Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk

Forum Werner Schell
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Studie belegt ungleiche Bezahlung und unfreiwillige Teilzeit in der Altenpflege: Staatssekretär Laumann fordert Konsequenzen

Staatssekretär Karl-Josef Laumann, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, hat heute gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) in Berlin die Studie "Was man in den Pflegeberufen in Deutschland verdient" vorgestellt. Die Studie belegt, dass man als Pflegekraft gut verdienen kann. Es bestehen aber je nach Region deutliche Unterschiede und man verdient als Krankenpfleger eher gut und als Altenpfleger deutlich schlechter. Zudem hat nur rund jede zweite beschäftigte Pflegefachkraft eine Vollzeitstelle. Bei den Helferberufen in der Pflege liegt die Teilzeitquote teilweise sogar deutlich über 70 Prozent.

Staatssekretär Laumann fordert angesichts dieser Zahlen, dass alle Beteiligten die richtigen Konsequenzen ziehen: "Wenn in allen Bundesländern die Fachkräfte der Altenpflege gegenüber vergleichbaren anderen Fachkräften bis zu 19 Prozent weniger verdienen, läuft etwas falsch. Wir brauchen in der Altenpflege endlich flächendeckend faire und angemessene Löhne, die von den Sozialpartnern in Tarifverträgen vereinbart werden. Sonst wird es immer schwieriger, junge Menschen für diesen wichtigen und anspruchsvollen Beruf zu begeistern. Und die brauchen wir für eine menschenwürdige Pflege in unserem Land. Ich schlage daher vor, dass künftig die Pflegekassen von allen Trägern der Pflegeeinrichtungen den Nachweis verlangen können, ob ein angemessener Lohn auch tatsächlich bezahlt wird. Die hierfür nötige Gesetzesänderung sollten wir im Pflegestärkungsgesetz II verankern. Vor allem aber brauchen wir starke Gewerkschaften, die für die Pflegekräfte eintreten und die für einen anständigen Tarifvertrag und für einen fairen Lohn kämpfen. Das ist nicht Sache der Politik."

Auch die Tatsache, dass Fachkräfte der Altenpflege im Vergleich zu Fachkräften der Krankenpflege in allen Bundesländern erheblich weniger verdienen würden, zeige Handlungsbedarf. "In den ostdeutschen Bundesländern haben die Fachkräfte der Altenpflege durchschnittlich fast 30 Prozent weniger Einkommen, im Westen rund 18 Prozent. Fachkräfte der Altenpflege verdienen teilweise weniger als ein Krankenpflege-Helfer im Krankenhaus. Diese Lohnschere ist nicht vernünftig zu begründen. Um diesen unhaltbaren Zustand zu beenden, brauchen wir endlich die generalistische Pflegeausbildung. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – dieser Grundsatz muss auch für den Pflegeberuf insgesamt gelten", sagt Laumann. Für die Generalistik sprächen zudem fachliche Gründe: In den Krankenhäusern müssten immer mehr pflegebedürftige Menschen behandelt werden, genauso wie in den Altenpflegeeinrichtungen immer mehr schwer kranke Menschen versorgt und betreut werden müssten. Schon heute arbeiten Kranken- und Altenpfleger sowohl in Krankenhäusern als auch in Pflegeeinrichtungen, mit einem einheitlichen Ausbildungsabschluss könne ein Wechsel zwischen den verschiedenen Einrichtungen künftig wesentlich erleichtert werden.

Für Laumann liefert die Untersuchung schließlich auch wichtige Erkenntnisse im Hinblick auf den befürchteten Fachkräftemangel: "Die Studie liefert erstmals auch belastbare Erkenntnisse über die Gründe für die hohe Teilzeitquote: Beispielsweise sind in den westdeutschen Bundesländern für Altenpflegefachkräfte hier vor allem persönliche und familiäre Gründe ausschlaggebend, darunter das Fehlen von Kinderbetreuungsplätzen. Dagegen arbeitet in den ostdeutschen Bundesländern die Hälfte von ihnen nur deshalb in Teilzeit, weil sie keine Vollzeitstelle finden. Ich sage klar: Unfreiwillige Teilzeit passt nicht mit der Klage über den Fachkräftemangel zusammen. Dem kann man schon dadurch ein Stück weit entgegentreten, indem mehr Teilzeit- in Vollzeitstellen umgewandelt werden."

Die vollständige Studie des IAB ist hier als PDF-Dokument abrufbar
http://www.patientenbeauftragter.de/ima ... berufe.pdf
PowerPoint-Präsentation zur Vorstellung der Studie als PDF-Dokument
http://www.patientenbeauftragter.de/ima ... 01-27r.pdf

Quelle: Mitteilung vom 27.01.2015
Büro des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie des Bevollmächtigten für Pflege
Friedrichstr. 108 - 10117 Berlin
http://www.patientenbeauftragter.de/ind ... nsequenzen

+++

Aus Forum:
viewtopic.php?f=5&t=12914

Studie zeigt: Große Gehaltsunterschiede in der Pflege
Altenpfleger verdienen in allen Bundesländern deutlich weniger als Pflegefachkräfte in Krankenhäusern.
Das ist das Ergebnis einer Untersuchung im Auftrag des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung,
Karl-Josef Laumann (CDU), die heute vorgestellt wird.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=877 ... ege&n=4001

+++

Faire und gerechtere Gehälter für Pflegefachpersonen deutschlandweit!

Der DBfK begrüßt die durch die Untersuchung im Auftrag von Staatssekretär Laumann hergestellte Transparenz zur Gehältersituation in der Pflege in Deutschland. „Die gravierenden Unterschiede waren bekannt, wurden jetzt aber erstmals systematisch dokumentiert und analysiert“, sagt Franz Wagner, Bundesgeschäftsführer des DBfK. Es ist sachlich nicht nachzuvollziehen warum es derart große Unterschiede zwischen Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten sowie zwischen Ost- und Westdeutschland gibt, so Wagner weiter. Angesichts der vergleichbaren Verantwortung quer über alle Arbeitsbereiche der Pflege und 25 Jahre nach der Vereinigung müsse das aufhören. Auch die Benachteiligung von Frauen bei den Gehältern sei im Frauenberuf Pflege nicht akzeptabel.
Gründe für die Unterschiede sind nicht nur verschiedene Tarifabschlüsse, denn vielfach gibt es gar keine Tarifverträge. Ein großes Problem stellen vor allem im Bereich der Pflegeheime und der ambulanten Pflegedienste, die mit den Kostenträgern verhandelten Leistungsvergütungen dar. Nach geltendem Recht kann bei Pflegeheimen die tarifliche Vergütung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den Pflegekassen als unwirtschaftliches Handeln ausgelegt werden. Das soll jetzt gesetzlich geändert werden – nach Ansicht des DBfK ein wichtiger Schritt für eine bessere und gerechtere Bezahlung. In den Krankenhäusern entscheidet oft die Trägerart über bessere oder schlechtere Gehälter. Neben Stellenabbau in der Pflege ist das ein probates Mittel, um Einsparungen vorzunehmen.
Der einzig positive Effekt des Personalmangels ist, dass Pflegefachpersonen in der Verhandlung mit Arbeitgebern durchaus Chancen haben, bessere Bedingungen für sich herauszuholen. Übertarifliche Leistungen sind schon heute weit verbreitet.
Der hohe Teilzeitanteil in der Pflege stellt – soweit es sich um nicht frei gewählte Teilzeit handelt – ein großes Potenzial für den bestehenden Personalmangel dar. Allerdings müssen sich dazu zuerst Arbeitsbedingungen deutlich verbessern. Dazu gehört - fast paradox klingend - eine Verbesserung der Stellenpläne. Nur wenn es mehr Stellen gibt, das heißt, die einzelne Pflegefachperson weniger Patienten oder Bewohner versorgen muss, wird es wieder attraktiver, mehr Stunden pro Woche zu arbeiten. Denn die Teilzeit ist eine verbreitete Selbstschutzreaktion von völlig überlasteten Pflegefachpersonen. Allerdings muss auch an der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf gearbeitet werden.

Pflege ist eine personenbezogene Dienstleistung, die wegen der existenziellen Erfahrungen, der Vulnerabilität und Individualität der betreuten Klienten ein hohes Maß an Verantwortung und Einsatz erfordert. Das muss sich auch im Gehalt widerspiegeln. Eine Verbesserung der Situation der Pflegenden erfordert abgestimmtes Handeln von Politik, Berufsverbänden, Arbeitgebern und Gewerkschaften.
Kritisch sieht der DBfK an der Studie, dass zum Vergleich u.a. die Baubranche herangezogen wurde. Darüber hinaus ist die Allgemeingültigkeit und Übertragbarkeit der Befunde – z.B. beim Vergleich mit Durchschnittsgehältern - beschränkt durch die Eingrenzungs- und Ausschlussverfahren bei der Berechnung sowie die zugrundeliegenden Berechnungsmethoden. Das mindert allerdings nicht die Aussagekraft hinsichtlich der Varianzen.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
http://www.dbfk.de

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage http://www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 27.01.2015
Susanne Adjei | Sozialmanagerin | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
adjei@dbfk.de| http://www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-11 | Fax 030-219157-77
Umsatzsteuer Id.-Nr. DE 114235140

+++ Anmerkung der Moderation: +++

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Foto: Werner Schell und Hermann Gröhe beim Pflegetreff am 13.05.2014 in Neuss

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk macht seit Jahren auf die Notwendigkeit, die Vergütungen in der Pflege anzuheben, aufmerksam. Siehe dazu:
--- Statement vom 13.05.2014 - dem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe beim Neusser Pflegetreff übergeben:
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... se2014.pdf
--- Stellungnahme zu den Eckpunkten für eine Pflegereform 2011 vom 05.07.2011:
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 072011.pdf
In diesen Ausführungen hat Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk auch deutlich gemacht, dass für alle Pflegesysteme bundeseinheitlich geltende Personalbemessungssysteme benötigt werden. Nur so kann der Pflegenotstand aufgelöst werden.


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BeitragVerfasst: 28.01.2015, 12:09 
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Palliative Pflege schwerstkranker, unter Demenz leidender oder sterbender alter Menschen braucht Zeit und Personal: DGP unterstreicht Forderung nach angemessener Personalausstattung und fairer Bezahlung in den Pflegeberufen

Berlin, 28.01.2015. „Die Verantwortlichen auf allen Ebenen sind aufgefordert, durch eine angemessene Personalausstattung in Pflegeheimen, faire Vergütung und Bürokratieabbau für attraktivere Arbeitsbedingungen in der Pflege zu sorgen.“ Diesen wichtigen Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe anlässlich 20 Jahren Pflegeversicherung unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) ausdrücklich: Die genannten Forderungen sind sowohl für unser Gesundheitssystem und die Zukunft des Pflegeberufs wegweisend, vor allem aber auch für die Palliativpflege von höchster Bedeutung.
Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der multiprofessionellen Fachgesellschaft mit rund 1.500 Mitgliedern allein aus der Pflege, betonte heute bei einer internationalen Fachtagung zur „Palliativversorgung von Menschen mit schwerster Demenz“ im Bundesfamilienministerium, dass insbesondere die Demenzerkrankung stärker als lebensverkürzende Erkrankung wahrgenommen werden müsse. Diese Sicht führe zu einem anderen und vorausschauenden Umgang mit einer unweigerlich eintretenden Verschlechterung sowie dem Sterben und dem Tod eines alten Menschen.

Die palliative Pflege von Menschen mit Demenz oder in hohem Alter ist geprägt von hohem Zeit- und Personalaufwand. „Eine Pflegekraft, die im Nachtdienst eines Altenpflegeheims allein für insgesamt 60 bis 80 pflegebedürftige Bewohner zuständig ist, kann sich beim besten Willen nicht mit der notwendigen Zuwendung um einen sterbenden Patienten kümmern.“ erklärte Katja Goudinoudis, Sprecherin der Sektion Pflege und Vorstandsmitglied in der DGP.

Pflegende nehmen in der Versorgung von Palliativpatienten eine tragende Rolle ein. Durch den engen Kontakt zum Patienten und seinen Angehörigen nehmen sie Bedürfnisse, Symptome, Verluste und Leiderfahrungen wahr und leiten notwendige Maßnahmen ein. Hierdurch können schwerstkranke und sterbende Patienten insbesondere im Alltag ein hohes Maß an Lebensqualität und eigenen Ressourcen zurückgewinnen oder zumindest erhalten.

Jedoch arbeiten Pflegende aufgrund der emotionalen Anforderungen und der hohen Arbeitsdichte oft an ihrer Belastungsgrenze und nicht selten darüber hinaus. Es ist deshalb dringend geboten, den Pflegeberuf aufzuwerten und seine Attraktivität zu erhöhen, um so auch die Palliativpflege zu stärken. Welche konkreten Anforderungen an die Personalausstattung zur Gewährleistung einer angemessenen Palliativpflege alter und kranker Menschen zu stellen sind, ist Gegenstand einer heute veröffentlichten Stellungnahme der DGP.

Es muss dafür Sorge getragen werden, so Prof. Dr. Lukas Radbruch bei der heutigen Fachtagung „Palliative Care und Demenz – Bedürfnisgerechte Versorgung von Menschen mit schwerer Demenz in der stationären Altenhilfe“, dass die Pflege und insbesondere die Pflege schwerstkranker und sterbender hochbetagter Menschen durch Vorgaben zur personellen Ausstattung leistbar wird. Dazu gehören eine exzellente Ausbildung der Pflegekräfte, die rechtliche und öffentliche Anerkennung der bereits ausgeübten Tätigkeiten in den unterschiedlichen Handlungsfeldern und eine entsprechende Honorierung.

Stellungnahme der DGP vom 28.1.2015: Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin unterstützt nachdrücklich Forderung des Bundesgesundheitsministers nach einer angemessenen Personalausstattung und fairen Bezahlung in den Pflegeberufen
http://www.dgpalliativmedizin.de/images ... pflege.pdf
„White paper on palliative care in dementia - recommendations from the EAPC“, seit 28.1.2015 auch auf Deutsch: Empfehlungen der EAPC zur Palliativversorgung und Behandlung älterer Menschen mit Alzheimer oder anderen progressiven Demenzerkrankungen
http://www.dgpalliativmedizin.de/images ... lation.pdf

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP) steht als wissenschaftliche Fachgesellschaft für die interdisziplinäre und multiprofessionelle Vernetzung. Ihre rund 5.000 Mitglieder aus Medizin, Pflege und weiteren Berufsgruppen engagieren sich für eine umfassende Palliativ- und Hospizversorgung in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Im Zentrum steht die bestmögliche medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Behandlung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen. Gemeinsames Ziel ist es, für weitgehende Linderung der Symptome und Verbesserung der Lebensqualität zu sorgen - in welchem Umfeld auch immer Betroffene dies wünschen. http://www.palliativmedizin.de

Quelle: Pressemitteilung vom 28.01.2015
Kontakt: Karin Dlubis-Mertens, Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), redaktion@palliativmedizin.de, Tel: 030 / 30 10 100 13

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BeitragVerfasst: 29.01.2015, 11:44 
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Pflegebeauftragter stellt Studie vor - und gibt Verantwortung ab / Laumann-Untersuchung zu Gehaltsunterschieden in der Pflege

Berlin (ots) - Die vom Pflegebevollmächtigten Karl-Josef Laumann am 27. Januar 2015 vorgestellte Studie zeigt, dass auch in der Altenpflege Gehälter gezahlt werden, die den Vergleich mit vielen anderen Ausbildungsberufen bestehen. Es werden aber auch erhebliche Gehaltsunterschiede zwischen Beschäftigten in der Altenpflege und denen in Krankenhäusern deutlich.

Dazu Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa): "Der angenommene Gehaltsunterschied der Beschäftigten in der Altenpflege von 18 bis 20 Prozent zu denjenigen in den Krankenhäusern ist heute und in Zukunft nicht zu begründen. Wenn hier eine Angleichung gewünscht ist, müssen sich insbesondere die Kostenträger erklären. Um den Gehaltsunterschied aufzuholen, werden höhere Leistungen aus der Pflegeversicherung benötigt. Zudem wird eine deutlich höhere Belastung der Sozialhilfeträger unausweichlich sein. Ganz besondere Überzeugungsarbeit wird aber notwendig sein bei den pflegebedürftigen Menschen und ihren zahlungspflichtigen Angehörigen. Ihnen muss seitens der Politik klar gesagt werden, dass sie die Hauptlast tragen müssen, wenn eine deutliche Aufwertung der Altenpflege erreicht werden soll. Zudem muss die Politik sich klar von der im 1. Pflegestärkungsgesetz verankerten Billigpflege aus Osteuropa und den aktuell eingeführten, nach Landesrecht anerkannten Leistungserbringern ohne Pflegemindestlohn distanzieren."

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) bildet mit mehr als 8.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 260.000 Arbeitsplätze und circa
20.000 Ausbildungsplätze (siehe http://www.youngpropflege.de oder auch http://www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 20,6 Milliarden Euro.

Quelle: Pressemitteilung vom 29.01.2015 bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.
Pressekontakt: Für Rückfragen: Herbert Mauel, Bernd Tews, Geschäftsführer, Tel.:
030-30878860, http://www.bpa.de

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BeitragVerfasst: 30.01.2015, 12:49 
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Bundesweiter Tarif statt unfairer Vergütung

Freiburg, 30.01.2015 // Wie zu erwarten, hat die aktuelle Studie des
Pflegebeauftragten der Bundesregierung zur Entlohnung in den
Pflegeberufen eine große Varianz der Pflegevergütung offengelegt.
Als probates Mittel gegen unfaire Vergütungen in der Pflege fordert die
Caritas Altenhilfe schon seit langem eine bundesweite Refinanzierung
von Tariflöhnen.
Wenn nun der Pflegebeauftragte Karl Josef Laumann fordert, flächendeckende
Tariflöhne für Pflegekräfte einführen zu wollen, dann deckt sich das eins zu
eins mit der Praxis der caritativen Einrichtungen der Altenhilfe.
Seit Jahrzehnten bezahlt die Caritas ihre Mitarbeitenden nach einem eigenen
Tarifwerk, welches bundesweit eine faire Entlohnung für die unterschiedlichen
Dienste in der Altenhilfe und Pflege sicherstellt. Die in der Studie des
Bundesministeriums für Gesundheit offengelegten massiven Lohnspreizungen
gibt es bei der Caritas deshalb nicht.
Allerdings haben die ambulanten Pflegedienste der Caritas zunehmend
Probleme, ihre Einrichtungen bei der Zahlung dieser Tariflöhne kostendeckend
zu führen. Immer wieder wird ihnen in Vergütungsverhandlungen die
Refinanzierung von Tarifsteigerungen verweigert mit dem Hinweis auf die
Beitragssatzstabilität der Krankenversicherung.
Vor diesem Hintergrund haben Ende Oktober 2014 Träger der caritativen und
diakonischen Sozialstationen in Baden eine Petition an den Deutschen
Bundestag gerichtet, um die Zahlung von Tariflöhnen per Gesetz als
wirtschaftlich anerkennen zu lassen.
Unterstützt vom Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. (VKAD)
und dem Deutschen Evangelischen Verband für Altenarbeit und Pflege e.V.
(DEVAP) haben sie in den vergangenen Wochen bundesweit 60.000
Unterschriften gesammelt, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen.
In einer öffentlichen Anhörung am 23. März 2015 wird der Petent Rupert Niewiadomski,
Geschäftsführer der Katholischen Sozialstation Freiburg im Breisgau GmbH, vor dem
Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages seine Forderung erneut begründen.
Der Vorsitzende des VKAD, Hanno Heil, fordert die Politik auf: „Den skandalös unfairen
Bezahlungen von Pflegekräften in Deutschland muss umgehend ein Ende gesetzt werden.
Die Anwender von Tariflöhnen dürfen im Wettbewerb nicht benachteiligt werden“.

Kontakt:
Hanno Heil
Vorsitzender des VKAD
Telefon: 0173/ 3155289
E-Mail: heil.vkad@googlemail.com

Der Verband:
Der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. (VKAD) ist ein bundesweit tätiger und
selbstständiger Fachverband für die Altenhilfe innerhalb des Deutschen Caritasverbands mit Sitz in
Freiburg im Breisgau. Der VKAD vertritt die Interessen seiner über 1.200 Mitgliedseinrichtungen
durch politische Lobbyarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und fachliche Expertise in enger Kooperation mit
dem Deutschen Caritasverband.
Die Petition 55560 “Gesundheitsfachberufe - Angemessene Vergütung für Pflegekräfte“ ist
erreichbar unter: https://epetitionen.bundestag.de/petiti ... 60.nc.html

Quelle: Pressemitteilung vom 30.01.2015
Andreas Leimpek-Mohler
Geschäftsführer
i. A. Rita Pfaff
Sekretariat
Verband katholischer Altenhilfe
in Deutschland e.V.
Karlstr. 40
79104 Freiburg
Tel. 0761 200-459
Fax 0761 200-710
mailto: Rita.Pfaff@caritas.de
http://www.verband-katholische-altenhilfe.de

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BeitragVerfasst: 26.02.2015, 16:20 
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Registriert: 18.05.2003, 23:13
Beiträge: 15835
Bündnis für Gute Pflege: Mitglieder, Unterstützer
Mitteilung vom 26.02.2015


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie auf eine aktuelle Veröffentlichung der Friedriche Ebert Stiftung zur sozialen Sicherung von Beschäftigten im Sozialsektor
(u. a. der Pflegeberufe) aufmerksam machen. Einen Link zur Studie finden Sie hier: http://www.awo-informationsservice.org/ ... ialsektor/ .
Diese Studie ergänzt die ebenfalls aktuelle Studie zu den Löhnen in der Pflege des Pflegebeauftragten der Bundesregierung, StS Laumann,
sicherlich sehr gut ( http://www.patientenbeauftragter.de/ind ... nsequenzen ).

Mit freundlichen Grüßen,
i. A.
Claus Bölicke
Leiter der Abteilung Gesundheit, Alter und Behinderung
Telefon: +49 30 26 309 -161
Fax: +49 30 26 309 32-161
Mobil: +49 172 561 59 53
claus.boelicke@awo.org
http://www.awo.org
AWO Bundesverband e. V., Blücherstraße 62 - 63, 10961 Berlin
Eingetragen im Vereinsregister des Amtsgerichts Charlottenburg VR 29346 B
Bundesvorstand: Wolfgang Stadler (Vorsitzender), Brigitte Döcker, Martina Arends
Vorsitzender des Präsidiums: Wilhelm Schmidt

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 Betreff des Beitrags: Vergütungen in der Krankenpflege
BeitragVerfasst: 23.03.2015, 18:54 
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Vergütungen in der Krankenpflege
Petitionsausschuss

Berlin: (hib/HAU) Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sieht derzeit keinen Grund für gesetzliche Regelungen hinsichtlich der Vergütungen in der häuslichen Krankenpflege. Während einer öffentlichen Sitzung des Petitionsausschusses am Montag verwies Gröhe auf das im Bereich der Leistungserbringung der Krankenversicherung übliche Vertragsprinzip, bei dem Vergütungssätze zwischen Leistungserbringern und Kostenträger verhandelt werden. Dieses Prinzip habe sich bewährt, nicht zuletzt da es auch die Möglichkeit enthalte, eine Schiedskommission anzurufen, sagte der Minister.
Gröhe stellte sich damit gegen die von Rupert Niewiadomski, Geschäftsführer der Kirchlichen Sozialstation Freiburg, in einer Petition erhobene Forderung nach einer Neuregelung im 5. Sozialgesetzbuch. In Paragraf 132a Absatz 2 soll nach Satz 5 entsprechend den Vorstellungen des Petenten neu eingefügt werden: „Die Vergütung muss einem Pflegedienst bei wirtschaftlicher Betriebsführung ermöglichen, seine Aufwendungen zu finanzieren und seinen Versorgungsauftrag zu erfüllen. Die Bezahlung tarifvertraglich vereinbarter Vergütungen sowie entsprechender Vergütungen nach kirchlichen Arbeitsrechtsregelungen kann dabei nicht als unwirtschaftlich abgelehnt werden.“
Die Änderung sei nötig, so Niewiadomski, weil die Tarife für die Mitarbeiter in der häuslichen Krankenpflege um 19,2 Prozent gestiegen seien, die Krankenkassen mit dem Verweis auf ihre Pflicht zur Beitragssatzstabilität jedoch nur 12 Prozent zusätzlich zahlten. Konsequenz dieser Tarifschere sei, dass die Mitarbeiter in der gleichen Zeit mehr Patienten versorgen müssen. „Das geht zu Lasten der Patienten und auch zu Lasten der Gesundheit der Mitarbeiter“, sagte der Petent.
Aus Sicht des Gesundheitsministers ist es jedoch schon jetzt oberste Rechtsprechung des Bundessozialgerichts, dass Krankenkassen die Zahlung von Tariflöhnen mit dem Verweis auf Unwirtschaftlichkeit „so ohne Weiteres“ nicht ablehnen dürften. Das würde auch in den Verhandlungen Berücksichtigung finden, sagte er. Falls nicht, könne immer noch ein Schiedsgericht angerufen werden.
Petent Niewiadomski plädierte dennoch für eine gesetzliche Klarstellung. In dem ihm bekannten Fall, als es in Baden-Württemberg zu einem Schiedsgerichtsverfahren gekommen sei und dieses mit einer Bejahung des Vergütungsanspruchs beendet wurde, habe die Krankenkasse „reflexartig“ das Sozialgericht angerufen. Dies zeige: „Die Anwendung des Rechts ist für uns sehr mühsam. Eine gesetzliche Klarstellung hingegen würde die Kassen binden, die Tarife auch zu bezahlen“, sagte der Petent. Im Übrigen sei es auch „nicht nachvollziehbar“, warum Tarife aus der Pflegeversicherung, entsprechend der gesetzlichen Regelung im Pflegestärkungsgesetz, in voller Höhe durch die Kostenträger übernommen würden, Tarife aus der Krankenversicherung jedoch nicht.
Als Erklärung für diese unterschiedliche Regelung verwies Minister Gröhe auf die deutlich schlechtere Bezahlung in der Altenpflege, die ein gesetzliches Handeln nötig gemacht hätte. Was den Krankenpflegebereich angeht, so wiederholte er, dass es klare rechtliche Vorgaben und eine entsprechende Rechtsprechung gebe. Der Behauptung, dass die Vorgaben nicht eingehalten werden, wolle er gerne nachgehen, sagte der Minister zu und kündigte an: „Wir werden selbstverständlich hier weiter hinschauen und nötigenfalls auch die Konsequenzen ziehen.“

Quelle: Mitteilung vom 23.03.2015
Deutscher Bundestag
Parlamentskorrespondenz, PuK 2
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel.: +49 30 227-35642, Fax +49 30 227-36001
E-Mail: vorzimmer.puk2@bundestag.de

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 Betreff des Beitrags: Gröhe kündigt Gespräche an
BeitragVerfasst: 26.03.2015, 11:52 
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Gröhe kündigt Gespräche an

Berlin, Freiburg 26.3.2015 // Die öffentliche Sitzung des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages am 23. März 2015 begann mit einer Überraschung. Zur Beratung des Ausschusses über die Petition „Angemessene Vergütung für Pflegekräfte“ erschien Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe persönlich. Die Teilnahme von Ministern an Sitzungen des Petitionsausschusses ist nicht selbstverständlich. Sie unterstreicht die Bedeutung der behandelten Thematik.
Der Minister verfolgte mit großem Interesse die Einführung in das Anliegen durch den Petenten Herrn Rupert Niewiadomski, Geschäftsführer der Katholischen Sozialstation Freiburg im Breisgau GmbH und Mitglied im Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. (VKAD). Niewiadomski forderte, im 5. Sozialgesetzbuch im Paragraf 132 a Absatz 2 eine klarstellende Regelung neu einzufügen. Auslöser für die Petition ist die Haltung der Krankenkassen, in den Vergütungsverhandlungen für Leistungen in der häuslichen Krankenpflege die Bezahlung von Tariflöhnen nicht ausreichend zu berücksichtigen. Immer mehr Sozialstationen schreiben deshalb rote Zahlen.
Der Bundesgesundheitsminister stellte sich zunächst gegen die Forderung des Petenten. Gröhe sieht derzeit keinen Grund für gesetzliche Änderungen. Die Argumentationslinie des Ministers, dass die heute bestehenden Schlichtungsmöglichkeiten, Anrufung einer Schiedsperson und Beschreitung des Rechtsweges, ausreichend seien, überzeugte den Petenten jedoch nicht. Er wies auf die lange Zeitdauer dieser Verfahren und die in dieser Zeit anwachsenden finanziellen Belastungen der Stationen hin.
Diese dürften nicht weiter durch Arbeitsverdichtung und Substanzverzehr kompensiert werden.
Eine Klarstellung schaffe dagegen Rechtssicherheit und Einfachheit. Denn, wie auch der Minister betont hatte, gilt auch für die häusliche Krankenpflege, dass nach der gängigen Rechtsprechung tarifliche Entlohnungen als wirtschaftlich anzuerkennen sind.
Auch Mitglieder des Petitionsausschusses standen der Auffassung des Ministers kritisch gegenüber und fragten, warum die jetzt schon im 11. Sozialgesetzbuch vorhandene, vergleichbare Regelung nicht auch in das 5. Sozialgesetzbuch übernommen werden kann. Betont wurde auch, dass die künftigen Herausforderungen der häuslichen Pflege nur mit einer angemessenen Entlohnung der Pflegenden gemeistert werden können.
Im Angesicht der geschilderten Belastungen der Sozialstationen und der komplexen Problemlage äußerte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe die Absicht, sowohl mit der Seite der Krankenversicherungen wie auch mit der Seite der Wohlfahrtsverbände Gespräche zu führen. Die beiden kirchlichen Fachverbände, Deutscher Evangelischer Verband für Altenarbeit und Pflege e.V. (DEVAP) sowie der VKAD, sehen als Unterstützer der Petition diesem Gesprächsangebot mit großem Interesse entgegen.

Quelle. Pressemitteilung vom 26.03.2015
Herausgegeben vom
Verband katholischer Altenhilfe
in Deutschland e. V.
Fachverband im Deutschen Caritasverband
Geschäftsstelle
Postfach 420 · 79004 Freiburg i. Br.
Karlstraße 40 · 79104 Freiburg i. Br.
Lorenz-Werthmann-Haus
Telefon-Durchwahl (0761) 200-460
Telefax (0761) 200-710
V.i.S.d.P.: Andreas Leimpek-Mohler
vkad@caritas.de
http://www.verband-katholische-altenhilfe.de

Kontakt:
Hanno Heil, Vorsitzender VKAD
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Der Pflegenotstand mit mangelnden Zuwendungsmöglichkeiten und Patientengefährdungen - rund um die Uhr - ist seit vielen Jahren bekannt. Darstellungen der entsprechenden Fakten und Forderungen für eine umfassende Pflege- bzw. Gesundheitsreform wurden von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk bereits wiederholt veröffentlicht - am 13.05.3014 dem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe persönlich übergeben und weiter nachlesbar unter > http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... se2014.pdf - Es erscheinen vor allem bundeseinheitlich geltende Personalbemessungssysteme und deutlich angehobene Vergütungen erforderlich! - Die pflegerische Versorgung nur während der Nachtzeit zu verbessern, ist keine wirkliche Lösung. Denn die Dienstkräfte, die vermehrt in der Nacht eingesetzt werden, fehlen am Tag. Nein, der Pflegenotstand muss grundlegend angegangen werden. Alles ist andere ist eine Art Flickschusterei.- Der Pflegetreff am 14.04.2015 in Neuss-Erfttal befasste sich in diesem Sinne erneut mit dem Pflegesystem und dem Pflegenotstand > viewtopic.php?f=7&t=20569 - Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk wirbt seit geraumer Zeit dafür, endlich ein Aktionsbündnis für menschenwürdige Pflege zu gestalten und lädt bereits jetzt zum Pflegetreff am 21.10.2015 ein. > viewtopic.php?f=7&t=20711

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BeitragVerfasst: 05.06.2015, 06:47 
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"Je besser ich mit meinen Mitarbeitern umgehe,
desto größer ist ihre Bereitschaft, gut zu arbeiten".

Zitat Wolfgang Grupp (73), Unternehmer (Trigema), in Rheinischer Post / NGZ am 04.06.2015


Diese Handlungsmaxime muss entsprechend für die Heimträger und ihre Führungskräfte gelten.
Wertschätzung und Anerkennung für die Pflegekräfte muss von allen Beteiligten tatsächlich gelebt werden!
Siehe dazu zahlreiche Beiträge von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk - u.a.

> viewtopic.php?f=3&t=18752&hilit=Wertsch%C3%A4tzung

Hinweise im Forum von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk > viewtopic.php?f=7&t=18545&hilit=Nachtcaf%C3%A9

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BeitragVerfasst: 17.10.2015, 06:43 
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Am 16.10.2015 bei Facebook gepostet:

Patienten beklagen Zeitmangel in Kliniken … fehlende Wertschätzung, Barrieren in der Praxis (Quelle: Ärzte Zeitung vom 16.10.2015). Dazu Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk: Solche Erkenntnisse sind nicht neu. Sie haben einfach damit zu tun, dass "Zeit", Zuwendung, nicht finanziert wird. Es gibt in den Krankenhäusern im Wesentlichen die "Fallpauschalen", und die allein bringen Geld in die Kasse. Alles andere ist unwirtschaftlich. In den Arztpraxen mangelt es ebenfalls an Zeit. Auch dort wird die Zuwendung nicht angemessen honoriert. Ich fordere daher seit den 1980er Jahren mehr "sprechende Medizin" mit entsprechender Vergütung. Die jetzigen Regeln, Fallpauschalen usw., sind allein der Ökonomie geschuldet und liegen nicht im Patienteninteresse. Dies muss den politisch Verantwortlichen ständig verdeutlicht werden. Die Bürgerinnen kennen ja die Missstände. - Weitere Hinweise unter: viewtopic.php?f=2&t=19612&p=88551&sid=9dd3aa464fab0e0a1bdce19687dcc5b9#p88551

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BeitragVerfasst: 30.12.2015, 07:34 
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Ärzte Zeitung vom 30.12.2015:
Nachwuchsmangel: Laumann trommelt für Pflegeberufe
Pflegebevollmächtiger der Bundesregierung fordert höhere Löhne für nicht akademische Gesundheitsberufe.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=902 ... ege&n=4701

Anmerkung der Moderation:
"Trommeln" reicht nicht. Das interessiert so niemanden. Die Tarifvertragsparteien sind gefordert!
Die politisch Verantwortlichen sollten sich endlich um deutlich bessere Stellenschlüssel kümmern.
Das bloße Gerede davon ist nicht ausreichend
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BeitragVerfasst: 06.12.2016, 09:07 
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Institut Arbeit und Technik
der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen – Bocholt – Recklinghausen
Pressemitteilung vom 5. Dezember 2016


Löhne in Altenpflege oft niedrig und mit hohen regionalen Unterschieden - Trägerübergreifende Qualitäts- und Verantwortungsgemeinschaften stärken!
IAT-Studie untersuchte regionale Entwicklungspfade überbetrieblicher Arbeitsbeziehungen in der Care-Arbeit


Pflegerische Versorgung in Deutschland sollte kleinräumiger geplant und organisiert werden. Damit Verbesserungen für Pflegebedürftige und Angehörige nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen, sind neue Strategien zur Aufwertung der Pflegearbeit vor Ort notwendig.

Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung von Arbeit in der Altenpflege steigt, gleichzeitig bleiben jedoch die Entgelte niedrig und driften zudem noch zwischen den Regionen auseinander. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Expertise, die das Institut Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) erstellt hat. „Ohne Zweifel wurde in den vergangenen Jahren die Effizienz in der Altenpflege deutlich gesteigert, dies wurde jedoch nicht selten durch mehr regionale, berufsgruppen- und qualifikationsspezifische Ungleichheiten bei Entgelten und Arbeitsbedingungen erkauft“, kritisiert die IAT-Forscherin Michaela Evans.
Bereits heute gibt es Regionen, in denen das Entgeltniveau der Pflege nicht nur deutlich unter den mittleren Löhnen aller Berufe in Deutschland, sondern auch unter den durchschnittlichen Einkommen, den Bruttomedianentgelten, in der Altenpflege selbst liegt. Das gilt etwa für Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein oder Berlin. Und auch bei der Tarifstreuung in der Sozialwirtschaft insgesamt gibt es regional riesige Unterschiede: In Bayern realisieren freigemeinnützige Träger mit dem niedrigsten Entgelt (gezahlte Entgelte pro geleisteter Arbeitsstunde) immerhin noch 78,1 Prozent des Trägers mit dem höchsten Entgelt, in Baden-Württemberg noch 66,8 Prozent. In Niedersachsen dagegen werden nur noch 60,8 Prozent des höchsten gezahlten Entgelts erreicht, in Bremen sind es sogar nur 58,9 Prozent.
Die Entwicklungsdynamik von Pflegemärkten und Entgelten in der Altenpflege differiert je nach Region: In Teilen Bayerns, Baden-Württembergs oder Nordrhein-Westfalens werden derzeit hohe Pflegesätze realisiert, tradierte Anbieter können mit gesicherten Marktanteilen noch ein im regionalen Vergleich hohes Tarifniveau sicherstellen. Demgegenüber gibt es Teilregionen in Berlin, Thüringen oder in Hessen, in denen tradierte Anbieter erhebliche Marktanteile eingebüßt haben, aus den teuren Tarif- bzw. Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR)-Strukturen aufgrund des Preisdrucks aussteigen und sich neue Tarifpartner suchen.
Schließlich gibt es Regionen mit einer sehr vielfältigen und kleinteiligen Tarif-/AVR-Landschaft. Hier dominiert der „tarifpolitischer Häuserkampf“ mit relativ niedrigen Pflegesätzen, erheblichem Preisdruck unter den Anbietern bei einem im interregionalen Vergleich niedrigen Tarifniveau. Weil es in solchen Regionen zunehmend schwierig wird, leistungsfähiges Personal einzustellen und zu halten, gewinnen hier neuerdings „Bündnisse des letzten Augenblicks“ sowie neue, trägerübergreifende Tarifarrangements an Bedeutung. Beispiele hierfür finden sich in Niedersachen, Bremen, aber auch in Baden-Württemberg ist kürzlich ein „Bündnis für Tariftreue“ entstanden. „Für regionale Fachkräftestrategien in der Altenpflege stellen solche trägerübergreifenden Qualitäts- und Verantwortungsgemeinschaften eine wichtige Option dar, insbesondere vor dem Hintergrund des Pflegestärkungsgesetzes III“, stellt Michaela Evans fest.
„Die Ergebnisse der Studie verweisen darauf, dass einige Pflegeregionen in Deutschland drohen tarifpolitisch abgehängt zu werden“, warnt die IAT-Forscherin. Hier müsse beobachtet werden, wie sich künftig das Zusammenspiel von Pflegemärkten, Entgeltstrukturen und Arbeitsbedingungen entwickelt. Ein entsprechendes Monitoringsystem für die Altenpflege ist aber derzeit nicht in Sicht.
Eine zentrale Ursache der regionalen Fragmentierung sieht Evans darin, dass Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen in der Altenpflege im Vergleich mit anderen Wirtschaftsbranchen weder historisch, programmatisch noch in ihren Handlungsroutinen darauf eingestellt sind, Arbeitsbedingungen und Entgelte flächendeckend zu verhandeln und durchzusetzen. Es braucht dringend neue Wege, die Pflegebranche bei solchen neuen Wegen vor Ort für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen zu unterstützen. Hierfür muss nicht nur ein Ruck durch die Branche gehen, hier ist am Ende auch die Politik gefordert.
Zum Hintergrund:
Auf dem Pflegemarkt in Deutschland gibt es rund 13.000 Pflegeheime und 12.700 ambulante Pflegedienste. Rund 320.000 Beschäftigte sind in ambulanten Pflegediensten, 685.500 Beschäftigte in den Pflegeheimen in Deutschland tätig. In den ambulanten Pflegediensten liegt der Anteil weiblicher Beschäftigter bei 87 Prozent, wobei 36 Prozent des Personals der Alterskategorie „50 Jahre und älter“ zuzurechnen sind. Mehr als zwei Drittel der Pflegebedürftigen, rund 1,86 Millionen Menschen, werden zu Hause von Angehörigen versorgt.
Weitere Informationen:
Evans, Michaela 2016: Arbeitsbeziehungen der Care-Arbeit im Wandel. Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung. WISO-Diskurs, Nr. 23/2016. ISBN 978-3-95861-614-1 PDF
Michaela Evans, Tel.: 0209/1707-121, evans@iat.eu >>> http://library.fes.de/pdf-files/wiso/12940.pdf

Unter http://iat.eu/presse/2016/loehne-in-alt ... 22016.html stehen zwei Grafiken zu den Entgeltunterschieden nach Bundesländern zur Verfügung.

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Claudia Braczko
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut Arbeit und Technik
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45886 Gelsenkirchen
Telefon: 0209/1707-176
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BeitragVerfasst: 09.12.2016, 07:32 
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Am 09.12.2016 bei Facebook gepostet:
Löhne in Altenpflege oft niedrig und mit hohen regionalen Unterschieden - Trägerübergreifende Qualitäts- und Verantwortungsgemeinschaften stärken! IAT-Studie untersuchte regionale Entwicklungspfade überbetrieblicher Arbeitsbeziehungen in der Care-Arbeit. Pflegerische Versorgung in Deutschland sollte kleinräumiger geplant und organisiert werden. Damit Verbesserungen für Pflegebedürftige und Angehörige nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen, sind neue Strategien zur Aufwertung der Pflegearbeit vor Ort notwendig.
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