Fehlzeiten-Report 2016 - Buchtipp

Arbeits- und Arbeitsschutzrecht, Allgemeine Rechtskunde (einschließlich Staatsrecht), Zivilrecht (z.B. Erbrecht)

Moderator: WernerSchell

Gesperrt
WernerSchell
Administrator
Beiträge: 19901
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Fehlzeiten-Report 2016 - Buchtipp

Beitrag von WernerSchell » 13.09.2016, 06:23

Buchtipp!

Badura/Ducki/Schröder/Klose/Meyer (Hrsg.):

Fehlzeiten-Report 2016
Unternehmenskultur und Gesundheit - Herausforderungen und Chancen

Bild

Springer Verlag, Berlin 2016
512 Seiten, 130 Abbildungen,
253 Tabellen, broschiert,
ISBN 978-3-662-49412-7
54,99 €

Der Fehlzeiten-Report, der jährlich als Buch erscheint, informiert umfassend über die Krankenstandsentwicklung in der deutschen Wirtschaft und beleuchtet dabei detailliert einzelne Branchen. Schwerpunkt des Fehlzeiten-Reports 2016 ist der Zusammenhang zwischen Unternehmenskultur und Gesundheit. Es werden Herausforderungen und Chancen von Unternehmenskultur für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter diskutiert und die verschiedenen Facetten von Unternehmenskultur aufgezeigt.
• Was ist Unternehmenskultur?
• Was macht eine gute Unternehmenskultur aus?
• Welchen Einfluss hat die Unternehmenskultur auf die Gesundheit der Beschäftigten?
•Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich in der Praxis?
Neben den Fachbeiträgen zum Schwerpunktthema machen umfassende Daten den Fehlzeiten-Report zu einem wertvollen Ratgeber für alle, die Verantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz in Unternehmen tragen.
Aus dem Inhalt
• Aktuelle Statistiken zum Krankenstand der Arbeitnehmer in allen Branchen
• Die wichtigsten für Arbeitsunfähigkeit verantwortlichen Krankheitsarten
• Anzahl und Ausmaß der Arbeitsunfälle
• Vergleichende Analysen nach Bundesländern, Betriebsgrößen und Berufsgruppen
• Verteilung der Fehlzeiten nach Monaten und Wochentagen
• Anschauliche Darstellung der Daten durch zahlreiche Abbildungen und Tabellen
Die Herausgeber
Der Fehlzeiten-Report wird in einer Kooperation des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), der Universität Bielefeld und der Beuth Hochschule für Technik Berlin herausgegeben.

Quelle und weitere Informationen:
http://www.springer.com/de/book/9783662494127
http://aok-bv.de/presse/pressemitteilun ... 17100.html

+++
Pressemitteilung vom 12.09.2016:
Fehlzeiten-Report 2016: Je schlechter die Unternehmenskultur, desto höher das gesundheitliche Risiko
(12.09.16) Beschäftigte, die die Unternehmenskultur in ihrem Betrieb als schlecht empfinden, sind deutlich unzufriedener mit der eigenen Gesundheit und berichten häufiger über körperliche und psychische Beschwerden im Zusammenhang mit ihrer Arbeit. Das zeigt eine Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) für den Fehlzeiten-Report 2016. So geht eine schlecht bewertete Unternehmenskultur bei 27,5 Prozent der Befragten mit gesundheitlicher Unzufriedenheit einher. Das ist dreimal mehr als bei jenen, die die Unternehmenskultur positiv wahrnehmen. Die Herausgeber des Fehlzeiten-Reports und der AOK-Bundesverband präsentierten die Ergebnisse am Montag (12.September) in Berlin.
Weitere Informationen und Ergebnisse unter: http://aok-bv.de/presse/pressemitteilun ... 17100.html
----
Web-Infomail des AOK-Bundesverbandes
Herausgeber:
AOK-Bundesverband
Webredaktion
Tel.: 030/220 11-200
Fax: 030/220 11-105
mailto: aok-mediendienst@bv.aok.de
http://www.aok-bv.de

+++
Ärzte Zeitung vom 13.09.2016:
Fehlzeiten-Report 2016: Mieses Betriebsklima - kranke Mitarbeiter
Ein Report der AOK hat sich den Zusammenhang von Unternehmenskultur und Gesundheit vorgeknöpft.
Eine schlechtes Betriebsklima treibt demnach die AU-Tage in die Höhe. Was können Arbeitgeber tun, damit Mitarbeiter gesund bleiben?
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=919 ... sen&n=5221
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 19901
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Fehlzeiten-Report 2016 - Buchtipp

Beitrag von WernerSchell » 15.09.2016, 06:26

Bild

Gute Führung ist präventiv

„Wer den Pflegefachpersonenmangel beheben will, muss bei der eigenen Unternehmenskultur anfangen!“ Diesen Rat gibt der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) seit langem – und er wird erneut gestützt durch die heute veröffentlichten Ergebnisse des „Fehlzeiten-Report 2016 – Unternehmenskultur und Gesundheit – Herausforderungen und Chancen“. „Gerade in Zeiten zunehmender Fachkräfteknappheit ist eine positive und wertschätzende Unternehmenskultur unverzichtbar. Sie hält gesund, bindet wertvolle Fachkräfte an das Unternehmen, strahlt nach innen und außen, wird zum Wettbewerbsvorteil im Markt – kurz: Die gute Unternehmenskultur ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Umso unverständlicher, dass viele Manager und Führungskräfte im Gesundheitswesen nach wie vor agieren, als hätten sie das nie gehört“, sagt DBfK-Sprecherin Johanna Knüppel heute dazu in Berlin.

Beschäftigte sind gesünder und leistungsbereiter, je besser sie sich im Unternehmen wahrgenommen, gefördert und als Mensch und Persönlichkeit akzeptiert fühlen. Zu den zentralen Elementen guter Unternehmenskultur gehören Transparenz, Fairness, Geben und Nehmen, Wertschätzung, Vertrauen, größtmögliche Autonomie, gemeinsame und überzeugende Werte, Sinnhaftigkeit von Aufgaben, Gerechtigkeit und Qualitätsorientierung. Ob ihre Umsetzung gelingt, hängt maßgeblich von der Führung ab: den unmittelbar Vorgesetzten ebenso wie der Unternehmensleitung. Ganz besonders gilt das in der Pflege, wo die Beschäftigten hohen moralisch-ethischen Standards verpflichtet sind und viel Verantwortung tragen müssen. Gerade sie dürfen erwarten, dass man ihnen Respekt entgegenbringt und ein angemessenes Arbeitsumfeld schafft. Der DBfK appelliert daher an alle Einrichtungen und Verantwortlichen im Gesundheitswesen, gute Unternehmenskultur nicht nur ins Leitbild zu schreiben, sondern sie im Unternehmen spürbar zu leben.


Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
http://www.dbfk.de

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage http://www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 12.09.2016
Johanna Knüppel | Referentin | Redaktion DBfK Aktuell | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
http://www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-0 | Fax 030-219157-77 | Umsatzsteuer Id.Nr. DE 114235140

+++
+++
Siehe auch:
Zitate & Statements zur Pflege 2016
viewtopic.php?f=3&t=21471

+++
+++
"Je besser ich mit meinen Mitarbeitern umgehe,
desto größer ist ihre Bereitschaft, gut zu arbeiten".

Zitat Wolfgang Grupp (73), Unternehmer (Trigema), in Rheinischer Post / NGZ am 04.06.2015


Diese Handlungsmaxime muss entsprechend für die Heimträger und ihre Führungskräfte gelten.
Wertschätzung und Anerkennung für die Pflegekräfte muss von allen Beteiligten tatsächlich gelebt werden!
Siehe dazu zahlreiche Beiträge von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk - u.a.

> viewtopic.php?f=3&t=18752
> posting.php?mode=edit&f=3&p=88333
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 19901
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Wertschätzung und Anerkennung für die Pflegekräfte

Beitrag von WernerSchell » 21.09.2016, 06:26

Am 15.09.2016 wurde bei Facebook wie folgt informiert:
Wertschätzung und Anerkennung für die Pflegekräfte muss von allen Beteiligten tatsächlich gelebt werden! >>> Gute Führung ist präventiv! - „Wer den Pflegefachpersonenmangel beheben will, muss bei der eigenen Unternehmenskultur anfangen!“ Diesen Rat gibt der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) seit langem – und er wird erneut gestützt durch die am 12.09.2016 veröffentlichten Ergebnisse des „Fehlzeiten-Report 2016“. - "Je besser ich mit meine Mitarbeitern umgehe, desto größer ist ihre Bereitschaft, gut zu arbeiten". Zitat Wolfgang Grupp (73), Unternehmer (Trigema), in Rheinischer Post / NGZ am 04.06.201. - Diese Handlungsmaxime muss entsprechend für die Heimträger und ihre Führungskräfte gelten.
viewtopic.php?f=5&t=21790
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 19901
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Krankenstand - bei den Pflegeberufen hoch

Beitrag von WernerSchell » 24.03.2017, 07:29

In den Pflegeberufen ist der Krankenstand im Durchschnitt nicht nur höher, er wächst auch schneller.
An den Kranken- und Pflegekassen liege das nicht, stellt Martin Litsch, Vorstandschef des AOK-Bundesverbandes anlässlich des Deutschen Pflegetages vom 23. Bis 25. März klar. Allerdings ist er sich nicht ganz sicher, ob das zusätzliche Geld, das eigentlich in die Personalausstattung fließen soll, dort auch immer ankommt.
"Übung macht den Meister": Der Krankenhaus-Report 2017 bestätigt die Binsenweisheit eines jeden Handwerkers. Allerdings legen die Analysen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK auch nahe, dass die goldene Handwerksregel nicht in jeder Klinik beherzigt wird.
Schließlich noch eine Warnmeldung: Das deutsche Gesundheitssystem droht demnächst vor Kraft kaum laufen zu können. Schon wieder hat die Große Koalition ein Stärkungsgesetz verabschiedet, das insgesamt sechste in vier Jahren.

Quelle: Mitteilung vom 23.03.2017
G+G-Blickpunkt-Redaktion der AOK - Bundesverband
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 19901
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Erkrankungsgeschehen bei Pflegeberufen besorgniserregend

Beitrag von WernerSchell » 06.07.2017, 05:58

Am 05.07.2017 bei Facebook gepostet:
Erkrankungsgeschehen bei Pflegeberufen besorgniserregend - Gesundheitsförderung wichtig für Erhalt der Arbeitskraft. - Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk macht seit Jahren auf die Probleme in aller Deutlichkeit aufmerksam und fordert Verbesserungen der Pflege-Rahmenbedingungen. Der BKK Gesundheitsatlas 2017 analysiert aktuell die Gesundheitsberufe.
>>> viewtopic.php?f=5&t=22199
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 19901
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Erkrankungsgeschehen bei Pflegeberufen besorgniserregend

Beitrag von WernerSchell » 09.08.2017, 06:41

Am 09.08.2017 bei Facebook gepostet:
Das Erkrankungsgeschehen bei Pflegeberufen ist besorgniserregend - Pflegekräfte brauchen Gesundheits¬prävention. Insoweit informieren aktuell der BKK Gesundheitsatlas 2017 und das Deutsche Ärzteblatt. Vor allem braucht die Pflege dringend verbesserte Personalausstattungen (Stellenschlüssel). … Das würde Stressabbau gewährleisten und käme durch mehr Zuwendungsmöglichkeiten den Patienten und pflegebedürftigen Menschen zugute.
>>> viewtopic.php?f=3&t=22246
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 19901
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Krankenstand - Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Beitrag von WernerSchell » 22.01.2018, 07:26

Ärzte Zeitung vom 22.01.2018:
Krankenstand
Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Altenpflegekräfte fehlen fast doppelt so oft wegen psychischer Erkrankungen wie andere Beschäftigte, heißt es im länderübergreifenden Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=95 ... efpuryykqr
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 19901
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Prävention für Pflegefachkräfte

Beitrag von WernerSchell » 09.02.2018, 07:20

Ärzte Zeitung online, 09.02.2018
Bayern
Prävention für Pflegefachkräfte

Ein bayerisches Modellvorhaben soll die Gesundheit von Pflegekräften fördern.

MÜNCHEN. Gezielte Erholung für Pflegekräfte – dafür läuft in Bayern ein neues Modellprojekt namens "PflegePrevent". Durchgeführt wird es am Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung der Ludwig-Maximilians-Universität. "Die meisten Pflegekräfte sind sehr positiv eingestellt, und auch die meisten Einrichtungsleitungen", berichtet Gesundheitsforscherin Veronika Ehegartner auf Anfrage der "Ärzte Zeitung". Sie setzt die Studie um, bei der die Fachkräfte ein fünftägiges Präventionsprogramm in einem Kurort durchlaufen.
... (weiter lesen unter) ... https://www.aerztezeitung.de/politik_ge ... 4vention.x
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 19901
Registriert: 18.05.2003, 23:13

"Viele Pfleger sind psychisch am Ende"

Beitrag von WernerSchell » 16.04.2018, 15:22

Bild

Aus Forum:
viewtopic.php?f=5&t=22591&p=103140#p103140


Rheinische Post vom 16. April 2018:

Eine Altenpflegerin aus dem Rheinland erzählt
"Viele Pfleger sind psychisch am Ende"

Düsseldorf. Die Altenpflegerin Birte Fischer liebt ihren Job, stößt aber immer wieder an ihre Grenzen. Denn der Personalmangel ist massiv, eine ausreichende individuelle Pflege kaum zu gewährleisten. Eine Fachkraft erzählt aus ihrem Alltag.

Von Saskia Nothofer

An manchen Tagen schafft sie es noch nicht einmal, ein Glas Wasser während ihres Dienstes zu trinken. "Es gab auch eine Zeit, in der ich vor lauter Stress fünf Kilo abgenommen habe", erzählt Birte Fischer*. Die junge Frau ist Altenpflegerin - genauer gesagt examinierte Pflegefachkraft - sie hat also eine dreijährige Ausbildung absolviert und arbeitet seit vielen Jahren in der Pflege im Rheinland. Fischer macht ihren Job mit viel Herzblut, "aber so, wie sich die Branche entwickelt, kann es nicht weitergehen", sagt sie.
Beim Verdienst fange es an. Sie bekomme im Schnitt ein Gehalt von etwa 1500 Euro netto pro Monat. "Viel zu wenig für das, was wir leisten", sagt die junge Frau. So schrecke das niedrige Gehalt auch viele ab, überhaupt eine Ausbildung als Pfleger zu beginnen. Die Konsequenz: Viel zu wenige Pfleger müssen eine hohe Zahl von Patienten oder Bewohnern versorgen - "die individuelle Pflege kommt viel zu kurz", so Fischer. "Konkret heißt das, dass sich im Frühdienst drei Kräfte um 35 Patienten kümmern müssen, im Spätdienst sind es dann nur noch zwei Kräfte."

Zu wenig Pfleger für zu viele Patienten

Eine Herausforderung, schließlich müssten einige Patienten immer zu zweit versorgt werden - etwa weil sie eine hohe Pflegestufe haben, im Rollstuhl sitzen und eine einzelne Person es nicht schaffen kann, sie aufs Bett zu hieven oder sie allein umzuziehen. "Die übrigen 34 sind dann auf sich gestellt", so Fischer. "Und das kann gefährlich werden. Denn sie werden so zum Beispiel nicht beim Essen begleitet, außerdem steht überall Desinfektionsmittel oder auch Reinigungsmittel herum. Wie soll man verhindern, dass nicht einmal jemand auf die Idee kommt, dies zu trinken?"

An diesem Punkt fange es an, gefährlich zu werden. Und auch wenn keine Pflegekraft damit beschäftigt sei, Patienten etwa zu waschen, müssten vier bis fünf Patienten gleichzeitig das Essen angereicht und Tabletten verabreicht werden, während nebenbei noch darauf geachtet werden müsse, dass die Demenzkranken nicht das Heim verlassen. "Dafür fehlen Praktikanten oder junge Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr bei uns im Heim machen", so die Pflegerin.

Springer verdienen etwas mehr

Fischer ist eine sogenannte Springerin. Sie ist also nicht in nur einem Heim tätig, sondern arbeitet in verschiedenen Altenheimen und Krankenhäusern, in der ambulante Pflege sowie in Psychiatrien. "Ich mag es, weil es abwechslungsreicher ist. Man lernt immer neue Bewohner und immer wieder neue Kollegen kennen", sagt sie. Außerdem verdiene sie dadurch mehr als andere Kräfte. "Bis zu 800 Euro kann das pro Monat ausmachen."
Während Birte Fischer die Abwechslung gefällt, sind vor allem Altenheim-Bewohner in der Regel wenig begeistert von immer wieder wechselndem Personal. "Viele alte Leute stört es natürlich, dass sie immer von anderen Pflegern betreut werden und kein Vertrauensverhältnis aufbauen können", erklärt Fischer. Doch sei der Pfleger mit einer ausreichenden Portion Empathie ausgestattet, könnte auch eine nur kurze Pflegedauer zu einem innigen und vertrauten Verhältnis zum Patienten führen.
Die Arbeit als Springer hat für Fischer noch weitere Vorteile: "Ich kann mir Urlaub nehmen, wann ich möchte, und wenn ich krank bin, kann ich zu Hause bleiben, muss mir keine Vorwürfe von meinem Arbeitgeber anhören." In vielen Einrichtungen sehe das anders aus. "Da kommt viel Druck von oben", so Fischer. Wer krank sei, werde zum Gespräch gebeten. Es werde immer wieder hinterfragt, ob man denn wirklich krank sei. "Das ist erniedrigend", sagt die Pflegerin.
Die junge Frau spricht in diesem Zusammenhang nicht nur von Erkältungen oder Magen-Darm-Infekten. "Viele Kollegen sind körperlich und psychisch am Ende, haben Rückenprobleme oder leiden an Burn-out. Denn wir können noch nicht einmal unsere zahlreichen Überstunden abbauen, die wir Monat für Monat vor uns herschieben. Teilweise wird das Personal sogar schon früher aus dem Urlaub geholt, um die Lücken im Dienstplan zu füllen", erzählt sie.

"Die Pflege ist mein Baby"

Oft habe sie beobachtet, dass Patienten sediert werden. "Unruhigen oder aggressiven Patienten wird dann Melperon oder Tavor verabreicht", so Fischer. Es handelt sich um ein Neuroleptikum beziehungsweise ein Beruhigungsmittel. Die Patienten seien so natürlich leichter zu pflegen. Und Ärzte schreckten nicht davor zurück, die Mittel zu verschreiben. Schließlich verdienten sie damit Geld. Sogar Angehörige seien teils einverstanden damit. "Viele kommen nicht mit dem Zustand der Mutter oder des Vaters zurecht und sind froh darüber, sie nicht verwirrt oder aggressiv erleben zu müssen."
Der Job als Pflegerin verlangt Birte Fischer vieles ab. "An manchen Abenden komme ich nach Hause und bin fix und fertig, weil ich so viel zu tun hatte", erzählt sie. Dennoch habe sie manchmal das Gefühl, nur die Hälfte geschafft zu haben und mache sich Gedanken darüber, ob sie ihren Patienten gerecht werden konnte. Einen anderen Beruf möchte sie trotzdem nicht haben. "Die Pflege ist mein Baby. Und was mich immer wieder bestärkt, sind die vielen positiven Rückmeldungen der Patienten."
*Name geändert

Kranken- verdienen mehr als Altenpfleger

Gehalt Altenpflegefachkräfte verdienen im Schnitt 2621, Helfer in der Altenpflege 1870 Euro brutto. Krankenpflegefachkräfte bekommen durchschnittlich 3239 und Helfer in der Krankenpflege 2478 Euro brutto.
Politik Familienministerin Franziska Giffey (SPD) hat das Ziel, soziale Berufe attraktiver gestalten.

Quelle: RP > http://www.rp-online.de/nrw/panorama/kn ... -1.7516249

+++
Der Neusser Pflegetreff wird sich am 09.05.2018 mit folgendem Thema befassen:

"Pflegebedürftigkeit - was nun? … Vorsorgeplanungen und Pflegenotstand … Leistungsansprüche und Quartiershilfen (Lotsen) … "

Weitere Informationen (stets aktuell) unter folgender Adresse: viewtopic.php?f=7&t=22589 bzw. http://www.wernerschell.de/aktuelles.php
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

Gesperrt