Zuwanderung vor allem in arme Stadtviertel - WZB-Studie zeigt große Unterschiede bei sozialräumlicher Verteilung

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Zuwanderung vor allem in arme Stadtviertel - WZB-Studie zeigt große Unterschiede bei sozialräumlicher Verteilung

Beitrag von WernerSchell » 24.07.2019, 06:16

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Zuwanderung vor allem in arme Stadtviertel
WZB-Studie zeigt große Unterschiede bei sozialräumlicher Verteilung

Die soziale Spaltung nimmt in vielen deutschen Städten weiter zu. Verschärft wurde diese Entwicklung durch den Zuzug von Zuwanderern. So ist der Anteil von Ausländern besonders in den sozial benachteiligten Stadtteilen gestiegen, wie eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) zeigt. Für 86 Städte wurde erstmals untersucht, wie sich Zuwanderer im Zeitraum von 2014 bis 2017 in den Städten räumlich verteilen.

Die wichtigsten Ergebnisse:

- Menschen ohne deutschen Pass sind im untersuchten Zeitraum vor allem in die ärmsten Stadtviertel gezogen (siehe Grafik). Dieser Zusammenhang zeigt sich besonders in ostdeutschen Städten: Während in den sozial bessergestellten Stadtteilen der Ausländeranteil um 0,7 Prozentpunkte anstieg, wuchs er in den sozial am meisten benachteiligten Lagen um das Zehnfache (7,4 Prozentpunkte). In den einkommensschwächsten Vierteln westdeutscher Städte (inklusive Berlin) stieg der Ausländeranteil weniger stark (4,1 Prozentpunkte).

- In ostdeutschen Städten leben arme Menschen zunehmend in bestimmten Wohnvierteln: 2017 lagen 9 der 10 Städte, in denen sich einkommensschwache Menschen besonders ungleich über die Stadt verteilen, in den neuen Bundesländern. Auch 10 von 12 Städten, in denen die räumliche Trennung sozialer Gruppen zwischen 2014 und 2017 am stärksten zugenommen hat, befinden sich im Osten. In vielen westdeutschen Städten (vor allem in Süddeutschland) hat sich die sozialräumliche Spaltung dagegen leicht abgeschwächt.

- Neben Ost-West-Unterschieden zeigt sich auch ein Nord-Süd-Gefälle bei der sozialräumlichen Verteilung von Menschen ohne deutschen Pass (siehe Grafik). Für 13 Städte fanden die Forscher keinen Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Ausländeranteile und der sozialen Lage der Stadtteile. Diese Städte liegen bis auf Hamburg alle im Süden Deutschlands. In den Städten des Ruhrgebiets und des Nordwestens zogen Zuwanderer dagegen vorrangig in die sozial benachteiligten Stadtteile. „Die Last der Integration ist ungleich verteilt. Das ist eine Herausforderung für die Städte wie für ihre Bewohner“, sagt WZB-Forscher Marcel Helbig.

Für die großen Unterschiede zwischen den Städten spielen zwei Strukturmerkmale eine besondere Rolle: das Steueraufkommen und der Wohnungsleerstand.

- In Städten mit hohem Wohnungsleerstand ist der Anteil der Ausländer in den sozial sehr ungünstigen Lagen besonders stark angestiegen. Das ist ein Hinweis darauf, dass Zugewanderte Wohnungen auf dem freien Markt nur dort gefunden haben, wo die Mieten niedrig sind und wenige Menschen leben wollen.

- Mit steigenden Steuereinnahmen schwächt sich der Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Ausländeranteile und der sozialen Lage der Stadtteile ab. Das heißt: In wirtschaftlich prosperierenden Städten verteilen sich Zugewanderte gleichmäßiger über die Stadt. Das könnte u. a. daran liegen, dass finanzstärkere Kommunen in der Wohnungspolitik handlungsfähiger sind. Der Befund gilt aber auch für Metropolen mit angespanntem Wohnungsmarkt wie Berlin. Der Mangel an Wohnraum bzw. bezahlbarem Wohnraum könnte hier die Armutssegregation bremsen.

Hinweise zu den in der Studie verwendeten Daten

Ausgewertet wurden Daten der Innerstädtischen Raumbeobachtung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) sowie Städtedaten, die die Forscher selbst zusammengetragen haben.

Die soziale Lage für insgesamt 3.770 Stadtteile wurde über den Anteil der SGB II-Leistungsempfänger (Hartz IV) gemessen.

Im Ausländeranteil sind alle Menschen ohne deutschen Pass erfasst: Schutzsuchende (2015 die größte Zuwanderergruppe), Zuwanderer aus EU-Ländern sowie weitere Zuwanderergruppen (z. B. aus Ostasien oder Nordamerika). Wo Daten zur Staatsangehörigkeit vorliegen, konnte gezeigt werden, dass sich Schutzsuchende in ähnlicher Weise verteilen wie andere Zuwanderungsgruppen.

Zu den Autoren:
Marcel Helbig ist Professor für Bildung und soziale Ungleichheit am WZB und an der Universität Erfurt.
Stefanie Jähnen forscht als Promotionsstipendiatin am WZB in der Projektgruppe der Präsidentin.

Quelle: Pressemitteilung vom 5. Juni 2019
Pressekontakt
Prof. Dr. Marcel Helbig
Tel.: 030 25491 525
marcel.helbig@wzb.eu
Claudia Roth
WZB-Pressestelle
Tel.: 030 25491 510
claudia.roth@wzb.eu
>>> https://www.wzb.eu/de/pressemitteilung/ ... adtviertel

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Die Studie ist als WZB Discussion Paper erschienen.
Marcel Helbig, Stefanie Jähnen: Wo findet „Integration“ statt? Die sozialräumliche Verteilung von Zuwanderern in den deutschen Städten zwischen 2014 und 2017. Discussion Paper P 2019-003. Berlin: WZB 2019.
>>> https://bibliothek.wzb.eu/pdf/2019/p19-003.pdf


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Die Entwicklung der sozialräumlichen Segregation zwischen 2005 und 2014 haben die Autoren in der 2018 veröffentlichten Studie Wie brüchig ist die soziale Architektur unserer Städte? untersucht. >>> https://bibliothek.wzb.eu/pdf/2018/p18-001.pdf
Zur Pressemitteilung >>> https://www.wzb.eu/de/pressemitteilung/ ... er-an-tuer


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INTEGRATION IN DEUTSCHLAND:
Wo Flüchtlinge auf Hilfsarbeiter treffen

VON GERALD WAGNER
AKTUALISIERT AM 17.07.2019-

Wer nach Deutschland einwandert, findet oft nur in den ohnehin sozial schwachen Vierteln Platz. Genau das wurde vom Berliner Wissenschaftszentrum untersucht. Das Ergebnis ist eindeutig.
… > https://www.faz.net/aktuell/wissen/inte ... rmeinungen

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Resümierend kann festgestellt werden:
Unsere Politiker wollten mit einer wissenschaftlichen Studie belegen, dass Migranten sich rasch integrieren, dass sie die deutsche Gesellschaft nicht überfordern und sich in ihrer sozialen Schichtung dieser Gesellschaft bald angleichen. Stattdessen bestätigen die Forscher, was die Bevölkerung längst weiß. Ein Teilergebnis zur sozialräumlichen Verteilung von Zugewanderten zeichnet ein ernüchterndes, teilweise sogar entmutigendes Bild der deutschen Integrationsgesellschaft: Die Zuwanderung hat zu einer „Armutsballung“ in deutschen Städten beigetragen.
Die Zuwanderung von 722.000 Asylbewerben + 800.000 EU-Bürgern (überwiegend aus Bulgarien oder Rumänien, Zahlen für 2016) ist nichts anderes als eine Armutszuwanderung. Sie hat zu einem Anstieg der Ausländeranteile in sozial sehr ungünstigen Vierteln der untersuchten Städte geführt – er war dreimal so hoch wie in bessergestellten Städten – und dass trotz aller staatlichen Bemühungen. Im Osten war der Effekt größer als im Westen. Nicht weiter verwunderlich war dann auch die gestiegene Quote der Hartz-IV-Bezieher.
Resume der Studie: Die Politik hat aus der Integration der Gastarbeiter nichts gelernt. Sie überlässt die Handlung erneut dem Wohnungsmarkt – mit allen negativen Folgen für die Integration. Mehr Zuwanderung und Hilfen fordern in Deutschland übrigens meist Bürger, die in besser gestellten Wohngegenden leben. Ist deren Forderung legitim, wenn sie selbst nicht betroffen sind? Oder sollte man endlich einsehen, dass Deutschland hilflos überfordert ist und Konsequenzen ziehen?
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WernerSchell
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Nachbarschaft - Die Broken-Windows-Theorie

Beitrag von WernerSchell » 04.08.2019, 05:57

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Nachbarschaft
Die Broken-Windows-Theorie

Von Sabrina Loi
Laut der Broken-Windows-Theorie können Anzeichen von Verwahrlosung in einer Stadt den Boden für Verbrechen bereiten. Auf dieser Grundlage entstand beispielsweise die Null-Toleranz-Politik in New York. Aber die Theorie steht auf wackeligen Beinen.

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Hartes Durchgreifen gegen Verwahrlosung > https://www.planet-wissen.de/gesellscha ... wahrlosung
Theorie ohne empirische Überprüfung > https://www.planet-wissen.de/gesellscha ... .html#Auto
Ein neues Experiment: Müll führt zu mehr Müll > https://www.planet-wissen.de/gesellscha ... html#Muell
Regelverstöße anderer begünstigen eigene Regelverstöße > https://www.planet-wissen.de/gesellscha ... tml#Regeln
Keine massive Zunahme von Kriminalität nachweisbar > https://www.planet-wissen.de/gesellscha ... achweisbar
...
Quelle: https://www.planet-wissen.de/gesellscha ... s-100.html
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Unzureichende Deutschkenntnisse in der Grundschule ein Problem

Beitrag von WernerSchell » 09.09.2019, 06:04

Je mehr Kinder in einer Grundschulklasse nicht oder nur unzureichend Deutsch sprechen, desto schwieriger ist es für die Lehrer, den vorgesehenen Stoff zu vermitteln. Das Niveau der Klasse insgesamt sinkt. In Stadtvierteln, in denen nicht-deutschsprachige Kinder die Mehrheit in den Klassen stellen, verabschieden sich deutsche Mittelschichtsfamilien in Privatschulen oder ziehen um. Dieser Entwicklung will der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Carsten Linnemann Einhalt gebieten und hat mit seinen Aussagen eine hitzige Debatte angestoßen. > https://rdir.inxmail.com/rponline/d?o0b ... deswestens Ein Kind, das kaum Deutsch spreche und verstehe, habe auf einer Grundschule noch nichts zu suchen, findet der CDU-Politiker und schlägt ein verpflichtendes Vorschuljahr vor. Im Interview mit Chefredakteur Michael Bröcker > https://rdir.inxmail.com/rponline/d?o0b ... deswestens fordert er zudem seine CDU auf, sich mit Integrationspolitik zu profilieren und den Ängsten vor neuen Parallelgesellschaften entgegenzutreten.

Quelle: Mitteilung der Rheinischen Post vom 06.08.2019 - Eva Quadbeck
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