Pflegeheime sollten sich auch mit Thema Sexualität befassen

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Pflegeheime sollten sich auch mit Thema Sexualität befassen

Beitrag von Presse » 29.03.2012, 07:26

Leidenschaftliche Bedürfnisse / Warum Pflegeheime sich mehr mit dem Thema Sexualität befassen müssen

Baierbrunn (ots) - Prostituierte im Pflegeheim? In einigen europäischen Ländern ist das durchaus üblich, und auch in Deutschland sprechen sich immer mehr Pflegeexperten dafür aus. "Ich bin sicher, das würde viele Medikamente überflüssig machen", sagt Manuela Kästner, Qualitätsbeauftragte eines Berliner Pflegeheims, im Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber". "Sexuelle Befriedigung hebt die Stimmung und macht ausgeglichener." Kästner hat dabei insbesondere Menschen mit Demenz im Blick. Auch sie können noch intensive Sexualphantasien entwickeln. "Was der Patient früher gemacht hat, lebt er jetzt doppelt aus, und das gilt besonders für den Bereich der Sexualität", erklärt die Pflegeexpertin. Sie rät Heimen dringend, das Personal auf diese Tatsachen vorzubereiten und zu schulen.

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Das Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber" 3/2012 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Quelle: Pressemitteilung vom 29.03.2012 Wort und Bild - Senioren Ratgeber
Pressekontakt: Ruth Pirhalla
Tel. 089 / 744 33 123
Fax 089 / 744 33 459
E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de
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Grüne fordern für Pflegeheime Prostituierte auf Rezept

Beitrag von WernerSchell » 09.01.2017, 11:33

Grüne fordern für Pflegeheime Prostituierte auf Rezept

Bild
Quelle: dpa -
https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/i ... ahlen.html


Pflegebedürftigen sollen Dienste von Prostituierten per Rezept bezahlt werden, fordert die pflegepolitische Sprecherin der Grünen. Jedoch sollen die Voraussetzungen streng sein. Vorbild für das Konzept sind die Niederlande.

Pflegebedürftige und Schwerkranke sollen in Zukunft Sex mit Prostituierten bezahlt bekommen können. Das forderte die pflegepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Elisabeth Scharfenberg, gegenüber der „Welt am Sonntag“. „Eine Finanzierung für Sexualassistenz ist für mich vorstellbar“, sagte Scharfenberg. „Die Kommune könnte über entsprechende Angebote vor Ort beraten und Zuschüsse gewähren“, so die Politikerin.
Vorbild wären die Niederlande: Dort gibt es bereits seit einigen Jahren die Möglichkeit, sich als Pflegebedürftiger die Dienste sogenannter Sexualassistentinnen – zertifizierter Prostituierter – bezahlen zu lassen.
… (weiter lesen unter) …
https://www.welt.de/vermischtes/article ... ezept.html
bzw. https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/i ... ahlen.html

+++
Die Rheinische Post berichtete vom 8. Januar 2017 informierte u.a. wie folgt:
Kommunen sollen zahlen
Grüne fordern Sex auf Rezept für Pflegebedürftige

Berlin. Pflegebedürftige und Behinderte sollen nach den Vorstellungen einer Grünen-Abgeordneten in Zukunft Sex mit Prostituierten bezahlt bekommen.
"Eine Finanzierung für Sexualassistenz ist für mich vorstellbar", sagte die pflegepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen, Elisabeth Scharfenberg, der "Welt am Sonntag". Die Kommunen könnten "über entsprechende Angebote vor Ort beraten und Zuschüsse gewähren".
Vorbild wären die Niederlande: .... (weiter lesen unter) ... http://www.rp-online.de/politik/deutsch ... -1.6510422

+++
+++ Siehe zum Bericht die nachfolgend angefügte Stellungnahme von Maria Klein-Schmeink! +++
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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WernerSchell
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Pflegeheime sollten sich auch mit Thema Sexualität befassen

Beitrag von WernerSchell » 09.01.2017, 12:16

Maria Klein-Schmeink nimmt Stellung:
https://www.facebook.com/maria.kleinschmeink?fref=nf

Hoch verärgert. Jahrelang arbeitet meine Kollegin Elisabeth Scharfenberg mit großem Engagement für die Verbesserung der Situation in der Pflege. Für die Pflegebedürftigen, die pflegenden Angehörigen, die professionell Pflegenden. Gemeinsam kämpfen wir in der Pflege- und Gesundheitspolitik für mehr Wertschätzung, mehr Entlastung der Angehörigen, bessere Arbeitsbedingungen und eine gerechtere Finanzierung. Für die Stärkung der Kommunen, damit sie Strukturen für ein selbstbestimmtes und möglichst selbstständiges Leben im Alter und bei Pflegebedürftigkeit schaffen können. Für eine Stärkung der palliativen Pflege auch in den Pflegeeinrichtungen, denn sie sind einer der Orte, wo viele Menschen ihr Lebensende erleben.

Über all diese Aktivitäten der Grünen, haben die Medien nicht besonders oft oder ausführlich berichtet. Dann bittet eine Journalistin der "Welt" im Herbst meine Kollegin um eine Stellungnahme zur Sexualassistenz für schwer Pflegebedürftige, wie sie in den Niederlanden ermöglicht wird. Meine Kollegin äussert sich so, dass sie sich etwas ähnliches wie in den Niederlanden vorstellen kann. Eine persönliche Meinung zu einer sehr speziellen, weitgehend mit Tabu belegten Fachfrage, mitnichten ein Hauptanliegen.
Daraus entsteht jetzt in den Medien: Grüne wollen Sex auf Rezept.
Wie ist es um Medien bestellt, die sich um die Verhältnisse in der Pflege nur selten kümmern, aber im Sinne des "sex sells" gerne mal eine Randfrage ohne inhaltliche Einordnung und konkrete Rückfrage verbreiten? Ich wünsche mir diese öffentliche Aufmerksamkeit für die Überforderung in der Pflege und für mehr Wertschätzung aller, die sich um mehr Menschlichkeit am Ende des Lebens und bei Pflegebedürftigkeit bemühen. Wenn diese Debatte ein echtes Jahr der Pflege einläutet, dann sei dieser Medienhype verziehen.


Quelle: https://www.facebook.com/maria.kleinsch ... 8488943476
Textübernahme mit Erlaubnis der Verfasserin - 09.01.2017

Der vorstehenden Stellungnahme stimme ich gerne zu!
Werner Schell
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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SPD-Politiker Lauterbach gegen "Prostitution auf Rezept"

Beitrag von WernerSchell » 10.01.2017, 08:01

Die Diskussionen dauern an. Nun hat sich auch Dr. Karl Lauterbach, MdB/SPD, zu Wort gemeldet:
Grünen-Vorschlag
SPD-Politiker Lauterbach gegen "Prostitution auf Rezept"
Die Grünen fordern eine „Sexualassistenz“ für schwerkranke Menschen. SPD-Mann Karl Lauterbach hält dies aber für den falschen Weg.
... (weiter lesen unter) ... https://www.morgenpost.de/politik/artic ... ezept.html

+++
Anmerkung:
Die o.a. Berichterstattung zeigt, wie eine Äußerung in einem Interview zu völlig falschen Interpretationen führen kann.
Was jetzt zahlreich kritisiert wird, hat Frau Scharfenberg so überhaupt nicht eingefordert. - Halten wir doch den Ball flach.
Das Wahljahr lässt grüßen. - W.S.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Re: Pflegeheime sollten sich auch mit Thema Sexualität befas

Beitrag von WernerSchell » 14.01.2017, 08:58

Die Rheinische Post berichtete am 14.01.2017:
Sexualassistentin aus Krefeld
Kuscheln, streicheln, wohlfühlen
Bild
Das Zimmer, in dem Sonja ihre Kunden empfängt, hat sie behindertenfreundlich eingerichtet.
Die 54-jährige Krefelderin kümmert sich vor allem um ältere Menschen mit körperlichen oder geistigen Gebrechen.
FOTO: Gerhard Wollenhaupt

Krefeld. Sonja aus Krefeld hilft älteren und behinderten Menschen beim Ausleben ihrer Sexualität. Die Sexualassistentin arbeitet dabei eng mit Senioreneinrichtungen zusammen, die ihr Kunden vermitteln. Die Nachfrage ist offenbar groß.
Von Christian Schwerdtfeger
In einer Ecke des Raumes sitzt ein schwarzer Buddha mit zusammengefalteten Händen. Drei angezündete Kerzen stehen vor der Statue. Die Wände leuchten grasgrün, aus den Lautsprechern erklingt beruhigende Lounge-Musik, wie man sie auch aus Wellness-Tempeln kennt. Eine Atmosphäre, die dazu beitragen soll, dass sich die Menschen wohlfühlen, die im Himmelbett liegen, das den größten und wichtigsten Teil des Zimmers einnimmt. Hier, im "Institut für sinnliche Begegnungen", empfängt Sonja ihre Kunden, Senioren und Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen, massiert, streichelt und befriedigt sie.
Die 54-jährige Krefelderin ist eine sogenannte Sexualassistentin. Sie helfe, sagt sie, ihren Kunden beim Ausleben ihrer Lust, also bei etwas ganz Normalem, das die Gesellschaft ihrer Zielgruppe aber in weiten Teilen nicht zugestehen wolle und das Thema stattdessen tabuisiere. "Aber auch für diese Menschen gibt es das Recht auf eine selbstbestimmte Sexualität. Das ist ein Grundrecht der Menschenwürde", sagt sie. Nur weil man alt und gebrechlich sei, heiße das nicht, dass man keine Bedürfnisse habe.
... (weiter lesen unter) ... http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kre ... -1.6533312

Der Kommentar:
Sexualassistenz - Keine Tabus im Alter
Meinung | Krefeld. Sex ist das Natürlichste der Welt. Dennoch treibt das Thema immer noch vielen die Schamesröte ins Gesicht, wenn darüber gesprochen wird. Vieles wird nach wie vor zu Unrecht tabuisiert - wie zum Beispiel körperliche Nähe im Alter oder bei Menschen mit Behinderungen.
Von Christian Schwerdtfeger
Man schweigt das Thema lieber tot. Und wenn mal jemand die Debatte anstößt - wie in dieser Woche eine Grünen-Politikerin -, wird er von Kritikern schnell als weltfremd diffamiert. Dabei wäre ein öffentlicher Diskurs auch wegen des demografischen Wandels notwendig. Die Menschen werden immer älter - und ihre Bedürfnisse bleiben meist bestehen. Was ist, wenn man sich im Alter nach Nähe und Zärtlichkeit sehnt, man aber wegen körperlicher oder geistiger Gebrechen nicht mehr selbst in der Lage ist, Sexualität auszuüben? Wenn man alleinstehend ist und dafür Hilfe braucht? Soll man sein Verlangen dann unterdrücken, nur weil es sich angeblich nicht ziemt? Das kann niemand wollen. Daher sollte man auch nicht sofort die Nase rümpfen, nur weil es Frauen gibt, die diesen Menschen ihre speziellen Dienste anbieten.
Quelle: RP > http://www.rp-online.de/politik/keine-t ... -1.6533295
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Sexualassistenz - Keine Tabus im Alter …

Beitrag von WernerSchell » 14.01.2017, 09:08

Am 14.01.2017 bei Facebook gepostet:
"Sexualassistenz - Keine Tabus im Alter … Kuscheln, streicheln, wohlfühlen" … und darüber darf gesprochen werden.
Die Rheinische Post hat am 14.01.2017 das Thema sensibel aufgegriffen und dabei so manchen Diskussionsbeitrag der letzten Tage zurecht gerückt.

>>> viewtopic.php?f=6&t=17127&p=96201#p96201

Dazu ergänzend:
Auf meiner Facebookseite wurde das gepostete Foto hinterfragt. Dazu ergibt sich:
Mit dem angesprochenen Foto hat "Welt.de" das Thema begonnen. Es wurde jetzt per Link automatisch von Facebook hochgeladen. Das Foto kann dazu animieren, sich sachgerecht mit dem Thema zu befassen. Es war mehr als ärgerlich, wie die Medien bislang mit dem Thema umgegangen sind und Frau Scharfenberg, MdB, attackiert haben. Sexualität und entsprechende Bedürfnisse sind auch bei älteren Menschen vorhanden und sollten, wenn es entsprechende Wünsche gibt, Berücksichtigung finden. Natürlich ist das keine Aufgabe der pflegerischen Dienstkräfte. Es müssen andere Lösungen gefunden werden. Dass darüber die RP. angemessen informiert, finde ich richtig und wichtig. - Werner Schell
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Das macht ein Sexualbegleiter

Beitrag von WernerSchell » 04.05.2018, 06:04

Ärzte Zeitung vom 04.05.2018:
Tabuthema
Das macht ein Sexualbegleiter

Sexuelles Verlangen verlöscht auch im Alter nicht. Aber was, wenn Senioren nicht in der Lage sind, diesem eigenständig nachzugehen? Dann kommen Sexualbegleiter ins Spiel. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=96 ... efpuryykqr
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