Hoher Krankenstand bei Pflegekräften - AOK Neuss will reagieren

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Sozialer Stress kann Herz und Gefäße schon im Kindesalter schädigen

Beitrag von WernerSchell » 09.11.2018, 16:57

Thieme

Sozialer Stress kann Herz und Gefäße schon im Kindesalter schädigen

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Foto: Thieme - Wer schon als Kind soziale Benachteiligung erlebt, hat als Erwachsener ein höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. © ktsdesign/Adobe.Stock.com

fzm, Stuttgart, Oktober 2018 – Armut ist auch in Deutschland ein Herz-Kreislauf-Risiko. Experten führen die erhöhte Zahl von Herzinfarkten und Schlaganfällen bei Menschen mit benachteiligtem sozioökonomischen Hintergrund unter anderem auf soziale Stressoren zurück. In der Fachzeitschrift „Aktuelle Kardiologie“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2018) erklären sie, dass diese auch schon im Kindes- und Jugendalter auftreten und langfristige Auswirkungen haben können. Die Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen sollte daher bereits in Kindheit und Jugend ansetzen.

Die internationalen Studienergebnisse, auch aus Deutschland, sind eindeutig. Menschen aus sozial benachteiligten Verhältnissen erleiden zwei- bis dreimal häufiger einen Herzinfarkt oder Schlaganfall als Menschen, die unter besseren Bedingungen leben. Trotz weitgehend gleicher Behandlung im Krankenhaus erholen sie sich schlechter. „So verkürzt ein Herzinfarkt das Leben der Betroffenen in ärmeren Bevölkerungsschichten um rund fünf Jahre. Patienten mit höherem Einkommen verlieren nur etwa dreieinhalb Jahre“, erläutert Privatdozent Dr. Thomas Lampert vom Robert Koch-Institut in Berlin. Ärmere Menschen haben in Deutschland insgesamt eine um mehr als fünf Jahre kürzere Lebenserwartung. Betrachtet man ausschließlich die Lebensjahre, die in guter Gesundheit verbracht werden, so beträgt der Verlust sogar mehr als zehn Jahre.

Ein ungesünderer Lebensstil erklärt den Unterschied nach Einschätzung von Dr. Lampert nur teilweise. Es sei richtig: Ärmere Menschen rauchen in Deutschland häufiger und sind eher übergewichtig. Sie ernähren sich ungesünder und bewegen sich weniger. Zum Teil sind sie am Arbeitsplatz auch ungesunden Belastungen ausgesetzt. Es gibt aber auch psychische Stressoren. Dazu zählt Dr. Lampert beispielsweise hohe Arbeitsanforderungen in Kombination mit geringer Selbstbestimmung. Experten sprechen hier von „Job Strain“. Aber auch „Gratifikationskrisen“ erhöhen das Herzinfarktrisiko: Solche entstehen durch das empfundene Missverhältnis von persönlichem Engagement am Arbeitsplatz und dem gezahlten Lohn oder das fehlende Lob durch Kollegen und Vorgesetzte.

Vielen ärmeren Menschen fehlt es zudem an sozialen Kontakten. Diese sind wichtig, um in schwierigen Situationen Rückhalt zu haben. Der Verlust des Partners oder des Arbeitsplatzes führten bei ihnen schneller zu Lebenskrisen. Die fehlende soziale Unterstützung ist vermutlich aber nicht nur für die Bewältigung solcher Erlebnisse wichtig. Sie trägt auch zu einer adäquaten Wahrnehmung und Bewertung dieser Belastungen bei und steuert so die Intensität und die Dauer der Stressreaktion: Ärmere Menschen gehen seltener zum Arzt und reagieren später auf gesundheitliche Beschwerden, so Lampert.

Dr. phil. Morten Wahrendorf rückt Stresserfahrungen in Kindheit und Jugend als Ursache für spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den Fokus. Zu den Belastungen, die für Kinder das Herzinfarktrisiko im Alter erhöhen, zählen Konflikte in der Familie, Misshandlungen, traumatische Erlebnisse und emotionale Vernachlässigung. In seinem Beitrag zieht der Medizinsoziologe vom Institut für Medizinische Soziologie am Universitätsklinikum Düsseldorf auch Daten aus der europaweit durchgeführten Studie “Survey of Health Ageing and Retirement“ kurz SHARE heran. Über 27000 Menschen über 50 Jahren wurden dabei zu Kindheitserfahrungen interviewt und ihre Antworten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Alter in Beziehung gesetzt. Die Ergebnisse zeigen, dass eine geringe berufliche Qualifikation des Vaters, ein niedriger Bildungsstand und schlechte, beengte Wohnbedingungen langfristig das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen, so Dr. Wahrendorf. „Kindern und Jugendlichen ein sicheres, stabiles und von Armut freies Umfeld zu ermöglichen, könnte deshalb effizienter als die Behandlung einer Erkrankung im Alter sein“, gibt er zu bedenken.

Die Kindheit könnte eine kritische Phase sein, in der Handlungsmuster erlernt werden oder der Körper auf eine vermehrte Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Kortison geprägt werde. Diese Hormone werden für die Schädigung der Blutgefäße mitverantwortlich gemacht, die im Alter zur Gefäßverkalkung führt. Es könnte aber auch sein, dass für manche Menschen die Kindheit nur der Beginn eines stressgeprägten Lebenslaufs ist, der mit einer ständigen Zunahme der Gesundheitsbelastung verbunden ist.

T. Lampert:
Psychosozialer Stress durch Armut: Folgen für die Herz-Kreislauf-Gesundheit.
Aktuelle Kardiologie 2018; 7 (5); S. 373–378

M. Wahrendorf:
Stressoren in Kindheit und Jugend als Prädiktoren kardiovaskulärer Erkrankungen – die Lebenslaufperspektive.
Aktuelle Kardiologie 2018; 2018; 7 (5); S. 357–362

Quelle: Pressemitteilung - übermittelt am 09.11.2018
https://www.thieme.de/de/presse/fzmedne ... 137022.htm
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Fehlzeitenreport - Homeoffice belastet die Psyche

Beitrag von WernerSchell » 18.09.2019, 06:17

Ärzte Zeitung vom 18.09.2019:
Fehlzeitenreport
Homeoffice belastet die Psyche

Viele Arbeitnehmer würden lieber von Zuhause aus arbeiten als jeden Tag zur Arbeit pendeln zu müssen. Doch nun zeigt eine WIdO-Umfrage: Die Heimarbeit schlägt aufs Gemüt. ... > http://ods-mailing.springer-sbm.com/d-r ... &tags=test
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Ist Home-Office gesünder?

Beitrag von WernerSchell » 18.09.2019, 06:36

Ist Home-Office gesünder?

Flexible Arbeitsmodelle und Home-Office werden beliebter und dank der Technik immer häufiger. Wie sich flexibles Arbeiten auf unsere Gesundheit auswirkt, hat das Wissenschaftliche Institut der AOK untersucht. Das Ergebnis: sehr durchmischt. Mobil Arbeitende haben weniger Krankentage als Menschen, die Vollzeit im Büro arbeiten. Aber nicht weil es gesünder wäre, sondern weil sie im Home-Office bereits wieder arbeiten, wenn sie fürs Büro noch zu krank wären. "Heimarbeiter" arbeiten auch deutlich mehr – fast eine Stunde pro Tag. Weil es schwer ist private und berufliche Aktivitäten unter einen Hut zu bekommen. Und diese zusätzliche Anforderung kann sehr belasten. Am häufigsten nennen die Befragten Erschöpfung. Auch Niedergeschlagenheit, Selbstzweifel oder Schlafstörungen können auftreten. Quarks-Reporterin Vanessa Reske stellt die Umfrage vor | audio > https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr ... r-100.html

Mehr:
"Energiebilanz Home-Office" ein WDR 5 Quarks-Beitrag vom 15.05.2018 | audio > https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr ... e-100.html
"Arbeiten im Team" eine Quarks-Sendung vom 03.02.2015 | video > https://www1.wdr.de/mediathek/video/sen ... m-100.html

Quelle: Mitteilung vom 18.09.2019
Quarks-Team - quarks@wdr.de
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