"Vorbeugen ist besser als Heilen" - Prävention ...

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz

Beitrag von WernerSchell » 20.02.2018, 07:55

Aus Forum:
viewtopic.php?f=4&t=22518

Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz

Gesundheitskompetenz ist heute eine unverzichtbare Voraussetzung, um die zahlreichen Anforderungen der Gesundheitserhaltung meistern, sich bei Gesundheitsproblemen und Krankheiten die nötige Unterstützung sichern und in unserem komplexen Gesundheitssystem zurechtfinden zu können.

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Präsentation des "Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz": Kai Kolpatzik (AOK-Bundesverband), Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, Doris Schaeffer (Universität Bielefeld) und Klaus Hurrelmann (Hertie School of Governance).

Doch mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung hat eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz - so die Ergebnisse der ersten repräsentativen Studie zur Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland. Zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz wurde an der Universität Bielefeld gemeinsam mit der Hertie School of Governance und dem AOK Bundesverband ein Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz erarbeitet. Der Plan wurde durch den Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe als Schirmherrn unterstützt und von der Robert Bosch Stiftung sowie dem AOK-Bundesverband gefördert.
Der Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz wurde am 19. Februar 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt. Er konzentriert sich auf vier Handlungsbereiche und gibt 15 konkrete Empfehlungen zur Förderung von Gesundheitskompetenz.


Download Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz >>> http://nap-gesundheitskompetenz.de/medi ... petenz.pdf

Quelle: https://www.nap-gesundheitskompetenz.de/

Siehe auch unter
GESUNDHEITSKOMPETENZ der Bevölkerung in Deutschland
> viewtopic.php?f=4&t=22371&p=100887
> viewtopic.php?f=4&t=22147&p=100748#p100748

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Vorstellung des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz

19. Februar 2018. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat heute als Schirmherr den "Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz", einen wissenschaftlichen Leitfaden zur Stärkung der Gesundheitskompetenz in Deutschland, entgegengenommen. Der Aktionsplan ist eine von mehreren Maßnahmen für mehr verständliche Gesundheitsinformationen.

“Mit dem Nationalen Aktionsplan gibt es nun einen wissenschaftlichen Leitfaden, der zeigt, wie die Gesundheitskompetenz in unserem Land bei der Bildung, Ernährung und Arbeit, aber auch durch einen verständlicheren Austausch zwischen Arzt und Patient gestärkt werden kann. Diesem Ziel hat sich auch die "Allianz für Gesundheitskompetenz" verschrieben, die wir im letzten Jahr gegründet haben. Mit dem "Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz" und der Allianz können wir gemeinsamen mit Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften, Krankenhäusern, Krankenkassen, Apotheken, den Selbsthilfe- und Verbraucherorganisationen, aber auch den Behörden von Bund und Ländern viel bewegen!
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

Erarbeitet wurde der Aktionsplan durch die Universität Bielefeld gemeinsam mit der Hertie School of Governance und dem AOK Bundesverband. Insgesamt 60 Entscheidungsträger aus Politik und Praxis diskutierten über Handlungsschwerpunkte, damit verbundene Empfehlungen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit.
Die im Juni 2017 durch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ins Leben gerufene „Allianz für Gesundheitskompetenz“ hat sich in einer Gemeinsamen Erklärung verpflichtet, Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitswissens zu entwickeln und umzusetzen. Die wichtigsten Handlungsfelder sind die Verbesserung der Gesundheitsbildung, gute Gesundheitsinformationen und Entscheidungshilfen, vor allem auch im Internet sowie mehr Verständlichkeit im Arzt-Patienten-Gespräch, aber auch in allen anderen Gesundheitsberufen.
So hat das Bundesministerium für Gesundheit das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit damit beauftragt, in diesem Jahr ein Konzept für ein Nationales Gesundheitsportal zu erarbeiten. Das Portal soll vertrauenswürdige, wissenschaftlich belegte und unabhängige Gesundheitsinformationen zusammenführen. Um das Arzt-Patienten-Gespräch zu verbessern, hat das Bundesgesundheitsministerium im Rahmen des Nationalen Krebsplans die Entwicklung eines Musterlehrplans „Kommunikation in der Medizin“ gefördert, der Studierende über den gesamten Verlauf des Medizinstudiums Fähigkeiten vermittelt, Wissen zur Diagnose und Therapie verständlich zu erklären, auf die Fragen des Patienten und seiner Angehörigen einzugehen und diese in der Therapie zu begleiten.
Die Partner der "Allianz für Gesundheitskompetenz" sind:
• Bundesministerium für Gesundheit
• Gesundheitsministerkonferenz der Länder
• Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigter für Pflege
• Bundesärztekammer
• Bundeszahnärztekammer
• Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V.
• Bundesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE von Menschen mit Behinderung, chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen e.V.
• Deutsche Krankenhausgesellschaft
• Deutscher Pflegerat e.V.
• Gemeinsamer Bundesausschuss
• GKV-Spitzenverband
• Kassenärztliche Bundesvereinigung
• Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung
• Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
• Verband der Privaten Krankenversicherung e.V.
Laut einer Studie aus dem Jahr 2017 verfügen mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland (rund 54 Prozent) nur über eine „eingeschränkte Gesundheitskompetenz“. Das bedeutet, sie haben Schwierigkeiten, gesundheitsbezogene Informationen zu finden, sie zu bewerten und die richtigen Entscheidungen für eine gesunde Lebensweise oder zur Krankheitsbewältigung zu treffen. Dies betrifft insbesondere ältere Menschen, Menschen mit chronischer Erkrankung, Menschen mit geringem Bildungsstatus und Menschen mit Migrationshintergrund. Eine bessere Gesundheitskompetenz zahlt sich für den Einzelnen, aber auch für das Gemeinwesen aus: Nach Schätzungen der WHOwerden drei bis fünf Prozent der Gesundheitsausgaben durch eine unzureichende Gesundheitskompetenz verursacht. Allein für Deutschland bedeutet dies etwa 9 bis 15 Milliarden Euro.


Quelle: Pressemitteilung vom 19.02.2018
https://www.bundesgesundheitsministeriu ... etenz.html

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Die Rheinische Post vom 19. Februar 2018 :
Gesundheitsminister Gröhe stellt Projekt vor
Gesundheitskompetenz mit Aktionsplan verbessern

Berlin. Mit dem Start des "Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz" wollen Politik und Wissenschaft das Wissen über Gesundheitsprobleme und das Gesundheitswesen in Deutschland stärken.
… (weiter lesen unter) … http://www.rp-online.de/leben/gesundhei ... -1.7406511

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Ärzte Zeitung vom 20.02.2018:
Wissen richtig nutzen
Aktionsplan soll Gesundheitskompetenz stärken

Gesundheitsinformationen sind in vielfältiger Form der Bevölkerung heute zugänglich. Doch mit der richtigen Einordnung und Umsetzung hapert es oft. Das soll sich künftig ändern. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=95 ... efpuryykqr
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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WernerSchell
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Gesundheitsförderung in Kommunen nachhaltig aufbauen

Beitrag von WernerSchell » 21.02.2018, 07:46

Pressemeldung vom 19.02.2018

Fachtag „Vernetzt gesund“ am 13.04.2018 in Berlin
Wie können Netzwerke zur Gesundheitsförderung in Kommunen nachhaltig aufgebaut werden?


Berlin, Februar – Am 13. April 2018 richtet das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderte Projekt „Kommunale Gesundheitsmoderation – Ernährung, Bewegung, Gesundheit IN FORM“ der Plattform Ernährung und Bewegung den
„Vernetzt gesund – Fachtag zur Kommunalen Gesundheitsmoderation“ aus. Das Gesunde Städte-Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland wurde als Kooperationspartner gewonnen.
Der Fachtag richtet sich an Entscheidende und Mitarbeitende aus Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltung, aber auch an Vertreter und Vertreterinnen aus dem Gesundheitswesen, der Wissenschaft und Politik sowie an alle, die ein Netzwerk in ihrer Kommune aufbauen möchten. Ziel ist es, einen Austausch der beteiligten Akteurinnen und Akteure zur Verbesserung der Gesundheitsförderung zu schaffen.
Eröffnet wird die Fachvortragsreihe am Vormittag von Dr. Odile Mekel vom Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen zum Thema „Gesundheitsfolgenabschätzung (Health Impact Assessment, HIA): Chance für die kommunale Gesundheitsförderung“. Im Anschluss daran wird es um den Erfolgsfaktor Partizipation – integrierte Gesundheitsförderung in der Kommune gehen. Prof. Dr. Michael T. Wright von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin hat sich in seiner beruflichen Laufbahn intensiv mit den Themen Partizipation und Partizipativer Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung und Prävention auseinandergesetzt und gibt einen Impuls hierzu.
Am Nachmittag werden fünf Fachforen mit verschiedenen Schwerpunkten zum Thema Netzwerkarbeit angeboten, für welche ausgewiesene Expertinnen und Experten gewonnen werden konnten: Werner Mall von der AOK Nordost mit seinem Fachforum „Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Krankenkassen“ wird auf die mit dem Präventionsgesetz entstandenen neuen Möglichkeiten der Zusammenarbeit eingehen. Um „Erfolgsfaktoren und Stolpersteine in der Netzwerkarbeit“ wird es bei Dr. Dagmar Starke gehen. Zum Thema „Aus Fehlern lernen – Projekte auf Quartiersebene (weiter) entwickeln“ spricht Dr. Karoline Schubert vom Gesundheitsamt Leipzig und Stefan Neugebauer vom Gesundheitsamt Landkreis Havelland wird über „Strategien der Gesundheitsförderung für Kommunen auf dem Land“ referieren. Zu dem Forum „Jung + Alt = gesund?“ laden Mirko Eichner und Wiebke Kottenkamp von peb ein.
Zum Abschluss gibt ein Podium mit Dr. Ulrike Freundlieb, Prof. Dr. Raimund Geene und Gerhard Meck zum Thema „Verwaltungshierarchie und Netzwerkarbeit: Widerspruch oder Synergie?“ Gelegenheit zum Mitdiskutieren. Ulrike Freundlieb, Bürgermeisterin für Bildung, Jugend, Gesundheit der Stadt Mannheim bringt die politische Ebene in das Gespräch mit ein. Aus wissenschaftlicher Sicht wird das Thema von Raimund Geene, Professor für Kindergesundheit der Hochschule Magdeburg-Stendal, beleuchtet. Gerhard Meck, ehemaliger Leiter der Fachstelle Gesunde Landeshauptstadt Potsdam arbeitet als Netzwerkberater und engagiert sich u.a. für den Aufbau kommunaler Präventionsketten und wird sein Know-how auf kommunaler Ebene in das Gespräch einfließen lassen.
Die Anmeldung sowie weitere Informationen zum Programm finden Sie im Internet unter www.kgm.pebonline.de. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Kommunale Gesundheitsmoderation - Ernährung, Bewegung, Gesundheit IN FORM
Mit Förderung durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft wurde im Rahmen des Nationalen Aktionsplans IN FORM die Weiterbildung Kommunale
Gesundheitsmoderation entwickelt. In fünf Modulen lernen die Teilnehmenden, strategisch arbeitende, interdisziplinäre Netzwerke aufzubauen und zu managen und sind nach Abschluss in der Lage, Qualitätskriterien für erfolgreiche Maßnahmen der
Gesundheitsförderung in der Praxis anzuwenden. Weitere Informationen zum Projekt unter www.kgm.pebonline.de
Die Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb) ist ein Zusammenschluss von Vertretern aus öffentlicher Hand, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport, Eltern und Ärzten. Über 100 Mitglieder setzen sich bei peb aktiv für eine ausgewogene Ernährung und mehr Bewegung als wesentliche Bestandteile eines gesundheitsförderlichen Lebensstils bei Kindern und Jugendlichen ein.
IN FORM ist Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung. Sie setzt die Ziele um, die im „Nationalen Aktionsplan zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängende Krankheiten“
genannt werden. Weitere Informationen unter: www.in-form.de

_______________________________________
Wiebke Kottenkamp
Projektkoordination
Kommunale Gesundheitsmoderation – Ernährung, Bewegung, Gesundheit IN FORM

Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb)
Wallstraße 65, 10179 Berlin
Telefon 030 27 87 97 - 65
Telefax 030 27 87 97 - 69
w.kottenkamp@pebonline.de
www.pebonline.de

www.kgm.pebonline.de ||| www.vernetzt-vor-ort.info ||| www.pebonline.de

Kommunale Gesundheitsmoderation – Ernährung, Bewegung, Gesundheit IN FORM ist ein Projekt von IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung. Mehr Informationen unter: www.in-form.de

___________________________¬______
„Vernetzt gesund“
Fachtag zur kommunalen Gesundheitsmoderation
am 13. April 2018 in Berlin
Hier finden Sie weitere Informationen.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Gesunde Ernährung im Krankenhaus und in den Familien

Beitrag von WernerSchell » 07.03.2018, 09:40

Tag der gesunden Ernährung am 07.03.2018: Krankenhausessen lässt oft zu wünschen übrig! - Familienmahlzeiten fördern gesunde Ernährung von Kindern! - Näheres unter > viewtopic.php?f=6&t=22540
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Gesundheitsförderung in Kitas

Beitrag von WernerSchell » 19.03.2018, 07:50

Gesundheitsförderung in Kitas
(Quelle: DGUV) Arbeitsbedingte Belastungen von Kita-Beschäftigten steigen. Sie betreffen Lärm, Luftqualität, Beleuchtung und Muskel-Skelett-Belastungen. Praktische Maßnahmen zur Gesundheitsförderung im Kita-Alltag beschreibt das Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) in der Zeitschrift Gefahrstoffe - Reinhaltung der Luft.

Zum Download des Artikels geht es hier > http://www.dguv.de/medien/ifa/de/pub/gr ... 17_139.pdf

Quelle: Mitteilung vom 18.03.2018
Verband Kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rheinland-Westfalen-Lippe
Beratgerstraße 36
44149 Dortmund
Tel.: 0231/ 579743
Fax: 0231/ 579754
E-Mail: info@vkm-rwl.de
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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"Viele Pfleger sind psychisch am Ende"

Beitrag von WernerSchell » 16.04.2018, 15:35

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viewtopic.php?f=5&t=22591&p=103140#p103140

Rheinische Post vom 16. April 2018:

Eine Altenpflegerin aus dem Rheinland erzählt
"Viele Pfleger sind psychisch am Ende"

Düsseldorf. Die Altenpflegerin Birte Fischer liebt ihren Job, stößt aber immer wieder an ihre Grenzen. Denn der Personalmangel ist massiv, eine ausreichende individuelle Pflege kaum zu gewährleisten. Eine Fachkraft erzählt aus ihrem Alltag.

Von Saskia Nothofer

An manchen Tagen schafft sie es noch nicht einmal, ein Glas Wasser während ihres Dienstes zu trinken. "Es gab auch eine Zeit, in der ich vor lauter Stress fünf Kilo abgenommen habe", erzählt Birte Fischer*. Die junge Frau ist Altenpflegerin - genauer gesagt examinierte Pflegefachkraft - sie hat also eine dreijährige Ausbildung absolviert und arbeitet seit vielen Jahren in der Pflege im Rheinland. Fischer macht ihren Job mit viel Herzblut, "aber so, wie sich die Branche entwickelt, kann es nicht weitergehen", sagt sie.
Beim Verdienst fange es an. Sie bekomme im Schnitt ein Gehalt von etwa 1500 Euro netto pro Monat. "Viel zu wenig für das, was wir leisten", sagt die junge Frau. So schrecke das niedrige Gehalt auch viele ab, überhaupt eine Ausbildung als Pfleger zu beginnen. Die Konsequenz: Viel zu wenige Pfleger müssen eine hohe Zahl von Patienten oder Bewohnern versorgen - "die individuelle Pflege kommt viel zu kurz", so Fischer. "Konkret heißt das, dass sich im Frühdienst drei Kräfte um 35 Patienten kümmern müssen, im Spätdienst sind es dann nur noch zwei Kräfte."

Zu wenig Pfleger für zu viele Patienten

Eine Herausforderung, schließlich müssten einige Patienten immer zu zweit versorgt werden - etwa weil sie eine hohe Pflegestufe haben, im Rollstuhl sitzen und eine einzelne Person es nicht schaffen kann, sie aufs Bett zu hieven oder sie allein umzuziehen. "Die übrigen 34 sind dann auf sich gestellt", so Fischer. "Und das kann gefährlich werden. Denn sie werden so zum Beispiel nicht beim Essen begleitet, außerdem steht überall Desinfektionsmittel oder auch Reinigungsmittel herum. Wie soll man verhindern, dass nicht einmal jemand auf die Idee kommt, dies zu trinken?"

An diesem Punkt fange es an, gefährlich zu werden. Und auch wenn keine Pflegekraft damit beschäftigt sei, Patienten etwa zu waschen, müssten vier bis fünf Patienten gleichzeitig das Essen angereicht und Tabletten verabreicht werden, während nebenbei noch darauf geachtet werden müsse, dass die Demenzkranken nicht das Heim verlassen. "Dafür fehlen Praktikanten oder junge Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr bei uns im Heim machen", so die Pflegerin.

Springer verdienen etwas mehr

Fischer ist eine sogenannte Springerin. Sie ist also nicht in nur einem Heim tätig, sondern arbeitet in verschiedenen Altenheimen und Krankenhäusern, in der ambulante Pflege sowie in Psychiatrien. "Ich mag es, weil es abwechslungsreicher ist. Man lernt immer neue Bewohner und immer wieder neue Kollegen kennen", sagt sie. Außerdem verdiene sie dadurch mehr als andere Kräfte. "Bis zu 800 Euro kann das pro Monat ausmachen."
Während Birte Fischer die Abwechslung gefällt, sind vor allem Altenheim-Bewohner in der Regel wenig begeistert von immer wieder wechselndem Personal. "Viele alte Leute stört es natürlich, dass sie immer von anderen Pflegern betreut werden und kein Vertrauensverhältnis aufbauen können", erklärt Fischer. Doch sei der Pfleger mit einer ausreichenden Portion Empathie ausgestattet, könnte auch eine nur kurze Pflegedauer zu einem innigen und vertrauten Verhältnis zum Patienten führen.
Die Arbeit als Springer hat für Fischer noch weitere Vorteile: "Ich kann mir Urlaub nehmen, wann ich möchte, und wenn ich krank bin, kann ich zu Hause bleiben, muss mir keine Vorwürfe von meinem Arbeitgeber anhören." In vielen Einrichtungen sehe das anders aus. "Da kommt viel Druck von oben", so Fischer. Wer krank sei, werde zum Gespräch gebeten. Es werde immer wieder hinterfragt, ob man denn wirklich krank sei. "Das ist erniedrigend", sagt die Pflegerin.
Die junge Frau spricht in diesem Zusammenhang nicht nur von Erkältungen oder Magen-Darm-Infekten. "Viele Kollegen sind körperlich und psychisch am Ende, haben Rückenprobleme oder leiden an Burn-out. Denn wir können noch nicht einmal unsere zahlreichen Überstunden abbauen, die wir Monat für Monat vor uns herschieben. Teilweise wird das Personal sogar schon früher aus dem Urlaub geholt, um die Lücken im Dienstplan zu füllen", erzählt sie.

"Die Pflege ist mein Baby"

Oft habe sie beobachtet, dass Patienten sediert werden. "Unruhigen oder aggressiven Patienten wird dann Melperon oder Tavor verabreicht", so Fischer. Es handelt sich um ein Neuroleptikum beziehungsweise ein Beruhigungsmittel. Die Patienten seien so natürlich leichter zu pflegen. Und Ärzte schreckten nicht davor zurück, die Mittel zu verschreiben. Schließlich verdienten sie damit Geld. Sogar Angehörige seien teils einverstanden damit. "Viele kommen nicht mit dem Zustand der Mutter oder des Vaters zurecht und sind froh darüber, sie nicht verwirrt oder aggressiv erleben zu müssen."
Der Job als Pflegerin verlangt Birte Fischer vieles ab. "An manchen Abenden komme ich nach Hause und bin fix und fertig, weil ich so viel zu tun hatte", erzählt sie. Dennoch habe sie manchmal das Gefühl, nur die Hälfte geschafft zu haben und mache sich Gedanken darüber, ob sie ihren Patienten gerecht werden konnte. Einen anderen Beruf möchte sie trotzdem nicht haben. "Die Pflege ist mein Baby. Und was mich immer wieder bestärkt, sind die vielen positiven Rückmeldungen der Patienten."
*Name geändert

Kranken- verdienen mehr als Altenpfleger

Gehalt Altenpflegefachkräfte verdienen im Schnitt 2621, Helfer in der Altenpflege 1870 Euro brutto. Krankenpflegefachkräfte bekommen durchschnittlich 3239 und Helfer in der Krankenpflege 2478 Euro brutto.
Politik Familienministerin Franziska Giffey (SPD) hat das Ziel, soziale Berufe attraktiver gestalten.

Quelle: RP > http://www.rp-online.de/nrw/panorama/kn ... -1.7516249

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Der Neusser Pflegetreff wird sich am 09.05.2018 mit folgendem Thema befassen:

"Pflegebedürftigkeit - was nun? … Vorsorgeplanungen und Pflegenotstand … Leistungsansprüche und Quartiershilfen (Lotsen) … "

Weitere Informationen (stets aktuell) unter folgender Adresse: viewtopic.php?f=7&t=22589 bzw. http://www.wernerschell.de/aktuelles.php
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Demenzrisiko steigt ab einem Blutdruck von 130 mmHg

Beitrag von WernerSchell » 20.06.2018, 06:34

Ärzte Zeitung vom 20.06.2018:
Studie
Demenzrisiko steigt ab einem Blutdruck von 130 mmHg

Schon bei einem hochnormalen Blutdruck haben Menschen im mittleren Alter ein erhöhtes Risiko auf Demenz - ab 150 mmHg steigt es sogar noch stärker an. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=96 ... efpuryykqr
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"Vorbeugen ist besser als Heilen" - Prävention ...

Beitrag von WernerSchell » 31.07.2018, 06:25

Ärzte Zeitung vom 31.07.2018:
Prävention
Leber und Darm gesund - Hirn im Alter gesund?

Die Bedeutung von Leber und Darmflora für die Hirnalterung wurde bislang offenbar unterschätzt. Neue Studien legen den Schluss nahe, dass Veränderungen der Leberfunktion und der Darmflora eine Demenz beschleunigen. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=96 ... efpuryykqr
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