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Forum Werner Schell
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BeitragVerfasst: 27.03.2015, 07:35 
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Ärzte Zeitung vom 27.03.2015:
Hypertonie: Blutdruck senken beugt Demenz vor
Eine effektive Blutdruckkontrolle geht auch mit einem geringeren Demenzrisiko einher.
AT-1-Rezeptorblocker könnten besonders günstig sein.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=882 ... uck&n=4126

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 Betreff des Beitrags: Blutdrucksenkung bei Senioren
BeitragVerfasst: 26.05.2015, 06:36 
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Ärzte Zeitung vom 26.05.2015:
Blutdrucksenkung bei Senioren:
Von wegen höhere Sturzgefahr

Eine blutdrucksenkende Therapie könnte bei Senioren das Risiko erhöhen, dass sie stürzen,
dachte man bislang. Jetzt hat eine US-Studie keinen Hinweis darauf gefunden - ganz im Gegenteil.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=886 ... uck&n=4244

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BeitragVerfasst: 02.12.2015, 07:27 
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Ärzte Zeitung vom 02.12.2015:
Hypertonie: Neue Ära in der Blutdrucksenkung?
Die jüngst vorgestellte SPRINT-Studie zeigt: Wird bei Hochdruck-Patienten der Blutdruck auf den Zielwert von 120 mmHg gesenkt,
lassen sich dadurch tödliche Herzinfarkte und Schlaganfälle effektiver verhindern. Doch vorschnell sollten Ärzte ihr therapeutisches Handeln nicht umstellen.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=900 ... uck&n=4652

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BeitragVerfasst: 17.02.2016, 16:49 
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Erinnerungslücken durch Natriummangel
NRD-Ratgeber "Visite" berichtete am 16.02.2016. Wenn ältere Menschen vergesslich werden, fürchten Angehörige und Ärzte oft eine Demenzerkrankung als Ursache. Manchmal ist die Verwirrtheit aber auch Ausdruck von Natriummangel. … Film und Interview anschaubar unter > http://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/V ... el100.html - Medikamente (z.B. Mittel gegen Depressionen oder Entwässerungsmittel) sind häufig verantwortlich. Dies und manches mehr wird beim Neusser Pflegetreff am 27.04.2016 zu erörtern sein > viewtopic.php?f=7&t=21371

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 Betreff des Beitrags: Verwirrtheit durch Natriummangel
BeitragVerfasst: 18.02.2016, 08:04 
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Am 18.02.2016 bei Facebook gepostet:

Wenn ältere Menschen vergesslich werden, fürchten Angehörige und Ärzte oft eine Demenzerkrankung als Ursache. Manchmal ist die Verwirrtheit aber auch Ausdruck von Natriummangel. … Dazu informiert: "Erinnerungslücken durch Natriummangel" - NRD-Ratgeber "Visite" (Bericht vom 16.02.2016). - Film und Interview anschaubar unter > http://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/V ... el100.html - Medikamente (z.B. Mittel gegen Depressionen oder Entwässerungsmittel) sind häufig verantwortlich. Dies und manches mehr wird beim Neusser Pflegetreff am 27.04.2016 zu erörtern sein > viewtopic.php?f=7&t=21371

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BeitragVerfasst: 20.04.2016, 10:10 
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Polypille gescheitert: Nicht alle älteren Menschen brauchen Blutdrucksenker

Eine Blutdrucksenkung ist nur sinnvoll, wenn der Blutdruck erhöht ist und die Medikamente vor den langfristigen Folgen des hohen Blutdrucks schützen. Die Behandlung aller älteren Menschen – unabhängig von den Blutdruckwerten – hat in einer internationalen Studie keine Schutzwirkung erzielt. Die Deutsche Hochdruckliga betrachtet die Idee einer Polypille für alle als gescheitert.

Die meisten Menschen sterben an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die im Alter von über 50 Jahren immer häufiger auftreten. Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören ein hoher Blutdruck und hohe Cholesterinwerte. Für beides gibt es gut verträgliche Medikamente. Wäre es nicht das einfachste, wenn alle Menschen ab einem gewissen Alter diese Mittel einnähmen, egal ob sie erhöhte Blutdruck- oder Cholesterinwerte haben?

Diese Idee der Polypille für alle wurde in den letzten Jahren in einer Studie an 228 Zentren in 21 Ländern untersucht. An der HOPE 3-Studie, deren Ergebnisse dieser Tage auf einer Kardiologentagung in den USA vorgestellt und im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden, hatten insgesamt 12.705 Männer im Alter über 55 Jahre beziehungsweise Frauen (zumeist) über 65 Jahre teilgenommen. Alle hatten ein leicht erhöhtes Herzkreislaufrisiko: Sie waren entweder Raucher, übergewichtig, hatten ungünstige Fett- oder Blutzuckerwerte, eine Nierenfunktionsstörung oder Verwandte waren frühzeitig an Herzkreislaufleiden gestorben. Ein erhöhter Blutdruck gehörte nicht zu den Bedingungen, die die Studienteilnehmer erfüllen sollen. Denn die Idee der Polypille sieht vor, dass auch Menschen mit normalem Blutdruck Hochdruckmedikamente einnehmen sollen.

Die Blutdruckbehandlung erfolgte in der Studie mit Candesartan und Hydrochlorothiazid (HTZ), zwei häufig in der Blutdrucktherapie kombinierten Wirkstoffen. Candesartan greift direkt in die Regulierung des Blutdrucks ein, HTZ steigert die Wirkung durch eine Entwässerung über die Nieren. Die Studie untersuchte zusätzlich die Wirkung eines Lipidsenkers, der ebenfalls zum Konzept der Polypille gehört – ebenso wie Aspirin, das in der HOPE 3-Studie jedoch nicht untersucht wurde.

Das Ziel der Studie: Die Patienten sollten vor Herzinfarkt und Schlaganfall, vielleicht auch vor Herzschwäche, plötzlichem Tod oder einer Behandlung verengter Herzkranzgefäße bewahrt werden. Am Ende wurden die Hoffnungen enttäuscht. Nach einer Behandlungszeit von 5,6 Jahren haben die Hochdruckmedikamente in der Gesamtgruppe der Teilnehmer die Zahl der Herz-Kreislauf-Ereignisse nicht gesenkt. Anders waren die Ergebnisse bei den Teilnehmern, die zu Beginn einen erhöhten Blutdruck hatten. Im Drittel mit den höchsten oberen (systolischen) Blutdruckwerten (über 143,5 mm Hg) sank die Zahl der Herz-Kreislauf-Ereignisse um 24 bis 28 Prozent. Teilnehmer mit niedrigeren systolischen Blutdruckwerten hatten dagegen keine Vorteile durch die Blutdrucksenkung.

Diese Ergebnisse sind aus Sicht der Deutschen Hochdruckliga nicht überraschend. „Seit langem steht fest, dass eine Senkung des Blutdrucks nur bei erhöhten Werten sinnvoll ist“, erklärt Professor Dr. med. Martin Hausberg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga. „Bei normalen Blutdruckwerten kann die Einnahme von Blutdruckmedikamenten sogar schaden.“ Wie weit der Blutdruck bei erhöhten Werten gesenkt werden sollte, hängt von den Vorerkrankungen ab. Zwei weitere Studien haben hier in den letzten Jahren wichtige Hinweise geliefert.

Die SPRINT-Studie mit 9.361 Patienten hat im letzten Jahr gezeigt, dass bei Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko, aber ohne Diabetes mellitus der systolische Blutdruck auf Werte deutlich unter 130 mmHg gesenkt werden sollte. Bei Menschen mit Diabetes wird aufgrund der Accord-Studie ein etwas höherer diastolischer Zielwert von unter 140 mm Hg angestrebt. Die ACCORD-Studie mit 4.733 Teilnehmern hatte ergeben, dass eine stärkere Blutdrucksenkung bei Diabetikern keine sicheren Vorteile hat.

Quelle:New England Journal of Medicine (2016; doi: 10.1056/NEJMoa1600175-7)

Terminhinweis:
Pressekonferenz der Deutschen Hochdruckliga e.V. (DHL)® - Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention
anlässlich des Welt Hypertonie Tages (17. Mai 2016)
„Hypertonie in Bewegung“
Termin: Montag, 9. Mai 2016, 12.30 bis 13.30 Uhr
Ort: Dependance der DGIM, Oranienburger Straße 22, 10117 Berlin

Über die Deutsche Hochdruckliga DHL® - Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention
Die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® bündelt die Expertise zur arteriellen Hypertonie in Deutschland. Gegründet 1974, engagiert sie sich seitdem für eine bessere Versorgung von Menschen mit Bluthochdruck. Weltweit bleibt Bluthochdruck die größte Gefahr für die Gesundheit. Deshalb verfolgt die DHL® das Ziel „30-50-80“: Jeder Mensch ab 30 Jahren sollte seinen Blutdruck kennen. Ab 50 sollte der Blutdruck bei jedem kontrolliert und gut eingestellt sein. Menschen mit 80 sollten nicht an Folgeschäden des Bluthochdrucks wie Schlaganfall oder Herzinfarkt leiden.

Quelle: Pressemitteilung vom 20.04.2016
Pressekontakt für Rückfragen:
Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®
Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention
Anna Voormann, Stephanie Priester
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70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-605
Fax: 0711 8931-167
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 Betreff des Beitrags: Mit Nachdruck gegen Hochdruck
BeitragVerfasst: 10.05.2016, 06:53 
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Am 10.05.2016 bei Facebook gepostet:
"Mit Nachdruck gegen Hochdruck!" lautet das Motto des Tags gegen den Schlaganfall am 10. Mai 2016. Damit soll auf einen der Hauptrisikofaktoren - den Bluthochdruck - aufmerksam gemacht werden.
Im Mittelpunkt des Aktionstags am 10. Mai 2016 stehen die Aufklärung über Schlaganfall-Risiken und Wege zur Vorsorge. > viewtopic.php?f=6&t=21622
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat bereits vor einigen Jahren eine Selbsthilfegruppe für Schlaganfallbetroffene gegründet und auf die Schwerpunkt Prävention und Rehabilitation gesetzt.
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BeitragVerfasst: 04.11.2016, 17:33 
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Mehr als jeder Vierte leidet unter Bluthochdruck

Berlin – Immer mehr Menschen in Deutschland müssen wegen Bluthochdruck zum Arzt. Im Jahr 2014 bekamen 28,7 Prozent die Diagnose Hypertonie gestellt. Das sind gut neun Prozent mehr als im Jahr 2009, teilt die BARMER GEK anlässlich der Herzwochen vom 1. bis zum 30. November mit. „Die Betroffenen sollten Bluthochdruck nicht auf die leichte Schulter nehmen, weil er zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann. Bei der Hypertonie ist eine frühzeitige Therapie nötig, um ernsthafte Folgeerkrankungen zu vermeiden“, sagt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der BARMER GEK.

Bluthochdruck auf dem Vormarsch
Nach BARMER GEK-Auswertungen ist der Anteil der Hypertonie-Patienten über die Altersklassen hinweg gestiegen. Demnach bekamen im Jahr 2014 knapp 30 Prozent der Frauen und gut 34 Prozent der Männer zwischen 40 und 65 Jahren die Diagnose Bluthochdruck gestellt. Das sind sieben beziehungsweise 13 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor. Von den Frauen zwischen 65 und 80 Jahren waren im Jahr 2014 rund 67 Prozent und von den Männern 69,8 Prozent betroffen. Dies entspricht Steigerungen um knapp vier beziehungsweise sechs Prozent.

Check-up-Untersuchungen wahrnehmen
Für den Laien ist ein erhöhter Blutdruck schwer erkennbar, da er am Anfang nicht zu Beschwerden führt. Heftige Kopfschmerzen, Ohrensausen und Schwindel bis hin zu Nasenbluten können Anzeichen einer Blutdruckkrise sein. „Regelmäßig durchgeführte Check-up-Untersuchungen helfen, eine schleichende Blutdruckerkrankung rechtzeitig zu erkennen“, so Marschall.

Auf ein korrektes Blutdruckmessen kommt es an
Ein wichtiger Beitrag zur Behandlung der Krankheit ist die Selbstmessung des Blutdrucks. „Nur ein korrektes Messen des Blutdrucks liefert die richtigen Werte. Neben einer entspannten Sitzhaltung kommt es darauf an, den Arm immer in Herzhöhe zu positionieren, wenn man mit einer Manschette am Handgelenk misst“, sagt Marschall. Andernfalls können die Messwerte zu hoch oder zu niedrig ausfallen. Bei der Messung am Oberarm ist darauf zu achten, dass die Manschette nicht zu breit ist, weil sie sonst zu niedrige Ergebnisse liefert.
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Quelle: Pressemitteilung vom 02.11.2016
Presseabteilung der BARMER GEK
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BeitragVerfasst: 25.01.2017, 12:57 
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US-Leitlinienempfehlungen: Wie weit soll Bluthochdruck gesenkt werden?

Ein niedriger Blutdruck im Alter schützt vor Schlaganfall und Herzerkrankungen. Auch Menschen über 60 sollten deshalb auf einen gesunden Lebensstil achten und gegebenenfalls Medikamente gegen einen zu hohen Blutdruck einnehmen, rät die Deutsche Hochdruckliga DHL®. Wie weit ein erhöhter Blutdruck jedoch gesenkt werden sollte, wird derzeit diskutiert. Die Deutsche Hochdruckliga kommt in einer Stellungnahme zu einer anderen Einschätzung als aktuelle Empfehlungen zweier US-Gesellschaften.

Im Alter kommt es bei den meisten Menschen zu einem Anstieg des Blutdrucks. Die frühere Regel, wonach ein oberer systolischer Blutdruck von 100 plus Lebensalter normal ist, gilt schon lange nicht mehr. „Es ist nicht nur erwiesen, dass ein hoher Blutdruck im Alter das Risiko erhöht, an Schlaganfall oder Herzerkrankungen zu sterben“, berichtet Professor Bernhard Krämer, Direktor der V. Medizinischen Klinik an der Universitätsmedizin Mannheim. Auch der Nutzen einer medikamentösen Blutdrucksenkung ist durch Studien gut belegt. „Wer im Alter auf einen normalen Blutdruck achtet, lebt länger“, so der Vorstandsvorsitzende der DHL®.

Offen ist nur, bis zu welchem Wert der Blutdruck gesenkt werden sollte. Die aktuell gültigen, gemeinsamen Empfehlungen der European Society of Hypertension, European Society of Cardiology, Deutschen Hochdruckliga DHL® und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie aus dem Jahr 2014 raten allen Menschen unter 80 Jahren mit einem systolischen Blutdruck von 160 mmHg oder höher zur Behandlung, wenn alle nichtmedikamentösen Maßnahmen keine Wirkung gezeigt haben. Dabei sollte ein Zielwert zwischen 140 bis 150 mmHg angestrebt werden. Sind die Patienten besonders leistungsfähig, können auch Werte unter 140 mmHg angestrebt werden. Zählen sie eher zur gebrechlichen Patientengruppe, wird der Blutdruck je nach individueller Verträglichkeit eingestellt. Auch für Personen über 80 Jahre gelten als Blutdruckziel zwischen 140 bis 150 mmHg; sofern sie in einem guten Allgemeinzustand sind.

Ob eine weitere Senkung vorteilhaft ist, wird seit Längerem diskutiert. Zwei größere Therapiestudien der letzten Jahre haben untersucht, ob eine Senkung des Blutdrucks auf den systolischen Normalwert von jungen Menschen von 120 mmHg vorteilhaft wäre. Dies waren die ACCORD-Studie mit fast 5000 Diabetikern und die SPRINT-Studie an über 9000 Nichtdiabetikern. „ACCORD und SPRINT kommen auf den ersten Blick zu konträren Ergebnissen“, berichtet Professor Krämer. In der ACCORD-Studie war die aggressive Blutdrucksenkung ohne Vorteile. „Die Einnahme der Medikamente schien den Patienten eher zu schaden“, so der Experte. „Die SPRINT-Studie wurde dagegen vorzeitig gestoppt, weil es unter der Blutdrucksenkung zu weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen und weniger Todesfällen kam.“

Beide Studien müssen im Kontext mit früheren Untersuchungen betrachtet werden. Hierzu liegt eine aktuelle Übersicht und Meta-Analyse vor, die zur Vorbereitung einer neuen Leitlinie von zwei US-Gesellschaften erstellt wurde: Laut dem American College of Physicians (ACP) und der American Academy of Family Physicians (AAFP) ergebe diese Analyse, dass eine Blutdrucksenkung bei über 60-Jährigen auf unter 150 mmHg die Sterblichkeit senke, wobei der größte Effekt durch die Vermeidung von Schlaganfällen erzielt werde. Bei einer Absenkung des Blutdrucks auf unter 140 mmHg werde dagegen nur noch ein marginaler Zusatznutzen erzielt. Ein Vorteil für die Gesamtsterblichkeit sei dann in der Meta-Analyse nicht mehr nachweisbar. Das American College of Physicians und die American Academy of Family Physicians raten aufgrund der Ergebnis-Analyse, den Blutdruck bei älteren Menschen über 60 nur auf 150 mmHg zu senken. Nur bei Patienten, die bereits einen Schlaganfall hatten oder unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, sollte der Versuch unternommen werden, den Blutdruck auf unter 140 mmHg zu senken.

Die Deutsche Hochdruckliga teilt diese Empfehlungen nicht: „Bei Betrachtung der Studien zeigen sich in der Meta-Analyse von Weiss et al. ein signifikant besseres Gesamtüberleben, signifikant weniger Schlaganfälle und signifikant weniger kardiale Ereignisse, wenn der obere, der systolische, Blutdruckwert auf unter 140 mmHg gesenkt wird“, gibt Professor Krämer zu Bedenken. Gerade die Mehrheit der über 60-Jährigen habe zudem ein erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. „Daher sollte der Blutdruck gerade in dieser Altersgruppe auf mindestens unter 140 mmHg gesenkt werden.“

Auch die von den US-Gesellschaften angesetzte Altersgrenze von 60 Jahren sei ein zufälliges Ergebnis und vor allem durch das Durchschnittsalter der Patienten in den untersuchten Studien bestimmt. Als Altersgrenze komme allenfalls das 80. Lebensjahr in Frage, so die Einschätzung des Experten. Ein viel wichtigerer Maßstab sei die individuelle körperliche und geistige Verfassung des Patienten.

Die Stellungnahme der Hochdruckliga finden Sie unter hier: https://www.hochdruckliga.de/stellungna ... -aafp.html

Quellen: Stellungnahme der Hochdruckliga
https://www.hochdruckliga.de/stellungna ... -aafp.html
Jessica Weiss et al.: Benefits and Harms of Intensive Blood Pressure Treatment in Adults Aged 60 Years or Older: A Systematic Review and Meta-analysis. Annals of Internal Medicine 2017;
doi: 10.7326/M16-1754
http://annals.org/aim/article/2598412/b ... d-60-years
Amir Qaseem et al.: Pharmacologic Treatment of Hypertension in Adults Aged 60 Years or Older to Higher Versus Lower Blood Pressure Targets: A Clinical Practice Guideline From the American College of Physicians and the American Academy of Family Physicians. Annals of Internal Medicine 2017;
doi: 10.7326/M16-1785
http://annals.org/aim/article/2598413/p ... her-versus

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Über die Deutsche Hochdruckliga DHL®- Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention
Die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® bündelt die Expertise zur arteriellen Hypertonie in Deutschland. Gegründet 1974, engagiert sie sich seitdem für eine bessere Versorgung von Menschen mit Bluthochdruck. Weltweit bleibt Bluthochdruck die größte Gefahr für die Gesundheit. Deshalb verfolgt die DHL® das Ziel „30-50-80“: Jeder Mensch ab 30 Jahren sollte seinen Blutdruck kennen. Ab 50 sollte der Blutdruck bei jedem kontrolliert und gut eingestellt sein. Menschen mit 80 sollten nicht an Folgeschäden des Bluthochdrucks wie Schlaganfall oder Herzinfarkt leiden.

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Quelle: Pressemitteilung vom 24.01.2017
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Mehr als jeder Vierte leidet unter Bluthochdruck
Neue Bundesländer besonders betroffen


Berlin, 16. Mai 2017 - Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter Bluthochdruck. Im Jahr 2015 diagnostizierten Ärzte bei 28,3 Prozent der Bevölkerung beziehungsweise mehr als 23 Millionen Personen eine primäre Hypertonie. Im Jahr 2008 waren 25,3 Prozent und damit weniger als 21 Millionen Bürger davon betroffen. Das geht aus einer Auswertung der BARMER mit Blick auf den Welt-Hypertonie-Tag am 17. Mai hervor. „Oftmals bleibt ein zu hoher Blutdruck lange unbemerkt, da zunächst keine offensichtlichen Beschwerden auftreten. Schmerzen in Brust oder Kopf, Nasenbluten, Ohrensausen, Kurzatmigkeit und Schwindel können Warnsignale sein. Wer damit länger zu kämpfen hat, sollte seinen Blutdruck ärztlich kontrollieren lassen“, sagt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der BARMER.

Hypertonie vor allem in den neuen Bundesländern ein Problem
Laut BARMER- Analyse tritt primäre Hypertonie vor allem in Ostdeutschland auf. So diagnostizierten die Ärzte in Sachsen-Anhalt bei 34,8 Prozent der Bevölkerung im Jahr 2015 Bluthochdruck, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (34,3 Prozent), Thüringen (33,8 Prozent), Brandenburg (33,2 Prozent) und Sachsen (31,9 Prozent). Die niedrigsten Raten gab es in Bremen mit 24,2 Prozent, Hamburg (24,5 Prozent) und Bayern (24,9 Prozent). „Bluthochdruck kann viele Gründe haben. Grundsätzlich können unter anderem Diabetes, Übergewicht. Nikotinkonsum, Bewegungsmangel und ungesunder Stress zu Bluthochdruck führen“, so BARMER-Medizinerin Marschall.

Bluthochdruck die am weitesten verbreitete Diagnose
Bluthochdruck ist deutschlandweit die von Ärzten am häufigsten diagnostizierte Krankheit, gefolgt von Rückenschmerzen mit einem Anteil von 25,4 Prozent. Marschall: „In den kommenden Jahren dürfte Bluthochdruck aufgrund des demographischen Wandels immer häufiger vorkommen.“

Quelle: Pressemitteilung vom 16.05.2017
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Ärzte Zeitung vom 15.11.2017:
Neue US-Hypertonie-Leitlinie
Hoher Blutdruck fängt jetzt bei 130 an!
US-Kardiologen haben die Grenze für die Definition von Bluthochdruck nach unten korrigiert - zur Prävention.
Die Deutsche Hochdruckliga bekräftigt hingegen ihre "moderaten" Zielwerte.
mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=94 ... efpuryykqr

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Amerikanische Experten legen Zielblutdruckwerte neu fest:
Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® prüft die aktualisierte Leitlinie der ACC/AHA


Heidelberg – In Deutschland sind 20 bis 30 Millionen Menschen von Bluthochdruck betroffen. Die American Heart Association (AHA) und das American College of Cardiology Guidelines (ACC) haben jetzt ihre neuen Hypertonie-Leitlinien vorgestellt. Diese klassifizieren nun bereits Blutdruckwerte von 130 bis 139 mmHg systolisch und 80 bis 89 mmHg diastolisch als Hypertonie Grad 1. Ein Grundgedanke der neuen Leitlinie ist es, dass Patienten bei der Diagnose Bluthochdruck künftig ihren Lebensstil frühzeitig anpassen, um ihre Blutdruckwerte zu normalisieren, oder falls das nicht möglich ist, mit Medikamenten behandelt werden können. Die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® - Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention wird die neuen Empfehlungen sorgfältig prüfen, plädiert jedoch dafür, moderate Ziele für die Blutdrucksenkung anzusetzen.

Die aktuell gültige Definition des hohen Blutdrucks ist bislang das Vorliegen eines systolischen Blutdrucks von 140 mmHg oder höher und/oder eines diastolischen Blutdruckwertes von 90 mmHg oder höher. Es ist seit Jahrzehnten bekannt, dass das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Allgemeinbevölkerung bereits ab Blutdruck-Werten von über 115/75 mmHg deutlich ansteigt, das heißt, die Gefahr zu erkranken, besteht auch schon im hochnormalen Blutdruckbereich. Deshalb ist und war eine Festlegung der anzustrebenden Zielwerte für die Blutdrucksenkung immer auch eine Ermessensfrage. Derzeit empfiehlt die Deutsche Hochdruckliga auf Grund der Studienlage die Senkung des Blutdrucks generell auf unter 140/90 mmHg und auf unter 135/85 mmHg bei kardiovaskulären (Hoch-)Risikopatienten (Stellungnahme der Deutschen Hochdruckliga DHL in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift 142, 1446-1447, 2017). Die amerikanischen Fachgesellschaften setzten sich seit Veröffentlichung der SPRINT-Studie hingegen für eine intensive Senkung des Blutdrucks auf unter 130/80 mmHg ein. Hierzu passt die jetzt neue Definition des Bluthochdrucks in der Leitlinie.

„Eine Absenkung des Blutdruckgrenzwertes auf unter 130/80 mmHg wie in den USA jetzt vorgeschlagen wurde, würde Betroffene und Ärzte für das bereits bei diesen Blutdruckwerten bestehende mäßig erhöhte Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen sensibilisieren. Dies könnte dazu anregen, früher Lebensstiländerungen wie Gewichtsreduktion, kochsalzarme Kost, gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung vorzunehmen“, sagt Professor Dr. med. Bernhard Krämer, DHL®-Vorstandsvorsitzender. „Andererseits werden durch eine Absenkung der Blutdruck-Grenzwerte deutlich mehr Menschen als bisher als Patienten eingestuft. Es liegen bislang jedoch keine Beweise dafür vor, dass die medikamentöse Blutdrucksenkung für die allermeisten Menschen mit hochnormalen Blutdruckwerten positive Effekte hat. Selbstverständlich kann man auch bereits bei einem hochnormalen Blutdruck Lebensstiländerungen vornehmen, ohne den Patienten dafür als hochdruckkrank einstufen zu müssen“, ergänzt der Vorstandsvorsitzende.

Die Deutsche Hochdruckliga und die europäischen Hochdruckfachgesellschaften werden die aktuellen Vorschläge aus den USA nun in ihre Überlegungen zur Überarbeitung ihrer Leitlinien mit einbeziehen.

„Aufgrund der erweiterten Datenlage nach SPRINT sowie darauf bezogener Publikationen und Metaanalysen empfehlen wir jedoch weiterhin einen generellen Zielwert von unter 135/85 mmHg bei einer Selbstmessung“, sagt Professor Dr. med. Peter Trenkwalder, stellvertretender DHL®-Vorstandsvorsitzender und Mitglied der Task Force Wissenschaftliche Stellungnahmen und Leitlinien der DHL®. In Deutschland werde der moderate Zielblutdruck derzeit bei weniger als 60 Prozent der Patienten erreicht. „Wichtigstes Behandlungsziel für alle Ärzte muss daher sein, dass dieses Blutdruckziel erreicht wird“, fordert der Experte.

Über die Deutsche Hochdruckliga DHL®- Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention
Die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® bündelt die Expertise zur arteriellen Hypertonie in Deutschland. Gegründet 1974, engagiert sie sich seitdem für eine bessere Versorgung von Menschen mit Bluthochdruck. Weltweit bleibt Bluthochdruck die größte Gefahr für die Gesundheit. Deshalb verfolgt die DHL® das Ziel „30-50-80“: Jeder Mensch ab 30 Jahren sollte seinen Blutdruck kennen. Ab 50 sollte der Blutdruck bei jedem kontrolliert und gut eingestellt sein. Menschen mit 80 sollten nicht an Folgeschäden des Bluthochdrucks wie Schlaganfall oder Herzinfarkt leiden.

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