Schlechte Heime für teures Geld - Pflegekräfte überfordert

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

Moderator: WernerSchell

WernerSchell
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Schlechte Heime für teures Geld - Pflegekräfte überfordert

Beitrag von WernerSchell » 03.06.2016, 06:43

Siehe auch unter >
Seniorenresidenz undercover - Recherchen über Pflegeheime
viewtopic.php?f=7&t=21641
Stellenschlüssel in den Heimen schnellstmöglich verbessern
viewtopic.php?f=4&t=21511

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Schlechte Heime für teures Geld
EXKLUSIV: Analyse von CORRECTIV und „Welt“ zeigt Mängel bei 60 Prozent aller Pflegeheime
Sandhya Kambhampati Stefan Wehrmeyer Daniel Drepper Anette Dowideit

In Rheinland-Pfalz müssen Pflegebedürftige das meiste Geld für einen Platz im Heim bezahlen, gleichzeitig schneiden die Häuser dort am schlechtesten ab. Das hat eine Auswertung aller deutschen Pflegeheime ergeben, an der ein halbes Dutzend CORRECTIV-Reporter über Monate gearbeitet hat. Die bisher aufwändigste Analyse deutscher Pflegeheime berücksichtigt neben den umstrittenen Pflegenoten auch zahlreiche Daten der statistischen Landesämter und bisher nicht zugängliche Heimaufsichtsberichte.
…. (weiter lesen unter )
> https://correctiv.org/recherchen/pflege ... ures-geld/
> https://correctiv.org/recherchen/pflege ... te-pflege/
> https://correctiv.org/recherchen/pflege/


Wie finde ich gute Pflege?
Benedict Wermter Daniel Drepper
Unsere Reporter haben für Euch zahlreiche Tipps zur Pflege zusammengesucht – inklusive Checkliste und Kontaktdaten zu allen wichtigen Organisationen.
…. (weiter lesen unter ) > https://correctiv.org/recherchen/pflege ... te-pflege/

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Die Rheinische Post berichtet am 03.06.2016 in großer Aufmachung zur Pflege und titelt:
"Pflegekräfte fühlen sich überfordert" ...
Düsseldorf. Mehr Stress, mehr Ausfälle: Der Pflegeberuf wird unattraktiver, zeigt eine Studie.
Von Julia Rathcke
Hohes Arbeitspensum, psychische Belastung und permanente körperliche Anstrengung - dieses Bild zeichnet eine neue Studie der Hans-Böckler-Stiftung von Pflegeberufen. Demnach hat für die Hälfte der Beschäftigten in der Altenpflege (47 Prozent) der Stress zugenommen, jeder Dritte fühlt sich vom Arbeitspensum überfordert.
... (weiter lesen unter) ... > http://www.rp-online.de/politik/pflegek ... -1.6019053
"Füttern, Waschen, Weiter" ....
Über die Zustände in deutschen Pflegeeinrichtungen gibt es viele Schauergeschichten. Unsere Autorin wollte wissen, wie es wirklich ist, und hat ein Praktikum in einem Altenheim gemacht. Schon am zweiten Tag stieß sie an ihre Grenzen.
Von Saskia Nothofer
Am Eingang erinnert eine Gedenkwand an die Verstorbenen. Vor wenigen Tagen hat es einen Mann getroffen. Jetzt gibt es nur noch ein Foto von ihm: Das Gesicht ist faltig, er lächelt müde. Angehörige gibt es nicht. In wenigen Tagen wird sein Zimmer mit einem neuen Pflegebedürftigen belegt.
Ich bin als verdeckte Reporterin unterwegs und arbeite elf Tage im Düsseldorfer Awo-Seniorenzentrum Ernst-Gnoß-Haus. Altenpflege ist ein Dauerthema. Ich möchte wissen, wie es wirklich aussieht. In dem Heim leben 80 Pflegebedürftige, verteilt auf vier Wohneinheiten.
... (weiter lesen unter) ... http://www.rp-online.de/leben/gesundhei ... -1.6019058

Siehe dazu:
WORKING PAPER
FORSCHUNGSFÖRDERUNG
Nummer 011, Mai 2016

Attraktivität und Zukunftsaussichten in den Berufsfeldern Pflege und Erziehung
Studie der Heinrich-Böckler-Stiftung von
Robert Helmrich, Betül Güntürk-Kuhl, Anja Hall, Stefan Koscheck, Ingrid Leppelmeier, Tobias Maier und Michael Tiemann

Download unter > http://www.boeckler.de/pdf/p_fofoe_WP_011_2016.pdf

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Siehe auch Buchtipp:
Damit es Oma gutgeht
Pflege-Ausbeutung in den eigenen vier Wänden

Quelle: viewtopic.php?f=3&t=21560

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Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk informierte am 01.06.2016 die Konferenz für Gesundheit, Pflege und Alter des Rhein-Kreises Neuss über aktuelle Aktivitäten. Quelle: viewtopic.php?f=6&t=21660 Mit dem abgelieferten Bericht wurde verdeutlicht, dass Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk umfänglich für Informationen und Unterstützungsleistungen für Betroffene zur Verfügung steht und im Übrigen seit Jahren intensiv für die Verbesserung der Pflege-Rahmbedingungen eintritt. Dabei stehen Forderungen nach deutlich mehr Pflegepersonal im Mittelpunkt.

Wie man mit Pflegemängel umgeht, wurde bereits vor Jahren verdeutlicht
> viewtopic.php?f=5&t=21519

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Am 03.06.2016 bei Facebook gepostet:
"Schlechte Heime für teures Geld - Pflegekräfte überfordert". Aktuelle Medienberichte informieren > viewtopic.php?f=4&t=21661 Auf den Pflegenotstand wird von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk seit vielen Jahren aufmerksam gemacht (siehe u.a. > http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... se2014.pdf Zahlreiche sog. Pflegekritiker wurden immer wieder gebeten, in einem Bündnis, taktisch und strategisch gut abgestimmt, für bessere Pflege-Rahmenbedingungen einzutreten. Leider waren diese Aufmunterungen weitgehend erfolglos, weil offensichtlich lieber "eigene Süppchen" gekocht werden. Und damit ist dann nur wenig bis nichts zu erreichen. Jammern und skandalisierende Berichte helfen leider allein nicht weiter. - Werner Schell
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Erschreckende Analyse zu Pflegeheimen

Beitrag von WernerSchell » 03.06.2016, 13:40

KKH: Noten für Pflegeheime sind Augenwischerei
Erschreckende Analyse zu Pflegeheimen muss dringend Konsequenzen haben


Hannover, 3. Juni 2016 – Die aktuelle Analyse des Recherchezentrums Correctiv.org bestätigt einmal mehr: Die Zustände in vielen Pflegeheimen sind höchst problematisch. „Es verschlägt einem den Atem angesichts der Tatsache, dass mehr als die Hälfte aller Pflegeheime Ältere und Kranke nicht korrekt mit Medikamenten versorgen“, sagte Ingo Kailuweit, Vorstandschef der KKH Kaufmännische Krankenkasse. Laut einer Auswertung von Correktiv.org haben deutschlandweit gut 60 Prozent aller Pflegeheime in wichtigen Pflegekategorien wie Medikamentenabgabe und Flüssigkeitsversorgung ein Problem.

„Vor diesem Hintergrund spottet es jeder Beschreibung, dass laut Pflege-TÜV der bundesweite Notendurchschnitt aller Pflegeheime bei 1,2 liegt“, so Kailuweit. Es sei ein Armutszeugnis, dass ein Benotungssystem mit einer derartig falschen Aussagekraft seit sieben Jahren unverändert besteht. „Im Sinne der Pflegebedürftigen und deren Angehörigen sollte diese Augenwischerei endlich beendet werden.“

Die KKH hat immer wieder auf die Problematik der Qualität in Pflegeheimen hingewiesen. Nach Ansicht der Krankenkasse muss das bisherige Benotungssystem durch aussagekräftige Bewertungen ersetzt werden. „Nur dann wird sich unter den Heimen ein Wettbewerb um echte Qualität entwickeln, von dem die Pflegebedürftigen profitieren“, sagte Kailuweit.

Die KKH ist eine der größten bundesweiten gesetzlichen Krankenkassen mit 1,8 Millionen Versicherten. Sie gilt als Vorreiter für innovative Behandlungsmodelle in der gesetzlichen Krankenversicherung. Rund 4.000 Mitarbeiter bieten einen exzellenten Service, entwickeln zukunftsweisende Gesundheitsprogramme und unterstützen die Versicherten bei der Entwicklung gesundheitsfördernder Lebensstile. Das jährliche Haushaltsvolumen beträgt rund 5,5 Milliarden Euro. Hauptsitz der KKH ist Hannover.

Quelle: Pressemitteilung vom 03.06.2016
Herausgeber
Kaufmännische Krankenkasse – KKH
Pressestelle
Karl-Wiechert-Allee 61
30625 Hannover
Telefon: 0511 2802-1610
Telefax: 0511 2802-1699
http://www.kkh.de/presse
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Pflege-Notstand muss endlich aufgelöst werden

Beitrag von WernerSchell » 03.06.2016, 13:47

Pflegebetroffene fordern Politik auf, konsequenter zu handeln
Pflege-Notstand muss endlich aufgelöst werden


Bremen, 03.06.2016 • Pflegeanbieter und das Bundesgesundheitsministerium weisen Berichte über Pflegemissstände gern als „Einzelfälle“ zurück. Dass dem nicht so ist, darüber berichten in einer gemeinsamen Rechercheaktion unabhängige Investigativ-Journalisten vom Recherchezentrum correctiv.org, der Redaktion von „Die Reportage“ vom NDR Fernsehen und die Tageszeitung „Welt“. Nach über 18-monatiger Recherche stellen sie fest: Etwa 60 Prozent aller Pflegeheime in Deutschland fallen bei den jährlichen Qualitätsprüfungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) negativ auf, wenn es um den medizinisch relevanten Teil der Pflege geht. Die unabhängige Bremer Selbsthilfe-Initiative „Heim-Mitwirkung“ fordert Anbieter und Politik auf, die bestehenden Pflegemissstände und das Leid der Betroffenen nicht weiter schön zu reden oder zu ignorieren, sondern konsequenter die Gesetze und politischen Rahmenbedingungen an die Realsituation anzupassen.
Auch in Bremen wurde in jüngster Vergangenheit von verschiedenen Medien über zum Teil gravierende Missstände in Pflegeheimen berichtet. So stand ein Heim in Kirchhuchtign Ende letzten Jahres kurz vor der Schließung und mußte dann von einem anderen Betreiber übernommen werden. „In diesem Fall wandten sich Angehörige und Pflegekräfte in ihrer Not auch an die unabhängige Selbsthilfe-Initiative „Heim-Mitwirkung“ von Reinhard Leopold, der die Gruppe vor über 10 Jahren gegründet hat und mit Rat und Tat den Betroffenen geholfen hat. Er kennt auch in Bremen viele weitere Fälle und beklagt, dass weder die Bremer Gesetze, noch die derzeitigen neuen Gesetze der Bundesregierung die eigentlichen Probleme lösen. „Belastende Arbeitsbedinungen, schlechte Bezahlung, Leiharbeit und befristete Arbeitsverträge sorgen für die Unattraktivität eines eigentlich schönen Berufes. Teure Imagekampagnen und der Einsatz von zusätzlichen Betreuungskräften – die nicht selten für pflegerische Hilfstätigkeiten missbraucht werden – verschlimmern zusätzlich die Situation.“, so sein Vorwurf. Und überlastete Fachpflegekräfte hängen frustriert und enttäuscht ihren Beruf an den Nagel oder werden durch die permanente Überforderung selber krank und sind so gezwungen, aufzuhören.

Die meisten der deutschen Bevölkerung ignorieren das Thema Pflege, weil es sie ja nicht betreffe. Doch das ist ein ein verhängnisvoller Trugschluß. „Jeder Mensch kann zu jeder Sekunde seines Lebens schwerkrank und pflegebedürftig werden.“, ist die Erfahrung von Leopold. In den meisten solcher Fälle, zum Beispiel durch Unfall oder plötzlichem Zusammenbruch, treffe es die Leute völlig unererwartet und unvorbereitet. Sie kennen weder ihre Rechte, Heimgesetze und Durchführungsverordnungen, zuständige Behörden oder unabhängige Beratungsstellen, die Hilfe und Unterstützung anbieten.
Vermehrte Information und die deutliche Stärkung der Rechte pflegebetroffener Menschen und ihrer Interessenvertreter ist lange überfällig und notwendig. Statt des bisher gesetzlich zugestandenen Rechts auf „Mitwirkung“ ist die vollumfängliche Information, Beteiligung und Mitentscheidung über alle sie betreffenden Dinge zu fordern. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Betroffenen und ihre Interessenvertreter nicht bzw. nur unzureichend an Entscheidungen beteiligt werden. Ein Heimplatz kostet sehr viel Geld – da sollte Transparenz und Mitbestimmung über die Mittelverwendung selbstverständlich sein! Die Gesetzgeber in Bund und Ländern sind aufgefordert, dies ins Gesetz bzw. in entsprechende Mitwirkungsverordnung zu verankern.

Reinhard Leopold c/o SHG Angehörige u.
Ehrenamtliche in der Heimmitwirkung
- Internet- und Öffentlichkeitsarbeit -
Rembertistraße 9
28203 Bremen
Tel.: 0421 / 33 65 91 20
Skype: Heim-Mitwirkung
eMail: presse@heim-mitwirkung.de
Internet: http://www.heim-mitwirkung.de

"Heim-Mitwirkung.de"
Bremer Selbsthilfe-Initiative von Angehörigen und Ehrenamtlichen, gegründet
Anfang 2006, engagiert sich generationsübergreifend in der Heim-Mitwirkung. Ziel ist die
Verbesserung der Interessenvertretung insbesondere von Heim-Bewohnern sowie
von pflegenden und begleitenden Angehörigen.

Zur Person:
Seit einigen Jahren betreibe ich ehrenamtlich das Internetportal unter
http://www.heim-mitwirkung.de. Über persönliche Betroffenheit bin ich an das Thema
Pflege gekommen und habe viele Jahre meine kranken Eltern in Heimen
begleitet. Seit dem engagiere ich mich in der Interessenvertretung für
pflegebedürftige Menschen. Weitere Infos über mein Engagement finden Sie unter:
http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=1557. 0
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Pflege-TÜV muss komplett erneuert werden

Beitrag von WernerSchell » 03.06.2016, 13:53

PRESSESTATEMENT vom 03.06.2016

Pflege-TÜV muss komplett erneuert werden

Zu den Recherchen von Correctiv erklärt Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS:

„Alle Beteiligten sind sich einig, dass die Pflegenoten in der aktuellen Form den Verbrauchern keine ausreichende Aussagefähigkeit bieten. Ursache des Problems ist, dass die vom MDK festgestellten Prüfergebnisse nicht vollständig und beschönigend in den Pflegenoten dargestellt werden. Somit werden vom MDK festgestellte Missstände nur auf den zweiten Blick erkennbar.
Eine Änderung der Pflegenoten war in den bisherigen paritätischen Entscheidungsstrukturen der Verbände der Leistungserbringer und der Pflegekassen nicht umsetzbar. Es ist richtig, die Transparenzdarstellung im neuen Pflegequalitätsausschuss grundlegend zu überarbeiten. Am Ende sollte ein sorgfältig erarbeitetes und für den Verbraucher nachvollziehbares Bewertungssystem herauskommen.
Es ist ebenso richtig und wichtig, die Qualitätsprüfungen durch den MDK aufrecht zu erhalten. Denn die MDK-Prüfungen bieten mehr Informationen als bislang in den Pflegenoten wiedergegeben wird. Stellt der MDK Missstände oder Schwächen fest, so werden diese in den Transparenzkriterien veröffentlicht. Gleichzeitig beraten die MDK-Prüfer die Einrichtung mit dem Ziel, Verbesserungen einzuleiten. Es ist jedoch falsch, bei jedem festgestellten Mangel daraus zu schließen, dass die Qualität eines Heims insgesamt mangelhaft ist. In den heutigen Veröffentlichungen wird dies zum Teil verkürzt dargestellt. Daher müssen die von Correctiv veröffentlichten Daten sorgsam interpretiert werden.
Kern der MDK-Prüfung ist die Inaugenscheinnahme von pflegebedürftigen Menschen bei denen sich die Prüfer ganz konkret ansehen, wie gut sie gepflegt wurden. Es trifft nicht zu, dass der MDK seine Prüfung auf die Dokumentation beschränkt.“

Der Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) berät den GKV-Spitzenverband in medizinischen und pflegerischen Fragen. Er koordiniert und fördert die Durchführung der Aufgaben und die Zusammenarbeit der MDK. Dabei geht es zum Beispiel um bundesweit einheitliche Kriterien für die Begutachtung.
Die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) begutachten Antragsteller auf Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung im Auftrag der Krankenkassen. Die MDK führen zudem Qualitätsprüfungen in Pflegeheimen und ambulanten Diensten durch.

Pressekontakt:
MDS, Pressestelle, Michaela Gehms, Tel. 0201 8327-115,
E-Mail: m.gehms@mds-ev.de
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Schlechte Heime für teures Geld - Pflegekräfte überforde

Beitrag von WernerSchell » 03.06.2016, 13:57

Pflegerinnen und Pfleger und Heime machen einen guten Jobbpa zu „Recherchen“ einer Tageszeitung, eines Fernsehsenders und eines Recherchezentrums

Zu den heutigen Meldungen über Beanstandungen in Pflegeheimen erklärt bpa-Präsident Bernd Meurer:

„Einziges Ziel dieser ‚Recherche‘ ist es, einen ganzen Berufsstand und dessen Arbeit durch willkürlich ausgewählte Kriterien, die auch noch aus dem Zusammenhang gerissen sind, an den öffentlichen Pranger zu stellen. So eine würdelose Behandlung durch eine auf Skandalisierung sowie Quote und Auflage abzielende Berichterstattung haben die Kolleginnen und Kollegen in den Pflegeheimen nicht verdient. Ganz im Gegenteil. Pflegerinnen und Pfleger und Heime machen einen guten Job.

Wenn jetzt ‚Hinz und Kunz‘ ohne fachliche Eignung beginnen, eigene Kriterien für die Bewertung von Pflegeheimen festzulegen und damit unsachliche Zerrbilder in der Öffentlichkeit zu zeichnen, ist das kein Gewinn für unsere Gesellschaft. Denn Pflegebedürftige und Angehörige werden durch die Flut der Desinformation verunsichert und es wird immer schwerer werden, Menschen für Berufe in der Pflege zu gewinnen.

Missstände müssen benannt werden. Das ist gut und richtig. Darauf ist diese Berichterstattung aber nicht aus. Sie ist weder differenziert noch ausgewogen.

Pflegenoten können und sollen den persönlichen Eindruck nicht ersetzen. Sie erfassen aber alle relevanten Themen. Die Pflegenoten sind für alle Heime und Dienste kostenlos im Internet einsehbar und geben Hinweise darauf, welche Bereiche genauer hinterfragt werden sollten. Bei der Auswahl einer stationären Einrichtung oder eines ambulanten Dienstes sind die Pflegenoten kein Allheilmittel. Von Beginn an wurde auch von uns darauf hingewiesen, dass z.B. die Auswahl eines geeigneten Pflegeheims immer damit verbunden sein soll, dass ich mir als Betroffener und auch als Angehöriger ein persönliches Bild vor Ort mache.“

Quelle: Pressemitteilung vom 03.06.2016
Bundesverband privater
Anbieter sozialer Dienste e.V.
http://www.bpa.de/Aktuelles.112.0.html? ... db312f9946
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Qualitätscheck Heime - Schande für Deutschland

Beitrag von WernerSchell » 05.06.2016, 09:20

Erschütternder Qualitätscheck
Eine Schande für Deutschland


Endstation Pflegeheim: Von außen erkennt man nicht, wie gut es ist. Über Monate wurden nun erstmals alle verfügbaren Qualitätsdaten zusammengetragen und ausgewertet. Das Ergebnis ist erschreckend.
Pflegeheime in Rheinland-Pfalz bieten das schlechteste Preis-Leistungs-Verhältnis in Deutschland: Obwohl sie besonders teuer sind, bekommen die Bedürftigen hier eine vergleichsweise schlechte Pflegequalität geboten.
Vier von fünf Heimen fallen bei den jährlichen Qualitätsprüfungen der Krankenkassen negativ auf, was den medizinisch relevanten Teil der Pflege betrifft: etwa die Versorgung mit Nahrung, die Schmerzbehandlung oder die Vorsorge für Bettlägerige, damit diese sich nicht wund liegen. Dennoch kostet hier ein Heimplatz in Pflegestufe 3 im Schnitt 3453 Euro pro Monat – so viel wie kaum woanders. Mehr als 1800 Euro davon müssen die Pflegebedürftigen privat zahlen.
... (weiter lesen unter) ... http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Polit ... hland.html
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bpa verteidigt Qualität in Pflegeheimen

Beitrag von WernerSchell » 06.06.2016, 06:06

Ärzte Zeitung, 06.06.2016
Nach Medienberichten
bpa verteidigt Qualität in Pflegeheimen
NEU-ISENBURG. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) kritisiert die Recherchen, die negative Ergebnisse bei Qualitätsprüfungen in Pflegeheimen aufgedeckt haben, scharf. "Einziges Ziel dieser ‚Recherche‘ ist es, einen ganzen Berufsstand und dessen Arbeit durch willkürlich ausgewählte Kriterien (...) an den öffentlichen Pranger zu stellen", teilte bpa-Präsident Bernd Meurer am Freitag mit. "So eine würdelose Behandlung durch eine auf Skandalisierung sowie Quote und Auflage abzielende Berichterstattung haben die Kollegen in den Pflegeheimen nicht verdient."
... (weiter lesen unter) ... http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=912 ... ege&n=5023
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Pflegemängel - Stellenschlüssel verbessern !

Beitrag von WernerSchell » 06.06.2016, 06:52

Aus Forum:
viewtopic.php?f=4&t=21511

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss


Neuss, den 06.06.2016

An die
Sozial-, Pflege- bzw. Gesundheitsministerien
der Bundesländer

Nachrichtlich:
An das
Bundesgesundheitsministerium


Betr.: Verfahren zur einheitlichen Bemessung des Pflegepersonalbedarfs in Pflegeeinrichtungen
Bezug: §§ 75 und 113c Sozialgesetzbuch (SGB XI) sowie meine Schreiben vom 10.02. und 22.02.2016
Anlg.: Zuschrift vom 10.02.2016 nochmals als pdf-Datei angefügt

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit meinen Zuschriften vom 10.02.2016 und 22.02.2026 habe ich darum gebeten, auf der Grundlage des § 75 SGX XI schnellstmöglich die maßgeblichen Rahmenverträge der neuen Rechtslage anzupassen, so dass mit dem Wirksamwerden der neuen Pflegegrade am 01.01.2017 die notwendigen personellen und sonstigen Folgerungen gezogen werden können. Inzwischen habe ich dazu zwei Rückmeldungen erhalten, und zwar vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen vom 07.03.2016 – Abt. 4 – und vom Patienten- und Pflegebeauftragten der Bayerischen Staatsregierung, Hermann Imhof MdL, vom 16.03.2016 – GPPlBc-G8006.2.2016/56-2 -.

Aus aktuellem Anlass möchte ich meine Hinweise wie folgt ergänzen:
Es gab am 03.06.2016 (erneut) zahlreiche Medienberichte (z.B. Rheinische Post, NDR-TV) über Mängel in den bundesdeutschen Pflegeeinrichtungen. Ich wurde dazu bereits von verschiedenen Seiten angeschrieben und um Rat gefragt. Dazu gibt es zunächst von hier folgende Hinweise: Wenn über Pflegemängel berichtet wird, stellt sich meist schnell heraus, dass die Stellenschlüssel unzureichend sind und folglich Personal für die erforderliche Zuwendung fehlt. - Siehe dazu auch die folgenden Beiträge:

• Stellenschlüssel in den Heimen schnellstmöglich verbessern > viewtopic.php?f=4&t=21511
• Schlechte Heime für teures Geld - Pflegekräfte überfordert > viewtopic.php?f=4&t=21661
• Seniorenresidenz undercover - Recherchen über Pflegeheime > viewtopic.php?f=7&t=21641


Unter folgender Internetadresse gibt es weitergehende Informationen zu den bundesdeutschen Pflegeeinrichtungen (Aufruf jeweils mit Suchfunktion):
https://correctiv.org/recherchen/pflege/
Es werden dort bei zahlreichen Pflegeeinrichtungen Präzisierungen zu aufgefundenen Mängeln dargestellt. Es heißt dann z.B.:

"Dieses Heim hat bei der Versorgung von Druckgeschwüren nicht die volle Punktzahl erreicht. - Dieses Heim hat beim Umgang mit Medikamenten oder ärztlichen Anordnungen nicht die volle Punktzahl erreicht. - Dieses Heim hat bei der Versorgung von Inkontinenzpatienten nicht die volle Punktzahl erreicht. - Dieses Heim hat bei der Nahrungs- oder Flüssigkeitsversorgung nicht die volle Punktzahl erreicht. …."

Ich rege an zu prüfen, was hinsichtlich der neuerlichen Informationen veranlasst werden kann und soll. Ggf. kann es sinnvoll sein, die Heimaufsichtsbehörden in Ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich auf die Medienberichte aufmerksam zu machen und zu veranlassen, dass im Zusammenwirken mit dem MDK in geeigneten Fällen schnellstmöglich unangemeldete Prüfungen durchgeführt werden. Für eine gelegentliche Rückmeldung, wie die Angelegenheit von Ihnen beurteilt wird, wäre ich dankbar.

Im Übrigen erscheinen die mit Schreiben vom 10.02. und 22.02.2016 angemahnten Verbesserungen hinsichtlich der Stellenschlüssel dringlicher denn je.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell,
Diplom-Verwaltungswirt - Oberamtsrat a.D. - Dozent für Pflegerecht
https://www.facebook.com/werner.schell.7

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
ist Initiator bzw. Mitbegründer des Quartierkonzeptes Neuss-Erfttal.
ist Unterstützer von "Bündnis für GUTE PFLEGE".
ist Unterstützer der "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen".
tritt für wirksame Patientenrechte und deren Durchsetzung ein.
unterstützt im Rahmen der Selbsthilfe auch Patienten mit Schlaganfall einschließlich deren Angehörige.
ist Mitgründer und Mitglied bei "Runder Tisch Demenz" (Neuss).
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WernerSchell
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Pflegemängel - Stellenschlüssel verbessern !

Beitrag von WernerSchell » 06.06.2016, 07:19

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss


Pressemitteilung vom 06.06.2016

Aktuelle Medienberichte: „Schlechte Heime für teures Geld - Pflegekräfte überfordert“

Dazu erklärt Werner Schell, Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk:

Mit Zuschriften vom 10.02., 22.02. und 06.06.2016 wurden die Sozial-, Pflege- bzw. Gesundheitsministerien der Bundesländer sowie das
Bundesgesundheitsministerium (nachrichtlich) auf die Erfordernisse aufmerksam gemacht, schnellstmöglich verbesserte Stellenschlüssel für die bundesdeutschen Pflegeeinrichtungen zu gestalten. Denn auf der Grundlage des § 75 SGX XI müssen die maßgeblichen Rahmenverträge der neuen Rechtslage angepasst werden, so dass spätestens mit dem Wirksamwerden der neuen Pflegegrade am 01.01.2017 die notwendigen personellen und sonstigen Folgerungen gezogen werden können.

Es gab am 03.06.2016 (erneut) zahlreiche Medienberichte (z.B. Rheinische Post, NDR-TV) über Mängel in den bundesdeutschen Pflegeeinrichtungen. Dazu gab es von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk zunächst folgende Hinweise: Wenn über Pflegemängel berichtet wird, stellt sich meist schnell heraus, dass die Stellenschlüssel unzureichend sind und folglich Personal für die erforderliche Zuwendung fehlt.

Es wurde von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk angeregt zu prüfen, was hinsichtlich der neuerlichen Informationen veranlasst werden kann und soll. Ggf. kann es sinnvoll sein, die Heimaufsichtsbehörden im jeweiligen Zuständigkeitsbereich auf die Medienberichte aufmerksam zu machen und zu veranlassen, dass im Zusammenwirken mit dem MDK in geeigneten Fällen schnellstmöglich unangemeldete Prüfungen durchgeführt werden.

Werner Schell,
Diplom-Verwaltungswirt - Oberamtsrat a.D. - Dozent für Pflegerecht
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Heime - zum Teil keine ordnungsgemäße Medikation

Beitrag von WernerSchell » 07.06.2016, 17:33

PRESSEMITTEILUNG vom 07.06.2016

Über 50% der Heimbewohner erhalten keine ordnungsgemäße Medikation

Berlin, 7. Juni 2016 - Der Bundesverband patientenindividueller Arzneimittelverblisterer (BPAV) reagiert auf die Veröffentlichungen von DIE WELT und Correctiv.org. Sechs Reporter und Programmierer haben monatelang ausführliche Pflegedaten zusammengetragen, analysiert und sind in der vergangenen Woche damit an die Öffentlichkeit gegangen. Das Ergebnis: alarmierend.
Jährlich prüfen die Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDK) die Pflegeheime in Deutschland. In der Vergangenheit ist immer wieder Kritik am Schulnotensystem der Pflegenoten von 1-6 laut geworden. Eine objektive Bewertung der Häuser sei aufgrund dieses Bewertungssystems nicht möglich. Ein gut lesbarer Speiseplan kann beispielsweise eine mangelnde Medikamentengabe „ausgleichen“.
„Die jüngsten Veröffentlichungen sind erschreckend“, sagt BPAV-Chef Hans-Werner Holdermann. „Wir haben die teilweise unhaltbaren Zustände mit Blick auf das manuelle Stellen, das händische Teilen von Medikamenten und die unzureichende Kontrolle beim Stellen selbst und hinsichtlich der Arzneimittel-Wechselwirkungen immer wieder kritisiert“, führt Holdermann weiter aus. „Wenn ich jetzt lese, dass über die Hälfte aller Pflegeheime in Deutschland weiterhin teils gravierende Fehler bei der Medikamentengabe aufweisen, war und ist unsere Forderung nach einer flächendeckenden Portionierung der individuellen Medikation der Patienten durch Spezialisten dringender geboten denn je. Es ist nun auch grafisch offensichtlich gemacht worden, dass die Gefährdung von Menschenleben dort deutlich geringer ist , wo über Arzneimittelherstellungsbetriebe in Zusammenarbeit mit den Apotheken die Portionierung der Medikation vorgenommen wird, so der BPAV-Vorsitzende. "Diese Tätigkeit gehört in die Hand von Arzneimittelfachleuten".
Der Verband hat mehrfach Erhebungen durchgeführt und die Ergebnisse publiziert: Während beim manuellen Stellen etwa 1 Fehler auf 100 Tabletten/Arzneimittel kommen, liegt die Fehlerquote beim maschinellen Verblistern bei 1 zu einer Million. Der Zugewinn an Pflegequalität insgesamt im Lande wäre enorm laut BPAV. Außerdem geht die Hospitalisierungsrate aufgrund von schweren Medikationsfehlern deutlich zurück.
Der BPAV wurde Ende 2009 gegründet. Dem Verband gehören Unternehmen an, die nach deutschem Recht (§ 13 AMG) patientenindividuelle pharmazeutische Blister herstellen dürfen. Der Verband hat 14 Blisterzentren und acht fördernde Partner als Mitglieder.

Link zur Pressemitteilung http://19145.seu.cleverreach.com/c/2299 ... f22-o8edbm

BPAV
Udo Sonnenberg
Schiffbauerdamm 8
10117 Berlin
Deutschland
presse@blisterverband.de
http://www.blisterverband.de
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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WernerSchell
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Re: Schlechte Heime für teures Geld - Pflegekräfte überforde

Beitrag von WernerSchell » 07.06.2016, 17:39

Pressemitteilung 6/ 2016 vom 7.6.2016:

Pflegenoten auf dem Prüfstand

Freiburg, 7.6.2016 // Seit der Einführung des „Pflege-TÜVs“ hagelt es Kritik sowohl am Prüfverfahren selbst wie auch an der Form der Darstellung der Ergebnisse. „Nicht nur die Verbraucher sondern auch die Leistungserbringer sind verunsichert.“ sagt dazu der Geschäftsführer des Verbandes katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. (VKAD), Andreas Leimpek-Mohler.

So weist eine aktuelle Recherche des Reporternetzwerkes correctiv.org, der Tageszeitung die Welt und des Norddeutschen Rundfunks (NDR) auf Mängel in stationären Pflegeeinrichtungen hin. Ursächlich für das in den Beiträgen gezeichnete Bild sind neben dem bereits seit Jahren vom VKAD kritisierten Prüfsystem weitere Faktoren.

Fehlende Personalbemessungsverfahren und Systemfehler im Bereich der medizinischen Behandlungspflege sind Elemente, die einen erheblichen Einfluss auf die stationären Versorgungsstrukturen haben. Beides lastet schwer auf den Schultern der Einrichtungen und ihrer Mitarbeiter.
Dabei begrüßt der VKAD erste wichtige Schritte des Gesetzgebers auf dem Weg zur Findung eines Personalbemessungsverfahrens. Allerdings ist das Jahr 2020 als Zielmarke in viel zu weiter Ferne um jetzt schon eine spürbare Hilfe für viele heute bereits überlastetet Pflegekräfte zu sein. Hier fordert der VKAD praktikable Zwischenlösungen mit einer schnell einsetzenden Wirkung. Eine Überbrückungsmaßnahme bis zur Einführung eines Personalbemessungsverfahrens könnte die Umwidmung des Pflegevorsorgefonds in einen Pflegepersonalfonds darstellen.

Die Rückführung der medizinischen Behandlungspflege als Leistung der Krankenkasse auch für alle die Patientinnen und Patienten, die in stationären Einrichtungen leben, ist ein weiterer wichtiger Baustein zur Entspannung der Situation.
Ursprünglich als Zwischenlösung zur Verwaltungsvereinfachung bei Einführung der Pflegeversicherung gedacht, wird auch heute noch der Aufwand der stationären Einrichtungen für Leistungen der medizinischen Behandlungspflege aus der Pflegeversicherung vergütet. Dabei wurde nie der tatsächliche Aufwand, den die Einrichtungen haben, berücksichtigt. Dieser steigt jedoch seit Jahren rasant an.
Darüber hinaus ist ein sozialethisches Problem entstanden. Sowohl zu Hause lebende Patientinnen und Patienten wie auch die im Heim lebenden zahlen gleichermaßen ihre Beiträge in die Krankenkasse ein. Allerdings erhalten nur die daheim Versorgten diese Leistungen als häusliche Krankenpflege von ihrer Krankenkasse. Da die Pflegeversicherung als Teilkaskoversicherung konzipiert ist tragen die im Heim lebenden Menschen zum Teil die Kosten ihrer Behandlungspflege selbst mit. So sparen die Krankenkassen auf Kosten der Betroffenen und der Pflegekräfte.
Der VKAD ruft den Gesetzgeber dazu auf, endlich für die drei Problemfelder: den „Pflege-TÜV“, eine Zwischenlösung bis zur Findung eines Personalbemessungsverfahrens sowie die Wiedereingliederung der medizinischen Behandlungspflege für alle Menschen in den Leistungsbereich der Krankenkassen, anzugehen.

Kontakt:
Andreas Leimpek-Mohler, Geschäftsführer VKAD
Tel.: 0761/ 200 – 460; Mail: andreas.leimpek-mohler@caritas.de
Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.vkad.de

Der Verband:
Der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. (VKAD) ist ein bundesweit tätiger und selbstständiger Fachverband für die Altenhilfe innerhalb des Deutschen Caritasverbandes mit Sitz in Freiburg im Breisgau. Der VKAD vertritt die Interessen seiner über 1.200 Mitgliedseinrichtungen durch politische Lobbyarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und fachliche Expertise in enger Kooperation mit dem Deutschen Caritasverband.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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WernerSchell
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Pflege - Schwierige Suche nach dem richtigen Heim

Beitrag von WernerSchell » 08.06.2016, 07:30

Die Rheinische Post berichtet am 08. Juni 2016:
Pflege - Schwierige Suche nach dem richtigen Heim
Düsseldorf. Wie gut sind die Altenheime in der Region? Verschiedene Prüfberichte liegen vor, die Ergebnisse aber sind nicht aussagekräftig.
Von Saskia Nothofer
Pflege in NRW ist teuer. Im Vergleich der Pflegekosten zwischen den Ländern liegt NRW auf Platz zwei, nur das Saarland ist teurer. So zahlen Menschen mit Pflegestufe zwei (je nach Umfang des Hilfebedarfs werden Pflegebedürftige einer von drei Pflegestufen zugeordnet) bundesweit im Schnitt etwa 2500 Euro pro Monat, in NRW fallen rund 3000 Euro an. Am billigsten ist es in Sachsen mit etwa 2060 Euro. Aber was bekommen die Pflegebedürftigen für das Geld? Ein Überblick.
... (weiter lesen unter) ... http://www.rp-online.de/nrw/panorama/pf ... -1.6032069

Foto (Teilansicht angefügt): Radowski
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Woran Sie ein gutes Pflegeheim erkennen

Beitrag von WernerSchell » 08.06.2016, 07:44

Zur Heimplatzsuche gibt es von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk zahlreiche Informationen;
ein Beitrag aus der Wirtschaftswoche ist angefügt. Listen, Transparenzberichte usw. helfen
in der Regel wenig weiter. Man muss sich, sofern genügend Zeit vorhanden ist, vor Ort die
in Betracht kommenden Einrichtungen gründlich ansehen
:

Wirtschaftswoche informiert mittels Interview:
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Pflege-Skandal - Woran Sie ein gutes Pflegeheim erkennen
von Anke Henrich
Nach den Enthüllungen über die skandalösen Zuständen in Pflegeheimen sind viele Deutsche in Sorge. Ein Experte erklärt,
wie man erkennt, ob Angehörige im Heim wirklich gut aufgehoben sind.
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> Pflege-Experte Schell kennt die Vorurteile gegen Pflegeheime und weiß, wie man ein gutes von einem schlechten unterscheidet. <
,... (weiter lesen unter) ... http://www.wiwo.de/unternehmen/dienstle ... 57092.html
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Stellenschlüssel in den Heimen schnellstmöglich verbessern

Beitrag von WernerSchell » 10.06.2016, 08:10

Am 10.06.2016 bei Facebook gepostet:
"Schlechte Heime für teures Geld - Pflegekräfte überfordert" > viewtopic.php?f=4&t=21661 - Dazu ergibt sich in Kürze: Es ist seit vielen Jahren bekannt, dass die Pflege - Rahmenbedingungen verbessert werden müssen. Dazu hat es von hier bereits am 13.05.2014 eine umfängliche Stellungnahme gegeben > http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... se2014.pdf - In mehreren Pflegetreffs wurde die Problematik verdeutlicht - per Film wiederholt dokumentiert > viewtopic.php?f=6&t=21070 Ein großes Problem ist, dass vielfach das System nur skandalisiert wird und keine bzw. wenig Unterstützung kommt, wenn es um konstruktive Vorschläge für Verbesserungen geht. Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist insoweit weiter aktiv und hat u.a. am 06.06.2016 (erneut) sämtliche Sozial-, Pflege- bzw. Gesundheitsministerien der Bundesländer sowie das Bundesgesundheitsministerium angeschrieben und per Pressemitteilung öffentlich informiert: > viewtopic.php?f=4&t=21511&p=92670#p92670
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Pflege-Ergebnisqualität muss deutlich werden

Beitrag von WernerSchell » 27.06.2016, 15:44

Am 27.06.2016 bei Facebook gepostet:
Pflege-TÜV, Schulnoten für Pflegeheime, Infos zur Pflegegüte, Weiße Liste, Heimträgerbroschüren … usw. helfen den pflegebedürftigen Menschen bzw. den Angehörigen bei der Heimplatzsuche nicht wirklich weiter. > viewtopic.php?f=4&t=20899 Es werden in erster Linie gute und zuverlässige Informationen zur Pflege - Ergebnisqualität benötigt. Und die muss man z.Zt. in der Weise herausfinden, dass man sich Heime ganz gezielt und intensiv anschaut und vor Ort umfänglich Erkundigungen einzieht. Kritische Infos - auch zur Heimplatzsuche - > viewtopic.php?f=4&t=21661 - Im Übrigen muss der Staat die Pflege - Rahmenbedingungen für alle Einrichtungen so gestalten, dass stets eine gute und angemessene Pflege gewährleistet ist. Siehe insoweit u.a. die Pflege-Charta: > viewtopic.php?f=6&t=21674
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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