Pflegebranche: Arbeitsunfällen vorbeugen – BGW unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe

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Pflegebranche: Arbeitsunfällen vorbeugen – BGW unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe

Beitrag von WernerSchell » 29.05.2019, 07:32

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Pflegebranche: Arbeitsunfällen vorbeugen – BGW unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe

Hamburg – Für das sichere und gesunde Arbeiten in der Pflege spielt neben anderen Aspekten auch das Vorbeugen von Unfällen eine wichtige Rolle. Darauf weist die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) vor dem Hintergrund der Arbeitsunfallstatistik hin. Sie unterstützt ihre Mitgliedsunternehmen dabei mit verschiedenen Angeboten.

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Mittlere Quote mit steigender Tendenz
Arbeitsunfälle passieren nicht nur auf Baustellen und in Fabriken, sondern auch in Dienstleistungsunternehmen. Zum Beispiel in der Pflege. Im Jahr 2017 ereigneten sich in den nicht staatlichen ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland 21,4 Arbeitsunfälle je 1.000 Vollbeschäftigte. Damit lag die Arbeitsunfallquote dort 5,7 Prozentpunkte über dem Durchschnittswert der nicht staatlichen Einrichtungen des Gesundheitsdienstes und der Wohlfahrtspflege. Sie erreichte ungefähr das Niveau der gewerblichen Wirtschaft und des öffentlichen Dienstes aller Wirtschafszweige in Deutschland insgesamt. Dort betrug der Durchschnittswert 21,2 Arbeitsunfälle je 1.000 Vollbeschäftigte.

„Die Arbeitsunfallquote in der Pflegebranche liegt damit also in einem mittleren Bereich“, resümiert BGW-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Stephan Brandenburg. „Sie zeigt aber zwischen 2007 und 2017 entgegen dem Gesamttrend in der Wirtschaft eine leicht steigende Tendenz. Deshalb möchten wir für die Arbeitsunfallgefahren im Pflegealltag sensibilisieren.“

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Vielfältiges Unfallgeschehen
Am häufigsten ereigneten sich in den BGW-Mitgliedsbetrieben der Branche Pflege im Jahr 2017 Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle. Sie machten rund 30 Prozent des dortigen Unfallgeschehens aus und geschahen sowohl bei der betrieblichen Tätigkeit als auch auf Dienstwegen, etwa auf dem Weg zu Kundenwohnungen in der ambulanten Pflege.

Ebenfalls viele Unfälle, etwa 28 Prozent, passierten beim Umgang mit Menschen und Gegenständen oder beim Transport von Menschen und Gegenständen. „Aber auch Übergriffe auf Beschäftigte spielten beim Unfallgeschehen mit über fünf Prozent eine nennenswerte Rolle“, berichtet der BGW-Hauptgeschäftsführer.

Systematisch vorbeugen und Präventionskultur fördern
Angesichts dieses breit gefächerten Unfallgeschehens ist auch bei Prävention Vielfalt gefragt. BGW-Präventionsleiterin Jutta Lamers: „Neben spezifischen Maßnahmen wie dem Einsatz rutschhemmender Fußbodenbeläge, dem Tragen rutschsicherer und haltgebender Schuhe und einem gezielten Deeskalationsmanagement zum Vorbeugen aggressiver Übergriffe kann es sich auch lohnen, den Zeitdruck im Arbeitsalltag durch organisatorische Veränderungen zu reduzieren. Stress und Hektik erhöhen das Unfallrisiko.“ Eine hohe Unfallzahl im Unternehmen deutet auf eine wenig ausgeprägte Präventionskultur.

„Für eine effektive Prävention kommt es auf systematisches Vorgehen an“, betont die Expertin. Welche Schutzmaßnahmen in der jeweiligen Einrichtung konkret zu treffen sind, muss der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin in der gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung festlegen. Darüber hinaus haben Führungskräfte Einfluss auf die Präventionskultur: zum Beispiel durch ihre Vorbildrolle und das Bereitstellen von Ressourcen und geeigneten Arbeitsmitteln für sicheres und gesundes Arbeiten.

Unterstützungsangebote der BGW
Basisinformationen zum sicheren und gesunden Arbeiten in der Pflege bietet die BGW unter anderem in ihrer Broschüre „BGW kompakt – Angebote, Informationen, Leistungen für das Management in der Pflege“. Zu finden ist diese unter www.bgw-online.de, Suche: 03-03-110.

Für die Gefährdungsbeurteilung können Pflegeeinrichtungen eine Online-Handlungshilfe der BGW einsetzen: Sie hilft unter anderem bei der systematischen Ermittlung der Gefährdungen, der zuverlässigen Beurteilung der Risiken sowie der Auswahl der geeigneten Maßnahmen. Das Instrument findet sich unter www.bgw-online.de/gefaehrdungsbeurteilung-online.

Weiter unterstützt die BGW mit Informationen, Analysewerkzeugen, Beratung und Qualifizierung bei der Organisation des Arbeitsschutzes in ihren Mitgliedsunternehmen. Mehr dazu erfahren Interessierte unter www.bgw-online.de/arbeitsschutz-mit-system und unter www.bgw-online.de/organisationsberatung.

Die BGW beteiligt sich an der Kampagne „kommmitmensch“ für eine gute Präventionskultur. Informationen dazu gibt sie unter www.bgw-online.de/kommmitmensch.

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Über uns
Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) ist die gesetzliche Unfallversicherung für nicht staatliche Einrichtungen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege. Sie ist für über 8,4 Millionen Versicherte in rund 640.000 Unternehmen zuständig. Die BGW unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe beim Arbeitsschutz und beim betrieblichen Gesundheitsschutz. Nach einem Arbeitsunfall oder Wegeunfall sowie bei einer Berufskrankheit gewährleistet sie optimale medizinische Behandlung sowie angemessene Entschädigung und sorgt dafür, dass ihre Versicherten wieder am beruflichen und gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Quelle: Pressemitteilung vom 27.03.2019
Pressekontakt:

Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)

Torsten Beckel und Sandra Bieler, Kommunikation

Pappelallee 33/35/37, 22089 Hamburg

Tel.: (040) 202 07-27 14, Fax: (040) 202 07-27 96

E-Mail: presse@bgw-online.de
PM > https://www.bgw-online.de/DE/Presse/Pre ... eugen.html
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Beschäftigte fühlen sich immer stärker belastet

Beitrag von WernerSchell » 17.06.2019, 06:09

Beschäftigte fühlen sich immer stärker belastet

(Quelle: BAuA) Immer mehr Beschäftigte in Deutschland fühlen sich durch eine hohe Arbeitsintensität belastet. Während beispielsweise im Jahr 2006 noch 43 Prozent der Beschäftigten angaben, sich durch sehr schnelles Arbeiten belastet zu fühlen, stieg der Anteil im Jahr 2018 auf 51 Prozent. Das zeigen Ergebnisse der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragungen aus den Jahren 2006, 2012 und 2018. Das jetzt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlichte Faktenblatt "Zeitdruck und Co - Wird Arbeiten immer intensiver und belastender?" vergleicht die Ergebnisse unter dem Aspekt der Arbeitsintensität. Die Auswertung der Befragungen, an denen jeweils über 17.000 abhängig Beschäftigte teilgenommen hatten, zeigt jedoch auch, dass die Arbeitsintensität über die Zeit nicht zugenommen hat und teilweise sogar rückläufig ist.
Im vergangenen Jahr gaben sechs von zehn Befragten an, häufig Verschiedenes gleichzeitig bearbeiten zu müssen. Etwa die Hälfte der Befragten sagte, dass sie häufig unter starkem Termin-/Leistungsdruck arbeiten (48 Prozent) oder bei der Arbeit gestört werden (46 Prozent). Insgesamt 34 Prozent der Befragten gaben an, häufig sehr schnell arbeiten zu müssen und 16 Prozent gehen häufig bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit bei der Arbeit.

Während die meisten Angaben im Zeitvergleich nahezu konstant blieben, ging die Zahl der Beschäftigten, die angab, unter starkem Termin- oder Leistungsdruck oder auch sehr schnell zu arbeiten, hingegen zurück. Insgesamt lässt sich hier ein Rückgang von bis zu 11 Prozentpunkten beobachten.

Inwieweit diese Arbeitsbedingungen nun als Belastung empfunden werden, ist sehr unterschiedlich. Beispielsweise empfand es 2018 rund ein Drittel der Betroffenen als belastend, gleichzeitig verschiedene Aufgaben zu bearbeiten. Hingegen erlebten mehr als drei Viertel das häufige Arbeiten an der Grenze der Leistungsfähigkeit als Belastung. Und während die Arbeitsintensität durch schnelles Arbeiten signifikant gesunken ist, nahm dies im vergangenen Jahr mehr als jeder zweite Betroffene als Belastung war.

baua: Fakten "Zeitdruck und Co - Wird Arbeiten immer intensiver und belastender?" gibt es als PDF im Internetangebot der BAuA unter www.baua.de/publikationen

Quelle: Mitteilung vom 16.06.2019:
Verband Kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rheinland-Westfalen-Lippe
Beratgerstraße 36
44149 Dortmund
Tel.: 0231/ 579743
Fax: 0231/ 579754
E-Mail: info@vkm-rwl.de
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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