Ortsübliche Vergütung in der Pflege kann starten

Arbeits- und Arbeitsschutzrecht, Allgemeine Rechtskunde (einschließlich Staatsrecht), Zivilrecht (z.B. Erbrecht)

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Ortsübliche Vergütung in der Pflege kann starten

Beitrag von WernerSchell » 28.09.2009, 10:52

Gemeinsame Pressemitteilung von BMG und Verdi:
Ortsübliche Vergütung in der Pflege kann starten

Mit der Pflegereform 2008 wurde geregelt, dass zugelassene Pflegeeinrichtungen ihren Beschäftigten ortsübliche Löhne zahlen müssen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Bundesministerium für Gesundheit haben hierzu eine Interpretationshilfe entwickelt. Diese wurde nun Vertretern der Pflegeverbände und Pflegekassen sowie Gewerkschaftsvertretern vorgestellt.
Dazu Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt: „Ich finde es beschämend, wie schlecht die Arbeit in der Pflege manchmal bezahlt wird. Das ist einer wohlhabenden Gesellschaft nicht würdig. Ich will ordentliche Tariflöhne. Durch die Verpflichtung der Pflegeeinrichtungen zur Zahlung ortsüblicher Vergütungen haben die Kassen ein wirksames Instrument, Dumpinglöhne in der Pflege zu verhindern.“
ver.di Bundesvorstandsmitglied Ellen Paschke sagte: „Ortsübliche Vergütung soll zum Markenzeichen guter Pflegeeinrichtungen werden. Die Bundesgesundheits-ministerin hat Kassen und Pflegeeinrichtungen eine wichtige Umsetzungshilfe an die Hand gegeben. Wer Dumpinglöhne zahlt und Billigpflege anbietet, hat künftig keinen Anspruch mehr auf einen Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen.“

Quelle: Pressemitteilung vom 25.09.2009
http://www.bmg.bund.de/cln_169/SharedDo ... pflege.pdf

Anmerkung der Moderation:
In der nächsten Ausgabe von CAREkonkret wird ausführlich über die Interpretationshilfe informiert. - Mitteilung vom 28.09.2009
Vincentz Network, Hannover, http://www.vincentz.net
Zuletzt geändert von WernerSchell am 12.02.2010, 08:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Presse
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Pflege braucht Markt und Wettbewerb

Beitrag von Presse » 30.09.2009, 07:05

Pflege braucht Markt und Wettbewerb statt Reglementierung und Gleichschaltung
"Interpretationshilfe" der scheidenden Regierung zu ortsüblicher Vergütung in der Pflege


Mit der letzten Pflegereform wurde eine Regelung zur Zahlung ortsüblicher Vergütungen an die Beschäftigten in Pflegeeinrichtungen beschlossen. Dazu haben das Bundesgesundheitsministerium und das Bundesarbeitsministerium eine "Interpretationshilfe" entwickelt, die unmittelbar vor der Bundestagswahl vorgestellt wurde.

"Wir benötigen keine Regelung zur ortsüblichen Vergütung, die sittenwidrige Löhne verhindern soll; erst recht nicht, wenn gleichzeitig ein Mindestlohn für die Pflege in Kraft tritt. Wir sind überrascht, dass kurz vor Ende der Legislaturperiode eine 'Interpretationshilfe' in Umlauf gebracht wird, die Markt und Wettbewerb in der Pflege abschaffen soll und Einheitslöhne verspricht", so Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa), der über 6.200 private Pflegeeinrichtungen vertritt.

Nach den Vorstellungen des Bundesgesundheitsministeriums und des Bundesarbeitsministeriums müssten Pflegeeinrichtungen nachweisen, welche Gehälter konkurrierende Einrichtungen zahlen. Alleine bei dieser Sichtweise zeigt sich, dass eine solche Anforderung nicht umsetzbar wäre. Liegt ein Tarifvertrag vor und bestehen weitere vor Ort, werden die Tarifverträge für ungültig erklärt, die den örtlichen Durchschnittswert nicht repräsentieren. Da so nach jeder Ermittlung automatisch die unteren Tarifverträge ungültig werden, bleibt am Ende nur noch ein Einheitslohn übrig. Eine Spirale, die für Pflegebedürftige, den Sozialhilfeträger wie für die Pflegeeinrichtungen die Existenz gefährdet. Zudem würde massiv sowohl in den Wettbewerb als auch in die unternehmerischen Gestaltungsmöglichkeiten eingegriffen. Der bpa wird seine Mitgliedseinrichtungen notfalls auch im Rechtsstreit unterstützen.

"Eigentlich sind sich alle einig, dass gute Pflege mehr Zeit braucht. Mit der 'Interpretationshilfe' braucht die Pflege mehr Zeit für einen bürokratischen Irrsinn, der wieder einmal insbesondere zu Lasten der kleineren Einrichtungen geht", so Bernd Meurer. "Die Regelung zur ortsüblichen Vergütung wird durch die 'Interpretationshilfe' nicht besser. Sie löst vielmehr eine Kosten- und Bürokratielawine aus, die zu Lasten der Pflegebedürftigen, der Einrichtungen und der Sozialhilfeträger geht. Wir gehen davon aus, dass diese wahlkampfgeleitete 'Interpretationshilfe' nicht umgesetzt wird", so Bernd Meurer.

Quelle: Pressemitteilung vom 29.09.2009
Pressekontakt: Herbert Mauel, Bernd Tews, 030 / 30 87 88 60.

PflegeCologne
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Pflege braucht Menschen

Beitrag von PflegeCologne » 30.09.2009, 07:12

Presse hat geschrieben: .... Pflege braucht Markt und Wettbewerb statt Reglementierung und Gleichschaltung
"Interpretationshilfe" der scheidenden Regierung zu ortsüblicher Vergütung in der Pflege ....
Hallo,
wir brauchen vor allem mehr Pflegepersonal, das ordentlich bezahlt wird. Nur so können für gute Pflege gewährleisten. Der Staat ist m.E. sehr in der Pflicht, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, dass Pflege in der gewünschten Art und Weise bei den pflegebedürftigen Menschen ankommt. Ökonomisierung und Wettbewerb stehen dem wohl eher im Weg.
LB Grüße
Pflege Cologne
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thorstein
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Beitrag von thorstein » 03.10.2009, 22:52

Die Einlassungen von Herrn Meuerer sind kurz zusammengefasst. Teile der privaten Anbieter wollen weiterhin Lohndumping betreiben um ihren Gewinn zu sichern. Verkauft wird dies auch noch mit angeblichen Vorteilen für alle Beteiligten.

Die stationäre Altenpflege ist bei einer ordentlichen Bezahlung für gewinnorientierte Unternehmen nicht mehr interessant. Die Frage stellt sich daher: wollen wir eine vorzugsweise gemeinnützige stationäre Altenpflege, in der Tariflöhne gezahlt werden, oder wollen wir einen freien Markt, in dem sich die Anbieter mit den schlechtesten Löhnen durchsetzen.

Gaby Modig
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Mehr und gut bezahltes Personal

Beitrag von Gaby Modig » 10.10.2009, 07:12

Hallo,

ich habe mich schon mehrfach zu Wort gemeldet, muss es aber hier noch einmal tun:

Wir brauchen keine Mindestlöhne und keine ortsüblichen Löhne für gute Pflegearbeit. Wir brauchen endlich eine angemessene Vergütung für hochwertige Dienstleistungen am Menschen. Dazu muss es flächendeckend Tarifverträge oder andere Regelungen geben, die eine solche Entlohnung vorsehen. Darüber muss sich auch die Gesellschaft klar werden.
Wenn wir es nicht schaffen, ausreichend Pflegekräfte mit gerechten Vergütungen auf den Weg zu bringen, werden sich die Pflegesituationen weiter verschlechtern. Da können wir noch soviel prüfen und benoten, ohne mehr gut bezahltes Personal geht nichts.

MfG Gaby
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

Marlene Böttinger
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Mehr und gut bezahltes Personal

Beitrag von Marlene Böttinger » 14.10.2009, 13:05

Gaby Modig hat geschrieben:.... Wir brauchen keine Mindestlöhne und keine ortsüblichen Löhne für gute Pflegearbeit. Wir brauchen endlich eine angemessene Vergütung für hochwertige Dienstleistungen am Menschen. Dazu muss es flächendeckend Tarifverträge oder andere Regelungen geben, die eine solche Entlohnung vorsehen. Darüber muss sich auch die Gesellschaft klar werden.
Wenn wir es nicht schaffen, ausreichend Pflegekräfte mit gerechten Vergütungen auf den Weg zu bringen, werden sich die Pflegesituationen weiter verschlechtern. Da können wir noch soviel prüfen und benoten, ohne mehr gut bezahltes Personal geht nichts.
Ja, so ist es ! M.B .
Pflege braucht Zuwendungszeit!

KPHNeuss
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Re: Mehr und gut bezahltes Personal

Beitrag von KPHNeuss » 03.11.2009, 08:19

Gaby Modig hat geschrieben: ....
Wir brauchen keine Mindestlöhne und keine ortsüblichen Löhne für gute Pflegearbeit. Wir brauchen endlich eine angemessene Vergütung für hochwertige Dienstleistungen am Menschen. Dazu muss es flächendeckend Tarifverträge oder andere Regelungen geben, die eine solche Entlohnung vorsehen. Darüber muss sich auch die Gesellschaft klar werden.
Wenn wir es nicht schaffen, ausreichend Pflegekräfte mit gerechten Vergütungen auf den Weg zu bringen, werden sich die Pflegesituationen weiter verschlechtern. Da können wir noch soviel prüfen und benoten, ohne mehr gut bezahltes Personal geht nichts. ....
Hallo Gaby,
auch hier kann ich gerne zustimmen. Die Verbände und Gewerkschaften sind aufgerufen, sich deutlicher als bisher für die gute Pflege und eine gerechte Vergütung stark zu machen. Die Herumeierei mit Mindestlöhnen usw. muss aufhören. Pflege muss anständig bezahlt, bundesweit, und nicht nach "ortsüblichen" Gepflogenheiten. Pflege ist eine wichtige Dienstleistung am Menschen. Das muss uns etwas wert sein.
MfG KPH Neuss
Für eine uneingeschränkt gute Pflege müssen wir alle eintreten - die Verfassung enthält die entscheidenden Wertegrundsätze: Die Menschenwürde ist unantastbar!

Hildegard Kaiser
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Mehr Wert für die Pflege

Beitrag von Hildegard Kaiser » 05.11.2009, 10:48

Hallo Forum,
stimme mit Euch zu:
Die Verbände und Gewerkschaften sind aufgerufen, sich deutlicher als bisher für die gute Pflege und eine gerechte Vergütung stark zu machen. Die Herumeierei mit Mindestlöhnen usw. muss aufhören. Pflege muss anständig bezahlt, bundesweit, und nicht nach "ortsüblichen" Gepflogenheiten. Pflege ist eine wichtige Dienstleistung am Menschen. Das muss uns etwas wert sein.
LB Grüße
Hilde
Mehr Pflegekräfte = bessere Pflege!

Gerhard Schenker
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Mehr Wert für die Pflege

Beitrag von Gerhard Schenker » 26.11.2009, 09:50

Hildegard Kaiser hat geschrieben: ...
Die Verbände und Gewerkschaften sind aufgerufen, sich deutlicher als bisher für die gute Pflege und eine gerechte Vergütung stark zu machen. Die Herumeierei mit Mindestlöhnen usw. muss aufhören. Pflege muss anständig bezahlt, bundesweit, und nicht nach "ortsüblichen" Gepflogenheiten. Pflege ist eine wichtige Dienstleistung am Menschen. Das muss uns etwas wert sein. ´...
Möchte hier auch kurz eine Wortmeldung abgeben:
Lohndumping, Billiglöhne usw. nein danke! Wir brauchen einfach nachvollziehbare und einklagbare Vergütungsstrukturen. Alle Beteiligten müssen durch entsprechende Regelungen deutlich machen, was ihnen die Pflege wert ist.
Daher stimme ich den kritischen Statements voll inhaltlich zu.

G.Sch.
Das Pflegesystem bedarf einer umfassenden Reform - Pflegebegriff erneuern und Finanzierung zukunftsfest machen!

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Halbherzige Pflegereform

Beitrag von Presse » 20.06.2012, 18:06

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Schwarz-Gelbe Regierung verschärft mit ihrer halbherzigen Pflegereform den Fachkräftemangel. Mit dem Pflege-Neuausrichtungsgesetz (PNG) soll es den Einrichtungen durch die Aufhebung der ortsüblichen Vergütung künftig möglich sein, ihr Pflegepersonal nur noch am Mindestlohn orientiert zu bezahlen (§ 72 Abs. 3 SGB XI). Die vorherige Regelung sah vor, dass eine Einrichtung erst zugelassen wird, wenn den Beschäftigten ein ortsüblicher Lohn gezahlt wird. Dieser liegt erfahrungsgemäß über dem Mindestlohn. Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen ist für den Pflege-Mindestlohn. Er darf aber nicht zum Normlohn werden, ansonsten wird der Pflegesektor für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unattraktiv.

Aus diesem Grund hat die grüne Bundestagsfraktion einen Änderungsantrag im Gesundheitsausschuss eingebracht, um die Regierung von ihrem Irrweg abzubringen (s. Anlage). Elisabeth Scharfenberg MdB, Sprecherin für Pflegepolitik und Beate Müller-Gemmeke MdB, Sprecherin für Arbeitnehmerrechte fordern die Streichung dieser neuen Regelung und die Beibehaltung der bisherigen und gut etablierten Praxis. CDU/CSU und FDP müssen sich jetzt für die Pflegekräfte stark machen und diesem Antrag zustimmen.

Eine ausführliche Bewertung der von Schwarz-Gelb geplanten Änderungen finden Sie unter: http://www.gruene-bundestag.de/themen/p ... uktur.html

Mit freundlichen Grüßen
i.A. Madeleine Viol
----------------
Madeleine Viol
wissenschaftliche Mitarbeiterin
Abgeordnetenbüro Elisabeth Scharfenberg MdB
Sprecherin für Pflegepolitik und Altenpolitik
Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen
Tel.: ++49 (0)30 227 -74572
E-Mail: elisabeth.scharfenberg.ma03@bundestag.de
Postanschrift:
Deutscher Bundestag, 11011 Berlin

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Pflegeberuf nur bei fairer Bezahlung attraktiv

Beitrag von WernerSchell » 19.10.2014, 06:40

Pflegeberuf nur bei fairer Bezahlung attraktiv

Die Koalitionsfraktionen haben ihre Änderungsanträge zum Entwurf eines Pflegestärkungsgesetzes in die Ausschussberatungen eingebracht. Danach kann eine tarifliche Vergütung von Pflegekräften in Pflegesatzverhandlungen nicht als unwirtschaftlich abgelehnt werden. Hierzu erklärt der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Weiß:
"Das Pflegestärkungsgesetz bringt nicht nur Verbesserungen für Pflegebedürftige. Es stellt zugleich sicher, dass Heimträger ihre Pflegekräfte nach den vereinbarten Tarifverträgen vergüten können, ohne auf den Kosten sitzen zu bleiben. In kircheneigenen Arbeitsrechtsregelungen festgelegte Vergütungen, wie sie etwa in Einrichtungen der Caritas oder Diakonie gewährt werden, werden analog behandelt.
Damit nicht Heimträger in ihren Verhandlungen mit den Pflegekassen Tariflöhne geltend machen, ihre Beschäftigten tatsächlich jedoch niedriger bezahlen können, kann von diesen künftig ein Nachweis über die tatsächliche Vergütung verlangt werden. Es darf nicht sein, dass von den Pflegeklassen refinanzierte Vergütungen nicht bei den Pflegekräften ankommen. So würde das Ziel verfehlt, den Beruf attraktiver zu machen. Zugleich würde eine Schieflage im Wettbewerb entstehen - zum Nachteil von Einrichtungen, die tatsächlich Tariflöhne bezahlen. Begünstigt würden insbesondere Heime, die wenig Wert auf kompetentes Personal legen.
Die Unionsfraktion hat frühzeitig erkannt, dass eine qualitativ hochwertige Pflege im Alltag der Bürgerinnen und Bürger wachsende Bedeutung erlangt – bedingt nicht zuletzt durch die demografische Entwicklung. Deshalb haben wir hier einen unserer politischen Schwerpunkte gesetzt. Nur ein attraktives Berufsbild 'Altenpflege‘ kann gewährleisten, dass künftig die benötigten Pflegekräfte zur Verfügung stehen, mit denen die gewünschten Standards gewährleistet werden können. Und hierzu gehört auch eine angemessene Vergütung."

Quelle: Mitteilung vom 19.10.2014
Verband Kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rheinland-Westfalen-Lippe
Weißenburger Straße 12
44135 Dortmund
Tel.: 0231/ 579743
Fax: 0231/ 579754
E-Mail: info@vkm-rwl.de

+++
Anmerkung der Moderation:
Dass die Träger Tariflöhne zahlen und dies von den Kostenträgern anerkannt werden muss,
ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit! Es wundert, dass man jetzt erst erkennt, dies
durch Gesetz verbindlich regeln zu müssen.
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Große Gehaltsunterschiede in der Pflege

Beitrag von WernerSchell » 27.01.2015, 14:16

Studie zeigt: Große Gehaltsunterschiede in der Pflege
Altenpfleger verdienen in allen Bundesländern deutlich weniger als Pflegefachkräfte in Krankenhäusern.
Das ist das Ergebnis einer Untersuchung im Auftrag des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung,
Karl-Josef Laumann (CDU), die heute vorgestellt wird.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=877 ... ege&n=4001
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Unterschiede in Wirtschaftskraft und Lohngefüge

Beitrag von WernerSchell » 27.01.2015, 14:55

Arbeitgeberverband Pflege:
Studie des Bundesgesundheitsministeriums macht die starken Unterschiede in Wirtschaftskraft und Lohngefüge deutlich

Berlin (ots) - Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, hat heute in Berlin gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) die Studie "Was man in den Pflegeberufen in Deutschland verdient" vorgestellt. Thomas Greiner, Präsident des Arbeitgeberverbands Pflege (AGVP), dazu heute in Berlin: "Die Studie zeigt, dass Altenpflegefachkräfte heute bereits angemessen für diesen nicht leichten Beruf bezahlt werden. Die Entlohnung liegt im Bundes-durchschnitt bei brutto 2.528 Euro (West 2.638, Ost 2.023).
Das Einkommen ist vergleichbar mit dem von Erziehern in Kindertagesstätten und mit anderen anspruchsvollen Berufsgruppen der Sozialwirtschaft. Diese Erhebung verdeutlicht aber auch die starken Unterschiede in der Wirtschaftskraft der einzelnen Regionen in Deutschland. Das klare Süd-Nord-Gefälle drückt sich auch in der Entlohnung von Pflegefach- und Hilfskräften aus, was in den unterschiedlichen Höhen der Pflegesätze und der Personalschlüssel in den einzelnen Bundesländern begründet liegt." Nicht nachvollziehbar sei jedoch der Vergleich, der in der Studie zwischen den Vergütungssystemen der Krankenhäuser und der stationären und ambulanten Altenpflege gezogen wird. Eine Vollkasko-Versicherung, wie die Krankenversicherung, mit einer Teilkasko-Versicherung, wie der Pflegeversicherung zu vergleichen, helfe - bedingt durch die verschiedenen Finanzierungsmodelle - nicht wirklich weiter. Daraus ergebe sich auch die Unterschiedlichkeit in der Entlohnung von
Kranken- und Altenpflegern. "Bei allen Bemühungen durch Politik, Gewerkschaften und Arbeitgebern, die Bezahlung in der Altenpflege weiterzuentwickeln, dürfen alle Beteiligten nicht vergessen, dass jede Kostensteigerung letztendlich für die Beitragszahler, die Kommunen als Sozialhilfeträger, aber auch für die Pflegebedürftigen und deren Angehörige selbst, finanzierbar bleiben muss. Alte Menschen sollen sich auch weiterhin gute Pflege leisten können. Aus diesem vernünftigen Grund hat sich Staatssekretär Laumann deshalb auch klar gegen flächendeckende und allgemeinverbindliche Tarifverträge in der Pflege ausgesprochen. Tarifpolitik muss dort verhandelt werden, wo sie hingehört, vor Ort im Dialog zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern", so Thomas Greiner.

Die größten privaten Pflegeunternehmen in Deutschland und der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) haben sich im Jahr 2009 zum Arbeitgeberverband Pflege zusammengeschlossen. Der Verband vertritt die sozialen, wirtschaftlichen und tariflichen Interessen von über dreißig der namhaftesten Unternehmensgruppen der Pflegewirtschaft. Gemeinsam mit den über 8.500 Unternehmen im bpa repräsentiert er rund 240.000 Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiter. Der Verband setzt sich für eine zukunftsfähige Gestaltung der Pflege ein.
http://www.arbeitgeberverband-pflege.de

Quelle: Pressemitteilung vom 27.01.2015 Arbeitgeberverband Pflege e.V.
Pressekontakt: Steffen Ritter
Pressesprecher
Arbeitgeberverband Pflege e.V.
Friedrichstraße 191
10117 Berlin
Telefon: +49 (0)30 - 67 80 63 7-0
Telefax: +49 (0)30 - 67 80 63 7-22
Mobil: +49 (0)160- 15 31 796
E-Mail: presse@arbeitgeberverband-pflege.de
Internet: http://www.arbeitgeberverband-pflege.de
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Noch eine gute Pflegestudie über eine schlechte Wirklichkeit

Beitrag von WernerSchell » 27.01.2015, 14:58

Pressemitteilung von Pia Zimmermann - 27.01.2015

Noch eine gute Pflegestudie über eine schlechte Wirklichkeit

„Die vom Pflegebevollmächtigten Karl-Josef Laumann in Auftrag gegebene Studie bietet einen guten Überblick über die Gehalts- und Arbeitszeitsituation von Pflegekräften. In der Tendenz liefert sie aber wenig Erkenntnisgewinn, viele der aufgezeigten Probleme sind schon lange bekannt. Es kommt darauf an, welche politischen Konsequenzen nun gezogen werden“, so die pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE Pia Zimmermann. Zimmermann weiter:
„Die Studie zeigt deutlich die Folgen der marktförmigen Strukturierung und der Unterfinanzierung des Pflegebereichs. Der Konkurrenzdruck der verschiedenen Anbieter wird in Form von Arbeitsverdichtung und niedrigen Löhnen an die Beschäftigten weitergegeben. Gerade in Bundesländern, deren Trägerlandschaft einen hohen Anteil privater ambulanter Pflegedienste und Pflegeheime aufweist, wie beispielsweise die vieler neuer Bundesländer oder Niedersachsens und Schleswig-Holsteins, sind die Gehälter deutlich niedriger als im Bundesdurchschnitt.
Auch der hohe Anteil der Teilzeitbeschäftigten in Pflegeberufen, auf den die Studie hinweist, ist u.a. eine Konsequenz des Kostendrucks auf die Pflegeeinrichtungen. Viele bieten keine Vollzeitstellen, um die Personalkosten zu senken. Keinen Aufschluss bietet die Studie über andere Formen von indirekt erzwungener Teilzeitarbeit, beispielsweise der Wunsch nach Arbeitszeitreduzierung aufgrund der enorm hohen Arbeitsbelastung in Pflegeberufen. Familiäre Gründe werden in der Studie zwar mit erfasst, inwieweit aber viele der insbesondere weiblichen Beschäftigten einfach keine Alternative haben, Familie und Beruf zu vereinbaren, weil es an staatlichen Angeboten zur Kinderbetreuung fehlt, bleibt ausgeblendet.
Um die Situation der Beschäftigten in der Pflege zu verbessern, muss der Kostendruck reduziert werden. Gute Pflege kostet Geld. Die Anhebung des Leistungsniveaus der Pflegeversicherung eröffnet den finanziellen Spielraum, Pflegekräfte besser zu bezahlen.“

F.d.R. Beate Figgener
Pressesprecher
Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Telefon +4930/227-52800
Telefax +4930/227-56801
pressesprecher@linksfraktion.de
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Altenpfleger werden schlechter bezahlt als Krankenpfleger

Beitrag von WernerSchell » 28.01.2015, 07:31

Ärzte Zeitung vom 27.01.2015
Altenpfleger werden schlechter bezahlt als Krankenpfleger
Berlin – Fachkräfte und Helfer in der Altenpflege verdienen nicht nur weniger als ihre Kollegen in der Krankenpflege,
sondern auch weniger als Fachkräfte anderer Berufe. Das geht aus der Studie „Viel » ....
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/61596
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