Doping am Arbeitsplatz - Mit Medikamenten gegen Stress

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Doping am Arbeitsplatz - Mit Medikamenten gegen Stress

Beitrag von WernerSchell » 18.03.2015, 07:38

Drei Millionen Deutsche haben verschreibungspflichtige Medikamente genutzt, um am Arbeitsplatz leistungsfähiger zu sein oder um Stress abzubauen. Das geht aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport „Update: Doping am Arbeitsplatz“ hervor. Die Anzahl der Arbeitnehmer, die entsprechende Substanzen schon zum Doping missbraucht haben, ist in den vergangenen sechs Jahren stark gestiegen. Besonders betroffen: Beschäftigte mit einfachen Tätigkeiten oder unsicheren Jobs. Lesen Sie mehr in der angefügten Pressemitteilung.

DAK-Studie: Doping im Job nimmt deutlich zu
Gesundheitsreport 2015 – Drei Millionen Beschäftigte nehmen leistungssteigernde oder stimmungsaufhellende Medikamente

Knapp drei Millionen Deutsche haben verschreibungspflichtige Medikamente genutzt, um am Arbeitsplatz leistungsfähiger zu sein oder um Stress abzubauen. Das geht aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport „Update: Doping am Arbeitsplatz“ hervor. Ein zentrales Ergebnis: Die Anzahl der Arbeitnehmer, die entsprechende Substanzen schon zum Doping missbraucht haben, ist in den vergangenen sechs Jahren stark gestiegen – von 4,7 auf 6,7 Prozent. Vor allem Beschäftigte mit einfachen Tätigkeiten oder unsicheren Jobs gehören zu den Risikogruppen für den Medikamentenmissbrauch.
Für die repräsentative Studie wurde untersucht, ob und wie Erwerbstätige ohne medizinische Notwendigkeit zu verschreibungspflichtigen Medikamenten greifen. Experten nennen das pharmakologisches Neuro-Enhancement. Hierfür hat die DAK-Gesundheit Arzneimitteldaten von 2,6 Millionen erwerbstätigen Versicherten analysiert und zusätzlich mehr als 5.000 Berufstätige im Alter von 20 bis 50 Jahren befragt. Demnach haben 6,7 Prozent der Berufstätigen, also knapp drei Millionen Menschen, das sogenannte Hirndoping wenigstens schon einmal praktiziert. Bei einem vergleichbaren DAK-Report waren es 2008 noch 4,7 Prozent.
Nach den Ergebnissen des DAK-Gesundheitsreports 2015 gibt es zudem eine hohe Dunkelziffer von bis zu zwölf Prozent. Hochgerechnet auf die Bevölkerung haben damit fünf Millionen Erwerbstätige schon einmal leistungssteigernde oder stimmungsaufhellende Medikamente zum Hirndoping eingenommen. Und: Unter den übrigen Erwerbstätigen ist jeder Zehnte für diese Form des Hirndopings prinzipiell aufgeschlossen. Regelmäßig dopen sich laut Studie knapp eine Millionen Berufstätige (1,9 Prozent). „Auch wenn Doping im Job in Deutschland noch kein Massenphänomen ist, sind diese Ergebnisse ein Alarmsignal“, warnt DAK-Vorstandschef Herbert Rebscher. „Suchtgefahren und Nebenwirkungen des Hirndopings sind nicht zu unterschätzen. Deshalb müssen wir auch beim Thema Gesundheit vorausschauen und über unsere Wertvorstellungen und Lebensstilfragen diskutieren.“
Auslöser für den Griff zur Pille sind meist hoher Leistungsdruck sowie Stress und Überlastung. Vier von zehn Dopern gaben an, bei konkreten Anlässen wie anstehenden Präsentationen oder wichtigen Verhandlungen Medikamente einzunehmen. Männer versuchen so vor allem, berufliche Ziele noch besser zu erreichen. Und sie wollen auch nach der Arbeit noch Energie für Freizeit und Privates haben. Frauen nehmen eher Medikamente, damit ihnen die Arbeit leichter von der Hand geht und sie emotional stabil genug sind.
Menschen, die an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit arbeiten oder bei denen Fehler schwerwiegende Konsequenzen haben können, greifen eher zu leistungssteigenden Medikamenten, zeigt die DAK-Analyse. Beschäftigte, die viel mit Kunden zu tun haben, nehmen hingegen überwiegend Tabletten zur Stimmungsverbesserung: Fast jede fünfte Frau nennt viele Kontakte mit Menschen als Grund für den Medikamentenmissbrauch. Vor allem Frauen zwischen 40 und 50 Jahren helfen nach. „Frauen nehmen eher bestimmte Mittel gegen Depressionen, um die Stimmung zu verbessern und Ängste und Nervosität abzubauen“, erläutert Rebscher die Motive. „Bei Männern sind es meist anregende Mittel. Sie wollen wach bleiben, stark und leistungsfähig sein.“
Entgegen der landläufigen Meinung sind es nicht primär Top-Manager oder Kreative, die sich mit Medikamenten zu Höchstleistungen pushen wollen. Die Ergebnisse des DAK-Gesundheitsreports zeigen sogar den umgekehrten Zusammengang: Je unsicherer der Arbeitsplatz und je einfacher die Arbeit selbst, desto höher ist das Risiko für Hirndoping. Eine Rolle spielt das Tätigkeitsniveau der Arbeit: Beschäftigte mit einer einfachen Tätigkeit haben zu 8,5 Prozent bereits Medikamente zur Leistungssteigerung oder Stimmungsverbesserung eingenommen. Bei Gelernten oder Qualifizierten sind es nur 6,7 Prozent. Bei den hochqualifizierten Beschäftigten waren es 5,1 Prozent. „Das Klischee der dopenden Top-Manager ist damit vom Tisch“, so Rebscher.
Insgesamt werden zum Hirndoping am häufigsten Medikamente gegen Angst, Nervosität und Unruhe (60,6 Prozent) sowie Medikamente gegen Depressionen (34 Prozent) eingenommen. Etwa jeder achte Doper schluckt Tabletten gegen starke Tagesmüdigkeit. 11,1 Prozent nehmen Betablocker. Mehr als jeder Zweite bekommt für die entsprechenden Medikamente ein Rezept vom Arzt. Jeder Siebte erhält Tabletten von Freunden, Bekannten oder Familienangehörigen, jeder Zwölfte bestellt sie ohne Rezept im Internet.
Professor Dr. Klaus Lieb, Facharzt und Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz, warnt: „Der Bezug aus dem World Wide Web ist riskant. Dort gibt es viele Medikamentenfälschungen, die ohne Rezept abgegeben werden und der Gesundheit erheblich schaden können.“ Der Doping-Experte dämpft zudem Erwartungen an das pharmakologische Neuro-Enhancement: „Eine Wunderpille gibt es nicht. Oft zeigen die Medikamente nur kurzfristige und minimale Effekte auf die kognitive Leistungsfähigkeit. Demgegenüber stehen hohe gesundheitliche Risiken, wie körperliche Nebenwirkungen bis hin zur Persönlichkeitsveränderung und Abhängigkeit.“ Herzrhythmusstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Nervosität und Schlafstörungen seien nicht selten – und mögliche Langzeitfolgen dagegen noch völlig unklar.
Nach Ansicht von Experten ist neben dem äußeren Druck am Arbeitsplatz auch die innere Haltung entscheidend, wenn es um die Anfälligkeit für das Dopen geht. So seien übertriebene Ansprüche an die eigene Leistungsfähigkeit häufig ein Problem. Anstatt zur Pille zu greifen, sei es deshalb wichtig zu erkennen, dass Stress-Situationen am Arbeitsplatz nicht völlig vermeidbar sind. Laut DAK-Report ist der Großteil der Arbeitnehmer hier schon auf dem richtigen Weg: Demnach setzt mehr als jeder Zweite auf eine gute Organisation bei der Arbeit. 44 Prozent der Beschäftigten achten darauf, ihre Freizeit möglichst sinnvoll zu verbringen. Sechs von Zehn schlafen ausreichend, um besonders leistungsfähig zu sein.
Der DAK-Gesundheitsreport wertet auch die Krankenstandsdaten der Arbeitnehmer umfassend aus. 2014 lag für etwas weniger als jeden zweiten Arbeitnehmer eine Krankschreibung vor (48 Prozent, 2013: 51 Prozent). Fast ein Viertel der Ausfalltage (22,7 Prozent) wurden von Muskel-Skelett-Erkrankungen verursacht, 17 Prozent gingen zu Lasten psychischer Krankheiten und 14 Prozent entfielen auf Erkrankungen des Atmungssystems wie beispielsweise Erkältungen. Die Branchen mit dem höchsten Krankenstand waren 2014 das Gesundheitswesen, die Öffentliche Verwaltung sowie Verkehr, Lagerei und Kurierdienste mit jeweils 4,5 Prozent.

Die DAK-Gesundheit ist mit 6,2 Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands. Für die Analyse zum Krankenstand wurden die Daten von 2,6 Millionen erwerbstätigen Versicherten durch das IGES Institut in Berlin ausgewertet.

Die gesamte Pressemeldung und ein Foto zum Download finden Sie im Internet unter:
http://www.dak.de/dak/bundesweite_theme ... 85966.html
Folgen Sie uns auch auf Twitter: http://www.twitter.com/dak_presse
Anhänge
150317_PM Doping im Job_final.pdf
http://cache.pressmailing.net/content/0 ... /150317_PM Doping im Job_final.pdf
--
Quelle: Pressemitteilung vom 17.03.2015
DAK-Gesundheit
Pressestelle
Frank Meiners
Telefon: 040/2396-1409
E-Mail: presse@dak.de

+++
Siehe auch > "Steigende Zielvorgaben im Betrieb fördern selbstgefährdendes Verhalten von Arbeitnehmern" > viewtopic.php?f=5&t=20974

Ärzte Zeitung vom 17.03.2015:
DAK-Studie: Hirndoping am Arbeitsplatz
Um den Stress im Job bewältigen zu können, greifen immer mehr Arbeitnehmer zu Medikamenten.
Die DAK-Gesundheit legt heute neue Studienergebnisse zum Hirndoping am Arbeitsplatz vor.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=881 ... sen&n=4105

Deutsches Ärzteblatt, 17.03.2015:
Hirndoping am Arbeitsplatz nimmt zu
Berlin – In Stresssituationen greifen mehr und mehr Beschäftigte zu Aufputschmitteln. Bis zu fünf Millionen haben schon einmal verschreibungspflichtige Medikamente zur Stimu­lierung genommen, ohne krank zu sein, so eine Schätzung der Krankenkasse DAK-Ge­sundheit. Sie versuchen so, ihr geistiges Leistungsvermögen zu stimulieren, um länger durchzuhalten, sie betreiben Hirndoping.
Eine Million – oder ein bis zwei Prozent der Beschäftigten – tun dies inzwischen regel­mäßig. Das scheint zunächst nicht viel. Allerdings lässt die Entwicklung in den USA, wo sich je nach Studie bis zu 35 Prozent der Beschäftigten dopen, nachdenklich stimmen. Dies könnte auch zu einer Gefahr für Deutschland werden.
... (weiter lesen unter) ... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/6 ... t-zu?s=DAK

Ärzte Zeitung, 18.03.2015:
DAK-Report: Hirndoping an Millionen Arbeitsplätzen
Zücken Ärzte zu oft den Rezeptblock, um Arbeitnehmer für den Job zu dopen? Der DAK-Gesundheitsreport sieht dafür Hinweise. Nach Angaben der Kasse machen sich bis zu fünf Millionen Berufstätige regelmäßig mit leistungssteigernden Medikamenten fit für den Job.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=881 ... sen&n=4106
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DBfK fordert gesunde Arbeitsplätze in der Pflege

Beitrag von WernerSchell » 18.03.2015, 08:39

DBfK fordert gesunde Arbeitsplätze in der Pflege

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) betrachtet die heute veröffentlichten Ergebnisse des DAK-Gesundheitsreports 2015 als erneutes deutliches Warnsignal an die Adresse von Politik und Arbeitgebern. „Wieder liegen die Gesundheitsberufe an der Spitze des Krankenstandsniveaus – zugelegt haben sowohl die Zahl der Krankmeldungen als auch die Dauer der Erkrankungen. Und die Ursachen sind noch immer dieselben wie in den Vorjahren: stark belastende Arbeitsbedingungen, auch das belegen die Zahlen. Wie lange soll hier eigentlich noch nur zugeschaut werden?“, fragt DBfK-Referentin Johanna Knüppel. „Seit Jahren sind die Trends bekannt. Die unverändert schlechte Personalbemessung in der Pflege, die immense Arbeitsverdichtung, der kontinuierlich hohe Zeitdruck bei der Arbeit machen krank. Diejenigen, die man dringend braucht, um pflegebedürftige Menschen zu versorgen, brauchen selber Hilfe, weil sie über Jahre buchstäblich verschlissen wurden“, so Knüppel. Der DBfK hat seit Jahren vor diesen Folgen gewarnt – jetzt verschärfen die hohen Krankheitsausfälle den Fachpersonalmangel zusätzlich.

Der DBfK fordert
- eine unverzügliche, spürbare und dauerhafte Verbesserung der Personalschlüssel; in den Krankenhäusern ist das nur über eine gesetzlich definierte verpflichtende Personalbemessung sicherzustellen;
- die Gewährleistung von Dienstplansicherheit, um Privatleben und Beruf gut vereinbaren zu können;
- das Einhalten von Arbeitsrecht und Arbeitsschutzgesetzen; dies muss konsequent überprüft und Verstöße sanktioniert werden;
- mehr Gesundheitsförderung für beruflich Pflegende im Sinne von Verhältnisprävention; Arbeitsprozesse und Strukturen sind vor allem mitarbeiterorientiert und weniger effizienzorientiert auszurichten
.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
http://www.dbfk.de

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage http://www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 18.03.2015
Johanna Knüppel | Referentin | Redaktion DBfK Aktuell | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
http://www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-0 | Fax 030-219157-77 | Umsatzsteuer Id.Nr. DE 114235140
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Pflege-Rahmenbedingungen deutlich verbessern

Beitrag von WernerSchell » 18.03.2015, 08:45

WernerSchell hat geschrieben:DBfK fordert gesunde Arbeitsplätze in der Pflege ...
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk unterstützt die Forderungen des DBfK sehr! Für die Pflege müssen in den Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen deutlich verbesserte Arbeitsbedingungen geschaffen werden.
Dazu hat es von hier aus aktuellem Anlass - Deutscher Pflegetag 2015 - auch folgendes Statement gegeben:
Der Pflegenotstand mit mangelnden Zuwendungsmöglichkeiten und Patientengefährdungen ist seit vielen Jahren bekannt. Dies wurde folgerichtig beim Deutschen Pflegetag 2015 in Berlin thematisiert. - Darstellungen der entsprechenden Fakten und Forderungen für eine umfassende Pflege- bzw. Gesundheitsreform wurden von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk bereits wiederholt veröffentlicht - am 13.05.3014 dem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe persönlich übergeben und weiter nachlesbar unter > http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... se2014.pdf - Es erscheinen vor allem bundeseinheitlich geltende Personalbemessungssysteme und deutlich angehobene Vergütungen erforderlich! Dabei erscheint wichtig: Ständige Skandalisierungen in den Medien sind wenig hilfreich > viewtopic.php?f=4&t=20948 - Sachliche und konstruktive Diskussionen sind geboten.- Der Pflegetreff am 14.04.2015 in Neuss-Erfttal befasst sich in diesem Sinne erneut mit dem Pflegesystem und dem Pflegenotstand > viewtopic.php?f=7&t=20569 - Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk wirbt seit geraumer Zeit dafür, endlich ein Aktionsbündnis für menschenwürdige Pflege zu gestalten. Daher wird stets breit zu den entsprechenden Pflegetreffs eingeladen. Der Eintritt ist frei!
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Medikamentenmissbrauch: Prävention verstärken

Beitrag von WernerSchell » 18.03.2015, 09:01

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)
Pressemitteilung vom 17.03.2015


Medikamentenmissbrauch: Prävention verstärken

Zur heutigen Veröffentlichung des DAK-Gesundheitsreports erklärt DGPPN-Präsidentin Dr. Iris Hauth:

"Der DAK-Gesundheitreport spricht ein Thema an, das auch uns Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie zunehmend beschäftigt: der Missbrauch von Medikamenten zur kognitiven Leistungssteigerung. Die Konsumenten erhoffen sich dadurch etwa eine Erhöhung ihrer Aufmerksamkeits-, Lern-, Konzentrations- und Merkfähigkeit. Oftmals wird auch eine Verbesserung der motivationalen und emotionalen Befindlichkeit angestrebt. Doch der Missbrauch ist mit großen Risiken verbunden: So kann der regelmäßige Gebrauch dieser Mittel zur Abhängigkeit führen. Außerdem besteht die Gefahr schwerer Nebenwirkungen. Deshalb muss der Missbrauch von psychopharmakologischen Medikamenten stärker in den Fokus der deutschlandweiten Präventionsaktivitäten rücken. Die DGPPN hat zu Beginn des Jahres außerdem eine wissenschaftliche Behandlungsleitlinie zur Medikamentenabhängigkeit initiiert.
Der Missbrauch von pharmakologischen Substanzen zur kognitiven Leistungssteigerung ist ein Indiz dafür, dass sich die Menschen während ihrer Ausbildung oder im Berufsleben einem zunehmenden Leistungsdruck ausgesetzt sehen. Psychosoziale Risikofaktoren müssen deshalb in der Arbeitswelt insbesondere im betrieblichen Gesundheitsmanagement noch größere Beachtung finden und in die gemeinsame Verantwortung von Politik, Arbeitgebern und Beschäftigten rücken.
Es steht außer Frage, dass verschreibungspflichtige Medikamente nur zur Heilbehandlung einer manifesten Erkrankung eingesetzt werden dürfen. Ärztinnen und Ärzte müssen deshalb die Verschreibung dieser Medikamente in jedem Fall kritisch prüfen. Die Verordnung darf nur auf der Grundlage einer gründlichen Diagnose und einer nachweisbaren Indikation erfolgen. Psychopharmaka werden heute von Ärzten aller Fachrichtungen eingesetzt. Bei Unsicherheiten ist deshalb ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder ein Nervenarzt hinzuzuziehen. Zusammen mit Psychotherapie und psychosozialen Interventionen bilden Psychopharmaka nur einen von vielen wichtigen Bausteinen in der Therapie von psychischen Erkrankungen.
Als wissenschaftliche Fachgesellschaft gehört es zu unseren zentralen Anliegen, die Qualität in der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen stetig zu optimieren. Deshalb werden wir die Daten des DAK-Gesundheitsreports 2015 in einem nächsten Schritt weiter auswerten und in unsere wissenschaftliche Arbeit miteinbeziehen."

Kontakt
DGPPN-Pressestelle
Reinhardtstraße 27 B
10117 Berlin
Tel.: 030.2404 772-11
E-Mail: Pressestelle@dgppn.de

Download
Pressestatement – Medikamentenmissbrauch: Prävention verstärken [PDF, 341KB]
http://www.dgppn.de/fileadmin/user_uplo ... report.pdf
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Fehlzeiten 2014: Krankenstand konstant

Beitrag von WernerSchell » 01.04.2015, 06:48

Fehlzeiten 2014: Krankenstand konstant, deutliche Unterschiede zwischen den Berufen

(31.03.15) Insgesamt ist der Krankenstand bei den elf Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern im Jahr 2014 nahezu unverändert geblieben. Er stieg im Vergleich zu 2013 lediglich um 0,1 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent.
Dies zeigt die aktuelle Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Jeder Beschäftigte war demnach im Schnitt 18,9 Tage aufgrund einer ärztlichen Bescheinigung arbeitsunfähig. Die Ursachen allerdings
unterscheiden sich erheblich nach den Berufszweigen.

Weitere Informationen und Daten sowie grafisches Material zum Download unter:
http://www.aok-bv.de/presse/pressemitte ... 13463.html
----

Web-Infomail des AOK-Bundesverbandes vom 31.03.2015
Herausgeber:
AOK-Bundesverband
Webredaktion
Tel.: 030/220 11-200
Fax: 030/220 11-105
mailto: aok-mediendienst@bv.aok.de
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Gesunde Ärzte, kranke Pfleger

Beitrag von WernerSchell » 08.05.2015, 06:00

Ärzte Zeitung vom 02.04.2015:
Fehlzeiten-Statistik: Gesunde Ärzte, kranke Pfleger
Trotz hoher Belastung sind Ärzte selten krank - anders als etwa Mitarbeiter in der Pflege. Das geht
aus einer aktuellen Fehlzeiten-Statistik des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen hervor.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=882 ... ion&n=4138
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Stress am Arbeitsplatz - Mehr Unterstützung ...

Beitrag von WernerSchell » 26.07.2015, 07:45

Stress am Arbeitsplatz - Mehr Unterstützung statt neuer Gesetze

(Quelle: Institut für Deutsche Wirtschaft) Die Arbeitswelt ändert sich rasant und der Termin- und Leistungsdruck für viele Beschäftigte steigt. Doch ob sich Arbeitnehmer dadurch belastet fühlen, hängt stark von der jeweiligen Person und dem Arbeitsumfeld ab, zeigt eine Studie des Instituts für Deutsche Wirtschaft (IW Köln). Eine gesetzliche Anti-Stress-Verordnung ist also wenig sinnvoll, lieber sollten Arbeitgeber individuell auf die Bedürfnisse ihrer Beschäftigten eingehen.
Arbeiten an Tablet, Notebook und Smartphone, ständige Erreichbarkeit dank E-Mail und häufiges Multitasking gehören für viele Beschäftige zum Arbeitsalltag. Die moderne Technik verlangt von ihnen nicht nur Aufgeschlossenheit für Neues und Anpassungsbereitschaft, sondern auch immer mehr Eigenorganisation und -verantwortung. Die IW-Auswertung der jüngsten BIBB/BAuA Erwerbstätigenbefragung 2012 zeigt: Mehr als die Hälfte der Befragten verspürt einen starken Termin- und Leistungsdruck.
Dennoch sind 89,9 Prozent der Beschäftigten, die sich selbst starken Termin- und Leistungsdruck attestieren, zufrieden. Ihr Anteil ist somit nur unwesentlich geringer als der unter jenen, die nur manchmal Termin- und Leistungsdruck haben (94,7 Prozent). „Die Stressbelastung wird durch andere Dinge am Arbeitsplatz kompensiert“, erklärt Co-Autor Oliver Stettes. Stressmindernd wirkt laut IW-Studie, wenn Kollegen und Vorgesetzte unterstützen, Beschäftigte ihre Arbeitsmenge und Pausenzeiten beeinflussen und private Belange bei der Planung der Arbeitszeit berücksichtigen können. Und wenn sie mit ihrem Einkommen und ihren Aufstiegschancen zufrieden sind.
Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist hier eine Chance: Digitale Arbeitsplätze bieten neue Möglichkeiten, Mitarbeiter über räumliche Grenzen hinweg zu vernetzen, Arbeitszeit und -ort sind flexibel und Teamarbeit und ein Gemeinschaftsgefühl werden gestärkt. Zudem bieten diese Jobs häufig attraktive Konditionen mit Zukunftspotenzial. Eine gesetzliche Anti-Stress-Verordnung ist also nicht nötig, urteilen die Studienautoren. „Diese Faktoren kann der Gesetzgeber durch Verordnungen nicht beeinflussen“, sagt IW-Experte Stettes. Schließlich werden sie von Beschäftigten unterschiedlich wahrgenommen. Vielmehr sei hierbei das Personalmanagement der Unternehmen gefragt.

Quelle: Mitteilung vom 26.07.2015
Verband Kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rheinland-Westfalen-Lippe
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Stellenschlüssel verbessern

Beitrag von WernerSchell » 24.04.2016, 08:19

Aus Forum:
viewtopic.php?f=3&t=21218&p=91933#p91933

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss


Pressemitteilung vom 23.04.2016

Wir brauchen in den Einrichtungen vor allem mehr Pflegepersonal

Ver.di tritt in der aktuellen Tarifverhandlungsrunde für Erhöhungen der Vergütungen der Beschäftigen des Bundes und der Kommunen ein. Auch das Thema Personalabbau ist Gegenstand von Forderungen. - Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk unterstützt grundsätzlich die Aktivitäten von Ver.di. Unabhängig davon ist es aber weiterhin dringend geboten, durch geeignete Personalbemessungssysteme und aufgrund verbesserter Stellenschlüssel für deutlich MEHR Pflegekräfte in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern einzutreten - JETZT. Im Übrigen bedarf es neben den üblichen linearen Vergütungsanhebungen für die Pflege eines der schweren und qualifizierten Tätigkeit in der Pflege (vgl. u.a. § 11 SGB XI) angepassten neuen Eingruppierungssystems. Daraus müssen deutliche Anhebungen der Vergütungen resultieren. Es versteht sich, dass die Pflege dann insgesamt teurer wird. Dieser Mehraufwand ist aber mehr als berechtigt und muss gesamtgesellschaftlich finanziert werden. - Nur so kann gewährleistet werden, dass auch in Zukunft genügend qualifizierte Pflegekräfte für die dramatisch zunehmende Zahl (schwerst) pflegebedürftiger Menschen zur Verfügung stehen wird. - Siehe auch unter > viewtopic.php?f=3&t=21218

Werner Schell
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Online-Hilfe gegen Pillensucht

Beitrag von WernerSchell » 10.09.2016, 06:31

Aus Forum:
viewtopic.php?f=6&t=13964&p=94121#p94121

Pressemitteilung vom 8. September 2016

Online-Hilfe gegen Pillensucht

Berlin - In Deutschland sind rund 1,5 Millionen Menschen abhängig von Medikamenten. Die größte Suchtgefahr geht von Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmitteln aus. „Einige Medikamente können schnell abhängig machen, bei manchen geschieht dies binnen drei bis vier Wochen“, erklärt Andrea Jakob-Pannier, Psychologin bei der BARMER GEK. Wie Ärzte, Patienten und Angehörige problematischen Medikamentenkonsum erkennen und frühzeitig gegensteuern können, darüber informieren jetzt die BARMER GEK und die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. mit einem gemeinsam entwickelten Online-Angebot.

Hinweise des Arztes oder Apothekers beachten
Damit es nicht zu einer Abhängigkeit kommt, erklärt das neue Online-Angebot, welche Warnzeichen auf einen riskanten Medikamentenkonsum hindeuten. So werde mit der Zeit häufig die Dosis erhöht, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Versuchten die Patientinnen und Patienten die Mittel hingegen schlagartig abzusetzen, litten sie unter Entzugserscheinungen. Das sei ein Teufelskreis in die Abhängigkeit. Es stehe aber außer Frage, dass viele Medikamente sinnvoll und notwendig seien. Allerdings sollte eine sorgfältige Diagnose vorausgehen. „Medikamente sollten exakt nach den Hinweisen des Arztes oder Apothekers eingenommen werden”, so Jakob-Pannier.

Portal liefert Adressen von Anlaufstellen
Das Portal informiert übersichtlich über Hintergründe, Risiken, Vorbeugung und Behandlung einer Medikamentenabhängigkeit. „Wenn Patienten mit einem Medikament nicht klarkommen, sind der verordnende Arzt, der Hausarzt oder ein niedergelassener Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie erste Ansprechpartner“, rät Jakob-Pannier. Das Onlineportal bietet zusätzlich Adressen von Beratungsstellen, Therapieeinrichtungen und Selbsthilfegruppen. Es enthält außerdem vielfältiges Infomaterial für verschiedene Zielgruppen, zum Beispiel für Interessierte und Betroffene oder für Behandler und Fachleute sowie für Medienschaffende.

Weitere Informationen unter www.medikamente-und-sucht.de.

______________________________________________
Presseabteilung der BARMER GEK
Athanasios Drougias (Leitung), Telefon: 0800 33 20 60 99 1421
Sunna Gieseke, Telefon: 0800 33 20 60 44-30 20
E-Mail: presse@barmer-gek.de
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Übermäßige Tagesmüdigkeit möglicherweise früher Hinweis auf Demenz

Beitrag von WernerSchell » 20.03.2018, 08:37

Deutsches Ärzteblatt vom 19.03.2018:
Übermäßige Tagesmüdigkeit möglicherweise früher Hinweis auf Demenz

Bild
Quelle: DÄ - /thodonal, stockadobecom

Eine Studie unter der Leitung von Prashanthi Vemuri von der Radiologie-Abteilung der Mayo-Klinik in Rochester deutet darauf hin, dass ältere Menschen, die tagsüber mit übermäßiger Schläfrigkeit zu kämpfen ... > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... auf-Demenz
Müdigkeit kommt vor der Demenz > https://www.aerzteblatt.de/blog/73329/M ... der-Demenz
Schlafapnoe: Schnarchen könnte Alzheimerrisiko erhöhen > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... o-erhoehen
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Müdigkeit am Tage zeigt Alzheimer an

Beitrag von WernerSchell » 23.04.2018, 06:15

Ärzte Zeitung vom 23.04.2018:
Demenzrisiko
Müdigkeit am Tage zeigt Alzheimer an

Verstärkte Tagesmüdigkeit kann Zeichen einer beginnenden Alzheimerdemenz sein. Solche Personen häufen vermehrt β-Amyloid im Gehirn an. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=96 ... efpuryykqr
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