Flächendeckende Gesundheitsversorgung - Informationen zum Weltgesundheitstag 07.04.2018

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Flächendeckende Gesundheitsversorgung - Informationen zum Weltgesundheitstag 07.04.2018

Beitrag von WernerSchell » 05.04.2018, 08:40

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Informationen zum Weltgesundheitstag 07.04.2018
Flächendeckende Gesundheitsversorgung


Mit dem diesjährigen Weltgesundheitstag zum Thema "Universal Health Coverage" macht die Weltgesundheitsorganisation auf die Bedeutung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung aufmerksam. Ihr Appell: Jeder Mensch sollte Gesundheitsdienstleistungen in Anspruch nehmen können - unabhängig von Ort und Zeit und ohne dabei in eine finanzielle Notlage zu geraten.

Wie aus einem gemeinsamen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltbank hervorgeht, hat über die Hälfte der Weltbevölkerung keinen umfassenden Zugang zu essenziellen Gesundheitsdienstleistungen. Zudem werden jedes Jahr zahlreiche Haushalte durch notwendige gesundheitsbezogene Ausgaben in Armut gedrängt. (Link zum Report... > http://www.who.int/healthinfo/universal ... rt/2017/en )

Dies sei unnötig, so Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO. Eine flächendeckende Gesundheitsversorgung könne dafür sorgen, dass jeder Mensch Gesundheitsdienstleistungen in Anspruch nehmen kann - unabhängig von Ort und Zeit und ohne dabei in eine finanzielle Notlage zu geraten.

Vor diesem Hintergrund stellt die WHO den Weltgesundheitstag 2018 unter das Motto "Universal Health Coverage" und macht damit auf die Notwendigkeit einer Gesundheitsversorgung für alle aufmerksam. Diese bedeute jedoch nicht, alle erdenklichen gesundheitsbezogenen Interventionen kostenfrei zur Verfügung zu stellen, sondern vielmehr, Maßnahmen gegen wichtige Erkrankungen vorzuhalten und dabei eine ausreichende Qualität sicherzustellen. In den Blick genommen werden sollten neben der individuellen vor allem die bevölkerungsbezogene Gesundheit - bspw. im Rahmen umfassender Public Health-Maßnahmen.

Umfassende Gesundheitsversorgung in Deutschland
Wer hierzulande krank wird, hat es in der Regel nicht schwer, medizinische Hilfe zu finden. Zahlreiche Behandlungsangebote sind vorhanden; die entstehenden Kosten werden meist von der Krankenversicherung übernommen. Auch eine Forsa-Umfrage, die der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) unter 1.000 gesetzlich Versicherten in Auftrag gegeben hat, bestätigt dies: 85 Prozent der Menschen sind sehr zufrieden (30 Prozent) bzw. zufrieden (55 Prozent) mit der medizinischen Versorgung in Deutschland.

Dennoch besteht auch hierzulande Verbesserungspotenzial - beispielsweise im Hinblick auf die Versorgung von Geflüchteten. So verdeutlicht ein Beitrag von Prof. Dr. Oliver Razum und Kollegen aus dem Jahr 2016, dass häufig eher der Zufall über den Zugang zur Gesundheitsversorgung von Geflüchteten bestimmt.

Das Informationsangebot zum Weltgesundheitstag 2018 auf dieser Internetseite wird in den kommenden Monaten weiter ergänzt. Auf der Internetseite der Weltgesundheitsorganisation (WHO) finden Sie bereits jetzt ein umfangreiches Angebot an Informationen. Zu den entsprechenden englischsprachigen Seiten gelangen Sie hier.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an weltgesundheitstag@bvpraevention.de.

Quellen
Razum O et al. (2016): Wenn Zufall über den Zugang zur Gesundheitsversorgung bestimmt: Geflüchtete in Deutschland. In: Gesundheitswesen 2016; 78(11): 711-714. Link... > https://www.thieme-connect.com/products ... 042-116231

Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek): vdek stellt Forsa-Umfrage zu Einstellungen der Bevölkerung zur GKV-Finanzierung und medizinischen Versorgung vor. Link... > https://www.vdek.com/presse/pressemitte ... frage.html

WHO/Worldbank (2017): Tracking Universal Health Coverage: 2017 Global Monitoring Report. Link... > http://www.who.int/healthinfo/universal ... t/2017/en/
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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WernerSchell
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‚Gesundheit für alle‘ braucht andere Strategien

Beitrag von WernerSchell » 05.04.2018, 08:41

‚Gesundheit für alle‘ braucht andere Strategien

Den diesjährigen Weltgesundheitstag am 7. April hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter das Motto ‚Gesundheit für alle‘ gestellt. „Dass es in Deutschland ein flächendeckendes, solidarisch finanziertes, leistungsfähiges Gesundheitssystem gibt, ist allerdings kein Grund, sich hierbei nicht angesprochen zu fühlen“, erklärt Prof. Christel Bienstein, die Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK). „Das deutsche System ist eins der teuersten weltweit, kommt aber bei den Outcomes und der Lebenserwartung der Bevölkerung im Ländervergleich seit Jahren nicht über ein niedriges Mittelmaß hinaus. Gesundheitsversorgung in Deutschland ist mehr an ökonomischen Anreizen statt am Patientennutzen orientiert, die strikte Sektorentrennung führt zu kostspieligen Doppelstrukturen und trägt das Risiko gravierender Versorgungsbrüche an den Schnittstellen. Und schließlich: Gerade in Deutschland wird das Potenzial, das in der Kompetenz und Leistungsfähigkeit der professionell Pflegenden liegt, kaum genutzt. Im Gegenteil – der Berufsalltag der Pflegenden ist von ständigem Zeitdruck, überhöhter Arbeitsbelastung und geringer Autonomie gekennzeichnet. Das sind keine Bedingungen, die einen Beruf attraktiv machen und einen langen Verbleib in der Branche ermöglichen. Die Ressource Pflege wird – trotz des bereits bestehenden Pflegefachkräftemangels und weiter steigenden Bedarfs an professioneller Pflege – fahrlässig aufs Spiel gesetzt. ‚Gesundheit für alle‘ kann aber im deutschen Gesundheitssystem nur gelingen, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Beruf gesund bleiben. Das ist das mindeste, was sie von der Gesellschaft und ihren Arbeitgebern erwarten können“, so Bienstein weiter.

Der DBfK fordert, dass die Solidarmittel des Gesundheitssystems konsequent am Patientenwohl und Patientennutzen ausgerichtet verwendet werden, Fehlanreize sind schnellstens zu beseitigen. An Strategien für die künftige Ausgestaltung der Versorgung sind die Pflegeberufe auf Augenhöhe und maßgeblich zu beteiligen, die Aufgabenzuweisung und Verantwortung im System ist innovativ, qualitäts- und nutzerorientiert neu zu ordnen. Grundlage dafür müssen Ergebnisse der Versorgungsforschung und international bewährte Vorbilder sein. Höchste Priorität allerdings muss eine schnelle, spürbare und nachhaltige Verbesserung der Pflegefachpersonalbemessung in Krankenhäusern, Heimen und Pflegediensten erhalten, um endlich die Arbeitsbedingungen für beruflich Pflegende wieder auf ein erträgliches Niveau zu bringen. Der Bundesgesundheitsminister hat das in Aussicht gestellt; bleibt abzuwarten, ob bzw. wie er die Zusage einhält.

Mitte März 2018 erschienen die Ergebnisse einer Harvard-Studie (Health Care Spending in the United States and Other High-Income Countries), die einen Vergleich der Gesundheitssysteme der elf OECD-Länder mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen angestellt hat. Deutschland schneidet dabei vergleichsweise schlecht ab.
Das Thema ‚Gesundheit für alle‘ greift in diesem Jahr auch der Internationale Tag der Pflegenden am 12. Mai auf, er trägt das Motto „Gesundheit ist ein Menschenrecht!“

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
www.dbfk.de

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 05.04.2018
Johanna Knüppel | Referentin | Redaktion DBfK Aktuell | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-0 | Fax 030-219157-77 | Umsatzsteuer Id.Nr. DE 114235140
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Re: Flächendeckende Gesundheitsversorgung - Informationen zum Weltgesundheitstag 07.04.2018

Beitrag von WernerSchell » 07.04.2018, 06:35

Am 07.04.2018 bei Facebook gepostet:
Weltgesundheitstag 07.04.2018 - Appell der WHO: Jeder Mensch sollte Gesundheitsdienstleistungen in Anspruch nehmen können - unabhängig von Ort und Zeit und ohne dabei in eine finanzielle Notlage zu geraten. - Näheres unter > viewtopic.php?f=4&t=22570
Dazu passend: Die Zuzahlungen für Medikamente steigen und steigen … Vernünftig wäre, die wirklich notwendigen (vielleicht etwa 500) Arzneimittel in einer sog. Positivliste zusammen zu stellen und den Patienten nach ärztlicher Verordnung zuzahlungsfrei zur Verfügung zu stellen. Wer darüber hinaus weitere - nicht zwingend notwendige - Medikamente haben möchte (die Werbung präsentiert uns ja täglich neue Möglichkeiten, unser Wohlbefinden zu steigern), sollte das komplett selbst bezahlen. Das wäre eine patientengerechte und solidarische Arzneimittelversorgung! Siehe insoweit unter > viewtopic.php?f=4&t=18326
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http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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