Krebs in Deutschland

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Krebs in Deutschland

Beitrag von Presse » 22.02.2012, 07:41

Vorweg - aktuell ...

Siehe auch in diesem Forum:
Krebs mit Prävention begegnen - Rauchen einstellen!
viewtopic.php?f=6&t=21441

Krebs wird neben Demenz das Gesundheits- und Pflegesystem
der nächsten Jahre / Jahrzehnte herausfordern!


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Krebs in Deutschland

Nach einer aktuellen Schätzung des Robert Koch-Instituts sind im Jahr 2008 rund 470.000 Menschen in Deutschland neu an Krebs erkrankt, das sind 70.000 bis 80.000 mehr als zehn Jahre zuvor. Für das Jahr 2012 rechnet das Robert Koch-Institut mit knapp 490.000 Erkrankungen. Der wesentliche Grund für den Anstieg ist die zunehmende Zahl älterer Menschen, da die meisten Krebserkrankungen in höherem Alter auftreten. Hinzu kommt ein erwarteter Anstieg beim Brustkrebs in der ersten Phase des bundesweiten Mammographie-Screening-Programms. Brustkrebs macht bei den Frauen etwa ein Drittel aller Fälle aus, bei den Männern ist Prostatakrebs mit einem Anteil von etwa 25% nach wie vor die häufigste Krebsart. Hochgerechnet auf 2012 leben in Deutschland etwa 1,4 Millionen Menschen, bei denen die Diagnose Krebs innerhalb der letzten fünf Jahre gestellt wurde. Durch die Therapiefortschritte ist der Anteil der Todesfälle unter den Krebspatienten weiter gesunken. Vor 1980 starben mehr als zwei Drittel an ihrer Krebserkrankung, heute sind es weniger als die Hälfte.

Im Zentrum für Krebsregisterdaten des RKI werden die Daten der Landeskrebsregister auf Bundesebene zusammengeführt, qualitätsgeprüft und ausgewertet. Gemeinsam mit der Gesellschaft der Epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (GEKID) veröffentlicht das RKI alle zwei Jahre den Bericht "Krebs in Deutschland". Die 8. Auflage enthält wie gewohnt einleitende Kapitel, unter anderem zur Krebsregistrierung, zur Methodik sowie zur zusammenfassenden Darstellung und Einordnung der Ergebnisse. Danach folgt auf je zwei Doppelseiten ein Überblick über die epidemiologische Datenlage zu den wichtigsten Krebserkrankungen, erstmals auch zu Leberkrebs, zu Krebserkrankungen der Gallenblase und Gallenwege sowie zum Plasmozytom (eine Form von Blutkrebs). Die Krebserkrankungen im Kindesalter werden in einem eigenen Kapitel dargestellt.

Krebsregister sind unverzichtbar, etwa für die Suche nach Ursachen von Krebs, für Aussagen zu Überlebensaussichten, als Planungsgrundlage für die onkologische Versorgung oder für die Evaluation von Früherkennungsprogrammen, wie das Mammographie-Screening. Durch das 2009 in Kraft getretene Bundeskrebsregisterdatengesetz sind deutliche Fortschritte in der Analyse und Darstellung des Krebsgeschehens erreicht worden. So sind die Bundesländer seither verpflichtet, dem Robert Koch-Institut flächendeckende und vollzählige Daten aus den Landeskrebsregistern zu übermitteln. Für die aktuelle Ausgabe konnte das Robert Koch-Institut erstmals auf Daten zurückgreifen, die auf der Grundlage des neuen Gesetzes geliefert wurden.

Bislang können die bundesweiten Neuerkrankungszahlen nur geschätzt werden. Die Datengrundlage für die Schätzung hat sich in den letzten Jahren stetig verbessert. Zählen statt Schätzen wird allerdings erst möglich, wenn aus allen Bundesländern flächendeckende und ausreichend vollzählige Daten zu allen Krebslokalisationen übermittelt werden. Für 2008 liegen in Deutschland bereits für eine Bevölkerung von mehr als 50 Millionen Einwohnern belastbare Daten zu Krebsneuerkrankungen vor.

"Krebs in Deutschland" kann kostenlos bei RKI, GEKID oder den Landeskrebsregistern bestellt werden und ist im Internet unter http://www.krebsdaten.de abrufbar. Das Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut erweitert derzeit das Informationsangebot zum epidemiologischen Krebsgeschehen, insbesondere mit einer überarbeiteten Internetpräsenz.

Quelle: Pressemitteilung vom 21.02.2012
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Das Krebsbuch - Buchtipp

Beitrag von WernerSchell » 23.02.2012, 08:02

Buchtipp!

Sarah Majorczyk und Experten der Deutschen Krebsgesellschaft:
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Krebs-Patienten bestmöglich versorgen

Beitrag von Presse » 23.02.2012, 13:17

Krebs-Patienten bestmöglich versorgen
Deutsche Krebshilfe: Leitlinien sichern ärztliche Qualität


Bonn (jft) – Wenn Menschen an Krebs erkranken, verändert sich schlagartig das Leben der Betroffenen. In dieser von Unsicherheit und Angst geprägten Situation müssen die Patienten die Gewissheit haben, dass sie nach dem besten derzeit verfügbaren medizinischen Wissen therapiert werden.

Systematisch entwickelte Leitlinien, wissenschaftlich begründet und praktikabel, sind Ärzten und Patienten dabei eine große Orientierungs- und Entscheidungshilfe. Die Deutsche Krebshilfe hat daher vor vier Jahren gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) das „Leitlinienprogramm Onkologie“ aufgelegt. Anlässlich des 30. Deutschen Krebskongresses in Berlin machten der Lenkungsausschuss des Leitlinienprogramms sowie Patientenvertreter heute, am 23. Februar 2012, deutlich, wie wichtig Leitlinien als Handlungsempfehlungen für Ärzte und allgemein verständliche Patientenratgeber für Betroffene sind.

„Qualitätssicherung muss bei ärztlichen Entscheidungen oberste Priorität haben“, sagt Professor Dr. Walter Jonat, Mitglied der Deutschen Krebshilfe. „Denn im Mittelpunkt des ärztlichen Handelns steht der kranke Mensch. Und dieser hat – unabhängig davon, ob er im Süden oder Norden, Westen oder Osten Deutschlands wohnt, ob in einer Großstadt oder in einer ländlichen Region – Anspruch darauf, nach den modernsten medizinischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen behandelt zu werden.“

Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Deutsche Krebshilfe, die Deutsche Krebsgesellschaft und die AWMF das „Leitlinienprogramm Onkologie“ im Januar 2008 ins Leben gerufen. Das Programm sorgt dafür, dass evidenzba- sierte, interdisziplinäre onkologische Leitlinien auf dem aktuellen Stand des medizinischen Wissens entstehen, regelmäßig überprüft und fortgeschrieben werden. Die Deutsche Krebshilfe förderte das Programm mit bisher insgesamt 3,8 Millionen Euro. Seit 2008 werden im Rahmen des Leitlinienprogramms 16 Expertengruppen finanziell bei der Erstellung und Aktualisierung von ärztlichen Leitlinien unterstützt.

„Wir haben es uns gemeinsam zur Aufgabe gemacht, diese Leitlinien flächendeckend in Deutschland einzuführen, um so zu einer wesentlichen Verbesserung der Qualität in der Behandlung von Krebserkrankungen beizutragen“, sagt Professor Dr. Michael Bamberg von der Deutschen Krebsgesellschaft. „Es kommt dem Patienten zu Gute, dass seine Krankheit nicht einseitig aus der Sicht einer einzelnen Fachrichtung betrachtet wird, sondern dass er eine interdisziplinär erarbeitete Therapieempfehlung erhält.“

Nur kurze Zeit nach Beginn des Leitlinienprogrammes haben die drei beteiligten Organisationen die Notwendigkeit erkannt, auf der Basis der ärztlichen Leitlinien auch allgemeinverständliche Patientenleitlinien zu entwickeln. Ratgeber, wie die auf dem Deutschen Krebskongress vorgestellte, neue Patientenleitlinie zur Prostatakrebs-Früherkennung, geben die wissenschaftlichen und medizinischen Inhalte der Leitlinien in allgemein verständlicher Sprache an die Patienten weiter. „Das erleichtert den Umgang mit der Krankheit und den Ärzten“, sagt Jens-Peter Zacharias, Mitglied im Vorstand des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe. „Dazu tragen auch die darin enthaltenen Fragenkataloge, Informationen über die Arztgespräche und Zweitmeinung bei sowie Hinweise für eine eigene individuelle Entscheidung.“ Auf diese Weise gelinge es, die Betroffenen zu beruhigen, ihnen Sicherheit zu geben, falsche Erwartungen zu vermeiden und das Informationsgefälle zwischen Arzt und Patient zu reduzieren. „An dieser Aufgabe waren wir maßgeblich beteiligt und haben die Interessen der Patienten vertreten“, so Zacharias weiter.

Hintergrund: Onkologische Leitlinien

Leitlinien sind systematisch entwickelte Empfehlungen, um Ärzten und Patienten die Entscheidung über Maßnahmen der Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge einer Krebskrankheit zu erleichtern. Sie stellen ein wesentliches Instrument zur Förderung von Qualität und Transparenz medizinischer Versorgung dar. Die Handlungsempfehlungen beruhen auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, in der Praxis bewährten Verfahren und systematisch in Studien gewonnenen Erkenntnissen. So sorgen die Leitlinien für mehr Sicherheit in der Medizin, sollen aber auch ökonomische Aspekte berücksichtigen. Leitlinien werden in drei Stufen eingeteilt. Stufe 3 ist die höchste Stufe. Im Rahmen des „Leitlinienprogramm Onkologie“ ist bisher die S3-Leitlinie Magenkrebs erschienen. Zurzeit werden Leitlinien zu Prostata- und Brustkrebs, zum Zervixkarzinom, zu Ovarialtumoren, zu Speiseröhrenkrebs, zu Darm- und Bauchspeicheldrüsentumoren, zu Leber- und Hautkrebs, zum Mundhöhlenkarzinom, zum Hodgkin-Lymphom, zur Palliativmedizin sowie zur psychoonkologischen Behandlung von Krebs-Patienten erstellt beziehungsweise aktualisiert.

Patienten-Leitlinien zur Früherkennung und Behandlung von Prostatakrebs und zur Früherkennung und Behandlung von Brustkrebs sind bereits erschienen.

Quelle: Pressemitteilung Deutsche Krebshilfe e. V., Dr. med. Eva M. Kalbheim, 23.02.2012 11:29
Die gesamte Pressemitteilung erhalten Sie unter:
http://idw-online.de/de/news464674
Kontaktdaten zum Absender der Pressemitteilung stehen unter:
http://idw-online.de/de/institution500

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Krebs in Deutschland 2011/2012

Beitrag von WernerSchell » 06.01.2016, 18:05

Neue Daten zu Krebs in Deutschland

Im Jahr 2012 sind in Deutschland 252.060 Männer und 225.890 Frauen an Krebs erkrankt. Das zeigt die aktuelle Schätzung des Zentrums für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut (RKI). Diese und viele weitere Ergebnisse enthält die gerade veröffentlichte 10. Ausgabe von „Krebs in Deutschland“. Der Bericht wird gemeinsam vom RKI und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (GEKID) publiziert und erscheint alle zwei Jahre. „Krebserkrankungen haben nach wie vor einen sehr hohen Anteil an der Krankheitslast in Deutschland. Doch es lassen sich auch positive Entwicklungen erkennen“, betont Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts.

So zeigen die aktuellen Auswertungen der Daten aus den epidemiologischen Krebsregistern bis zum Jahr 2012, dass sich für die zurückliegenden fünf Jahre eher eine Stagnation der Erkrankungszahlen abzeichnet. Dieser Trend ist erkennbar, obwohl die Anzahl älterer Menschen in unserer Bevölkerung weiter zunimmt. In den vergangenen Jahrzehnten war dies die wesentliche Ursache für die Zunahme von Krebserkrankungen. „Das ist insgesamt eine erfreuliche Entwicklung“, unterstreicht Lothar H. Wieler.

Die aktuelle Entwicklung wird maßgeblich beeinflusst durch die rückläufigen Trends bei einigen der häufigsten Krebserkrankungen. Vor allem die Zahlen beim Darmkrebs sind zuletzt bei beiden Geschlechtern rückläufig, wahrscheinlich auch ein Ergebnis der 2003 eingeführten Früherkennungskoloskopie ab dem Alter von 55 Jahren, bei der Frühstadien einer Darmkrebserkrankung erkannt und rechtzeitig behandelt werden können. Insgesamt kann man jedoch nicht von einer Trendwende sprechen, für einige Tumorarten muss weiterhin eher von steigenden Zahlen ausgegangen werden. Dazu gehören auch einige besonders gefährliche Krebsformen, wie Bauchspeicheldrüsen- und Leberkrebs.

Die häufigsten Krebserkrankungen sind bei den Männern nach wie vor Prostatakrebs (63.710 Neuerkrankungen im Jahr 2012), außerdem Lungenkrebs (34.490) und Darmkrebs (33.740). Frauen sind am häufigsten von Tumoren der Brustdrüse (69.550), des Darms (28.490) und der Lunge (18.030) betroffen.

Die Prognosezahlen zeigen, dass für das Jahr 2016 insgesamt mit rund 500.000 neuen Krebserkrankungsfällen zu rechnen ist. Die einzelnen Krebsarten unterscheiden sich erheblich in ihren Konsequenzen für die Betroffenen: Während beispielsweise die Prognose bei Bauchspeicheldrüsenkrebs sehr schlecht ist, sind einige Erkrankungen, wie z.B. Hodenkrebs, so gut behandelbar, dass sie für die Betroffenen in der Regel nicht mit Einschränkungen ihrer Lebenserwartung verbunden sind.

„Krebs in Deutschland“ bietet auch hierzu detaillierte Zahlen, für diese Ausgabe wurden erstmals Überlebensraten bis zu 10 Jahren nach Diagnose berechnet. Zu insgesamt 27 unterschiedlichen Krebsarten sind außerdem Angaben zur Erkrankungshäufigkeit und Sterblichkeit, auch im regionalen und internationalen Vergleich, ebenso wie Darstellungen zur Verteilung der Tumorstadien und Texte zu den wesentlichen Risikofaktoren enthalten. Neu aufgenommen wurde in dieser Ausgabe ein Kapitel zu Tumoren des Weichteilgewebes.

Das Informationsangebot konnte seit dem ersten Erscheinen von „Krebs in Deutschland“ im Jahre 1997 erheblich erweitert werden. Bedingt wird dies vor allem durch eine Verbesserung der Datengrundlage. Inzwischen werden in allen Bundesländern flächendeckend epidemiologische, das heißt bevölkerungsbezogene, Krebsregister geführt. Nach Schätzung des RKI wurden 2012 in elf Bundesländern mindestens 90 % der Krebsneuerkrankungen erfasst. Die Aussagekraft bevölkerungsbezogener Daten zum Krebsgeschehen hängt wesentlich von der Vollzähligkeit der Erfassung ab.

Der gedruckte Bericht kann kostenlos per E-Mail an krebsdaten@rki.de oder gbe@rki.de bestellt werden und ist als Pdf-Datei unter http://www.krebsdaten.de abrufbar. Ergänzend ist unter http://www.krebsdaten.de eine Datenbank mit individueller Abfragemöglichkeit verfügbar, die jährlich aktualisiert wird.

Quelle: Pressemitteilung des Robert Koch Instituts vom 17.12.2015
http://www.rki.de/DE/Content/Service/Pr ... _2015.html
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Zwillinge erkranken häufig an gleichem Krebs

Beitrag von WernerSchell » 07.01.2016, 07:47

Deutsches Ärzteblatt:
Zwillinge erkranken häufig an gleichem Krebs
Zwillingsgeschwister erkranken häufiger als andere Menschen an der gleichen Krebserkrankung.
Dies ergab eine Analyse eines skandinavischen Zwillingsregisters im US-amerikanischen Ärzteblatt
(JAMA 2016; 315: 68-76), die für 20 ...  http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/6 ... chem-Krebs
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Neues Landeskrebsregister

Beitrag von WernerSchell » 27.01.2016, 17:54

Presseinformation – 59/1/2016 Düsseldorf, 27. Januar 2016

Ministerin Steffens:
Neues Landeskrebsregister wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Versorgung von Krebserkrankten

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

Mit dem Aufbau eines Landeskrebsregisters (LKR) für Nordrhein-Westfalen wird es möglich, die Qualität und den Erfolg von Krebstherapien zu erfassen. Der Landtag hat das entsprechende Landeskrebsregistergesetz verabschiedet und damit eine Vorgabe des Bundes umgesetzt. „Mit dem neuen Landeskrebsregister können wir in Zukunft die Qualität der Versorgung von Krebserkrankten sehr gut erfassen und bewerten. Wir werden sagen können, bei welchen Tumorarten und welchen Alters- und Patientengruppen welche Therapieansätze am wirksamsten sind. Die Daten werden Grundlage für die weitere Forschung aber auch für die Gesundheitspolitik sein. Das LKR kann entscheidend dazu beitragen, dass sich die Therapien für Krebserkrankte stetig verbessern, Prävention und Früherkennung effektiver werden und sich die Qualität von Innovationen noch stärker als bisher an dem Nutzen für die Patientinnen und Patienten messen lässt“, erklärte Gesundheitsministerin Barbara Steffens in Düsseldorf.

Mit dem neuen Landeskrebsregister wird das seit zehn Jahren sehr erfolgreich arbeitende epidemiologische Krebsregister NRW um ein klinisches Krebsregister erweitert. Mit der Bezugsgröße von rund 18 Millionen Einwohnern und 1700 Meldestellen hat das LKR die Chance, eines der größten Krebsregister weltweit aufzubauen. Um für beide Register einheitliche Grundlagen zu schaffen, regelt das neue Landeskrebsregistergesetz (LKRG) die rechtlichen Rahmenbedingungen für die klinische und die epidemiologische Krebsregistrierung.

Krankenhäusern und niedergelassene Ärzteschaft sind zur Meldung zahlreicher Daten im Zusammenhang mit Krebserkrankungen verpflichtet, sodass verlässliche Grundlagen für die Qualitätssicherung der Versorgung sowie für Forschung und Entwicklung neuer Behandlungsansätze zur Verfügung stehen. Durch die Möglichkeit, die Daten des klinischen Krebsregisters personenbezogen speichern zu lassen, wird das LKR zukünftig in der Lage sein, Patientinnen und Patienten individuell zu ihrer Krebserkrankung zu informieren.

Das EKR in Nordrhein-Westfalen war bundesweit das erste Register, das ausschließlich elektronische Meldungen angenommen und verarbeitet hat. Dieses Know-how hat sowohl fachlich als auch im Bereich der IT-Technik und der Datensicherheit bundesweit Standards gesetzt, auf die bei der Einrichtung des neuen Registers aufgebaut wird.

Neben dem Nutzen für die Wissenschaft und den hohen Anforderungen an den Datenschutz, betont Ministerin Steffens die Chancen für eine patientenorientierte Optimierung der Versorgung. „An der Diagnose, Behandlung und Nachsorge in der Krebsmedizin sind viele Fachdisziplinen beteiligt. Betroffene wechseln häufig zwischen stationärer und ambulanter Versorgung. Mit dem Landeskrebsregister wollen wir auch die Informationsverluste an den Übergängen minimieren und Therapien so verbessern, dass sie die Lebenswelt und -umstände der Patientinnen und Patienten stärker berücksichtigen“, so Ministerin Steffens.

Bis 2017 soll das EKR von Münster auf den Gesundheitscampus nach Bochum ziehen und dort gemeinsam mit dem neuen klinischen Krebsregister das Landeskrebsregister bilden. Statt der bisher 28 Beschäftigten sollen dort dann rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sein.

Hintergrund:

Krebs ist durch die älter werdende Bevölkerung besondere Herausforderung in der Versorgung.
¬ In NRW sterben jährlich ca. 52.000 Menschen an einer Krebserkrankung. Das ist jeder vierte Todesfall
¬ Zahl der Krebserkrankungen hat von 2000 bis 2010 bei Männern um 21 Prozent, bei Frauen um 14 Prozent zugenommen
¬ Häufigste Krebsdiagnosen sind Brustkrebs bei Frauen (32%) und Prostatakrebs bei Männern (23%)
(Quelle: Krebsregister NRW, Datenreport 2013, erschienen
November 2015)

Epidemiologisches Krebsregister (EKR):
Anonymisierte Sammlung von Daten zur Häufigkeit von Krebserkrankungen und Todesfällen, Analyse zeitlicher und regionaler Entwicklungen

Klinisches Krebsregister (KKR):
Datensammlung zum Erfolg unterschiedlicher Krebstherapien, zum Beispiel auch, ob es Nebenwirkungen oder Rückfälle gibt. Betroffene können entscheiden, ob ihre Daten personenbezogen gespeichert werden. Bei personenbezogener Speicherung können Patientinnen und Patienten später beim Landeskrebsregister Informationen zu ihrem individuellen Krankheitsfall erhalten.

Finanzierung des Landeskrebsregisters
¬ Kosten für Einrichtung und Aufbau des Landeskrebsregisters NRW werden auf etwa 2,65 Millionen Euro geschätzt.
o Deutsche Krebshilfe wird sich daran voraussichtlich mit 950.000 Euro beteiligen. Den Rest trägt das Land.
¬ Kosten für den laufenden Betrieb des klinischen Krebsregisters werden zu 90 Prozent von den Krankenkassen getragen, die übrigen Kosten übernimmt das Land NRW

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Telefon 0211 8618-4246.
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Weltkrebstag: "Gesundheitswesen vernachlässigt Prävention"

Beitrag von WernerSchell » 04.02.2016, 08:01

Ärzte Zeitung vom 04.02.2016:
Weltkrebstag: "Gesundheitswesen vernachlässigt Prävention"
Es gibt Belege dafür, dass eine nachhaltige Änderung des Lebensstils das Risiko, an Krebs zu erkranken,
beeinflusst, sagt Professor Olaf Ortmann, Direktor der Universitätsfrauenklinik Regensburg.
Deutlich wird das etwa beim Thema Brustkrebs. mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=904 ... ebs&n=4771
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Lebensstil und Krebsrisiko

Beitrag von WernerSchell » 04.02.2016, 11:53

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Lebensstil und Krebsrisiko
Wie kann man sich schützen? Was lässt sich erreichen, was nicht?


In Deutschland ist Krebs die zweithäufigste Todesursache – doch die Überlebenschancen stehen bei vielen Arten gut.
Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass sich weltweit 30 Prozent aller Krebsfälle durch Vorbeugung verhindern ließen.

... (weiter lesen unter ) > https://www.krebsinformationsdienst.de/ ... nsstil.php
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Bewegungstherapie bei Krebs

Beitrag von WernerSchell » 02.06.2016, 07:01

Pressemitteilung / ONKO-Internetportal - 01.06.2016
Monatsthema im Juni: Bewegungstherapie bei Krebs

Körperliche Aktivität kann helfen, das Risiko an Krebs zu erkranken, zu minimieren. Ein regelmäßiges Bewegungstraining trägt aber auch dazu bei, die Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung sowie der Therapie besser zu überstehen. Neue Studien zeigen, wie bedeutsam regelmäßige Bewegung für das körperliche und seelische Wohlbefinden, nicht nur von Krebspatienten, ist. Was passiert jedoch in unserem Körper, wenn wir Sport treiben, und warum ist Bewegung, auch bei einer Krebserkrankung, so wichtig?

Seit Jahrtausenden ist der menschliche Organismus auf Bewegung programmiert. Sport bringt das Immunsystem auf Touren, verbessert die Sauerstoffversorgung, unterstützt Reparaturprozesse und beflügelt den Geist. Diese positiven Effekte werden auch zunehmend in der Krebstherapie eingesetzt. Denn das noch vor wenigen Jahren geltende Motto „Absolute Schonung für Krebspatienten“ ist von den neuesten Forschungsergebnissen widerlegt worden.
So zeigt eine aktuelle Studie unter der Leitung von Prof. Karen Steindorf am Universitätsklinikum Heidelberg, dass Brustkrebspatientinnen, die eine Strahlentherapie erhalten haben und sich sportlich betätigten, signifikant weniger unter einem Erschöpfungssyndrom litten, als Patientinnen, die nur Entspannungsübungen machten. Bislang gibt es kaum Möglichkeiten die Fatigue, jene starke Müdigkeit, die Krebspatienten häufig während und nach einer Therapie belastet, wirkungsvoll zu bekämpfen.
Aber nicht jede Art von körperlicher Aktivität ist für jeden Krebspatienten angemessen. Eine Bewegungstherapie muss auf den einzelnen Patienten und seine körperliche Verfassung individuell mit den behandelnden Ärzten abgestimmt sein. Weitere hilfreiche Informationen für Betroffene und ihre Angehörigen zum Thema Sport und Krebs liefert das aktuelle Monatsthema des ONKO-Internetportals unter http://www.krebsgesellschaft.de/thema_juni2016

Hinweis: Bei Interesse am Abdruck des Monatsthemas oder von Teilen des Artikels wenden Sie sich bitte an kirsten.herkenrath@dkg-web.de

Die Reihe „Thema des Monats“ des ONKO-Internetportals richtet sich an Patienten, Angehörige und interessierte Leser. Sie widmet sich 12 Mal im Jahr aktuellen Fragestellungen in den Bereichen Krebserkrankung, Prävention, Vorsorge und Nachsorge.

Das ONKO-Internetportal in Kooperation mit der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. ist Deutschlands größtes Wissensportal zum Thema Krebs. Es wendet sich an alle, die aktuelle, sachlich fundierte und verständliche Auskunft zum breiten Themenspektrum Krebs suchen: Ärzte und andere medizinische Fachkreise, Patienten und Angehörige sowie alle Interessierte. Unterstützt wird es dabei durch ausgewählte Experten, unter anderem aus der Deutschen Krebsgesellschaft. Die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG) ist das größte onkologische Netzwerk von Experten im deutschsprachigen Raum und zählt mehr als. 7.000 Mitglieder.

Kontakt und weitere Informationen:

ONKO-Internetportal
In Kooperation mit der
Deutschen Krebsgesellschaft e. V

Redaktion: Dörte Wustrack
Uhlandstraße 7-8
10623 Berlin
Tel: (030) 810 316 112
E-Mail: doerte.wustrack@dkg-web.de

Journalisten-Service:

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Presse: Kirsten Herkenrath
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10623 Berlin
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Krebstherapie - Warnung vor Krebs-Wunderheilern

Beitrag von WernerSchell » 07.08.2016, 14:50

Krebstherapie - Aktuell: Warnung vor Krebs-Wunderheilern. Es gibt zum Thema vielfältige Informationsmöglichkeiten! viewtopic.php?f=2&t=21743 - Ich habe mich bereits Ende der 1980er Jahre intensiv mit alternativen Heilmethoden befasst und dabei allerlei - auch juristische - Ungereimtheiten festgestellt. Die seinerzeit angesprochenen Fragen bestehen auch heute noch und sind überwiegend ungelöst. Kein Wunder, dass hin und wieder von dubiosen Behandlungssituationen berichtet wird. M.E. sollte sich der Gesetzgeber endlich um eine im Patienteninteresse liegende Lösung bemühen. Polizei und Staatsanwälte können zwar in konkreten Einzelfällen Rechtsverstößen nachgehen und Anklage erheben, aber die unbefriedigende Rechtslage im Zusammenhang mit alternativen Heilmethoden bleibt.
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Hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU) - Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Beitrag von WernerSchell » 08.03.2018, 15:19

Hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU)
G-BA bestätigt Effizienz bei Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs


In einem aktuellen Beschluss entschied der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), dass der ultraschall-gesteuerte hochintensive fokussierte Ultraschall (HIFU) als Behandlungsmethode bei nicht chirurgisch behandelbaren bösartigen Neubildungen des Bauchspeicheldrüsenkrebses (Pankreas) eingesetzt werden kann. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) begrüßt diese Entscheidung - denn HIFU ist für diese Patienten eine effektive und oftmals die letzte Methode zur Schmerzlinderung, wenn Medikamente versagen.

Auch das Tumorvolumen kann bei vielen Patienten durch diese Ultraschall-Anwendung reduziert werden. Auf völliges Unverständnis seitens der DEGUM stößt jedoch die Ablehnung des G-BA, den Stellenwert des HIFU bei anderen Indikationen wie Leber-, Knochenmark- und Knochentumoren durch Studien zu evaluieren.

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Die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Bauchspeicheldrüsenkrebs beträgt etwa sieben bis acht Prozent. In den meisten Fällen kann der Patient nur noch palliativ behandelt werden. „Bei etwa 80 Prozent der Betroffenen ist die Lebensqualität durch den Tumorschmerz deutlich bis massiv eingeschränkt", betont Professor Dr. med. Holger Strunk, Oberarzt der Radiologischen Universitätsklinik Bonn. „Im Verlauf der Erkrankung werden diese Schmerzen häufig sogar therapieresistent. Den Patienten hilft dann keine Schmerzmedikation mehr." Untersuchungen aus Deutschland und dem ostasiatischen Raum zeigen, dass der Einsatz von HIFU in etwa 80 Prozent der Fälle zur Schmerzlinderung bei den Betroffenen führt. „Wir begrüßen daher die G-BA-Entscheidung, dass HIFU bei diesen Patienten eingesetzt werden kann“, so Strunk.

Auch das Tumorvolumen kann durch diese Behandlung bei etwa zwei Drittel der Patienten signifikant verkleinert werden. Experten vermuten, dass HIFU nicht nur einen symptomatischen Nutzen hat, sondern dass diese Methode möglicherweise auch das Überleben positiv beeinflusst. „Hierzu fehlen uns noch weitere klinische Untersuchungen, doch erste Ergebnisse zeigen, dass HIFU ein großes Potential in der Tumorentfernung haben könnte", erklärt Strunk. Diese Ultraschall-Technik bietet Anwendern und Patienten viele Vorteile: Die Behandlung erfolgt wenig invasiv – und ruft dadurch in der Regel nur geringe Nebenwirkungen hervor. Im Gegensatz zum diagnostischen Ultraschall bündelt der Ultraschallkopf beim HIFU die hochenergetischen Schallwellen wie bei einem Hohlspiegel in einem Brennpunkt innerhalb des menschlichen Körpers. Durch die Absorption der Ultraschallwellen entsteht Wärme, die das Gewebe im Fokus des HIFU auf bis zu 80 Grad erhitzt. Bei diesen Temperaturen gerinnt das Eiweiß und die Zellen des Tumors sterben ab.

„Ein weiterer großer Vorteil ist, dass sehr präzise gearbeitet werden kann und auch Tumore in der Nähe von Blutgefäßen behandelt werden können“, ergänzt Strunk. „Da keine Nadeln, Sonden oder ähnliches eingebracht werden müssen, besteht zudem keine Gefahr einer Blutung oder der Tumorzellverschleppung, wie sie bei anderen Verfahren durch den Stichkanal vorkommen kann.“ Der G-BA hat auch überprüft, ob Studien vorliegen, die den Stellenwert des HIFU bei anderen Erkrankungen belegen. Da dies aber ein relativ neues Verfahren ist, gibt es jedoch bisher nur zu wenigen Krankheitsbildern Studien, wie eben zum Pankreaskarzinom, dem Leberzellkarzinom und dem Gebärmuttermyom. Nichtsdestotrotz könnten zukünftige Untersuchungen auch hier weitere Indikationen aufzeigen. Auf völliges Unverständnis seitens der DEGUM stößt daher die Ablehnung des G-BA, den Stellenwert des HIFU bei anderen Indikationen wie Leber-, Knochenmark- und Knochentumoren oder der Endometriose, einer gutartigen Wucherung von Gewebe der Gebärmutterschleimhaut, durch Studien zu evaluieren.

„Mag ja sein, dass zukünftige Studien aufzeigen, dass es hier für den HIFU keinen Stellenwert gibt. Doch viele Patienten mit diesen Erkrankungen profitieren nachweislich von einem Einsatz des HIFU. Gerade bei der palliativen Behandlung von Knochenmetastasen am peripheren Skelett könnte HIFU zunehmend an Bedeutung gewonnen", erklärt Strunk. „Nur weil derzeit keine deutschen Studien vorliegen, kann man doch nicht a priori weitere Studien ausschließen. Was ist das für ein Verständnis von Wissenschaft. Hier müssten unbedingt weitere klinische Studien zur Untersuchung des langfristigen Nutzens dieser Methode erfolgen", so der DEGUM-Experte.

Quellen:
https://www.bibliomedmanager.de/nachric ... 3-g-ba-kra...
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5376281/
https://www.aerzteblatt.de/archiv/18634 ... ltraschall...

Über die DEGUM: Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bietet ein Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet des medizinischen Ultraschalls. Sie vereint rund 10 000 Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenten, Naturwissenschaftler und Techniker. Ultraschalldiagnostik ist heute das am häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin. Ultraschallanwendern bescheinigt die DEGUM eine entsprechende Qualifikation mit einem Zertifikat der Stufen I bis III. DEGUM-zertifizierte Ärzte finden Patienten im Internet unter: http://www.degum.de

Kontakt für Journalisten:
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in der Medizin e.V. (DEGUM)
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Tel.: 0711 8931-295
Fax: 0711 8931-167
E-Mail: gehlenborg@medizinkommunikation.org
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.degum.de

Die gesamte Pressemitteilung können Sie im WWW abrufen unter:
http://idw-online.de/de/news690510

Quelle: Pressemitteilung vom 08.03.2018
Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM), Friederike Gehlenborg, 08.03.2018 13:08
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WernerSchell
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Ein Atemtest verrät Pankreaskrebs

Beitrag von WernerSchell » 01.06.2018, 06:23

Ärzte Zeitung vom 01.06.2018:
Krebs
Ein Atemtest verrät Pankreaskrebs

Italienische Forscher haben einen Atemtest entwickelt, mit dem sich ein duktales Adenokarzinom des Pankreas mit hoher Spezifität und Sensitivität diagnostizieren lässt. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=96 ... efpuryykqr
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Kleineres Krebsrisiko in grösseren Familien

Beitrag von WernerSchell » 10.10.2018, 17:24

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Kleineres Krebsrisiko in grösseren Familien

Kinderreiche Familien haben ein geringeres Krebsrisiko. Die Familiengrösse reduziert das Risiko nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer. Forschende der Universitäten Zürich und Adelaide haben diesen Zusammenhang in einer weltweiten Studie anhand von Daten aus 178 Ländern festgestellt.

Die Forscher des Instituts für Evolutionäre Medizin der Universität Zürich und der Adelaide Medical School haben Daten aus 178 Ländern ausgewertet und einen Zusammenhang zwischen der Familiengrösse und dem Krebsrisiko gefunden. Weltweit nimmt die Häufigkeit verschiedener Krebsarten zu, je kleiner die Familien sind. "Und dieser Effekt ist unabhängig von Einkommen, Urbanisierungsgrad und Alter", erklärt Maciej Henneberg, Akademischer Gast an der UZH und Letztautor der Studie.

Wie die Forscher um Prof. Frank Rühli herausfanden, hat nicht nur die Grösse der Kernfamilie - Eltern und Kinder -, sondern auch die Grösse des Haushalts einschliesslich der Mitglieder der Grossfamilie eine schützende Wirkung gegen Krebserkrankungen.

Zusammenhang zwischen Familiengrösse und Krebsrisiko

So korreliert die Familiengrösse, gemessen an der Anzahl der Kinder, die eine Mutter während ihres Lebens gebärt und der Haushaltsgrösse negativ mit der Häufigkeit aller Krebserkrankungen. Dies ist unabhängig vom Alter der Personen. Je grösser die Familiengrösse sind, desto weniger häufig sind bestimmte Krebsarten wie Hirntumor, Blasen-, Lungen-, Magen-, Haut-, Brust-, Dickdarm-, Eierstock- und Gebärmutterkrebs. Der schützende Effekt der Familiengrösse ist stärker für Männer als Frauen.

Bekannt war bisher, dass Krebsarten bei Frauen wie Brust- oder Eierstockkrebs von der Anzahl der Schwangerschaften abhängen. Je mehr Schwangerschaften eine Frau hat, desto geringer ist die Gefahr, an Eierstock- oder Brustkrebs zu erkranken. Überraschend in der aktuellen Studie ist, dass die Familiengrösse die Männer sogar besser schützt als die Frauen.

Schützendes Familienleben

Dass das Krebsrisiko bei Männern von der Fruchtbarkeit ihrer Partnerinnen und der Haushaltsgrösse abhängt, ist zwar erstaunlich aber erklärbar. So schafft das Familienleben, auch wenn es in mancher Hinsicht stressig sein kann, ein besonderes emotionales Umfeld, welches sich positiv auf die allgemeine Resistenz gegen Krankheiten und eben auch gegen Krebs auswirken kann.

Menschen passen sich seit rund 4 Millionen Jahren dem Leben in klassischen Familien mit Eltern und Kindern an. Die gemeinsame Erziehung durch Vater und Mutter ist eine der ersten spezifischen menschlichen Eigenschaften, die sich entwickelt hat. Nun zeigt sich, dass Familienmitglieder, die sich gegenseitig in einem gesunden Lebensstil unterstützen, auch vor Krebs schützen.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Frank Rühli
Institut für Evolutionäre Medizin
Universität Zürich
Tel. +41 44 635 05 15
E-Mail: frank.ruehli@iem.uzh.ch

Originalpublikation:
Literatur:
Wenpeng You, Frank J Rühli, Renata J Henneberg and Maciej Henneberg. Greater family size is associated with less cancer risk: an ecological analysis of 178 countries. BMC Cancer. 2018, September 24. Doi: 10.1186/s12885-018-4837-0

Weitere Informationen:
https://www.media.uzh.ch/de/medienmitte ... isiko.html

Quelle: Pressemitteilung vom 10.10.2018
Melanie Nyfeler Kommunikation
Universität Zürich
https://idw-online.de/de/news703708
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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