10 Regeln der DGE für eine ausgewogene Ernährung

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Krank durch Essen: Nährwert-Ampel gefordert

Beitrag von WernerSchell » 23.02.2019, 08:35

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Krank durch Essen: Nährwert-Ampel gefordert

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NDR Visite informierte am 19.02.2019. Video (05,02 Min.) abrufbar unter > https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/ ... ng652.html - Autorin: Ulrike Heimes

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Eine ungesunde Ernährung macht viele von uns krank: 69 Prozent der Deutschen sind übergewichtig, jeder Dritte hat eine nichtalkoholische Fettleber, sechs Millionen leiden an Diabetes und jeder Fünfte stirbt einen ernährungsbedingten Herztod. Die Deutschen essen sich zu Tode, warnen Experten. Die Politik könnte eine weitere Zunahme der Ernährungskranken verhindern, verweigere aber bislang alle verfügbaren Maßnahmen.

Kürzeste Lebenserwartung in Westeuropa
Welche Folgen die ungesunde Ernährung hat, zeigt der Vergleich mit anderen Staaten Westeuropas. Im Durchschnitt haben Deutsche mit 81 Jahren die geringste Lebenserwartung. Das ist ein Jahr weniger als der durchschnittliche EU-Bürger. Dabei verfügt Deutschland über ein gutes und kostspieliges Gesundheitssystem. Doch dieser Vorteil werde nach Ansicht von Ernährungsmedizinern durch eine besonders schlechte Ernährung mehr als aufgehoben.
Ampel-Kennzeichnung in Deutschland gefordert
In deutschen Supermärkten ist bisher kaum zu erkennen, wie gesund oder ungesund ein Lebensmittel ist. Zwar sind Nährwerttabellen mittlerweile auf allen Lebensmitteln aufgedruckt, aber so klein und unübersichtlich, dass damit kaum jemand etwas anfangen kann.
In anderen Ländern hat die Politik bereits Maßnahmen ergriffen, um die Bürger zu schützen. Mehr als 70 Länder weltweit beschränken die Herstellung oder den Vertrieb ungesunder Lebensmittel.
Bewährt haben sich leicht verständliche Ampel-Systeme. In Frankreich steht zum Beispiel der sogenannte Nutriscore mitten auf der Verpackung. Damit kann jeder Verbraucher sofort erkennen, ob das Lebensmittel gesund (grün), ungesund (rot) oder irgendetwas dazwischen (gelb) ist.
Mit einer Ampel-Kennzeichnung könnten Verbraucher auf Anhieb ungesunde Zutaten in verarbeiteten Lebensmitten erkennen, zum Beispiel Zucker in Getränken oder Fertigsalaten, Salz in Brot oder Fett in Wurst.
Viele Experten fordern eine verpflichtende Ampel-Kennzeichnung auch in Deutschland. Die Erfahrung in anderen Ländern zeige, dass Hersteller dann ihre Rezepturen verändern, um einem roten Warnschild zu entgehen.

Zuckersteuer bringt Industrie zum Einlenken
In Großbritannien hat die Einführung einer Zuckersteuer auf süße Getränke gewirkt. Fast alle Hersteller haben dort nach Ankündigung der neuen Abgabe ihre Rezepturen verändert. So enthalten 100 Milliliter Fanta in Großbritannien nur noch 4,6 Gramm Zucker, in Deutschland mit 9,4 Gramm mehr als das Doppelte.
Transfette in Dänemark und USA verboten
Gefährliche Transfette in verarbeiteten Lebensmitteln sind in Dänemark bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten verboten, mittlerweile auch in den USA. Die für Übergewicht und Gefäßverkalkung verantwortlichen Transfette ließen sich auf Druck des Gesetzgebers leicht durch gesündere Alternativen ersetzen. Doch die Forderung vieler Ärzte nach einem Verbot von Transfetten auch in Deutschland wurde bisher nicht umgesetzt.
Ernährungsministerin setzt auf freiwillige Maßnahmen
Statt auf Verbote, klare Kennzeichnungspflichten oder eine höhere Besteuerung ungesunder Lebensmittel setzt die deutsche Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) auf freiwillige Maßnahmen der Lebensmittelindustrie und die Eigenverantwortung der Verbraucher.
Dabei zeigen Studien, dass schon eine höhere Mehrwertsteuer auf ungesunde Produkte und eine Steuerbefreiung für Obst und Gemüse einen großen Effekt hätten. Experten haben errechnet, dass steuernde Maßnahmen zur Reduzierung der Kalorienzufuhr die Zahl der schwer übergewichtigen Deutschen um zehn Prozent verringern könnten. Die Maßnahme würde nicht nur Leben retten, sondern auch Krankheitskosten in Milliardenhöhe sparen.


Quelle und weitere Informationen:
https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/ ... ng652.html
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Gesunder Lebensstil: A & O bei Zuckerkrankheit - Ernährungsempfehlungen für Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2

Beitrag von WernerSchell » 26.02.2019, 19:01

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Gesunder Lebensstil: A & O bei Zuckerkrankheit
Ernährungsempfehlungen für Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2


(dge) In Deutschland leben laut aktuellem Gesundheitsbericht Diabetes[1] schätzungsweise 7 Mio. Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2. Jedes Jahr erhalten rund 500 000 Menschen neu diese Diagnose - mit vermutlich steigender Tendenz.

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Mit einer vollwertigen Ernährung lässt sich Diabetes mellitus Typ 2 nicht nur vorbeugen. Auch wenn die Krankheit bereits eingetreten ist kann eine Änderung des Lebensstils als alleinige Therapie ausreichen. Eine vollwertige, dem Energiebedarf angepasste Ernährung, kombiniert mit Bewegung, verbessert die Blutglucosekonzentration und die Insulinsensitivität. Vergleichbare positive Wirkungen hat eine moderate Gewichtsabnahme von 5 -10 % des Ausgangsgewichtes bei übergewichtigen Menschen. Wie vollwertiges Essen und Trinken und damit Prinzipien einer diabetesgerechten Ernährung einfach im Alltag umsetzbar sind, zeigen die 10 Regeln der DGE[2]. Sie stehen für eine pflanzenbetonte, ballaststoffreiche Ernährung. Dazu gehört eine vielfältige Lebensmittelauswahl mit mindestens 5 Portionen Gemüse und Obst pro Tag sowie Vollkornprodukten. Daneben ergänzen kleinere Mengen tierischer Lebensmittel wie Milchprodukte, ein- bis zweimal pro Woche Fisch und wenig Fleisch den Speisezettel.

So sind beispielsweise Ernährungsformen, die sich an einer mediterranen und vegetarischen Ernährungsweise orientieren, gute Optionen für eine diabetesgerechte Ernährung. Sie zeichnen sich, entsprechend den Ernährungsempfehlungen der DGE, durch einen hohen Verzehr an pflanzlichen Lebensmitteln wie Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst, Getreideprodukten, Nüssen und Samen aus und wirken sich günstig auf den Stoffwechsel aus.
Weitere Informationen zum Thema Essen und Trinken bei Diabetes hat die DGE unter Ernährungspraxis zusammengefasst.

Eine langfristige Lebensstiländerung gelingt insbesondere dann, wenn die Patienten mit kompetentem Rat und praxisnahen Empfehlungen begleitet werden. Hier setzt das Medienpaket „Ernährungstherapie bei Diabetes mellitus Typ 2“[3] an, das die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.
(DGE) gemeinsam mit dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) herausgegeben hat. Es ist eine Hilfe für Ernährungsfachkräfte in der Beratung von Menschen mit nicht-insulinpflichtigem Diabetes mellitus Typ 2 und Prädiabetes. Bestandteile des Paketes sind ein Beraterleitfaden, eine Begleitbroschüre, Arbeitsvorlagen, Infoblätter für Patienten sowie Fotokarten zur Visualisierung verschiedener Inhalte. Es ist im DGE-MedienService, Tel.: 0228 9092626, Fax: 0228 9092610 unter der Artikel-Nr. 400450, ISBN 978-3-8308-1351-4 zum Preis von 79,00 EUR zzgl. 3,00 EUR Versandkosten erhältlich.
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[1] https://www.deutsche-diabetes-gesellsch ... -2019.html
[2] https://www.dge.de/10regeln/
[3] https://www.dge-medienservice.de/ernahr ... litus.html
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Den Pressetext finden Sie unter
https://www.dge.de/presse/pm/gesunder-l ... krankheit/

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Quelle: Pressemitteilung vom 26.02.2019
Kontakt: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Autor: Silke Restemeyer
Telefon: +49 228 3776-640
https://www.dge.de/presse/kontakt/
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Herausgeber:
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.
Godesberger Allee 18
53175 Bonn
Telefon: +49 228 / 3776-600
Telefax: +49 228 / 3776-800
Geschäftsführerin: Dr. Kiran Virmani
Sitz der Gesellschaft: Bonn
Eingetragen im Vereinsregister Bonn unter Nr. VR 008114
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Zucker und Plastikverpackungen ärgern Verbraucher

Beitrag von WernerSchell » 15.03.2019, 09:38

Zucker und Plastikverpackungen ärgern Verbraucher
Was nervt oder ärgert Verbraucher am meisten ? Das wollte die Hamburger Verbraucherzentrale über eine Online-Umfrage wissen. Jetzt hat sie die Ergebnisse veröffentlicht.
Quelle: NDR.de > https://newsletter.vzbv.de/d/d.html?o00 ... 5zexwkh3m6
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Gesamtkonzept für gesunde Lebensweise nötig ...

Beitrag von WernerSchell » 24.03.2019, 09:19

"Chronische Erkrankungen wie Adipositas, Bluthochdruck, Diabetes oder Herzleiden nehmen drastisch zu. Eine wesentliche Ursache dafür liegt in unserer Ernährung - gerade auch beim Zucker. Wir müssen in Deutschland endlich handeln. Selbstverpflichtungen der Lebensmittelindustrie führen zu nichts. Andere EU-Länder sind hier schon deutlich weiter: Viele Staaten haben die leicht verständliche Lebensmittelampel eingeführt, andere erproben eine Steuer, z.B. auf extrem zuckerhaltige Getränke.
Wir brauchen ein Gesamtkonzept, um eine gesunde Lebensweise zu ermöglichen und zu fördern: Mit Zuckersteuer, einer klar verständlichen Lebensmittelkennzeichnung und vielfältigen Ansätzen zur Gesundheitsförderung in Kitas, Schulen, in Betrieben - in unserem alltäglichen Lebensumfeld."

Prof. Dr. Ilona Kickbusch, Direktorin Health Programme am Graduate Institute of International and Development Studies in Genf sowie Beraterin der Weltgesundheitsorganisation
Quelle: Zitate aus dem AOK-Gesundheitsreport 2019 - > http://www.wernerschell.de/forum/neu/po ... 4&p=108002
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Ernährungsstudie - Wie viel darf‘s denn sein für die Gesundheit?

Beitrag von WernerSchell » 04.04.2019, 14:48

Ärzte Zeitung online, 04.04.2019
Ernährungsstudie
Wie viel darf‘s denn sein für die Gesundheit?

Jeder fünfte Todesfall weltweit geht auf falsche Ernährung zurück, so das Ergebnis einer umfangreichen Untersuchung. Doch die Studie hat Schwachpunkte.
NEU-ISENBURG. Weltweit sterben jedes Jahr 11 Millionen Erwachsene an den Folgen einer suboptimalen Ernährung: Das haben die Autoren einer Studie im Fachmagazin „The Lancet“ errechnet (doi: 10.1016/S0140-6736(19)30041-8 ). Danach hat im Jahr 2017 Fehlernährung insgesamt 255 Millionen behinderungsbereinigte Lebensjahre (DALYs) gekostet, so die Forscher.
Die meisten Tote habe es durch kardiovaskuläre Erkrankungen infolge ungesunder Ernährung gegeben (10 Millionen Tote und 207 Millionen DALYs), gefolgt von Krebs und Typ-2-Diabetes. Die größten Probleme seien zu viel Salz, ein zu niedriger Konsum von Vollkornprodukten und zu wenig Obst und Gemüse.
In Deutschland sind demnach vorletztes Jahr 162 Todesfälle pro 100.000 Einwohner auf ungesunde Ernährung zurückzuführen. ...
(weiter lesen unter) .... https://www.aerztezeitung.de/medizin/fa ... hrung.html
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Weniger Limo, viel Zucker – was Kinder essen

Beitrag von WernerSchell » 05.04.2019, 06:35

Weniger Limo, viel Zucker – was Kinder essen
Regelmäßig erforschen Wissenschaftler wie wir uns ernähren. Gerade wurde eine Studie ausgewertet, die zeigt, wie sich Kinder ernähren. Ein erfreulicher Trend: Kinder trinken mehr Wasser und weniger süße Getränke als noch vor 10 Jahren. Doch auch wenn Kinder mittlerweile weniger Limo trinken, nehmen sie insgesamt immer noch deutlich mehr Zucker zu sich als empfohlen wird. Insgesamt zeigt die Studie noch immer die gleiche Situation wie vor 10 Jahren: Kinder essen zu wenig Obst und Gemüse, zu viel Fleisch und insgesamt ist auch die Proteinaufnahme höher als die Empfehlungen. Dass häufiger Bioqualität auf den Tisch kommt, ändert dabei wenig an den Ernährungsproblemen. Quarks-Reporterin Antje Sieb mit Zahlen aus der Studie | podcast – 00:01:00 > https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr ... index.html

Mehr: "Gesund ernähren – geht das?" eine Quarks-Sendung vom 08.01.2019 | video > https://www1.wdr.de/mediathek/video/sen ... --100.html

Quelle: Mitteilung vom 04.04.2019
Quarks-Team
quarks@wdr.de
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Weiterhin zu viel Zucker für Kinder und Jugendliche

Beitrag von WernerSchell » 12.04.2019, 17:09

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Weiterhin zu viel Zucker für Kinder und Jugendliche

Heranwachsende sind besonders anfällig für eine hohe Zuckerzufuhr, da sie eine genetisch bedingte hohe Präferenz für süße Lebensmittel besitzen. Bis zum Eintritt ins Erwachsenenalter nimmt diese Vorliebe langsam ab. Forscher der Universitäten Bonn und Paderborn zeigen, dass die Zuckerzufuhr bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland seit 2005 zwar rückläufig ist, aber weiterhin über den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt. Die Studie ist nun im „European Journal of Nutrition“ veröffentlicht.

Eine hohe Zuckerzufuhr wird mit einem höheren Risiko für verschiedene Krankheiten wie Zahnkaries, Übergewicht und Adipositas sowie Herzkreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Aus diesem Grund begrenzte die Weltgesundheitsorganisation 2015 die Zufuhrempfehlung von freiem Zucker auf maximal zehn Prozent der Tagesenergieaufnahme. Seit 2018 schließt sich die Deutsche Gesellschaft für Ernährung dieser Empfehlung an. Mit freier Zucker ist der Zucker in der Nahrung gemeint, der vom Hersteller oder bei der Zubereitung im Haushalt zugefügt oder der natürlich in Säften enthalten ist. Der Gesamtzucker berücksichtigt dagegen den kompletten Zuckergehalt eines Lebensmittels einschließlich der natürlich enthaltenen Zucker.

Ein Team aus Wissenschaftlerinnen der Universitäten Bonn und Paderborn untersuchte den Zuckerkonsum von 1.312 Kindern und Jugendlichen im Alter von drei bis 18 Jahren. In den Jahren von 1985 bis 2016 wurden im Rahmen der DONALD-Studie (DOrtmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed Study) für diese Teilnehmer Drei-Tage-Wiegeprotokollen und damit auch der Anteil an freiem und Gesamt-Zucker erfasst.

Langzeituntersuchung an 700 Heranwachsenden

Bei der DONALD-Studie handelt es sich um eine Langzeituntersuchung zur Auswirkung der Ernährung auf den Menschen, die vom Land Nordrhein-Westfalen finanziert wird. Dieses Forschungsprojekt wird außerdem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) gefördert.

An der Studie nehmen derzeit 700 gesunde Kinder und Jugendliche teil. Bei den Probanden werden seit 1985 vom Säuglings- bis ins Erwachsenenalter in regelmäßigen Abständen detaillierte Daten zu Ernährung, Wachstum, Entwicklung, Stoffwechsel und Gesundheitsstatus erhoben. Seit Januar 2012 gehört die in Dortmund durchgeführte Langzeitstudie als Außenstelle zum Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften (IEL) der Universität Bonn.

An der Auswertung der Zuckertrendanalysen arbeiteten Wissenschaftler der DONALD-Studie in Kooperation mit Prof. Dr. Anette Buyken von der Universität Paderborn. Insgesamt wurden 10.761 Drei-Tage-Wiegeprotokolle auf Alters- und Zeittrends in der Zuckeraufnahme untersucht. Demnach nahm die Zufuhr an freiem Zucker in den Jahren von 2005 bis 2016 leicht ab, lag aber immer in diesen Jahren im mittleren Wert noch bei über 16,3 Prozent der Tagesenergieaufnahme.

Vermutlich wird noch mehr Zucker verzehrt

„Auch wenn der Rückgang der Zuckeraufnahme bereits eine erfreuliche Entwicklung ist, liegt die Zufuhr noch weit über den Empfehlungen“, sagt Dr. Ute Alexy von der Universität Bonn, die die DONALD-Studie leitet. Da die Studienteilnehmer aus Familien mit einem hohen sozioökonomischen Status kommen, liege die Zuckerzufuhr in der Gesamtbevölkerung in Deutschland vermutlich noch deutlich höher. Es reiche aber sicher nicht aus, weiter über die negativen Auswirkungen einer hohen Zuckerzufuhr aufzuklären. Vielmehr bedarf es einer abgestimmten Kombination von ernährungspolitischen Maßnahmen zur Verringerung des Zuckerzusatzes in unseren Lebensmitteln.

Außerdem hatte das Alter einen Einfluss auf den Konsum an Süßem: Der Anteil von Gesamtzucker an der Energiezufuhr nahm mit zunehmendem Alter ab. Dagegen hatten die jüngsten Probanden im Alter von drei bis vier Jahren die niedrigste Zufuhr an zugesetzten Zuckern. „Wir vermuten eine Verschiebung der Zuckeraufnahme aus natürlichen Quellen wie Obst und Fruchtsäften mit steigendem Alter hin zur verstärken Zuckeraufnahme aus Süßigkeiten, Getränken und gesüßten Milchprodukten“, sagte Ines Perrar, Doktorandin an der Universität Bonn. „Dies soll anhand weiterer Analysen untersucht werden.“ Die Wissenschaftlerinnen erforschen derzeit, ob der Rückgang des Verzehrs spezieller Lebensmittelgruppen für die Abnahme der Zuckeraufnahme verantwortlich ist und ob die Trendanalysen anhand der Nutzung eines Biomarkers bestätigt werden können.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Ute Alexy
DONALD Studie Dortmund
Universität Bonn
Tel. 0231/79221016
E-Mail: alexy@uni-bonn.de

Originalpublikation:
Ines Perrar, Sarah Schmitting, Karen W. Della Corte, Anette E. Buyken, Ute Alexy: Age and time trends in sugar intake among children and adolescents – Results from the DONALD study, European Journal of Nutrition, DOI: 10.1007/s00394-019-01965-y

Quelle: Pressemitteilung vom 12.04.2019
Johannes Seiler Dezernat 8 - Hochschulkommunikation
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
https://idw-online.de/de/news713981
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Zuckerreduktionsstrategie - Aufklärung alleine verpufft bei Kindern und Jugendlichen

Beitrag von WernerSchell » 18.04.2019, 06:31

Ärzte Zeitung vom 17.04.2019:
Zuckerreduktionsstrategie
Aufklärung alleine verpufft bei Kindern und Jugendlichen

Nicht nur zu Ostern locken stark zuckerhaltige Lebens- und Genussmittel zum Verzehr. Laut DONALD-Studie liegt der Zuckerverzehr gerade bei Kindern und Jugendlichen noch immer über der WHO-Empfehlung. Forscher sehen hier die Politik in der Pflicht. ... > http://ods-mailing.springer-sbm.com/d-r ... &tags=test
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Wie wirken Omega-3-Fettsäuren? Wuppertaler Lebensmittelchemiker liefern wichtige Erkenntnisse

Beitrag von WernerSchell » 24.04.2019, 18:32

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Wie wirken Omega-3-Fettsäuren? Wuppertaler Lebensmittelchemiker liefern wichtige Erkenntnisse

Dass sich Omega-3-Fettsäuren positiv auf die menschliche Gesundheit auswirken, ist wissenschaftlich gut belegt. Welcher molekulare Mechanismus hinter dieser Wirkung steckt, ist dagegen weniger bekannt. Grundlegende Erkenntnisse, um sich dieser noch ungeklärten Frage zu nähern, brachte nun eine Studie, die Lebensmittelchemiker der Bergischen Universität Wuppertal gemeinsam mit einer britischen Arbeitsgruppe über ein Jahr lang durchführten.

Senkung der Blutfettwerte, Regulation von Entzündungen oder der Einfluss auf die Gerinnungsfähigkeit des Blutes – Omega-3-Fettsäuren haben zahlreiche positive Eigenschaften für die Gesundheit. So viel steht fest: Die spezielle Gruppe von mehrfach ungesättigten Fettsäuren wandelt der Körper nach ihrer Aufnahme teilweise in so genannte Eikosanoide und andere Oxylipine um. „Diese oxidierten Fettsäuren sind starke Botenstoffe und damit wichtig für die Signalübertragung und die chemische Kommunikation in den Zellen. Oxylipine aus Omega-3-Fettsäuren wirken so als Mediatoren mit vielen physiologischen Funktionen wie zum Beispiel der Hemmung von Entzündungen“, erklärt Prof. Dr. Nils Helge Schebb, Leiter des Lehrstuhls für Lebensmittelchemie an der Uni Wuppertal. Mit seinem Team ging der Wissenschaftler nun der Frage nach dem Dosis-Wirkung-Zusammengang nach, also wie sich die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren auf die Konzentration von diesen Oxylipinen im Blut auswirkt. „Dazu gab es in der Literatur bislang keine Informationen. Für ein molekulares Verständnis der physiologischen Wirkung von ungesättigten Fettsäuren sind diese Kenntnisse jedoch sehr wichtig“, so Nils Helge Schebb.

Besonders reich an Omega-3-Fettsäuren ist fettreicher Fisch aus vor allem kalten Gewässern – z. B. Lachs, Makrele und Hering. Hier kommen vor allem die Eicosapentaen- (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) vor. Im Verlauf der Studie verzehrten gesunde Menschen ein Jahr lang die Menge an EPA und DHA von einer, zwei und vier Portionen Fisch pro Woche. „Innerhalb ihrer Gruppe nahmen die teilnehmenden Personen immer die gleiche Menge Omega-3-Fettsäuren zu sich“, erklärt Nils Helge Schebb. Schließlich untersuchte das Studienteam zu bestimmten Zeitpunkten die im Blut befindliche Menge an Oxylipinen. „Wir wollten wissen, wie sich das Oxylipinmuster in Abhängigkeit der Portionen verändert.“ Nach einem Jahr blicken die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auf besondere Ergebnisse: „Wir konnten einen klaren linearen Zusammenhang feststellen. Vereinfacht gesprochen: Je mehr Fisch jemand zu sich nimmt, desto mehr Oxylipine bildet der Körper. Es findet entsprechend keine Regulierung der Bildung durch den Körper statt. Was aufgenommen wird, wird auch verarbeitet“, fasst Nils Helge Schebb zusammen. So ein eindeutiger Zusammenhang sei aus Sicht der Wissenschaft spannend und grundlegend für die weitere Erforschung der Wirkung von Omega-3-Fettsäuren.

Von der Wertigkeit der Ergebnisse zeugt zudem ihre Veröffentlichung im American Journal of Clinical Nutrition, das als eines der wichtigsten Fachzeitschriften im Bereich der Ernährungswissenschaften gilt. „Ein schöner Erfolg für die Lebensmittelchemie in Wuppertal“, bewertet Nils Helge Schebb die prominente Platzierung des Beitrags der Forschungsgruppe um die Erstautorin und ehemalige Doktorandin des Teams Dr. Annika Ostermann.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Nils Helge Schebb
Lehrstuhl für Lebensmittelchemie
Telefon 0202/439-3457
E-Mail schebb@uni-wuppertal.de

Originalpublikation:
https://doi.org/10.1093/ajcn/nqz016

Quelle: Pressemitteilung vom 24.04.2019
Dr. Maren Wagner Pressestelle
Bergische Universität Wuppertal
https://idw-online.de/de/news714519
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Experiment bestätigt: Fertiggerichte machen dick

Beitrag von WernerSchell » 21.05.2019, 08:09

Experiment bestätigt: Fertiggerichte machen dick
Zum Frühstück einen Joghurt mit Obst und Nüssen, oder doch lieber das gesund wirkende Hafer-Crunchy-Müsli mit Honig? Der Unterschied ist immens. Wie sehr Fertigessen dick macht, haben Wissenschaftler jetzt erforscht.
Quelle: Spiegel Online > https://newsletter.vzbv.de/d/d.html?o00 ... ddpn7mqqy6
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