Arbeitgeberverband in der Pflege wird gegründet

Arbeits- und Arbeitsschutzrecht, Allgemeine Rechtskunde (einschließlich Staatsrecht), Zivilrecht (z.B. Erbrecht)

Moderator: WernerSchell

Gesperrt
WernerSchell
Administrator
Beiträge: 21979
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Arbeitgeberverband in der Pflege wird gegründet

Beitrag von WernerSchell » 24.05.2019, 16:23

Bild

Arbeitgeberverband in der Pflege wird gegründet

Berlin, 23. Mai 2019. Mehrere große Pflegeanbieter und -Verbände u.a. aus den Bereichen von Arbeiterwohlfahrt, Arbeiter-Samariter-Bund und der Diakonischen Dienstgeber in Niedersachsen haben sich auf die Gründung eines bundesweit zuständigen Arbeitgeberverbandes verständigt. Auch der Paritätische Gesamtverband unterstützt das Projekt. Der Verband soll durch den Abschluss eines für die gesamte Branche verbindlichen Tarifvertrages sowohl die Interessen der mehr als 1,1 Millionen Beschäftigten in der Pflege berücksichtigen als auch den Arbeitgebern eine verlässliche wirtschaftliche Grundlage geben. Mit der neuen „Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche“ (BVAP) wird die Grundlage geschaffen, um Verhandlungen mit den für die Pflegebeschäftigten zuständigen Gewerkschaften zu führen. Ziel ist es, die gefundenen Abschlüsse durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales für allgemeinverbindlich zu erklären. Bereits im Juni soll die Gründungsversammlung des neuen Verbandes stattfinden.
Der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler betont: „Rund 1,1 Millionen Menschen arbeiten bundesweit in ambulanten Pflegediensten und stationären Pflegeeinrichtungen – ihre Arbeitsbedingungen sind dabei so unterschiedlich wie ihre Bezahlung. Das wollen wir ändern. Pflegekräften sollen verlässliche Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung bekommen – bundesweit. Die AWO treibt den Prozess um einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag seit Jahren voran, denn es macht den Pflegeberuf viel attraktiver und davon profitieren letztlich alle.“

Nach Verlautbarungen des Bundesarbeitsministeriums sind für Mitte Mai die letzten Abstimmungen über gesetzliche Änderungen im Arbeitnehmerentsendegesetz geplant, die noch vor der parlamentarischen Sommerpause umgesetzt werden sollen. Damit wäre auch der gesetzliche Weg frei für einen bundesweit geltenden allgemeinverbindlichen Tarifvertrag in der Pflege. Die BVAP möchte sich mit ihrem außergewöhnlichen Bündnis von Verbänden und Pflegeanbietern sowie den Tarifpartnern für mehr Transparenz in der Pflege einsetzen, verlässliche Bedingungen für die mehr als 1,1 Millionen Beschäftigten in der ambulanten und stationären Pflege schaffen und damit Sicherheit für die mehr als 3,4 Millionen zu pflegenden Menschen.
-----------------------------------------------------------------------------------------------
Die Arbeiterwohlfahrt gehört zu den sechs Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege und wird bundesweit von über 335.000 Mitgliedern, 66.000 ehrenamtlich engagierten Helferinnen und Helfern sowie 225.000 hauptamtlichen Mitarbeiter*innen getragen.
-----------------------------------------------------------------------------------------------
Quelle: Pressemitteilung vom 23.05.2019
AWO Bundesverband e.V.
Referentin für Online-Kommunikation
Abteilung Kommunikation
Tel: +493026309-218
Fax: +49302630932-218
jennifer.rotter@awo.org
www.awo.org

+++
Ärzte Zeitung online, 24.05.2019
Arbeitgeberverband
Tarifvertrag für Pflegeberufe aushandeln

Mehrere Pflegeverbände haben sich auf die Gründung eines Arbeitgeberverbandes Pflege geeinigt.
... > http://ods-mailing.springer-sbm.com/d-r ... &tags=test
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 21979
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Pflege - "Arbeitgeberverband mit Magersucht"

Beitrag von WernerSchell » 29.05.2019, 06:11

Ärzte Zeitung online, 25.05.2019
Pflege
„Arbeitgeberverband mit Magersucht!“

Ein neuer Arbeitgeberverband soll der Konzertierten Aktion Pflege den Weg bahnen. Die Kritik fällt ätzend aus.
Von Anno Fricke
BERLIN. Die Reaktionen der bereits bestehenden Arbeitgeberverbände auf den Neuen fallen harsch aus. „Entgegen der vollmundigen Ankündigung: Keine Parität, kein Rotes Kreuz und keine Privaten dabei. Wenn überhaupt, entsteht ein Arbeitgeberverband mit Magersucht“, sagte der Präsident des Arbeitgeberverbands Pflege Thomas Greiner am Freitag der „Ärzte Zeitung“.
... (weiter lesen unter) ... http://ods-mailing.springer-sbm.com/d-r ... &tags=test
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 21979
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Allgemeinverbindliche Löhne sichern fairen Wettbewerb und faire Löhne

Beitrag von WernerSchell » 07.06.2019, 18:47

Allgemeinverbindliche Löhne sichern fairen Wettbewerb und faire Löhne

Minister Laumann:
„Allgemeinverbindliche Löhne sichern fairen Wettbewerb und faire Löhne“
Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister fordert im Bundesrat die Überprüfung der gesetzlichen Regelungen zur Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen


Bild
Foto: Land NRW / R. Sonderman

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales teilt mit:

Im Kampf gegen Billiglohnmodelle und zur Sicherung eines fairen Wettbewerbs bei Personalkosten hat der Bundesrat auf Antrag Nordrhein-Westfalens die Überprüfung gesetzlicher Rahmenbedingungen für die Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen auf den Weg gebracht. „Wir sind wirtschaftlich erfolgreich, wenn sich Unternehmen und ihre Angestellten auf einheitliche Rahmenbedingungen einigen. Allgemeinverbindliche Löhne sichern fairen Wettbewerb und faire Löhne. Das Verfahren dorthin wollen wir vereinfachen“, unterstrich Arbeitsminister Karl-Josef Laumann am Rande der Bundesratssitzung in Berlin.

„In der sozialen Marktwirtschaft gibt es den Grundsatz, den Wettbewerb der Unternehmen über die Qualität der Produkte und nicht über die Löhne auszutragen. Um das sicherzustellen, gibt es die gesetzliche Möglichkeit der Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen“, erklärte Laumann. Die Zahlen zeigen jedoch, dass die 2014 angestoßenen Reformen nicht die gewünschte Wirkung zeigen. So sind seit Inkrafttreten der Änderungen im Tarifvertragsgesetz bis heute nur Folgeanträge bisher erteilter Allgemeinverbindlicherklärungen zu verzeichnen. Es gab also keine neuen Anträge zur Erklärung der Allgemeinverbindlichkeit.

„Wir müssen sehen, wie wir die gesetzlichen Rahmenbedingungen des Verfahrens verbessern“, so der Minister: „Bevor wir handeln, gilt es allerdings die bisherigen Regelungen in ihrer Wirkung zu betrachten und zu bewerten. Hierzu stellen wir mit unserem Antrag die Weichen.“

Zuletzt hatte Laumann öffentlich das Lohndumping im Einzelhandel beklagt und sich offen dafür gezeigt, den Tarifvertrag für allgemeinverbindlich zu erklären. Die gesetzliche Voraussetzung dafür ist aber ein gemeinsamer Antrag der Tarifvertragsparteien (Arbeitgeber und Gewerkschaft).

Hintergrund:
Mit der Allgemeinverbindlicherklärung eines Tarifvertrages wird der negative Wettbewerb über die Arbeitsbedingungen und Lohnkosten in einer Branche und die weitere Schädigung tarifvertraglicher Strukturen verhindert. Alle in Nordrhein-Westfalen durch den Arbeitsminister für allgemeinverbindlich erklärten Tarifverträge sind auf der Homepage des Tarifregisters zu finden: www.tarifregister.nrw.de

Quelle: Pressemitteilung vom 07.06.2019
https://www.land.nrw/de/pressemitteilun ... -und-faire
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 21979
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Höhere Tariflöhne für Pflegekräfte angestrebt ... Finanzierung völlig ungeklärt

Beitrag von WernerSchell » 20.06.2019, 06:09

Statement vom 19.06.2019:

Höhere Tariflöhne für Pflegekräfte angestrebt ... Finanzierung völlig ungeklärt. - Die Bundesregierung will die Arbeitsbedingungen von Pflegekräften durch höhere Löhne - entweder über einen Flächentarifvertrag oder über höhere Lohnuntergrenzen - verbessern. Ob es tatsächlich zu angemessenen Vergütungen kommen wird, ist völlig ungewiss. Es ist auch nicht geklärt, wie die Kostensteigerungen aufgrund der Konzertierten Aktion Pflege (KAP) finanziert werden sollen. Insoweit hat die Groko offensichtlich kein Konzept. >>> http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =5&t=23249
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

Gesperrt