Gibt es ein Recht auf Gesundheit?

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Gibt es ein Recht auf Gesundheit?

Beitrag von WernerSchell » 31.10.2017, 07:05

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Gibt es ein Recht auf Gesundheit?

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Mit diesem Thema befasst sich Paul Kirchhof und verdeutlicht damit die Ansprüche des einzelnen Menschen gegenüber dem Staat.
Ein ausdrückliches Recht auf Gesundheit wird verneint. Paul Kirchhof führt u.a. aus:


Nach dem Recht von jedermann auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit bestimmt Art. 2 in Abs. 2 Satz 1 Grundgesetz: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche
Unversehrtheit.“ Mit diesem Satz garantiert die Verfassung selbstverständlich nicht, dass die Bürger nicht sterben müssten oder nicht krank werden könnten. Das
„Recht“ auf Leben und Unversehrtheit gewährleistet nur das, was eine verbindliche Regel bewirken kann: Sie sichert zunächst eine Freiheit vom Staat, ein Abwehrrecht
gegen die Staatsgewalt, das den Staatsorganen die Todesstrafe, die Folter, die Körperverletzung verbietet. Daneben gibt das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit
dem einzelnen Menschen einen Anspruch, an den in Deutschland gegenwärtig erreichten Regelstandards der Krankenbehandlung, der Gesundheitsvorsorge, der Hygiene,
der sozialen und kulturellen Existenzbedingungen teilzuhaben (Teilhabeanspruch).
...
Das Recht kann damit dem einzelnen Menschen keinen persönlichen Anspruch gewähren, mit dem er gute Bedingungen für seine Gesundheit vor allen anderen erkämpfen
könnte. Im Ergebnis gibt es damit kein Recht auf Gesundheit. Ein solcher Leistungsanspruch wäre unerfüllbar. Das Recht sichert dem Berechtigten nur, was die Rechtsordnung
mit ihren Verbindlichkeiten erreichen kann. Der Einzelne gewinnt persönliche Ansprüche und Berechtigungen, wenn seine Krankheit geheilt und sein Leben gerettet werden
kann.

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Quelle und weitere Informationen:
http://www.kas.de/upload/dokumente/verl ... rchhof.pdf

+++
Der 27. Neusser Pflegetreff ist für den 22.11 2017 geplant und wird sich mit dem Thema
"Vorbeugen ist besser als Heilen" - Prävention und Gesundheitsförderung mehr Aufmerksamkeit schenken
- körperlich und geistig aktiv bis ins hohe Alter …

befassen. …. Mit Blick auf das 2015 verabschiedete Präventionsgesetz ist das Thema ganz wichtig (> Infos - ständige Aktualisierung - > viewtopic.php?f=7&t=22212 ).
Vor allem Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und auch Demenz lassen sich durch eine frühzeitig begonnene gesunde Lebensführung (richtige - mediterrane - Ernährung, ausreichende Bewegung und Schlaf, Verzicht auf Rauchen, mäßiger Alkoholkonsum, Vermeidung von negativem Stress, geistige Aktivitäten, Pflege sozialer Kontakte usw.) weitgehend vermeiden. Gleichwohl eintretende Gesundheitsstörungen (z.B. Übergewicht, zu hohe Cholesterinwerte, Bluthochdruck, Diabetes) lassen sich durch eine gesunde Lebensführung günstig beeinflussen. Es geht also letztlich um Maßnahmen, die eine umfassende gesundheitsförderliche Wirkung erzielen können. Es macht Sinn, möglichst frühzeitig eine gesunde Lebensführung zu praktizieren. ….Auch für ältere Menschen macht Prävention … Sinn. Daher gibt es für die Stationären Pflegeeinrichtungen mittlerweile eine Leitlinie zur Prävention, die aber fast überhaupt nicht bekannt ist. … Dies sollte Veranlassung geben, das o.a. Thema auch im Interesse der älteren und pflegebedürftigen Menschen aufzugreifen.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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