jahre. „Suchtprobleme im Alter werden häufig verharmlost,
Anzeichen für Missbrauch von Alkohol oder Medikamenten als Alterserscheinung abgetan. Mit der Kampagne wollen wir Ältere dabei unterstützen, stark zu bleiben und sich den Herausforderungen des Alterns ohne Medikamenten- oder Alkoholabhängigkeit zu stellen“ so Ministerin Barbara Steffens.

Zur Pressemitteilung http://www.mgepa.nrw.de/ministerium/pre ... /index.php
http://www.stark-bleiben.nrw.de
zur Broschüre http://www.mgepa.nrw.de/publikationen

Die Rheinische Post (Düsseldorf) berichtete am 10.11.2016:
Jeder Vierte über 60 trinkt zu viel Alkohol
Düsseldorf. Mit dem Ausscheiden aus dem Beruf stürzen viele Menschen in die Sinnkrise. Außerdem schadet Alkohol Senioren stärker als Jüngeren. NRW will jetzt über das höhere Suchtrisiko im Alter aufklären.
Von Lisa Kreuzmann und Thomas Reisener
96 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland trinken Alkohol. Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtgefahren gelten 1,7 Millionen von ihnen als abhängig. Was wenig bekannt ist: Das größte Risiko, zum Alkoholiker zu werden, haben Senioren.
Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums trinken fast ein Viertel der 60- bis 69-jährigen Männer und 17 Prozent aller 50- bis 59-jährigen Frauen Alkohol in riskanter Menge. Weil die Toleranz im Alter abnimmt, gelten in diesen Altersgruppen bereits kleine Mengen als gefährlich. "Weil sich der Stoffwechsel und das Verhältnis von Fett und Wasser im Alter verändern, geht der Alkohol schneller ins Blut", sagt Christine Sowinski, Psychologin beim Kuratorium Deutsche Altershilfe.
Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) warnt: "Suchtprobleme im Alter werden oft verharmlost oder als normale Alterserscheinungen missverstanden."
… (weiter lesen unter) … http://www.rp-online.de/politik/jeder-v ... -1.6455340
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Kampagne zur Suchtprävention im Alter

Beitrag von WernerSchell » 12.12.2016, 07:56

Am 12.12.2016 bei Facebook gepostet:
Kampagne zur Suchtprävention im Alter: „Suchtprobleme im Alter werden häufig verharmlost,
Anzeichen für Missbrauch von Alkohol oder Medikamenten als Alterserscheinung abgetan. Mit der Kampagne wollen
wir Ältere dabei unterstützen, stark zu bleiben und sich den Herausforderungen des Alterns ohne Medikamenten- oder
Alkoholabhängigkeit zu stellen“ so Ministerin Barbara Steffens (Gesundheitsministerin NRW).

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